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Berlin

Hauptartikel: Geografie Berlins

Lage

Lage Berlins in Deutschland und der Europäischen Union

Berlins markanter Bezugspunkt, das Rote Rathaus, hat die geographische Lage: 52° 31′ 7″ nördliche Breite, 13° 24′ 30″ östliche Länge, der Flächenschwerpunkt der Stadt liegt rund zwei Kilometer südlich davon in Kreuzberg (52° 30′ 10,4″ N,13° 24′ 15,1″ O52.50288888888913.404194444444). Die größte Ausdehnung des Stadtgebiets in Ost-West-Richtung beträgt rund 45 Kilometer, in Nord-Süd-Richtung etwa 38 Kilometer. Die Fläche Berlins beträgt knapp 892 km². Die Stadt befindet sich im Nordosten der Bundesrepublik Deutschland und ist vollständig vom Land Brandenburg umgeben.

Das historische Zentrum liegt an der schmalsten und damit verkehrsgünstigsten Stelle des Warschau-Berliner Urstromtals, das Berlin vom Südosten zum Nordwesten hin durchquert und von der Spree in Ost-West-Richtung durchflossen wird. Der nordöstliche Teil Berlins liegt auf der Hochebene des Barnim, knapp die Hälfte der Stadtfläche im südwestlichen Bereich liegt auf der Hochebene des Teltow. Der westlichste Bezirk, Spandau, verteilt sich auf das Berliner Urstromtal, das Brandenburg-Potsdamer Havelgebiet und die Zehdenick-Spandauer Havelniederung. Die Landschaft Berlins entstand im Eiszeitalter während der jüngsten Vereisungsphase, der Weichsel-Eiszeit. Vor etwa 20.000 Jahren war das Gebiet Berlins vom mehrere 100 Meter mächtigen skandinavischen Eisschild (Gletscher) bedeckt. Beim Rückschmelzen des Gletschers entstand vor etwa 18.000 Jahren das Berliner Urstromtal.

Gewässer und Erhebungen

Ausdehnung des Stadtraums vom Zentrum in Richtung Norden

Berlin hat zahlreiche Fließgewässer und Seen. Die Spree mündet in Spandau in die Havel, die den Westen Berlins in Nord-Süd-Richtung durchfließt. Berliner Nebenflüsse der Spree sind die Panke, die Dahme, die Wuhle und die Erpe. Der Flusslauf der Havel, eigentlich eine glaziale Rinne, ähnelt dabei oft einer Seenlandschaft; die größten Ausbuchtungen bilden der Tegeler See und der Große Wannsee. Jeweils zum Teil in Berlin liegen die der Havel zufließenden Bäche Tegeler Fließ und Bäke. Größter See Berlins ist der Große Müggelsee in Treptow-Köpenick.

In Berlin sind 13 Wasserschutzgebiete auf einer Fläche von rund 212 km² durch Wasserschutzgebietsverordnungen ausgewiesen. Im Verhältnis zur Gesamtstadtfläche von rund 890 km² sind damit etwa ein Viertel des Stadtgebietes als Wasserschutzgebiete ausgewiesen.

Die höchsten Erhebungen Berlins sind als höchste natürliche Bodenerhebung der Große Müggelberg (115 m ü. NHN) im Bezirk Treptow-Köpenick, die aus Bau-Abraum entstandenen Arkenberge (122 m ü. NHN) im Bezirk Pankow, der aus Trümmerschutt des Zweiten Weltkriegs aufgeschüttete Teufelsberg (120 m ü. NHN) im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf und die Ahrensfelder Berge (114 m ü. NHN) im Landschaftspark Wuhletal im Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Der tiefste Punkt Berlins liegt mit (28,1 m ü. NHN) am Spektesee im Bezirk Spandau.

Wälder und Parkanlagen

Berlin besitzt neben ausgedehnten Waldgebieten im Westen und Südosten des Stadtgebietes (Berliner Forsten) viele große Parkanlagen. Da auch fast alle Straßen von Bäumen gesäumt sind, gilt Berlin als besonders grüne Stadt. In Berlin gibt es insgesamt rund 440.000 Straßenbäume, darunter 153.000 Linden, 82.000 Ahornbäume, 35.000 Eichen, 25.000 Platanen und 21.000 Kastanien. Die über 2500 öffentlichen Grün-, Erholungs- und Parkanlagen haben eine Gesamtfläche von über 5500 Hektar und bieten vielfältige Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten. Die größte heute als Park bezeichnete Anlage Berlins ist der Tempelhofer Park, der auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof entstand.

Im Zentrum der Stadt liegt der Große Tiergarten. Er ist die älteste und mit 210 Hektar zweitgrößte und bedeutendste Parkanlage Berlins und wurde im Verlauf von mehr als 500 Jahren gestaltet. Ursprünglich ein ausgedehntes Waldareal vor den Toren der Stadt, genutzt von den preußischen Adeligen als Jagd- und Ausrittgebiet, wurde dieses nach und nach von der Stadtentwicklung umschlossen. Er erstreckt sich heute vom Bahnhof Zoo bis zum Brandenburger Tor und grenzt direkt an das Regierungsviertel. Einige große Straßen durchschneiden den Tiergarten, darunter die Straße des 17. Juni als Ost-West-Achse. Sie kreuzen sich am Großen Stern, in dessen Mitte seit 1939 die Siegessäule steht. Der Große Tiergarten hat die Gestalt einer naturnahen Parklandschaft: Charakteristisch sind die weiten, von kleinen Wasserläufen durchzogenen und mit Baumgruppen bestandenen Rasenflächen sowie die Seen mit kleinen Inseln und zahlreichen Brücken und Alleen. Anlagen wie der Englische Garten, die Luiseninsel und der Rosengarten setzen an einigen Stellen schmuckgärtnerische Akzente.

Botanischer Garten in Lichterfelde

Neben dem Tiergarten gehört der Treptower Park im Südosten Berlins zu den bedeutendsten Parks der Stadt. Er wurde von 1876 bis 1882 vom ersten Berliner Gartenbaudirektor Gustav Meyer angelegt. Die weite an der Spree sich hinziehende Gartenlandschaft ist eines der beliebtesten Ausflugsziele der Berliner, nicht zuletzt auch wegen der bereits 1821/1822 von Carl Ferdinand Langhans als Gasthaus an der Spree erbauten heutigen Gaststätte Zenner.

Eine Besonderheit unter den Parks ist der Botanische Garten. Im Südwesten der Stadt gelegen, wird er neben seiner wissenschaftlichen Bestimmung (er gehört zur Freien Universität Berlin) auch als Erholungspark genutzt. Die Vorgängereinrichtung existierte bereits seit 1697 auf dem Gelände des heutigen Kleist-Parks in Schöneberg. Ab 1897 erfolgte der Bau der neuen Parkanlage in Dahlem und Groß-Lichterfelde. Nach dem Groß-Berlin-Gesetz von 1920 und der Gebietsreform von 1938 liegt der Botanische Garten heute im Ortsteil Lichterfelde. Mit einer Fläche von über 43 Hektar ist er der viertgrößte Botanische Garten der Welt. Er umfasst rund 22.000 verschiedene Pflanzenarten. Das 25 Meter hohe, 30 Meter breite, und 60 Meter lange Große Tropenhaus ist das höchste Gewächshaus der Welt.

Weitere Parkanlagen in Berlin sind die Schlossgärten in Charlottenburg, Glienicke und auf der Pfaueninsel (die letzten beiden gehören zum UNESCO-Welterbe), die historischen Parkanlagen Lustgarten, Viktoriapark, Rudolph-Wilde-Park und Schillerpark und die zahlreichen großen Volksgärten. Im Britzer Garten fand 1985 die Bundesgartenschau statt, in den heutigen Gärten der Welt 1987 die Berliner Gartenschau. 2017 fand dort die Internationale Gartenausstellung statt. Der Mauerpark auf dem ehemaligen Todesstreifen der Berliner Mauer, das Naturschutzgebiet Schöneberger Südgelände, der Görlitzer Park und der Spreebogenpark gehören zu den jüngeren Parkanlagen Berlins.

Zoos und Schutzgebiete

Zoologischer Garten im Ortsteil Tiergarten, artenreichster Zoo der Welt und einziger Zoo in Deutschland mit Pandabären


Berlin verfügt über mehrere zoologische Einrichtungen: den Zoologischen Garten nebst Aquarium und den Tierpark. Der bereits 1844 an der damaligen Stadtgrenze zu Charlottenburg eröffnete Zoologische Garten ist der älteste Zoo Deutschlands und zugleich der artenreichste der Welt (rund 15.000 Tiere in 1500 Arten). Der wesentlich jüngere Tierpark verdankt seine Entstehung der Teilung Deutschlands nach 1945: Weil der Zoologische Garten im Britischen Sektor der Stadt lag, fehlte der Hauptstadt der DDR eine eigene tiergärtnerische Einrichtung. 1954 wurde daher in Friedrichsfelde ein Tierpark auf dem Gelände des Schlossparks Friedrichsfelde eröffnet. Er ist mit 160 Hektar der größte Landschaftstierpark Europas.

In Berlin gibt es 43 Naturschutzgebiete (Stand: 2018) mit einer Gesamtfläche von 2668 Hektar, das entspricht etwa 3,0 Prozent der Landesfläche. Hinzu kommen 56 Landschaftsschutzgebiete, die weitere 14 Prozent der Landesfläche einnehmen. Zudem haben die Bezirke Pankow und Reinickendorf einen Flächenanteil von 5,4 Prozent am länderübergreifenden, 75.000 Hektar umfassenden Naturpark Barnim.

Klima

Die Stadt befindet sich in der gemäßigten Klimazone am Übergang vom maritimen zum kontinentalen Klima. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts schwanken die Jahresmitteltemperaturen – mit steigender Tendenz – zwischen 7 °C und 11 °C. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Berlin-Dahlem beträgt 9,5 °C und die mittlere jährliche Niederschlagsmenge 591 mm. Die wärmsten Monate sind Juli und August mit durchschnittlich 19,1 beziehungsweise 18,2 °C, der kälteste der Januar mit 0,6 °C im Mittel. Der bisherige Temperaturhöchstwert in Berlin von 38,9 °C wurde am 7. August 2015 an der Station Kaniswall gemessen. Der meiste Niederschlag fällt im August mit durchschnittlich 64 mm, der geringste im April mit durchschnittlich 33 mm (alle Mittelwerte von 1981 bis 2010 vom Deutschen Wetterdienst).

Hinsichtlich der Windgeschwindigkeiten und der Windrichtungsverteilung ist ein zweigeteiltes Maximum zu verzeichnen. Demnach wird in Berlin am häufigsten Nordwest- und Südwestwind beobachtet, der besonders im Winter mit höheren Geschwindigkeiten verbunden ist und meist maritime, gut durchmischte und saubere Meeresluft herantransportiert. Das zweite Maximum aus Südost und Ost ist oft kennzeichnend für Hochdruckwetterlagen kontinentaler Luftmassen, was je nach Jahreszeit zu verhältnismäßig heißen bzw. kalten Tagen führen kann.

Berlin
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
42
3
-2
33
4
-2
41
9
1
37
13
4
54
19
9
69
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56
24
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24
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19
11
37
13
6
44
7
2
55
4
0
Temperatur in°C, Niederschlag inmm
Quelle: DWD, Daten: 1971–2000
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Berlin
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 2,9 4,2 8,5 13,2 18,9 21,6 23,7 23,6 18,8 13,4 7,1 4,4 Ø 13,4
Min. Temperatur (°C) −1,9 −1,5 1,3 4,2 9,0 12,3 14,3 14,1 10,6 6,4 2,2 −0,4 Ø 5,9
Niederschlag (mm) 42,3 33,3 40,5 37,1 53,8 68,7 55,5 58,2 45,1 37,3 43,6 55,3 Σ 570,7
Regentage (d) 10,0 8,0 9,1 7,8 8,9 9,8 8,4 7,9 7,8 7,6 9,6 11,4 Σ 106,3
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
2,9
−1,9
4,2
−1,5
8,5
1,3
13,2
4,2
18,9
9,0
21,6
12,3
23,7
14,3
23,6
14,1
18,8
10,6
13,4
6,4
7,1
2,2
4,4
−0,4
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
42,3
33,3
40,5
37,1
53,8
68,7
55,5
58,2
45,1
37,3
43,6
55,3
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: DWD, Daten: 1971–2000

Die geringen Höhenunterschiede innerhalb der Stadt bewirken eigentlich ein eher homogenes Stadtklima, allerdings führt die dichte Bebauung in der Stadt und den Bezirkszentren zu teilweise deutlichen Temperaturunterschieden im Vergleich zu großen innerstädtischen Freiflächen und vor allem zu den ausgedehnten Landwirtschaftsflächen im Umland. Vor allem in Sommernächten werden Temperaturunterschiede von bis zu 10 °C gemessen. Insgesamt jedoch profitiert Berlin auch in diesem Zusammenhang von seinem großen Grünflächenanteil: Mehr als 40 Prozent des Stadtgebietes sind Grünbestand; 2012 „säumten 439.971 Bäume die Straßen“. Die große Anzahl kleinerer Freiflächen, besonders aber auch die innerstädtischen Grünflächen wie der Große Tiergarten, der Grunewald und der ehemalige Flughafen Tempelhof mit der direkt benachbarten Hasenheide erzeugen einen Kühlungseffekt und werden deshalb auch als „Kälteinseln“ bezeichnet.

Stadtgliederung

Die Verwaltung des Landes Berlin wird vom Senat von Berlin (der Hauptverwaltung) und den zwölf Bezirksverwaltungen wahrgenommen. Die Hauptverwaltung nimmt die gesamtstädtischen Aufgaben wahr und umfasst die Senatsverwaltungen, die ihnen nachgeordneten Behörden (Sonderbehörden) und nichtrechtsfähigen Anstalten sowie die unter ihrer Aufsicht stehenden Eigenbetriebe.

Da Berlin eine Einheitsgemeinde ist, stellen die Bezirke keine eigenständigen Gemeinden dar, gemessen an der Einwohnerzahl sind sie jedoch mit größeren Landkreisen in Flächenstaaten vergleichbar. Die Bezirke unterliegen der Bezirksaufsicht durch den Senat. In jedem Bezirk besteht eine Bezirksverordnetenversammlung (BVV). Diese wählt das Bezirksamt, bestehend aus Bezirksbürgermeister und vier Stadträten, nach Parteienproporz. Der Bezirksbürgermeister wird von der größten Fraktion oder einer größeren Zählgemeinschaft mehrerer Fraktionen gestellt. Bezirksbürgermeister und Stadträte haben trotz ihrer quasipolitischen Wahl den Status eines Wahlbeamten inne. Die Bürgermeister der Bezirke bilden unter Vorsitz des Regierenden Bürgermeisters den Rat der Bürgermeister, der den Senat berät.

Das Rathaus Pankow (links) ist Sitz des Bürgermeisters des Bezirks Pankow und Verwaltungsbehörde des Bezirksamtes Pankow von Berlin.

Die Gliederung und Aufgaben der Berliner Verwaltung ergeben sich aus dem Allgemeinen Zuständigkeitsgesetz (AZG). Gliederung und Aufgaben der Berliner Bezirksverwaltung werden näher im Bezirksverwaltungsgesetz (BezVwG) festgelegt. Seit 1990 wird in Berlin in Teilschritten eine Verwaltungsreform vorgenommen.

Die Verwaltungsstrukturen und Behörden des Stadtstaats werden gegenwärtig (Stand: 2016/17) sowohl innerhalb Berlins als auch deutschlandweit als zu langsam arbeitend und modernisierungsbedürftig eingestuft.

Berlin gliedert sich gemäß der Verfassung von Berlin in zwölf Bezirke. Diese unterteilen sich wiederum in 97 Ortsteile (Stand: 2020), wobei die Landesverfassung lediglich eine Einteilung in Bezirke vornimmt. Die Ortsteile stellen keine Verwaltungseinheiten dar, bilden aber die Grundlage amtlicher Ortsangaben und haben daher auch administrative Grenzen.

Mit dem Groß-Berlin-Gesetz wurden 1920 acht Städte sowie 59 Landgemeinden und 27 Gutsbezirke zusammengefasst. Das neue Groß-Berlin umfasste ursprünglich 20 Bezirke mit damals 94 Ortsteilen, die mit unveränderten Grenzverläufen den vorherigen Gliederungen entsprachen. Von diesen 20 Bezirken lagen nach der Teilung der Stadt zwölf in West- und acht in Ost-Berlin.

Anlässlich der Schaffung von Neubaugebieten am östlichen Stadtrand wurde – ohne Eingemeindungen – die Zahl der Bezirke in Ost-Berlin durch Ausgründungen zwischen 1979 und 1986 auf elf erhöht. Die Aufteilung in West-Berlin blieb unverändert (bis auf einen Gebietsaustausch im Jahr 1945, als der Ostteil von Groß Glienicke im Austausch gegen West-Staaken zu Berlin kam und der 95. Ortsteil wurde).

Das wiedervereinte Berlin zählte 1990 somit zunächst 23 Bezirke, deren Zahl dann 2001 schließlich durch Bezirksfusionen im Rahmen einer Gebietsreform auf zwölf reduziert wurde. Zahl und Zuschnitt der Ortsteile wurden während der letzten Jahrzehnte ebenfalls mehrfach geändert.

Die zwölf Bezirke von Berlin
Eckdaten der Bezirke von Berlin am 31. Dezember 2020
Nr. Bezirk von Berlin Einwohner
Fläche
in km²
Einwohner
pro km²
01. Mitte Mitte 383.360 039,47 09.733
02. Friedrichshain-Kreuzberg Friedrichshain-Kreuzberg 289.787 020,34 14.246
03. Pankow Pankow 410.716 103,07 03.956
04. Charlottenburg-Wilmersdorf Charlottenburg-Wilmersdorf 341.392 064,72 05.289
05. Spandau Spandau 245.527 091,87 02.656
06. Steglitz-Zehlendorf Steglitz-Zehlendorf 308.840 102,56 03.010
07. Tempelhof-Schöneberg Tempelhof-Schöneberg 349.539 053,10 06.622
08. Neukölln Neukölln 327.945 044,93 07.338
09. Treptow-Köpenick Treptow-Köpenick 276.165 168,42 01.610
10. Marzahn-Hellersdorf Marzahn-Hellersdorf 273.731 061,78 04.347
11. Lichtenberg Lichtenberg 296.837 052,12 05.592
12. Reinickendorf Reinickendorf 266.123 089,31 02.970
Land Berlin 3.664.0880. 891,68 04.088
  1. Die Einwohnerzahl für Gesamt-Berlin stammt aus der Bevölkerungsfortschreibung auf Basis des Zensus 2011 (dies ist die amtliche Einwohnerzahl für Berlin), die Zahlen der Bezirke hingegen aus dem städtischen Einwohnermelderegister. Die Summe der Einwohner der Bezirke kann daher von der Einwohnerzahl für die Gesamtstadt abweichen.
Hauptartikel: Geschichte Berlins

Namensherkunft und erste Besiedlungen

Der Name Berlin ist ursprünglich slawisch. Er geht auf altpolabisch Birlin, Berlin zurück und bedeutet ‚Ort in einem sumpfigen Gelände‘. Zugrunde liegt altpolabisch birl-, berl- ‚Sumpf, Morast‘, ergänzt um das die Lage bezeichnende slawische Suffix -in. Die urkundliche Überlieferung mit dem Artikel („der Berlin“) spricht für einen ursprünglichen Flurnamen, der von den Siedlern aufgenommen wurde. Wie alle slawischstämmigen Ortsnamen im nordöstlichen Mitteleuropa, die auf -in enden (Schwerin, Stettin, Eutin, Templin, Küstrin usw.), wird auch Berlin auf der letzten Silbe betont.

Der Name Kölln ist vermutlich eine Namensübertragung von Köln am Rhein, der auf lateinisch colonia ‚Pflanzstadt in einem eroberten Land, Kolonie‘ zurückgeht. Nicht ganz auszuschließen ist jedoch auch eine Herleitung von einem altpolabischen Namen *kol’no, der zu kol ‚Pfahl‘ gebildet wäre.

Der Stadtname ist weder auf den angeblichen Gründer der Stadt, Albrecht den Bären, noch auf das Berliner Wappentier zurückzuführen. Hierbei handelt es sich um ein redendes Wappen, mit dem versucht wird, den Stadtnamen in deutscher Interpretation bildlich darzustellen. Das Wappentier leitet sich demnach vom Stadtnamen ab, nicht umgekehrt.

Markgrafschaft und Kurfürstentum

Rekonstruierter Plan von Berlin und Kölln um 1230 (Erstellt von K.F. von Klöden im 19. Jh.)

Die auf der Spreeinsel gelegene Stadt Kölln wurde 1237 erstmals urkundlich erwähnt. 1244 folgte dann die Erwähnung (Alt-)Berlins, das am nordöstlichen Ufer der Spree liegt. Neuere archäologische Funde belegen, dass es bereits in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts vorstädtische Siedlungen beiderseits der Spree gegeben hat. 1280 fand der erste nachweisbare märkische Landtag in Berlin statt. Dies deutet auf eine frühe Spitzenstellung, wie sie auch aus dem Landbuch Karls IV. (1375) erkennbar wird, als Berlin mit Stendal, Prenzlau und Frankfurt/Oder als die Städte mit dem höchsten Steueraufkommen nachgewiesen werden. Die beiden Städte Berlin und Kölln bekamen 1307 ein gemeinsames Rathaus.

Berlin teilte das Schicksal Brandenburgs unter den Askaniern (1157–1320), Wittelsbachern (1323–1373) und Luxemburgern (1373–1415). Im Jahr 1257 zählte der Markgraf von Brandenburg zum ersten Mal zum einzig zur Königswahl berechtigten Wahlkollegium. Die genauen Regeln wurden 1356 mit der Goldenen Bulle festgelegt; seitdem galt Brandenburg als Kurfürstentum. Nachdem der deutsche König Sigismund von Luxemburg 1415 Friedrich I. von Hohenzollern mit der Mark Brandenburg belehnt hatte, regierte diese Familie bis 1918 in Berlin als Markgrafen und Kurfürsten von Brandenburg und ab 1701 auch als Könige in bzw. von Preußen.

Ab dem 14. Jahrhundert war Berlin Mitglied der Hanse. 1518 trat Berlin formal aus der Hanse aus bzw. wurde von ihr ausgeschlossen.

1448 revoltierten Einwohner von Berlin im „Berliner Unwillen“ gegen den Schlossneubau des Kurfürsten Friedrich II. („Eisenzahn“). Dieser Protest war jedoch nicht von Erfolg gekrönt, und die Stadt büßte viele ihrer mittlerweile ersessenen politischen und ökonomischen Freiheiten ein. Kurfürst Johann Cicero erklärte 1486 Berlin zur Hauptresidenzstadt des brandenburgischen Kurfürstentums.

Churfürstliche Residenzstadt Berlin und Cöln um 1645 (Kupferstich von Matthäus Merian)

Die Reformation wurde 1539 unter Kurfürst Joachim II. in Berlin und Kölln eingeführt, ohne dass es zu großen Auseinandersetzungen kam. Der Dreißigjährige Krieg zwischen 1618 und 1648 hatte für Berlin verheerende Folgen: Ein Drittel der Häuser wurde beschädigt, die Bevölkerungszahl halbierte sich. Friedrich Wilhelm, bekannt als der Große Kurfürst, übernahm 1640 die Regierungsgeschäfte von seinem Vater. Er begann eine Politik der Immigration und der religiösen Toleranz. Vom darauf folgenden Jahr an kam es zur Gründung der Vorstädte Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt.

1671 wurde 50 jüdischen Familien aus Österreich ein Zuhause in Berlin gegeben. Mit dem Edikt von Potsdam 1685 lud Friedrich Wilhelm die französischen Hugenotten nach Brandenburg ein. Über 15.000 Franzosen kamen, von denen sich 6000 in Berlin niederließen. Um 1700 waren 20 Prozent der Berliner Einwohner Franzosen, und ihr kultureller Einfluss war groß. Viele Einwanderer kamen außerdem aus Böhmen, Polen und Salzburg. Von 1658 bis 1683 wurde die Doppelstadt Berlin-Cölln zur Festung mit insgesamt 13 Bastionen ausgebaut.

Preußen und Deutsches Kaiserreich

Das Berliner Schloss, seit 1702 die Hauptresidenz der preußischen Könige und ab 1871 der Deutschen Kaiser (Bild um 1900)

Berlin erlangte 1701 durch die Krönung Friedrichs I. zum König in Preußen die Stellung der preußischen Hauptstadt, was durch das Edikt zur Bildung der Königlichen Residenz Berlin durch Zusammenlegung der Städte Berlin, Kölln, Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt am 17. Januar 1709 amtlich wurde. Die Einwohnerzahl Berlins stieg dadurch auf etwa 55.000. Bald darauf entstanden neue Vorstädte, die Berlin vergrößerten. Um 1800 entwickelte sich die Stadt zu einem der Zentren der deutschen Kulturlandschaft, was in der als „Berliner Klassik“ bezeichneten großstädtischen Bürgerkultur zum Ausdruck kam.

Nach der Niederlage Preußens 1806 gegen die Armeen Napoleons verließ König Friedrich Wilhelm III. Berlin Richtung Königsberg. Behörden und wohlhabende Familien zogen aus Berlin fort. Französische Truppen besetzten die Stadt von 1806 bis 1808. Unter dem Reformer Freiherr vom und zum Stein wurde 1808 die neue Berliner Städteordnung beschlossen, was zur ersten frei gewählten Stadtverordnetenversammlung führte. An die Spitze der neuen Verwaltung wurde ein Oberbürgermeister gewählt. Die Vereidigung der neuen Stadtverwaltung, Magistrat genannt, erfolgte im Berliner Rathaus.

Bei den Reformen der Schulen und wissenschaftlichen Einrichtungen spielte die von Wilhelm von Humboldt vorgeschlagene Bildung einer Berliner Universität eine bedeutende Rolle. Die neue Universität (1810) entwickelte sich rasch zum geistigen Mittelpunkt von Berlin und wurde bald weithin berühmt. Weitere Reformen wie die Einführung einer Gewerbesteuer, das Gewerbe-Polizeigesetz (mit der Abschaffung der Zunftordnung), unter Staatskanzler Karl August von Hardenberg verabschiedet, die bürgerliche Gleichstellung der Juden und die Erneuerung des Heereswesens führten zu einem neuen Wachstumsschub in Berlin. Vor allem legten sie die Grundlage für die spätere Industrieentwicklung in der Stadt. Der König kehrte Ende 1809 nach Berlin zurück. Am 28. Mai 1813 wurden in der Jungfernheide letztmals in Preußen Todesurteile durch Verbrennen auf dem Scheiterhaufen vollstreckt.

In den folgenden Jahrzehnten bis um 1850 siedelten sich außerhalb der Stadtmauern neue Fabriken an, in denen die Zuwanderer als Arbeiter oder Tagelöhner Beschäftigung fanden. Dadurch verdoppelte sich die Zahl der Einwohner durch Zuzug aus den östlichen Landesteilen. Bedeutende Unternehmen wie Borsig, Siemens oder die AEG entstanden und führten dazu, dass Berlin bald als Industriestadt galt. Damit einher ging auch der politische Aufstieg der Berliner Arbeiterbewegung, die sich zu einer der stärksten der Welt entwickelte.

Im Ergebnis der Märzrevolution machte der König zahlreiche Zugeständnisse. 1850 wurde eine neue Stadtverfassung und Gemeindeordnung beschlossen, wonach die Presse- und Versammlungsfreiheit wieder aufgehoben, ein neues Dreiklassen-Wahlrecht eingeführt und die Befugnisse der Stadtverordneten stark eingeschränkt wurden. Die Rechte des Polizeipräsidenten Hinckeldey wurden dagegen gestärkt. In seiner Amtszeit bis 1856 sorgte er für den Aufbau der städtischen Infrastruktur (vor allem Stadtreinigung, Wasserwerke, Wasserleitungen, Errichtung von Bade- und Waschanlagen).

1861 wurden Moabit und der Wedding sowie die Tempelhofer, Schöneberger, Spandauer und weitere Vorstädte eingemeindet. Den Ausbau der Stadt regelte ab 1862 der Hobrecht-Plan. Die Blockbebauung mit einer Traufhöhe von 22 Metern prägt viele Berliner Stadtviertel. Durch den rasanten Bevölkerungsanstieg, Bauspekulation und Armut kam es zu prekären Wohnverhältnissen in den Mietskasernen der entstehenden Arbeiterwohnquartiere mit ihren für Berlin typischen mehrfach gestaffelten, engen Hinterhöfen.

Mit der Einigung zum kleindeutschen Nationalstaat durch den preußischen Ministerpräsidenten Otto von Bismarck am 18. Januar 1871 wurde Berlin Hauptstadt des Deutschen Reichs (bis 1945). Nach der Entstehung des Kaiserreichs folgte die Gründerzeit, in der Deutschland zur Weltmacht und Berlin zur Weltstadt aufstieg. Berlin wurde im Jahr 1877 zunächst Millionenstadt und überstieg die Zweimillionen-Einwohner-Grenze erstmals im Jahr 1905. Der vier Jahrzehnte währende Frieden endete mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs 1914. Nach der Niederlage Deutschlands 1918 kehrte Kaiser Wilhelm II. nicht mehr nach Berlin zurück. Er floh in die Niederlande.

Weimarer Republik und Groß-Berlin

Einstein eröffnet die Funkausstellung 1930

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wurde am 9. November 1918 in Berlin die Republik ausgerufen. In den Monaten nach der Novemberrevolution kam es mehrfach zu teils blutigen Auseinandersetzungen zwischen der Regierung und ihren Freikorps sowie revolutionären Arbeitern. Anfang 1919 erschütterte der Januaraufstand die Stadt, zwei Monate später ein Generalstreik. Bei den Berliner Märzkämpfen wurden auf Befehl des sozialdemokratischen Reichswehrministers Gustav Noske Feldgeschütze, Mörser und Flugzeuge mit Bomben gegen die Bevölkerung eingesetzt. In Lichtenberg starben vom 3. bis zum 16. März insgesamt 1200 Menschen.

1920 kam es zum Blutbad vor dem Reichstag und später zum Kapp-Putsch. In der zweiten Jahreshälfte folgte mit der Gründung Groß-Berlins die größte Eingemeindung der Stadtgeschichte, bei der sich das bis dahin bestehende Berlin mit mehreren umliegenden Städten und Landgemeinden sowie zahlreichen Gutsbezirken zu dem vereinigte, was heute unter „Berlin“ verstanden wird. Die so vergrößerte Stadt hatte rund vier Millionen Einwohner und war in den 1920er-Jahren die größte Stadt Kontinentaleuropas und nach London und New York die drittgrößte Stadt der Welt. Dies ging mit einem großen Zukunftsaufbruch einher. Die Stadt erlebte in den Folgejahren eine Blütezeit der Kunst, Kultur, Wissenschaft und Technik und wurde aufgrund der Eingemeindung der industriereichen Vororte 1920 in der Statistik zur größten Industriestadt Europas. Diese Epoche wurde später auch als die „Goldenen Zwanziger“ bekannt, die dann mit der Weltwirtschaftskrise zum Ende des Jahrzehnts, auch in Berlin, ihr jähes Ende fand.

Nationalsozialismus

Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten 1933 gewann Berlin als Hauptstadt des Dritten Reichs zunächst erneut an Bedeutung, vor allem aufgrund der Zentralisierung, die mit der „Gleichschaltung“ der Landesregierungen verbunden war. Adolf Hitler und Albert Speer entwickelten architektonische Konzepte für den Umbau der Stadt zur „Welthauptstadt Germania“, die jedoch nie verwirklicht wurden.

Das NS-Regime zerstörte Berlins jüdische Gemeinde, die vor 1933 rund 160.000 Mitglieder zählte. Nach den Novemberpogromen von 1938 wurden tausende Berliner Juden ins nahe gelegene KZ Sachsenhausen deportiert. Rund 50.000 der noch in Berlin wohnhaften 66.000 Juden wurden von 1941 an in Ghettos und Arbeitslager nach Litzmannstadt, Minsk, Kaunas, Riga, Piaski oder Theresienstadt deportiert. Viele starben dort unter den widrigen Lebensbedingungen, andere wurden später während des Holocausts in Vernichtungslager wie Auschwitz verschleppt und ermordet.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde Berlin erstmals am 25. August 1940 von britischen Bombern angegriffen. Die alliierten Luftangriffe steigerten sich massiv ab 1943, wobei große Teile Berlins zerstört wurden. Die Schlacht um Berlin 1945 führte zu weiteren Zerstörungen. Fast die Hälfte aller Gebäude war zerstört, nur ein Viertel aller Wohnungen war unbeschädigt geblieben. Von 226 Brücken standen nur noch 98.

Geteilte Stadt

Karte der geteilten Stadt

Nach der Einnahme der Stadt durch die Rote Armee und der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht am 8. Mai 1945 wurde Berlin gemäß den Londoner Protokollen – der Gliederung ganz Deutschlands in Besatzungszonen entsprechend – im Juli 1945 in vier Sektoren aufgeteilt. Es entstanden die Sektoren der USA, des Vereinigten Königreichs, Frankreichs und der Sowjetunion. Weder in der Konferenz von Jalta noch im Potsdamer Abkommen war eine förmliche Teilung in Westsektoren und Ostsektor (West-Berlin und Ost-Berlin) vorgesehen. Diese Gruppierung ergab sich 1945/46 unter anderem durch das gemeinsame Interesse der West-Alliierten.

Berliner Mauer, gesehen von Kreuzberg aus, 1986

Die Sowjetische Militäradministration in Deutschland schuf schon am 19. Mai 1945 einen Magistrat für Berlin. Er bestand aus einem parteilosen Oberbürgermeister, vier Stellvertretern und 16 Stadträten. Für Groß-Berlin blieb allerdings eine Gesamtverantwortung aller vier Siegermächte bestehen. Die zunehmenden politischen Differenzen zwischen den Westalliierten und der Sowjetunion führten nach einer Währungsreform in den West-Sektoren 1948/1949 zu einer wirtschaftlichen Blockade West-Berlins, die die Westalliierten mit der „Berliner Luftbrücke“ überwanden.

Bornholmer Straße, 1989: Nach dem Fall der Mauer werden die Besucher aus der DDR von einem Willkommensspalier empfangen.

Mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland im Westen Deutschlands und der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) im Osten Deutschlands im Jahr 1949 verfestigte sich der Kalte Krieg auch in Berlin. Während die Bundesrepublik ihren Regierungssitz in Bonn einrichtete, proklamierte die DDR Berlin als Hauptstadt. West-Berlin war somit seit 1949 de facto ein Land der Bundesrepublik mit rechtlicher Sonderstellung und Ost-Berlin de facto ein Teil der DDR. Der Ost-West-Konflikt gipfelte in der Berlin-Krise und führte zum Bau der Berliner Mauer durch die DDR am 13. August 1961.

Der Osten und Westen der Stadt waren seitdem voneinander getrennt. Der Übergang war nur an bestimmten Kontrollpunkten möglich, allerdings nicht mehr für die Bewohner der DDR und Ost-Berlins und bis 1972 nur in Ausnahmefällen für Bewohner West-Berlins, jene die nicht nur im Besitz des Berliner Personalausweises waren.

1972 trat das Viermächteabkommen über Berlin in Kraft. Während die Sowjetunion den Viermächte-Status nur auf West-Berlin bezog, unterstrichen die Westmächte 1975 in einer Note an die Vereinten Nationen ihre Auffassung vom Viermächte-Status über Gesamt-Berlin. Die Problematik des umstrittenen Status Berlins wird auch als Berlin-Frage bezeichnet.

In der DDR kam es 1989 zur politischen Wende, die Mauer wurde am 9. November geöffnet.

Wiedervereinte Stadt

Wiedervereinigung Deutschlands und Berlins

Am 3. Oktober 1990 wurden die beiden deutschen Staaten durch den Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland vereint und Berlin per Einigungsvertrag Bundeshauptstadt. Im Jahre 1994 zogen sich dann schließlich auch die Truppen der früheren Besatzungsmächte aus Berlin zurück.

Am 20. Juni 1991 beschloss der Bundestag mit dem Hauptstadtbeschluss nach kontroverser öffentlicher Diskussion, dass die Stadt Sitz der deutschen Bundesregierung und des Bundestages sein solle. 1994 wurde das Schloss Bellevue auf Initiative Richard von Weizsäckers zum ersten Amtssitz des Bundespräsidenten. In der Folgezeit wurde das Bundespräsidialamt in unmittelbarer Nähe errichtet. Im Jahr 1999 nahmen dann Regierung und Parlament wieder ihre Arbeit in Berlin auf. 2001 wurde das neue Bundeskanzleramt eingeweiht und vom damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder bezogen. Die überwiegende Zahl der Auslandsvertretungen in Deutschland verlegten in den folgenden Jahren ihren Sitz nach Berlin.

Zum 1. Januar 2001 wurde die Zahl der Bezirke von 23 auf 12 reduziert, um eine effizientere Verwaltung und Planung zu ermöglichen.

Hauptartikel: Bevölkerung von Berlin

Einwohnerentwicklung

Bevölkerungspyramide von Berlin 2010
Die Agglomeration Berlin hat rund 4,7 Millionen Einwohner.


Berlin hatte am 31. Dezember 2020 insgesamt 3.664.088 Einwohner und ist damit die bevölkerungsreichste Stadt Deutschlands. Berlin ist innerhalb der Verwaltungsgrenzen bevölkerungsreichste Stadt der Europäischen Union. Die Agglomeration Berlin zählt 4,7 Millionen Einwohner (31. Dezember 2019), die Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg, die beide Länder umfasst, etwa 6,2 Millionen Einwohner.

Bis Mitte des 17. Jahrhunderts war die Berliner Gegend nur spärlich bevölkert, der Dreißigjährige Krieg hatte die Bevölkerung Berlins noch einmal etwa halbiert. Doch nachdem Kurfürst Friedrich Wilhelm 1640 die Regierungsgeschäfte von seinem Vater übernommen hatte, holte er unter anderem viele Hugenotten aus Frankreich in die Region. So stieg die Bevölkerung von rund 6.000 um 1648 auf rund 57.000 im Jahr 1709. Die Einwohnerzahl wuchs stetig, sodass Berlin 1747 zur Großstadt und 1877 zur Millionenstadt wurde.

Einwohnerentwicklung
von 1220 bis 2018
von 1871 bis 2018

Der Bevölkerungsanstieg im Berliner Raum hatte infolge der nach den Preußischen Reformen einsetzenden Industrialisierung eine Beschleunigung erfahren. Die Berliner im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts waren nur noch zu 40 Prozent in Berlin geboren. Im Jahre 1900 stammten von den 1,9 Millionen Berlinern aus den preußischen Provinzen Brandenburg über 20 Prozent, Ost- und Westpreußen 9 Prozent, Schlesien 7 Prozent, Pommern 6 Prozent, Posen 5 Prozent und Sachsen 4 Prozent. Eher gering war mit drei bis vier Prozent die Zuwanderung aus anderen Regionen Deutschlands und mit gut 1,5 Prozent aus dem Ausland. Der Anteil der Berliner mit deutscher Muttersprache lag 1895 bei über 98 Prozent. Mit dem Groß-Berlin-Gesetz von 1920 stieg die Bevölkerungszahl durch Eingemeindung bisher unabhängiger Städte und Dörfer auf fast vier Millionen an. Berlin war damit in den 1920er- und 1930er-Jahren die flächenmäßig zweitgrößte Stadtgemeinde der Welt nach Los Angeles und nach New York City und London die bevölkerungsmäßig drittgrößte Stadt der Erde. Die Einwohnerzahl überschritt in den 1920er-Jahren die Viermillionengrenze und erreichte 1942 mit 4,48 Millionen ihren Höchststand (damals hingegen ein theoretischer Wert).

Durch den Zweiten Weltkrieg fiel die Zahl wieder und lag seitdem konstant zwischen drei und dreieinhalb Millionen Einwohnern. Jungen Männern aus dem Bundesgebiet bot zwischen 1957 und 1990 eine Übersiedlung nach West-Berlin die Möglichkeit, sich der Wehrpflicht zur Bundeswehr zu entziehen, weil dort die Wehrgesetzgebung der Bundesrepublik nicht galt. Die Zahl der Zuzüge wie der Fortzüge liegt seit 1991 jährlich zwischen 100.000 und 145.000. Die oft zitierte Behauptung aus dem Jahr 2007, 1,7 Millionen Berliner hätten die Stadt nach der Wiedervereinigung (seit 1991) verlassen, 1,8 Millionen Menschen seien zugezogen und hätten damit für einen umfangreichen Bevölkerungsaustausch gesorgt, beruht auf einer bloßen Addition sämtlicher Zuzüge und sämtlicher Fortzüge und überzeichnet die wirkliche Bevölkerungsfluktuation. Berlin hat seit jeher eine in Deutschland weit überdurchschnittliche räumliche Bevölkerungsbewegung. Allein im Jahr 2014 zogen 317.151 Menschen nach Berlin, zugleich zogen 275.259 Einwohner aus der Stadt, was eine positive Wanderungsbilanz von 41.892 ergibt.

Bevölkerungsgruppen

Nationalitäten mit Hauptwohnsitz Berlin am 31. Dezember 2020
Nationalität Staatsangehörigkeit
der Einwohner
Deutsche Staatsbürger
nach Herkunft
Deutschland Deutschland 2.980.886 2.425.350
Turkei Türkei 0.098.437 0.083.969
Polen Polen 0.055.996 0.057.443
Syrien Syrien 0.041.418 0.005.657
Italien Italien 0.032.186 0.008.750
Bulgarien Bulgarien 0.031.738 0.005.083
Russland Russland 0.027.334 0.033.407
Rumänien Rumänien 0.025.719 0.005.240
Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 0.020.993 0.010.313
Serbien Serbien 0.020.272 0.009.155
Frankreich Frankreich 0.020.066 0.009.285
Vietnam Vietnam 0.020.439 0.011.454
Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich 0.017.165 0.008.713
Spanien Spanien 0.015.349 0.005.085
Indien Indien 0.015.266 0.001
1 nicht ausgewiesene Statistikwerte

Berlin ist spätestens seit dem Ende des 17. Jahrhunderts Zuzugsgebiet für Deutsche aus dem deutschsprachigen Raum. Der Wanderungsgewinn gegenüber dem übrigen Bundesgebiet betrug im Jahr 2009 etwa 18.000 Personen.

Anfang 2020 waren von den 3,77 Millionen Berlinern 2,45 Millionen Deutsche ohne Migrationshintergrund, rund 777.000 Zuwanderer und 543.000 Deutsche mit Migrationshintergrund. Es haben somit 1,32 Millionen Menschen (rund 35 %) ausländische Wurzeln.

In den Jahrzehnten nach 1945 kamen viele Gastarbeiter aus Südeuropa und der Türkei nach West- und Vertragsarbeiter vor allem aus Vietnam nach Ost-Berlin. Seit den 1980er-Jahren machten sich viele russlanddeutsche Spätaussiedler und seit der deutschen Wiedervereinigung schließlich Juden aus dem Osten Europas, vor allem der Ukraine und Russland, sowie später aus Israel auf den Weg. In der Stadt leben Bürger aus rund 190 Staaten.

Unter den zahlreich in die Stadt zuwandernden Europäern gibt es einer Studie von 2015 zufolge mit 24,3 % einen besonders hohen Anteil junger Akademiker, vor allem bei Franzosen, Spaniern und Italienern.

Kreuzberg und Neukölln bilden Schwerpunkte der deutsch-türkischen Bevölkerung. Mit etwa 180.000 türkischstämmigen Bürgern gilt Berlin als eine der größten türkischen Gemeinden außerhalb der Türkei. Zusätzlich leben rund 70.000 Afrodeutsche in Berlin.

Es gibt mehr als 25 Gruppen mit jeweils mehr als 10.000 Menschen, die einen Migrationshintergrund haben.

Schätzungsweise leben in Berlin zwischen 100.000 und 250.000 nicht registrierte Immigranten, hauptsächlich aus Afrika, Asien, vom Balkan oder aus Lateinamerika. Wegen der Schwierigkeiten, den Migrationshintergrund einheitlich zu definieren und in Befragungen zu erfassen, könnte der tatsächliche Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund in relevantem Maße von den genannten Zahlen abweichen.

Berlin will über die zugewiesene Quote hinausgehend zusätzliche Asylsuchende aufnehmen und organisiert sich zu diesem Zweck mit anderen Kommunen im Städtenetzwerk „Solidarity City“.

Sprache

Amtssprache in Berlin ist Deutsch. Berlinisch (umgangssprachlich auch: Berlinerisch) ist eine sogenannte Ausgleichsmundart, die in Berlin als städtischem Zentrum im Laufe der Jahrhunderte aus verschiedenen sprachlichen Einflüssen entstand. Sprachwissenschaftlich handelt es sich beim Berlinischen tatsächlich um einen Metrolekt, eine städtische Sprachmischung, die nicht nur regionalen Ursprungs ist, sondern durch Mischung von Dialekten unterschiedlicher Herkunft entstanden ist. Als Substrat dient dabei das Niederdeutsche, das durch Zuwanderung aus anderen Regionen und den Einfluss des Ostmitteldeutschen allmählich überlagert wurde. Es hielten sich jedoch einzelne als „spezifisch berlinerisch“ wahrgenommene Formen wie det, wat, loofen, koofen (im Gegensatz zum Standarddeutschen das, was, laufen, kaufen).

Werbeplakat in Berlin (1912)

Das Berlinische nahm zahlreiche Wörter und Redewendungen aus anderen Sprachen und Dialekten wie dem Französischen (Ansiedlung von Hugenotten nach dem Dreißigjährigen Krieg), dem Jiddischen (jüdische Flüchtlinge seit dem 16., vor allem aber im 19. und 20. Jahrhundert) und dem Schlesischen/Polnischen (nach der Eroberung Schlesiens und den polnischen Teilungen Ende des 18. Jahrhunderts) auf. Berlinisch wird in Berlin und im Berliner Umland gesprochen, und es enthält auch nur dort übliche (Sprich-)Worte oder geprägte ironische Redewendungen, die sogenannten „Berolinismen“.

In der Umgebung Berlins sowie in den Stadtteilen, die bis zur Eingemeindung Dörfer ohne nennenswerten Kontakt zur Hauptstadt waren, wurden ursprünglich mark-brandenburgische Dialekte des Ostniederdeutschen gesprochen. Seit Ende des 19. Jahrhunderts strahlte Berlin als wachsende Metropole auch sprachlich zunehmend auf die Umgebung aus und die berlinerische Umgangssprache verdrängte die dortigen Dialekte oder veränderte sie zumindest erheblich. Tatsächlich ist das heutige Brandenburgische eine Varietät des Berliner Metrolekts.

In der Geschichte war das Berlinische die Sprache der einfachen Leute, die Bildungsschicht pflegte zumeist ein einwandfreies Hochdeutsch. Viele Neu-Berliner nahmen zwar Teile des Berlinischen an, aber die ständige Verwendung wurde als eher „unfein“ betrachtet. In der DDR änderte sich diese Einstellung teilweise, sodass Berlinerisch auch in gebildeten Kreisen teilweise gepflegt wurde. Dadurch finden sich die Zentren der verstärkten Verwendung meist in den ehemaligen Ostbezirken, den alten westlichen Arbeiterbezirken und dem Umland. Unverändert wird die Sprache in Berlin von Zuwandererwellen und medial geprägten Sprachgewohnheiten beeinflusst, wodurch die verwendete Umgangssprache sich stetig weiterentwickelt.

Religionen und Weltanschauungen

Hauptartikel: Religion in Berlin
Religionen in Berlin (Stand: 2017)

Beim Zensus 2011 wurde ermittelt, dass 21,6 % der Berliner Bevölkerung der evangelischen Landeskirche angehörten, 9,6 % der katholischen Kirche, 1,5 % einer orthodoxen Kirche und 0,7 % einer evangelischen Freikirche. Insgesamt bezeichneten sich 37,4 % der Bevölkerung als Christen, 9,0 % rechneten sich einer anderen Religion oder Glaubensrichtung zu, 23,4 % fühlten sich keiner zugehörig und 30,2 % machten keine Angaben. Nach einer Berechnung aus den Zensuszahlen für die Personen mit Migrationshintergrund lag der Bevölkerungsanteil der Muslime in Berlin im Jahr 2011 bei 7,6 Prozent (rund 249.200 Personen), nahe bei der vom Statistischen Landesamt für 2009 veröffentlichten Zahl (rund 249.000), wohingegen die BAMF-Studie Muslimisches Leben in Deutschland von rund 279.800 Muslimen in Berlin im Jahr 2008 ausging (6,9 Prozent von rund 4.055.100 Muslimen in der Bundesrepublik Deutschland).

Von den rund 3,8 Millionen Berlinern waren Ende 2020 13,9 % evangelisch, 8,1 % katholisch und 78 % gehörten anderen Konfessionen und Religionen oder keiner an. In den östlichen Bezirken der Stadt, die ehemals zur DDR gehörten, ist der Anteil christlich gebundener Personen besonders niedrig. Im Vorjahr 2019 waren 14,4 % der Einwohner evangelisch und 8,3 % katholisch. Islamischen Glaubensrichtungen wurden 2018 nach Untersuchungen 250.000 bis 300.000 (7–9 %) Personen zugerechnet.

In Berlin sind mehrere humanistische und andere Vereinigungen nichtreligiöser Menschen vertreten. So haben der Humanistische Verband Deutschlands, dessen Berliner Landesverband rund 7.800 Mitglieder im Jahr 2012 zählte, und die Humanistische Akademie Deutschland ihren Sitz in Berlin. 1982 erfolgte im Westteil Berlins die Einführung des Schulfaches Humanistische Lebenskunde, dessen Teilnehmerzahl sich 2017 auf knapp 62.650 Schüler beläuft.

Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz ist Christian Stäblein. Erzbischof von Berlin und Metropolit der Berliner Kirchenprovinz ist seit 2015 Heiner Koch.

Die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche, die im Stadtgebiet mit acht Kirchengemeinden vertreten ist, ging zumeist aus der 1830 entstandenen Evangelisch-lutherischen Kirche hervor. Diese Kirchengemeinden gehören zum Kirchenbezirk Berlin-Brandenburg, der von Superintendent Peter Brückmann, Wedding, geleitet wird.

Ebenfalls in Berlin ansässig sind ein russisch-orthodoxer und ein bulgarisch-orthodoxer Bischof, die meisten anderen orthodoxen und altorientalischen Nationalkirchen sind ebenfalls mit Gemeinden vertreten.

Die Anglikanische Gemeinschaft bzw. die Church of England hat eine sogenannte „Chaplaincy“ (Gemeinde), St. George’s Anglican/Episcopal Church. Die Gemeinde hat ihre Kirche in Westend in der Preußenallee. Ferner existiert in Wilmersdorf eine altkatholische Gemeinde, die in der Alt-Schöneberger Dorfkirche zu Gast war, seit 2010 aber eine eigene Hauskirche nahe dem Bundesplatz besitzt. Die alt-katholische und anglikanische Gemeinden stehen in Kirchengemeinschaft und feiern gemeinsame Gottesdienste in der Marienkirche.

Baptisten gibt es in Berlin seit der Mitte des 19. Jahrhunderts, mit ihren 36 Gemeinden bilden sie die größte Freikirche der Stadt. Unter anderem gibt es auch 29 Gemeinden der Neuapostolischen Kirche. Es gibt sechs Gemeinden der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Die älteste Berliner Mennonitengemeinde besteht seit 1887.

Berlin ist seit 1999 Sitz des Zentralrats der Juden in Deutschland. Der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, der größten Gemeinde jüdischen Glaubens in Deutschland, werden über 12.000 Mitglieder zugerechnet. Es befinden sich über elf Synagogen, mehrere buddhistische Tempel, sieben Moscheebauten und 91 islamische Gebetsräume in der Stadt. Seit 1907 gibt es Bahai in Berlin, die regelmäßig am interreligiösen Dialog in Berlin teilnehmen. Zudem leben rund 7.000 Hindus in Berlin.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger sind in der Liste der Ehrenbürger von Berlin aufgeführt, in der Stadt geborene Persönlichkeiten in der Liste von Söhnen und Töchtern Berlins, Biografien von Menschen mit deutlichem Bezug zu Berlin werden in der Kategorie Person (Berlin) gesammelt. Die Mitglieder der Berliner Landesregierungen seit 1948 finden sich in den Auflistungen Regierender Bürgermeister von Berlin und Liste der Senatoren von Berlin. Verschiedene Stadtoriginale sind unter Berliner Originale zusammengefasst.

Hauptartikel: Politik in Berlin

Deutsche Hauptstadt

Der Deutsche Bundestag entschied 1991 nach der Wiedervereinigung im sogenannten „Hauptstadtbeschluss“, dass Berlin als Bundeshauptstadt auch Sitz des Bundestages und der Bundesregierung werden sollte. Das Berlin/Bonn-Gesetz ist eine Folge des Hauptstadtbeschlusses vom 20. Juni 1991, in dem Berlin auch zum Regierungssitz bestimmt wurde.

Seit 1994 befindet sich der Erste Amtssitz des Bundespräsidenten im Schloss Bellevue in Berlin. 1999 zog der größte Teil der Bundesregierung von Bonn nach Berlin um. Bundestag (im Reichstagsgebäude), Bundesrat und Bundesregierung haben seitdem ihren Betrieb in der Bundeshauptstadt aufgenommen. Im Jahr 2001 wurde das Bundeskanzleramt eingeweiht und erstmals von Bundeskanzler Gerhard Schröder bezogen. Die neuerrichtete Zentrale des Bundesnachrichtendienstes wurde im November 2018 bezogen.

Von den derzeit 14 Bundesministerien des 17. deutschen Bundeskabinetts haben acht ihren Hauptsitz in Berlin. Darunter sind das Auswärtige Amt sowie die Bundesministerien für Finanzen; für Familie, Senioren, Frauen und Jugend; für Arbeit und Soziales; des Innern; der Justiz und für Verbraucherschutz; für Wirtschaft und Energie; für Verkehr und digitale Infrastruktur. Die übrigen sechs Bundesministerien haben ihren Hauptsitz in der Bundesstadt Bonn. Alle Ministerien, auch die in der Hauptstadt ansässigen, haben einen Zweitsitz in der jeweils anderen Stadt.

In Berlin sind die Bundesministerien für Bildung und Forschung; für Ernährung und Landwirtschaft; für Gesundheit; für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit; der Verteidigung und für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung mit einem Zweitsitz vertreten. Etwa zwei Drittel der Ministeriumsbeschäftigten, rund 12.600 Beamte und Tarifbeschäftigte (Stand: 2018), arbeiten in Berlin.

In Berlin haben 158 Staaten ihren deutschen Botschaftssitz, während die 16 Bundesländer mit Landesvertretungen repräsentiert sind. Eine Vielzahl der diplomatischen Vertretungen sind im Tiergartenviertel niedergelassen.

Als Regierungssitz des Staates mit der größten Volkswirtschaft Europas zählt Berlin zu den einflussreichen und gesuchten Zentren der europäischen Politik. Parteizentralen, Gewerkschaften, Stiftungen, Verbände und Lobbyvertretungen von Unternehmen haben dort ihren Sitz, um vor Ort ihren Einfluss auf Entscheidungsprozesse in Parlament und Regierung geltend machen zu können. Staatsbesuche und Empfänge auf allen politischen Ebenen sowie Staatsakte und gesellschaftlich bedeutende Feierlichkeiten prägen den politischen Jahreskalender Berlins. Das Bundesgesetzblatt hingegen wird bis heute in Bonn herausgegeben, und kein einziges Bundesgericht hat seinen Sitz in Berlin.

Land Berlin

Von 1808 bis 1935 und von 1945 bis 1948 wurde die preußische Landeshauptstadt Berlin von einem Magistrat verwaltet, an dessen Spitze ein Oberbürgermeister stand. In der Zeit von 1935 bis 1945 gab es gemäß der Deutschen Gemeindeordnung keinen Magistrat. Von 1948 bis zur Wiedervereinigung 1990 bestanden in der geteilten Stadt ein Magistrat in Ost-Berlin und ein Senat in West-Berlin.

Das heutige Berlin (Länderanhangscode BE) ist im staatsrechtlichen Sinne erst seit der Wiedervereinigung auch ein deutsches Land. Dieses umfasst exakt die Stadt Berlin. Zwar erklärte neben der Berliner Landesverfassung von 1950 auch das deutsche Grundgesetz das Land Berlin zum Gliedstaat der Bundesrepublik Deutschland, wegen der Vorbehalte der Alliierten war dies bis dahin jedoch völkerrechtlich unwirksam. Faktisch war West-Berlin seit 1949 mit einigen Einschränkungen Teil der Bundesrepublik Deutschland, während dasselbe für das formal miteinbezogene Ost-Berlin keine faktische Wirksamkeit hatte. In Artikel 3 des Einigungsvertrages ist die ständige Rechtsauffassung der Bundesrepublik, dass das Grundgesetz in West-Berlin bereits vor der Wiedervereinigung gegolten hat, festgeschrieben.

Legislative

Das Landesparlament des Landes, die gesetzgebende Gewalt, ist nach der Verfassung von Berlin das Abgeordnetenhaus von Berlin. In ihm sind derzeit Abgeordnete aus SPD, CDU, Linken, Bündnis 90/Die Grünen, AfD und FDP vertreten.

Exekutive

Der Senat von Berlin, bestehend aus dem Regierenden Bürgermeister und zehn Senatoren, bildet die Landesregierung. Der Regierende Bürgermeister ist zugleich das Oberhaupt des Landes und der Stadt und seit 2016 auch zuständig für die Senatsverwaltung für Wissenschaft und Forschung. Die Senatsverwaltungen entsprechen den Ministerien in Flächenländern und konstituieren sich gegenwärtig (Stand: 2017) wie folgt: Senatsverwaltung für Finanzen, Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales, Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, Senatsverwaltung für Inneres und Sport, Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe, Senatsverwaltung für Kultur und Europa, sowie die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz. Der Berliner Senat wird seit 2001 von der SPD angeführt. Daran beteiligt war seitdem zumeist die Partei Die Linke, teilweise aber auch die CDU und Bündnis 90/Die Grünen.

Nach der Wahl zum Abgeordnetenhaus vom 18. September 2011 wurde der Senat von SPD und CDU unter Führung von Klaus Wowereit (SPD) als Regierendem Bürgermeister gebildet. Nach Wowereits Rücktritt bildete der Senat Müller I am 11. Dezember 2014 die neue rot-schwarze Regierung. Seit 2016 regiert mit dem Senat Müller II in Berlin die bundesweit erste rot-rot-grüne Landesregierung, die von der SPD geführt wird.

Das Land Berlin ist in zwölf Bezirke untergliedert.

Finanzen

Die Ausgaben des Landes Berlin 2012 betrugen 22,5 Milliarden Euro. Die Gesamtverschuldung des Landes Berlin betrug 2013 etwa 59,8 Milliarden Euro bzw. 57,72 % des Bruttoinlandsprodukts. Für den Gesamthaushalt erhielt das Land 2012 etwa 3,2 Milliarden Euro aus dem Länderfinanzausgleich und etwa 2,4 Milliarden Euro Bundesergänzungszuweisungen. Die Europäische Union steuert während der Periode 2014–2020 rund 850 Millionen Euro zum Haushalt hinzu. 2018 führte Berlin mit 4,4 Milliarden Euro an Zuwendungen aus dem Länderfinanzausgleich die Liste der vier Empfängerländer mit deutlichem Abstand an.

Wappen und Flaggen

Hauptartikel: Wappen Berlins und Flagge Berlins
Landessymbol Berlins (zur freien Verwendung, nicht zu verwechseln mit dem offiziellen Wappen)

Das Berliner Wappen zeigt im silbernen (weißen) Schild einen rot bewehrten und rot gezungten, aufrecht schreitenden schwarzen Bären, den sogenannten Berliner Bären. Auf dem Schild ruht eine goldene fünfblättrige Laubkrone, deren Stirnreif als Mauerwerk mit geschlossenem Tor in der Mitte ausgelegt ist. Die Herkunft des Bären als Wappentier ist ungeklärt, Dokument oder Unterlagen fehlen hierzu. Es gibt mehrere Theorien, warum sich die Stadtvertreter für den Bären entschieden. Eine davon besagt, dass die Berliner an Albrecht den Bären, den Begründer der Mark Brandenburg dachten. Eine andere geht von der lautmalerischen Interpretation des Stadtnamens aus. Der Bär ist erstmals auf einem Siegel von 1280 zu sehen. Über mehrere Jahrhunderte musste sich der Bär die Siegel- und Wappenbilder mit dem brandenburgischen und preußischen Adler teilen. Erst im 20. Jahrhundert konnte sich der Berliner Bär endgültig gegen die Adler als Hoheitszeichen der Stadt durchsetzen.

Standardbeflaggung (Sichtrichtung auf die Landesdienstgebäude):

Die Berliner Landesflagge zeigt den Berliner Bären vor weißem Hintergrund, mit einem roten Streifen am oberen und unteren Rand der Flagge. Sie wird mit geringfügigen stilistischen Änderungen seit 1911 von Berlin geführt und wehte das erste Mal 1913 über dem Roten Rathaus. Vorher führte Berlin eine Flagge in den Farben Schwarz-Rot-Weiß, die wegen ständiger Verwechslungen mit der später entstandenen Flagge des Deutschen Kaiserreichs gegen die Bärenflagge getauscht wurde. Das Landessymbol ist der Bärenschild ohne Laubkrone in drei Farbausführungen. Es wird von der Senatsverwaltung für Inneres und Sport bereitgestellt, um Privatpersonen, Unternehmen und nichthoheitlichen Einrichtungen zu ermöglichen, die Verbundenheit mit Berlin mit einem Symbol zu dokumentieren. Die Berliner Bezirke besitzen eigene Wappen. Als verbindendes Element aller Berliner Bezirke mit der Stadt Berlin, aber auch untereinander, ruht auf den Schilden eine dreitürmige Mauerkrone, deren mittleren Turm mit dem Berliner Wappenschild (silber) belegt ist.

Städtepartnerschaften

Das Land Berlin unterhält folgende Städtepartnerschaften:

Vereinigte Staaten Los Angeles, Vereinigte Staaten (1967)
Frankreich Paris, Frankreich (1987)
Spanien Madrid, Spanien (1988)
Turkei Istanbul, Türkei (1989)
Polen Warschau, Polen (1991)
Russland Moskau, Russland (1991)
Ungarn Budapest, Ungarn (1991)
Belgien Brüssel, Belgien (1992)
Indonesien Jakarta, Indonesien (1993)
Usbekistan Taschkent, Usbekistan (1993)
Mexiko Mexiko-Stadt, Mexiko (1993)
China Volksrepublik Peking, Volksrepublik China (1994)
Japan Tokio, Japan (1994)
Argentinien Buenos Aires, Argentinien (1994)
Tschechien Prag, Tschechien (1995)
Namibia Windhoek, Namibia (2000)
Vereinigtes Konigreich London, Vereinigtes Königreich (2000)

Die einzelnen Berliner Bezirke unterhalten weitere Partnerschaften, häufig auch mit einem einzelnen Stadtteil anderer Großstädte.

Polizei und Feuerwehr

Hauptartikel: Polizei Berlin und Berliner Feuerwehr
Einsatzwagen der Polizei Berlin

Die Polizei Berlin (bis März 2021 „Der Polizeipräsident in Berlin“) ist die Polizei des Landes Berlin. Die Landespolizei ist in fünf örtliche und eine überörtliche Direktion sowie das Landeskriminalamt unterteilt.

Die Polizei Berlin beschäftigt rund 23.000 Bedienstete, davon rund 16.000 im Polizeivollzugsdienst und ca. 3.000 in der Verwaltung. Die Gesamtausgaben für die Innere Sicherheit und die Polizei in Berlin belaufen sich auf rund 1,1 Milliarden Euro pro Jahr.

Dem Bundesinnenministerium untersteht der Dienststab der Bundespolizeidirektion Berlin mit Sitz in Oberschöneweide. Der Stab ist für die Länder Berlin und Brandenburg zuständig und mit rund 3.700 Mitarbeitern besetzt (Stand: 2017).

Die Berliner Feuerwehr wurde im Jahr 1851 gegründet und ist damit die erste Berufsfeuerwehr Deutschlands. Mit ihren rund 4.050 Mitarbeitern (Stand: 2016) und 34 Berufsfeuerwachen ist sie auch die größte städtische Feuerwehr in Deutschland. Unterstützt wird sie durch 58 Freiwillige Feuerwehren mit rund 1.400 aktiven ehrenamtlichen Mitgliedern und ggf. durch das Technische Hilfswerk (THW).

Justiz

Im Gerichtsbezirk Berlin gibt es 15 Untere Landesgerichte und vier Obere Landesgerichte. Von den vier Standorten der Oberverwaltungsgerichte in Berlin gehören zwei zum Gerichtsbezirk der Länder Berlin und Brandenburg.

Der Verfassungsgerichtshof des Landes Berlin besteht seit 1990. Im Jahr 2020 verfügte das Land über acht Justizvollzugsanstalten.

Institut im Technologie- und Gründerzentrum WISTA in Adlershof
Hauptartikel: Wirtschaft Berlins

2019 betrug das nominale Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes Berlin 153,3 Milliarden Euro. Gemessen am nominalen BIP ist Berlin die größte städtische Wirtschaft in Deutschland und die drittgrößte innerhalb der Europäischen Union.

Zwischen 2009 und 2019 stieg das Bruttoinlandsprodukt um jahresdurchschnittlich 4,5 %, gegenüber bundesweit 3,5 %. 2019 betrug das BIP pro Kopf im Land Berlin 41.967 Euro und lag erstmals seit 1990 über dem bundesdeutschen Durchschnitt. Die Zahl der Erwerbstätigen in Berlin lag im selben Jahr bei rund 2,064 Millionen Personen. Das waren 2,4 % mehr als im Vorjahr.

Laut dem Sozialbericht 2019 des Amtes für Statistik waren in Berlin 16,5 % der Bevölkerung armutsgefährdet. Dagegen lebten 9,1 % der Bevölkerung über der Reichtumsgrenze in Einkommensreichtum. Im Jahr 2016 lebten 489 Einkommensmillionäre in Berlin. Bis 2019 stieg diese Anzahl in ganz Berlin um mehr als 50 % auf 749 Einkommensmillionäre.

Berlin ist ein inter­nationaler Dienst­leistungs­standort und gilt als Weltstadt mit hoher Lebensqualität.

Die bedeutendsten Wirtschaftszweige Berlins sind die Kreativ- und Kulturwirtschaft, Tourismus, Biotechnologie, Medizintechnik, pharmazeutische Industrie, Medien/Informations- und Kommunikationstechnologie, Bauwirtschaft, Einzelhandel, Verkehrssystemtechnik, Optik sowie die Energietechnik. Die Gesamtwirtschaftsleistung Berlins wird zu rund 80 % durch den Dienstleistungssektor erbracht.

Zu den wesentlichen Standortfaktoren der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg zählen unter anderem die renommierte Universitäts- und Forschungslandschaft, die kulturelle Attraktivität der Metropole, eine Vielzahl von akademisch ausgebildeten Arbeitnehmern, die Nähe zum Regierungssitz der Bundesrepublik Deutschland, die internationale Bekanntheit der Metropole, der Zugang zu Wagniskapitalgebern sowie die hochausdifferenzierte lokale Verkehrsinfrastruktur und medizinische Versorgung. In verschiedenen international angelegten Studien und Ranglisten wird die Lebensqualität Berlins zudem als sehr überdurchschnittlich bewertet.

Zu den größten Problemfeldern der Berliner Wirtschaft zählt die im internationalen Vergleich zu niedrige Geburtenrate und der hohe Grad an Kinderlosigkeit in weiten Teilen der Bevölkerung. Mittel- und langfristig könnte dies zu einem ansteigenden Fachkräftemangel und einem Verlust an Innovationsfähigkeit führen. Im Zukunftsatlas 2019 belegte die Stadt Berlin Platz 93 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland. Berlins größte Stärke ist, laut dem Report, die hohe Dynamik der Stadt, während das vergleichsweise niedrige Wertschöpfungssniveau die größte Schwäche darstellt.

Unternehmen

Von den 30 deutschen im DAX gelisteten Konzernen haben Delivery Hero SE, Deutsche Wohnen SE und die Siemens AG (geteilt mit München) einen nominellen Hauptsitz in Berlin. Berlin ist damit aktuell nach München die Stadt mit zweitmeisten Dax-Unternehmen in Deutschland. Ferner hat das Dax-Mitglied Siemens Energy SE seine Konzernleitung in Berlin angesiedelt. Unter den umsatzstärksten Unternehmen der Welt (Fortune Global 500) ist die Deutsche Bahn AG mit ihrem Berliner Hauptsitz im Jahr 2020 auf Rang 232 verzeichnet. Von den 50 MDAX-Unternehmen haben im Jahr 2021 AUTO1 Group SE, HelloFresh SE, und Zalando SE ihren Sitz in Berlin. Im selben Jahr waren drei weitere Berliner Unternehmen im SDAX gelistet. Weitere bekannte Berliner Unternehmen sind Axel Springer SE und Rocket Internet SE. Das umsatzstärkste Berliner Familienunternehmen ist der Süßwarenhersteller August Storck.

Nach dem Jahr 2000 verzeichnete Berlin ein im deutschen und europäischen Vergleich sehr überdurchschnittliches Gründungsgeschehen. In einer Vielzahl von Branchen wurden neue Unternehmen aufgebaut. Sowohl Deutsche als auch internationale Jungunternehmer verwirklichten ihre Geschäftsmodelle in Berlin. 2015 wurden 41.400 Unternehmen geschaffen. Bezogen auf 10.000 Einwohner gab es in Berlin 29 neue Gewerbe (Bundesdurchschnitt: vier). Aufgrund der Dynamik bei neugeschaffenen Unternehmen wird Berlin weltweit zu den zehn herausragenden Gründerstandorten gezählt. 2019 wurde 60 Prozent des investierten Kapitals in Deutschland in Berliner Firmen investiert. Im Jahr 2019 floss in den Berliner Start-up-Unternehmen mit 3,5 Milliarden Euro vergleichsweise das meiste Wagniskapital deutschlandweit.

Der Bahntower am Potsdamer Platz (drittes Hochhaus v. l.) ist Sitz der Deutschen Bahn AG.
Die zehn größten in Berlin vertretenen Unternehmen nach Beschäftigten im Jahr 2020
Rang Name Hauptsitz Mitarbeiter
in Berlin
Wirtschaftszweig
01. Deutsche Bahn Berlin 20.770 Verkehr/Logistik
02. Charité Berlin 17.527 Gesundheit
03. Vivantes Berlin 16.136 Gesundheit
04. Berliner Verkehrsbetriebe Berlin 14.589 Verkehr
05. Siemens Berlin/München 11.600 Elektrotechnik
06. Edeka Hamburg 10.625 Handel
07. Daimler Stuttgart 010.200 Automobil
08. Deutsche Post DHL Berlin 010.000 Logistik
09. Deutsche Telekom Berlin 08.000 Telekommunikation
10. Zalando Berlin 07.300 Digitalwirtschaft

Die starke Präsenz namhafter Unternehmen in Berlin kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Wirtschaft der Stadt in den vergangenen Jahrzehnten in beträchtlichem Umfang industrielle Arbeitsplätze infolge von Unternehmensschließungen und -verlagerungen (z. B. General Electric, Philip Morris, Daimler, Samsung u. a.) verloren hat. Insbesondere in den 1990er- und 2000er-Jahren wurden zahlreiche Arbeitsplätze im produzierenden Gewerbe abgebaut. In den Jahren nach der Wiedervereinigung gingen rund drei Viertel der Industriearbeitsplätze verloren, gleichwohl setzte in den 2010er-Jahren eine Trendumkehr ein. Der relative Anteil von Arbeitsplätzen im produzierenden Gewerbe ist nichtsdestotrotz deutlich niedriger als in anderen deutschen Großstädten.

Tourismus

Bikini-Haus in Charlottenburg, im Hintergrund die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und das Zoofenster

Berlin ist eines der meistbesuchten Zentren des nationalen und internationalen Städtetourismus. Im Jahr 2016 wurden bei über 12,7 Millionen Gästen etwa 31 Millionen Übernachtungen in Berliner Beherbergungsbetrieben gezählt. Dies stellt im Vergleich zum Jahr 2001 (11,3 Millionen Übernachtungen von 4,9 Millionen Gästen) einen Zuwachs von etwa 250 % dar. Die Stadt ist damit nach London und Paris ein bevorzugtes Reiseziel innerhalb Europas.

Die Berliner Beherbergungslandschaft bestand 2015 aus 814 Unterkünften mit einer Bettenkapazität von rund 136.000 und einer Durchschnittsauslastung von 60,5 %. Die Verweildauer der Hotelgäste beträgt im Durchschnitt 2,4 Tage. Internationale Gäste machen etwa 40 % der Besucherzahlen aus. Hierbei liegen Besucher aus dem Vereinigten Königreich, Italien, den Niederlanden, Spanien und den Vereinigten Staaten in der Spitzengruppe. Hauptanziehungspunkte sind Architektur, historische Stätten, Museen, Festlichkeiten, Einkaufsmöglichkeiten, das Nachtleben sowie Großveranstaltungen, die jährlich mehrere hunderttausend Besucher zählen.

Durch die positive Entwicklung ist die Tourismusbranche in Berlin zu einer wichtigen Säule der regionalen Wirtschaft geworden. Neben der Hotellerie und Gastronomie profitiert auch der Einzelhandel in großem Maße von den Berlintouristen.

Messe- und Kongresswirtschaft

Haupteingang des Berliner Messegeländes und der Funkturm in Westend

Berlin ist einer der besucher- und umsatzstärksten Messe- und Kongressstandorte der Welt. Im Jahr 2011 wurden etwa 115.700 Veranstaltungen mit rund 9,7 Millionen Teilnehmern durchgeführt. Laut ICCA Statistik ist Berlin, gemessen an der Anzahl von Kongressen mit internationaler Beteiligung im Jahr 2015, auf Rang 1 aller Kongressstädte gelistet.

Das Messegelände im Ortsteil Westend des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf rund um den Funkturm wurde 1921 mit einer Automobilausstellung, damals in einer einzigen Ausstellungshalle, eröffnet und weist eine Hallenausstellungsfläche von 160.000 Quadratmetern und eine Freifläche von etwa 100.000 Quadratmetern aus. Betreiber ist der zu 99 % stadteigene Veranstaltungsträger Messe Berlin.

Eine Vielzahl international relevanter Leitmessen sind auf dem Berliner Messegelände (Berlin ExpoCenter City) und auf dem Berlin ExpoCenter Airport in Brandenburg etabliert. Hierzu gehören u. a. die Konsumelektronikmesse IFA, die Tourismusbörse ITB, die Luft- und Raumfahrtschau ILA Berlin Air Show, die Schienenverkehrsmesse InnoTrans, die Landwirtschaftsschau Grüne Woche, die Ernährungsmesse Fruit Logistica sowie die Fachmesse für Erotik & Erwachsenenunterhaltung Venus Berlin. Der European Film Market findet während der Berlinale im Martin-Gropius-Bau statt.

Die Kongresswirtschaft, zu der international, national sowie lokal ausgerichtete Tagungen, Informationsveranstaltungen und geschäftliche Zusammenkünfte aller Art gehören, ist ein weiterer Zweig der Berliner Wirtschaft. Eine Vielzahl von Hotels sind auf Tagungen eingestellt und erzielen hiermit einen wichtigen Teil ihres Jahresumsatzes.

Gesundheitswirtschaft

Sitz der Division Pharmaceuticals der Bayer AG im Wedding

Die Gesundheitswirtschaft gilt mit einer Bruttowertschöpfung von 10,7 Milliarden Euro im Jahr 2009 oder einem Wertschöpfungsanteil von über 13 % an der städtischen Gesamtwirtschaft als einer der Wachstumsmotoren Berlins. Es umfasst dabei das Gesundheits- und Sozialwesen, die Pharmaindustrie, den Fach-, Einzel- und Großhandel und die Medizintechnik. Dabei hat mit Abstand das Gesundheits- und Sozialwesen den größten Anteil (66 %) an der Bruttowertschöpfung.

Insgesamt sind 226.000 Personen, das sind 14 % der Berliner Erwerbstätigen, in der Gesundheitswirtschaft beschäftigt. Davon sind 79 % im Gesundheits- und Sozialwesen tätig und jeweils knapp 6 % im verarbeitenden Gewerbe sowie im Handel.

Die Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg zählt in Europa zu den führenden Standorten der Biotechnologie. In Berlin-Brandenburg sind rund 200 kleine und mittlere Biotechnologieunternehmen und über 20 Pharmaunternehmen mit rund 3700 Beschäftigten in Produktion, Forschung und Entwicklung tätig.

Kreativwirtschaft

Berlin gehört zu den führenden Standorten der Informations- und Kreativwirtschaft in Europa. Der Wirtschaftsbereich umfasst den Buch- und Pressemarkt, Softwareentwicklung, Telekommunikationsleistungen, den Werbemarkt, Marktforschung, die Film- und Rundfunkwirtschaft, den Kunstmarkt, die Musikwirtschaft, die Architektenbranche, die Designwirtschaft und den Markt für Darstellende Künste.

Die Kreativ- und Kulturwirtschaft ist ein wichtiger Standort- und Wirtschaftsfaktor in Berlin und wächst kontinuierlich. Im Jahr 2017 erwirtschafteten über 41.000 meist kleine und mittelständische Unternehmen mit etwa 202.000 Beschäftigten einen Umsatz von 25,7 Milliarden Euro und erreichten damit einen Anteil von über 15 % am Gesamtumsatz der Berliner Wirtschaft. Die größten Umsatzträger stellten dabei die Software/Spiele/Informations- und Kommunikationstechnik-Branche, der Buch- und Pressemarkt und die Film- und Rundfunkwirtschaft dar.

Die Textil- und Modeindustrie hat in Berlin ebenfalls einen wichtigen Standort. Insgesamt gibt es in Berlin über 2.500 Unternehmen mit mehr als 22.000 Beschäftigten in der Modebranche (Stand: 2017). Ihre Leitveranstaltung ist die jährlich im Januar und Juli stattfindende Berlin Fashion Week samt einer Vielzahl von begleitenden Modemessen.

In Europa gehört Berlin zu den führenden Zentren der Internetwirtschaft. Im europäischen Städte-Ranking belegte die Metropole 2015 gemessen an den Investitionen in die Branche vor London, Stockholm und Paris den ersten Platz.

Medien

Hauptartikel: Medien in Berlin
Hauptsitz der Axel Springer SE in Kreuzberg

Eine Vielzahl von Fernsehsendern, Radiostationen, Verlagen, Filmgesellschaften, Musiklabels, Printmedien, Werbeagenturen, Produzenten von Computerspielen, Pressediensten, sozialen Netzwerken und Internetmedien haben ihren Sitz in Berlin.

Mehr als 20 Nachrichtenagenturen aus aller Welt sind in der Stadt mit Niederlassungen vertreten, u. a. dpa, Thomson Reuters, AFP und ANSA. Der öffentlich-rechtliche Sender rbb und die privaten Sender TV Berlin und Welt sind in Berlin ansässig. Die meisten deutschen überregionalen Sender wie Das Erste, ZDF oder RTL betreiben Studios und Redaktionsgebäude. Fernsehproduzenten wie die Deutsche Welle haben Dependancen in der Stadt. Mehr als 30 Radiostationen mit lokaler und nationaler Reichweite verbreiten ihr Programm aus Berlin.

Berlin ist mit 151 Verlagen im Jahr 2016 einer der bedeutendsten Verlagsstandorte in Europa. Zu den umsatzgrößten europäischen Medienkonzernen zählt die Axel Springer SE. Die Bildungs- und Wissenschaftsverlage Walter de Gruyter, Cornelsen Verlag sowie die international tätige Springer Nature Gruppe haben ihren Sitz in der Stadt. Zu den wichtigen Publikumsverlagen zählen u. a. der Berliner Verlag, der Aufbau-Verlag und der Suhrkamp Verlag.

In keiner anderen deutschsprachigen Stadt erscheinen mehr Tageszeitungen und deren Internetportale. Zu den meistrezipierten überregionalen Tageszeitungen zählen die Bild und die Welt. Auch die taz sei hier erwähnt, die wohl größte als Genossenschaft betriebene Zeitung. Täglich erscheinende lokale Zeitungen und deren Internetableger sind die Berliner Zeitung, die Berliner Morgenpost sowie Der Tagesspiegel. Außerdem gibt es in Berlin die lokalen Boulevardzeitungen B.Z. und den Berliner Kurier und Stadtmagazine wie der tip und den englischsprachigen Exberliner. Zu den in Berlin produzierten Magazinen zählen u. a. der Focus, Cicero und Capital.

Durch die hohe Konzentration von Produzenten der Medien- und Unterhaltungsbranche in der Stadt zählte Berlin 2014 zu zehn umsatzstärksten Medienstandorten der Welt.

Industrie

Der Industriesektor, zu dem 333 Betriebe mit rund 79.300 Beschäftigten zählen, erwirtschaftete 2017 einen Umsatz von 23,5 Milliarden Euro. Die umsatzstärksten Produzenten im verarbeitenden Gewerbe sind Hersteller von chemischen Erzeugnissen (8,2 Mrd.), Ernährungsindustrie (2,3 Mrd.), Maschinen- und Anlagenbauunternehmen (2,1 Mrd.) und elektrotechnische Industrie (4,5 Mrd.).

Motorrad aus dem BMW-Werk Berlin

Das 1847 in Berlin gegründete Unternehmen Siemens betreibt einen wichtigen Standort in Siemensstadt und produziert im Bezirk Mitte Gasturbinen für den internationalen Markt. Das 1902 gegründete Mercedes-Benz-Werk Berlin der heutigen Daimler AG ist mit etwa 2500 Mitarbeitern einer der größten industriellen Arbeitgeber in Berlin. In dem Werk in Marienfelde werden verschiedenste Fahrzeuge hergestellt.

Das 1969 eröffnete BMW-Werk Berlin in Spandau beschäftigt etwa 2000 Mitarbeiter. In dem Werk werden täglich rund 700 Motorräder für den Weltmarkt hergestellt.

Stadler Rail, ein Schweizer Hersteller von Schienenfahrzeugen betreibt in Pankow ein Werk. In Tempelhof produzieren der Backwarenhersteller Bahlsen und Procter & Gamble Waren für den deutschen und europäischen Markt. In Reinickendorf betreibt die Berliner Lebensmittelhersteller Freiberger Lebensmittel eine der größten Pizza-Fabriken Europas.

Handel und Finanzwirtschaft

Berlin ist einer der umsatzstärksten Standorte des stationären Einzelhandels in Europa. Von internationalen Handelsketten, die in Berlin repräsentative Vorzeigeläden betreiben, über eine große Anzahl von Einkaufszentren, bis hin zu individuellen Ladenkonzepten in belebten Kiezen sind alle Formen des Einzelhandels in der Stadt vertreten. 2014 gab es in Berlin 65 Einkaufszentren. Zu den bekanntesten Einzelhandelsbetrieben zählt das KaDeWe.

Entwicklung des in Berlin durch Immobiliengeschäfte erzielten Umsatzes in absoluten Zahlen gegenüber dessen Anteil am deutschlandweiten Umsatz.

Berlin ist Deutschlands umsatzstärkster Standort für den Immobilienhandel. 2015 wurden Berliner Grundstücke und Immobilien im Wert von 8 Milliarden Euro gehandelt. Der jährlich durch Immobiliengeschäfte erzielte Umsatz lag in Berlin von 2007 bis 2016 zwischen 6 und 17 Mrd. Euro. Dabei entwickelten sich von 2007 bis 2013 der Umsatz in absolute Zahlen und dessen Anteil am bundesweiten Umsatz parallel zueinander. Im ersten Jahr nachdem Berlin die Möglichkeiten aus dem Mietrechtsänderungsgesetz anwandte, änderte sich dies: Während der absolute Umsatz wie in den Vorjahren bis 2015 weiter anstieg, sank der Anteil am bundesweiten Umsatz. Ab 2015, als die Mietpreisbremse eingeführt wurde, sank auch der absolute Umsatz.

Die 1695 gegründete Börse Berlin ist eine Regionalbörse und hat ihren Sitz im Ludwig-Erhard-Haus. Der Jahresumsatz der Börse betrug im Jahr 2017 etwa 56 Milliarden Euro. 48 Kreditinstitute und 25 Finanzdienstleister nahmen am Handelsgeschehen teil.

Nach dem Jahr 2000 hat sich Berlin zu einem wichtigen Standort für Unternehmen des elektronischen Handels entwickelt. Zu den erfolgreichsten Händlern gehören u. a. Zalando, Home24 und kfzteile24.

Zu den wesentlichen in Berlin ansässigen Banken zählen u. a. die Deutsche Kreditbank (DKB), eine 100%ige Tochtergesellschaft der Bayerischen Landesbank und die Berliner Sparkasse, ein öffentlich-rechtliches Kreditinstitut. Die Sparkassen-Finanzgruppe, die mehr als 600 dezentral arbeitende Unternehmen in Deutschland im Bereich der Finanzdienstleistungen umfasst hat ihren Sitz ebenfalls in der Stadt. Die Investitionsbank Berlin (IBB) ist das zentrale Förderinstitut des Landes Berlin. Zu den größten privaten Bankinstituten gehören die Berlin Hyp, die Weberbank, die Quirin Privatbank und N26.

Seit etwa 2015 ist Berlin die Stadt mit der größten Anzahl an privaten Wagniskapitalgesellschaften in Deutschland. Rund ein Viertel aller Investmentunternehmen im Land haben dort ihren Sitz.

Hauptartikel: Infrastruktur in Berlin

Die Berliner Straßen sind nach zwei verschiedenen Hausnummerierungssystemen nummeriert. Bis 1929 wurde die rundlaufende Hufeisennummerierung verwendet, seitdem die im Zickzack verlaufene Orientierungsnummerierung. Da nicht zuletzt wegen der politischen Umbrüche zahlreiche Berliner Straßen umbenannt wurden und diese Änderungen ab 1929 oftmals zur Einführung der Orientierungsnummerierung in der betreffenden Straße genutzt wurden, ist auch in vielen älteren Straßen die Orientierungsnummerierung anzutreffen.

Öffentlicher Verkehr

Hauptartikel: Nahverkehr in Berlin

Berlin ist im internationalen Fernverkehr ein wichtiger Knotenpunkt insbesondere für Züge zwischen West- und Osteuropa. 2006 wurden der Hauptbahnhof als zentrale Bahnstation und im Zusammenhang damit der Tunnel Nord-Süd-Fernbahn, die Fernbahnhöfe Gesundbrunnen und Südkreuz sowie die Regionalbahnhöfe Potsdamer Platz (unterirdisch), Jungfernheide und Lichterfelde Ost in Betrieb genommen. Damit erhielt der Regional- und Fernverkehr der Bahn gemäß dem sogenannten Pilzkonzept zusätzlich zu der in Ost-West-Richtung angelegten Stadtbahn eine unterirdische Regional- und Fernverkehrsverbindung in Nord-Süd-Richtung. Der Umstieg zwischen dem Nord-Süd-Fernbahntunnel und der Stadtbahn erfolgt am Hauptbahnhof. Züge, die Berlin aus südlicher Richtung erreichen, fahren seitdem meist über die neue Nord-Süd-Trasse von Lichterfelde Ost über Südkreuz, Potsdamer Platz, Hauptbahnhof über die Überführung nach Gesundbrunnen oder Richtung Westen über Jungfernheide nach Spandau.

Dem innerstädtischen öffentlichen Personennahverkehr dienen 16 S-Bahn-Linien (betrieben von der S-Bahn Berlin GmbH) sowie neun U-Bahn-, 22 Straßenbahn-, 150 Bus- und sechs Fährlinien (alle betrieben von der BVG). Die Innenstadt wird in Ost-West-Richtung von der als Viaduktbahn angelegten Stadtbahn durchquert, die parallel von S-Bahn sowie Regional- und Fernverkehr befahren wird. Sie verbindet den Ostbahnhof mit dem Bahnhof Charlottenburg und passiert dabei unter anderem die Bahnhöfe Zoologischer Garten, Hauptbahnhof, Friedrichstraße und Alexanderplatz. In Nord-Süd-Richtung übernehmen die U-Bahn-Linien U9 und U6 den größten Teil des Fahrgastaufkommens, ergänzt durch die unterirdische Nord-Süd-Trasse der S-Bahn. Diese S-Bahn-Trasse kreuzt am Bahnhof Friedrichstraße die Stadtbahn. Vervollständigt wird der Bahnverkehr durch die Ringbahn, die die Innenstadt umschließt. Alle anderen Linien berühren diese Trassen. Die Barrierefreiheit der Bahnhöfe wird weitgehend gewährleistet.

U-Bahn-Zug der Linie U1 auf der Oberbaumbrücke zwischen Friedrichshain und Kreuzberg

Das Stadtbusnetz gliedert sich in Expressbusse (Buchstabe X), MetroBusse (Buchstabe M) und Omnibusse (mit dreistelliger Nummer). In gleicher Weise wird ein Teil der Straßenbahnlinien (zweistellige Nummer) durch Voranstellung eines M als MetroTram besonders herausgehoben. Nachtbusse haben als Linienbezeichnung ein N vor der Liniennummer, Metro-Linien (sowohl Busse als auch Straßenbahnen) fahren auch nachts. In den Nächten vor Sonnabenden, Sonn- und Feiertagen fahren zusätzlich fast alle S- und U-Bahn-Linien durchgehend, bei der S-Bahn teilweise mit veränderter Streckenführung. Der Fernbusverkehr zu deutschen und europäischen Zielen wird über den Zentralen Omnibus-Bahnhof am Funkturm (ZOB) abgewickelt. Die Berliner Nahverkehrsbusflotte soll bis 2030 elektrifiziert werden.

Im Berliner Taxigewerbe waren 2008 etwa 3100 Unternehmen tätig, über drei Viertel davon mit nur einem Fahrzeug. Berlin hatte im Januar 2012 rund 7600 Taxis und ist damit die Stadt mit den meisten Taxis in Deutschland. In Berlin gibt es keine Farbfreigabe und keine Zulassungsbeschränkung der Konzessionen.

S- und U-Bahn-Linien in Berlin, zentral die Ringbahn
U-Bahn-Zug der Baureihe F74 der Berliner Verkehrsbetriebe


Straßenverkehr

Übersichtskarte des Berliner Straßen- und Autobahnnetzes.

2019 waren 335 Pkw auf 1000 Einwohner in Berlin zugelassen, 2012 waren es 324 gewesen, 2008 nur 319. Im Vergleich mit anderen deutschen Stadtstaaten hat Berlin die niedrigste Pkw-Dichte.

Die Innenstadt wird von Westen her von einem Autobahnhalbkreis (A 100 – Berliner Stadtring) umgeben, der langfristig zu einem Ring vervollständigt werden soll und eine reine Stadtautobahn darstellt. Der sogenannte Abschnitt BA 16 der A 100 befindet sich im Bau (Stand: 2021). Die A 100 beim Dreieck Funkturm ist der meistbefahrene Autobahnabschnitt in Deutschland. Rund um Berlin verläuft die Autobahn A 10 (E 55 – Berliner Ring).

Von der A 100 aus führen innerhalb des Stadtgebietes mehrere Autobahnabschnitte in Richtung Berliner Ring. Die A 111 (E 26) führt in nach Nordwesten in Richtung Hamburg und Rostock. Die A 113 in Richtung Südosten (nach Dresden und Cottbus) beginnt am Dreieck Neukölln und führt zum Schönefelder Kreuz (A 10) und bindet den Flughafen Berlin Brandenburg an das Autobahnnetz an. Die A 115 (E 51) erstreckt sich nach Südwesten (Richtung Hannover und Leipzig). Deren nördliches, gerades Teilstück ist als AVUS bekannt.

Zusätzlich hierzu gibt es im Norden der Stadt die A 114 von der Prenzlauer Promenade im Bezirk Pankow zur A 10 in Richtung Stettin. Die nur wenige Kilometer lange ehemalige A 104, die im Südwesten der Stadt den Berliner Stadtring (A 100) nach Süden hin mit dem Ortsteil Steglitz verbindet, wurde inzwischen zur Autostraße herabgestuft. Die A 103 (Westtangente), auf der die Bundesstraße 1 verläuft, verbindet den Berliner Stadtring – von einem weiter östlich gelegenen Anschluss – nach Südwesten hin mit dem Steglitzer Kreisel in Richtung Potsdam.

Die historische Mitte Berlins wird vom Innenstadtring umschlossen. Ferner verlaufen durch Berlin die Bundesstraßen B 1, B 2, B 5, B 96, B 96a, B 101, B 109 und B 158.

Die Autobahn GmbH des Bundes mit Sitz in Berlin ist für Planung, Bau, Betrieb, Erhaltung, Finanzierung und vermögensmäßige Verwaltung der Autobahnen in Berlin und Deutschland zuständig.

Fahrradverkehr

Fahrradfahrer in Berlin

In Berlin existieren an stark befahrenen Straßen angelegte Radwege und Fahrradstreifen, einige ruhigere Straßen wurden als Fahrradstraßen gekennzeichnet. Etwa 1,5 Millionen Wege, rund 13 % des gesamten Personen-Transportaufkommens, wurden 2013 täglich mit dem Fahrrad als Hauptverkehrsmittel zurückgelegt. Deshalb zählt Berlin zu den Millionenmetropolen in Europa mit sehr überdurchschnittlich vielen Fahrradnutzern.

Der Anteil des Fahrradverkehrs am Gesamtaufkommen des Verkehrs in Berlin hat sich seit 1992 mehr als verdoppelt. Im Jahr 1992 wurden etwa 7 Prozent aller Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt, 2009 waren es bereits etwa 15 Prozent. Die durchschnittliche Entfernung einer mit dem Rad zurückgelegten Strecke beträgt 3,7 Kilometer. Die Radfahrstreifen wurden von insgesamt 50 Kilometer im Jahr 2004 auf 191 Kilometer im Jahr 2014 ausgebaut. Im Jahr 2016 erreichte die Initiative Volksentscheid Fahrrad einen Antrag auf ein Volksbegehren. 2018 wurde das Berliner Mobilitätsgesetz beschlossen, das wesentliche Ziele der Initiative zugunsten des Radverkehrs übernahm.

Durch Berlin führen überregionale touristische Radfernwege wie der Radweg Berlin–Kopenhagen, der Radweg Berlin–Usedom, der Radweg Berlin–Leipzig, der Europaradweg R1, die D-Netz-Route D11 sowie die D-Netz-Route D3 (Europaroute). Entlang des früheren Verlaufs der Berliner Mauer führt der Berliner Mauerweg. Mehrere tausend Mietfahrräder können im Innenstadtbereich per Telefonanruf oder (mobilem) Internet ausgeliehen werden. In einigen Gebieten der Stadt verkehren zur touristischen Nutzung Fahrradtaxis.

Flugverkehr

Flughafens Berlin-Brandenburg, Terminal 1

Der Flughafen Tegel (IATA-Flughafencode: TXL) war der letzte in Betrieb befindliche Flughafen auf Berliner Stadtgebiet. Im Jahr 2016 wurden dort etwa 21,3 Millionen Fluggäste abgefertigt. Am 8. November 2020 wurde der Flughafen Tegel für regulären Flugbetrieb geschlossen.

Der unmittelbar außerhalb der Stadtgrenze gelegene Flughafen Berlin Brandenburg (BER) gehört zur Gemeinde Schönefeld. Der darin integrierte ehemals eigenständige Flughafen-Schönefeld-Standort war der zweite internationale Flughafen in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg und fertigte im Jahr 2016 etwa 11,7 Millionen Passagiere ab. Auf dem nach Süden erweiterten Schönefelder Flughafengebiet wurde seit 2006 der Flughafen Berlin Brandenburg errichtet, der am 31. Oktober 2020 eröffnet wurde.

Binnenschifffahrt

Binnenwasserstraßen in Berlin

Berlin liegt im Zentrum des Bundeswasserstraßengebietes Ost. Die Stadt wird wasserseitig auf mehreren Wegen erschlossen, der Binnenschifffahrt stehen von und nach Berlin drei Wasserstraßen zur Verfügung. Dabei kommt der Verbindung über Havel, Elbe-Havel-Kanal und Mittellandkanal zu Elbe und Nordsee beziehungsweise Weser und Rhein die größte Bedeutung zu. Außerdem verbindet die Havel-Oder-Wasserstraße Berlin mit der unteren Oder und der Ostsee. Beschränkt ausgebaut ist auch die Spree-Oder-Wasserstraße als Verbindung über die Spree zur oberen Oder.

Zum Warenumschlag können drei öffentliche Hafenanlagen genutzt werden: der Hafen Neukölln, der Südhafen Spandau sowie der Westhafen. Letzterer liegt in Moabit am Nordrand der Berliner Innenstadt und ist von allen drei Häfen der größte und bedeutendste. Die Anlagen am Westhafen und am Südhafen Spandau ermöglichen auch den Warenumschlag zwischen Binnenschiff, Eisenbahn und Lastwagen. Betrieben werden die Häfen von der BEHALA.

Brücken

Glienicker Brücke, die Wannsee (rechts) mit Potsdam (links) verbindet

Berlin hat durch seine exponierte Lage an Flussläufen und Kanälen und durch sein ungewöhnlich großes Territorium eine Vielzahl an Brücken und Überführungen in seinem Stadtgebiet. Offiziell gibt es 916 Brücken in Berlin. Davon verbinden 732 öffentliche Straßen, die restlichen 184 Wege und Straßen in Grünanlagen. Je nach Definition und Verständnis werden weitere Bauwerke in Berlin zu den Brücken gezählt. So gibt es 564 Brücken über Gewässer jeder Art und 300 Hochbahnviadukte der U-Bahn.

Die ältesten Berliner Spreequerungen sind Jungfern-, Mühlendamm-, Rathaus- und Roßstraßenbrücke, wobei die heutigen Bauwerke jeweils jüngeren Datums sind. Die längste Brücke der Stadt ist, mit über 930 Metern, die Rudolf-Wissell-Brücke, während die Oberbaumbrücke, als Wahrzeichen des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg, und die Glienicker Brücke als Verbindung nach Potsdam zu den bekanntesten Brücken Berlins zählen.

Wasserversorgung

Die Wasserversorgung Berlins wird durch die neun Wasserwerke Beelitzhof, Friedrichshagen, Kaulsdorf, Kladow, Spandau, Stolpe, Tegel, Tiefwerder und Wuhlheide sichergestellt, die von der Berliner Wasserbetriebe (AöR) betrieben werden. Der Wasserverbrauch der Stadt ist nach 1990 deutlich zurückgegangen. Aufgrund der geringeren Grundwasserentnahme kam es in weiten Teilen des Urstromtals zu einem deutlichen Anstieg des Grundwasserspiegels. Vor allem in der Nähe der Wasserwerke verursachte dies Vernässungsschäden an Gebäuden.

Pro Tag wurden 2018 durchschnittlich 546.000 m³ Trinkwasser für die Berliner Haushalte, Industrie und Gewerbe bereitgestellt und rund 624.000 m³ Abwasser durch die Klärwerke gereinigt. Über das rund 9500 km lange Kanalsystem gelangen die Abwasser in sechs Großklärwerke.

Energieversorgung

Während der Zeit der deutschen Teilung war die Energieversorgung West-Berlins ab 1951 vom Stromnetz des Umlandes und des Ostberliner Gebiets getrennt. Die Stromversorgung musste über im westlichen Stadtgebiet gelegene thermische Kraftwerke wie das Kraftwerk Reuter-West und andere erfolgen. Im Jahr 1993 wurde die unterbrochene Leitungsverbindung mit dem Umland wiederhergestellt. In den Westbezirken Berlins sind mit wenigen Ausnahmen alle Stromleitungen als Erdkabel ausgeführt. Die Erdkabelsektion der 380-kV-Kabeldiagonale zwischen den Umspannwerken Reuter und Marzahn ist das längste 380-kV-Erdkabel in Deutschland.

Bis 1997 hielt das Land Berlin die Mehrheit der Anteile an der Bewag, dem bis dahin größten kommunalen Energieversorgungsunternehmen der Stadt. 2003 wurden die Anteile vollständig vom Vattenfall-Konzern aufgekauft. Seitdem ist das Unternehmen zusammen mit der GASAG der umsatzstärkste Energieversorger in Berlin. Mit Gründung der Berliner Stadtwerke im Jahr 2014 verfügt Berlin wieder über einen eigenen kommunalen Energieversorger, der mit dem Bau eigener Solar- und Windkraftanlagen das Ziel der Klimaneutralität Berlins bis 2050 unterstützen soll. Im Jahr 2021 leitete das Land Berlin eine Rekommunalisierung des Verteilnetzbetreibers Stromnetz Berlin GmbH ein.

Die Stromerzeugung in Berlin fußt im Wesentlichen auf der Nutzung von Steinkohle und Erdgas. Der Beitrag der Steinkohlenutzung an der Nettostromerzeugung betrug 45 Prozent im Jahr 2009 und lag damit weit über dem bundesweiten Durchschnitt von 18 Prozent. Auch die Erdgasnutzung ist überdurchschnittlich: Ihr Anteil umfasste 42 Prozent und befand sich damit ebenfalls über dem Bundesdurchschnitt von 13 Prozent. Braunkohle trug mit 9 Prozent zur Erzeugung bei und lag weit unter dem bundesweiten Durchschnitt von 24 Prozent. Ebenfalls unterdurchschnittlich ist der Beitrag der erneuerbaren Energien: Ihr Anteil lag bei 3 Prozent im Gegensatz zum deutschlandweiten Schnitt von 17 Prozent.

Der Endenergieverbrauch umfasste im Jahr 2010 rund 267,8 Petajoule. Damit lag der Verbrauch um 7,4 Prozent höher als im Vorjahr, gegenüber 1990 ist er jedoch nur geringfügig um 2,4 Prozent gestiegen. Der Endenergieverbrauch pro Einwohner im Land betrug im Jahr 2010 somit 77,4 Gigajoule. Der Anstieg dieses Anteils fällt mit 1,3 Prozent im Vergleich zu 1990 geringer aus als der Anstieg des gesamten Endenergieverbrauchs im Land. Umgerechnet auf Sektoren zeigt sich, dass der Bereich „Gew. v. Steinen u. Erden, sonst. Bergbau und Verarbeitendes Gewerbe“ mit 6,3 Prozent den geringsten Anteil am Endenergieverbrauch besitzt. Der Verkehrsbereich benötigt mit 24,6 Prozent fast das Vierfache an Energie. Der größte Anteil entfällt allerdings auf den Sektor „Haushalte, Gewerbe, Handel und Dienstleistungen und übrige Verbraucher“ mit 69,1 Prozent.

Hauptartikel: Bildungssystem in Berlin

Hochschulen

Berlin schaut auf eine mehr als 200-jährige Wissenschaftsgeschichte zurück. 40 Nobelpreisträger lehrten und arbeiteten an den Instituten und Hochschulen der Stadt. In Berlin konzentrieren sich auch gegenwärtig eine Vielzahl von international ausstrahlenden Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen. Als Universitätsstadt zählt Berlin zu den weltweit angesehenen Bildungsstandorten.

In Berlin waren im Wintersemester 2016/17 an insgesamt 42 Universitäten und Hochschulen, darunter vier Kunsthochschulen, rund 180.000 Studenten eingeschrieben. Damit verzeichnet die Stadt die größte Anzahl an Studenten in Deutschland. Im globalen Umfeld zählt Berlin zu den Weltstädten mit sehr vorteilhaften Studienbedingungen.

Die vier Berliner Universitäten stellen gemeinsam rund 110.000 Studenten. Die im Zuge der Preußischen Reformen durch Wilhelm von Humboldt gegründete und im Jahr 1809 eröffnete Humboldt-Universität zu Berlin (HU) hat gegenwärtig über 35.000 Studenten. Die Freie Universität Berlin (FU) hat über 37.000, die Technische Universität Berlin (TU) rund 34.000 und die Universität der Künste Berlin (UdK) etwa 4.500 Studenten. Die Beuth Hochschule für Technik zählt über 12.000 Studenten, die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin hat über 13.000 Immatrikulierte und an der Charité sind rund 7.200 Studenten eingeschrieben.

Die Medizinischen Fakultäten der Freien Universität und der Humboldt-Universität wurden 2003 zur Charité – Universitätsmedizin Berlin zusammengefasst. Seitdem ist diese mit ihren vier Standorten die größte medizinische Fakultät Europas.

Im Rahmen der Exzellenzinitiative wurden die FU Berlin und die HU zu Berlin in der dritten Förderlinie positiv begutachtet. Das bereits 2007 ausgezeichnete Zukunftskonzept „International Network University“ der Freien Universität wurde in der Evaluation 2012 bestätigt. Die Humboldt-Universität war mit ihrem Konzept „Bildung durch Wissenschaft“ 2012 erfolgreich. Damit zählen beide Hochschulen zu den elf deutschen Eliteuniversitäten. Mit der Bekanntgabe des Ergebnisses der Exzellenzstrategie 2019 gehören die FU, die HU, die TU und die Universitätsmedizin der Charité als Einrichtungen der Berlin University Alliance gemeinsam zu den insgesamt elf deutschen Exzellenzuniversitäten.

Die European School of Management and Technology (ESMT) besitzt Promotionsrecht und gehört zu den führenden Wirtschaftshochschulen in Deutschland und Europa. Niederlassungen weiterer Hochschulen sind u. a. ESCP Europe Campus Berlin, die Mediadesign Hochschule, die Games Academy und das SAE Institute.

Forschung

Supercomputer im Konrad Zuse-Institut

Berlin ist seit 2012 die forschungsstärkste Region in Deutschland. Jährlich werden in Berlin rund 1,8 Milliarden Euro öffentliche Fördermittel in Wissenschaft und Forschung investiert.

Über 60.000 Beschäftigte lehren, forschen und arbeiten an den über 70 außeruniversitären öffentlich finanzierten Forschungseinrichtungen. Auch die großen nationalen Forschungsorganisationen Fraunhofer-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft, Leibniz-Gemeinschaft und Max-Planck-Gesellschaft sind mit mehreren Instituten vertreten, ebenso verschiedene Bundesministerien mit insgesamt acht Forschungsinstituten. Die meisten Einrichtungen der Wissenschaft konzentrieren sich an den Standorten in Buch, Charlottenburg, Dahlem, Mitte sowie am Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Adlershof. Das Land Berlin ist „Korporativ Förderndes Mitglied“ der Max-Planck-Gesellschaft.

Die Internationale Mathematische Union, ein Mathematik-Weltverband, der alle vier Jahre die global renommierte Fields-Medaille verleiht, hat ihren Sitz in Berlin.

Kinderbetreuung und Schulsystem

In Berlin besteht ab dem vollendeten ersten Lebensjahr für jedes Kind ein Rechtsanspruch auf eine tägliche Halbtagsförderung von bis zu sieben Stunden in einer Kindertagesstätte bzw. in der Kindertagespflege. Krippenplätze sind seit August 2018 beitragsfrei. Etwa 46 Prozent der unter Dreijährigen in der Stadt und etwa 95 Prozent der 3- bis 6-Jährigen wurden im Jahr 2016 in Kitas betreut.

Berlin hat eine sechsjährige Grundschule und seit 2010 ein sich anschließendes zweigliedriges Oberschulsystem mit Integrierten Sekundarschulen und Gymnasien. Im Schuljahr 2015/16 gab es in Berlin knapp 340.000 Schüler an 799 allgemeinbildenden Schulen, darunter 138 Privatschulen. Das Land verfügt über 433 Grund- und 165 integrierte Sekundarschulen, des Weiteren 113 Gymnasien, 10 Waldorf- und 77 Sonderschulen.

Im Januar/Februar 2004 verabschiedete das Abgeordnetenhaus ein neues Schulgesetz mit folgenden wesentlichen Reformen. Eine Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur (Allgemeine Hochschulreife) von dreizehn auf zwölf Jahre, der in der zehnten Klasse stattfindende Mittlere Schulabschluss und eine schriftliche Prüfung zum Erhalt des Realschulabschlusses. Diese Prüfung wird auch an den Gymnasien abgelegt. Das Zentralabitur wurde in den Fächern Deutsch, Mathematik und den Fremdsprachen eingeführt. An dreizehn Gymnasien mit „Schnellläuferprogramm“ ist es möglich, das Abitur ein Jahr früher abzulegen, das heißt, seit dem Inkrafttreten des neuen Schulgesetzes nach elf Jahren.

Insgesamt 38.633 Lehrlinge befanden sich 2016 in einer Berufsausbildung, darunter 9.355 im Handwerk. Die am stärksten besetzten Ausbildungsberufe in Berlin waren in dem Jahr Kauffrau/Kaufmann für Büromanagement (2.572) gefolgt von Kauffrau/Kaufmann im Einzelhandel (2.251). 18.273 Azubis erwarben einen Berufsabschluss.

Bibliotheken

Die Staatsbibliothek zu Berlin mit einem Bestand von 25 Millionen Werken ist die größte wissenschaftliche Universalbibliothek im deutschen Sprachraum und eine der bedeutendsten in der Europäischen Union.

Weitere große wissenschaftliche Bibliotheken sind die Universitätsbibliothek der Freien Universität, die Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität und die Zentralbibliothek der TU und UdK. Die Zentral- und Landesbibliothek Berlin ist die öffentliche Zentralbibliothek des Landes Berlin.

Die Berliner Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin stellt mit ihrem Bestand (ca. 400.000 Bände zur europäischen Kunstgeschichte und rund 1400 internationale Zeitschriften) eine der bedeutendsten kunstwissenschaftlichen Spezialbibliotheken in Deutschland dar.

In jedem Berliner Bezirk gibt es mindestens eine Bezirksbibliothek, weitere Filialen sind in den Ortsteilen angesiedelt. Im Jahr 2014 zählten die Berliner Bibliotheken mehr als 9 Millionen Besucher, die rund 23 Millionen Entleihungen vornahmen.

Hauptartikel: Kultur Berlins
Konzert im SO36


Berlin ist ein international herausragendes Zentrum der Künste und genießt den Ruf einer europäischen Weltstadt. Als Produktionsstätte verschiedener Zweige der Kreativwirtschaft ist die Metropole Anziehungspunkt für Kulturschaffende. Erstmals zu überregionaler Bedeutung gelangte das Kulturleben der Stadt in der auch als „Berliner Klassik“ bezeichneten Bürgerkultur in Berlin um 1800.

Renommierte Einrichtungen, täglich stattfindende Ereignisse der populären Künste und ein sich stetig im Wandel befindliches Szeneleben prägen die kulturelle Landschaft Berlins.

Zu den bedeutenden Institutionen der Stadt zählt u. a. die Deutsche Filmakademie, die jährlich den Deutschen Filmpreis in Berlin verleiht. Die Europäische Filmakademie, gegründet 1988, hat ihren Sitz ebenfalls in Berlin.

Musik

In Berlin bestehen mehrere Orchester: Die international renommierten Berliner Philharmoniker, die Staatskapelle Berlin, das Konzerthausorchester Berlin, das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin, das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, der Rundfunkchor Berlin und der RIAS Kammerchor. Diese Ensembles treten im Konzerthaus Berlin, der Berliner Philharmonie und in anderen Sälen in Deutschland oder auf Tourneen auf der ganzen Welt auf.

Daneben Berlin verfügt über drei Opernhäuser: die Staatsoper Unter den Linden, die Deutsche Oper und die Komische Oper. Mit der Berliner Waldbühne und der Kindl-Bühne Wuhlheide werden zwei Freiluftbühnen regelmäßig für Musikveranstaltungen genutzt.

Im Chorverband Berlin sind 236 Laienchöre mit über 10.000 Mitgliedern vereinigt. Die Sing-Akademie zu Berlin besteht als Wiege der bürgerlichen Musikpflege in Berlin seit 1791.

Zu den berühmten Komponisten und Dirigenten Berlins zählen Paul Lincke, Walter Kollo, Herbert von Karajan, Daniel Barenboim, Sir Simon Rattle und Kurt Sanderling.

Festlichkeiten

Berlinale, jährliche Filmfestspiele im Februar

Mehrere tausend Veranstaltungen mit den unterschiedlichsten kulturellen Ausrichtungen finden jeden Monat in Berlin statt. Im Februar werden die Internationalen Filmfestspiele abgehalten. Die auch Berlinale genannte Festlichkeit gilt als die größte Publikumsveranstaltung der Welt. Der Wettbewerb schließt mit der Verleihung des Goldenen und der Silbernen Bären.

Während des gesamten Jahres ist Berlin Spielstätte weiterer internationaler Festlichkeiten, von denen einige unter dem organisatorischen Dach der Berliner Festspiele stattfinden. Beim Berliner Theatertreffen werden die bemerkenswertesten deutschsprachigen Theaterinszenierungen einer Saison präsentiert. Weitere Festlichkeiten sind das Literaturfestival, Tanztage Berlin, Tanz im August, Young Euro Classic und die Berlin Biennale.

Umzüge, Paraden und Freiluftkonzerte sind ebenfalls etablierte Ereignisse im Veranstaltungskalender der Stadt. Der Karneval der Kulturen, der Christopher Street Day Berlin und das Berliner Myfest gehören zu den bekanntesten.

Das Jazzfest Berlin wird seit 1964 veranstaltet. Die Veranstaltungsreihe Pop-Kultur präsentiert alternative Musikstile. Seit 2015 findet das Lollapalooza in Berlin statt. Das Festival of Lights Berlin gehört zu den bekanntesten Lichtkunstveranstaltungen weltweit.

In keiner anderen europäischen Metropole werden zur Weihnachtszeit vergleichbar viele Weihnachtsmärkte eingerichtet. Mehr als 80 Weihnachtsmärkte fanden in Berlin jedes Jahr bis 2019 statt. Die Silvesterfeier am Brandenburger Tor zählt zu den bestbesuchten des Kontinents.

Theater

Zahlreiche Theaterbühnen prägen die kulturelle Landschaft der Metropole. Die bekanntesten sind das Berliner Ensemble, die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, die Schaubühne am Lehniner Platz, das Deutsche Theater, das Maxim-Gorki-Theater, das Renaissance-Theater sowie die Jugendtheater Grips-Theater und Theater an der Parkaue.

Das Theater des Westens und das Theater am Potsdamer Platz bieten in erster Linie Musicals. Groß inszenierte Revuen werden im Friedrichstadt-Palast gezeigt. Der Wintergarten in dem jährlich das International Burlesque Festival stattfindet und das Chamäleon sind für ihr Varieté berühmt.

Bühnen wie die Wühlmäuse, die Distel oder der Quatsch Comedy Club sind für Kabarett und satirische Unterhaltungsprogramme bekannt. Das Radialsystem V hat sich mit Tanz- und Performancestücken einen Namen gemacht.

Museen

Hauptartikel: Museen in Berlin
Bode-Museum auf der Museumsinsel in Mitte

Berlin verfügt über eine Vielzahl von Museen. Im Jahr 1841 bestimmte eine königliche Order, die von Spree und Kupfergraben umflossene Museumsinsel im nördlichen Teil der Spreeinsel zu einem „der Kunst und der Altertumswissenschaft geweihten Bezirk“. Schon zuvor war dort das Alte Museum am Lustgarten entstanden, dem mehrere Museen, wie das Neue Museum, die Alte Nationalgalerie, das heutige Bode-Museum und das Pergamonmuseum folgten. Diese Museen sind in erster Linie durch ihre Exponate aus der Zeit der Antike berühmt. 1999 wurde die Museumsinsel in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Außerhalb der Museumsinsel befinden sich Museen verschiedener Themengebiete: Das Naturkundemuseum ist mit über 30 Millionen Objekten und dem höchsten Dinosaurierskelett der Welt eines der bedeutendsten Naturkundemuseen weltweit. Im Deutschen Technikmuseum Berlin werden auf 25.000 m² Exponate und Experimente rund ums Thema Technik ausgestellt. Die Gemäldegalerie und Neue Nationalgalerie sind Kunstmuseen im Kulturforum, das Bauhaus-Archiv ist ein Architekturmuseum. Das Deutsche Historische Museum im Zeughaus Unter den Linden veranschaulicht deutsche Geschichte aus 2000 Jahren. Einen ebenso langen Zeitraum jüdisch-deutscher Geschichte zeigt das Jüdische Museum in einer ständigen Ausstellung.

Das Jagdschloss Grunewald beherbergt eine Gemäldesammlung aus dem 15. bis 19. Jahrhundert. In Lichtenberg befinden sich auf Arealen des früheren Ministeriums für Staatssicherheit der DDR die Forschungs- und Gedenkstätte Normannenstraße und die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen. Das Mauermuseum am Checkpoint Charlie zeigt Geschichten und Geschehnisse über die Berliner Mauer. In der Nähe des Potsdamer Platzes steht das „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“.

In Berlin hat die vom Bund und allen Bundesländern gemeinsam getragene Stiftung Preußischer Kulturbesitz ihren Hauptsitz. Auch die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg unterhält hier wichtige Standorte. Beide verwalten, bewahren, pflegen und ergänzen in ihren international bedeutenden Einrichtungen die Kulturgüter des ehemaligen Staates Preußen.

Die Stiftung Stadtmuseum Berlin vereinigt weitere traditionsreiche Museen Berlins. Die 1995 gegründete Stiftung ist das größte stadthistorische Museum Deutschlands. Als Landesmuseum für Kultur und Geschichte Berlins ist es in seinem Kern aus der Vereinigung von Märkischem Museum (1874 gegründet) und Berlin Museum (1962 gegründet) entstanden. Die breite Palette der verschiedenen, zum Teil schon im 19. Jahrhundert begründeten Sammlungen dokumentieren in großer Vielfalt alle Bereiche der Entwicklung Berlins von den ersten Spuren menschlicher Besiedlung in der Steinzeit bis zur Gegenwart.

Bauwerke

Das 1791 errichtete Brandenburger Tor ist eines der bedeutendsten Berliner Wahrzeichen und wird von einer Quadriga mit der Siegesgöttin Victoria gekrönt. Das Tor ist das westliche Ende des Boulevards Unter den Linden, der sich bis zu der über den Spreekanal führenden Schloßbrücke zieht. Jenseits der Brücke, auf der Spreeinsel, befinden sich unter anderem der Lustgarten, die Museumsinsel, der Berliner Dom und das Humboldt Forum.

In diesem Areal liegen mit der im Jahr 1743 im Stil des Palladianismus erbauten Staatsoper Unter den Linden, dem Kronprinzen- und dem Prinzessinnenpalais, der 1780 errichteten, Alten Bibliothek, sowie dem 1706 nach Plänen von Andreas Schlüter vollendeten barocken Zeughaus fünf Prachtbauten aus dem 18. Jahrhundert direkt am Boulevard Unter den Linden. Dazu kommt das ebenfalls damals entstandene und heute der Humboldt-Universität dienende Palais des Prinzen Heinrich und die klassizistische Neue Wache. Südlich an die Oper angrenzend liegt die 1773 errichtete St.-Hedwigs-Kathedrale, die Hauptkirche des katholischen Erzbistums Berlin. Der Französische Dom am Gendarmenmarkt war im 17. Jahrhundert Mittelpunkt des französischen Viertels. Auf dem Gendarmenmarkt befinden sich auch das heute als Konzerthaus genutzte Schauspielhaus von Karl Friedrich Schinkel sowie der Deutsche Dom als Pendant zum Französischen Dom, ebenfalls von Carl von Gontard.

Östlich der beiden Spreearme, die die Spreeinsel umfließen, liegt der Alexanderplatz mit vielen Geschäften und Restaurants, ganz in der Nähe davon der 368 Meter hohe Fernsehturm – das höchste Bauwerk Deutschlands –, das Rote Rathaus sowie das Stadthaus.

1987 wurde das Nikolaiviertel in Anlehnung an seine historische Gestalt wiedererrichtet. Die Nikolaikirche im Zentrum ist die älteste Kirche Berlins. Die Oranienburger Straße war vor dem Zweiten Weltkrieg das Zentrum des jüdischen Viertels. Mit ihrem Wiederaufbau 1995 verbunden war unter anderem die Restaurierung der 1866 fertiggestellten Neuen Synagoge, die heute als Mittelpunkt für das Studium und die Erhaltung jüdischer Kultur dient. Ebenfalls in der Spandauer Vorstadt hat sich die barocke Sophienkirche erhalten.

Der Potsdamer Platz ist eine Verkehrsdrehscheibe im Zentrum Berlins. Er hatte sich im 19. Jahrhundert vor dem Potsdamer Tor, an dem eine Ausfallstraße ausging, entwickelt. Bis 1940 war der Potsdamer Platz einer der verkehrsreichsten Plätze Europas. Im Jahr 1961 wurde er durch die Berliner Mauer geteilt und die Gegend verfiel. Durch die Neubebauung des Platzes nach 1990 wurde er zum belebten Wirtschaftsstandort. Der Sitz des Preußischen Herrenhauses dient heute als Bundesratsgebäude, während der Bau für den Preußischen Landtag heute als Berliner Abgeordnetenhaus dient.

Blick über den Boulevard Unter den Linden zum Potsdamer Platz

Nördlich in der Nähe des Brandenburger Tors befindet sich das 1894 erbaute Reichstagsgebäude. Seit 1973 wird das Gebäude vom Deutschen Bundestag genutzt und ist seit 1999 sein Sitz. Jährlich wandeln zwei Millionen Menschen durch seine gläserne Kuppel. Der Reichstag ist der zweitstärkste Touristenmagnet der Bundesrepublik.

Borsigturm in Berlin-Tegel von 1922, ältestes Hochhaus Berlins

Das Schloss Bellevue liegt weiter westlich am Nordrand des Großen Tiergartens zwischen der Spree und der Siegessäule. Die klassizistische Dreiflügelanlage wurde 1786 erbaut und dient heute dem Bundespräsidenten als Amtssitz. Die bekannteste Einkaufspromenade in Berlin ist der Kurfürstendamm mit seinen zahlreichen Hotels, Geschäften und Restaurants. Die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche wurde 1895 erbaut. Ihre Turmruine blieb als Mahnmal erhalten. Die östliche Verlängerung des Kurfürstendamms bildet die Tauentzienstraße, wo sich mit dem KaDeWe (Kaufhaus des Westens) das größte Kaufhaus des europäischen Kontinents und das 1965 erbaute Europa-Center befinden.

In Charlottenburg steht der 150 Meter hohe Funkturm, der 1926 anlässlich der 3. Deutschen Funkausstellung entstand und sehr schnell zu einem der Wahrzeichen Berlins avancierte. Weitere Bauwerke sind das Schloss Charlottenburg (Baubeginn 1695), ein barocker Repräsentationsbau der Hohenzollern mit bedeutender Gemäldesammlung, die Zitadelle Spandau sowie das an Havel und Glienicker Brücke gelegene Schloss Glienicke. In dem ebenfalls im Stil des Klassizismus durch Karl Friedrich Schinkel umgebauten Schloss Tegel sind die Brüder Wilhelm und Alexander von Humboldt aufgewachsen. Im Ortsteil Prenzlauer Berg befinden sich viele Wohnbauten aus der Gründerzeit und belebte Straßen wie die Kastanienallee.

Die heutige Karl-Marx-Allee wurde im repräsentativen Stil des sozialistischen Klassizismus erbaut. Sie verläuft vom Alexanderplatz bis zum Frankfurter Tor. Die beiden Türme entstanden in Anlehnung an die doppelten Kuppeln des Gendarmenmarktes unter dem deutschen Architekten Hermann Henselmann.

Auf der internationalen Bauausstellung Interbau im Jahr 1957 präsentierten namhafte Architekten wie Walter Gropius, Le Corbusier und Oscar Niemeyer ihre Entwürfe. Realisiert wurden die Bauvorhaben im Hansaviertel. Die Kongresshalle mit der freitragenden Dachkonstruktion wurde 1957 als Beitrag der Vereinigten Staaten errichtet.

Sport

Hauptartikel: Sport in Berlin

In Berlin gab es im Jahr 2016 etwa 2400 Sportvereine, in denen sich rund 640.000 Aktive dem Breitensport widmeten. Im Jahr 2015 waren 73 Berliner Mannschaften in den verschiedenen ersten deutschen Bundesligen sowie 70 Mannschaften in den zweiten Bundesligen vertreten. Einige Vereine sind dabei im Bereich des professionellen Sports tätig. Zu den prominentesten Vertretern zählen hier Hertha BSC und der 1. FC Union Berlin (Fußball), Alba Berlin (Basketball), die Eisbären Berlin (Eishockey), die Füchse Berlin (Handball), die Berlin Recycling Volleys (Volleyball). und die Wasserfreunde Spandau 04 (Wasserball).

Berlin war in der Geschichte mehrfach Austragungsort internationaler Sportwettkämpfe. 1936 wurden die Olympischen Sommerspiele in der Stadt abgehalten. Während der Fußball-Weltmeisterschaft 1974 wurden drei Spiele der ersten Finalrunde in Berlin ausgetragen. 2006 fanden Vorrunden-, ein Viertelfinal- und das Finalspiel der Fußball-Weltmeisterschaft im Olympiastadion statt. 2009 wurden auch die Leichtathletik-Weltmeisterschaften dort ausgetragen.

Berlin-Marathon 2016

Jedes Jahr findet einer der weltgrößten Marathonläufe, das Finale des DFB-Pokals sowie die Leichtathletik-Veranstaltung ISTAF in Berlin statt. Seit 2015 wird der Berlin E-Prix, ein Automobilrennen der FIA-Formel-E-Meisterschaft, in Berlin ausgetragen.

Alle zwei Jahre jeweils zur Fußball Europa- und Weltmeisterschaft finden große öffentliche TV-Übertragungen statt, bei denen zehntausende Zuschauer die Fußballspiele auf Großbildleinwänden verfolgen. Der Veranstaltungsort, die Fanmeile, hat seinen Platz in der Straße des 17. Juni.

In Berlin wurden die aktuellen Weltrekorde (Stand: 2021) im Marathon- (Eliud Kipchoge), im 100- und 200-Meter-Lauf (beide Usain Bolt) aufgestellt.

Der Deutsche Olympische Sportbund betreibt mit dem Olympiastützpunkt Berlin einen von 19 Olympiastützpunkten. Rund 500 Bundeskaderathleten aus über 30 olympischen Sportarten bilden das leistungssportliche Kontingent. Bekannte Berliner oder in Berlin lebende Olympioniken sind Franziska van Almsick, Christoph und Robert Harting, Katarina Witt sowie Claudia Pechstein.

Zu den größten Sportstätten der Stadt gehören das Olympiastadion mit 74.649 Plätzen, das Stadion An der Alten Försterei mit rund 22.000 Plätzen, der Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark mit 19.000 Plätzen, die Mercedes-Benz Arena mit maximal 17.000 Plätzen, das Velodrom mit maximal 12.000 Plätzen und die Max-Schmeling-Halle mit bis zu 11.900 Plätzen.

Freizeit

Etwa 18 Prozent der Berliner Stadtfläche ist bewaldet. Die Stadtforstverwaltung Berliner Forsten betreut mit rund 29.000 Hektar die größte Stadtwaldfläche Deutschlands. Zu den größten Wäldern gehört der Grunewald, der von der Grunewaldseenkette durchzogen und im Westen von der Havel begrenzt wird, sowie der Spandauer Forst im äußersten Nordwesten. Mit dem Wannsee liegt in Zehlendorf ein viel besuchtes Naherholungsgebiet, das vor allem durch das Strandbad bekannt ist.

Badewiese am Schlachtensee

Im Südosten Berlins bildet der Müggelsee mit den Müggelbergen und dem Strandbad Müggelsee in Rahnsdorf ein großes Erholungsgebiet. Am Westhang des Kleinen Müggelbergs wurde der Müggelturm errichtet. Er bietet einen Ausblick über die Seen und Wälder der Umgebung. Unweit davon befindet sich die Wuhlheide, ein Waldgebiet mit dem ehemaligen Volkspark Wuhlheide und dem Freizeit- und Erholungszentrum, und dem Modellpark Berlin-Brandenburg.

In den urbaneren Bereichen der Stadt haben sich an den Fluss- und Seenlandschaften der Spree und Havel einige Strandbars etabliert. Die 20 grünen Hauptwege vernetzen als Wanderwege einen großen Teil der Parks, Grünanlagen, umliegenden Regionalparks und Berliner Wasserläufe.

Berlin ist außerdem weltweit für sein Nachtleben bekannt. Die hohe Zahl an Studenten in der Stadt, eine große kreative Musikszene, viele junge feiernde Touristen und der besonders nach dem Mauerfall verbreitete Leerstand waren für die Entstehung der Clublandschaft mitverantwortlich. Besondere Bekanntheit genießen in diesem Zusammenhang ehemalige Clubs wie das Kunsthaus Tacheles oder das E-Werk und bestehende Nachtclubs wie der Tresor, das Watergate, der KitKatClub, der Club der Visionaere, das Berghain, der Salon zur Wilden Renate und das Kater Blau (Stand: 2018).

Küche

Hauptartikel: Berliner Küche
Splitterbrötchen

In Berlin existieren etwa 5000 Cafés, Bars und Restaurants (Stand: 2018). Die Spitzengastronomie in Berlin hat sich seit Beginn der 2000er-Jahre erfolgreich entwickelt. Im Jahr 2020 verzeichnete der Guide Michelin mit dem Rutz ein Restaurant mit drei Michelin-Sternen, fünf Restaurants mit zwei und 17 Restaurants mit einem Stern. Berlin zählte damit zu den europäischen Städten mit den meisten Sterne-Restaurants.

Als typische Berliner Speisen gelten beispielsweise Kasseler, Bulette und Leber nach „Berliner Art“. Die Kartoffel ist in deutschsprachigen Haushalten in ihren diversen Zubereitungsformen eine allgegenwärtige Essensbeilage. Die Schrippe, Splitterbrötchen und der Berliner Pfannkuchen sind berlintypische Gebäcke. Das Deutsche Brotinstitut hat seinen Sitz in Berlin.

Die am häufigsten verkauften Imbissgerichte in der Stadt sind Currywurst (häufig mit Pommes frites) und verschiedenste Varianten des Döner Kebabs. Daneben besaß Berlin bis Ende des 20. Jahrhunderts Berlin eine Brautradition. Die gängigste Biersorte ist das Pilsener. Als traditionelles Mixgetränk gilt der Futschi.

Berlin in der Kunst

Film

Berlin spielte als Produktionsstandort in der Filmgeschichte eine besondere Rolle. Zur Blütezeit, in den Jahren nach 1920, war die Berliner Filmindustrie für ihre stil- und genreprägenden Kinofilme berühmt. Viele Produktionen entstanden in den Studios von Babelsberg. Nach 1945 und 1990 manifestierte sich jedoch eine schwach ausgeprägte Stellung des Films innerhalb des deutschen Kulturfördersystems. Obwohl die Stadt in der Gegenwart einen der größten Filmproduktionsorte in Deutschland darstellt, fällt es den dort hergestellten Filmen schwer im heimatlichen und europäischen Markt Zuschauer anzuziehen.

Berlin ist Schauplatz und Drehort vieler deutscher und internationaler Filmproduktionen

Folgende Auswahl von Berliner Filmproduktionen spielen in Berlin oder handeln von der Metropole: Berlin – Die Sinfonie der Großstadt (1927), M (1931), Der Hauptmann von Köpenick (1956), Die Legende von Paul und Paula (1973), Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo (1981), Der Himmel über Berlin (1987), Linie 1 (1988), Lola rennt (1998), Sonnenallee (1999), Good Bye, Lenin! (2003), Das Leben der Anderen (2006) und Who Am I – Kein System ist sicher (2014).

Neben deutschen Produktionen fanden seit den 1950er-Jahren auch immer wieder internationale Film- und Serienproduktionen in Berlin statt. U.a. waren das Eins, Zwei, Drei, Cabaret, James Bond 007: Octopussy, Æon Flux, die Jason Bourne-Reihe, Bridge of Spies – Der Unterhändler, Homeland, Die Tribute von Panem und Das Damengambit.

Seit Jahrzehnten gibt es auch viele deutsche Serien die in Berlin spielen und/oder Berlin thematisieren. Darunter waren u. a. Drei Damen vom Grill, Ich heirate eine Familie, Liebling Kreuzberg, Verliebt in Berlin, Gute Zeiten, schlechte Zeiten, Berlin, Berlin, Charité, Deutschland 83, 4 Blocks, Babylon Berlin und Unorthodox.

Malerei

Eine Künstlergemeinschaft von E. L. Kirchner, 1926

Ab 1893 fand jährlich die überregional bedeutende Große Berliner Kunstausstellung statt. Mit dem Aufkommen der Berliner Secession 1898, die den Impressionismus in der Malerei prägte, etablierte sich Berlin als herausragendes Zentrum der bildenden Kunst in Deutschland.

Durch den Umzug der expressionistisch arbeitenden Künstlergruppe „Brücke“ nach Berlin erlangte die Kunstszene der Metropole Weltgeltung. Nach 1933 und 1945 gelang der Anschluss an die internationale Kunstwelt jedoch nicht mehr.

Erst mit Beginn des 21. Jahrhunderts hat die Bedeutung der Stadt für die bildenden Künste wieder wesentlich zugenommen. Seitdem leben und arbeiten eine Vielzahl anerkannter Kunstschaffender in der Stadt. Durch die im internationalen Vergleich sehr hohe Anzahl von über 300 ansässigen Galerien spielt der Standort innerhalb Deutschlands auch auf dem Kunstmarkt eine wichtige Rolle.

Literatur

Zahlreiche erfolgreiche Schriftsteller, Philosophen, Dramaturgen, Historiker, Kritiker, Humoristen und Drehbuchautoren leben und arbeiten in Berlin. Zu den in der Vergangenheit und Gegenwart anerkanntesten Literaten zählen u. a. Moses Mendelssohn, Wilhelm von Humboldt, Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Theodor Mommsen, Georg Simmel, Alfred Kerr, Alfred Döblin, Christian Morgenstern, Joachim Ringelnatz, Kurt Tucholsky, Walter Benjamin, Bertolt Brecht, Vladimir Nabokov, Erich Kästner, Christopher Isherwood, Robert Jungk, Günter Grass, Heiner Müller, Christa Wolf, Wolfgang Kohlhaase, Heinrich August Winkler, Herta Müller, Max Goldt, Jonathan Franzen und Maxim Biller.

Musik

Schauspielerin und Sängerin Marlene Dietrich, 1932

Seit der Entwicklung Berlins zur Millionenmetropole Ende des 19. Jahrhunderts entstanden in der Popkultur eine Vielzahl von Liedern, die den Berliner Zeitgeist und das Leben in der Stadt widerspiegeln.

Eines der frühen Musikstücke ist Berliner Luft (1899), das mitunter als inoffizielle Landeshymne gespielt wird. Weitere bekannte Lieder sind u. a. Pack die Badehose ein (1951), Heimweh nach dem Kurfürstendamm (1963) und Berlin (1980).

Zu den erfolgreichsten Künstlern, Sängern und Bands, die in Berlin geboren wurden oder langjährig gewirkt haben oder wirken, gehören u. a. Comedian Harmonists, Marlene Dietrich, Hildegard Knef, Conny Froboess, Rio Reiser, Gebrüder Blattschuss, Ideal, City, Nina Hagen, Thomas Quasthoff, Tangerine Dream, Max Raabe, Harald Juhnke, Ton Steine Scherben, Reinhard Mey, Roland Kaiser, Helga Hahnemann, Frank Zander, Die Ärzte, Rammstein, Seeed, Bushido und Paul van Dyk.

Internationale Musiker wie Leonard Cohen, David Bowie, Iggy Pop, Lou Reed oder die Band U2 sangen über Berlin oder produzierten ihre Alben in der Stadt. Die Hansa-Tonstudios waren dabei für viele Künstler eine wichtige Anlaufstelle um ihre Musikaufnahmen zu realisieren. Durch die große und vielseitige Musikszene Berlins zählt die Metropole zu den meistbesungenen Städten der Welt.

Portal: Berlin – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Berlin

alphabetisch nach Nachnamen geordnet

  • Udo Arnold: Preußen und Berlin. Beziehungen zwischen Provinz und Hauptstadt. Verlag Nordostdeutsches Kulturwerk, Lüneburg 1981, ISBN 3-922296-21-1.
  • Michael Bienert: Literarisches Berlin: 100 Dichter, Schriftsteller und Publizisten; Wohnorte, Wirken und Werke. 3. Aufl. Verlag Jena 1800, Berlin 2013, ISBN 978-3-931911-18-8.
  • Horst Bosetzky, Jan Eik: Das Berlin-Lexikon. Jaron Verlag, Berlin 1998, ISBN 3-932202-57-0.
  • Deutscher Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin-Brandenburg e. V. (Hrsg.): Unvollendete Metropole. Band 1: 100 Jahre Städtebau für Groß-Berlin. Band 2: Internationaler Wettbewerb Berlin-Brandenburg 2070. Blick nach Europa. Berlin 2020, ISBN 978-3-86922-241-7.
  • Christian Härtel: Berlin. Eine kleine Geschichte. Unter Mitarbeit des Bildarchivs Preußischer Kulturbesitz, bebra-Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-89809-041-8 (englische, italienische und spanische Ausgaben).
  • Jacob Hein: Gebrauchsanweisung für Berlin. Vollständig überarbeitete Neuausgabe. Piper, München 2009, ISBN 978-3-492-27576-7.
  • Joachim Herrmann u. a. (Hrsg.): Berlin. Ergebnisse der heimatkundlichen Bestandsaufnahme (= Werte unserer Heimat. Bd. 49/50). Akademie-Verlag, Berlin 1987, ISBN 3-05-000379-0.
  • Wilhelm Heyne Verlag (Hrsg.): Das kleine Buch für den Berliner mit Herz und Schnauze, mit Bildern von Michel Meyer, Verlag Wilhelm Heyne, München 1994, ISBN 3-453-08068-8.
  • Stefan Krätke: Berlin – Stadt im Globalisierungsprozess. In: Geographische Rundschau. 56 (4), 2004,ISSN , S. 20–25.
  • Susanne Kähler: Die symbolische Deutung des Stadtraums - Denkmalstürze und Bildersturm in Berlin. In: Susanne Kähler, Wolfgang Krogel (Hrsg.): Jahrbuch des Vereins für die Geschichte Berlins (= Jahrbuch des Vereins für die Geschichte Berlins. Jahr 2020).Band70. Westkreuz-Verlag, 2020, ISSN ,S.169–188.
  • Heinz Kullnick: Berliner und Wahlberliner. Personen und Persönlichkeiten in Berlin von 1640–1914. Hayn, Berlin 1961.
  • Kurt Pomplun: Berliner Häuser – Geschichte und Geschichten (= Berliner Kaleidoskop. Bd. 14). 2. Aufl. Hessling, Berlin 1975, ISBN 3-7769-0119-5.
  • Wolfgang Ribbe (Hrsg.): Geschichte Berlins. 2 Bde. 3. Aufl. Berlin 2002 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin, Standardwerk anlässlich des 750. Jubiläums von Berlin).
  • Bodo Rollka (Hrsg.): Berliner biographisches Lexikon. 2. Aufl. Haude & Spener, 2003.
  • Jutta Rosenkranz (Hrsg.): Berlin im Gedicht – Gedichte aus 250 Jahren. 2. Aufl., Husum Druck und Verlagsgesellschaft, Husum 2006, ISBN 3-89876-264-5.
  • Uwe Schaper (Hrsg.) in Verbindung mit dem Landesarchiv Berlin: Berlinische Lebensbilder. Historische Kommission zu Berlin, Duncker & Humblot, Berlin 1987 ff. (Stand 2015: 10 thematische Einzelbände).
  • Reimer Wulf (Fotos), Karl Kessler (Texte): Über den Dächern des Neuen Berlin. Herbig, München 2004, ISBN 3-7766-2403-5 (Luftaufnahmendokumentation).
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berlin, hauptstadt, land, bundesrepublik, deutschland, sprache, beobachten, bearbeiten, titel, dieses, artikels, mehrdeutig, weitere, bedeutungen, sind, unter, begriffsklärung, aufgeführt, land, landesflaggelandeswappenbasisdatensprache, deutschstaatsform, par. Berlin Hauptstadt und Land der Bundesrepublik Deutschland Sprache Beobachten Bearbeiten Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig Weitere Bedeutungen sind unter Berlin Begriffsklarung aufgefuhrt Land BerlinLandesflaggeLandeswappenBasisdatenSprache DeutschStaatsform parlamentarische Republik teilsouveraner Gliedstaat eines BundesstaatesPostleitzahlen 10115 14199Telefonvorwahl 030gesetzlicher Feiertag 8 Marz Internationaler Frauentag seit 2019Kfz Kennzeichen BGemeindeschlussel 11 0 00 000Bruttoinlandsprodukt BIP 153 3 Mrd 2019 1 BIP pro Kopf 41 967 2019 2 Schulden 57 175 Mrd 30 Juni 2020 3 ISO 3166 2 DE BEUN LOCODE DE BERAnschrift des Regierenden Burgermeisters und des Senates von Berlin Berliner Rathaus Rathausstrasse 15 10178 BerlinWebsite www berlin deBevolkerungEinwohner 3 664 088 31 Dezember 2020 4 Auslanderanteil 20 94 31 Dezember 2020 5 Migrationshintergrundanteil 35 67 31 Dezember 2020 5 Arbeitslosenquote 9 9 Juli 2021 6 Bevolkerungsdichte 4 109 Einw je km Rang 1 als Land 3 als Gemeinde Einwohner Metropolregion 6 195 632 31 Oktober 2020 7 GeographieGeographische Lage 52 31 N 13 24 O 52 518611111111 13 408333333333 34 Koordinaten 52 31 N 13 24 OFlache 891 68 km 8 Rang 14 als Land 1 als Gemeinde davon Wasserflache 59 69 km 6 7 Waldflache 163 64 km 18 4 Hohe 29 5 115 m u NHN 9 Stadtgliederung 12 Bezirke 97 OrtsteilePolitikRegierender Burgermeister Michael Muller SPD Prasident des Abgeordnetenhauses Ralf Wieland SPD Regierende Parteien SPD Linke und GruneSitzverteilung 160 im Abgeordnetenhaus seit der Wahl 2016 SPD 38CDU 31Linke 27Grune 27AfD 22FDP 12Sonstige 0 3 10 11 12 Letzte Parlamentswahl 18 September 2016 13 Nachste Parlamentswahl 26 September 2021 14 Bundesratsstimmgewicht 4Sicht von der Siegessaule die Strasse des 17 Juni entlang Richtung Berlin Mitte 2013 Berlin bɛɐ ˈliːn ist Hauptstadt und als Land eine parlamentarische Republik sowie ein teilsouveraner Gliedstaat der Bundesrepublik Deutschland 15 Die Stadt ist mit rund 3 7 Millionen Einwohnern die bevolkerungsreichste und mit 892 Quadratkilometern die flachengrosste Gemeinde Deutschlands sowie die bevolkerungsreichste Stadt der Europaischen Union 4 In der Agglomeration Berlin leben knapp 4 7 Millionen Einwohner in der Hauptstadtregion Berlin Brandenburg 6 2 Millionen Der Stadtstaat besteht aus zwolf Bezirken Neben den Flussen Spree und Havel befinden sich im Stadtgebiet kleinere Fliessgewasser sowie zahlreiche Seen und Walder Im 13 Jahrhundert erstmals urkundlich erwahnt war Berlin in seiner Geschichte Hauptstadt der Mark Brandenburg Preussens und Deutschlands Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs unterlag die Stadt 1945 dem Viermachtestatus Ost Berlin hatte ab 1949 die Funktion als Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik wahrend West Berlin sich eng an die alte Bundesrepublik Deutschland anschloss Mit dem Fall der Berliner Mauer 1989 und der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 wuchsen die beiden Stadthalften wieder zusammen und Berlin erhielt seine Rolle als gesamtdeutsche Hauptstadt zuruck Seit 1999 ist die Stadt Sitz der Bundesregierung des Bundesprasidenten des Deutschen Bundestages des Bundesrates sowie der Bundesministerien zahlreicher Bundesbehorden und Botschaften Zu den bedeutenden Zweigen der Wirtschaft Berlins gehoren unter anderem der Tourismus die Kreativ und Kulturwirtschaft die Biotechnologie und Gesundheitswirtschaft mit Medizintechnik und pharmazeutischer Industrie die Informations und Kommunikationstechnologien die Bau und Immobilienwirtschaft der Handel die Optoelektronik die Energietechnik sowie die Messe und Kongresswirtschaft Die Stadt ist ein europaischer Verkehrsknotenpunkt des Schienen und Luftverkehrs Berlin zahlt zu den aufstrebenden internationalen Zentren fur innovative Unternehmensgrunder Berlin verzeichnet jahrlich hohe Zuwachsraten bei der Zahl der Erwerbstatigen 16 Berlin gilt als Weltstadt der Kultur Politik Medien und Wissenschaften 17 18 19 20 Die hiesigen Hochschulen und Forschungseinrichtungen der lokale Sport und die Museen geniessen internationalen Ruf 21 Die Metropole tragt den UNESCO Titel Stadt des Designs und ist eines der meistbesuchten Zentren des Kontinents 22 Architektur Festlichkeiten und Nachtleben sind weltweit bekannt 23 Inhaltsverzeichnis 1 Geographie 1 1 Lage 1 2 Gewasser und Erhebungen 1 3 Walder und Parkanlagen 1 4 Zoos und Schutzgebiete 1 5 Klima 1 6 Stadtgliederung 2 Geschichte 2 1 Namensherkunft und erste Besiedlungen 2 2 Markgrafschaft und Kurfurstentum 2 3 Preussen und Deutsches Kaiserreich 2 4 Weimarer Republik und Gross Berlin 2 5 Nationalsozialismus 2 6 Geteilte Stadt 2 7 Wiedervereinte Stadt 3 Bevolkerung 3 1 Einwohnerentwicklung 3 2 Bevolkerungsgruppen 3 3 Sprache 3 4 Religionen und Weltanschauungen 3 5 Personlichkeiten 4 Politik 4 1 Deutsche Hauptstadt 4 2 Land Berlin 4 2 1 Legislative 4 2 2 Exekutive 4 2 3 Finanzen 4 3 Wappen und Flaggen 4 4 Stadtepartnerschaften 4 5 Polizei und Feuerwehr 4 6 Justiz 5 Wirtschaft 5 1 Unternehmen 5 2 Tourismus 5 3 Messe und Kongresswirtschaft 5 4 Gesundheitswirtschaft 5 5 Kreativwirtschaft 5 6 Medien 5 7 Industrie 5 8 Handel und Finanzwirtschaft 6 Infrastruktur 6 1 Offentlicher Verkehr 6 2 Strassenverkehr 6 3 Fahrradverkehr 6 4 Flugverkehr 6 5 Binnenschifffahrt 6 6 Brucken 6 7 Wasserversorgung 6 8 Energieversorgung 7 Wissenschaft und Bildung 7 1 Hochschulen 7 2 Forschung 7 3 Kinderbetreuung und Schulsystem 7 4 Bibliotheken 8 Kultur 8 1 Musik 8 2 Festlichkeiten 8 3 Theater 8 4 Museen 8 5 Bauwerke 8 6 Sport 8 7 Freizeit 8 8 Kuche 8 9 Berlin in der Kunst 9 Siehe auch 10 Literatur 11 Weblinks 12 EinzelnachweiseGeographie Hauptartikel Geografie Berlins Lage Lage Berlins in Deutschland und der Europaischen Union Berlins markanter Bezugspunkt das Rote Rathaus hat die geographische Lage 52 31 7 nordliche Breite 13 24 30 ostliche Lange der Flachenschwerpunkt der Stadt liegt rund zwei Kilometer sudlich davon in Kreuzberg 52 30 10 4 N 13 24 15 1 O 52 502888888889 13 404194444444 Die grosste Ausdehnung des Stadtgebiets in Ost West Richtung betragt rund 45 Kilometer in Nord Sud Richtung etwa 38 Kilometer Die Flache Berlins betragt knapp 892 km Die Stadt befindet sich im Nordosten der Bundesrepublik Deutschland und ist vollstandig vom Land Brandenburg umgeben Das historische Zentrum liegt an der schmalsten und damit verkehrsgunstigsten Stelle des Warschau Berliner Urstromtals das Berlin vom Sudosten zum Nordwesten hin durchquert und von der Spree in Ost West Richtung durchflossen wird Der nordostliche Teil Berlins liegt auf der Hochebene des Barnim knapp die Halfte der Stadtflache im sudwestlichen Bereich liegt auf der Hochebene des Teltow Der westlichste Bezirk Spandau verteilt sich auf das Berliner Urstromtal das Brandenburg Potsdamer Havelgebiet und die Zehdenick Spandauer Havelniederung Die Landschaft Berlins entstand im Eiszeitalter wahrend der jungsten Vereisungsphase der Weichsel Eiszeit Vor etwa 20 000 Jahren war das Gebiet Berlins vom mehrere 100 Meter machtigen skandinavischen Eisschild Gletscher bedeckt Beim Ruckschmelzen des Gletschers entstand vor etwa 18 000 Jahren das Berliner Urstromtal Siehe auch Berliner Siedlungsstern und Geologie und Landschaftsentwicklung in Brandenburg Gewasser und Erhebungen Ausdehnung des Stadtraums vom Zentrum in Richtung Norden Berlin hat zahlreiche Fliessgewasser und Seen Die Spree mundet in Spandau in die Havel die den Westen Berlins in Nord Sud Richtung durchfliesst Berliner Nebenflusse der Spree sind die Panke die Dahme die Wuhle und die Erpe Der Flusslauf der Havel eigentlich eine glaziale Rinne ahnelt dabei oft einer Seenlandschaft die grossten Ausbuchtungen bilden der Tegeler See und der Grosse Wannsee Jeweils zum Teil in Berlin liegen die der Havel zufliessenden Bache Tegeler Fliess und Bake Grosster See Berlins ist der Grosse Muggelsee in Treptow Kopenick In Berlin sind 13 Wasserschutzgebiete auf einer Flache von rund 212 km durch Wasserschutzgebietsverordnungen ausgewiesen Im Verhaltnis zur Gesamtstadtflache von rund 890 km sind damit etwa ein Viertel des Stadtgebietes als Wasserschutzgebiete ausgewiesen 24 Die hochsten Erhebungen Berlins sind als hochste naturliche Bodenerhebung der Grosse Muggelberg 115 m u NHN im Bezirk Treptow Kopenick die aus Bau Abraum entstandenen Arkenberge 122 m u NHN im Bezirk Pankow der aus Trummerschutt des Zweiten Weltkriegs aufgeschuttete Teufelsberg 120 m u NHN im Bezirk Charlottenburg Wilmersdorf und die Ahrensfelder Berge 114 m u NHN im Landschaftspark Wuhletal im Bezirk Marzahn Hellersdorf Der tiefste Punkt Berlins liegt mit 28 1 m u NHN am Spektesee im Bezirk Spandau 25 Siehe auch Liste von Erhebungen in Berlin und Liste der Wasserschutzgebiete in Berlin Walder und Parkanlagen Der Grosse Tiergarten 2006 Berlin besitzt neben ausgedehnten Waldgebieten im Westen und Sudosten des Stadtgebietes Berliner Forsten viele grosse Parkanlagen Da auch fast alle Strassen von Baumen gesaumt sind gilt Berlin als besonders grune Stadt In Berlin gibt es insgesamt rund 440 000 Strassenbaume darunter 153 000 Linden 82 000 Ahornbaume 35 000 Eichen 25 000 Platanen und 21 000 Kastanien 26 Die uber 2500 offentlichen Grun Erholungs und Parkanlagen haben eine Gesamtflache von uber 5500 Hektar und bieten vielfaltige Freizeit und Erholungsmoglichkeiten Die grosste heute als Park bezeichnete Anlage Berlins ist der Tempelhofer Park der auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof entstand Im Zentrum der Stadt liegt der Grosse Tiergarten Er ist die alteste und mit 210 Hektar zweitgrosste und bedeutendste Parkanlage Berlins und wurde im Verlauf von mehr als 500 Jahren gestaltet Ursprunglich ein ausgedehntes Waldareal vor den Toren der Stadt genutzt von den preussischen Adeligen als Jagd und Ausrittgebiet wurde dieses nach und nach von der Stadtentwicklung umschlossen Er erstreckt sich heute vom Bahnhof Zoo bis zum Brandenburger Tor und grenzt direkt an das Regierungsviertel Einige grosse Strassen durchschneiden den Tiergarten darunter die Strasse des 17 Juni als Ost West Achse Sie kreuzen sich am Grossen Stern in dessen Mitte seit 1939 die Siegessaule steht Der Grosse Tiergarten hat die Gestalt einer naturnahen Parklandschaft Charakteristisch sind die weiten von kleinen Wasserlaufen durchzogenen und mit Baumgruppen bestandenen Rasenflachen sowie die Seen mit kleinen Inseln und zahlreichen Brucken und Alleen Anlagen wie der Englische Garten die Luiseninsel und der Rosengarten setzen an einigen Stellen schmuckgartnerische Akzente Botanischer Garten in Lichterfelde Neben dem Tiergarten gehort der Treptower Park im Sudosten Berlins zu den bedeutendsten Parks der Stadt Er wurde von 1876 bis 1882 vom ersten Berliner Gartenbaudirektor Gustav Meyer angelegt Die weite an der Spree sich hinziehende Gartenlandschaft ist eines der beliebtesten Ausflugsziele der Berliner nicht zuletzt auch wegen der bereits 1821 1822 von Carl Ferdinand Langhans als Gasthaus an der Spree erbauten heutigen Gaststatte Zenner Garten der Welt Eine Besonderheit unter den Parks ist der Botanische Garten Im Sudwesten der Stadt gelegen wird er neben seiner wissenschaftlichen Bestimmung er gehort zur Freien Universitat Berlin auch als Erholungspark genutzt Die Vorgangereinrichtung existierte bereits seit 1697 auf dem Gelande des heutigen Kleist Parks in Schoneberg Ab 1897 erfolgte der Bau der neuen Parkanlage in Dahlem und Gross Lichterfelde 27 Nach dem Gross Berlin Gesetz von 1920 und der Gebietsreform von 1938 liegt der Botanische Garten heute im Ortsteil Lichterfelde Mit einer Flache von uber 43 Hektar ist er der viertgrosste Botanische Garten der Welt Er umfasst rund 22 000 verschiedene Pflanzenarten Das 25 Meter hohe 30 Meter breite und 60 Meter lange Grosse Tropenhaus ist das hochste Gewachshaus der Welt Weitere Parkanlagen in Berlin sind die Schlossgarten in Charlottenburg Glienicke und auf der Pfaueninsel die letzten beiden gehoren zum UNESCO Welterbe die historischen Parkanlagen Lustgarten Viktoriapark Rudolph Wilde Park und Schillerpark und die zahlreichen grossen Volksgarten Im Britzer Garten fand 1985 die Bundesgartenschau statt in den heutigen Garten der Welt 1987 die Berliner Gartenschau 2017 fand dort die Internationale Gartenausstellung statt Der Mauerpark auf dem ehemaligen Todesstreifen der Berliner Mauer das Naturschutzgebiet Schoneberger Sudgelande der Gorlitzer Park und der Spreebogenpark gehoren zu den jungeren Parkanlagen Berlins Siehe auch Kategorie Parkanlage in Berlin Zoos und Schutzgebiete Tiger im Tierpark Berlin Ortsteil Friedrichsfelde Zoologischer Garten im Ortsteil Tiergarten artenreichster Zoo der Welt und einziger Zoo in Deutschland mit Pandabaren Berlin verfugt uber mehrere zoologische Einrichtungen den Zoologischen Garten nebst Aquarium und den Tierpark Der bereits 1844 an der damaligen Stadtgrenze zu Charlottenburg eroffnete Zoologische Garten ist der alteste Zoo Deutschlands und zugleich der artenreichste der Welt rund 15 000 Tiere in 1500 Arten Der wesentlich jungere Tierpark verdankt seine Entstehung der Teilung Deutschlands nach 1945 Weil der Zoologische Garten im Britischen Sektor der Stadt lag fehlte der Hauptstadt der DDR eine eigene tiergartnerische Einrichtung 1954 wurde daher in Friedrichsfelde ein Tierpark auf dem Gelande des Schlossparks Friedrichsfelde eroffnet Er ist mit 160 Hektar der grosste Landschaftstierpark Europas In Berlin gibt es 43 Naturschutzgebiete Stand 2018 mit einer Gesamtflache von 2668 Hektar das entspricht etwa 3 0 Prozent der Landesflache 28 Hinzu kommen 56 Landschaftsschutzgebiete die weitere 14 Prozent der Landesflache einnehmen 29 Zudem haben die Bezirke Pankow und Reinickendorf einen Flachenanteil von 5 4 Prozent am landerubergreifenden 75 000 Hektar umfassenden Naturpark Barnim 30 Siehe auch Liste der Naturschutzgebiete in Berlin Klima Die Stadt befindet sich in der gemassigten Klimazone am Ubergang vom maritimen zum kontinentalen Klima Seit Beginn des 20 Jahrhunderts schwanken die Jahresmitteltemperaturen mit steigender Tendenz zwischen 7 C und 11 C 31 32 Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Berlin Dahlem betragt 9 5 C und die mittlere jahrliche Niederschlagsmenge 591 mm Die warmsten Monate sind Juli und August mit durchschnittlich 19 1 beziehungsweise 18 2 C der kalteste der Januar mit 0 6 C im Mittel Der bisherige Temperaturhochstwert in Berlin von 38 9 C wurde am 7 August 2015 an der Station Kaniswall gemessen 33 Der meiste Niederschlag fallt im August mit durchschnittlich 64 mm der geringste im April mit durchschnittlich 33 mm alle Mittelwerte von 1981 bis 2010 vom Deutschen Wetterdienst 34 Hinsichtlich der Windgeschwindigkeiten und der Windrichtungsverteilung ist ein zweigeteiltes Maximum zu verzeichnen Demnach wird in Berlin am haufigsten Nordwest und Sudwestwind beobachtet der besonders im Winter mit hoheren Geschwindigkeiten verbunden ist und meist maritime gut durchmischte und saubere Meeresluft herantransportiert Das zweite Maximum aus Sudost und Ost ist oft kennzeichnend fur Hochdruckwetterlagen kontinentaler Luftmassen was je nach Jahreszeit zu verhaltnismassig heissen bzw kalten Tagen fuhren kann BerlinKlimadiagrammJFMAMJJASOND 42 3 2 33 4 2 41 9 1 37 13 4 54 19 9 69 22 12 56 24 14 58 24 14 45 19 11 37 13 6 44 7 2 55 4 0Temperatur in C Niederschlag in mmQuelle DWD Daten 1971 2000 35 Monatliche Durchschnittstemperaturen und niederschlage fur Berlin Jan Feb Mar Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov DezMax Temperatur C 2 9 4 2 8 5 13 2 18 9 21 6 23 7 23 6 18 8 13 4 7 1 4 4 O 13 4Min Temperatur C 1 9 1 5 1 3 4 2 9 0 12 3 14 3 14 1 10 6 6 4 2 2 0 4 O 5 9Niederschlag mm 42 3 33 3 40 5 37 1 53 8 68 7 55 5 58 2 45 1 37 3 43 6 55 3 S 570 7Regentage d 10 0 8 0 9 1 7 8 8 9 9 8 8 4 7 9 7 8 7 6 9 6 11 4 S 106 3T e m p e r a t u r 2 9 1 9 4 2 1 5 8 5 1 3 13 2 4 2 18 9 9 0 21 6 12 3 23 7 14 3 23 6 14 1 18 8 10 6 13 4 6 4 7 1 2 2 4 4 0 4Jan Feb Mar Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov DezN i e d e r s c h l a g 42 3 33 3 40 5 37 1 53 8 68 7 55 5 58 2 45 1 37 3 43 6 55 3 Jan Feb Mar Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov DezQuelle DWD Daten 1971 2000 35 Die geringen Hohenunterschiede innerhalb der Stadt bewirken eigentlich ein eher homogenes Stadtklima allerdings fuhrt die dichte Bebauung in der Stadt und den Bezirkszentren zu teilweise deutlichen Temperaturunterschieden im Vergleich zu grossen innerstadtischen Freiflachen und vor allem zu den ausgedehnten Landwirtschaftsflachen im Umland Vor allem in Sommernachten werden Temperaturunterschiede von bis zu 10 C gemessen 36 Insgesamt jedoch profitiert Berlin auch in diesem Zusammenhang von seinem grossen Grunflachenanteil Mehr als 40 Prozent des Stadtgebietes sind Grunbestand 37 2012 saumten 439 971 Baume die Strassen 38 Die grosse Anzahl kleinerer Freiflachen besonders aber auch die innerstadtischen Grunflachen wie der Grosse Tiergarten der Grunewald und der ehemalige Flughafen Tempelhof mit der direkt benachbarten Hasenheide erzeugen einen Kuhlungseffekt und werden deshalb auch als Kalteinseln bezeichnet Stadtgliederung Hauptartikel Verwaltungsgliederung Berlins und Bezirk von Berlin Die Verwaltung des Landes Berlin wird vom Senat von Berlin der Hauptverwaltung und den zwolf Bezirksverwaltungen wahrgenommen Die Hauptverwaltung nimmt die gesamtstadtischen Aufgaben wahr und umfasst die Senatsverwaltungen die ihnen nachgeordneten Behorden Sonderbehorden und nichtrechtsfahigen Anstalten sowie die unter ihrer Aufsicht stehenden Eigenbetriebe Da Berlin eine Einheitsgemeinde ist stellen die Bezirke keine eigenstandigen Gemeinden dar gemessen an der Einwohnerzahl sind sie jedoch mit grosseren Landkreisen in Flachenstaaten vergleichbar Die Bezirke unterliegen der Bezirksaufsicht durch den Senat 39 In jedem Bezirk besteht eine Bezirksverordnetenversammlung BVV Diese wahlt das Bezirksamt bestehend aus Bezirksburgermeister und vier Stadtraten nach Parteienproporz Der Bezirksburgermeister wird von der grossten Fraktion oder einer grosseren Zahlgemeinschaft mehrerer Fraktionen gestellt Bezirksburgermeister und Stadtrate haben trotz ihrer quasipolitischen Wahl den Status eines Wahlbeamten inne Die Burgermeister der Bezirke bilden unter Vorsitz des Regierenden Burgermeisters den Rat der Burgermeister der den Senat berat Das Rathaus Pankow links ist Sitz des Burgermeisters des Bezirks Pankow und Verwaltungsbehorde des Bezirksamtes Pankow von Berlin Die Gliederung und Aufgaben der Berliner Verwaltung ergeben sich aus dem Allgemeinen Zustandigkeitsgesetz AZG Gliederung und Aufgaben der Berliner Bezirksverwaltung werden naher im Bezirksverwaltungsgesetz BezVwG festgelegt Seit 1990 wird in Berlin in Teilschritten eine Verwaltungsreform vorgenommen Die Verwaltungsstrukturen und Behorden des Stadtstaats werden gegenwartig Stand 2016 17 sowohl innerhalb Berlins als auch deutschlandweit als zu langsam arbeitend und modernisierungsbedurftig eingestuft 40 41 Berlin gliedert sich gemass der Verfassung von Berlin in zwolf Bezirke Diese unterteilen sich wiederum in 97 Ortsteile Stand 2020 wobei die Landesverfassung lediglich eine Einteilung in Bezirke vornimmt Die Ortsteile stellen keine Verwaltungseinheiten dar bilden aber die Grundlage amtlicher Ortsangaben und haben daher auch administrative Grenzen Mit dem Gross Berlin Gesetz 42 wurden 1920 acht Stadte sowie 59 Landgemeinden und 27 Gutsbezirke zusammengefasst Das neue Gross Berlin umfasste ursprunglich 20 Bezirke mit damals 94 Ortsteilen die mit unveranderten Grenzverlaufen den vorherigen Gliederungen entsprachen Von diesen 20 Bezirken lagen nach der Teilung der Stadt zwolf in West und acht in Ost Berlin Anlasslich der Schaffung von Neubaugebieten am ostlichen Stadtrand wurde ohne Eingemeindungen die Zahl der Bezirke in Ost Berlin durch Ausgrundungen zwischen 1979 und 1986 auf elf erhoht Die Aufteilung in West Berlin blieb unverandert bis auf einen Gebietsaustausch im Jahr 1945 als der Ostteil von Gross Glienicke im Austausch gegen West Staaken zu Berlin kam und der 95 Ortsteil wurde Das wiedervereinte Berlin zahlte 1990 somit zunachst 23 Bezirke deren Zahl dann 2001 schliesslich durch Bezirksfusionen im Rahmen einer Gebietsreform auf zwolf reduziert wurde Zahl und Zuschnitt der Ortsteile wurden wahrend der letzten Jahrzehnte ebenfalls mehrfach geandert Die zwolf Bezirke von Berlin Eckdaten der Bezirke von Berlin am 31 Dezember 2020 43 4 Nr Bezirk von Berlin Einwohner Anm 1 Flache in km Einwohner pro km 0 1 Mitte Mitte 383 360 0 39 47 0 9 7330 2 Friedrichshain Kreuzberg Friedrichshain Kreuzberg 289 787 0 20 34 14 2460 3 Pankow Pankow 410 716 103 07 0 3 9560 4 Charlottenburg Wilmersdorf Charlottenburg Wilmersdorf 341 392 0 64 72 0 5 2890 5 Spandau Spandau 245 527 0 91 87 0 2 6560 6 Steglitz Zehlendorf Steglitz Zehlendorf 308 840 102 56 0 3 0100 7 Tempelhof Schoneberg Tempelhof Schoneberg 349 539 0 53 10 0 6 6220 8 Neukolln Neukolln 327 945 0 44 93 0 7 3380 9 Treptow Kopenick Treptow Kopenick 276 165 168 42 0 1 61010 Marzahn Hellersdorf Marzahn Hellersdorf 273 731 0 61 78 0 4 34711 Lichtenberg Lichtenberg 296 837 0 52 12 0 5 59212 Reinickendorf Reinickendorf 266 123 0 89 31 0 2 970 Land Berlin 3 664 0880 891 68 0 4 088 Die Einwohnerzahl fur Gesamt Berlin stammt aus der Bevolkerungsfortschreibung auf Basis des Zensus 2011 dies ist die amtliche Einwohnerzahl fur Berlin die Zahlen der Bezirke hingegen aus dem stadtischen Einwohnermelderegister Die Summe der Einwohner der Bezirke kann daher von der Einwohnerzahl fur die Gesamtstadt abweichen Geschichte Hauptartikel Geschichte Berlins Namensherkunft und erste Besiedlungen Der Name Berlin ist ursprunglich slawisch Er geht auf altpolabisch Birlin Berlin zuruck und bedeutet Ort in einem sumpfigen Gelande Zugrunde liegt altpolabisch birl berl Sumpf Morast erganzt um das die Lage bezeichnende slawische Suffix in Die urkundliche Uberlieferung mit dem Artikel der Berlin spricht fur einen ursprunglichen Flurnamen der von den Siedlern aufgenommen wurde 44 45 Wie alle slawischstammigen Ortsnamen im nordostlichen Mitteleuropa die auf in enden Schwerin Stettin Eutin Templin Kustrin usw wird auch Berlin auf der letzten Silbe betont Der Name Kolln ist vermutlich eine Namensubertragung von Koln am Rhein der auf lateinisch colonia Pflanzstadt in einem eroberten Land Kolonie zuruckgeht Nicht ganz auszuschliessen ist jedoch auch eine Herleitung von einem altpolabischen Namen kol no der zu kol Pfahl gebildet ware 44 Der Stadtname ist weder auf den angeblichen Grunder der Stadt Albrecht den Baren noch auf das Berliner Wappentier zuruckzufuhren Hierbei handelt es sich um ein redendes Wappen mit dem versucht wird den Stadtnamen in deutscher Interpretation bildlich darzustellen Das Wappentier leitet sich demnach vom Stadtnamen ab nicht umgekehrt 46 Markgrafschaft und Kurfurstentum Rekonstruierter Plan von Berlin und Kolln um 1230 Erstellt von K F von Kloden im 19 Jh Die auf der Spreeinsel gelegene Stadt Kolln wurde 1237 erstmals urkundlich erwahnt 47 1244 folgte dann die Erwahnung Alt Berlins das am nordostlichen Ufer der Spree liegt Neuere archaologische Funde belegen dass es bereits in der zweiten Halfte des 12 Jahrhunderts vorstadtische Siedlungen beiderseits der Spree gegeben hat 48 1280 fand der erste nachweisbare markische Landtag in Berlin statt Dies deutet auf eine fruhe Spitzenstellung wie sie auch aus dem Landbuch Karls IV 1375 erkennbar wird als Berlin mit Stendal Prenzlau und Frankfurt Oder als die Stadte mit dem hochsten Steueraufkommen nachgewiesen werden Die beiden Stadte Berlin und Kolln bekamen 1307 ein gemeinsames Rathaus Berlin teilte das Schicksal Brandenburgs unter den Askaniern 1157 1320 Wittelsbachern 1323 1373 und Luxemburgern 1373 1415 Im Jahr 1257 zahlte der Markgraf von Brandenburg zum ersten Mal zum einzig zur Konigswahl berechtigten Wahlkollegium Die genauen Regeln wurden 1356 mit der Goldenen Bulle festgelegt seitdem galt Brandenburg als Kurfurstentum Nachdem der deutsche Konig Sigismund von Luxemburg 1415 Friedrich I von Hohenzollern mit der Mark Brandenburg belehnt hatte regierte diese Familie bis 1918 in Berlin als Markgrafen und Kurfursten von Brandenburg und ab 1701 auch als Konige in bzw von Preussen Ab dem 14 Jahrhundert war Berlin Mitglied der Hanse 1518 trat Berlin formal aus der Hanse aus bzw wurde von ihr ausgeschlossen 49 1448 revoltierten Einwohner von Berlin im Berliner Unwillen gegen den Schlossneubau des Kurfursten Friedrich II Eisenzahn 50 51 Dieser Protest war jedoch nicht von Erfolg gekront und die Stadt busste viele ihrer mittlerweile ersessenen politischen und okonomischen Freiheiten ein Kurfurst Johann Cicero erklarte 1486 Berlin zur Hauptresidenzstadt des brandenburgischen Kurfurstentums Churfurstliche Residenzstadt Berlin und Coln um 1645 Kupferstich von Matthaus Merian Die Reformation wurde 1539 unter Kurfurst Joachim II in Berlin und Kolln eingefuhrt ohne dass es zu grossen Auseinandersetzungen kam Der Dreissigjahrige Krieg zwischen 1618 und 1648 hatte fur Berlin verheerende Folgen Ein Drittel der Hauser wurde beschadigt die Bevolkerungszahl halbierte sich Friedrich Wilhelm bekannt als der Grosse Kurfurst ubernahm 1640 die Regierungsgeschafte von seinem Vater Er begann eine Politik der Immigration und der religiosen Toleranz Vom darauf folgenden Jahr an kam es zur Grundung der Vorstadte Friedrichswerder Dorotheenstadt und Friedrichstadt 1671 wurde 50 judischen Familien aus Osterreich ein Zuhause in Berlin gegeben Mit dem Edikt von Potsdam 1685 lud Friedrich Wilhelm die franzosischen Hugenotten nach Brandenburg ein Uber 15 000 Franzosen kamen von denen sich 6000 in Berlin niederliessen Um 1700 waren 20 Prozent der Berliner Einwohner Franzosen und ihr kultureller Einfluss war gross Viele Einwanderer kamen ausserdem aus Bohmen Polen und Salzburg Von 1658 bis 1683 wurde die Doppelstadt Berlin Colln zur Festung mit insgesamt 13 Bastionen ausgebaut Preussen und Deutsches Kaiserreich Das Berliner Schloss seit 1702 die Hauptresidenz der preussischen Konige und ab 1871 der Deutschen Kaiser Bild um 1900 Berlin erlangte 1701 durch die Kronung Friedrichs I zum Konig in Preussen die Stellung der preussischen Hauptstadt was durch das Edikt zur Bildung der Koniglichen Residenz Berlin durch Zusammenlegung der Stadte Berlin Kolln Friedrichswerder Dorotheenstadt und Friedrichstadt am 17 Januar 1709 amtlich wurde 52 Die Einwohnerzahl Berlins stieg dadurch auf etwa 55 000 Bald darauf entstanden neue Vorstadte die Berlin vergrosserten Um 1800 entwickelte sich die Stadt zu einem der Zentren der deutschen Kulturlandschaft was in der als Berliner Klassik bezeichneten grossstadtischen Burgerkultur zum Ausdruck kam Nach der Niederlage Preussens 1806 gegen die Armeen Napoleons verliess Konig Friedrich Wilhelm III Berlin Richtung Konigsberg Behorden und wohlhabende Familien zogen aus Berlin fort Franzosische Truppen besetzten die Stadt von 1806 bis 1808 Unter dem Reformer Freiherr vom und zum Stein wurde 1808 die neue Berliner Stadteordnung beschlossen was zur ersten frei gewahlten Stadtverordnetenversammlung fuhrte An die Spitze der neuen Verwaltung wurde ein Oberburgermeister gewahlt Die Vereidigung der neuen Stadtverwaltung Magistrat genannt erfolgte im Berliner Rathaus 53 Bei den Reformen der Schulen und wissenschaftlichen Einrichtungen spielte die von Wilhelm von Humboldt vorgeschlagene Bildung einer Berliner Universitat eine bedeutende Rolle Die neue Universitat 1810 entwickelte sich rasch zum geistigen Mittelpunkt von Berlin und wurde bald weithin beruhmt 53 Weitere Reformen wie die Einfuhrung einer Gewerbesteuer das Gewerbe Polizeigesetz mit der Abschaffung der Zunftordnung unter Staatskanzler Karl August von Hardenberg verabschiedet die burgerliche Gleichstellung der Juden und die Erneuerung des Heereswesens fuhrten zu einem neuen Wachstumsschub in Berlin Vor allem legten sie die Grundlage fur die spatere Industrieentwicklung in der Stadt Der Konig kehrte Ende 1809 nach Berlin zuruck 53 Am 28 Mai 1813 wurden in der Jungfernheide letztmals in Preussen Todesurteile durch Verbrennen auf dem Scheiterhaufen vollstreckt 54 55 In den folgenden Jahrzehnten bis um 1850 siedelten sich ausserhalb der Stadtmauern neue Fabriken an in denen die Zuwanderer als Arbeiter oder Tagelohner Beschaftigung fanden Dadurch verdoppelte sich die Zahl der Einwohner durch Zuzug aus den ostlichen Landesteilen 53 Bedeutende Unternehmen wie Borsig Siemens oder die AEG entstanden und fuhrten dazu dass Berlin bald als Industriestadt galt Damit einher ging auch der politische Aufstieg der Berliner Arbeiterbewegung die sich zu einer der starksten der Welt entwickelte 56 Unter den Linden Ecke Friedrichstrasse um 1900 Im Ergebnis der Marzrevolution machte der Konig zahlreiche Zugestandnisse 1850 wurde eine neue Stadtverfassung und Gemeindeordnung beschlossen wonach die Presse und Versammlungsfreiheit wieder aufgehoben ein neues Dreiklassen Wahlrecht eingefuhrt und die Befugnisse der Stadtverordneten stark eingeschrankt wurden Die Rechte des Polizeiprasidenten Hinckeldey wurden dagegen gestarkt In seiner Amtszeit bis 1856 sorgte er fur den Aufbau der stadtischen Infrastruktur vor allem Stadtreinigung Wasserwerke Wasserleitungen Errichtung von Bade und Waschanlagen 53 57 1861 wurden Moabit und der Wedding sowie die Tempelhofer Schoneberger Spandauer und weitere Vorstadte eingemeindet Den Ausbau der Stadt regelte ab 1862 der Hobrecht Plan Die Blockbebauung mit einer Traufhohe von 22 Metern pragt viele Berliner Stadtviertel Durch den rasanten Bevolkerungsanstieg Bauspekulation und Armut kam es zu prekaren Wohnverhaltnissen in den Mietskasernen der entstehenden Arbeiterwohnquartiere mit ihren fur Berlin typischen mehrfach gestaffelten engen Hinterhofen 58 Mit der Einigung zum kleindeutschen Nationalstaat durch den preussischen Ministerprasidenten Otto von Bismarck am 18 Januar 1871 wurde Berlin Hauptstadt des Deutschen Reichs bis 1945 59 Nach der Entstehung des Kaiserreichs folgte die Grunderzeit in der Deutschland zur Weltmacht und Berlin zur Weltstadt aufstieg Berlin wurde im Jahr 1877 zunachst Millionenstadt und uberstieg die Zweimillionen Einwohner Grenze erstmals im Jahr 1905 Der vier Jahrzehnte wahrende Frieden endete mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 Nach der Niederlage Deutschlands 1918 kehrte Kaiser Wilhelm II nicht mehr nach Berlin zuruck Er floh in die Niederlande Weimarer Republik und Gross Berlin Einstein eroffnet die Funkausstellung 1930 Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wurde am 9 November 1918 in Berlin die Republik ausgerufen 60 In den Monaten nach der Novemberrevolution kam es mehrfach zu teils blutigen Auseinandersetzungen zwischen der Regierung und ihren Freikorps sowie revolutionaren Arbeitern Anfang 1919 erschutterte der Januaraufstand die Stadt zwei Monate spater ein Generalstreik Bei den Berliner Marzkampfen wurden auf Befehl des sozialdemokratischen Reichswehrministers Gustav Noske Feldgeschutze Morser und Flugzeuge mit Bomben gegen die Bevolkerung eingesetzt In Lichtenberg starben vom 3 bis zum 16 Marz insgesamt 1200 Menschen 61 1920 kam es zum Blutbad vor dem Reichstag und spater zum Kapp Putsch In der zweiten Jahreshalfte folgte mit der Grundung Gross Berlins die grosste Eingemeindung der Stadtgeschichte bei der sich das bis dahin bestehende Berlin mit mehreren umliegenden Stadten und Landgemeinden sowie zahlreichen Gutsbezirken zu dem vereinigte was heute unter Berlin verstanden wird Die so vergrosserte Stadt hatte rund vier Millionen Einwohner und war in den 1920er Jahren die grosste Stadt Kontinentaleuropas und nach London und New York die drittgrosste Stadt der Welt Dies ging mit einem grossen Zukunftsaufbruch einher Die Stadt erlebte in den Folgejahren eine Blutezeit der Kunst Kultur Wissenschaft und Technik 62 63 und wurde aufgrund der Eingemeindung der industriereichen Vororte 1920 in der Statistik zur grossten Industriestadt Europas Diese Epoche wurde spater auch als die Goldenen Zwanziger bekannt die dann mit der Weltwirtschaftskrise zum Ende des Jahrzehnts auch in Berlin ihr jahes Ende fand Nationalsozialismus Potsdamer Platz 1945 Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 gewann Berlin als Hauptstadt des Dritten Reichs zunachst erneut an Bedeutung vor allem aufgrund der Zentralisierung die mit der Gleichschaltung der Landesregierungen verbunden war Adolf Hitler und Albert Speer entwickelten architektonische Konzepte fur den Umbau der Stadt zur Welthauptstadt Germania die jedoch nie verwirklicht wurden 64 Das NS Regime zerstorte Berlins judische Gemeinde die vor 1933 rund 160 000 Mitglieder zahlte Nach den Novemberpogromen von 1938 wurden tausende Berliner Juden ins nahe gelegene KZ Sachsenhausen deportiert Rund 50 000 der noch in Berlin wohnhaften 66 000 Juden wurden von 1941 an in Ghettos und Arbeitslager nach Litzmannstadt Minsk Kaunas Riga Piaski oder Theresienstadt deportiert 65 Viele starben dort unter den widrigen Lebensbedingungen andere wurden spater wahrend des Holocausts in Vernichtungslager wie Auschwitz verschleppt und ermordet Wahrend des Zweiten Weltkriegs wurde Berlin erstmals am 25 August 1940 von britischen Bombern angegriffen Die alliierten Luftangriffe steigerten sich massiv ab 1943 wobei grosse Teile Berlins zerstort wurden Die Schlacht um Berlin 1945 fuhrte zu weiteren Zerstorungen Fast die Halfte aller Gebaude war zerstort nur ein Viertel aller Wohnungen war unbeschadigt geblieben Von 226 Brucken standen nur noch 98 66 Geteilte Stadt Karte der geteilten Stadt Nach der Einnahme der Stadt durch die Rote Armee und der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht am 8 Mai 1945 wurde Berlin gemass den Londoner Protokollen der Gliederung ganz Deutschlands in Besatzungszonen entsprechend im Juli 1945 in vier Sektoren aufgeteilt Es entstanden die Sektoren der USA des Vereinigten Konigreichs Frankreichs und der Sowjetunion Weder in der Konferenz von Jalta noch im Potsdamer Abkommen war eine formliche Teilung in Westsektoren und Ostsektor West Berlin und Ost Berlin vorgesehen Diese Gruppierung ergab sich 1945 46 unter anderem durch das gemeinsame Interesse der West Alliierten Berliner Mauer gesehen von Kreuzberg aus 1986 Die Sowjetische Militaradministration in Deutschland schuf schon am 19 Mai 1945 einen Magistrat fur Berlin Er bestand aus einem parteilosen Oberburgermeister vier Stellvertretern und 16 Stadtraten Fur Gross Berlin blieb allerdings eine Gesamtverantwortung aller vier Siegermachte bestehen Die zunehmenden politischen Differenzen zwischen den Westalliierten und der Sowjetunion fuhrten nach einer Wahrungsreform in den West Sektoren 1948 1949 zu einer wirtschaftlichen Blockade West Berlins die die Westalliierten mit der Berliner Luftbrucke uberwanden Bornholmer Strasse 1989 Nach dem Fall der Mauer werden die Besucher aus der DDR von einem Willkommensspalier empfangen Mit der Grundung der Bundesrepublik Deutschland im Westen Deutschlands und der Deutschen Demokratischen Republik DDR im Osten Deutschlands im Jahr 1949 verfestigte sich der Kalte Krieg auch in Berlin Wahrend die Bundesrepublik ihren Regierungssitz in Bonn einrichtete proklamierte die DDR Berlin als Hauptstadt West Berlin war somit seit 1949 de facto ein Land der Bundesrepublik mit rechtlicher Sonderstellung und Ost Berlin de facto ein Teil der DDR Der Ost West Konflikt gipfelte in der Berlin Krise und fuhrte zum Bau der Berliner Mauer durch die DDR am 13 August 1961 Der Osten und Westen der Stadt waren seitdem voneinander getrennt Der Ubergang war nur an bestimmten Kontrollpunkten moglich allerdings nicht mehr fur die Bewohner der DDR und Ost Berlins und bis 1972 nur in Ausnahmefallen fur Bewohner West Berlins jene die nicht nur im Besitz des Berliner Personalausweises waren 1972 trat das Viermachteabkommen uber Berlin in Kraft Wahrend die Sowjetunion den Viermachte Status nur auf West Berlin bezog unterstrichen die Westmachte 1975 in einer Note an die Vereinten Nationen ihre Auffassung vom Viermachte Status uber Gesamt Berlin Die Problematik des umstrittenen Status Berlins wird auch als Berlin Frage bezeichnet In der DDR kam es 1989 zur politischen Wende die Mauer wurde am 9 November geoffnet Wiedervereinte Stadt Wiedervereinigung Deutschlands und Berlins Am 3 Oktober 1990 wurden die beiden deutschen Staaten durch den Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes fur die Bundesrepublik Deutschland vereint und Berlin per Einigungsvertrag Bundeshauptstadt 67 Im Jahre 1994 zogen sich dann schliesslich auch die Truppen der fruheren Besatzungsmachte aus Berlin zuruck Am 20 Juni 1991 beschloss der Bundestag mit dem Hauptstadtbeschluss nach kontroverser offentlicher Diskussion dass die Stadt Sitz der deutschen Bundesregierung und des Bundestages sein solle 68 1994 wurde das Schloss Bellevue auf Initiative Richard von Weizsackers zum ersten Amtssitz des Bundesprasidenten In der Folgezeit wurde das Bundesprasidialamt in unmittelbarer Nahe errichtet Im Jahr 1999 nahmen dann Regierung und Parlament wieder ihre Arbeit in Berlin auf 2001 wurde das neue Bundeskanzleramt eingeweiht und vom damaligen Bundeskanzler Gerhard Schroder bezogen Die uberwiegende Zahl der Auslandsvertretungen in Deutschland verlegten in den folgenden Jahren ihren Sitz nach Berlin Zum 1 Januar 2001 wurde die Zahl der Bezirke von 23 auf 12 reduziert um eine effizientere Verwaltung und Planung zu ermoglichen Bevolkerung Hauptartikel Bevolkerung von Berlin Einwohnerentwicklung Bevolkerungspyramide von Berlin 2010 Die Agglomeration Berlin hat rund 4 7 Millionen Einwohner Hauptartikel Einwohnerentwicklung von Berlin Berlin hatte am 31 Dezember 2020 insgesamt 3 664 088 Einwohner 4 und ist damit die bevolkerungsreichste Stadt Deutschlands Berlin ist innerhalb der Verwaltungsgrenzen bevolkerungsreichste Stadt der Europaischen Union 69 Die Agglomeration Berlin zahlt 4 7 Millionen Einwohner 31 Dezember 2019 die Hauptstadtregion Berlin Brandenburg die beide Lander umfasst etwa 6 2 Millionen Einwohner Bis Mitte des 17 Jahrhunderts war die Berliner Gegend nur sparlich bevolkert der Dreissigjahrige Krieg hatte die Bevolkerung Berlins noch einmal etwa halbiert Doch nachdem Kurfurst Friedrich Wilhelm 1640 die Regierungsgeschafte von seinem Vater ubernommen hatte holte er unter anderem viele Hugenotten aus Frankreich in die Region So stieg die Bevolkerung von rund 6 000 um 1648 auf rund 57 000 im Jahr 1709 Die Einwohnerzahl wuchs stetig sodass Berlin 1747 zur Grossstadt und 1877 zur Millionenstadt wurde Einwohnerentwicklung von 1220 bis 2018 von 1871 bis 2018 Der Bevolkerungsanstieg im Berliner Raum hatte infolge der nach den Preussischen Reformen einsetzenden Industrialisierung eine Beschleunigung erfahren Die Berliner im letzten Viertel des 19 Jahrhunderts waren nur noch zu 40 Prozent in Berlin geboren Im Jahre 1900 stammten von den 1 9 Millionen Berlinern aus den preussischen Provinzen Brandenburg uber 20 Prozent Ost und Westpreussen 9 Prozent Schlesien 7 Prozent Pommern 6 Prozent Posen 5 Prozent und Sachsen 4 Prozent Eher gering war mit drei bis vier Prozent die Zuwanderung aus anderen Regionen Deutschlands und mit gut 1 5 Prozent aus dem Ausland Der Anteil der Berliner mit deutscher Muttersprache lag 1895 bei uber 98 Prozent 70 Mit dem Gross Berlin Gesetz von 1920 stieg die Bevolkerungszahl durch Eingemeindung bisher unabhangiger Stadte und Dorfer auf fast vier Millionen an Berlin war damit in den 1920er und 1930er Jahren die flachenmassig zweitgrosste Stadtgemeinde der Welt nach Los Angeles und nach New York City und London die bevolkerungsmassig drittgrosste Stadt der Erde 71 Die Einwohnerzahl uberschritt in den 1920er Jahren die Viermillionengrenze und erreichte 1942 mit 4 48 Millionen ihren Hochststand damals hingegen ein theoretischer Wert Durch den Zweiten Weltkrieg fiel die Zahl wieder und lag seitdem konstant zwischen drei und dreieinhalb Millionen Einwohnern 72 Jungen Mannern aus dem Bundesgebiet bot zwischen 1957 und 1990 eine Ubersiedlung nach West Berlin die Moglichkeit sich der Wehrpflicht zur Bundeswehr zu entziehen weil dort die Wehrgesetzgebung der Bundesrepublik nicht galt Die Zahl der Zuzuge wie der Fortzuge liegt seit 1991 jahrlich zwischen 100 000 und 145 000 73 Die oft zitierte Behauptung aus dem Jahr 2007 1 7 Millionen Berliner hatten die Stadt nach der Wiedervereinigung seit 1991 verlassen 1 8 Millionen Menschen seien zugezogen und hatten damit fur einen umfangreichen Bevolkerungsaustausch gesorgt 74 beruht auf einer blossen Addition samtlicher Zuzuge und samtlicher Fortzuge und uberzeichnet die wirkliche Bevolkerungsfluktuation Berlin hat seit jeher eine in Deutschland weit uberdurchschnittliche raumliche Bevolkerungsbewegung Allein im Jahr 2014 zogen 317 151 Menschen nach Berlin zugleich zogen 275 259 Einwohner aus der Stadt was eine positive Wanderungsbilanz von 41 892 ergibt 75 Bevolkerungsgruppen Nationalitaten mit Hauptwohnsitz Berlin am 31 Dezember 2020 76 Nationalitat Staatsangehorigkeit der Einwohner Deutsche Staatsburger nach HerkunftDeutschland Deutschland 2 980 886 2 425 350Turkei Turkei 0 0 98 437 0 0 83 969Polen Polen 0 0 55 996 0 0 57 443Syrien Syrien 0 0 41 418 0 00 5 657Italien Italien 0 0 32 186 0 00 8 750Bulgarien Bulgarien 0 0 31 738 0 00 5 083Russland Russland 0 0 27 334 0 0 33 407Rumanien Rumanien 0 0 25 719 0 00 5 240Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 0 0 20 993 0 0 10 313Serbien Serbien 0 0 20 272 0 00 9 155Frankreich Frankreich 0 0 20 066 0 00 9 285Vietnam Vietnam 0 0 20 439 0 0 11 454Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Konigreich 0 0 17 165 0 00 8 713Spanien Spanien 0 0 15 349 0 00 5 085Indien Indien 0 0 15 266 0 00 11 nicht ausgewiesene Statistikwerte Berlin ist spatestens seit dem Ende des 17 Jahrhunderts Zuzugsgebiet fur Deutsche aus dem deutschsprachigen Raum Der Wanderungsgewinn gegenuber dem ubrigen Bundesgebiet betrug im Jahr 2009 etwa 18 000 Personen 77 Anfang 2020 waren von den 3 77 Millionen Berlinern 2 45 Millionen Deutsche ohne Migrationshintergrund rund 777 000 Zuwanderer und 543 000 Deutsche mit Migrationshintergrund Es haben somit 1 32 Millionen Menschen rund 35 auslandische Wurzeln 78 79 In den Jahrzehnten nach 1945 kamen viele Gastarbeiter aus Sudeuropa und der Turkei nach West und Vertragsarbeiter vor allem aus Vietnam nach Ost Berlin Seit den 1980er Jahren machten sich viele russlanddeutsche Spataussiedler und seit der deutschen Wiedervereinigung schliesslich Juden aus dem Osten Europas vor allem der Ukraine und Russland sowie spater aus Israel auf den Weg In der Stadt leben Burger aus rund 190 Staaten 80 Unter den zahlreich in die Stadt zuwandernden Europaern gibt es einer Studie von 2015 zufolge mit 24 3 einen besonders hohen Anteil junger Akademiker vor allem bei Franzosen Spaniern und Italienern 81 Kreuzberg und Neukolln bilden Schwerpunkte der deutsch turkischen Bevolkerung Mit etwa 180 000 turkischstammigen Burgern gilt Berlin als eine der grossten turkischen Gemeinden ausserhalb der Turkei 82 Zusatzlich leben rund 70 000 Afrodeutsche in Berlin 83 Es gibt mehr als 25 Gruppen mit jeweils mehr als 10 000 Menschen die einen Migrationshintergrund haben Schatzungsweise leben in Berlin zwischen 100 000 und 250 000 nicht registrierte Immigranten hauptsachlich aus Afrika Asien vom Balkan oder aus Lateinamerika 84 Wegen der Schwierigkeiten den Migrationshintergrund einheitlich zu definieren und in Befragungen zu erfassen konnte der tatsachliche Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund in relevantem Masse von den genannten Zahlen abweichen Berlin will uber die zugewiesene Quote hinausgehend zusatzliche Asylsuchende aufnehmen und organisiert sich zu diesem Zweck mit anderen Kommunen im Stadtenetzwerk Solidarity City 85 Sprache Hauptartikel Hochdeutsche Dialekte und Berliner Dialekt Amtssprache in Berlin ist Deutsch Berlinisch umgangssprachlich auch Berlinerisch ist eine sogenannte Ausgleichsmundart die in Berlin als stadtischem Zentrum im Laufe der Jahrhunderte aus verschiedenen sprachlichen Einflussen entstand Sprachwissenschaftlich handelt es sich beim Berlinischen tatsachlich um einen Metrolekt eine stadtische Sprachmischung die nicht nur regionalen Ursprungs ist sondern durch Mischung von Dialekten unterschiedlicher Herkunft entstanden ist Als Substrat dient dabei das Niederdeutsche das durch Zuwanderung aus anderen Regionen und den Einfluss des Ostmitteldeutschen allmahlich uberlagert wurde Es hielten sich jedoch einzelne als spezifisch berlinerisch wahrgenommene Formen wie det wat loofen koofen im Gegensatz zum Standarddeutschen das was laufen kaufen Werbeplakat in Berlin 1912 Das Berlinische nahm zahlreiche Worter und Redewendungen aus anderen Sprachen und Dialekten wie dem Franzosischen Ansiedlung von Hugenotten nach dem Dreissigjahrigen Krieg dem Jiddischen judische Fluchtlinge seit dem 16 vor allem aber im 19 und 20 Jahrhundert und dem Schlesischen Polnischen nach der Eroberung Schlesiens und den polnischen Teilungen Ende des 18 Jahrhunderts auf Berlinisch wird in Berlin und im Berliner Umland gesprochen und es enthalt auch nur dort ubliche Sprich Worte oder gepragte ironische Redewendungen die sogenannten Berolinismen In der Umgebung Berlins sowie in den Stadtteilen die bis zur Eingemeindung Dorfer ohne nennenswerten Kontakt zur Hauptstadt waren wurden ursprunglich mark brandenburgische Dialekte des Ostniederdeutschen gesprochen Seit Ende des 19 Jahrhunderts strahlte Berlin als wachsende Metropole auch sprachlich zunehmend auf die Umgebung aus und die berlinerische Umgangssprache verdrangte die dortigen Dialekte oder veranderte sie zumindest erheblich Tatsachlich ist das heutige Brandenburgische eine Varietat des Berliner Metrolekts In der Geschichte war das Berlinische die Sprache der einfachen Leute die Bildungsschicht pflegte zumeist ein einwandfreies Hochdeutsch Viele Neu Berliner nahmen zwar Teile des Berlinischen an aber die standige Verwendung wurde als eher unfein betrachtet In der DDR anderte sich diese Einstellung teilweise sodass Berlinerisch auch in gebildeten Kreisen teilweise gepflegt wurde Dadurch finden sich die Zentren der verstarkten Verwendung meist in den ehemaligen Ostbezirken den alten westlichen Arbeiterbezirken und dem Umland Unverandert wird die Sprache in Berlin von Zuwandererwellen und medial gepragten Sprachgewohnheiten beeinflusst wodurch die verwendete Umgangssprache sich stetig weiterentwickelt Religionen und Weltanschauungen Hauptartikel Religion in Berlin Religionen in Berlin Stand 2017 86 Beim Zensus 2011 wurde ermittelt dass 21 6 der Berliner Bevolkerung der evangelischen Landeskirche angehorten 9 6 der katholischen Kirche 1 5 einer orthodoxen Kirche und 0 7 einer evangelischen Freikirche 87 Insgesamt bezeichneten sich 37 4 der Bevolkerung als Christen 9 0 rechneten sich einer anderen Religion oder Glaubensrichtung zu 23 4 fuhlten sich keiner zugehorig und 30 2 machten keine Angaben 88 Nach einer Berechnung aus den Zensuszahlen fur die Personen mit Migrationshintergrund lag der Bevolkerungsanteil der Muslime in Berlin im Jahr 2011 bei 7 6 Prozent rund 249 200 Personen 89 nahe bei der vom Statistischen Landesamt fur 2009 veroffentlichten Zahl rund 249 000 90 wohingegen die BAMF Studie Muslimisches Leben in Deutschland von rund 279 800 Muslimen in Berlin im Jahr 2008 ausging 6 9 Prozent von rund 4 055 100 Muslimen in der Bundesrepublik Deutschland 91 Von den rund 3 8 Millionen Berlinern waren Ende 2020 13 9 evangelisch 8 1 katholisch und 78 gehorten anderen Konfessionen und Religionen oder keiner an In den ostlichen Bezirken der Stadt die ehemals zur DDR gehorten ist der Anteil christlich gebundener Personen besonders niedrig 92 Im Vorjahr 2019 waren 14 4 der Einwohner evangelisch und 8 3 katholisch 93 Islamischen Glaubensrichtungen wurden 2018 nach Untersuchungen 250 000 bis 300 000 7 9 Personen zugerechnet 94 In Berlin sind mehrere humanistische und andere Vereinigungen nichtreligioser Menschen vertreten So haben der Humanistische Verband Deutschlands dessen Berliner Landesverband rund 7 800 Mitglieder im Jahr 2012 zahlte und die Humanistische Akademie Deutschland ihren Sitz in Berlin 95 1982 erfolgte im Westteil Berlins die Einfuhrung des Schulfaches Humanistische Lebenskunde dessen Teilnehmerzahl sich 2017 auf knapp 62 650 Schuler belauft 96 97 Berliner Dom evangelisch St Hedwigs Kathedrale romisch katholisch Neue Synagoge judisch Sehitlik Moschee muslimisch Bischof der Evangelischen Kirche Berlin Brandenburg schlesische Oberlausitz ist Christian Stablein Erzbischof von Berlin und Metropolit der Berliner Kirchenprovinz ist seit 2015 Heiner Koch Die Selbstandige Evangelisch Lutherische Kirche die im Stadtgebiet mit acht Kirchengemeinden vertreten ist ging zumeist aus der 1830 entstandenen Evangelisch lutherischen Kirche hervor Diese Kirchengemeinden gehoren zum Kirchenbezirk Berlin Brandenburg der von Superintendent Peter Bruckmann Wedding geleitet wird 98 Ebenfalls in Berlin ansassig sind ein russisch orthodoxer und ein bulgarisch orthodoxer Bischof die meisten anderen orthodoxen und altorientalischen Nationalkirchen sind ebenfalls mit Gemeinden vertreten Die Anglikanische Gemeinschaft bzw die Church of England hat eine sogenannte Chaplaincy Gemeinde St George s Anglican Episcopal Church Die Gemeinde hat ihre Kirche in Westend in der Preussenallee 99 Ferner existiert in Wilmersdorf eine altkatholische Gemeinde die in der Alt Schoneberger Dorfkirche zu Gast war 100 seit 2010 aber eine eigene Hauskirche nahe dem Bundesplatz besitzt 101 Die alt katholische und anglikanische Gemeinden stehen in Kirchengemeinschaft und feiern gemeinsame Gottesdienste in der Marienkirche 101 Baptisten gibt es in Berlin seit der Mitte des 19 Jahrhunderts mit ihren 36 Gemeinden bilden sie die grosste Freikirche der Stadt Unter anderem gibt es auch 29 Gemeinden der Neuapostolischen Kirche Es gibt sechs Gemeinden der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage Die alteste Berliner Mennonitengemeinde besteht seit 1887 Berlin ist seit 1999 Sitz des Zentralrats der Juden in Deutschland Der Judischen Gemeinde zu Berlin der grossten Gemeinde judischen Glaubens in Deutschland werden uber 12 000 Mitglieder zugerechnet Es befinden sich uber elf Synagogen mehrere buddhistische Tempel sieben Moscheebauten und 91 islamische Gebetsraume in der Stadt 102 Seit 1907 gibt es Bahai in Berlin die regelmassig am interreligiosen Dialog in Berlin teilnehmen Zudem leben rund 7 000 Hindus in Berlin 103 Siehe auch Liste Berliner Sakralbauten Personlichkeiten Ehrenburger sind in der Liste der Ehrenburger von Berlin aufgefuhrt in der Stadt geborene Personlichkeiten in der Liste von Sohnen und Tochtern Berlins Biografien von Menschen mit deutlichem Bezug zu Berlin werden in der Kategorie Person Berlin gesammelt Die Mitglieder der Berliner Landesregierungen seit 1948 finden sich in den Auflistungen Regierender Burgermeister von Berlin und Liste der Senatoren von Berlin Verschiedene Stadtoriginale sind unter Berliner Originale zusammengefasst Politik Hauptartikel Politik in Berlin Deutsche Hauptstadt Reichstagsgebaude Sitz des Deutschen Bundestags Der Deutsche Bundestag entschied 1991 nach der Wiedervereinigung im sogenannten Hauptstadtbeschluss dass Berlin als Bundeshauptstadt auch Sitz des Bundestages und der Bundesregierung werden sollte Das Berlin Bonn Gesetz ist eine Folge des Hauptstadtbeschlusses vom 20 Juni 1991 in dem Berlin auch zum Regierungssitz bestimmt wurde Schloss Bellevue Sitz des Bundesprasidenten Bundeskanzleramt Seit 1994 befindet sich der Erste Amtssitz des Bundesprasidenten im Schloss Bellevue in Berlin 1999 zog der grosste Teil der Bundesregierung von Bonn nach Berlin um Bundestag im Reichstagsgebaude Bundesrat und Bundesregierung haben seitdem ihren Betrieb in der Bundeshauptstadt aufgenommen Im Jahr 2001 wurde das Bundeskanzleramt eingeweiht und erstmals von Bundeskanzler Gerhard Schroder bezogen Die neuerrichtete Zentrale des Bundesnachrichtendienstes wurde im November 2018 bezogen 104 Von den derzeit 14 Bundesministerien des 17 deutschen Bundeskabinetts haben acht ihren Hauptsitz in Berlin Darunter sind das Auswartige Amt sowie die Bundesministerien fur Finanzen fur Familie Senioren Frauen und Jugend fur Arbeit und Soziales des Innern der Justiz und fur Verbraucherschutz fur Wirtschaft und Energie fur Verkehr und digitale Infrastruktur Die ubrigen sechs Bundesministerien haben ihren Hauptsitz in der Bundesstadt Bonn Alle Ministerien auch die in der Hauptstadt ansassigen haben einen Zweitsitz in der jeweils anderen Stadt Bundesministerium fur Wirtschaft und Energie in Mitte In Berlin sind die Bundesministerien fur Bildung und Forschung fur Ernahrung und Landwirtschaft fur Gesundheit fur Umwelt Naturschutz Bau und Reaktorsicherheit der Verteidigung und fur wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung mit einem Zweitsitz vertreten Etwa zwei Drittel der Ministeriumsbeschaftigten rund 12 600 Beamte und Tarifbeschaftigte Stand 2018 arbeiten in Berlin 105 106 In Berlin haben 158 Staaten ihren deutschen Botschaftssitz 107 wahrend die 16 Bundeslander mit Landesvertretungen reprasentiert sind Eine Vielzahl der diplomatischen Vertretungen sind im Tiergartenviertel niedergelassen Als Regierungssitz des Staates mit der grossten Volkswirtschaft Europas zahlt Berlin zu den einflussreichen und gesuchten Zentren der europaischen Politik 108 Parteizentralen Gewerkschaften Stiftungen Verbande und Lobbyvertretungen von Unternehmen haben dort ihren Sitz um vor Ort ihren Einfluss auf Entscheidungsprozesse in Parlament und Regierung geltend machen zu konnen Staatsbesuche und Empfange auf allen politischen Ebenen sowie Staatsakte und gesellschaftlich bedeutende Feierlichkeiten pragen den politischen Jahreskalender Berlins Das Bundesgesetzblatt hingegen wird bis heute in Bonn herausgegeben 109 und kein einziges Bundesgericht hat seinen Sitz in Berlin Land Berlin Rotes Rathaus Sitz des Senates von Berlin Von 1808 bis 1935 und von 1945 bis 1948 wurde die preussische Landeshauptstadt Berlin von einem Magistrat verwaltet an dessen Spitze ein Oberburgermeister stand In der Zeit von 1935 bis 1945 gab es gemass der Deutschen Gemeindeordnung keinen Magistrat Von 1948 bis zur Wiedervereinigung 1990 bestanden in der geteilten Stadt ein Magistrat in Ost Berlin und ein Senat in West Berlin Das heutige Berlin Landeranhangscode BE ist im staatsrechtlichen Sinne erst seit der Wiedervereinigung auch ein deutsches Land Dieses umfasst exakt die Stadt Berlin Zwar erklarte neben der Berliner Landesverfassung von 1950 auch das deutsche Grundgesetz das Land Berlin zum Gliedstaat der Bundesrepublik Deutschland wegen der Vorbehalte der Alliierten war dies bis dahin jedoch volkerrechtlich unwirksam Faktisch war West Berlin seit 1949 mit einigen Einschrankungen Teil der Bundesrepublik Deutschland wahrend dasselbe fur das formal miteinbezogene Ost Berlin keine faktische Wirksamkeit hatte 110 In Artikel 3 des Einigungsvertrages 111 ist die standige Rechtsauffassung der Bundesrepublik dass das Grundgesetz in West Berlin bereits vor der Wiedervereinigung gegolten hat festgeschrieben Legislative Das Landesparlament des Landes die gesetzgebende Gewalt ist nach der Verfassung von Berlin das Abgeordnetenhaus von Berlin In ihm sind derzeit Abgeordnete aus SPD CDU Linken Bundnis 90 Die Grunen AfD und FDP vertreten Preussischer Landtag Sitz des Abgeordnetenhauses von Berlin Exekutive Der Senat von Berlin bestehend aus dem Regierenden Burgermeister und zehn Senatoren bildet die Landesregierung Der Regierende Burgermeister ist zugleich das Oberhaupt des Landes und der Stadt und seit 2016 auch zustandig fur die Senatsverwaltung fur Wissenschaft und Forschung 112 Die Senatsverwaltungen entsprechen den Ministerien in Flachenlandern und konstituieren sich gegenwartig Stand 2017 wie folgt Senatsverwaltung fur Finanzen 113 Senatsverwaltung fur Integration Arbeit und Soziales 114 Senatsverwaltung fur Bildung Jugend und Familie 115 Senatsverwaltung fur Gesundheit Pflege und Gleichstellung 116 Senatsverwaltung fur Inneres und Sport 117 Senatsverwaltung fur Justiz Verbraucherschutz und Antidiskriminierung 118 Senatsverwaltung fur Stadtentwicklung und Wohnen 119 Senatsverwaltung fur Wirtschaft Energie und Betriebe 120 Senatsverwaltung fur Kultur und Europa 121 sowie die Senatsverwaltung fur Umwelt Verkehr und Klimaschutz 122 Der Berliner Senat wird seit 2001 von der SPD angefuhrt Daran beteiligt war seitdem zumeist die Partei Die Linke teilweise aber auch die CDU und Bundnis 90 Die Grunen Nach der Wahl zum Abgeordnetenhaus vom 18 September 2011 wurde der Senat von SPD und CDU unter Fuhrung von Klaus Wowereit SPD als Regierendem Burgermeister gebildet Nach Wowereits Rucktritt bildete der Senat Muller I am 11 Dezember 2014 die neue rot schwarze Regierung Seit 2016 regiert mit dem Senat Muller II in Berlin die bundesweit erste rot rot grune Landesregierung die von der SPD gefuhrt wird Das Land Berlin ist in zwolf Bezirke untergliedert Finanzen Die Ausgaben des Landes Berlin 2012 betrugen 22 5 Milliarden Euro 123 Die Gesamtverschuldung des Landes Berlin betrug 2013 etwa 59 8 Milliarden Euro bzw 57 72 des Bruttoinlandsprodukts 124 Fur den Gesamthaushalt erhielt das Land 2012 etwa 3 2 Milliarden Euro aus dem Landerfinanzausgleich und etwa 2 4 Milliarden Euro Bundeserganzungszuweisungen 125 Die Europaische Union steuert wahrend der Periode 2014 2020 rund 850 Millionen Euro zum Haushalt hinzu 126 2018 fuhrte Berlin mit 4 4 Milliarden Euro an Zuwendungen aus dem Landerfinanzausgleich die Liste der vier Empfangerlander mit deutlichem Abstand an 127 Wappen und Flaggen Hauptartikel Wappen Berlins und Flagge Berlins Landessymbol Berlins zur freien Verwendung nicht zu verwechseln mit dem offiziellen Wappen Das Berliner Wappen zeigt im silbernen weissen Schild einen rot bewehrten und rot gezungten aufrecht schreitenden schwarzen Baren den sogenannten Berliner Baren Auf dem Schild ruht eine goldene funfblattrige Laubkrone deren Stirnreif als Mauerwerk mit geschlossenem Tor in der Mitte ausgelegt ist Die Herkunft des Baren als Wappentier ist ungeklart Dokument oder Unterlagen fehlen hierzu Es gibt mehrere Theorien warum sich die Stadtvertreter fur den Baren entschieden Eine davon besagt dass die Berliner an Albrecht den Baren den Begrunder der Mark Brandenburg dachten Eine andere geht von der lautmalerischen Interpretation des Stadtnamens aus Der Bar ist erstmals auf einem Siegel von 1280 zu sehen Uber mehrere Jahrhunderte musste sich der Bar die Siegel und Wappenbilder mit dem brandenburgischen und preussischen Adler teilen Erst im 20 Jahrhundert konnte sich der Berliner Bar endgultig gegen die Adler als Hoheitszeichen der Stadt durchsetzen Standardbeflaggung Sichtrichtung auf die Landesdienstgebaude Die Berliner Landesflagge zeigt den Berliner Baren vor weissem Hintergrund mit einem roten Streifen am oberen und unteren Rand der Flagge Sie wird mit geringfugigen stilistischen Anderungen seit 1911 von Berlin gefuhrt und wehte das erste Mal 1913 uber dem Roten Rathaus Vorher fuhrte Berlin eine Flagge in den Farben Schwarz Rot Weiss die wegen standiger Verwechslungen mit der spater entstandenen Flagge des Deutschen Kaiserreichs gegen die Barenflagge getauscht wurde Das Landessymbol ist der Barenschild ohne Laubkrone in drei Farbausfuhrungen Es wird von der Senatsverwaltung fur Inneres und Sport bereitgestellt um Privatpersonen Unternehmen und nichthoheitlichen Einrichtungen zu ermoglichen die Verbundenheit mit Berlin mit einem Symbol zu dokumentieren Die Berliner Bezirke besitzen eigene Wappen Als verbindendes Element aller Berliner Bezirke mit der Stadt Berlin aber auch untereinander ruht auf den Schilden eine dreiturmige Mauerkrone deren mittleren Turm mit dem Berliner Wappenschild silber belegt ist Stadtepartnerschaften Das Land Berlin unterhalt folgende Stadtepartnerschaften 128 Vereinigte Staaten Los Angeles Vereinigte Staaten 1967 Frankreich Paris Frankreich 1987 Spanien Madrid Spanien 1988 Turkei Istanbul Turkei 1989 Polen Warschau Polen 1991 Russland Moskau Russland 1991 Ungarn Budapest Ungarn 1991 Belgien Brussel Belgien 1992 Indonesien Jakarta Indonesien 1993 Usbekistan Taschkent Usbekistan 1993 Mexiko Mexiko Stadt Mexiko 1993 China Volksrepublik Peking Volksrepublik China 1994 Japan Tokio Japan 1994 Argentinien Buenos Aires Argentinien 1994 Tschechien Prag Tschechien 1995 Namibia Windhoek Namibia 2000 Vereinigtes Konigreich London Vereinigtes Konigreich 2000 Die einzelnen Berliner Bezirke unterhalten weitere Partnerschaften haufig auch mit einem einzelnen Stadtteil anderer Grossstadte Polizei und Feuerwehr Hauptartikel Polizei Berlin und Berliner Feuerwehr Einsatzwagen der Polizei Berlin Die Polizei Berlin bis Marz 2021 Der Polizeiprasident in Berlin ist die Polizei des Landes Berlin Die Landespolizei ist in funf ortliche und eine uberortliche Direktion sowie das Landeskriminalamt unterteilt Die Polizei Berlin beschaftigt rund 23 000 Bedienstete 129 davon rund 16 000 im Polizeivollzugsdienst und ca 3 000 in der Verwaltung Die Gesamtausgaben fur die Innere Sicherheit und die Polizei in Berlin belaufen sich auf rund 1 1 Milliarden Euro pro Jahr Dem Bundesinnenministerium untersteht der Dienststab der Bundespolizeidirektion Berlin mit Sitz in Oberschoneweide Der Stab ist fur die Lander Berlin und Brandenburg zustandig und mit rund 3 700 Mitarbeitern besetzt Stand 2017 Die Berliner Feuerwehr wurde im Jahr 1851 gegrundet und ist damit die erste Berufsfeuerwehr Deutschlands 130 Mit ihren rund 4 050 Mitarbeitern Stand 2016 131 132 und 34 132 Berufsfeuerwachen ist sie auch die grosste stadtische Feuerwehr in Deutschland Unterstutzt wird sie durch 58 Freiwillige Feuerwehren mit rund 1 400 aktiven ehrenamtlichen Mitgliedern und ggf durch das Technische Hilfswerk THW 132 Justiz Hauptartikel Gerichtsorganisation in Berlin Im Gerichtsbezirk Berlin gibt es 15 Untere Landesgerichte und vier Obere Landesgerichte Von den vier Standorten der Oberverwaltungsgerichte in Berlin gehoren zwei zum Gerichtsbezirk der Lander Berlin und Brandenburg Der Verfassungsgerichtshof des Landes Berlin besteht seit 1990 Im Jahr 2020 verfugte das Land uber acht Justizvollzugsanstalten Siehe auch Liste der Gerichte des Landes Berlin und Liste der Justizvollzugsanstalten in BerlinWirtschaft Institut im Technologie und Grunderzentrum WISTA in Adlershof Hauptartikel Wirtschaft Berlins 2019 betrug das nominale Bruttoinlandsprodukt BIP des Landes Berlin 153 3 Milliarden Euro 133 Gemessen am nominalen BIP ist Berlin die grosste stadtische Wirtschaft in Deutschland und die drittgrosste innerhalb der Europaischen Union Zwischen 2009 und 2019 stieg das Bruttoinlandsprodukt um jahresdurchschnittlich 4 5 gegenuber bundesweit 3 5 134 2019 betrug das BIP pro Kopf im Land Berlin 41 967 Euro und lag erstmals seit 1990 uber dem bundesdeutschen Durchschnitt Die Zahl der Erwerbstatigen in Berlin lag im selben Jahr bei rund 2 064 Millionen Personen Das waren 2 4 mehr als im Vorjahr 135 Laut dem Sozialbericht 2019 des Amtes fur Statistik waren in Berlin 16 5 der Bevolkerung armutsgefahrdet Dagegen lebten 9 1 der Bevolkerung uber der Reichtumsgrenze in Einkommensreichtum 136 Im Jahr 2016 lebten 489 Einkommensmillionare in Berlin 137 Bis 2019 stieg diese Anzahl in ganz Berlin um mehr als 50 auf 749 Einkommensmillionare 136 Berlin ist ein inter nationaler Dienst leistungs standort und gilt als Weltstadt mit hoher Lebensqualitat 138 Die bedeutendsten Wirtschaftszweige Berlins sind die Kreativ und Kulturwirtschaft Tourismus Biotechnologie Medizintechnik pharmazeutische Industrie Medien Informations und Kommunikationstechnologie Bauwirtschaft Einzelhandel Verkehrssystemtechnik Optik sowie die Energietechnik Die Gesamtwirtschaftsleistung Berlins wird zu rund 80 durch den Dienstleistungssektor erbracht 139 Zu den wesentlichen Standortfaktoren der Hauptstadtregion Berlin Brandenburg zahlen unter anderem die renommierte Universitats und Forschungslandschaft die kulturelle Attraktivitat der Metropole eine Vielzahl von akademisch ausgebildeten Arbeitnehmern die Nahe zum Regierungssitz der Bundesrepublik Deutschland die internationale Bekanntheit der Metropole der Zugang zu Wagniskapitalgebern sowie die hochausdifferenzierte lokale Verkehrsinfrastruktur und medizinische Versorgung In verschiedenen international angelegten Studien und Ranglisten wird die Lebensqualitat Berlins zudem als sehr uberdurchschnittlich bewertet 140 141 142 143 Zu den grossten Problemfeldern der Berliner Wirtschaft zahlt die im internationalen Vergleich zu niedrige Geburtenrate und der hohe Grad an Kinderlosigkeit in weiten Teilen der Bevolkerung Mittel und langfristig konnte dies zu einem ansteigenden Fachkraftemangel und einem Verlust an Innovationsfahigkeit fuhren 144 Im Zukunftsatlas 2019 belegte die Stadt Berlin Platz 93 von 402 Landkreisen Kommunalverbanden und kreisfreien Stadten in Deutschland Berlins grosste Starke ist laut dem Report die hohe Dynamik der Stadt wahrend das vergleichsweise niedrige Wertschopfungssniveau die grosste Schwache darstellt 145 Unternehmen Von den 30 deutschen im DAX gelisteten Konzernen haben Delivery Hero SE Deutsche Wohnen SE und die Siemens AG geteilt mit Munchen einen nominellen Hauptsitz in Berlin 146 Berlin ist damit aktuell nach Munchen die Stadt mit zweitmeisten Dax Unternehmen in Deutschland Ferner hat das Dax Mitglied Siemens Energy SE seine Konzernleitung in Berlin angesiedelt 147 Unter den umsatzstarksten Unternehmen der Welt Fortune Global 500 ist die Deutsche Bahn AG mit ihrem Berliner Hauptsitz im Jahr 2020 auf Rang 232 verzeichnet 148 Von den 50 MDAX Unternehmen haben im Jahr 2021 AUTO1 Group SE HelloFresh SE und Zalando SE ihren Sitz in Berlin 149 Im selben Jahr waren drei weitere Berliner Unternehmen im SDAX gelistet 150 Weitere bekannte Berliner Unternehmen sind Axel Springer SE und Rocket Internet SE Das umsatzstarkste Berliner Familienunternehmen ist der Susswarenhersteller August Storck Nach dem Jahr 2000 verzeichnete Berlin ein im deutschen und europaischen Vergleich sehr uberdurchschnittliches Grundungsgeschehen In einer Vielzahl von Branchen wurden neue Unternehmen aufgebaut Sowohl Deutsche als auch internationale Jungunternehmer verwirklichten ihre Geschaftsmodelle in Berlin 2015 wurden 41 400 Unternehmen geschaffen Bezogen auf 10 000 Einwohner gab es in Berlin 29 neue Gewerbe Bundesdurchschnitt vier 151 Aufgrund der Dynamik bei neugeschaffenen Unternehmen wird Berlin weltweit zu den zehn herausragenden Grunderstandorten gezahlt 152 2019 wurde 60 Prozent des investierten Kapitals in Deutschland in Berliner Firmen investiert Im Jahr 2019 floss in den Berliner Start up Unternehmen mit 3 5 Milliarden Euro vergleichsweise das meiste Wagniskapital deutschlandweit 153 Der Bahntower am Potsdamer Platz drittes Hochhaus v l ist Sitz der Deutschen Bahn AG Die zehn grossten in Berlin vertretenen Unternehmen nach Beschaftigten im Jahr 2020 154 Rang Name Hauptsitz Mitarbeiter in Berlin Wirtschaftszweig0 1 Deutsche Bahn Berlin 20 770 Verkehr Logistik0 2 Charite Berlin 17 527 Gesundheit0 3 Vivantes Berlin 16 136 Gesundheit0 4 Berliner Verkehrsbetriebe Berlin 14 589 Verkehr0 5 Siemens Berlin Munchen 11 600 Elektrotechnik0 6 Edeka Hamburg 10 625 Handel0 7 Daimler Stuttgart 0 10 200 Automobil0 8 Deutsche Post DHL Berlin 0 10 000 Logistik0 9 Deutsche Telekom Berlin 0 8 000 Telekommunikation10 Zalando Berlin 0 7 300 Digitalwirtschaft Die starke Prasenz namhafter Unternehmen in Berlin kann nicht daruber hinwegtauschen dass die Wirtschaft der Stadt in den vergangenen Jahrzehnten in betrachtlichem Umfang industrielle Arbeitsplatze infolge von Unternehmensschliessungen und verlagerungen z B General Electric 155 Philip Morris 156 Daimler 157 Samsung 158 u a verloren hat Insbesondere in den 1990er und 2000er Jahren wurden zahlreiche Arbeitsplatze im produzierenden Gewerbe abgebaut In den Jahren nach der Wiedervereinigung gingen rund drei Viertel der Industriearbeitsplatze verloren 159 gleichwohl setzte in den 2010er Jahren eine Trendumkehr ein Der relative Anteil von Arbeitsplatzen im produzierenden Gewerbe ist nichtsdestotrotz deutlich niedriger als in anderen deutschen Grossstadten Siehe auch Liste von Krankenhausern in Berlin Tourismus Bikini Haus in Charlottenburg im Hintergrund die Kaiser Wilhelm Gedachtniskirche und das Zoofenster Berlin ist eines der meistbesuchten Zentren des nationalen und internationalen Stadtetourismus Im Jahr 2016 wurden bei uber 12 7 Millionen Gasten etwa 31 Millionen Ubernachtungen in Berliner Beherbergungsbetrieben gezahlt 160 161 Dies stellt im Vergleich zum Jahr 2001 11 3 Millionen Ubernachtungen von 4 9 Millionen Gasten einen Zuwachs von etwa 250 dar Die Stadt ist damit nach London und Paris ein bevorzugtes Reiseziel innerhalb Europas 162 Die Berliner Beherbergungslandschaft bestand 2015 aus 814 Unterkunften mit einer Bettenkapazitat von rund 136 000 und einer Durchschnittsauslastung von 60 5 Die Verweildauer der Hotelgaste betragt im Durchschnitt 2 4 Tage Internationale Gaste machen etwa 40 der Besucherzahlen aus Hierbei liegen Besucher aus dem Vereinigten Konigreich Italien den Niederlanden Spanien und den Vereinigten Staaten in der Spitzengruppe Hauptanziehungspunkte sind Architektur historische Statten Museen Festlichkeiten Einkaufsmoglichkeiten das Nachtleben sowie Grossveranstaltungen die jahrlich mehrere hunderttausend Besucher zahlen Durch die positive Entwicklung ist die Tourismusbranche in Berlin zu einer wichtigen Saule der regionalen Wirtschaft geworden Neben der Hotellerie und Gastronomie profitiert auch der Einzelhandel in grossem Masse von den Berlintouristen 163 Messe und Kongresswirtschaft Haupteingang des Berliner Messegelandes und der Funkturm in Westend Berlin ist einer der besucher und umsatzstarksten Messe und Kongressstandorte der Welt 164 Im Jahr 2011 wurden etwa 115 700 Veranstaltungen mit rund 9 7 Millionen Teilnehmern durchgefuhrt 165 Laut ICCA Statistik ist Berlin gemessen an der Anzahl von Kongressen mit internationaler Beteiligung im Jahr 2015 auf Rang 1 aller Kongressstadte gelistet Das Messegelande im Ortsteil Westend des Bezirks Charlottenburg Wilmersdorf rund um den Funkturm wurde 1921 mit einer Automobilausstellung damals in einer einzigen Ausstellungshalle eroffnet und weist eine Hallenausstellungsflache von 160 000 Quadratmetern und eine Freiflache von etwa 100 000 Quadratmetern aus Betreiber ist der zu 99 stadteigene Veranstaltungstrager Messe Berlin Eine Vielzahl international relevanter Leitmessen sind auf dem Berliner Messegelande Berlin ExpoCenter City und auf dem Berlin ExpoCenter Airport in Brandenburg etabliert Hierzu gehoren u a die Konsumelektronikmesse IFA die Tourismusborse ITB die Luft und Raumfahrtschau ILA Berlin Air Show die Schienenverkehrsmesse InnoTrans die Landwirtschaftsschau Grune Woche die Ernahrungsmesse Fruit Logistica sowie die Fachmesse fur Erotik amp Erwachsenenunterhaltung Venus Berlin Der European Film Market findet wahrend der Berlinale im Martin Gropius Bau statt Die Kongresswirtschaft zu der international national sowie lokal ausgerichtete Tagungen Informationsveranstaltungen und geschaftliche Zusammenkunfte aller Art gehoren ist ein weiterer Zweig der Berliner Wirtschaft Eine Vielzahl von Hotels sind auf Tagungen eingestellt und erzielen hiermit einen wichtigen Teil ihres Jahresumsatzes Gesundheitswirtschaft Sitz der Division Pharmaceuticals der Bayer AG im Wedding Die Gesundheitswirtschaft gilt mit einer Bruttowertschopfung von 10 7 Milliarden Euro im Jahr 2009 oder einem Wertschopfungsanteil von uber 13 an der stadtischen Gesamtwirtschaft als einer der Wachstumsmotoren Berlins Es umfasst dabei das Gesundheits und Sozialwesen die Pharmaindustrie den Fach Einzel und Grosshandel und die Medizintechnik Dabei hat mit Abstand das Gesundheits und Sozialwesen den grossten Anteil 66 an der Bruttowertschopfung 166 Insgesamt sind 226 000 Personen das sind 14 der Berliner Erwerbstatigen in der Gesundheitswirtschaft beschaftigt Davon sind 79 im Gesundheits und Sozialwesen tatig und jeweils knapp 6 im verarbeitenden Gewerbe sowie im Handel 167 Die Hauptstadtregion Berlin Brandenburg zahlt in Europa zu den fuhrenden Standorten der Biotechnologie In Berlin Brandenburg sind rund 200 kleine und mittlere Biotechnologieunternehmen und uber 20 Pharmaunternehmen 168 mit rund 3700 Beschaftigten in Produktion Forschung und Entwicklung tatig 169 Kreativwirtschaft Sitz von Universal Music GmbH in Friedrichshain Berlin gehort zu den fuhrenden Standorten der Informations und Kreativwirtschaft in Europa Der Wirtschaftsbereich umfasst den Buch und Pressemarkt Softwareentwicklung Telekommunikationsleistungen den Werbemarkt Marktforschung die Film und Rundfunkwirtschaft den Kunstmarkt die Musikwirtschaft die Architektenbranche die Designwirtschaft und den Markt fur Darstellende Kunste Die Kreativ und Kulturwirtschaft ist ein wichtiger Standort und Wirtschaftsfaktor in Berlin und wachst kontinuierlich Im Jahr 2017 erwirtschafteten uber 41 000 meist kleine und mittelstandische Unternehmen mit etwa 202 000 Beschaftigten einen Umsatz von 25 7 Milliarden Euro und erreichten damit einen Anteil von uber 15 am Gesamtumsatz der Berliner Wirtschaft 170 Die grossten Umsatztrager stellten dabei die Software Spiele Informations und Kommunikationstechnik Branche der Buch und Pressemarkt und die Film und Rundfunkwirtschaft dar Die Textil und Modeindustrie hat in Berlin ebenfalls einen wichtigen Standort Insgesamt gibt es in Berlin uber 2 500 Unternehmen mit mehr als 22 000 Beschaftigten in der Modebranche Stand 2017 Ihre Leitveranstaltung ist die jahrlich im Januar und Juli stattfindende Berlin Fashion Week samt einer Vielzahl von begleitenden Modemessen 171 In Europa gehort Berlin zu den fuhrenden Zentren der Internetwirtschaft Im europaischen Stadte Ranking belegte die Metropole 2015 gemessen an den Investitionen in die Branche vor London Stockholm und Paris den ersten Platz 172 Medien Hauptartikel Medien in Berlin Hauptsitz der Axel Springer SE in Kreuzberg Eine Vielzahl von Fernsehsendern Radiostationen Verlagen Filmgesellschaften Musiklabels Printmedien Werbeagenturen Produzenten von Computerspielen Pressediensten sozialen Netzwerken und Internetmedien haben ihren Sitz in Berlin Mehr als 20 Nachrichtenagenturen aus aller Welt sind in der Stadt mit Niederlassungen vertreten u a dpa Thomson Reuters AFP und ANSA 173 Der offentlich rechtliche Sender rbb und die privaten Sender TV Berlin und Welt sind in Berlin ansassig Die meisten deutschen uberregionalen Sender wie Das Erste ZDF oder RTL betreiben Studios und Redaktionsgebaude Fernsehproduzenten wie die Deutsche Welle haben Dependancen in der Stadt Mehr als 30 Radiostationen mit lokaler und nationaler Reichweite verbreiten ihr Programm aus Berlin Berlin ist mit 151 Verlagen im Jahr 2016 einer der bedeutendsten Verlagsstandorte in Europa 174 Zu den umsatzgrossten europaischen Medienkonzernen zahlt die Axel Springer SE Die Bildungs und Wissenschaftsverlage Walter de Gruyter Cornelsen Verlag sowie die international tatige Springer Nature Gruppe haben ihren Sitz in der Stadt 175 Zu den wichtigen Publikumsverlagen zahlen u a der Berliner Verlag der Aufbau Verlag und der Suhrkamp Verlag In keiner anderen deutschsprachigen Stadt erscheinen mehr Tageszeitungen und deren Internetportale Zu den meistrezipierten uberregionalen Tageszeitungen zahlen die Bild und die Welt Auch die taz sei hier erwahnt die wohl grosste als Genossenschaft betriebene Zeitung Taglich erscheinende lokale Zeitungen und deren Internetableger sind die Berliner Zeitung die Berliner Morgenpost sowie Der Tagesspiegel Ausserdem gibt es in Berlin die lokalen Boulevardzeitungen B Z und den Berliner Kurier und Stadtmagazine wie der tip und den englischsprachigen Exberliner Zu den in Berlin produzierten Magazinen zahlen u a der Focus Cicero und Capital Durch die hohe Konzentration von Produzenten der Medien und Unterhaltungsbranche in der Stadt zahlte Berlin 2014 zu zehn umsatzstarksten Medienstandorten der Welt 176 Industrie Der Industriesektor zu dem 333 Betriebe mit rund 79 300 Beschaftigten zahlen erwirtschaftete 2017 einen Umsatz von 23 5 Milliarden Euro 177 Die umsatzstarksten Produzenten im verarbeitenden Gewerbe sind Hersteller von chemischen Erzeugnissen 8 2 Mrd Ernahrungsindustrie 2 3 Mrd Maschinen und Anlagenbauunternehmen 2 1 Mrd und elektrotechnische Industrie 4 5 Mrd Motorrad aus dem BMW Werk Berlin Das 1847 in Berlin gegrundete Unternehmen Siemens betreibt einen wichtigen Standort in Siemensstadt und produziert im Bezirk Mitte Gasturbinen fur den internationalen Markt 178 Das 1902 gegrundete Mercedes Benz Werk Berlin der heutigen Daimler AG ist mit etwa 2500 Mitarbeitern einer der grossten industriellen Arbeitgeber in Berlin In dem Werk in Marienfelde werden verschiedenste Fahrzeuge hergestellt Das 1969 eroffnete BMW Werk Berlin in Spandau beschaftigt etwa 2000 Mitarbeiter 179 In dem Werk werden taglich rund 700 Motorrader fur den Weltmarkt hergestellt Stadler Rail ein Schweizer Hersteller von Schienenfahrzeugen betreibt in Pankow ein Werk In Tempelhof produzieren der Backwarenhersteller Bahlsen und Procter amp Gamble Waren fur den deutschen und europaischen Markt In Reinickendorf betreibt die Berliner Lebensmittelhersteller Freiberger Lebensmittel eine der grossten Pizza Fabriken Europas Handel und Finanzwirtschaft Berlin ist einer der umsatzstarksten Standorte des stationaren Einzelhandels in Europa 180 Von internationalen Handelsketten die in Berlin reprasentative Vorzeigeladen betreiben uber eine grosse Anzahl von Einkaufszentren bis hin zu individuellen Ladenkonzepten in belebten Kiezen sind alle Formen des Einzelhandels in der Stadt vertreten 181 2014 gab es in Berlin 65 Einkaufszentren 182 Zu den bekanntesten Einzelhandelsbetrieben zahlt das KaDeWe Entwicklung des in Berlin durch Immobiliengeschafte erzielten Umsatzes in absoluten Zahlen gegenuber dessen Anteil am deutschlandweiten Umsatz 183 Berlin ist Deutschlands umsatzstarkster Standort fur den Immobilienhandel 2015 wurden Berliner Grundstucke und Immobilien im Wert von 8 Milliarden Euro gehandelt 184 Der jahrlich durch Immobiliengeschafte erzielte Umsatz lag in Berlin von 2007 bis 2016 zwischen 6 und 17 Mrd Euro Dabei entwickelten sich von 2007 bis 2013 der Umsatz in absolute Zahlen und dessen Anteil am bundesweiten Umsatz parallel zueinander Im ersten Jahr nachdem Berlin die Moglichkeiten aus dem Mietrechtsanderungsgesetz anwandte 185 anderte sich dies Wahrend der absolute Umsatz wie in den Vorjahren bis 2015 weiter anstieg sank der Anteil am bundesweiten Umsatz Ab 2015 als die Mietpreisbremse eingefuhrt wurde sank auch der absolute Umsatz 183 Die 1695 gegrundete Borse Berlin ist eine Regionalborse und hat ihren Sitz im Ludwig Erhard Haus Der Jahresumsatz der Borse betrug im Jahr 2017 etwa 56 Milliarden Euro 48 Kreditinstitute und 25 Finanzdienstleister nahmen am Handelsgeschehen teil 186 Nach dem Jahr 2000 hat sich Berlin zu einem wichtigen Standort fur Unternehmen des elektronischen Handels entwickelt Zu den erfolgreichsten Handlern gehoren u a Zalando Home24 und kfzteile24 Zu den wesentlichen in Berlin ansassigen Banken zahlen u a die Deutsche Kreditbank DKB eine 100 ige Tochtergesellschaft der Bayerischen Landesbank und die Berliner Sparkasse ein offentlich rechtliches Kreditinstitut Die Sparkassen Finanzgruppe die mehr als 600 dezentral arbeitende Unternehmen in Deutschland im Bereich der Finanzdienstleistungen umfasst hat ihren Sitz ebenfalls in der Stadt Die Investitionsbank Berlin IBB ist das zentrale Forderinstitut des Landes Berlin Zu den grossten privaten Bankinstituten gehoren die Berlin Hyp die Weberbank die Quirin Privatbank und N26 Seit etwa 2015 ist Berlin die Stadt mit der grossten Anzahl an privaten Wagniskapitalgesellschaften in Deutschland 187 Rund ein Viertel aller Investmentunternehmen im Land haben dort ihren Sitz Infrastruktur Hauptartikel Infrastruktur in Berlin Die Berliner Strassen sind nach zwei verschiedenen Hausnummerierungssystemen nummeriert Bis 1929 wurde die rundlaufende Hufeisennummerierung verwendet seitdem die im Zickzack verlaufene Orientierungsnummerierung Da nicht zuletzt wegen der politischen Umbruche zahlreiche Berliner Strassen umbenannt wurden und diese Anderungen ab 1929 oftmals zur Einfuhrung der Orientierungsnummerierung in der betreffenden Strasse genutzt wurden ist auch in vielen alteren Strassen die Orientierungsnummerierung anzutreffen Offentlicher Verkehr Hauptartikel Nahverkehr in Berlin Berlin ist im internationalen Fernverkehr ein wichtiger Knotenpunkt insbesondere fur Zuge zwischen West und Osteuropa 2006 wurden der Hauptbahnhof als zentrale Bahnstation und im Zusammenhang damit der Tunnel Nord Sud Fernbahn die Fernbahnhofe Gesundbrunnen und Sudkreuz sowie die Regionalbahnhofe Potsdamer Platz unterirdisch Jungfernheide und Lichterfelde Ost in Betrieb genommen Damit erhielt der Regional und Fernverkehr der Bahn gemass dem sogenannten Pilzkonzept zusatzlich zu der in Ost West Richtung angelegten Stadtbahn eine unterirdische Regional und Fernverkehrsverbindung in Nord Sud Richtung Der Umstieg zwischen dem Nord Sud Fernbahntunnel und der Stadtbahn erfolgt am Hauptbahnhof Zuge die Berlin aus sudlicher Richtung erreichen fahren seitdem meist uber die neue Nord Sud Trasse von Lichterfelde Ost uber Sudkreuz Potsdamer Platz Hauptbahnhof uber die Uberfuhrung nach Gesundbrunnen oder Richtung Westen uber Jungfernheide nach Spandau Hauptbahnhof in Moabit Dem innerstadtischen offentlichen Personennahverkehr dienen 16 S Bahn Linien betrieben von der S Bahn Berlin GmbH sowie neun U Bahn 22 Strassenbahn 150 Bus und sechs Fahrlinien alle betrieben von der BVG Die Innenstadt wird in Ost West Richtung von der als Viaduktbahn angelegten Stadtbahn durchquert die parallel von S Bahn sowie Regional und Fernverkehr befahren wird Sie verbindet den Ostbahnhof mit dem Bahnhof Charlottenburg und passiert dabei unter anderem die Bahnhofe Zoologischer Garten Hauptbahnhof Friedrichstrasse und Alexanderplatz In Nord Sud Richtung ubernehmen die U Bahn Linien U9 und U6 den grossten Teil des Fahrgastaufkommens erganzt durch die unterirdische Nord Sud Trasse der S Bahn Diese S Bahn Trasse kreuzt am Bahnhof Friedrichstrasse die Stadtbahn Vervollstandigt wird der Bahnverkehr durch die Ringbahn die die Innenstadt umschliesst Alle anderen Linien beruhren diese Trassen Die Barrierefreiheit der Bahnhofe wird weitgehend gewahrleistet 188 U Bahn Zug der Linie U1 auf der Oberbaumbrucke zwischen Friedrichshain und Kreuzberg Das Stadtbusnetz gliedert sich in Expressbusse Buchstabe X MetroBusse Buchstabe M und Omnibusse mit dreistelliger Nummer In gleicher Weise wird ein Teil der Strassenbahnlinien zweistellige Nummer durch Voranstellung eines M als MetroTram besonders herausgehoben Nachtbusse haben als Linienbezeichnung ein N vor der Liniennummer Metro Linien sowohl Busse als auch Strassenbahnen fahren auch nachts In den Nachten vor Sonnabenden Sonn und Feiertagen fahren zusatzlich fast alle S und U Bahn Linien durchgehend bei der S Bahn teilweise mit veranderter Streckenfuhrung Der Fernbusverkehr zu deutschen und europaischen Zielen wird uber den Zentralen Omnibus Bahnhof am Funkturm ZOB abgewickelt Die Berliner Nahverkehrsbusflotte soll bis 2030 elektrifiziert werden 189 190 Im Berliner Taxigewerbe waren 2008 etwa 3100 Unternehmen tatig uber drei Viertel davon mit nur einem Fahrzeug 191 Berlin hatte im Januar 2012 rund 7600 Taxis 192 und ist damit die Stadt mit den meisten Taxis in Deutschland In Berlin gibt es keine Farbfreigabe und keine Zulassungsbeschrankung der Konzessionen 193 Siehe auch Liste der Bahnhofe im Raum Berlin Liste der Berliner U Bahnhofe und Fernbusverkehr in Deutschland S und U Bahn Linien in Berlin zentral die Ringbahn U Bahn Zug der Baureihe F74 der Berliner Verkehrsbetriebe S Bahn Zug der Baureihe 481 482 der Deutschen Bahn Strassenverkehr Ubersichtskarte des Berliner Strassen und Autobahnnetzes 2019 waren 335 Pkw auf 1000 Einwohner in Berlin zugelassen 194 2012 waren es 324 gewesen 2008 nur 319 Im Vergleich mit anderen deutschen Stadtstaaten hat Berlin die niedrigste Pkw Dichte 191 Die Innenstadt wird von Westen her von einem Autobahnhalbkreis A 100 Berliner Stadtring umgeben der langfristig zu einem Ring vervollstandigt werden soll und eine reine Stadtautobahn darstellt Der sogenannte Abschnitt BA 16 der A 100 befindet sich im Bau Stand 2021 195 Die A 100 beim Dreieck Funkturm ist der meistbefahrene Autobahnabschnitt in Deutschland Rund um Berlin verlauft die Autobahn A 10 E 55 Berliner Ring Von der A 100 aus fuhren innerhalb des Stadtgebietes mehrere Autobahnabschnitte in Richtung Berliner Ring Die A 111 E 26 fuhrt in nach Nordwesten in Richtung Hamburg und Rostock Die A 113 in Richtung Sudosten nach Dresden und Cottbus beginnt am Dreieck Neukolln und fuhrt zum Schonefelder Kreuz A 10 und bindet den Flughafen Berlin Brandenburg an das Autobahnnetz an Die A 115 E 51 erstreckt sich nach Sudwesten Richtung Hannover und Leipzig Deren nordliches gerades Teilstuck ist als AVUS bekannt Zusatzlich hierzu gibt es im Norden der Stadt die A 114 von der Prenzlauer Promenade im Bezirk Pankow zur A 10 in Richtung Stettin Die nur wenige Kilometer lange ehemalige A 104 die im Sudwesten der Stadt den Berliner Stadtring A 100 nach Suden hin mit dem Ortsteil Steglitz verbindet wurde inzwischen zur Autostrasse herabgestuft Die A 103 Westtangente auf der die Bundesstrasse 1 verlauft verbindet den Berliner Stadtring von einem weiter ostlich gelegenen Anschluss nach Sudwesten hin mit dem Steglitzer Kreisel in Richtung Potsdam Die historische Mitte Berlins wird vom Innenstadtring umschlossen Ferner verlaufen durch Berlin die Bundesstrassen B 1 B 2 B 5 B 96 B 96a B 101 B 109 und B 158 Die Autobahn GmbH des Bundes mit Sitz in Berlin ist fur Planung Bau Betrieb Erhaltung Finanzierung und vermogensmassige Verwaltung der Autobahnen in Berlin und Deutschland zustandig Siehe auch Strassen und Platze in Berlin und Ubergeordnetes Strassennetz von Berlin Fahrradverkehr Fahrradfahrer in Berlin In Berlin existieren an stark befahrenen Strassen angelegte Radwege und Fahrradstreifen einige ruhigere Strassen wurden als Fahrradstrassen gekennzeichnet Etwa 1 5 Millionen Wege rund 13 des gesamten Personen Transportaufkommens wurden 2013 taglich mit dem Fahrrad als Hauptverkehrsmittel zuruckgelegt 196 Deshalb zahlt Berlin zu den Millionenmetropolen in Europa mit sehr uberdurchschnittlich vielen Fahrradnutzern Der Anteil des Fahrradverkehrs am Gesamtaufkommen des Verkehrs in Berlin hat sich seit 1992 mehr als verdoppelt Im Jahr 1992 wurden etwa 7 Prozent aller Wege mit dem Fahrrad zuruckgelegt 197 2009 waren es bereits etwa 15 Prozent 198 Die durchschnittliche Entfernung einer mit dem Rad zuruckgelegten Strecke betragt 3 7 Kilometer 196 Die Radfahrstreifen wurden von insgesamt 50 Kilometer im Jahr 2004 auf 191 Kilometer im Jahr 2014 ausgebaut 199 Im Jahr 2016 erreichte die Initiative Volksentscheid Fahrrad einen Antrag auf ein Volksbegehren 2018 wurde das Berliner Mobilitatsgesetz beschlossen das wesentliche Ziele der Initiative zugunsten des Radverkehrs ubernahm Durch Berlin fuhren uberregionale touristische Radfernwege wie der Radweg Berlin Kopenhagen der Radweg Berlin Usedom der Radweg Berlin Leipzig der Europaradweg R1 die D Netz Route D11 sowie die D Netz Route D3 Europaroute Entlang des fruheren Verlaufs der Berliner Mauer fuhrt der Berliner Mauerweg Mehrere tausend Mietfahrrader konnen im Innenstadtbereich per Telefonanruf oder mobilem Internet ausgeliehen werden In einigen Gebieten der Stadt verkehren zur touristischen Nutzung Fahrradtaxis Flugverkehr Flughafens Berlin Brandenburg Terminal 1 Der Flughafen Tegel IATA Flughafencode TXL war der letzte in Betrieb befindliche Flughafen auf Berliner Stadtgebiet Im Jahr 2016 wurden dort etwa 21 3 Millionen Fluggaste abgefertigt 200 Am 8 November 2020 wurde der Flughafen Tegel fur regularen Flugbetrieb geschlossen Der unmittelbar ausserhalb der Stadtgrenze gelegene Flughafen Berlin Brandenburg BER gehort zur Gemeinde Schonefeld Der darin integrierte ehemals eigenstandige Flughafen Schonefeld Standort war der zweite internationale Flughafen in der Hauptstadtregion Berlin Brandenburg und fertigte im Jahr 2016 etwa 11 7 Millionen Passagiere ab Auf dem nach Suden erweiterten Schonefelder Flughafengebiet wurde seit 2006 der Flughafen Berlin Brandenburg errichtet der am 31 Oktober 2020 eroffnet wurde 201 Siehe auch Liste der Berliner Flughafen Binnenschifffahrt Binnenwasserstrassen in Berlin Berlin liegt im Zentrum des Bundeswasserstrassengebietes Ost Die Stadt wird wasserseitig auf mehreren Wegen erschlossen der Binnenschifffahrt stehen von und nach Berlin drei Wasserstrassen zur Verfugung Dabei kommt der Verbindung uber Havel Elbe Havel Kanal und Mittellandkanal zu Elbe und Nordsee beziehungsweise Weser und Rhein die grosste Bedeutung zu Ausserdem verbindet die Havel Oder Wasserstrasse Berlin mit der unteren Oder und der Ostsee Beschrankt ausgebaut ist auch die Spree Oder Wasserstrasse als Verbindung uber die Spree zur oberen Oder Zum Warenumschlag konnen drei offentliche Hafenanlagen genutzt werden der Hafen Neukolln der Sudhafen Spandau sowie der Westhafen Letzterer liegt in Moabit am Nordrand der Berliner Innenstadt und ist von allen drei Hafen der grosste und bedeutendste Die Anlagen am Westhafen und am Sudhafen Spandau ermoglichen auch den Warenumschlag zwischen Binnenschiff Eisenbahn und Lastwagen Betrieben werden die Hafen von der BEHALA Siehe auch Liste von Fahrgastreedereien in Berlin Brucken Glienicker Brucke die Wannsee rechts mit Potsdam links verbindet Berlin hat durch seine exponierte Lage an Flusslaufen und Kanalen und durch sein ungewohnlich grosses Territorium eine Vielzahl an Brucken und Uberfuhrungen in seinem Stadtgebiet Offiziell gibt es 916 Brucken in Berlin Davon verbinden 732 offentliche Strassen die restlichen 184 Wege und Strassen in Grunanlagen 202 Je nach Definition und Verstandnis werden weitere Bauwerke in Berlin zu den Brucken gezahlt So gibt es 564 Brucken uber Gewasser jeder Art und 300 Hochbahnviadukte der U Bahn 203 Die altesten Berliner Spreequerungen sind Jungfern Muhlendamm Rathaus und Rossstrassenbrucke wobei die heutigen Bauwerke jeweils jungeren Datums sind Die langste Brucke der Stadt ist mit uber 930 Metern die Rudolf Wissell Brucke wahrend die Oberbaumbrucke als Wahrzeichen des Bezirks Friedrichshain Kreuzberg und die Glienicker Brucke als Verbindung nach Potsdam zu den bekanntesten Brucken Berlins zahlen Siehe auch Liste der Brucken in Berlin Wasserversorgung Die Wasserversorgung Berlins wird durch die neun Wasserwerke Beelitzhof Friedrichshagen Kaulsdorf Kladow Spandau Stolpe Tegel Tiefwerder und Wuhlheide sichergestellt die von der Berliner Wasserbetriebe AoR betrieben werden Der Wasserverbrauch der Stadt ist nach 1990 deutlich zuruckgegangen Aufgrund der geringeren Grundwasserentnahme kam es in weiten Teilen des Urstromtals zu einem deutlichen Anstieg des Grundwasserspiegels Vor allem in der Nahe der Wasserwerke verursachte dies Vernassungsschaden an Gebauden 204 Pro Tag wurden 2018 durchschnittlich 546 000 m Trinkwasser fur die Berliner Haushalte Industrie und Gewerbe bereitgestellt und rund 624 000 m Abwasser durch die Klarwerke gereinigt 205 206 Uber das rund 9500 km lange Kanalsystem gelangen die Abwasser in sechs Grossklarwerke 207 Energieversorgung Wahrend der Zeit der deutschen Teilung war die Energieversorgung West Berlins ab 1951 vom Stromnetz des Umlandes und des Ostberliner Gebiets getrennt Die Stromversorgung musste uber im westlichen Stadtgebiet gelegene thermische Kraftwerke wie das Kraftwerk Reuter West und andere erfolgen Im Jahr 1993 wurde die unterbrochene Leitungsverbindung mit dem Umland wiederhergestellt In den Westbezirken Berlins sind mit wenigen Ausnahmen alle Stromleitungen als Erdkabel ausgefuhrt Die Erdkabelsektion der 380 kV Kabeldiagonale zwischen den Umspannwerken Reuter und Marzahn ist das langste 380 kV Erdkabel in Deutschland Buch Charlottenb Klingenberg Kopenick Lichterfelde Marzahn Mitte Moabit Neukolln Pankow Reuter Reuter West Rudow AhrensfeldeKraftwerke in Berlin und Umgebung 2021 Bis 1997 hielt das Land Berlin die Mehrheit der Anteile an der Bewag dem bis dahin grossten kommunalen Energieversorgungsunternehmen der Stadt 2003 wurden die Anteile vollstandig vom Vattenfall Konzern aufgekauft Seitdem ist das Unternehmen zusammen mit der GASAG der umsatzstarkste Energieversorger in Berlin Mit Grundung der Berliner Stadtwerke im Jahr 2014 verfugt Berlin wieder uber einen eigenen kommunalen Energieversorger der mit dem Bau eigener Solar und Windkraftanlagen das Ziel der Klimaneutralitat Berlins bis 2050 unterstutzen soll 208 Im Jahr 2021 leitete das Land Berlin eine Rekommunalisierung des Verteilnetzbetreibers Stromnetz Berlin GmbH ein 209 Die Stromerzeugung in Berlin fusst im Wesentlichen auf der Nutzung von Steinkohle und Erdgas Der Beitrag der Steinkohlenutzung an der Nettostromerzeugung betrug 45 Prozent im Jahr 2009 und lag damit weit uber dem bundesweiten Durchschnitt von 18 Prozent Auch die Erdgasnutzung ist uberdurchschnittlich Ihr Anteil umfasste 42 Prozent und befand sich damit ebenfalls uber dem Bundesdurchschnitt von 13 Prozent Braunkohle trug mit 9 Prozent zur Erzeugung bei und lag weit unter dem bundesweiten Durchschnitt von 24 Prozent Ebenfalls unterdurchschnittlich ist der Beitrag der erneuerbaren Energien Ihr Anteil lag bei 3 Prozent im Gegensatz zum deutschlandweiten Schnitt von 17 Prozent 210 Der Endenergieverbrauch umfasste im Jahr 2010 rund 267 8 Petajoule Damit lag der Verbrauch um 7 4 Prozent hoher als im Vorjahr gegenuber 1990 ist er jedoch nur geringfugig um 2 4 Prozent gestiegen 211 Der Endenergieverbrauch pro Einwohner im Land betrug im Jahr 2010 somit 77 4 Gigajoule Der Anstieg dieses Anteils fallt mit 1 3 Prozent im Vergleich zu 1990 geringer aus als der Anstieg des gesamten Endenergieverbrauchs im Land 212 Umgerechnet auf Sektoren zeigt sich dass der Bereich Gew v Steinen u Erden sonst Bergbau und Verarbeitendes Gewerbe mit 6 3 Prozent den geringsten Anteil am Endenergieverbrauch besitzt Der Verkehrsbereich benotigt mit 24 6 Prozent fast das Vierfache an Energie Der grosste Anteil entfallt allerdings auf den Sektor Haushalte Gewerbe Handel und Dienstleistungen und ubrige Verbraucher mit 69 1 Prozent 213 Wissenschaft und Bildung Hauptartikel Bildungssystem in Berlin Hochschulen Berlin schaut auf eine mehr als 200 jahrige Wissenschaftsgeschichte zuruck 40 Nobelpreistrager lehrten und arbeiteten an den Instituten und Hochschulen der Stadt In Berlin konzentrieren sich auch gegenwartig eine Vielzahl von international ausstrahlenden Wissenschafts und Forschungseinrichtungen Als Universitatsstadt zahlt Berlin zu den weltweit angesehenen Bildungsstandorten 214 In Berlin waren im Wintersemester 2016 17 an insgesamt 42 Universitaten und Hochschulen darunter vier Kunsthochschulen rund 180 000 Studenten eingeschrieben 215 Damit verzeichnet die Stadt die grosste Anzahl an Studenten in Deutschland Im globalen Umfeld zahlt Berlin zu den Weltstadten mit sehr vorteilhaften Studienbedingungen 216 Die vier Berliner Universitaten stellen gemeinsam rund 110 000 Studenten Die im Zuge der Preussischen Reformen durch Wilhelm von Humboldt gegrundete und im Jahr 1809 eroffnete Humboldt Universitat zu Berlin HU hat gegenwartig uber 35 000 Studenten 217 Die Freie Universitat Berlin FU hat uber 37 000 die Technische Universitat Berlin TU rund 34 000 und die Universitat der Kunste Berlin UdK etwa 4 500 Studenten Die Beuth Hochschule fur Technik zahlt uber 12 000 Studenten die Hochschule fur Technik und Wirtschaft Berlin hat uber 13 000 Immatrikulierte und an der Charite sind rund 7 200 Studenten eingeschrieben Humboldt Universitat zu Berlin in Mitte European School of Management and Technology Charite Die Freie Universitat in Dahlem EIT Gebaude der TU Berlin Die Medizinischen Fakultaten der Freien Universitat und der Humboldt Universitat wurden 2003 zur Charite Universitatsmedizin Berlin zusammengefasst Seitdem ist diese mit ihren vier Standorten die grosste medizinische Fakultat Europas 218 Im Rahmen der Exzellenzinitiative wurden die FU Berlin und die HU zu Berlin in der dritten Forderlinie positiv begutachtet Das bereits 2007 ausgezeichnete Zukunftskonzept International Network University der Freien Universitat wurde in der Evaluation 2012 bestatigt Die Humboldt Universitat war mit ihrem Konzept Bildung durch Wissenschaft 2012 erfolgreich Damit zahlen beide Hochschulen zu den elf deutschen Eliteuniversitaten 219 220 221 Mit der Bekanntgabe des Ergebnisses der Exzellenzstrategie 2019 gehoren die FU die HU die TU und die Universitatsmedizin der Charite als Einrichtungen der Berlin University Alliance 222 gemeinsam zu den insgesamt elf deutschen Exzellenzuniversitaten 223 224 Die European School of Management and Technology ESMT besitzt Promotionsrecht und gehort zu den fuhrenden Wirtschaftshochschulen in Deutschland und Europa 225 Niederlassungen weiterer Hochschulen sind u a ESCP Europe Campus Berlin die Mediadesign Hochschule die Games Academy und das SAE Institute Forschung Hauptartikel Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Berlin Supercomputer im Konrad Zuse Institut Berlin ist seit 2012 die forschungsstarkste Region in Deutschland 226 227 Jahrlich werden in Berlin rund 1 8 Milliarden Euro offentliche Fordermittel in Wissenschaft und Forschung investiert Uber 60 000 Beschaftigte lehren forschen und arbeiten an den uber 70 ausseruniversitaren offentlich finanzierten Forschungseinrichtungen Auch die grossen nationalen Forschungsorganisationen Fraunhofer Gesellschaft Helmholtz Gemeinschaft Leibniz Gemeinschaft und Max Planck Gesellschaft sind mit mehreren Instituten vertreten ebenso verschiedene Bundesministerien mit insgesamt acht Forschungsinstituten Die meisten Einrichtungen der Wissenschaft konzentrieren sich an den Standorten in Buch Charlottenburg Dahlem Mitte sowie am Wissenschafts und Wirtschaftsstandort Adlershof Das Land Berlin ist Korporativ Forderndes Mitglied der Max Planck Gesellschaft 228 Die Internationale Mathematische Union ein Mathematik Weltverband der alle vier Jahre die global renommierte Fields Medaille verleiht hat ihren Sitz in Berlin 229 Kinderbetreuung und Schulsystem In Berlin besteht ab dem vollendeten ersten Lebensjahr fur jedes Kind ein Rechtsanspruch auf eine tagliche Halbtagsforderung von bis zu sieben Stunden in einer Kindertagesstatte bzw in der Kindertagespflege Krippenplatze sind seit August 2018 beitragsfrei 230 Etwa 46 Prozent der unter Dreijahrigen in der Stadt und etwa 95 Prozent der 3 bis 6 Jahrigen wurden im Jahr 2016 in Kitas betreut 231 Freiherr vom Stein Gymnasium in Spandau Berlin hat eine sechsjahrige Grundschule und seit 2010 ein sich anschliessendes zweigliedriges Oberschulsystem mit Integrierten Sekundarschulen und Gymnasien Im Schuljahr 2015 16 gab es in Berlin knapp 340 000 Schuler an 799 allgemeinbildenden Schulen darunter 138 Privatschulen Das Land verfugt uber 433 Grund und 165 integrierte Sekundarschulen des Weiteren 113 Gymnasien 10 Waldorf und 77 Sonderschulen 232 Im Januar Februar 2004 verabschiedete das Abgeordnetenhaus ein neues Schulgesetz 233 mit folgenden wesentlichen Reformen Eine Verkurzung der Schulzeit bis zum Abitur Allgemeine Hochschulreife von dreizehn auf zwolf Jahre der in der zehnten Klasse stattfindende Mittlere Schulabschluss und eine schriftliche Prufung zum Erhalt des Realschulabschlusses Diese Prufung wird auch an den Gymnasien abgelegt Das Zentralabitur wurde in den Fachern Deutsch Mathematik und den Fremdsprachen eingefuhrt An dreizehn Gymnasien mit Schnelllauferprogramm ist es moglich das Abitur ein Jahr fruher abzulegen das heisst seit dem Inkrafttreten des neuen Schulgesetzes nach elf Jahren Insgesamt 38 633 Lehrlinge befanden sich 2016 in einer Berufsausbildung darunter 9 355 im Handwerk 234 Die am starksten besetzten Ausbildungsberufe in Berlin waren in dem Jahr Kauffrau Kaufmann fur Buromanagement 2 572 gefolgt von Kauffrau Kaufmann im Einzelhandel 2 251 235 18 273 Azubis erwarben einen Berufsabschluss Siehe auch Schulstrukturreform in Berlin und Kategorie Schule in Berlin Bibliotheken Hauptartikel Liste von Bibliotheken in Berlin Staatsbibliothek Unter den Linden Die Staatsbibliothek zu Berlin mit einem Bestand von 25 Millionen Werken ist die grosste wissenschaftliche Universalbibliothek im deutschen Sprachraum und eine der bedeutendsten in der Europaischen Union Weitere grosse wissenschaftliche Bibliotheken sind die Universitatsbibliothek der Freien Universitat die Universitatsbibliothek der Humboldt Universitat und die Zentralbibliothek der TU und UdK Die Zentral und Landesbibliothek Berlin ist die offentliche Zentralbibliothek des Landes Berlin Die Berliner Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin stellt mit ihrem Bestand ca 400 000 Bande zur europaischen Kunstgeschichte und rund 1400 internationale Zeitschriften eine der bedeutendsten kunstwissenschaftlichen Spezialbibliotheken in Deutschland dar In jedem Berliner Bezirk gibt es mindestens eine Bezirksbibliothek weitere Filialen sind in den Ortsteilen angesiedelt Im Jahr 2014 zahlten die Berliner Bibliotheken mehr als 9 Millionen Besucher die rund 23 Millionen Entleihungen vornahmen 236 Kultur Hauptartikel Kultur Berlins Tanzrevue im Friedrichstadt Palast Konzert im SO36 Berlin ist ein international herausragendes Zentrum der Kunste und geniesst den Ruf einer europaischen Weltstadt 237 Als Produktionsstatte verschiedener Zweige der Kreativwirtschaft ist die Metropole Anziehungspunkt fur Kulturschaffende 238 Erstmals zu uberregionaler Bedeutung gelangte das Kulturleben der Stadt in der auch als Berliner Klassik bezeichneten Burgerkultur in Berlin um 1800 Renommierte Einrichtungen taglich stattfindende Ereignisse der popularen Kunste und ein sich stetig im Wandel befindliches Szeneleben pragen die kulturelle Landschaft Berlins Zu den bedeutenden Institutionen der Stadt zahlt u a die Deutsche Filmakademie die jahrlich den Deutschen Filmpreis in Berlin verleiht Die Europaische Filmakademie gegrundet 1988 hat ihren Sitz ebenfalls in Berlin Musik In Berlin bestehen mehrere Orchester Die international renommierten Berliner Philharmoniker die Staatskapelle Berlin das Konzerthausorchester Berlin das Deutsche Symphonie Orchester Berlin das Rundfunk Sinfonieorchester Berlin der Rundfunkchor Berlin und der RIAS Kammerchor Diese Ensembles treten im Konzerthaus Berlin der Berliner Philharmonie und in anderen Salen in Deutschland oder auf Tourneen auf der ganzen Welt auf Berliner Philharmonie Daneben Berlin verfugt uber drei Opernhauser die Staatsoper Unter den Linden die Deutsche Oper und die Komische Oper Mit der Berliner Waldbuhne und der Kindl Buhne Wuhlheide werden zwei Freiluftbuhnen regelmassig fur Musikveranstaltungen genutzt Im Chorverband Berlin sind 236 Laienchore mit uber 10 000 Mitgliedern vereinigt Die Sing Akademie zu Berlin besteht als Wiege der burgerlichen Musikpflege in Berlin seit 1791 Zu den beruhmten Komponisten und Dirigenten Berlins zahlen Paul Lincke Walter Kollo Herbert von Karajan Daniel Barenboim Sir Simon Rattle und Kurt Sanderling Festlichkeiten Berlinale jahrliche Filmfestspiele im Februar Mehrere tausend Veranstaltungen mit den unterschiedlichsten kulturellen Ausrichtungen finden jeden Monat in Berlin statt Im Februar werden die Internationalen Filmfestspiele abgehalten Die auch Berlinale genannte Festlichkeit gilt als die grosste Publikumsveranstaltung der Welt Der Wettbewerb schliesst mit der Verleihung des Goldenen und der Silbernen Baren Karneval der Kulturen Wahrend des gesamten Jahres ist Berlin Spielstatte weiterer internationaler Festlichkeiten von denen einige unter dem organisatorischen Dach der Berliner Festspiele stattfinden Beim Berliner Theatertreffen werden die bemerkenswertesten deutschsprachigen Theaterinszenierungen einer Saison prasentiert Weitere Festlichkeiten sind das Literaturfestival Tanztage Berlin Tanz im August Young Euro Classic und die Berlin Biennale Umzuge Paraden und Freiluftkonzerte sind ebenfalls etablierte Ereignisse im Veranstaltungskalender der Stadt Der Karneval der Kulturen der Christopher Street Day Berlin und das Berliner Myfest gehoren zu den bekanntesten Das Jazzfest Berlin wird seit 1964 veranstaltet Die Veranstaltungsreihe Pop Kultur prasentiert alternative Musikstile Seit 2015 findet das Lollapalooza in Berlin statt Das Festival of Lights Berlin gehort zu den bekanntesten Lichtkunstveranstaltungen weltweit In keiner anderen europaischen Metropole werden zur Weihnachtszeit vergleichbar viele Weihnachtsmarkte eingerichtet Mehr als 80 Weihnachtsmarkte fanden in Berlin jedes Jahr bis 2019 statt Die Silvesterfeier am Brandenburger Tor zahlt zu den bestbesuchten des Kontinents Theater Schaubuhne am Lehniner Platz in Wilmersdorf Zahlreiche Theaterbuhnen pragen die kulturelle Landschaft der Metropole Die bekanntesten sind das Berliner Ensemble die Volksbuhne am Rosa Luxemburg Platz die Schaubuhne am Lehniner Platz das Deutsche Theater das Maxim Gorki Theater das Renaissance Theater sowie die Jugendtheater Grips Theater und Theater an der Parkaue Das Theater des Westens und das Theater am Potsdamer Platz bieten in erster Linie Musicals Gross inszenierte Revuen werden im Friedrichstadt Palast gezeigt Der Wintergarten in dem jahrlich das International Burlesque Festival stattfindet und das Chamaleon sind fur ihr Variete beruhmt Buhnen wie die Wuhlmause die Distel oder der Quatsch Comedy Club sind fur Kabarett und satirische Unterhaltungsprogramme bekannt Das Radialsystem V hat sich mit Tanz und Performancestucken einen Namen gemacht Siehe auch Liste von Theatern in Berlin Museen Hauptartikel Museen in Berlin Bode Museum auf der Museumsinsel in Mitte Berlin verfugt uber eine Vielzahl von Museen Im Jahr 1841 bestimmte eine konigliche Order die von Spree und Kupfergraben umflossene Museumsinsel im nordlichen Teil der Spreeinsel zu einem der Kunst und der Altertumswissenschaft geweihten Bezirk Schon zuvor war dort das Alte Museum am Lustgarten entstanden dem mehrere Museen wie das Neue Museum die Alte Nationalgalerie das heutige Bode Museum und das Pergamonmuseum folgten Diese Museen sind in erster Linie durch ihre Exponate aus der Zeit der Antike beruhmt 1999 wurde die Museumsinsel in die UNESCO Liste des Weltkulturerbes aufgenommen 239 Ausserhalb der Museumsinsel befinden sich Museen verschiedener Themengebiete Das Naturkundemuseum ist mit uber 30 Millionen Objekten und dem hochsten Dinosaurierskelett der Welt eines der bedeutendsten Naturkundemuseen weltweit Im Deutschen Technikmuseum Berlin werden auf 25 000 m Exponate und Experimente rund ums Thema Technik ausgestellt Die Gemaldegalerie und Neue Nationalgalerie sind Kunstmuseen im Kulturforum das Bauhaus Archiv ist ein Architekturmuseum Das Deutsche Historische Museum im Zeughaus Unter den Linden veranschaulicht deutsche Geschichte aus 2000 Jahren Einen ebenso langen Zeitraum judisch deutscher Geschichte zeigt das Judische Museum in einer standigen Ausstellung Hamburger Bahnhof Museum fur Gegenwart Das Jagdschloss Grunewald beherbergt eine Gemaldesammlung aus dem 15 bis 19 Jahrhundert In Lichtenberg befinden sich auf Arealen des fruheren Ministeriums fur Staatssicherheit der DDR die Forschungs und Gedenkstatte Normannenstrasse und die Gedenkstatte Berlin Hohenschonhausen Das Mauermuseum am Checkpoint Charlie zeigt Geschichten und Geschehnisse uber die Berliner Mauer In der Nahe des Potsdamer Platzes steht das Denkmal fur die ermordeten Juden Europas In Berlin hat die vom Bund und allen Bundeslandern gemeinsam getragene Stiftung Preussischer Kulturbesitz ihren Hauptsitz Auch die Stiftung Preussische Schlosser und Garten Berlin Brandenburg unterhalt hier wichtige Standorte Beide verwalten bewahren pflegen und erganzen in ihren international bedeutenden Einrichtungen die Kulturguter des ehemaligen Staates Preussen Die Stiftung Stadtmuseum Berlin vereinigt weitere traditionsreiche Museen Berlins Die 1995 gegrundete Stiftung ist das grosste stadthistorische Museum Deutschlands Als Landesmuseum fur Kultur und Geschichte Berlins ist es in seinem Kern aus der Vereinigung von Markischem Museum 1874 gegrundet und Berlin Museum 1962 gegrundet entstanden Die breite Palette der verschiedenen zum Teil schon im 19 Jahrhundert begrundeten Sammlungen dokumentieren in grosser Vielfalt alle Bereiche der Entwicklung Berlins von den ersten Spuren menschlicher Besiedlung in der Steinzeit bis zur Gegenwart Siehe auch Liste der Museen in Berlin und Umgebung Bauwerke Siehe auch Liste von Sehenswurdigkeiten in Berlin und Liste von Burgen Schlossern und Herrenhausern in Berlin und Brandenburg Brandenburger Tor am Pariser Platz in Mitte Das 1791 errichtete Brandenburger Tor ist eines der bedeutendsten Berliner Wahrzeichen und wird von einer Quadriga mit der Siegesgottin Victoria gekront Das Tor ist das westliche Ende des Boulevards Unter den Linden der sich bis zu der uber den Spreekanal fuhrenden Schlossbrucke zieht Jenseits der Brucke auf der Spreeinsel befinden sich unter anderem der Lustgarten die Museumsinsel der Berliner Dom und das Humboldt Forum Weltzeituhr am Alexanderplatz vor dem Fernsehturm In diesem Areal liegen mit der im Jahr 1743 im Stil des Palladianismus erbauten Staatsoper Unter den Linden dem Kronprinzen und dem Prinzessinnenpalais der 1780 errichteten Alten Bibliothek sowie dem 1706 nach Planen von Andreas Schluter vollendeten barocken Zeughaus funf Prachtbauten aus dem 18 Jahrhundert direkt am Boulevard Unter den Linden Dazu kommt das ebenfalls damals entstandene und heute der Humboldt Universitat dienende Palais des Prinzen Heinrich und die klassizistische Neue Wache Sudlich an die Oper angrenzend liegt die 1773 errichtete St Hedwigs Kathedrale die Hauptkirche des katholischen Erzbistums Berlin Der Franzosische Dom am Gendarmenmarkt war im 17 Jahrhundert Mittelpunkt des franzosischen Viertels Auf dem Gendarmenmarkt befinden sich auch das heute als Konzerthaus genutzte Schauspielhaus von Karl Friedrich Schinkel sowie der Deutsche Dom als Pendant zum Franzosischen Dom ebenfalls von Carl von Gontard Franzosischer Dom am Gendarmenmarkt wahrend des Festival of Lights Ostlich der beiden Spreearme die die Spreeinsel umfliessen liegt der Alexanderplatz mit vielen Geschaften und Restaurants ganz in der Nahe davon der 368 Meter hohe Fernsehturm das hochste Bauwerk Deutschlands das Rote Rathaus sowie das Stadthaus 1987 wurde das Nikolaiviertel in Anlehnung an seine historische Gestalt wiedererrichtet Die Nikolaikirche im Zentrum ist die alteste Kirche Berlins Die Oranienburger Strasse war vor dem Zweiten Weltkrieg das Zentrum des judischen Viertels Mit ihrem Wiederaufbau 1995 verbunden war unter anderem die Restaurierung der 1866 fertiggestellten Neuen Synagoge die heute als Mittelpunkt fur das Studium und die Erhaltung judischer Kultur dient Ebenfalls in der Spandauer Vorstadt hat sich die barocke Sophienkirche erhalten Der Potsdamer Platz ist eine Verkehrsdrehscheibe im Zentrum Berlins Er hatte sich im 19 Jahrhundert vor dem Potsdamer Tor an dem eine Ausfallstrasse ausging entwickelt Bis 1940 war der Potsdamer Platz einer der verkehrsreichsten Platze Europas Im Jahr 1961 wurde er durch die Berliner Mauer geteilt und die Gegend verfiel Durch die Neubebauung des Platzes nach 1990 wurde er zum belebten Wirtschaftsstandort Der Sitz des Preussischen Herrenhauses dient heute als Bundesratsgebaude wahrend der Bau fur den Preussischen Landtag heute als Berliner Abgeordnetenhaus dient Blick uber den Boulevard Unter den Linden zum Potsdamer Platz Nordlich in der Nahe des Brandenburger Tors befindet sich das 1894 erbaute Reichstagsgebaude Seit 1973 wird das Gebaude vom Deutschen Bundestag genutzt 240 und ist seit 1999 sein Sitz Jahrlich wandeln zwei Millionen Menschen durch seine glaserne Kuppel Der Reichstag ist der zweitstarkste Touristenmagnet der Bundesrepublik 74 Borsigturm in Berlin Tegel von 1922 altestes Hochhaus Berlins Das Schloss Bellevue liegt weiter westlich am Nordrand des Grossen Tiergartens zwischen der Spree und der Siegessaule Die klassizistische Dreiflugelanlage wurde 1786 erbaut und dient heute dem Bundesprasidenten als Amtssitz Die bekannteste Einkaufspromenade in Berlin ist der Kurfurstendamm mit seinen zahlreichen Hotels Geschaften und Restaurants Die im Zweiten Weltkrieg zerstorte Kaiser Wilhelm Gedachtniskirche wurde 1895 erbaut Ihre Turmruine blieb als Mahnmal erhalten Die ostliche Verlangerung des Kurfurstendamms bildet die Tauentzienstrasse wo sich mit dem KaDeWe Kaufhaus des Westens das grosste Kaufhaus des europaischen Kontinents und das 1965 erbaute Europa Center befinden In Charlottenburg steht der 150 Meter hohe Funkturm der 1926 anlasslich der 3 Deutschen Funkausstellung entstand und sehr schnell zu einem der Wahrzeichen Berlins avancierte Weitere Bauwerke sind das Schloss Charlottenburg Baubeginn 1695 ein barocker Reprasentationsbau der Hohenzollern mit bedeutender Gemaldesammlung die Zitadelle Spandau sowie das an Havel und Glienicker Brucke gelegene Schloss Glienicke In dem ebenfalls im Stil des Klassizismus durch Karl Friedrich Schinkel umgebauten Schloss Tegel sind die Bruder Wilhelm und Alexander von Humboldt aufgewachsen Im Ortsteil Prenzlauer Berg befinden sich viele Wohnbauten aus der Grunderzeit und belebte Strassen wie die Kastanienallee Die heutige Karl Marx Allee wurde im reprasentativen Stil des sozialistischen Klassizismus erbaut Sie verlauft vom Alexanderplatz bis zum Frankfurter Tor Die beiden Turme entstanden in Anlehnung an die doppelten Kuppeln des Gendarmenmarktes unter dem deutschen Architekten Hermann Henselmann Auf der internationalen Bauausstellung Interbau im Jahr 1957 prasentierten namhafte Architekten wie Walter Gropius Le Corbusier und Oscar Niemeyer ihre Entwurfe Realisiert wurden die Bauvorhaben im Hansaviertel Die Kongresshalle mit der freitragenden Dachkonstruktion wurde 1957 als Beitrag der Vereinigten Staaten errichtet Siehe auch Liste der hochsten Bauwerke in Berlin und Liste der Hochhauser in Berlin Sport Hauptartikel Sport in Berlin Olympiastadion in Westend In Berlin gab es im Jahr 2016 etwa 2400 Sportvereine in denen sich rund 640 000 Aktive dem Breitensport widmeten 241 Im Jahr 2015 waren 73 Berliner Mannschaften in den verschiedenen ersten deutschen Bundesligen sowie 70 Mannschaften in den zweiten Bundesligen vertreten 242 Einige Vereine sind dabei im Bereich des professionellen Sports tatig Zu den prominentesten Vertretern zahlen hier Hertha BSC und der 1 FC Union Berlin Fussball Alba Berlin Basketball die Eisbaren Berlin Eishockey die Fuchse Berlin Handball die Berlin Recycling Volleys Volleyball 243 und die Wasserfreunde Spandau 04 Wasserball Mercedes Benz Arena in Friedrichshain Berlin war in der Geschichte mehrfach Austragungsort internationaler Sportwettkampfe 1936 wurden die Olympischen Sommerspiele in der Stadt abgehalten Wahrend der Fussball Weltmeisterschaft 1974 wurden drei Spiele der ersten Finalrunde in Berlin ausgetragen 2006 fanden Vorrunden ein Viertelfinal und das Finalspiel der Fussball Weltmeisterschaft im Olympiastadion statt 2009 wurden auch die Leichtathletik Weltmeisterschaften dort ausgetragen Berlin Marathon 2016 Jedes Jahr findet einer der weltgrossten Marathonlaufe das Finale des DFB Pokals sowie die Leichtathletik Veranstaltung ISTAF in Berlin statt Seit 2015 wird der Berlin E Prix ein Automobilrennen der FIA Formel E Meisterschaft in Berlin ausgetragen Alle zwei Jahre jeweils zur Fussball Europa und Weltmeisterschaft finden grosse offentliche TV Ubertragungen statt bei denen zehntausende Zuschauer die Fussballspiele auf Grossbildleinwanden verfolgen Der Veranstaltungsort die Fanmeile hat seinen Platz in der Strasse des 17 Juni In Berlin wurden die aktuellen Weltrekorde Stand 2021 im Marathon Eliud Kipchoge im 100 und 200 Meter Lauf beide Usain Bolt aufgestellt 244 Der Deutsche Olympische Sportbund betreibt mit dem Olympiastutzpunkt Berlin einen von 19 Olympiastutzpunkten Rund 500 Bundeskaderathleten aus uber 30 olympischen Sportarten bilden das leistungssportliche Kontingent 245 Bekannte Berliner oder in Berlin lebende Olympioniken sind Franziska van Almsick Christoph und Robert Harting Katarina Witt sowie Claudia Pechstein Zu den grossten Sportstatten der Stadt gehoren das Olympiastadion mit 74 649 Platzen 246 das Stadion An der Alten Forsterei mit rund 22 000 Platzen der Friedrich Ludwig Jahn Sportpark mit 19 000 Platzen die Mercedes Benz Arena mit maximal 17 000 Platzen das Velodrom mit maximal 12 000 Platzen und die Max Schmeling Halle mit bis zu 11 900 Platzen Freizeit Etwa 18 Prozent der Berliner Stadtflache ist bewaldet Die Stadtforstverwaltung Berliner Forsten betreut mit rund 29 000 Hektar die grosste Stadtwaldflache Deutschlands Zu den grossten Waldern gehort der Grunewald der von der Grunewaldseenkette durchzogen und im Westen von der Havel begrenzt wird sowie der Spandauer Forst im aussersten Nordwesten Mit dem Wannsee liegt in Zehlendorf ein viel besuchtes Naherholungsgebiet das vor allem durch das Strandbad bekannt ist Badewiese am Schlachtensee Im Sudosten Berlins bildet der Muggelsee mit den Muggelbergen und dem Strandbad Muggelsee in Rahnsdorf ein grosses Erholungsgebiet Am Westhang des Kleinen Muggelbergs wurde der Muggelturm errichtet Er bietet einen Ausblick uber die Seen und Walder der Umgebung Unweit davon befindet sich die Wuhlheide ein Waldgebiet mit dem ehemaligen Volkspark Wuhlheide und dem Freizeit und Erholungszentrum 247 und dem Modellpark Berlin Brandenburg In den urbaneren Bereichen der Stadt haben sich an den Fluss und Seenlandschaften der Spree und Havel einige Strandbars etabliert Die 20 grunen Hauptwege vernetzen als Wanderwege einen grossen Teil der Parks Grunanlagen umliegenden Regionalparks und Berliner Wasserlaufe Berlin ist ausserdem weltweit fur sein Nachtleben bekannt 248 Die hohe Zahl an Studenten in der Stadt eine grosse kreative Musikszene viele junge feiernde Touristen und der besonders nach dem Mauerfall verbreitete Leerstand waren fur die Entstehung der Clublandschaft mitverantwortlich Besondere Bekanntheit geniessen in diesem Zusammenhang ehemalige Clubs wie das Kunsthaus Tacheles oder das E Werk und bestehende Nachtclubs wie der Tresor das Watergate der KitKatClub der Club der Visionaere das Berghain der Salon zur Wilden Renate und das Kater Blau Stand 2018 Hauptartikel Clubs und Diskotheken in Berlin Kuche Hauptartikel Berliner Kuche Splitterbrotchen In Berlin existieren etwa 5000 Cafes Bars und Restaurants Stand 2018 249 Die Spitzengastronomie in Berlin hat sich seit Beginn der 2000er Jahre erfolgreich entwickelt Im Jahr 2020 verzeichnete der Guide Michelin mit dem Rutz ein Restaurant mit drei Michelin Sternen funf Restaurants mit zwei und 17 Restaurants mit einem Stern 250 Berlin zahlte damit zu den europaischen Stadten mit den meisten Sterne Restaurants Als typische Berliner Speisen gelten beispielsweise Kasseler Bulette und Leber nach Berliner Art Die Kartoffel ist in deutschsprachigen Haushalten in ihren diversen Zubereitungsformen eine allgegenwartige Essensbeilage Die Schrippe Splitterbrotchen und der Berliner Pfannkuchen sind berlintypische Gebacke Das Deutsche Brotinstitut hat seinen Sitz in Berlin Die am haufigsten verkauften Imbissgerichte in der Stadt sind Currywurst haufig mit Pommes frites und verschiedenste Varianten des Doner Kebabs Daneben besass Berlin bis Ende des 20 Jahrhunderts Berlin eine Brautradition Die gangigste Biersorte ist das Pilsener Als traditionelles Mixgetrank gilt der Futschi Berlin in der Kunst Film Berlin spielte als Produktionsstandort in der Filmgeschichte eine besondere Rolle Zur Blutezeit in den Jahren nach 1920 war die Berliner Filmindustrie fur ihre stil und genrepragenden Kinofilme beruhmt Viele Produktionen entstanden in den Studios von Babelsberg Nach 1945 und 1990 manifestierte sich jedoch eine schwach ausgepragte Stellung des Films innerhalb des deutschen Kulturfordersystems 251 Obwohl die Stadt in der Gegenwart einen der grossten Filmproduktionsorte in Deutschland darstellt fallt es den dort hergestellten Filmen schwer im heimatlichen und europaischen Markt Zuschauer anzuziehen Berlin ist Schauplatz und Drehort vieler deutscher und internationaler Filmproduktionen Folgende Auswahl von Berliner Filmproduktionen spielen in Berlin oder handeln von der Metropole Berlin Die Sinfonie der Grossstadt 1927 M 1931 Der Hauptmann von Kopenick 1956 Die Legende von Paul und Paula 1973 Christiane F Wir Kinder vom Bahnhof Zoo 1981 Der Himmel uber Berlin 1987 Linie 1 1988 Lola rennt 1998 Sonnenallee 1999 Good Bye Lenin 2003 Das Leben der Anderen 2006 und Who Am I Kein System ist sicher 2014 Neben deutschen Produktionen fanden seit den 1950er Jahren auch immer wieder internationale Film und Serienproduktionen in Berlin statt U a waren das Eins Zwei Drei Cabaret James Bond 007 Octopussy AEon Flux die Jason Bourne Reihe Bridge of Spies Der Unterhandler Homeland Die Tribute von Panem und Das Damengambit Seit Jahrzehnten gibt es auch viele deutsche Serien die in Berlin spielen und oder Berlin thematisieren Darunter waren u a Drei Damen vom Grill Ich heirate eine Familie Liebling Kreuzberg Verliebt in Berlin Gute Zeiten schlechte Zeiten Berlin Berlin Charite Deutschland 83 4 Blocks Babylon Berlin und Unorthodox Siehe auch Liste von Filmen mit Bezug zu Berlin Malerei Eine Kunstlergemeinschaft von E L Kirchner 1926 Ab 1893 fand jahrlich die uberregional bedeutende Grosse Berliner Kunstausstellung statt Mit dem Aufkommen der Berliner Secession 1898 die den Impressionismus in der Malerei pragte etablierte sich Berlin als herausragendes Zentrum der bildenden Kunst in Deutschland Durch den Umzug der expressionistisch arbeitenden Kunstlergruppe Brucke nach Berlin erlangte die Kunstszene der Metropole Weltgeltung Nach 1933 und 1945 gelang der Anschluss an die internationale Kunstwelt jedoch nicht mehr Erst mit Beginn des 21 Jahrhunderts hat die Bedeutung der Stadt fur die bildenden Kunste wieder wesentlich zugenommen Seitdem leben und arbeiten eine Vielzahl anerkannter Kunstschaffender in der Stadt Durch die im internationalen Vergleich sehr hohe Anzahl von uber 300 ansassigen Galerien spielt der Standort innerhalb Deutschlands auch auf dem Kunstmarkt eine wichtige Rolle 252 Literatur Zahlreiche erfolgreiche Schriftsteller Philosophen Dramaturgen Historiker Kritiker Humoristen und Drehbuchautoren leben und arbeiten in Berlin Zu den in der Vergangenheit und Gegenwart anerkanntesten Literaten zahlen u a Moses Mendelssohn Wilhelm von Humboldt Georg Wilhelm Friedrich Hegel Theodor Mommsen Georg Simmel Alfred Kerr Alfred Doblin Christian Morgenstern Joachim Ringelnatz Kurt Tucholsky Walter Benjamin Bertolt Brecht Vladimir Nabokov Erich Kastner Christopher Isherwood Robert Jungk Gunter Grass Heiner Muller Christa Wolf Wolfgang Kohlhaase Heinrich August Winkler Herta Muller Max Goldt Jonathan Franzen und Maxim Biller 253 Musik Schauspielerin und Sangerin Marlene Dietrich 1932 Cornelia Froboess 1960 Hildegard Knef 1969 David Bowie 1976 Die Arzte 1998 Seit der Entwicklung Berlins zur Millionenmetropole Ende des 19 Jahrhunderts entstanden in der Popkultur eine Vielzahl von Liedern die den Berliner Zeitgeist und das Leben in der Stadt widerspiegeln 254 255 Eines der fruhen Musikstucke ist Berliner Luft 1899 das mitunter als inoffizielle Landeshymne gespielt wird Weitere bekannte Lieder sind u a Pack die Badehose ein 1951 Heimweh nach dem Kurfurstendamm 1963 und Berlin 1980 Zu den erfolgreichsten Kunstlern Sangern und Bands die in Berlin geboren wurden oder langjahrig gewirkt haben oder wirken gehoren u a Comedian Harmonists Marlene Dietrich Hildegard Knef Conny Froboess Rio Reiser Gebruder Blattschuss Ideal City Nina Hagen Thomas Quasthoff Tangerine Dream Max Raabe Harald Juhnke Ton Steine Scherben Reinhard Mey Roland Kaiser Helga Hahnemann Frank Zander Die Arzte Rammstein Seeed Bushido und Paul van Dyk Internationale Musiker wie Leonard Cohen David Bowie Iggy Pop Lou Reed oder die Band U2 sangen uber Berlin oder produzierten ihre Alben in der Stadt Die Hansa Tonstudios waren dabei fur viele Kunstler eine wichtige Anlaufstelle um ihre Musikaufnahmen zu realisieren Durch die grosse und vielseitige Musikszene Berlins zahlt die Metropole zu den meistbesungenen Stadten der Welt 256 Siehe auch Liste von Liedern uber BerlinSiehe auch Portal Berlin Ubersicht zu Wikipedia Inhalten zum Thema Berlin Liste der grossten Stadte der Welt historisch Liste der grossten Metropolregionen der Welt Liste der grossten Stadte Europas Liste der grossten Stadte der Europaischen Union Liste der Millionenstadte Liste der Grossstadte in Deutschland Liste von Sohnen und Tochtern Berlins Berliner StatistikenLiteraturalphabetisch nach Nachnamen geordnet Udo Arnold Preussen und Berlin Beziehungen zwischen Provinz und Hauptstadt Verlag Nordostdeutsches Kulturwerk Luneburg 1981 ISBN 3 922296 21 1 Michael Bienert Literarisches Berlin 100 Dichter Schriftsteller und Publizisten Wohnorte Wirken und Werke 3 Aufl Verlag Jena 1800 Berlin 2013 ISBN 978 3 931911 18 8 Horst Bosetzky Jan Eik Das Berlin Lexikon Jaron Verlag Berlin 1998 ISBN 3 932202 57 0 Deutscher Architekten und Ingenieurverein zu Berlin Brandenburg e V Hrsg Unvollendete Metropole Band 1 100 Jahre Stadtebau fur Gross Berlin Band 2 Internationaler Wettbewerb Berlin Brandenburg 2070 Blick nach Europa Berlin 2020 ISBN 978 3 86922 241 7 Christian Hartel Berlin Eine kleine Geschichte Unter Mitarbeit des Bildarchivs Preussischer Kulturbesitz bebra Verlag Berlin 2003 ISBN 3 89809 041 8 englische italienische und spanische Ausgaben Jacob Hein Gebrauchsanweisung fur Berlin Vollstandig uberarbeitete Neuausgabe Piper Munchen 2009 ISBN 978 3 492 27576 7 Joachim Herrmann u a Hrsg Berlin Ergebnisse der heimatkundlichen Bestandsaufnahme Werte unserer Heimat Bd 49 50 Akademie Verlag Berlin 1987 ISBN 3 05 000379 0 Wilhelm Heyne Verlag Hrsg Das kleine Buch fur den Berliner mit Herz und Schnauze mit Bildern von Michel Meyer Verlag Wilhelm Heyne Munchen 1994 ISBN 3 453 08068 8 Stefan Kratke Berlin Stadt im Globalisierungsprozess In Geographische Rundschau 56 4 2004 ISSN 0016 7460 S 20 25 Susanne Kahler Die symbolische Deutung des Stadtraums Denkmalsturze und Bildersturm in Berlin In Susanne Kahler Wolfgang Krogel Hrsg Jahrbuch des Vereins fur die Geschichte Berlins Jahrbuch des Vereins fur die Geschichte Berlins Jahr 2020 Band 70 Westkreuz Verlag 2020 ISSN 0522 0033 S 169 188 Heinz Kullnick Berliner und Wahlberliner Personen und Personlichkeiten in Berlin von 1640 1914 Hayn Berlin 1961 Kurt Pomplun Berliner Hauser Geschichte und Geschichten Berliner Kaleidoskop Bd 14 2 Aufl Hessling Berlin 1975 ISBN 3 7769 0119 5 Wolfgang Ribbe Hrsg Geschichte Berlins 2 Bde 3 Aufl Berlin 2002 Veroffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin Standardwerk anlasslich des 750 Jubilaums von Berlin Bodo Rollka Hrsg Berliner biographisches Lexikon 2 Aufl Haude amp Spener 2003 Jutta Rosenkranz Hrsg Berlin im Gedicht Gedichte aus 250 Jahren 2 Aufl Husum Druck und Verlagsgesellschaft Husum 2006 ISBN 3 89876 264 5 Uwe Schaper Hrsg in Verbindung mit dem Landesarchiv Berlin Berlinische Lebensbilder Historische Kommission zu Berlin Duncker amp Humblot Berlin 1987 ff Stand 2015 10 thematische Einzelbande Reimer Wulf Fotos Karl Kessler Texte Uber den Dachern des Neuen Berlin Herbig Munchen 2004 ISBN 3 7766 2403 5 Luftaufnahmendokumentation WeblinksWeitere Inhalte in den Schwesterprojekten der Wikipedia Commons Medieninhalte Galerie Wiktionary Worterbucheintrage Wikinews Nachrichten Wikiquote Zitate Wikisource Quellen und Volltexte Wikivoyage ReisefuhrerOffizielle Webprasenz des Landes Berlin Offizielle Webprasenz des Markenauftritts Wir Berlin Berlin Bibliographie Amt fur Statistik Berlin Brandenburg 3D Modell der Berliner Innenstadt Berlin von A bis Z Luisenstadtischer BildungsvereinEinzelnachweise Amt fur Statistik Berlin Brandenburg Letzter Abruf am 22 Juni 2020 Bruttoinlandsprodukt in jeweiligen Preisen je Einwohner in Deutschland nach Bundeslandern 1991 bis 2015 Memento vom 26 Juni 2015 imInternet Archive Berechnungsstand vom August 2015 Februar 2016 Statistische Amter des Bundes und der Lander Abgerufen am 21 Mai 2016 Vorlaufiger Schuldenstand der Lander Destatis 30 Juni 2020 abgerufen am 12 November 2020 a b c d Fortgeschriebene Bevolkerungszahlen vom 31 Dezember 2020 des Amtes fur Statistik Berlin Brandenburg 1 Hilfe dazu a b Einwohnerinnen und Einwohner im Land Berlin Grunddaten am 31 Dezember 2020 Amt fur Statistik Berlin Brandenburg Letzter Abruf am 11 Februar 2021 Arbeitslosenquoten im Juli 2021 Lander und Kreise In statistik arbeitsagentur de Statistik der Bundesagentur fur Arbeit abgerufen am 30 Juli 2021 Bevolkerungsentwicklung und Bevolkerungsstand in Berlin Oktober 2020 Bevolkerungsentwicklung und Bevolkerungsstand in Brandenburg Oktober 2020 abgerufen am 11 Februar 2021 Flache von Berlin am 31 Dezember 2012 Amt fur Statistik Berlin Brandenburg statistik berlin brandenburg de PDF Abgeordnetenhaus von Berlin Suche nach Fraktionen Abgerufen am 18 Januar 2019 Nach rassistischen Ausserungen Berliner AfD Fraktion schliesst Andreas Wild aus In rbb online de 18 Juni 2017 Abgerufen am 18 Juni 2017 sth dpa Hitlerwein Fotos AfD schliesst Berliner Abgeordnete aus In Spiegel Online 6 November 2018 Abgeordnetenhauswahl am 18 September 2016 in Berlin wahlrecht de abgerufen am 20 Marz 2018 Senat setzt Wahltermin fur die Wahlen zum Abgeordnetenhaus und zu den Bezirksverordnetenversammlungen fest In berlin de 9 Februar 2021 abgerufen am 16 Marz 2021 Grundgesetz fur die Bundesrepublik Deutschland Art 22 In gesetze im internet de Bundesministerium der Justiz und fur Verbraucherschutz abgerufen am 10 Januar 2017 Berlin ist Europas Startup Hauptstadt W amp V vom 21 Januar 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Kommission zu Berlin Stapp Verlag Berlin 1994 ISBN 3 87776 222 0 S 80 128 Brigitte Beier Die Chronik der Deutschen Gutersloh und Munchen 2007 S 198 Kalenderblatt 28 Mai in Nordbayerischer Kurier vom 28 Mai 2019 S 2 Axel Weipert Das Rote Berlin Eine Geschichte der Berliner Arbeiterbewegung 1830 1934 Berliner Wissenschafts Verlag Berlin 2013 ISBN 978 3 8305 3242 2 Robert Springer Berlins Strassen Kneipen und Clubs im Jahre 1848 Verlag Friedrich Gerhard Berlin 1850 DNB 207078831 Nachdruck Horst Ulrich Uwe Prell Ernst Luuk Berlin Handbuch Das Lexikon der Bundeshauptstadt FAB Verlag Berlin 1992 ISBN 3 927551 27 9 S 557 Hobrechtplan 818 f Mietskasernen 1388 f Wohnungsbau Zum staatsrechtlichen Status siehe Deutsches Reich Staatsrechtliche Fragen nach 1945 Axel Weipert Das Rote Berlin Eine Geschichte der Berliner Arbeiterbewegung 1830 1934 Berliner Wissenschafts Verlag Berlin 2013 ISBN 978 3 8305 3242 2 S 138 162 Birgitt Eltzel Schiessbefehl fur Lichtenberg LiMa In lichtenbergmarzahnplus de 28 Februar 2019 abgerufen am 6 Mai 2019 Nicola Schwannauer Tuftler Zaschka ein Freiburger der alles kleinkriegte In Badische Zeitung 15 Mai 2016 abgerufen am 3 April 2017 YouTube Video uber Engelbert Zaschka SWR Fernsehen 16 Mai 2016 abgerufen am 6 November 2016 Matthias Donath Bunker Banken Reichskanzlei Architekturfuhrer Berlin 1933 1945 Lukas Berlin 2005 ISBN 3 936872 51 1 Gedenkbuch Suche im Namenverzeichnis Suchen nach Berlin Wohnort In bundesarchiv de abgerufen am 17 August 2017 Johannes Strempel Berlin Ende in Trummern In GEO Epoche Nr 44 Hamburg 2010 S 146 162 hier S 162 Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik uber die Herstellung der Einheit Deutschlands Auszug PDF 56 kB auf berlin de abgerufen am 31 Mai 2013 Vollendung der Einheit Deutschlands PDF 213 kB Deutscher Bundestag 12 Wahlperiode 1991 auf berlin de abgerufen am 31 Mai 2013 Statistiken uber europaische Stadte Memento vom 3 August 2016 im Internet Archive Eurostat 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Junge EU Akademiker zieht es nach Berlin Bei Rundfunk Berlin Brandenburg 29 Oktober 2015 Bericht vom Amt fur Statistik Berlin Brandenburg mit Stand vom 31 Dezember 2010 Initiative Schwarze Menschen in Deutschland Yonis Ayeh ISD Online Isdonline de Abgerufen am 15 September 2011 Berlin will illegalen Einwanderern helfen In Der Tagesspiegel 23 Februar 2009 Susanne Memarnia Aufnahme von Seenot Fluchtlingen Berlin will endlich Hafen werden In Die Tageszeitung 14 Juni 2019 ISSN 0931 9085 taz de abgerufen am 18 September 2019 Kirchenmitglieder und Konfessionsfreie in Berlin 1867 2017 Tabelle 2 2 Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland ein Projekt der Giordano Bruno Stiftung 18 Marz 2019 abgerufen am 17 Februar 2021 Zensus 2011 Zensus 2011 Fakten zur Bevolkerung in Deutschland XLS 2 0 MB Pressekonferenz am 31 Mai 2013 in Berlin Nicht mehr online verfugbar In destatis de Statistisches Bundesamt 31 Mai 2013 archiviert vom Original am 14 November 2013 abgerufen am 31 Mai 2019 Tabellenmaterial Ausgewahlte sozio demographische Daten Erwerbstatigkeit Bildung Migration Religion Tabelle 9 Eintrag Berlin Kartenseite Muslime in den Grossstadten beim Zensus 2011 PDF 27 Marz 2017 abgerufen am 30 Juni 2020 Statistisches Jahrbuch Berlin 2013 PDF 500 kB Abgerufen am 30 Juni 2020 Sonja Haug Stephanie Mussig Anja Stichs Muslimisches Leben in Deutschland im Auftrag der Deutschen Islam Konferenz Hrsg Bundesamt fur Migration und Fluchtlinge Forschungsbericht Band 6 1 Auflage Nurnberg 2009 ISBN 978, wikipedia, wiki, deutsches

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