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Belgien

Der Name Belgien begründet sich auf die römische Provinz Gallia Belgica. Dieser nordöstliche Teil Galliens wurde von Stämmen keltischer (d. h. die Belger) und germanischer (d. h. Germani cisrhēnani) Herkunft bewohnt. Im 18. Jahrhundert galt das französische Adjektiv belge oder belgique als Entsprechung von Nederlands ‚niederländisch‘; der kurzlebige unabhängige Belgische Staat von 1790 hieß z. B. auf Französisch États belgiques unis und wurde auf Niederländisch meist Verenigde Nederlandse Staten genannt. Später beschränkte sich der Gebrauch von belge und belgique zunehmend auf die südlichen Niederlande, das heutige Belgien.

Vom Hochmittelalter bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts war Belgien ein Hort kulturellen und wirtschaftlichen Schaffens und Reichtums. Ab dem 16. Jahrhundert war Belgien Kriegsschauplatz vieler Schlachten europäischer Machthaber, so z. B. während der Koalitionskriege (1792 bis 1815) sowie des Ersten und Zweiten Weltkrieges. Belgien nahm intensiv an der Industriellen Revolution teil und besaß von 1885 bis 1960 in Zentralafrika die riesige Kolonie Belgisch-Kongo. 1919/20, nach dem Deutschland den Ersten Weltkrioeg verloren hatte, unterstellte der Völkerbund das angrenzende Gebiet von Ruanda-Urundi Belgien; Belgien verwaltete es als Völkerbundsmandat.

Geologie und Geomorphologie

Im Gefolge der nacheiszeitlichen Flandrischen Transgression kam es zur Bildung von Strandwällen, die heute noch als ein bis zu 50 Meter hoher, geschlossener Dünengürtel an der belgischen Küste vorhanden sind. Daraufhin folgt eine ungefähr 10 bis 20 Kilometer breite Zone aus Marschland.

Weiter im Binnenland liegt die sogenannte Flussgeest. Hier wurden die Ablagerungen des Maas-Schwemmfächers in der letzten Kaltzeit mit Sanden großer Mächtigkeit überdeckt. Im leicht welligen Land wechseln sich Äcker und Wiesen mit Waldstücken und Heiden ab; zum Teil kommen auch Hochmoore vor. Westlich einer Linie Antwerpen-Brüssel schließt sich die weite flandrische Ebene an. In ihrem Nordteil ist sie ebenfalls von Sanden bedeckt, im Süden dominieren Lehmböden, die für die Landwirtschaft günstiger sind. Hier wird die Ebene von einer lockeren Kette von tertiärzeitlichen Hügeln überragt. Nach Westen hin vermittelt die Ebene zum Nordfranzösischen Schichtstufenland, das größtenteils aus mesozoischen Sedimenten aufgebaut ist (→ Pariser Becken).

Die Täler der Sambre und der Maas bilden eine scharfe Grenze an einer tektonischen Störungszone, welche die Tertiär- und Kreideplateaus im Nordwesten von den Ardennen als Teil des Rheinischen Schiefergebirges im Südosten trennt. Die stark bewaldeten Ardennen bestehen aus unterschiedlich widerständigen paläozoischen Schiefern, Sandsteinen, Grauwacken und Quarziten. Sie erreichen in Belgien mit der Botrange im Hohen Venn eine Höhe von 694 Metern.

An der Störungszone der Haine-Sambre-Maas-Furche liegen reiche Fundstätten von Steinkohle. Dort, im Nordfranzösischen Kohlerevier, entstand ab 1830 das erste kontinentaleuropäische Bergbau- und Schwerindustrierevier. Ab 1901 wurde auch das Limburger Steinkohlerevier erschlossen.

Flandern und Region Brüssel-Hauptstadt

Dünen am Strand der Nordsee in De Panne im Westen Flanderns

Flandern bildet den Nordteil des Landes und besteht weitgehend aus Flachland. Es ist die bevölkerungsreichste Region des Landes. Die politisch eigenständige Hauptstadtregion Brüssel befindet sich als Enklave innerhalb der flämischen Region. Dieser Landesteil besteht teilweise aus sandigen Geestrücken – so zum Beispiel in der Provinz Limburg, die sich im Osten der flämischen Region befindet. Die Geest wird aber auch von Marschlandschaften unterbrochen, was insbesondere den Bereich der Flüsse betrifft. Hierunter sind die Maas und die Schelde die bedeutendsten. Im äußersten Westen Flanderns befindet sich die 65 Kilometer lange Küste mit der Hafenstadt Ostende. Insbesondere die Provinzen Antwerpen und Flämisch-Brabant mit dem Umland Brüssels sind sehr dicht besiedelt.

Wallonische Region

Die Wallonische Region umfasst den südlichen Teil Belgiens. Sie ist bezogen auf die Fläche die größte Region des Landes. Ihr Gebiet ist im Bereich der Ardennen gebirgig und dünn besiedelt und wird durch die Flusstäler von Maas, Sambre und Ourthe durchschnitten. Entlang der genannten Flüsse befinden sich die wichtigsten Städte der Region, insbesondere Lüttich, Namur und Charleroi. Im Westen der Region befinden sich ferner Mons sowie Mouscron und Tournai, die sich in einem grenzüberschreitenden Ballungsgebiet mit der nordfranzösischen Stadt Lille befinden. In Nil-Saint-Vincent (Gemeinde Walhain) in der dicht besiedelten Provinz Wallonisch-Brabant befindet sich der geographische Mittelpunkt Belgiens. Die höchste Erhebung des Landes befindet sich mit dem Signal de Botrange (694 m O.P.) im Hohen Venn in Ostbelgien nahe der Grenze zu Deutschland. Höchstgelegene Ortschaft Belgiens ist das ostbelgische Mürringen (655 m O.P.).

Zahlen

25 % der Landfläche Belgiens werden für Landwirtschaft genutzt. Ungefähr 95 % aller Belgier leben in Städten. Laut den Berechnungen des Königlichen Belgischen Instituts für Naturwissenschaften hat Belgien eine Fläche von 30.688 km².

Davon umfasst

Gewässer

Es gibt unter anderem folgende Flüsse und Kanäle:

Hauptartikel: Geschichte Belgiens
Achtzigjähriger Krieg: Der Große Markt und das Rathaus während der Spanischen Furie in Antwerpen

Als Provinz Belgica – ein von Cäsar eingeführter Name – erlebte das heutige Gebiet Belgien viele Herrschaften. Es war im Frühmittelalter Teil des fränkischen Reiches und wurde bei dessen Teilungen ebenfalls immer wieder politisch geteilt. Später war es überwiegend Bestandteil des Heiligen Römischen Reiches und zerfiel in einzelne Herzogtümer und Grafschaften.

Vom Hochmittelalter bis zur frühen Neuzeit stellten die Städte Flanderns mit ihren Tuchindustrien eines der beiden Zentren der europäischen Wirtschaft dar (neben den Städten Norditaliens). Die einzelnen Territorien gerieten politisch unter das Haus Burgund, das 1477 infolge der Heirat der burgundischen Alleinerbin Maria von Burgund mit Maximilian I., Erzherzog von Österreich und späterer römisch-deutscher König und Kaiser, den Habsburgern beerbt wurde. 1555/56 wurde die Teilung der Habsburger in eine spanische und eine österreichische Linie vollzogen. Die niederländischen Provinzen wurden den spanischen Habsburgern zugesprochen.

1579 bildeten sich die katholische Union von Arras und die calvinistisch-protestantische Utrechter Union. Die Provinzen der Union von Utrecht lösten sich 1581 von Spanien und gründeten die Republik der Sieben Vereinigten Provinzen, deren Unabhängigkeit nach dem Ende des Achtzigjährigen Krieges im Westfälischen Friede von 1648 anerkannt wurde. Die Provinzen der Union von Arras, Flandern und Brabant, wurden als Spanische Niederlande von einem spanischen Statthalter verwaltet. Nach dem Aussterben der spanischen Habsburger (1700) und dem daraus resultierenden Spanischen Erbfolgekrieg kamen 1714 die von da an österreichischen Niederlande unter die Herrschaft der österreichischen Habsburger.

Infolge der absolutistisch-zentralistischen Bestrebungen des österreichischen Herrschers Joseph II. kam es 1789 zur Brabanter Revolution und 1790 zur Ausrufung der kurzlebigen Vereinigten Belgischen Staaten. Das revolutionäre Frankreich annektierte zwischen 1792 und 1794 die Österreichischen Niederlande, 1795 folgte die Eingliederung in die Französische Republik. Auf dem Wiener Kongress (1815) wurden die Provinzen den (nördlichen) Niederlanden zugesprochen. Residenzstadt des niederländischen Königs wurde Brüssel.

Belgische Revolution: Episode der Septembertage 1830 von Gustave Wappers

Im Zuge der Belgischen Revolution wurde das Land 1830 von den Niederlanden unabhängig. Es wurde eine parlamentarische Monarchie errichtet und Leopold von Sachsen-Coburg zum ersten König der Belgier ernannt. Leopold II., Sohn des ersten Königs, erwarb den Kongo in Afrika als Privatbesitz. Nachdem die Kongogräuel (brutale Exzesse bei der wirtschaftlichen Ausbeutung des Kongo) international bekannt geworden waren, musste Leopold das Gebiet 1908 als Kolonie an den belgischen Staat abtreten. Während Leopolds Schreckensherrschaft waren in dem afrikanischen Land schätzungsweise 10 Millionen Menschen durch Sklaverei und Zwangsarbeit ums Leben gekommen. 1960 wurde der Kongo unabhängig.

Im Ersten Weltkrieg wurde das neutrale Belgien vom Deutschen Reich entsprechend dem Schlieffen-Plan überfallen und von der deutschen Armee fast gänzlich eingenommen. Das deutsche Militär ging dabei auch gegen Zivilisten mit Erschießungen, Bränden und Geiselnahmen vor. In Dinant und mehreren anderen belgischen Städten kam es zu Massakern an der Zivilbevölkerung. Begründet wurden diese Übergriffe mit Partisanenaktivitäten, deren reale Grundlage jedoch umstritten ist (siehe Francs-tireurs). Im Verlauf des Stellungskrieges wurden viele Städte in Flandern zerstört, Teile des Landes verwüstet. Als im Deutschen Reich die Arbeitskräfte knapp wurden, mussten Zehntausende belgische Zivilisten – Flamen wie Wallonen – Zwangsarbeit für das kaiserliche Militär und die deutsche Rüstungsindustrie leisten.

Nach dem Krieg wurde das gemischtsprachige Gebiet um Eupen und Malmedy, das heutige Ostbelgien, durch den Vertrag von Versailles nach einer umstrittenen Volksbefragung 1925 belgisches Staatsgebiet. Belgien beteiligte sich außerdem an der Ruhrbesetzung.

Britische Truppen befreien Brüssel am 4. September 1944.

Im Zweiten Weltkrieg erklärte sich das Land als neutral. Im Mai 1940 wurde es (wie auch die Niederlande und Luxemburg) von der deutschen Wehrmacht auf dem sogenannten Westfeldzug besetzt. Belgien blieb bis 1944/45 besetzt, Minderheiten wie Juden und Roma wurden in Konzentrationslager deportiert. Bis zur Befreiung durch die Westalliierten hatte es – wie halb Europa – unter der Willkürherrschaft der nationalsozialistischen Diktatur und die jüdische Bevölkerung unter ihrer Verfolgung und Vernichtung zu leiden; Städte und Landschaften blieben aber weitgehend von Kriegszerstörungen verschont. Lediglich die Ardennenoffensive im Dezember 1944 und Januar 1945 führte im Osten des Landes, vor allem um Sankt Vith und Bastogne, zu schweren Zerstörungen.

Die bereits seit 1944 geplante Zoll- und Wirtschaftseinheit von Belgien, den Niederlanden und Luxemburg wurde im Haager Vertrag am 3. Februar 1958 vereinbart und ist am 1. November 1960 in Kraft getreten (Benelux-Länder). Belgien zählt zu den Gründerstaaten der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und hat eine wichtige Rolle im europäischen Einigungsprozess gespielt. Das Land bzw. die belgische Hauptstadt Brüssel wurde Sitz internationaler Organisationen wie der NATO und der Europäischen Union.

Die Innenpolitik nach dem Zweiten Weltkrieg war von einer Föderalisierung geprägt, die sezessionistische Tendenzen der verschiedenen Sprachräume, insbesondere des flämischen Nordens, abzumildern versuchte. In Flandern erzielen separatistische Parteien hohe Stimmenanteile.

Siehe auch: Liste der Premierminister von Belgien, Belgisch-Kongo, Flämisch-wallonischer Konflikt und Flämische Bewegung

Staatsform und Institutionen

Der Palast der Nation ist Sitz des belgischen Bundesparlaments.

Belgien ist de jure, d. h. rein verfassungsrechtlich, eine konstitutionelle Monarchie, hat sich jedoch de facto zu einer parlamentarischen Monarchie entwickelt, die seit der Verfassungsänderung 1993 bundesstaatlich organisiert ist. Die Bundeslegislative setzt sich zusammen aus dem König sowie den beiden Parlamentskammern, der bedeutenderen Abgeordnetenkammer mit 150 und dem Senat mit 60 Mitgliedern. Das aktive und passive Frauenwahlrecht auf nationaler Ebene existiert erst 1948 zu denselben Bedingungen wie das Wahlrecht für Männer. Der König gehört gleichzeitig auch der Exekutive an, die er zusammen mit der 15-köpfigen Föderalregierung bildet, der wiederum der Premierminister als primus inter pares vorsteht.

Die föderalen Institutionen sind verantwortlich für Justizwesen, Finanzpolitik, innere Sicherheit, Außenpolitik, Landesverteidigung und soziale Sicherheit.

Hoheitssymbole

Hauptartikel: Flagge Belgiens und Wappen Belgiens

Das Königreich Belgien verfügt über eine Flagge sowie ein großes, mittleres und kleines Wappen.

  • Flagge

  • Großes Wappen

  • Mittleres Wappen

  • Kleines Wappen

Politische Parteien

Die meisten politischen Parteien spalteten sich in den 1960er- bis 1980er-Jahren in jeweils eine flämische und eine frankophone Partei auf, häufig gibt es auch ein deutschsprachiges Pendant. Parteien derselben Gruppierung arbeiten aber mehr oder weniger eng zusammen und bilden manchmal auch Fraktionsgemeinschaften. Die deutschsprachigen Parteien sind ausschließlich regional tätig.

Parteien im föderalen Parlament, der belgischen Abgeordnetenkammer (2019)
Partei Sitze Anmerkung
Flämische Parteien
Nieuw-Vlaamse Alliantie (N-VA) 25 konservative Separatisten, hervorgegangen aus der Volksunie
Vlaams Belang (VB) 18 rechtspopulistische Separatisten, ehemals Vlaams Blok
Christen-Democratisch en Vlaams (CD&V) 12 Christdemokraten, ehemals CVP
Open Vlaamse Liberalen en Democraten (Open VLD) 12 Liberale, ehemals PVV
Vooruit 9 Sozialisten, ehemals SP, ehemals SP.a
Groen 8 Grüne, ehemals Agalev
Frankophone Parteien
Parti Socialiste (PS) 20 Sozialisten
Mouvement Réformateur (MR) 14 Liberale, ehemals PLP und PRL
Ecolo 13 Grüne
Centre Démocrate Humaniste (CDH) 5 Christdemokraten, ehemals PSC
Démocrate Fédéraliste Indépendant (DéFI) 2 Vertretung von Frankophonen vor allem in Brüssel, ehemals FDF, 1995 bis 2010 gemeinsame Listen mit PRL bzw. MR
Landesweite Parteien
Partij van de Arbeid/Parti du Travail de Belgique (PVDA/PTB) 12 Kommunisten, ehemals AMADA/TPO

Politische Indizes

Von Nichtregierungsorganisationen herausgegebene politische Indizes
Name des Index Indexwert Weltweiter Rang Interpretationshilfe Jahr
Fragile States Index 27,1 von 120 161 von 178 Stabilität des Landes: nachhaltig
0 = sehr nachhaltig / 120 = sehr alarmierend
2020
Demokratieindex 7,51 von 10 36 von 167 Unvollständige Demokratie
0 = autoritäres Regime / 10 = vollständige Demokratie
2020
Freedom in the World 96 von 100 Freiheitsstatus: frei
0 = unfrei / 100 = frei
2020
Rangliste der Pressefreiheit 11,69 von 100 11 von 180 Gute Lage für die Pressefreiheit
0 = gute Lage / 100 = sehr ernste Lage
2021
Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) 76 von 100 15 von 180 0 = sehr korrupt / 100 = sehr sauber 2020

Flämisch-wallonische Konflikte

Auf einem deutsch-französischen Straßenschild in der deutschsprachigen Gemeinschaft wurden die französischen Bezeichnungen unkenntlich gemacht.

Belgien ist von innerer Zerrissenheit – vor allem zwischen der flämischen (niederländischsprachigen) und der wallonischen (französischsprachigen) Bevölkerung – geprägt. Daher sind zum Beispiel Volkszählungen, die die gesprochene Sprache der Einwohner erheben, seit 1961 verboten, um nicht immer wieder aufgrund von sich wandelnden statistischen Ergebnissen neue Konflikte um die Zugehörigkeit bestimmter auf der Sprachengrenze liegender Gemeinden zur einen oder anderen Region anzufachen. Um insbesondere die Situation in diesen gemischtsprachlichen Gegenden zu entschärfen, wurden zum Teil Fazilitätengemeinden mit besonderen Minderheitenrechten (insbesondere im Schulbereich) geschaffen.

„Insgesamt gesehen haben die Spannungen zwischen den beiden großen Volksgruppen Belgiens in der letzten Generation abgenommen. Ein Ende Belgiens ist nicht in Sicht“, urteilte 2018 der Historiker Christoph Driessen in seinem Buch Geschichte Belgiens und verwies darauf, dass die separatistischen Parteien in Flandern in der Minderheit seien und es in Wallonien praktisch keine separatistischen Bestrebungen mehr gebe. Jüngere Belgier sowie viele Einwanderer könnten mit dem Sprachenstreit weniger anfangen als frühere Generationen; sie folgen anderen Identifikationsmodellen, in denen der Frage der Zugehörigkeit zur einen oder anderen Sprachgruppe weniger Gewicht zukommt. Dass es einen innerbelgischen Zusammenhalt gebe, habe auch die Begeisterung für die gesamtbelgische Mannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 gezeigt, bei der Belgien den dritten Platz belegte. Nichtsdestotrotz ist zu beobachten, dass trotz des verpflichtenden Schulunterrichts in der jeweils anderen Landessprache gute Kenntnisse des Niederländischen in Wallonien kaum verbreitet sind und die flüssige Beherrschung des Französischen in Flandern im Vergleich zu früheren Generationen abgenommen hat. Nicht nur in der Staatsstruktur, auch kulturell führen beide Bevölkerungsgruppen ein weitgehend getrenntes Dasein. Im kulturellen Sektor besteht eine ausgeprägte Affinität Flanderns zu den Niederlanden und Walloniens zu Frankreich. Gleichwohl wird darauf geachtet, dass auf föderaler politischer Ebene die Mehrsprachigkeit Belgiens demonstriert wird; so müssen Spitzenpolitiker, insbesondere in Regierungsämtern, die zweite Landessprache beherrschen (oder lernen), um zu reüssieren, und der König hält Ansprachen, die sich an alle Belgier richten, konsequent in allen drei Amtssprachen.

Politische Entwicklungen seit 2008

Belgischer Premierminister Alexander De Croo (OpenVLD)

Im März 2008 verständigten sich flämische und frankophone Christdemokraten (CD&V und cdH) und Liberale (VLD und MR) sowie die wallonischen Sozialisten (PS) auf die Bildung einer gemeinsamen Regierung mit Yves Leterme (CD&V) als Premierminister.

Am 18. Dezember 2008 teilte der Kassationshof – das höchste ordentliche Gericht in Belgien – in einem Brief an den Kammervorsitzenden Herman Van Rompuy mit, dass Leterme versucht habe, das Gericht in der Frage des geplanten Verkaufs der belgischen Bank Fortis an den französischen Finanzkonzern BNP Paribas zu beeinflussen; dies hatte Leterme kurz zuvor noch bestritten. Tags darauf trat Leterme zurück.

Ab dem 30. Dezember 2008 führte Herman Van Rompuy (CD&V) die belgische Föderalregierung, welche sich aus derselben Fünfparteien-Koalition zusammensetzte. Nachdem er jedoch am 19. November 2009 zum ersten ständigen Präsidenten des Europäischen Rates designiert worden war, legte er sein Amt am 25. November 2009 nieder. Am gleichen Tag noch wurde Yves Leterme erneut zum Premierminister ernannt und führte seither seine zweite Föderalregierung in dieser Legislaturperiode. Diese Regierung zerbrach im April 2010 wieder, als nach internen Streitigkeiten um eine Lösung im Konflikt um den zweisprachigen Wahlkreis Brüssel-Halle-Vilvoorde die flämische liberale Partei OpenVLD ihren Rückzug aus der Regierung bekanntgab.

Bei den vorgezogenen Neuwahlen am 13. Juni 2010 gewannen die flämischen Nationalisten der N-VA unter Bart De Wever 27 der 150 Sitze und stellten damit unter den flämischen Parteien die stärkste Fraktion im Parlament. In Wallonien wurde die sozialistische PS von Elio Di Rupo stärkste politische Kraft. Die Regierungsbildung war schwierig, und erst anderthalb Jahre später konnte Elio Di Rupo eine Koalitionsregierung zu bilden, die am 5. Dezember 2011 ernannt wurde. Als „Tripartite“ aus den Parteifamilien der Sozialisten, Liberalen und Christdemokraten bestehend, hatte sie unter den flämischen Parteien keine Mehrheit. Mit dem Sozialisten Elio Di Rupo wurde erstmals seit dem Ende der letzten Regierung von Paul Vanden Boeynants 1979 ein Frankophoner und ein Sozialist zum belgischen Ministerpräsidenten gewählt. Bis zu seiner Wahl blieb die Regierung Leterme geschäftsführend im Amt. Die Zeitspanne von 541 Tagen von der Wahl bis zur Bildung der neuen Regierung stellt einen Rekord in der modernen Weltgeschichte dar.

Am 21. Juli 2013 – dem belgischen Nationalfeiertag – dankte König Albert II. zugunsten seines ältesten Sohnes Philippe ab, nachdem er dies am 3. Juli 2013 angekündigt hatte.

Bei der Wahl vom 25. Mai 2014 verloren vor allem die Sozialisten Stimmen, wodurch die vormalige Regierung keine Mehrheit mehr hatte. Die N-VA konnte weitere Zugewinne verbuchen. Am 11. Oktober 2014 wurde die neue Regierung, die Coalition suédoise („schwedische Koalition“) genannt wurde, unter dem frankophonen Premierminister Charles Michel vereidigt. Im Gegensatz zu den bisher üblichen breiten Koalitionen stammen alle beteiligten Parteien, die flämischen Nationalisten (N-VA), Christdemokraten (CD&V) und die Liberalen beider Sprachgruppen (MR und OpenVLD) aus dem Mitte-rechts-Spektrum. Erstmals seit 1988 waren die Sozialisten nicht an der Regierung beteiligt, die auf frankophoner Seite keine Mehrheit hatte.

Die Regierung Michel I stürzte im Dezember 2018 über die Ratifizierung des UN-Migrationspakts, die von der N-VA abgelehnt wurde und die sich dann aus der Regierung zurückzog. Daraufhin bildete Charles Michel die Regierung Michel II ohne die N-VA-Mitglieder, die aber vor einem Misstrauensvotum am 18. Dezember 2018 zurücktrat und anschließend geschäftsführend im Amt blieb, auch über die Parlamentswahlen vom 26. Mai 2019 hinaus, da sich keine neue Mehrheit fand.

Nachdem Charles Michel als Nachfolger von Donald Tusk zum Präsidenten des Europäischen Rates gewählt wurde, kündigte er am 26. Oktober 2019 seinen Rücktritt an. Am 27. Oktober 2019 ernannte der König Sophie Wilmès zur neuen geschäftsführenden Ministerpräsidentin, die erste Frau in diesem Amt seit der Unabhängigkeit vor 188 Jahren. Am 17. März 2020 wurde sie vom König als ordentliche Premierministerin der Regierung Wilmès II vereidigt, nachdem ihr angesichts der COVID-19-Pandemie alle Parteien mit Ausnahme der wallonischen Kommunisten, der flämischen Nationalisten der N-VA und der der flämischen Rechtsextremisten von Vlaams Belang die Unterstützung zusagten. Sie versprach, sich nur um die COVID-19-Pandemie in Belgien und deren Folgen zu kümmern und nach einem halben Jahr die Vertrauensfrage zu stellen. Nachdem die Regierungsbildung weiter stockte, sich folglich eine neue Koalition sammelte, jedoch für einen der Informateurs wegen einer Infektion mit COVID-19 die Quarantäne angeordnet wurde, wurde die Zeit erneut verlängert.

Am 1. Oktober 2020 wurde die neue Regierung unter Premierminister Alexander De Croo vereidigt, die erstmals aus sieben Parteien der vier Parteifamilien der Sozialisten, Liberalen, Christdemokraten und Grünen besteht, und „Vivaldi-Koalition“ genannt wird. Sie gilt als linksliberal, ist erstmals paritätisch mit zehn Frauen und zehn Männern besetzt, deutlich jünger und mit fünfzehn Regierungsmitgliedern besetzt, die nie zuvor ein föderales politisches Amt ausübten. Sophie Wilmès wurde darin Außenministerin.

Europapolitik

Sitz der Europäischen Kommission in Brüssel

Belgien hat eine strategische geographische Position im Herzen Europas, inmitten eines europäischen Ballungsraumes und in der Nähe der größten Seehäfen. Dadurch besteht eine gewisse Abhängigkeit vom internationalen Handel, wobei die wichtigsten Handelspartner die Nachbarstaaten Niederlande, Deutschland und Frankreich sind. Das macht Belgien zu einer der offensten Volkswirtschaften in der Europäischen Union. Vor diesem Hintergrund verfolgt Belgien traditionell eine Öffnungspolitik zu den europäischen Nachbarn, zum einen durch die Benelux-Gemeinschaft, zum anderen im Rahmen des Europarates und der Europäischen Union, zu deren Gründungsmitgliedern Belgien gehört. Das Land ist ebenfalls Gründungsmitglied der Europäischen Währungsunion. Eurobarometer-Umfragen zeigen regelmäßig, dass die belgische Bevölkerung etwa zu zwei Drittel pro-europäisch eingestellt ist, was über dem EU-Durchschnitt von knapp über 50 Prozent liegt. Die belgische Hauptstadt Brüssel ist Sitz mehrerer EU-Institutionen und Agenturen wie die Kommission, das Parlament, der Ministerrat, der Wirtschaft- und Sozialausschuss oder der Ausschuss der Regionen, sowie zahlreicher Lobbying-Gruppen, Nichtregierungsorganisationen usw., die im Bereich der Europapolitik arbeiten.

Die belgischen Regierungen seit 1945 haben sich für den Aufbau Europas eingesetzt. Unter belgischem Ratsvorsitz in der zweiten Hälfte 2001 wurde die Einberufung des Verfassungskonvents beschlossen, der einige Jahre später den Vertrag über eine Verfassung für Europa (VVE) hervorbringen sollte. Belgien setzte sich für den Ratifizierungsprozess des VVE ein und – nach dessen Scheitern – für die Erhaltung der Substanz des VVE im Vertrag von Lissabon, der am 13. Dezember 2007 unterschrieben wurde und am 1. Dezember 2009 in Kraft trat.

Belgiens Verteidigungspolitik stützt sich nicht nur auf die NATO (Belgien ist Gründungsmitglied), sondern auch auf die EU im Rahmen der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP). Die Hauptstadt Brüssel ist sowohl Sitz der NATO-Hauptorgane als auch der Europäischen Verteidigungsagentur der EU, was Belgien zum Zentrum der euro-atlantischen Verteidigungsstrukturen macht. Das Land stellt für die EU Battlegroups Truppen bereit und beteiligt sich an Einsätzen der EU, beispielsweise an der EUFOR. Durch seine historischen Verbindungen zum afrikanischen Land Kongo hat sich Belgien als Meinungsführer bei Angelegenheiten der Großen Seen und Zentralafrikas innerhalb der EU etabliert und ist maßgeblich um eine friedliche Stabilisierung des Ostkongo bemüht.

Durch Belgiens föderale Struktur, die der Lokalebene außerordentlich viele Kompetenzen zuweist, sind sowohl die Regionen als auch die Gemeinschaften maßgeblich an der Formulierung der belgischen Europapolitik beteiligt, jedoch zugleich von der Umsetzung politischer Ziele der EU betroffen – was eventuelle lokale Unterschiede bei der Umsetzung erklärt. Zum Beispiel sind sie zuständig für Kulturpolitik und können in diesem Bereich Verträge mit ausländischen Staaten abschließen, sodass sie im Ausland ein eigenständiges Profil aufgebaut haben, zum Beispiel, indem sie in einigen belgischen Botschaften Kulturreferenten stellen.

In der zweiten Hälfte 2010 hatte Belgien den Vorsitz des Ministerrates inne. Diese belgische Ratspräsidentschaft bildete das Mittelstück der Trio-Präsidentschaft mit Spanien (erste Hälfte 2010) und Ungarn (erste Hälfte 2011). Nach dem Inkrafttreten des Vertrags von Lissabon wurde der Belgier Herman Van Rompuy in das neugeschaffene Amt des Präsidenten des Europäischen Rates berufen; seit dem 1. Dezember 2019 hat der Belgier Charles Michel dieses Amt inne.

Militär

Belgischer Soldat während einer Übung

Die Belgischen Streitkräfte (niederländisch Defensie van België, französisch Armée belge) untergliedern sich in Heer, Marine, Luftstreitkräfte und medizinisches Korps (niederländisch Medische Component, französisch Corps médical). 2006 hatten die Belgischen Streitkräfte eine Stärke von 36.000 Mann. Der freiwillige Wehrdienst wurde formell 1994 abgeschafft. Belgien gab 2017 knapp 0,9 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 4,4 Milliarden US-Dollar für seine Streitkräfte aus.

Die Landstreitkräfte sind mit 24.600 die größte der Teilstreitkräfte. Sie können auf einen Fuhrpark von 300 Kampfpanzern, 989 gepanzerten Fahrzeugen und 288 Artilleriegeschützen zurückgreifen.

Die belgischen Luftstreitkräfte (niederländisch Luchtmacht, französisch Force Aérienne Belge) ist mit 6350 Mann die zweitgrößte Teilstreitkraft. Ihr stehen 72 F-16-Kampfflugzeuge sowie 31 Hubschrauber zur Verfügung.

Die Marine ist in einem gemeinsamen Benelux-Kommando organisiert. Sie verfügt über zwei Wielingen-Fregatten, sechs Minenjäger und ein Flusspatrouillenschiff.

Polizei

Polizeifahrzeug der föderalen Polizei in Brüssel

Die Polizeireform von 2001 hat eine auf zwei Ebenen strukturierte integrierte Polizei geschaffen:

  • Föderale Polizei (niederländisch Federale Politie, französisch Police Fédérale), mit einem Generalkommissariat und drei Generaldirektionen (der Verwaltungspolizei, der Kriminalpolizei und der Direktion für Unterstützung und Verwaltung). Diese sind zum Teil auch auf Provinz- bzw. Gerichtsbezirksebene dezentralisiert.
  • Lokale Polizei (niederländisch Lokale Politie, französisch Police Locale) mit ihren momentan 195 Polizeizonen ist aus kommunalen Polizeieinheiten und der bis 2001 bestehenden Gendarmerie (ndl. Rijkswacht) gebildet worden.

Verwaltungsgliederung

Verwaltungsgliederung Belgiens (eingezeichnet: Regionen, Provinzen, Bezirke und Gemeinden)
Die drei Gemeinschaften Belgiens: Französische, Flämische und Deutschsprachige Gemeinschaft
Die drei Regionen Belgiens: Wallonische und Flämische Region sowie Region Brüssel-Hauptstadt

Belgien ist seit 1993 ein Bundesstaat, der sich sowohl in drei Regionen als auch in drei Gemeinschaften gliedert. Als nachgeordnete Verwaltungseinheiten bestehen zehn Provinzen und 43 Arrondissements. Die lokale Selbstverwaltung wird von den 589 Gemeinden ausgeübt.

Sowohl die Regionen als auch die Gemeinschaften sind Gliedstaaten des belgischen Bundesstaates; sie unterscheiden sich durch ihre territoriale Abgrenzung und ihre Kompetenzen. Die Regionen (niederländisch gewesten, französisch régions) sind zuständig für große Bereiche der Wirtschafts-, Umwelt-, Verkehrs- und Agrarpolitik, zudem üben sie die Rechts- und ggf. Fachaufsicht über Provinzen, Arrondissements und Gemeinden aus. Die Gemeinschaften (niederländisch gemeenschappen, französisch communautés; früher häufig auch als Kultur- bzw. Sprachgemeinschaften bezeichnet) verantworten das gesamte Bildungswesen, die Kulturpolitik sowie weitere „personenbezogene Angelegenheiten“ (Bereiche der Familien-, Gesundheits- und Sozialpolitik, unter anderem die öffentlichen Krankenhäuser). Auch im Vergleich mit anderen Bundesstaaten verfügen Regionen und Gemeinschaften zusammengenommen über ein hohes Maß an Kompetenzen, zudem können sie in ihren Verantwortungsbereichen eigenständig Verträge mit ausländischen Staaten abschließen. Vom belgischen Staat abgeschlossene internationale Verträge, die Kompetenzen der Regionen bzw. Gemeinschaften betreffen, bedürfen der Zustimmung derer Parlamente; dies gilt beispielsweise für die Verträge der Europäischen Union. Bei der Bundesebene sind vor allem die Zuständigkeit für Außen-, Verteidigungs- und Finanzpolitik, die sozialen Sicherungssysteme sowie die Polizei und Justiz verblieben.

Die territoriale Abgrenzung der Regionen und Gemeinschaften richtet sich nach den Sprachgebieten: Die Flämische Region umfasst das niederländische Sprachgebiet, die Wallonische Region das französische und das deutsche Sprachgebiet, die Region Brüssel-Hauptstadt das zweisprachige französisch-niederländische Gebiet. Die Flämische Gemeinschaft übt ihre Befugnisse auf dem niederländischen und dem zweisprachigen Sprachgebiet aus, die Französische Gemeinschaft auf dem französischen und dem zweisprachigen Sprachgebiet, die Deutschsprachige Gemeinschaft auf dem deutschen Sprachgebiet. Regionen und Gemeinschaften verfügen jeweils über ein eigenes Parlament und eine eigene Regierung. Allerdings haben die Flämische Gemeinschaft und die Flämische Region ihre Institutionen zusammengelegt, so dass es nur ein Flämisches Parlament und eine Flämische Regierung gibt, die sowohl die Befugnisse der Region als auch die der Gemeinschaft ausüben.

Außerdem kennt Belgien auf einer tieferen Verwaltungsebene die zehn Provinzen, die innerhalb der Regionen liegen:

Die unterste Verwaltungsebene stellen die 581 Gemeinden dar (siehe auch Liste der Gemeinden in Belgien, Liste der Gemeinden in Flandern, Liste der Gemeinden in Wallonien).

Staatshaushalt

(Quelle: )

Der Staatshaushalt umfasste 2009 Erträge (Einnahmen) von 163 Milliarden Euro. Dem standen Aufwendungen (Ausgaben) in Höhe von 183 Milliarden Euro gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 20 Milliarden Euro beziehungsweise 6,0 % des Bruttoinlandsprodukts. Belgien ist es in den Jahren zwischen 1995 und 2007 gelungen, den relativen Anteil der Staatsverschuldung am Bruttosozialprodukt deutlich abzubauen. Dieser Erfolg wird hingegen durch die Folgen der Weltfinanzkrise seit 2007 gefährdet. Am 25. November 2011 stufte die Ratingagentur Standard & Poor’s Belgien von der Bewertung „AA+“ auf „AA“ herab. Begründet wurde dies mit der schwelenden Staatskrise, dem geringen Wachstum und dem wachsenden Druck der Finanzmärkte.

Die Staatsverschuldung betrug zum 30. Juni 2016 455,3 Milliarden Euro oder 109,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in Prozent des Bruttoinlandsprodukts) folgender Bereiche:

Bevölkerungsentwicklung Belgiens 1948 bis 2013
Bevölkerungspyramide Belgiens 2016

Die Bevölkerung Belgiens wird in der Regel in Sprachgruppen eingeteilt. Genaue Daten zur Verteilung sind seit der Festlegung der offiziellen Sprachgrenze 1962 nicht mehr erhoben worden. Hiernach stellen die niederländischsprachigen Flamen knapp 60 Prozent der Bevölkerung dar. Als Flamen werden in diesem verallgemeinernden Sinne nicht allein die Einwohner der Provinzen West- und Ostflandern, sondern auch die der anderen niederländischsprachigen Provinzen (Antwerpen, Brabant, Limburg) und die niederländischsprachigen Bewohner der Region Brüssel-Hauptstadt bezeichnet. Die Wallonen und die frankophonen Bewohner der Region Brüssel-Hauptstadt und ihres Umlandes, die meist zusammenfassend als französischsprachige Belgier bezeichnet werden, bilden etwas weniger als 40 Prozent der Einwohner des Landes. Hinzu kommt als dritte Bevölkerungsgruppe mit einem offiziellen Sprachgebiet die Deutschsprachige Gemeinschaft im Osten des Landes; hier lebt weniger als ein Prozent der belgischen Bevölkerung (77.949 am 1. Januar 2020). Insgesamt wird die Zahl der deutschsprachigen Ostbelgier inklusive derer, die als Minderheit in mehrheitlich frankophonen Landkreisen (z. B. Malmedy) wohnen, auf 110.000 geschätzt.

Zu den Minderheiten, die über kein offizielles eigenes Sprachgebiet verfügen, deren Rechte jedoch teilweise über sogenannte Fazilitäten (Erleichterungen) geregelt sind, gehören kleinere, westgermanische Dialekte sprechende Gruppen im offiziell französischen Sprachgebiet (etwa Luxemburgisch im Areler Land und Platdiets in den Plattdeutschen Gemeinden). Als Voyageurs, Gens du voyage oder Woonwagenbewoners werden in Belgien lebende Gruppen sowohl der Jenischen, Manouches und Roma als auch Wohnwagenbewohner anderer Herkunft bezeichnet. Die Anzahl der Gens du voyage wurde 2005 auf insgesamt 15.000 bis 20.000 Personen, 0,15 Prozent der belgischen Bevölkerung, geschätzt. Die weitere Wohnbevölkerung besteht aus Zugewanderten aus vielen Teilen Europas und Afrikas. Ihre sprachliche Situation ist statistisch nicht näher erfasst.

Im Jahr 2012 hatte 25 Prozent der Gesamtbevölkerung einen Migrationshintergrund. Seit 1945 gibt es 2,8 Millionen Neubelgier ausländischer Abstammung. Hiervon sind rund 1,2 Millionen europäischer Abstammung und rund 1,35 Millionen stammen aus Ländern außerhalb Europas (Marokko, Türkei, Algerien, Kongo). Seit der Lockerung des belgischen Staatsangehörigkeitsrechts haben mehr als 1,3 Millionen Migranten die belgische Staatsbürgerschaft erworben. Die größte Einwanderergruppe sind Marokkaner (mehr als 450.000 einschließlich ihrer in Belgien lebenden Nachkommen). Türken bilden die zweitgrößte ethnische Minderheit (rund 220.000). 89,2 Prozent der Einwohner mit türkischer Herkunft wurden eingebürgert, ebenso 88,4 Prozent der Personen marokkanischer Herkunft, 75,4 Prozent der mit italienischer, 56,2 Prozent der mit französischer und 47,8 Prozent der mit niederländischer Herkunft. Die sprachliche Situation, etwa inwieweit die Nachkommen von Einwanderern noch die Muttersprache ihrer Eltern oder Großeltern sprechen, ist statistisch nicht umfassend erhoben.

Die Lebenserwartung in Belgien betrug im Zeitraum von 2010 bis 2015 80,5 Jahre (Frauen: 83,0 Jahre, Männer: 78,0 Jahre). Das Durchschnittsalter betrug 2016 41,4 Jahre. Eine Frau gebiert im statistischen Durchschnitt 1,7 Kinder.

Sprachen

Die Sprachgebiete Belgiens:
  • Niederländisches Sprachgebiet
    (in der Mitte ist das zweisprachige Gebiet Brüssel eingezeichnet)
  • Französisches Sprachgebiet
  • Deutsches Sprachgebiet
  • In Belgien haben drei Sprachen den Status einer Amtssprache:

    Nach der Unabhängigkeit Belgiens 1830 galt allein Französisch als Amtssprache. Im Jahr 1873 wurde Niederländisch als zweite Amtssprache rechtlich anerkannt, dennoch blieb Französisch die vorherrschende Verwaltungs- und Unterrichtssprache in ganz Belgien. 1919 kam Deutsch als Amtssprache im neu hinzugewonnenen Gebiet im Osten des Landes dazu; Ostbelgien war nach dem Versailler Vertrag dem belgischen Staat angegliedert worden. Nach dem Ersten Weltkrieg forderte die Mehrheit der Flamen mit Nachdruck, dass das Niederländische auch als Verwaltungs- und Unterrichtssprache an Schulen und Universitäten verwendet und der französischen Amtssprache gleichgestellt werden solle. Tatsächlich sprach die Mehrheit der belgischen Bevölkerung im 19. Jahrhundert und bis weit ins 20. Jahrhundert hinein lokale Formen niederländischer bzw. französischer Dialekte (Mundarten des Flämischen, Brabantischen, Limburgischen, Wallonischen etc.), die bis heute die umgangssprachliche Realisierung der Standardsprachen in der Phonetik, teilweise aber auch im Wortschatz und der Formenbildung prägen. So enthält das umgangssprachliche Brüsseler Französisch zahlreiche flämische Elemente, da hier eine ursprünglich überwiegend flämischsprachige Stadt durch kulturellen und politischen Wandel (Hauptstadt des neugegründeten frankophon definierten belgischen Staates 1830) allmählich franzisiert worden ist; bei diesem Sprachwechsel großer Teile der Brüsseler Bevölkerung gingen Elemente der germanischen Volkssprache in das lokale Französisch ein.

    1921 legte die belgische Regierung drei Sprachgebiete mit territorialer Einsprachigkeit fest, die zweisprachige Gebiete nicht ausreichend berücksichtigte und zu langwährenden innenpolitischen Konflikten führte: die niederländische Sprachzone in Flandern, die französische Sprachzone in der Wallonie und die deutsche Sprachzone in Ostbelgien. Sonderregelungen entstanden in und um Brüssel, das als zweisprachig gilt (siehe Sprachenverhältnisse in Brüssel), sowie in den später eingerichteten Fazilitätengemeinden entlang der romanisch-germanischen Sprachgrenze. Nicht berücksichtigt wurden jene gebildeten Bevölkerungsteile Flanderns, insbesondere in Antwerpen und anderen Städten, für die Französisch eine bevorzugte Sprache und mitunter sogar Muttersprache war; mit Ausnahme der Hauptstadt Brüssel waren nach 1921 in den als einsprachig definierten Landesteilen keine allophonen Sprachinseln vorgesehen. Der flämisch-wallonische Konflikt, der zunächst vor allem soziale Ursachen hatte (Verarmung der flämischen Bauernschaft zur Zeit der Industriellen Revolution, soziale Benachteiligung dieser Bevölkerungsschicht im politischen und gesellschaftlichen Gefüge des Landes bei gleichzeitigem Wirtschaftsboom und Aufstieg der Wallonie im 19. und frühen 20. Jahrhundert), dauert bis heute an, obwohl sich die sozio-ökonomischen Verhältnisse seit dem Niedergang der für die Wallonie prägenden Montanindustrie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und dem Aufschwung neuer Wirtschaftszweige in Flandern grundlegend gewandelt haben.

    Den Status von Regionalsprachen haben seit 1990 das romanische Lothringisch, Champenois, Limburgisch, Luxemburgisch, Ripuarisch, Picardisch und Wallonisch.

    Religion

    Hauptartikel: Religion in Belgien

    Die Mehrheit der Belgier gehört christlichen Kirchen an: Etwa 75 Prozent der belgischen Staatsbürger sind römisch-katholisch, rund 1 Prozent gehört der Vereinigten Protestantischen Kirche an und 8 Prozent islamischen Gemeinden. Daneben existieren kleinere christlich-orthodoxe, jüdische, buddhistische und hinduistische Minderheiten. Der Anteil nicht konfessionell gebundener Menschen beträgt etwa 16 Prozent.

    Traditionell war Belgien ein katholisches Land. Die Zugehörigkeit zum katholischen Glauben war ein wesentlicher Grund für die Belgische Revolution und die Abspaltung (1830) vom überwiegend protestantischen Norden der vom Wiener Kongress 1815 gebildeten Vereinigten Niederlande. Die katholische Mehrheit erstreckt sich auf alle drei Sprachgebiete (flämisch, französisch, deutsch). Mit der Katholieke Universiteit Leuven ist eine der bedeutendsten Universitäten des Landes konfessionell gebunden. Vor allem das ländliche Flandern war bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts stark katholisch geprägt; im frühzeitig industrialisierten Wallonien bedingten der Liberalismus und die sozialistische Arbeiterbewegung eine stärkere Säkularisierung, die in den 1960er-Jahren auch den flämischen Landesteil erfasst hat.

    Die Vereinigte Protestantische Kirche hat 45.000 Gemeindeglieder in 110 Gemeinden, davon 70 wallonische, 35 flämische, drei deutsch- und zwei englischsprachige mit 85 Pfarrern. Sie ist eine unierte Kirche und enthält somit lutherische und reformierte (calvinistische) Elemente. Daneben bestehen protestantische Freikirchen, darunter die Baptisten in Belgien.

    Große Moschee von Brüssel

    Im Jahr 2011 lebten eine Million Einwohner mit muslimischem Hintergrund in Belgien. Muslime bilden 22 Prozent der Bevölkerung in der Region Brüssel-Hauptstadt, 4 Prozent in Wallonien und 3,9 Prozent in Flandern. Die Mehrheit der belgischen Muslime lebt in großen Städten, beispielsweise in Antwerpen, Lüttich, Charleroi und vor allem in Brüssel. Die größte Einwanderergruppe sind die rund 400.000 aus Marokko stammenden Einwohner Belgiens. Die rund 220.000 Türken sind die drittgrößte Einwanderergruppe und die zweitgrößte muslimische Bevölkerungsgruppe.

    Die föderale belgische Regierung erkennt sechs Religionen und eine nicht-konfessionelle Weltanschauung an und fördert sie: die römisch-katholische Kirche, die Vereinigte Protestantische Kirche von Belgien, die orthodoxe Kirche, die anglikanische Kirche, den Islam, das Judentum und die freigeistige Weltanschauungsgemeinschaft.

    Homosexualität

    In Belgien ist Homosexualität gesellschaftlich akzeptiert. Die gesellschaftliche Toleranz gegenüber Homosexuellen ist verhältnismäßig hoch. Belgien gilt als sehr liberales Land bezüglich der Rechte Homosexueller und deren Gleichstellung. Homosexuelle Handlungen wurden bereits im Jahr 1974 entkriminalisiert; seit 2003 existieren zudem Antidiskriminierungsgesetze. Als zweiter Staat der Welt öffnete Belgien nach den Niederlanden im Jahr 2003 die Ehe für homosexuelle Partner. Die Vereinigte Protestantische Kirche erlaubt seit 2007 die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare.

    Antisemitismus

    Unia, das „Zentrum für Chancengleichheit und Kampf gegen Rassismus“ in Belgien, registrierte 101 Meldungen antisemitischer Straftaten im Jahr 2018. Dies bedeutet nahezu eine Verdopplung im Vergleich zum Jahr 2017, in dem 56 antisemitische Straftaten erfasst wurden.

    Seit mehreren Jahren steht der Karnevalsumzug der Stadt Aalst in der Kritik, da er öfters auf antijüdische Stereotype zurückgreift. Ein am Umzug teilnehmender Verein, der bereits im Jahr zuvor für antisemitischen Puppen verantwortlich gewesen war, verwendete auch 2020 antisemitische Karikaturen. der Bürgermeister von Aalst, Christoph D’Haese von der Partei Nieuw-Vlaamse Alliantie, wollte die Puppen und Karikaturen nicht verurteilen. In diesem Zusammenhang hat im Dezember 2019 die UNESCO den Aalster Straßenkarneval von der Liste des Immateriellen Kulturerbes gestrichen, und inzwischen wurde die EU-Kommission aufgefordert, ein Strafverfahren nach Artikel 7 der EU-Verträge gegen Belgien einzuleiten.

    Die Zahl der Meldungen von judenfeindlichen Inhalten im Internet hat sich in Belgien innerhalb eines Jahres vervierfacht: „Juden schmieden eine Verschwörung gegen die Welt“ oder „Hitler hat seine Arbeit nicht beendet“, sind Sprüche, die regelmäßig auftauchen. Zudem soll nach Einschätzung der Medien die rechtsradikale flämische Studentenbewegung „Schild & Vrienden“ den Antisemitismus geschürt haben. Beispiele für judenfeindliche Akte sind auch der Anschlag auf das Jüdische Museum in Brüssel, bei dem am 24. Mai 2014 vier Menschen durch Schüsse getötet wurden, und die Terroranschläge in der Brüsseler Innenstadt und am Flughafen Brüssel-Zaventem im März 2016.

    Hauptartikel: Bildungssystem in Belgien

    Das Bildungssystem ist in Belgien aufgrund der weitreichenden Befugnisse der einzelnen Gemeinschaften unterschiedlich, das Hochschulwesen wurde aber im Zuge des Bologna-Prozesses weitgehend auf zwischengemeinschaftlicher und europäischer Ebene vereinheitlicht. Die föderale Instanz von Belgien ist zuständig für die Pensionen der Lehrer, das Festlegen des Minimalwissens zur Erlangung eines Diploms und für das Schulwesen (vom 6. bis zum 18. Lebensjahr).

    Schulen der Flämischen Gemeinschaft

    Ab einem Alter von zweieinhalb oder vier Jahren besuchen die Kinder in Flandern oft eine Art Kindergarten mit Vorschule (nld. Kleuteronderwijs). Ab einem Alter von sechs Jahren gehen sie sechs Jahre zur Grundschule (nld. Basisonderwijs). Die Schulen sind öffentlich (Flämische Gemeinschaft), frei (subventioniert, meist katholisch) oder privat (nicht subventioniert). Viele katholische Schulen genießen ein höheres Ansehen als die staatlichen. Als erste Fremdsprache wird vom fünften Schuljahr an Französisch unterrichtet.

    Ab dem siebten Schuljahr erfolgt der Unterricht auf einer Sekundarschule. Die Sekundarschulen (nld. Secundair onderwijs) sind wie folgt unterteilt:

    a) erste Schulstufe (in der Regel vom 12. bis 14. Lebensjahr)
    b) zweite und dritte Schulstufe (vom 14. bis 18. Lebensjahr): Wahl zwischen
    • ASO (allgemeiner Sekundarunterricht)
    • KSO (kunstbildender Sekundarunterricht)
    • TSO (technischer Sekundarunterricht)
    • BSO (beruflicher Sekundarunterricht)
    c) vierte Schulstufe (ab dem 18. Lebensjahr, d. h. nach Ablauf der Schulpflicht): hauptsächlich Krankenpflegeschulen.

    Auf KSO-Schulen, die es meist nur in den größeren Städten gibt, können die Schüler auch moderne Fächer wie z. B. Comiczeichnen, Computergrafik etc. wählen. Englisch, Französisch und Mathematik bilden Schwerpunkte des Lehrplans. Abgeschlossen wird mit dem Diploma Secundair Onderwijs (Abitur), der den Zugang zum Hochschulstudium ermöglicht.

    Nur im BSO-Sektor können Jugendliche die Schule bereits vor dem 18. Lebensjahr (Ende der Schulpflicht) verlassen, wenn sie eine Lehre/Berufsausbildung anschließen.

    Schulen der Französischen Gemeinschaft

    Die Kinder in der Französischen Gemeinschaft Belgiens können ab einem Alter von zweieinhalb Jahren in eine Art Kindergarten (école gardienne) aufgenommen werden. Vom sechsten bis zum zwölften Lebensjahr besuchen sie die Primarstufe (enseignement primaire). Die Klassenstufen werden hier von der première primaire bis zur sixième primaire durchgezählt. Ab der deuxième primaire können die französischsprachigen Schüler Niederländisch lernen.

    Die Sekundarstufe (enseignement secondaire) umfasst wie die Primarstufe sechs Jahre; sie bietet zwei unterschiedliche Ausbildungsrichtungen:

    • einen klassisch-humanistischen Zweig mit drei Jahren école moyenne inférieure und drei Jahren école moyenne supérieure mit dem Abschluss diplôme d’humanités, der dem deutschen Abitur entspricht.
    • einen technisch-wirtschaftswissenschaftlichen Zweig (enseignement technique ou professionel) mit sechs Jahren Unterricht und dem Abschluss diplôme technique oder diplôme professionnel.

    Schulen der Deutschsprachigen Gemeinschaft

    Die Schulbildung hat die gleiche Alterseinteilung wie in den anderen Teilen Belgiens: Ab dem dritten Lebensjahr kann der Kindergarten besucht werden. Ab dem fünften oder sechsten Lebensjahr besucht man dann eine sechsjährige Primarschule. Weitere sechs Jahre werden auf einer Sekundarschule absolviert. Einige Schulen umfassen alle drei Altersstufen, können also vom Kindergarten bis zum Abitur besucht werden. Andere Schulen können nur vom Kindergarten bis zum sechsten Schuljahr besucht werden, anschließend muss auf eine andere Schule gewechselt werden. Manche Schulen sind reine Sekundarschulen (siebtes bis zwölftes Schuljahr).

    Bereits ab dem ersten Schuljahr wird Französisch unterrichtet. Ab dem achten Schuljahr kommt als dritte Sprache Englisch hinzu.

    Ab dem neunten Schuljahr kann ein Schüler in einigen Schulen zwischen Sozial-, Naturwissenschaften, Sprachen, Kunst, Sekretariat, Wirtschaftswissenschaften oder Elektronik wählen.

    Bei der Sprachenabteilung (neusprachlicher Zweig) erlernt ein Schüler neben Englisch und Französisch noch Italienisch, Spanisch und Niederländisch.

    Unterrichtspflicht besteht bis zum 18. Lebensjahr, wobei ein Schüler dieser Pflicht auch mit einer Lehre entsprechen kann. Dort muss man lediglich zweimal die Woche zur Berufsschule.

    Hochschulen

    Zoologisches Institut in Lüttich

    Belgien hat elf Universitäten:

    Im deutschen Sprachgebiet gibt es nur eine Hochschule, die Autonome Hochschule in der Deutschsprachigen Gemeinschaft.

    Den Universitäten gleichgestellte Einzelfakultäten sind die Evangelisch-Theologische Fakultät Löwen (Evangelische Theologische Faculteit), die Fakultät für Protestantische Theologie Brüssel (Faculteit voor Protestantse Godgeleerdheid) und die Königliche Militärakademie (Koninklijke Militaire School / École royale militaire).

    In Brügge ist das renommierte Europakolleg angesiedelt.

    Neben den Universitäten existieren in den drei Gemeinschaften zahlreiche weitere Hautes Ecoles/Hogescholen und mehrere Kunsthochschulen (Ecoles Supérieures des Arts).

    Im Vergleich mit dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Europäischen Union, ausgedrückt in Kaufkraftstandards, erreichte Belgien 2014 einen überdurchschnittlichen Index von 118 (EU-28: 100). Das Bruttoinlandsprodukt Belgiens betrug im Jahr 2015 ca. 409,4 Milliarden Euro. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf betrug im selben Jahr 36.500 Euro. Belgien stand trotz seiner kleinen Bevölkerung im Jahr 2016 auf Platz 20 der größten Güterexporteure. Dank seiner Lage im Herzen Europas ist es sehr eng in das Handelsnetz der Europäischen Union integriert. Die wichtigsten Handelspartner Belgiens sind die Nachbarländer Frankreich, Deutschland und die Niederlande. Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes misst, belegt Belgien Platz 20 von 137 Ländern (Stand 2017–2018). Im Index für wirtschaftliche Freiheit belegt das Land 2019 Platz 48 von 180 Ländern.

    Die Arbeitslosenquote lag im Juni 2019 bei 5,4 Prozent und damit leicht unter dem EU-Durchschnitt. Im Jahr 2017 betrug die Jugendarbeitslosigkeit 19 Prozent. Die Gesamtzahl der Beschäftigten wurde 2019 auf rund fünf Millionen geschätzt.

    Verteilung der erwerbstätigen Bevölkerung nach Sektoren (Stand: 201 und in Klammern Anteil an der gesamten Wertschöpfung 2016):

    Tourismus

    Langerei in Brügge

    Der Tourismus spielt in Belgien eine große Rolle. Im Travel and Tourism Competitiveness Report 2017 des World Economic Forum belegt Belgien Platz 21 von 136 Ländern. Belgien wurde 2016 von 7,5 Millionen ausländischen Touristen besucht, die dem Land Einnahmen in Höhe von 11,8 Milliarden US-Dollar brachten. Vor allem Deutsche, Briten, Luxemburger, Franzosen und Niederländer besuchen Belgien. Bei den Briten ist außerdem eine Art Erster-Weltkrieg-Tourismus entstanden. In Westflandern stehen noch viele alte Kriegsdenkmäler und -friedhöfe. Daneben sind alle Ferienbadeorte an der belgischen Nordseeküste (Knokke-Heist, Brügge, Blankenberge, De Haan, Bredene, Ostende, Middelkerke, Nieuwpoort, Koksijde und De Panne) sehr beliebt. Außerdem sind die Ardennen eine vielbesuchte Urlaubsregion. Von der belgischen Nordseeküste aus kann man viele Tagestouren unternehmen, etwa in die Nachbarländer Frankreich und Niederlande oder Großbritannien. Als besonders nachgefragt haben sich auch Städtetouren nach Brüssel, Hasselt, Gent, Antwerpen und andere erwiesen. Die Stadt Brügge ist wahrscheinlich die Stadt mit dem größten Tourismus. Sie wird gelegentlich Venedig des Nordens genannt. Es existiert ein eigenständiger Tourismusverband für Flandern sowie ein weiterer für das übrige Belgien.

    Energiepolitik

    Der Kohlenstoffdioxidausstoß pro Kopf des Landes gehört zu den weltweit höchsten.

    Belgien verfügt mit Stand von 2019 über zwei aktive Kernkraftwerke. 1999 wurde ein Atomausstieg vom Parlament beschlossen (siehe auch Kernenergie in Belgien) und 2003 ein Zeitplan bis 2025 festgelegt. Bei der Umsetzung kam es jedoch zu Verzögerungen.

    Medien

    Die föderale Struktur Belgiens spiegelt sich auch in der Medienszene des Landes wider. Es bestehen drei voneinander unabhängige Medienwelten in Niederländisch, Französisch und Deutsch.

    Der flämische Zeitungsmarkt ist der größte und wird von drei Verlagskonzernen dominiert: Corelio Media (u. a. Herausgeber von De Standaard, Het Nieuwsblad), De Persgroep (u. a. Herausgeber von Het Laatste Nieuws, De Morgen, De Tijd) und Concentra (u. a. Herausgeber von Het Belang van Limburg, Metro). Die bedeutendsten Verlagsunternehmen in der Wallonie sind Rossel (u. a. Herausgeber von Le Soir wie auch Mitherausgeber von L’Echo und Grenzecho) sowie IPM/Medi@bel.

    Im Rundfunkbereich existieren für die drei Sprachgemeinschaften jeweils separate öffentlich-rechtliche Sender: VRT (Vlaamse Radio- en Televisieomroep) für Flandern, RTBF (Radio Télévision Belge Francophone) für die Wallonie und der BRF (Belgischer Rundfunk) für die Deutschsprachige Gemeinschaft. Von den deutschsprachigen Ostbelgiern werden neben den BRF-Programmen viele Radio- und Fernsehprogramme aus dem nahen Deutschland genutzt.

    Bedeutendste deutschsprachige Zeitung ist das in Eupen täglich erscheinende Grenz-Echo. Zu den Zeitschriften zählen unter anderem die deutschsprachige Ausgabe des Belgischen Staatsblattes (Amtsblatt der belgischen Regierung) in Brüssel, die landwirtschaftliche Publikation Der Bauer aus St. Vith, das städtische Mitteilungsblatt Eupen aktuell, das Verbandsorgan Der Öffentliche Nahverkehr in der Welt – Public Transport International aus Brüssel oder das Quartalsmagazin Geschwënn – Zäitschrëft vum Arelerland für die Deutschsprachigen in Südostbelgien um die Stadt Arlon.

    Vermögen

    Belgien stand laut einer Studie der Bank Credit Suisse aus dem Jahre 2017 auf Rang 17 weltweit beim nationalen Gesamtvermögen. Der Gesamtbesitz an Immobilien, Aktien und Bargeld belief sich auf insgesamt 2.453 Milliarden US-Dollar. Das Vermögen pro erwachsene Person beträgt 278.139 Dollar im Durchschnitt und 161.589 Dollar im Median (in Deutschland: 203.946 bzw. 47.091 Dollar). Beim Vermögen je Einwohner gehört Belgien damit zu den zehn reichsten Ländern weltweit. Insgesamt war 54 Prozent des gesamten Vermögens der Belgier finanzielles Vermögen und 46 Prozent nicht-finanzielles Vermögen. Der Gini-Koeffizient bei der Vermögensverteilung lag 2017 bei 63, was auf eine relativ moderate Vermögensungleichheit hindeutet. Die obersten 10 Prozent der belgischen Bevölkerung besaßen 47,6 Prozent des Vermögens und die obersten ein Prozent besaßen 17,5 Prozent des Vermögens, was eine niedrigere Vermögenskonzentration ist als in den meisten anderen europäischen Ländern. Der Anteil der Belgier mit einem Vermögen von über einer Million Dollar wird auf 3,9 Prozent der Bevölkerung geschätzt.

    Regionale Disparitäten

    Bereits seit dem 19. Jahrhundert bestehen in Belgien Streitigkeiten zwischen den frankophonen Wallonen und den niederländisch sprechenden Flamen (siehe auch flämisch-wallonischer Konflikt). Ein aktueller Streitpunkt hat seine Ursache in wirtschaftlichen Unterschieden zwischen den Landesteilen: Da sich die ehemals von Kohle- und Stahlindustrie geprägten wallonischen Regionen in einer Rezessionsphase befinden, ist die Arbeitslosigkeit dort im Vergleich zu den flämischen Regionen deutlich erhöht. Gleichzeitig wird das belgische Bruttonationaleinkommen zu zwei Dritteln in Flandern erwirtschaftet. Die flämische Region zahlt einen Solidarbeitrag, der in der Wallonie vor allem zur Finanzierung von Sozialleistungen verwendet wird. Diese Zahlungen sind jedoch in der flämischen Region politisch umstritten. Der wachsende Unmut über die wirtschaftliche Schwäche der wallonischen Region manifestiert sich insbesondere in der flämischen Separatistenbewegung, deren Hauptorganisationsträger die Partei Vlaams Belang ist.

    Bruttoinlandsprodukt in den belgischen Provinzen im Vergleich zum Königreich Belgien, zu den belgischen Regionen und zur Europäischen Union
    Rang Provinz BIP 2017
    in Mio. Euro
    BIP pro Kopf 2017,
    KKS, (EU-28 = 100)
    BIP pro Kopf
    2017 in Euro
    Region Brüssel-Hauptstadt Brüssel 77.694 196 65.000
    1. Provinz Antwerpen Provinz Antwerpen 85.753 140 46.600
    2. Wallonisch-Brabant Provinz Wallonisch-Brabant 17.477 131 43.700
    3. Provinz Flämisch-Brabant Provinz Flämisch-Brabant 47.104 125 41.500
    Flandern Flandern 259.786 120 39.800
    Belgien Belgien 439.052 116 38.700
    4. Provinz Westflandern Provinz Westflandern 45.263 115 38.100
    5. Provinz Ostflandern Provinz Ostflandern 53.855 108 35.900
    Europa EU-28 15.383.066 100 30.000
    6. Provinz Limburg Provinz Limburg 27.810 96 32.000
    Wallonische Region Wallonische Region 101.378 84 28.000
    7. Provinz Lüttich Provinz Lüttich 30.812 84 27.900
    8. Provinz Namur Provinz Namur 13.008 80 26.400
    9. Hennegau Provinz Hennegau 33.202 75 24.800
    10. Provinz Luxemburg Provinz Luxemburg 6.880 73 24.300

    Kennzahlen

    Belgien ist Teil des Europäischen Binnenmarkts. Zusammen mit 18 anderen EU-Mitgliedstaaten (blau) bildet es eine Währungsunion, die Eurozone.

    Die wichtigen Wirtschaftskennzahlen Bruttoinlandsprodukt, Inflation, Haushaltssaldo und Außenhandel entwickelten sich in den letzten Jahren folgendermaßen:

    Veränderung des belgischen Bruttoinlandsprodukts (BIP), real (in % gegenüber dem Vorjahr)
    Jahr 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017
    Veränderung in % gg. Vj. 1,4 0,8 3,2 1,7 2,7 2,9 1,0 −2,8 2,4 1,8 −0,2 −0,1 1,6 1,4 1,4 1,7
    Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (zu Marktpreisen) in Belgien
    absolut in Mrd. Euro
    Jahr 2012 2013 2014 2015 2016 2017
    BIP in Mrd. Euro 387,5 391,7 400,8 410,2 421,1 437,2
    je Einwohner in Euro
    Jahr 2013 2013 2014 2015 2016 2017
    BIP je Einwohner in Tausend Euro 35.100 35.300 35.900 36.600 37.300 38.500
    Entwicklung der Inflationsrate in Belgien
    Entwicklung der Inflationsrate in Prozent gegenüber dem Vorjahr
    Jahr 2006 2007 2008 2009 2011 2012
    Inflationsrate 2,3 1,8 4,5 0,0 3,5 2,6
    Jahr 2012 2012 2013 2014 2015 2016
    Entwicklung des Haushaltssaldos in Prozent des BIP
    („minus“ bedeutet Defizit im Staatshaushalt)
    Haushaltssaldo −4,1 −4,2 −3,1 −3,1 −2,5 −2,6
    Entwicklung des belgischen Außenhandels
    Mrd. Euro
    (2014)
    % gg. Vj.
    (2014)
    Mrd. Euro
    (2015)
    % gg. Vj.
    (2015)
    Mrd. Euro
    (2016)
    % gg.Vj.
    (2016)
    Einfuhr 342,2 +0,6 338,1 −1,2 331,5 −2,0
    Ausfuhr 355,5 +0,7 357,7 +0,2 357,5 −0,1
    Saldo +13,3 +16,9 +26,0
    Haupthandelspartner Belgiens (2016)
    Export (in Prozent) nach Import (in Prozent) von
    Deutschland Deutschland 16,7 Niederlande Niederlande 14,1
    Frankreich Frankreich 15,5 Deutschland Deutschland 13,5
    Niederlande Niederlande 11,3 Frankreich Frankreich 9,4
    Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich 8,9 Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 8,2
    Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 5,9 Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich 4,8
    Italien Italien 5,2 Irland Irland 4,5
    Spanien Spanien 2,7 China Volksrepublik Volksrepublik China 4,4
    sonstige Staaten 33,8 sonstige Staaten 39,2

    Dank seiner zentralen Lage als europäisches Handelszentrum hat Belgien hat eines der weltweit dichtesten Infrastrukturnetze. Im Logistics Performance Index, der von der Weltbank erstellt wird, belegte Belgien 2016 den sechsten Platz unter 160 Ländern. Besonders gut schnitten die Parameter für internationale Schifffahrt und den logistischen Zeitaufwand ab.

    Eisenbahn

    Kusttram entlang der Küste

    Belgien war das erste Land in Kontinentaleuropa mit Eisenbahnverbindungen. Die staatliche Eisenbahngesellschaft heißt Nationale Gesellschaft der Belgischen Eisenbahnen (NMBS/SNCB) und betreibt eines der am dichtesten ausgebauten Bahnnetze der Welt. Für Brüssel und das Umland ist am 13. Dezember 2015 eine S-Bahn in Betrieb gegangen, seit 2018 verkehren ebenfalls in Antwerpen, Charleroi, Gent und Lüttich S-Bahnen.

    Die traditionsreiche Schlafwagengesellschaft Compagnie Internationale des Wagons-Lits, die unter anderem die Luxuszüge Orient-Express, Nord- und Süd-Express oder Ostende-Wien-Express betrieb, wurde von dem aus Lüttich stammenden Georges Nagelmackers gegründet.

    Alle Orte entlang der gesamten Nordseeküste Belgiens sind mit der längsten Überland-Straßenbahnlinie der Welt verbunden, der Kusttram.

    Schifffahrt

    Belgien ist ein wichtiges Transitland zwischen Mittel- und Westeuropa. Der bedeutendste Hafen ist Antwerpen an der Schelde, einer der größten und wichtigsten Seehäfen der Welt. Auch der Seehafen von Brügge-Zeebrügge gilt als einer der modernsten und bedeutendsten in Europa. Traditionelle Bedeutung als Fährhafen besaß, bis zur Eröffnung des Eurotunnels, der Hafen von Ostende.

    Siehe auch: Belgische Häfen

    Flugverkehr

    Der wichtigste Flughafen des Landes ist Brüssel-Zaventem. Weitere Flughäfen sind Brüssel-Charleroi, Lüttich, Antwerpen und Ostende-Brügge.

    Die staatliche belgische Fluggesellschaft war bis zu ihrem Bankrott am 6. November 2001 die traditionsreiche Sabena. Sie ging in der SN Brussels Airlines auf, die sich wiederum mit Virgin Express zur Brussels Airlines vereinigte.

    Straßenverkehr

    Das gesamte Straßennetz umfasste 2013 etwa 154.012 Kilometer, wovon 120.514 Kilometer asphaltiert sind.

    Belgien besitzt ein sehr gut ausgebautes Autobahnnetz mit einer Länge von 1.756 Kilometern im Jahr 2010, das – wie auch alle anderen Straßen in Belgien – fast komplett mit Straßenlaternen ausgestattet und nachts beleuchtet ist. Jedoch soll diese Beleuchtung aus Gründen der Stromersparnis und damit des Klimaschutzes künftig eingeschränkt werden und folglich zwischen 0:30 Uhr und 4:30 Uhr abgeschaltet bleiben. Aufgrund des hohen ausländischen Verkehrsaufkommens war für 2008 eine Autobahnmaut in Höhe von 60 Euro geplant, die für heftige Diskussionen gesorgt hatte und bis heute nicht eingeführt wurde.

    Gastronomie

    Ein belgisches Biergeschäft

    Eine typische gesamtbelgische Küche gibt es nicht, da zahlreiche Spezialitäten eher der flämischen Küche oder der Küche Walloniens zuzuordnen sind oder von den Kochkünsten der Nachbarländer, insbesondere Frankreichs (genauer: Lothringens), inspiriert sind. Es wurde aber eine weltbekannte Erfindung in Belgien gemacht, die häufig falsch eingeordnet wird: Pommes frites. Belgische Waffeln stellen ebenfalls eine Spezialität dar. Die bekanntesten Waffelvarianten sind die Brüsseler und die Lütticher Waffeln. Des Weiteren ist Belgien für seine Pralinen bekannt, welche zur Weltspitze gehören. Eine weitere Besonderheit ist die Sortenvielfalt der belgischen Biere, darunter zahlreiche Abteibiere (Abdijbier, Bière d’Abbaye) mit höherem Alkoholgehalt, auf besondere Weise vergorene Biere (z. B. Lambic, Geuze) oder mit Fruchtaromen versetzte Biere. Die am meisten verbreiteten Biersorten sind Jupiler und Stella Artois, die beide zum belgischen Brauereikonzern AB-InBev gehören.

    Sport

    Ein beliebter Sport in Belgien ist Fußball. Die 1. belgische Liga ist eine der ältesten der Welt. In den 1970er- und 1980er-Jahren gehörte das belgische Nationalteam (Rote Teufel genannt) zur internationalen Spitze. Nach der Teilnahme an der Fußball-Weltmeisterschaft 2002 hatte sich Belgien allerdings zwölf Jahre lang nicht mehr für ein internationales Turnier qualifizieren können. In den letzten Jahren zählte die belgische Nationalmannschaft jedoch wieder zur Weltspitze, wie sie mit dem Gewinn der Bronzemedaille bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 bewies. (Siehe auch: Fußball in Belgien)

    Der Nationalsport in Belgien ist jedoch der Radsport. Deswegen hat Belgien auch einige Berühmtheiten im Radsport hervorgebracht. So gehörten und gehören Eddy Merckx, Roger De Vlaeminck, Johan Museeuw, Peter Van Petegem sowie Tom Boonen zu den besten Radsportlern der Welt. Wichtige Eintagesklassiker finden in Belgien statt, beispielsweise Lüttich–Bastogne–Lüttich und die Flandern-Rundfahrt.

    Speziell zu erwähnen ist auch der Cyclocross, eine Spezialdisziplin des Radsports, welche im Winter ausgetragen wird. Die heimischen Rennen werden von zehntausenden Zuschauern besucht. In der Regel werden drei bis vier der ca. acht Weltcup-Wettbewerbe in Belgien ausgetragen, ebenso wie die meisten am höchsten eingestuften sonstigen Wettbewerbe. Belgien dominiert den Sport wie kein anderes Land und stellte mit Abstand die meisten Weltmeister und Weltcup-Gesamtsieger, wobei besonders Sven Nys hervorzuheben ist.

    Auch der Tennissport ist im Aufwind. Die flämische Kim Clijsters und die wallonische Justine Henin gehörten lange Zeit zu den besten Spielerinnen der Welt.

    In der Leichtathletik ist Kim Gevaert (100 und 200 m) Europameisterin und Tia Hellebaut (Hochsprung) Olympiasiegerin.

    Rugby Union wird ebenfalls in Belgien gespielt. Der belgischen Nationalmannschaft gelang jedoch noch nicht die Qualifikation für eine Rugby-Union-Weltmeisterschaft. Belgien ist einer der Teilnehmer bei der Rugby-Union-Europameisterschaft und trifft dort auf andere aufstrebende Nationalmannschaften. Der ehemalige Präsident des Internationalen Olympischen Komitees Jacques Rogge war für die belgische Nationalmannschaft aktiv.

    Nicht vergessen werden sollte Karambolage und Billard Artistique, in denen die Sportler René Vingerhoedt und Raymond Ceulemans über Jahre die Szene dominierten. Auch für viele Amateur- und Kneipenspieler hat Billard einen hohen Stellenwert.

    Der Rundkurs von Spa-Francorchamps wird zu den anspruchsvollsten Strecken im Motorsport gezählt. Hier gastieren in regelmäßigen Abständen internationale Rennserien, darunter seit 1950 die Formel 1. Zu den Höhepunkten gehört auch das jährlich stattfindende 24-Stunden-Rennen.

    Mit dem Circuit Zolder verfügt Belgien über eine zweite Rennstrecke von überregionaler Bedeutung. Von 1973 bis 1984 trug hier ebenfalls die Formel 1 Rennen aus. Nivelles-Baulers, der dritte Kurs, auf dem Formel-1-Rennen stattfanden, existiert nicht mehr.

    Auf der Speedwaybahn von Heusden-Zolder wurden bereits mehrmals internationale Prädikatsrennen ausgefahren. Auf der Grasbahn in Alken in der Provinz Limburg wurde bereits das Finale zur Grasbahn-Europameisterschaft ausgetragen.

    Comics

    Comics sind in Belgien generell sehr populär; ein großer bekennender Fan war zum Beispiel König Baudouin. Den Bandes Dessinées (kurz BD, französisch) oder Strips (niederländisch) begegnen Menschen häufig im Stadtbild. Qualitative Buchhandlungen in Belgien verfügen über spezielle BD-Abteilungen. Zudem werden in großen Supermärkten Comics angeboten.

    Comics sind ein Hauptexportartikel belgischer Verlage, denn viele international bekannte und berühmte Comiczeichner und Autoren stammen aus Belgien, das damit im Vergleich zu seiner Größe die meisten in Europa hervorgebracht hat. Die berühmtesten sind Willy Vandersteen (Suske und Wiske), Jean Graton (Michel Vaillant), Morris (Lucky Luke), Hergé (Tim und Struppi), Peyo (Die Schlümpfe und weiteres), André Franquin (Spirou und Fantasio, Gaston und Marsupilami) und Philippe Geluck (Le Chat).

    Belgische Kinospielfilmproduktion
    Jahr Anzahl
    1975 14
    1985 7
    1995 8
    2005 28

    In Belgien ist es möglich, Comic als Studienrichtung an Kunsthochschulen wie der Königlichen Akademie für bildende Kunst und dem Institut Saint-Luc in Brüssel zu studieren. Daher werden die Bandes Dessinées in Belgien auch als „neunte Kunst“ tituliert. In Brüssel gibt es ein Comic-Museum, (Centre Belge de la Bande Dessinée), in dem dieser Kunstrichtung auf drei Etagen gehuldigt wird.

    Musik

    Im 15. und 16. Jahrhundert, der Zeit der Renaissance, waren zahlreiche Komponisten aus dem Gebiet des heutigen Belgien, vor allem aus dem Hennegau, führend und stilprägend in Europa (die sogenannten Niederländer). Bedeutende Namen sind Guillaume Dufay, Johannes Ockeghem, Josquin Desprez, Heinrich Isaac, Jacob Obrecht, Adrian Willaert, Orlando di Lasso. Der französische Komponist César Franck wurde in Lüttich geboren, verbrachte seine ersten dreizehn Lebensjahre in Belgien und war dort bereits musikalisch aktiv, bevor die Familie 1835 nach Paris umsiedelte.

    Im Jazz sind der Mundharmonikaspieler Toots Thielemans, der Tenorsaxophonist und Flötist Bobby Jaspar und der Gitarrist Philip Catherine international hervorgetreten.

    Zu den bekanntesten Bands im 21. Jahrhundert zählen dEUS, Gotye, Hooverphonic und Triggerfinger.

    Sehenswürdigkeiten

    Persönlichkeiten

    Besonderheiten

    In Belgien ist die aktive Sterbehilfe erlaubt, auch bei Minderjährigen, und durch ein Gesetz geregelt, das dafür Ärzte mit besonderer Weiterbildung vorsieht.

    Im Jahr 2017 haben insgesamt 2309 Menschen die aktive Sterbehilfe in Anspruch genommen, darunter drei Minderjährige. Im Jahr 2009 existierten 822 Fälle, davon knapp 80 Prozent in Flandern.

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    Politische Gliederung Europas

    Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen und Vatikanstadt
    Albanien | Andorra | Belgien | Bosnien und Herzegowina | Bulgarien | Dänemark2 | Deutschland | Estland | Finnland | Frankreich2 | Griechenland | Irland | Island | Italien2 | Kasachstan1 | Kroatien | Lettland | Liechtenstein | Litauen | Luxemburg | Malta | Moldau | Monaco | Montenegro | Niederlande2 | Nordmazedonien | Norwegen2 | Österreich | Polen | Portugal2 | Rumänien | Russland1 | San Marino | Schweden | Schweiz | Serbien | Slowakei | Slowenien | Spanien2 | Tschechien | Türkei1 | Ukraine | Ungarn | Vatikanstadt | Vereinigtes Königreich2 | Weißrussland

    Abhängige Gebiete
    Färöer | Gibraltar | Guernsey | Isle of Man | Jersey

    Umstrittene Gebiete
    Kosovo | Transnistrien
    1 Liegt größtenteils in Asien. 2 Hat zusätzliche Gebiete außerhalb Europas.

    Teilnehmerstaaten:
    Albanien | Andorra | Armenien | Aserbaidschan | Belgien | Bosnien und Herzegowina | Bulgarien | Dänemark | Deutschland | Estland | Finnland | Frankreich | Georgien | Griechenland | Irland | Island | Italien | Kanada | Kasachstan | Kirgisistan | Kroatien | Lettland | Liechtenstein | Litauen | Luxemburg | Malta | Moldau | Monaco | Mongolei | Montenegro | Niederlande | Nordmazedonien | Norwegen | Österreich | Polen | Portugal | Rumänien | Russland | San Marino | Schweden | Schweiz | Serbien | Slowakei | Slowenien | Spanien | Tadschikistan | Tschechien | Türkei | Turkmenistan | Ukraine | Ungarn | Usbekistan | Vatikanstadt | Vereinigtes Königreich | Vereinigte Staaten | Weißrussland | Zypern

    Partnerstaaten:
    Afghanistan | Australien | Ägypten | Algerien | Israel | Japan | Jordanien | Marokko | Tunesien | Südkorea | Thailand

    50.5333333333334.7666666666667Koordinaten:51° N,O

    Normdaten (Geografikum): GND:(, ) | LCCN: | NDL: | VIAF:

    Belgien
    belgien, föderaler, staat, westeuropa, sprache, beobachten, bearbeiten, titel, dieses, artikels, mehrdeutig, belgischen, künstlerin, siehe, delphine, königreich, niederländisch, koninkrijk, belgië, französisch, royaume, belgique, föderaler, staat, westeuropa, . Belgien foderaler Staat in Westeuropa Sprache Beobachten Bearbeiten Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig Zur belgischen Kunstlerin siehe Delphine von Belgien Das Konigreich Belgien niederlandisch Koninkrijk Belgie i franzosisch Royaume de Belgique ist ein foderaler Staat in Westeuropa Es liegt zwischen der Nordsee und den Ardennen und grenzt an die Niederlande Deutschland Luxemburg und Frankreich Belgien zahlt rund 11 4 Millionen 4 Einwohner 2018 auf einer Flache von 30 688 Quadratkilometern Mit 376 Einwohnern pro km zahlt Belgien zu den am dichtesten besiedelten Staaten Der Grad der Urbanisierung Belgiens ist mit fast 98 Prozent der hochste in Europa 9 Die Stadt Brussel ist die Hauptstadt und Sitz der belgischen Konigsfamilie sowie Zentrum der grossten Agglomeration Die bevolkerungsreichste Stadt ist Antwerpen weitere bedeutende grosse Stadte sind Gent Charleroi Luttich Liege Brugge Brugge und Namur Koninkrijk Belgie niederlandisch Royaume de Belgique franzosisch Konigreich Belgien deutsch Flagge WappenWahlspruch Eendracht maakt macht niederlandisch L union fait la force franzosisch Einigkeit macht stark deutsch Amtssprache Niederlandisch Franzosisch DeutschHauptstadt BrusselStaats und Regierungsform parlamentarische 1 2 MonarchieStaatsoberhaupt Philippe Konig der BelgierRegierungschef Premierminister Alexander De Croo VLD Flache 30 688 3 km Einwohnerzahl 11 492 641 4 1 Januar 2020 Bevolkerungsdichte 376 23 Einwohner pro km Bevolkerungs entwicklung 0 5 Schatzung fur das Jahr 2019 5 Bruttoinlandsprodukt Total nominal Total KKP BIP Einw nom BIP Einw KKP 2020 6 513 1 Milliarden USD 26 588 8 Milliarden USD 35 44 529 USD 19 51 096 USD 20 Index der menschlichen Entwicklung 0 931 14 2019 7 Wahrung Euro EUR 8 Unabhangigkeit 4 Oktober 1830 Proklamation 19 April 1839 internationale Anerkennung National hymne Brabanconne source source track track track track track track track track Nationalfeiertag 21 Juli Tag der Vereidigung von Konig Leopold I Zeitzone UTC 1 MEZ UTC 2 MESZ Marz bis Oktober Kfz Kennzeichen BISO 3166 BE BEL 056Internet TLD beTelefonvorwahl 32Administrative Gliederung Belgiens Seit der Unabhangigkeit 1830 und Verfassungsgebung 1831 ist Belgien eine parlamentarische Erbmonarchie 10 11 12 siehe auch belgische Monarchie Der Norden des Landes mit den Flamen ist niederlandisches der Suden mit den Wallonen franzosisches Sprachgebiet vgl Flamische und Franzosische Gemeinschaft Die Region Brussel Hauptstadt ist offiziell zweisprachig jedoch mehrheitlich frankophon bewohnt 13 Im deutschsprachigen Gebiet in Ostbelgien sind Standarddeutsch und westmitteldeutsche Mundarten verbreitet vgl Deutschsprachige Gemeinschaft Der seit dem 19 Jahrhundert anhaltende flamisch wallonische Konflikt pragt die oft einander zuwiderlaufenden Interessen der Vertreter der beiden grossen Bevolkerungsgruppen in der belgischen Politik Seit den 1970er Jahren wird daher versucht diesem Problem durch eine Dezentralisierung der Staatsorganisation zu begegnen Dazu wurde Belgien in einen Bundesstaat bestehend aus drei Regionen und drei Gemeinschaften umgewandelt Die Regionen Flandern Wallonien und Brussel Hauptstadt sowie die Flamische die Franzosische und die Deutschsprachige Gemeinschaft bilden seither das politische Grundgefuge des Landes Der Staatsaufbau Belgiens gilt als komplex da u a die Hoheitsgebiete der Regionen mit jenen der Gemeinschaften nicht deckungsgleich sind 14 So uberschneiden sich die Zustandigkeiten der Franzosischen und der Flamischen Gemeinschaft in der offiziell zweisprachigen Region Brussel und das kleine Gebiet der Deutschsprachigen Gemeinschaft gehort zur mehrheitlich franzosischsprachigen Region Wallonien Belgien ist Grundungsmitglied der Europaischen Wirtschaftsgemeinschaft EWG der heutigen Europaischen Union EU deren wichtigste Institutionen in seiner Hauptstadt Brussel ihren Sitz haben Der belgische Staat ist des Weiteren neben den Niederlanden und Luxemburg Mitglied in der Wirtschaftsunion Benelux Inhaltsverzeichnis 1 Landesname und Uberblick 2 Geographie 2 1 Geologie und Geomorphologie 2 2 Flandern und Region Brussel Hauptstadt 2 3 Wallonische Region 2 4 Zahlen 2 5 Gewasser 3 Geschichte 4 Politik 4 1 Staatsform und Institutionen 4 2 Hoheitssymbole 4 3 Politische Parteien 4 4 Politische Indizes 4 5 Flamisch wallonische Konflikte 4 6 Politische Entwicklungen seit 2008 4 7 Europapolitik 4 8 Militar 4 9 Polizei 4 10 Verwaltungsgliederung 4 11 Staatshaushalt 5 Bevolkerung 5 1 Sprachen 5 2 Religion 5 3 Homosexualitat 5 4 Antisemitismus 6 Bildung 6 1 Schulen der Flamischen Gemeinschaft 6 2 Schulen der Franzosischen Gemeinschaft 6 3 Schulen der Deutschsprachigen Gemeinschaft 6 4 Hochschulen 7 Wirtschaft 7 1 Tourismus 7 2 Energiepolitik 7 3 Medien 7 4 Vermogen 7 5 Regionale Disparitaten 7 6 Kennzahlen 8 Verkehr 8 1 Eisenbahn 8 2 Schifffahrt 8 3 Flugverkehr 8 4 Strassenverkehr 9 Kultur 9 1 Gastronomie 9 2 Sport 9 3 Comics 9 4 Musik 9 5 Sehenswurdigkeiten 9 6 Personlichkeiten 9 7 Besonderheiten 10 Siehe auch 11 Literatur 12 Weblinks 13 Einzelnachweise und AnmerkungenLandesname und UberblickDer Name Belgien begrundet sich auf die romische Provinz Gallia Belgica Dieser nordostliche Teil Galliens wurde von Stammen keltischer d h die Belger und germanischer d h Germani cisrhenani Herkunft bewohnt Im 18 Jahrhundert galt das franzosische Adjektiv belge oder belgique als Entsprechung von Nederlands niederlandisch der kurzlebige unabhangige Belgische Staat von 1790 hiess z B auf Franzosisch Etats belgiques unis und wurde auf Niederlandisch meist Verenigde Nederlandse Staten genannt Spater beschrankte sich der Gebrauch von belge und belgique zunehmend auf die sudlichen Niederlande das heutige Belgien Vom Hochmittelalter bis zur Mitte des 17 Jahrhunderts war Belgien ein Hort kulturellen und wirtschaftlichen Schaffens und Reichtums 15 Ab dem 16 Jahrhundert war Belgien Kriegsschauplatz vieler Schlachten europaischer Machthaber so z B wahrend der Koalitionskriege 1792 bis 1815 sowie des Ersten und Zweiten Weltkrieges Belgien nahm intensiv an der Industriellen Revolution teil und besass von 1885 bis 1960 in Zentralafrika die riesige Kolonie Belgisch Kongo 1919 20 nach dem Deutschland den Ersten Weltkrioeg verloren hatte unterstellte der Volkerbund das angrenzende Gebiet von Ruanda Urundi Belgien Belgien verwaltete es als Volkerbundsmandat GeographieGeologie und Geomorphologie Im Gefolge der nacheiszeitlichen Flandrischen Transgression kam es zur Bildung von Strandwallen die heute noch als ein bis zu 50 Meter hoher geschlossener Dunengurtel an der belgischen Kuste vorhanden sind Daraufhin folgt eine ungefahr 10 bis 20 Kilometer breite Zone aus Marschland Weiter im Binnenland liegt die sogenannte Flussgeest Hier wurden die Ablagerungen des Maas Schwemmfachers in der letzten Kaltzeit mit Sanden grosser Machtigkeit uberdeckt Im leicht welligen Land wechseln sich Acker und Wiesen mit Waldstucken und Heiden ab zum Teil kommen auch Hochmoore vor Westlich einer Linie Antwerpen Brussel schliesst sich die weite flandrische Ebene an In ihrem Nordteil ist sie ebenfalls von Sanden bedeckt im Suden dominieren Lehmboden die fur die Landwirtschaft gunstiger sind Hier wird die Ebene von einer lockeren Kette von tertiarzeitlichen Hugeln uberragt Nach Westen hin vermittelt die Ebene zum Nordfranzosischen Schichtstufenland das grosstenteils aus mesozoischen Sedimenten aufgebaut ist Pariser Becken Die Taler der Sambre und der Maas bilden eine scharfe Grenze an einer tektonischen Storungszone welche die Tertiar und Kreideplateaus im Nordwesten von den Ardennen als Teil des Rheinischen Schiefergebirges im Sudosten trennt Die stark bewaldeten Ardennen bestehen aus unterschiedlich widerstandigen palaozoischen Schiefern Sandsteinen Grauwacken und Quarziten Sie erreichen in Belgien mit der Botrange im Hohen Venn eine Hohe von 694 Metern An der Storungszone der Haine Sambre Maas Furche liegen reiche Fundstatten von Steinkohle Dort im Nordfranzosischen Kohlerevier entstand ab 1830 das erste kontinentaleuropaische Bergbau und Schwerindustrierevier 16 Ab 1901 wurde auch das Limburger Steinkohlerevier erschlossen Flandern und Region Brussel Hauptstadt Dunen am Strand der Nordsee in De Panne im Westen Flanderns Flandern bildet den Nordteil des Landes und besteht weitgehend aus Flachland Es ist die bevolkerungsreichste Region des Landes Die politisch eigenstandige Hauptstadtregion Brussel befindet sich als Enklave innerhalb der flamischen Region Dieser Landesteil besteht teilweise aus sandigen Geestrucken so zum Beispiel in der Provinz Limburg die sich im Osten der flamischen Region befindet Die Geest wird aber auch von Marschlandschaften unterbrochen was insbesondere den Bereich der Flusse betrifft Hierunter sind die Maas und die Schelde die bedeutendsten Im aussersten Westen Flanderns befindet sich die 65 Kilometer lange Kuste mit der Hafenstadt Ostende 17 Insbesondere die Provinzen Antwerpen und Flamisch Brabant mit dem Umland Brussels sind sehr dicht besiedelt Wallonische Region Die Wallonische Region umfasst den sudlichen Teil Belgiens Sie ist bezogen auf die Flache die grosste Region des Landes Ihr Gebiet ist im Bereich der Ardennen gebirgig und dunn besiedelt und wird durch die Flusstaler von Maas Sambre und Ourthe durchschnitten Entlang der genannten Flusse befinden sich die wichtigsten Stadte der Region insbesondere Luttich Namur und Charleroi Im Westen der Region befinden sich ferner Mons sowie Mouscron und Tournai die sich in einem grenzuberschreitenden Ballungsgebiet mit der nordfranzosischen Stadt Lille befinden In Nil Saint Vincent Gemeinde Walhain in der dicht besiedelten Provinz Wallonisch Brabant befindet sich der geographische Mittelpunkt Belgiens Die hochste Erhebung des Landes befindet sich mit dem Signal de Botrange 694 m O P im Hohen Venn in Ostbelgien nahe der Grenze zu Deutschland Hochstgelegene Ortschaft Belgiens ist das ostbelgische Murringen 655 m O P Zahlen Brussel Antwerpen Luttich Brugge Ostende Namur Eupen Chimay Durbuy Kortrijk Charleroi Mons Gent Lowen Hasselt Arlon FRANKREICH DEUTSCH LAND NIEDERLANDE LUXEM BURG Nordsee 25 der Landflache Belgiens werden fur Landwirtschaft genutzt Ungefahr 95 aller Belgier leben in Stadten Laut den Berechnungen des Koniglichen Belgischen Instituts fur Naturwissenschaften hat Belgien eine Flache von 30 688 km Davon umfasst die Region Brussel Hauptstadt 162 km die Region Flandern 13 624 km 3 die Wallonische Region 16 901 km darunter Deutschsprachige Gemeinschaft 854 km Gewasser Es gibt unter anderem folgende Flusse und Kanale Albert Kanal Amel franzosisch Ambleve Boudewijnkanal Demer Dender franzosisch Dendre Gileppe Gohl franzosisch Geule niederlandisch Geul Henne franzosisch Haine niederlandisch Hene Inde Kanal Brugge Ostende Kanal Charleroi Brussel Kanal Gent Brugge Kanal Nimy Blaton Peronnes Leie franzosisch Lys Lesse Maas franzosisch Meuse niederlandisch Maas Nete Ourthe Rur franzosisch und niederlandisch Roer wallonisch Rour Sambre niederlandisch Samber Semois Schelde franzosisch Escaut Warche Weser franzosisch Vesdre niederlandisch Vesder Yser niederlandisch IJzer Zeekanal Brussel Schelde franzosisch Canal maritime de Bruxelles a l Escaut Zeekanal Gent Terneuzen Zentrumskanal franzosisch Canal du Centre niederlandisch Centrumkanaal Geschichte Hauptartikel Geschichte Belgiens Achtzigjahriger Krieg Der Grosse Markt und das Rathaus wahrend der Spanischen Furie in Antwerpen Als Provinz Belgica ein von Casar eingefuhrter Name erlebte das heutige Gebiet Belgien viele Herrschaften Es war im Fruhmittelalter Teil des frankischen Reiches und wurde bei dessen Teilungen ebenfalls immer wieder politisch geteilt Spater war es uberwiegend Bestandteil des Heiligen Romischen Reiches und zerfiel in einzelne Herzogtumer und Grafschaften Vom Hochmittelalter bis zur fruhen Neuzeit stellten die Stadte Flanderns mit ihren Tuchindustrien eines der beiden Zentren der europaischen Wirtschaft dar neben den Stadten Norditaliens Die einzelnen Territorien gerieten politisch unter das Haus Burgund das 1477 infolge der Heirat der burgundischen Alleinerbin Maria von Burgund mit Maximilian I Erzherzog von Osterreich und spaterer romisch deutscher Konig und Kaiser den Habsburgern beerbt wurde 1555 56 wurde die Teilung der Habsburger in eine spanische und eine osterreichische Linie vollzogen Die niederlandischen Provinzen wurden den spanischen Habsburgern zugesprochen 1579 bildeten sich die katholische Union von Arras und die calvinistisch protestantische Utrechter Union Die Provinzen der Union von Utrecht losten sich 1581 von Spanien und grundeten die Republik der Sieben Vereinigten Provinzen deren Unabhangigkeit nach dem Ende des Achtzigjahrigen Krieges im Westfalischen Friede von 1648 anerkannt wurde Die Provinzen der Union von Arras Flandern und Brabant wurden als Spanische Niederlande von einem spanischen Statthalter verwaltet Nach dem Aussterben der spanischen Habsburger 1700 und dem daraus resultierenden Spanischen Erbfolgekrieg kamen 1714 die von da an osterreichischen Niederlande unter die Herrschaft der osterreichischen Habsburger Infolge der absolutistisch zentralistischen Bestrebungen des osterreichischen Herrschers Joseph II kam es 1789 zur Brabanter Revolution und 1790 zur Ausrufung der kurzlebigen Vereinigten Belgischen Staaten Das revolutionare Frankreich annektierte zwischen 1792 und 1794 die Osterreichischen Niederlande 1795 folgte die Eingliederung in die Franzosische Republik Auf dem Wiener Kongress 1815 wurden die Provinzen den nordlichen Niederlanden zugesprochen Residenzstadt des niederlandischen Konigs wurde Brussel Belgische Revolution Episode der Septembertage 1830 von Gustave Wappers Im Zuge der Belgischen Revolution wurde das Land 1830 von den Niederlanden unabhangig Es wurde eine parlamentarische Monarchie errichtet und Leopold von Sachsen Coburg zum ersten Konig der Belgier ernannt Leopold II Sohn des ersten Konigs erwarb den Kongo in Afrika als Privatbesitz Nachdem die Kongograuel brutale Exzesse bei der wirtschaftlichen Ausbeutung des Kongo international bekannt geworden waren musste Leopold das Gebiet 1908 als Kolonie an den belgischen Staat abtreten Wahrend Leopolds Schreckensherrschaft waren in dem afrikanischen Land schatzungsweise 10 Millionen Menschen durch Sklaverei und Zwangsarbeit ums Leben gekommen 18 1960 wurde der Kongo unabhangig Im Ersten Weltkrieg wurde das neutrale Belgien vom Deutschen Reich entsprechend dem Schlieffen Plan uberfallen und von der deutschen Armee fast ganzlich eingenommen Das deutsche Militar ging dabei auch gegen Zivilisten mit Erschiessungen Branden und Geiselnahmen vor In Dinant und mehreren anderen belgischen Stadten kam es zu Massakern an der Zivilbevolkerung Begrundet wurden diese Ubergriffe mit Partisanenaktivitaten deren reale Grundlage jedoch umstritten ist siehe Francs tireurs Im Verlauf des Stellungskrieges wurden viele Stadte in Flandern zerstort Teile des Landes verwustet Als im Deutschen Reich die Arbeitskrafte knapp wurden mussten Zehntausende belgische Zivilisten Flamen wie Wallonen Zwangsarbeit fur das kaiserliche Militar und die deutsche Rustungsindustrie leisten 19 Belgisch Kongo Nach dem Krieg wurde das gemischtsprachige Gebiet um Eupen und Malmedy das heutige Ostbelgien durch den Vertrag von Versailles nach einer umstrittenen Volksbefragung 1925 belgisches Staatsgebiet Belgien beteiligte sich ausserdem an der Ruhrbesetzung Britische Truppen befreien Brussel am 4 September 1944 Im Zweiten Weltkrieg erklarte sich das Land als neutral Im Mai 1940 wurde es wie auch die Niederlande und Luxemburg von der deutschen Wehrmacht auf dem sogenannten Westfeldzug besetzt Belgien blieb bis 1944 45 besetzt Minderheiten wie Juden und Roma wurden in Konzentrationslager deportiert 20 Bis zur Befreiung durch die Westalliierten hatte es wie halb Europa unter der Willkurherrschaft der nationalsozialistischen Diktatur und die judische Bevolkerung unter ihrer Verfolgung und Vernichtung zu leiden Stadte und Landschaften blieben aber weitgehend von Kriegszerstorungen verschont Lediglich die Ardennenoffensive im Dezember 1944 und Januar 1945 fuhrte im Osten des Landes vor allem um Sankt Vith und Bastogne zu schweren Zerstorungen Die bereits seit 1944 geplante Zoll und Wirtschaftseinheit von Belgien den Niederlanden und Luxemburg wurde im Haager Vertrag am 3 Februar 1958 vereinbart und ist am 1 November 1960 in Kraft getreten Benelux Lander Belgien zahlt zu den Grunderstaaten der Europaischen Wirtschaftsgemeinschaft EWG und hat eine wichtige Rolle im europaischen Einigungsprozess gespielt Das Land bzw die belgische Hauptstadt Brussel wurde Sitz internationaler Organisationen wie der NATO und der Europaischen Union Die Innenpolitik nach dem Zweiten Weltkrieg war von einer Foderalisierung gepragt die sezessionistische Tendenzen der verschiedenen Sprachraume insbesondere des flamischen Nordens abzumildern versuchte In Flandern erzielen separatistische Parteien hohe Stimmenanteile Siehe auch Liste der Premierminister von Belgien Belgisch Kongo Flamisch wallonischer Konflikt und Flamische BewegungPolitikStaatsform und Institutionen Hauptartikel Belgische Monarchie und Foderalregierung Belgien Der Palast der Nation ist Sitz des belgischen Bundesparlaments Belgien ist de jure d h rein verfassungsrechtlich eine konstitutionelle Monarchie hat sich jedoch de facto zu einer parlamentarischen Monarchie entwickelt die seit der Verfassungsanderung 1993 bundesstaatlich organisiert ist 10 11 12 1 2 Die Bundeslegislative setzt sich zusammen aus dem Konig sowie den beiden Parlamentskammern der bedeutenderen Abgeordnetenkammer mit 150 und dem Senat mit 60 Mitgliedern Das aktive und passive Frauenwahlrecht auf nationaler Ebene existiert erst 1948 zu denselben Bedingungen wie das Wahlrecht fur Manner 21 Der Konig gehort gleichzeitig auch der Exekutive an die er zusammen mit der 15 kopfigen Foderalregierung bildet der wiederum der Premierminister als primus inter pares vorsteht Die foderalen Institutionen sind verantwortlich fur Justizwesen Finanzpolitik innere Sicherheit Aussenpolitik Landesverteidigung und soziale Sicherheit Hoheitssymbole Hauptartikel Flagge Belgiens und Wappen Belgiens Das Konigreich Belgien verfugt uber eine Flagge sowie ein grosses mittleres und kleines Wappen Flagge Grosses Wappen Mittleres Wappen Kleines WappenPolitische Parteien Siehe auch Liste der politischen Parteien in Belgien Die meisten politischen Parteien spalteten sich in den 1960er bis 1980er Jahren in jeweils eine flamische und eine frankophone Partei auf haufig gibt es auch ein deutschsprachiges Pendant Parteien derselben Gruppierung arbeiten aber mehr oder weniger eng zusammen und bilden manchmal auch Fraktionsgemeinschaften Die deutschsprachigen Parteien sind ausschliesslich regional tatig Parteien im foderalen Parlament der belgischen Abgeordnetenkammer 2019 Partei Sitze 22 AnmerkungFlamische ParteienNieuw Vlaamse Alliantie N VA 25 konservative Separatisten hervorgegangen aus der VolksunieVlaams Belang VB 18 rechtspopulistische Separatisten ehemals Vlaams BlokChristen Democratisch en Vlaams CD amp V 12 Christdemokraten ehemals CVPOpen Vlaamse Liberalen en Democraten Open VLD 12 Liberale ehemals PVVVooruit 9 Sozialisten ehemals SP ehemals SP aGroen 8 Grune ehemals AgalevFrankophone ParteienParti Socialiste PS 20 SozialistenMouvement Reformateur MR 14 Liberale ehemals PLP und PRLEcolo 13 GruneCentre Democrate Humaniste CDH 5 Christdemokraten ehemals PSCDemocrate Federaliste Independant DeFI 2 Vertretung von Frankophonen vor allem in Brussel ehemals FDF 1995 bis 2010 gemeinsame Listen mit PRL bzw MRLandesweite ParteienPartij van de Arbeid Parti du Travail de Belgique PVDA PTB 12 Kommunisten ehemals AMADA TPOPolitische Indizes Von Nichtregierungsorganisationen herausgegebene politische Indizes Name des Index Indexwert Weltweiter Rang Interpretationshilfe JahrFragile States Index 27 1 von 120 161 von 178 Stabilitat des Landes nachhaltig 0 sehr nachhaltig 120 sehr alarmierend 2020 23 Demokratieindex 7 51 von 10 36 von 167 Unvollstandige Demokratie 0 autoritares Regime 10 vollstandige Demokratie 2020 24 Freedom in the World 96 von 100 Freiheitsstatus frei 0 unfrei 100 frei 2020 25 Rangliste der Pressefreiheit 11 69 von 100 11 von 180 Gute Lage fur die Pressefreiheit 0 gute Lage 100 sehr ernste Lage 2021 26 Korruptionswahrnehmungsindex CPI 76 von 100 15 von 180 0 sehr korrupt 100 sehr sauber 2020 27 Flamisch wallonische Konflikte Auf einem deutsch franzosischen Strassenschild in der deutschsprachigen Gemeinschaft wurden die franzosischen Bezeichnungen unkenntlich gemacht Hauptartikel Flamisch wallonischer Konflikt Belgien ist von innerer Zerrissenheit vor allem zwischen der flamischen niederlandischsprachigen und der wallonischen franzosischsprachigen Bevolkerung gepragt Daher sind zum Beispiel Volkszahlungen die die gesprochene Sprache der Einwohner erheben seit 1961 verboten um nicht immer wieder aufgrund von sich wandelnden statistischen Ergebnissen neue Konflikte um die Zugehorigkeit bestimmter auf der Sprachengrenze liegender Gemeinden zur einen oder anderen Region anzufachen 28 29 Um insbesondere die Situation in diesen gemischtsprachlichen Gegenden zu entscharfen wurden zum Teil Fazilitatengemeinden mit besonderen Minderheitenrechten insbesondere im Schulbereich geschaffen Insgesamt gesehen haben die Spannungen zwischen den beiden grossen Volksgruppen Belgiens in der letzten Generation abgenommen Ein Ende Belgiens ist nicht in Sicht urteilte 2018 der Historiker Christoph Driessen in seinem Buch Geschichte Belgiens und verwies darauf dass die separatistischen Parteien in Flandern in der Minderheit seien und es in Wallonien praktisch keine separatistischen Bestrebungen mehr gebe Jungere Belgier sowie viele Einwanderer konnten mit dem Sprachenstreit weniger anfangen als fruhere Generationen sie folgen anderen Identifikationsmodellen in denen der Frage der Zugehorigkeit zur einen oder anderen Sprachgruppe weniger Gewicht zukommt Dass es einen innerbelgischen Zusammenhalt gebe habe auch die Begeisterung fur die gesamtbelgische Mannschaft bei der Fussball Weltmeisterschaft 2018 gezeigt bei der Belgien den dritten Platz belegte 30 Nichtsdestotrotz ist zu beobachten dass trotz des verpflichtenden Schulunterrichts in der jeweils anderen Landessprache gute Kenntnisse des Niederlandischen in Wallonien kaum verbreitet sind und die flussige Beherrschung des Franzosischen in Flandern im Vergleich zu fruheren Generationen abgenommen hat Nicht nur in der Staatsstruktur auch kulturell fuhren beide Bevolkerungsgruppen ein weitgehend getrenntes Dasein Im kulturellen Sektor besteht eine ausgepragte Affinitat Flanderns zu den Niederlanden und Walloniens zu Frankreich Gleichwohl wird darauf geachtet dass auf foderaler politischer Ebene die Mehrsprachigkeit Belgiens demonstriert wird so mussen Spitzenpolitiker insbesondere in Regierungsamtern die zweite Landessprache beherrschen oder lernen um zu reussieren und der Konig halt Ansprachen die sich an alle Belgier richten konsequent in allen drei Amtssprachen Politische Entwicklungen seit 2008 Belgischer Premierminister Alexander De Croo OpenVLD Im Marz 2008 verstandigten sich flamische und frankophone Christdemokraten CD amp V und cdH und Liberale VLD und MR sowie die wallonischen Sozialisten PS auf die Bildung einer gemeinsamen Regierung mit Yves Leterme CD amp V als Premierminister 31 Am 18 Dezember 2008 teilte der Kassationshof das hochste ordentliche Gericht in Belgien in einem Brief an den Kammervorsitzenden Herman Van Rompuy mit dass Leterme versucht habe das Gericht in der Frage des geplanten Verkaufs der belgischen Bank Fortis an den franzosischen Finanzkonzern BNP Paribas zu beeinflussen dies hatte Leterme kurz zuvor noch bestritten Tags darauf trat Leterme zuruck 32 Ab dem 30 Dezember 2008 fuhrte Herman Van Rompuy CD amp V die belgische Foderalregierung welche sich aus derselben Funfparteien Koalition zusammensetzte Nachdem er jedoch am 19 November 2009 zum ersten standigen Prasidenten des Europaischen Rates designiert worden war legte er sein Amt am 25 November 2009 nieder Am gleichen Tag noch wurde Yves Leterme erneut zum Premierminister ernannt und fuhrte seither seine zweite Foderalregierung in dieser Legislaturperiode 33 Diese Regierung zerbrach im April 2010 wieder als nach internen Streitigkeiten um eine Losung im Konflikt um den zweisprachigen Wahlkreis Brussel Halle Vilvoorde die flamische liberale Partei OpenVLD ihren Ruckzug aus der Regierung bekanntgab 34 Bei den vorgezogenen Neuwahlen am 13 Juni 2010 gewannen die flamischen Nationalisten der N VA unter Bart De Wever 27 der 150 Sitze und stellten damit unter den flamischen Parteien die starkste Fraktion im Parlament In Wallonien wurde die sozialistische PS von Elio Di Rupo starkste politische Kraft Die Regierungsbildung war schwierig und erst anderthalb Jahre spater konnte Elio Di Rupo eine Koalitionsregierung zu bilden die am 5 Dezember 2011 ernannt wurde Als Tripartite aus den Parteifamilien der Sozialisten Liberalen und Christdemokraten bestehend hatte sie unter den flamischen Parteien keine Mehrheit 35 Mit dem Sozialisten Elio Di Rupo wurde erstmals seit dem Ende der letzten Regierung von Paul Vanden Boeynants 1979 ein Frankophoner und ein Sozialist zum belgischen Ministerprasidenten gewahlt Bis zu seiner Wahl blieb die Regierung Leterme geschaftsfuhrend im Amt Die Zeitspanne von 541 Tagen von der Wahl bis zur Bildung der neuen Regierung stellt einen Rekord in der modernen Weltgeschichte dar Am 21 Juli 2013 dem belgischen Nationalfeiertag dankte Konig Albert II zugunsten seines altesten Sohnes Philippe ab nachdem er dies am 3 Juli 2013 angekundigt hatte 36 Bei der Wahl vom 25 Mai 2014 verloren vor allem die Sozialisten Stimmen wodurch die vormalige Regierung keine Mehrheit mehr hatte Die N VA konnte weitere Zugewinne verbuchen Am 11 Oktober 2014 wurde die neue Regierung die Coalition suedoise schwedische Koalition genannt wurde unter dem frankophonen Premierminister Charles Michel vereidigt Im Gegensatz zu den bisher ublichen breiten Koalitionen stammen alle beteiligten Parteien die flamischen Nationalisten N VA Christdemokraten CD amp V und die Liberalen beider Sprachgruppen MR und OpenVLD aus dem Mitte rechts Spektrum Erstmals seit 1988 waren die Sozialisten nicht an der Regierung beteiligt die auf frankophoner Seite keine Mehrheit hatte 37 Die Regierung Michel I sturzte im Dezember 2018 uber die Ratifizierung des UN Migrationspakts die von der N VA abgelehnt wurde und die sich dann aus der Regierung zuruckzog Daraufhin bildete Charles Michel die Regierung Michel II ohne die N VA Mitglieder die aber vor einem Misstrauensvotum am 18 Dezember 2018 zurucktrat 38 und anschliessend geschaftsfuhrend im Amt blieb auch uber die Parlamentswahlen vom 26 Mai 2019 hinaus da sich keine neue Mehrheit fand Nachdem Charles Michel als Nachfolger von Donald Tusk zum Prasidenten des Europaischen Rates gewahlt wurde kundigte er am 26 Oktober 2019 seinen Rucktritt an Am 27 Oktober 2019 ernannte der Konig Sophie Wilmes zur neuen geschaftsfuhrenden Ministerprasidentin 39 die erste Frau in diesem Amt seit der Unabhangigkeit vor 188 Jahren Am 17 Marz 2020 wurde sie vom Konig als ordentliche Premierministerin der Regierung Wilmes II vereidigt nachdem ihr angesichts der COVID 19 Pandemie alle Parteien mit Ausnahme der wallonischen Kommunisten der flamischen Nationalisten der N VA und der der flamischen Rechtsextremisten von Vlaams Belang die Unterstutzung zusagten 40 Sie versprach sich nur um die COVID 19 Pandemie in Belgien und deren Folgen zu kummern und nach einem halben Jahr die Vertrauensfrage zu stellen Nachdem die Regierungsbildung weiter stockte sich folglich eine neue Koalition sammelte jedoch fur einen der Informateurs wegen einer Infektion mit COVID 19 die Quarantane angeordnet wurde wurde die Zeit erneut verlangert Am 1 Oktober 2020 wurde die neue Regierung unter Premierminister Alexander De Croo vereidigt die erstmals aus sieben Parteien der vier Parteifamilien der Sozialisten Liberalen Christdemokraten und Grunen besteht und Vivaldi Koalition genannt wird Sie gilt als linksliberal ist erstmals paritatisch mit zehn Frauen und zehn Mannern besetzt deutlich junger und mit funfzehn Regierungsmitgliedern besetzt die nie zuvor ein foderales politisches Amt ausubten Sophie Wilmes wurde darin Aussenministerin 41 Europapolitik Siehe auch Liste der diplomatischen Vertretungen in Belgien Sitz der Europaischen Kommission in Brussel Belgien hat eine strategische geographische Position im Herzen Europas inmitten eines europaischen Ballungsraumes und in der Nahe der grossten Seehafen Dadurch besteht eine gewisse Abhangigkeit vom internationalen Handel wobei die wichtigsten Handelspartner die Nachbarstaaten Niederlande Deutschland und Frankreich sind Das macht Belgien zu einer der offensten Volkswirtschaften in der Europaischen Union Vor diesem Hintergrund verfolgt Belgien traditionell eine Offnungspolitik zu den europaischen Nachbarn zum einen durch die Benelux Gemeinschaft zum anderen im Rahmen des Europarates und der Europaischen Union zu deren Grundungsmitgliedern Belgien gehort Das Land ist ebenfalls Grundungsmitglied der Europaischen Wahrungsunion Eurobarometer Umfragen zeigen regelmassig dass die belgische Bevolkerung etwa zu zwei Drittel pro europaisch eingestellt ist was uber dem EU Durchschnitt von knapp uber 50 Prozent liegt 42 Die belgische Hauptstadt Brussel ist Sitz mehrerer EU Institutionen und Agenturen wie die Kommission das Parlament der Ministerrat der Wirtschaft und Sozialausschuss oder der Ausschuss der Regionen sowie zahlreicher Lobbying Gruppen Nichtregierungsorganisationen usw die im Bereich der Europapolitik arbeiten Die belgischen Regierungen seit 1945 haben sich fur den Aufbau Europas eingesetzt Unter belgischem Ratsvorsitz in der zweiten Halfte 2001 wurde die Einberufung des Verfassungskonvents beschlossen der einige Jahre spater den Vertrag uber eine Verfassung fur Europa VVE hervorbringen sollte Belgien setzte sich fur den Ratifizierungsprozess des VVE ein und nach dessen Scheitern fur die Erhaltung der Substanz des VVE im Vertrag von Lissabon der am 13 Dezember 2007 unterschrieben wurde und am 1 Dezember 2009 in Kraft trat Belgiens Verteidigungspolitik stutzt sich nicht nur auf die NATO Belgien ist Grundungsmitglied sondern auch auf die EU im Rahmen der Gemeinsamen Aussen und Sicherheitspolitik GASP Die Hauptstadt Brussel ist sowohl Sitz der NATO Hauptorgane als auch der Europaischen Verteidigungsagentur der EU was Belgien zum Zentrum der euro atlantischen Verteidigungsstrukturen macht Das Land stellt fur die EU Battlegroups Truppen bereit und beteiligt sich an Einsatzen der EU beispielsweise an der EUFOR Durch seine historischen Verbindungen zum afrikanischen Land Kongo hat sich Belgien als Meinungsfuhrer bei Angelegenheiten der Grossen Seen und Zentralafrikas innerhalb der EU etabliert und ist massgeblich um eine friedliche Stabilisierung des Ostkongo bemuht Durch Belgiens foderale Struktur die der Lokalebene ausserordentlich viele Kompetenzen zuweist sind sowohl die Regionen als auch die Gemeinschaften massgeblich an der Formulierung der belgischen Europapolitik beteiligt jedoch zugleich von der Umsetzung politischer Ziele der EU betroffen was eventuelle lokale Unterschiede bei der Umsetzung erklart Zum Beispiel sind sie zustandig fur Kulturpolitik und konnen in diesem Bereich Vertrage mit auslandischen Staaten abschliessen sodass sie im Ausland ein eigenstandiges Profil aufgebaut haben zum Beispiel indem sie in einigen belgischen Botschaften Kulturreferenten stellen In der zweiten Halfte 2010 hatte Belgien den Vorsitz des Ministerrates inne Diese belgische Ratsprasidentschaft bildete das Mittelstuck der Trio Prasidentschaft mit Spanien erste Halfte 2010 und Ungarn erste Halfte 2011 Nach dem Inkrafttreten des Vertrags von Lissabon wurde der Belgier Herman Van Rompuy in das neugeschaffene Amt des Prasidenten des Europaischen Rates berufen seit dem 1 Dezember 2019 hat der Belgier Charles Michel dieses Amt inne Militar Belgischer Soldat wahrend einer Ubung Die Belgischen Streitkrafte niederlandisch Defensie van Belgie franzosisch Armee belge untergliedern sich in Heer Marine Luftstreitkrafte und medizinisches Korps niederlandisch Medische Component franzosisch Corps medical 2006 hatten die Belgischen Streitkrafte eine Starke von 36 000 Mann Der freiwillige Wehrdienst wurde formell 1994 abgeschafft Belgien gab 2017 knapp 0 9 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 4 4 Milliarden US Dollar fur seine Streitkrafte aus 43 Die Landstreitkrafte sind mit 24 600 die grosste der Teilstreitkrafte Sie konnen auf einen Fuhrpark von 300 Kampfpanzern 989 gepanzerten Fahrzeugen und 288 Artilleriegeschutzen zuruckgreifen Die belgischen Luftstreitkrafte niederlandisch Luchtmacht franzosisch Force Aerienne Belge ist mit 6350 Mann die zweitgrosste Teilstreitkraft Ihr stehen 72 F 16 Kampfflugzeuge sowie 31 Hubschrauber zur Verfugung Die Marine ist in einem gemeinsamen Benelux Kommando organisiert Sie verfugt uber zwei Wielingen Fregatten sechs Minenjager und ein Flusspatrouillenschiff Polizei Polizeifahrzeug der foderalen Polizei in Brussel Die Polizeireform von 2001 hat eine auf zwei Ebenen strukturierte integrierte Polizei geschaffen Foderale Polizei niederlandisch Federale Politie franzosisch Police Federale mit einem Generalkommissariat und drei Generaldirektionen der Verwaltungspolizei der Kriminalpolizei und der Direktion fur Unterstutzung und Verwaltung Diese sind zum Teil auch auf Provinz bzw Gerichtsbezirksebene dezentralisiert Lokale Polizei niederlandisch Lokale Politie franzosisch Police Locale mit ihren momentan 195 Polizeizonen ist aus kommunalen Polizeieinheiten und der bis 2001 bestehenden Gendarmerie ndl Rijkswacht gebildet worden Verwaltungsgliederung Hauptartikel Politisches System Belgiens und Verwaltungsgliederung Belgiens Verwaltungsgliederung Belgiens eingezeichnet Regionen Provinzen Bezirke und Gemeinden Die drei Gemeinschaften Belgiens Franzosische Flamische und Deutschsprachige Gemeinschaft Die drei Regionen Belgiens Wallonische und Flamische Region sowie Region Brussel Hauptstadt Belgien ist seit 1993 ein Bundesstaat der sich sowohl in drei Regionen als auch in drei Gemeinschaften gliedert Als nachgeordnete Verwaltungseinheiten bestehen zehn Provinzen und 43 Arrondissements Die lokale Selbstverwaltung wird von den 589 Gemeinden ausgeubt Sowohl die Regionen als auch die Gemeinschaften sind Gliedstaaten des belgischen Bundesstaates sie unterscheiden sich durch ihre territoriale Abgrenzung und ihre Kompetenzen Die Regionen niederlandisch gewesten franzosisch regions sind zustandig fur grosse Bereiche der Wirtschafts Umwelt Verkehrs und Agrarpolitik zudem uben sie die Rechts und ggf Fachaufsicht uber Provinzen Arrondissements und Gemeinden aus Die Gemeinschaften niederlandisch gemeenschappen franzosisch communautes fruher haufig auch als Kultur bzw Sprachgemeinschaften bezeichnet verantworten das gesamte Bildungswesen die Kulturpolitik sowie weitere personenbezogene Angelegenheiten Bereiche der Familien Gesundheits und Sozialpolitik unter anderem die offentlichen Krankenhauser Auch im Vergleich mit anderen Bundesstaaten verfugen Regionen und Gemeinschaften zusammengenommen uber ein hohes Mass an Kompetenzen zudem konnen sie in ihren Verantwortungsbereichen eigenstandig Vertrage mit auslandischen Staaten abschliessen Vom belgischen Staat abgeschlossene internationale Vertrage die Kompetenzen der Regionen bzw Gemeinschaften betreffen bedurfen der Zustimmung derer Parlamente dies gilt beispielsweise fur die Vertrage der Europaischen Union Bei der Bundesebene sind vor allem die Zustandigkeit fur Aussen Verteidigungs und Finanzpolitik die sozialen Sicherungssysteme sowie die Polizei und Justiz verblieben Die territoriale Abgrenzung der Regionen und Gemeinschaften richtet sich nach den Sprachgebieten Die Flamische Region umfasst das niederlandische Sprachgebiet die Wallonische Region das franzosische und das deutsche Sprachgebiet die Region Brussel Hauptstadt das zweisprachige franzosisch niederlandische Gebiet Die Flamische Gemeinschaft ubt ihre Befugnisse auf dem niederlandischen und dem zweisprachigen Sprachgebiet aus die Franzosische Gemeinschaft auf dem franzosischen und dem zweisprachigen Sprachgebiet die Deutschsprachige Gemeinschaft auf dem deutschen Sprachgebiet Regionen und Gemeinschaften verfugen jeweils uber ein eigenes Parlament und eine eigene Regierung Allerdings haben die Flamische Gemeinschaft und die Flamische Region ihre Institutionen zusammengelegt so dass es nur ein Flamisches Parlament und eine Flamische Regierung gibt die sowohl die Befugnisse der Region als auch die der Gemeinschaft ausuben Ausserdem kennt Belgien auf einer tieferen Verwaltungsebene die zehn Provinzen die innerhalb der Regionen liegen Die Flamische Region niederlandisch Vlaamse Gewest umfasst funf Provinzen Antwerpen Hauptstadt Antwerpen Limburg Hasselt Ostflandern Gent Flamisch Brabant Lowen Westflandern Brugge Die Wallonische Region franzosisch Region wallonne umfasst ebenfalls funf Provinzen Hennegau Mons Luttich Luttich Luxemburg Arlon Namur Namur Wallonisch Brabant Wavre Die Region Brussel Hauptstadt niederlandisch Brussels Hoofdstedelijk Gewest franzosisch Region de Bruxelles Capitale gilt als provinzfrei Sie ubt ihre Zustandigkeiten im Verwaltungsbezirk Brussel Hauptstadt aus der deckungsgleich mit der Region Brussel Hauptstadt ist Die unterste Verwaltungsebene stellen die 581 Gemeinden dar siehe auch Liste der Gemeinden in Belgien Liste der Gemeinden in Flandern Liste der Gemeinden in Wallonien Siehe auch Gebietskorperschaft Belgien Staatshaushalt Quelle Eurostat Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ertrage Einnahmen von 163 Milliarden Euro Dem standen Aufwendungen Ausgaben in Hohe von 183 Milliarden Euro gegenuber Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Hohe von 20 Milliarden Euro beziehungsweise 6 0 des Bruttoinlandsprodukts 44 Belgien ist es in den Jahren zwischen 1995 und 2007 gelungen den relativen Anteil der Staatsverschuldung am Bruttosozialprodukt deutlich abzubauen Dieser Erfolg wird hingegen durch die Folgen der Weltfinanzkrise seit 2007 gefahrdet Am 25 November 2011 stufte die Ratingagentur Standard amp Poor s Belgien von der Bewertung AA auf AA herab Begrundet wurde dies mit der schwelenden Staatskrise dem geringen Wachstum und dem wachsenden Druck der Finanzmarkte 45 Die Staatsverschuldung betrug zum 30 Juni 2016 455 3 Milliarden Euro oder 109 7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts 46 2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben in Prozent des Bruttoinlandsprodukts folgender Bereiche Gesundheit 47 9 9 Prozent Bildung 6 0 Prozent 2004 Militar 0 93 Prozent 2018 48 Bevolkerung Bevolkerungsentwicklung Belgiens 1948 bis 2013 Bevolkerungspyramide Belgiens 2016 Die Bevolkerung Belgiens wird in der Regel in Sprachgruppen eingeteilt Genaue Daten zur Verteilung sind seit der Festlegung der offiziellen Sprachgrenze 1962 nicht mehr erhoben worden Hiernach stellen die niederlandischsprachigen Flamen knapp 60 Prozent der Bevolkerung dar Als Flamen werden in diesem verallgemeinernden Sinne nicht allein die Einwohner der Provinzen West und Ostflandern sondern auch die der anderen niederlandischsprachigen Provinzen Antwerpen Brabant Limburg und die niederlandischsprachigen Bewohner der Region Brussel Hauptstadt bezeichnet Die Wallonen und die frankophonen Bewohner der Region Brussel Hauptstadt und ihres Umlandes die meist zusammenfassend als franzosischsprachige Belgier bezeichnet werden bilden etwas weniger als 40 Prozent der Einwohner des Landes Hinzu kommt als dritte Bevolkerungsgruppe mit einem offiziellen Sprachgebiet die Deutschsprachige Gemeinschaft im Osten des Landes hier lebt weniger als ein Prozent der belgischen Bevolkerung 77 949 am 1 Januar 2020 Insgesamt wird die Zahl der deutschsprachigen Ostbelgier inklusive derer die als Minderheit in mehrheitlich frankophonen Landkreisen z B Malmedy wohnen auf 110 000 geschatzt Zu den Minderheiten die uber kein offizielles eigenes Sprachgebiet verfugen deren Rechte jedoch teilweise uber sogenannte Fazilitaten Erleichterungen geregelt sind gehoren kleinere westgermanische Dialekte sprechende Gruppen im offiziell franzosischen Sprachgebiet etwa Luxemburgisch im Areler Land und Platdiets in den Plattdeutschen Gemeinden Als Voyageurs 49 Gens du voyage 50 oder Woonwagenbewoners 51 werden in Belgien lebende Gruppen sowohl der Jenischen 52 Manouches und Roma als auch Wohnwagenbewohner anderer Herkunft bezeichnet Die Anzahl der Gens du voyage wurde 2005 auf insgesamt 15 000 bis 20 000 Personen 0 15 Prozent der belgischen Bevolkerung geschatzt 53 Die weitere Wohnbevolkerung besteht aus Zugewanderten aus vielen Teilen Europas und Afrikas Ihre sprachliche Situation ist statistisch nicht naher erfasst Im Jahr 2012 hatte 25 Prozent der Gesamtbevolkerung einen Migrationshintergrund Seit 1945 gibt es 2 8 Millionen Neubelgier auslandischer Abstammung 54 Hiervon sind rund 1 2 Millionen europaischer Abstammung und rund 1 35 Millionen 55 stammen aus Landern ausserhalb Europas Marokko Turkei Algerien Kongo Seit der Lockerung des belgischen Staatsangehorigkeitsrechts haben mehr als 1 3 Millionen Migranten die belgische Staatsburgerschaft erworben Die grosste Einwanderergruppe sind Marokkaner mehr als 450 000 einschliesslich ihrer in Belgien lebenden Nachkommen 54 Turken bilden die zweitgrosste ethnische Minderheit rund 220 000 89 2 Prozent der Einwohner mit turkischer Herkunft wurden eingeburgert ebenso 88 4 Prozent der Personen marokkanischer Herkunft 75 4 Prozent der mit italienischer 56 2 Prozent der mit franzosischer und 47 8 Prozent der mit niederlandischer Herkunft 54 56 Die sprachliche Situation etwa inwieweit die Nachkommen von Einwanderern noch die Muttersprache ihrer Eltern oder Grosseltern sprechen ist statistisch nicht umfassend erhoben Die Lebenserwartung in Belgien betrug im Zeitraum von 2010 bis 2015 80 5 Jahre Frauen 83 0 Jahre Manner 78 0 Jahre 57 Das Durchschnittsalter betrug 2016 41 4 Jahre Eine Frau gebiert im statistischen Durchschnitt 1 7 Kinder 58 Sprachen Hauptartikel Sprachgesetzgebung in Belgien Die Sprachgebiete Belgiens Niederlandisches Sprachgebiet in der Mitte ist das zweisprachige Gebiet Brussel eingezeichnet Franzosisches Sprachgebiet Deutsches Sprachgebiet In Belgien haben drei Sprachen den Status einer Amtssprache Niederlandisch fruher oft heute seltener als Flamisch bezeichnet siehe dazu Flandern und Belgisches Niederlandisch Franzosisch siehe dazu Wallonische Region und Belgisches Franzosisch Deutsch siehe dazu Deutschsprachige Gemeinschaft Nach der Unabhangigkeit Belgiens 1830 galt allein Franzosisch als Amtssprache Im Jahr 1873 wurde Niederlandisch als zweite Amtssprache rechtlich anerkannt dennoch blieb Franzosisch die vorherrschende Verwaltungs und Unterrichtssprache in ganz Belgien 1919 kam Deutsch als Amtssprache im neu hinzugewonnenen Gebiet im Osten des Landes dazu Ostbelgien war nach dem Versailler Vertrag dem belgischen Staat angegliedert worden Nach dem Ersten Weltkrieg forderte die Mehrheit der Flamen mit Nachdruck dass das Niederlandische auch als Verwaltungs und Unterrichtssprache an Schulen und Universitaten verwendet und der franzosischen Amtssprache gleichgestellt werden solle Tatsachlich sprach die Mehrheit der belgischen Bevolkerung im 19 Jahrhundert und bis weit ins 20 Jahrhundert hinein lokale Formen niederlandischer bzw franzosischer Dialekte Mundarten des Flamischen Brabantischen Limburgischen Wallonischen etc die bis heute die umgangssprachliche Realisierung der Standardsprachen in der Phonetik teilweise aber auch im Wortschatz und der Formenbildung pragen So enthalt das umgangssprachliche Brusseler Franzosisch zahlreiche flamische Elemente da hier eine ursprunglich uberwiegend flamischsprachige Stadt durch kulturellen und politischen Wandel Hauptstadt des neugegrundeten frankophon definierten belgischen Staates 1830 allmahlich franzisiert worden ist bei diesem Sprachwechsel grosser Teile der Brusseler Bevolkerung gingen Elemente der germanischen Volkssprache in das lokale Franzosisch ein 59 1921 legte die belgische Regierung drei Sprachgebiete mit territorialer Einsprachigkeit fest die zweisprachige Gebiete nicht ausreichend berucksichtigte und zu langwahrenden innenpolitischen Konflikten fuhrte die niederlandische Sprachzone in Flandern die franzosische Sprachzone in der Wallonie und die deutsche Sprachzone in Ostbelgien Sonderregelungen entstanden in und um Brussel das als zweisprachig gilt siehe Sprachenverhaltnisse in Brussel sowie in den spater eingerichteten Fazilitatengemeinden entlang der romanisch germanischen Sprachgrenze Nicht berucksichtigt wurden jene gebildeten Bevolkerungsteile Flanderns insbesondere in Antwerpen und anderen Stadten fur die Franzosisch eine bevorzugte Sprache und mitunter sogar Muttersprache war mit Ausnahme der Hauptstadt Brussel waren nach 1921 in den als einsprachig definierten Landesteilen keine allophonen Sprachinseln vorgesehen Der flamisch wallonische Konflikt der zunachst vor allem soziale Ursachen hatte Verarmung der flamischen Bauernschaft zur Zeit der Industriellen Revolution soziale Benachteiligung dieser Bevolkerungsschicht im politischen und gesellschaftlichen Gefuge des Landes bei gleichzeitigem Wirtschaftsboom und Aufstieg der Wallonie im 19 und fruhen 20 Jahrhundert dauert bis heute an obwohl sich die sozio okonomischen Verhaltnisse seit dem Niedergang der fur die Wallonie pragenden Montanindustrie in der zweiten Halfte des 20 Jahrhunderts und dem Aufschwung neuer Wirtschaftszweige in Flandern grundlegend gewandelt haben Den Status von Regionalsprachen haben seit 1990 das romanische Lothringisch Champenois Limburgisch Luxemburgisch Ripuarisch Picardisch und Wallonisch Religion Hauptartikel Religion in Belgien Kathedrale St Michael und St Gudula in Brussel Die Mehrheit der Belgier gehort christlichen Kirchen an Etwa 75 Prozent der belgischen Staatsburger sind romisch katholisch rund 1 Prozent gehort der Vereinigten Protestantischen Kirche an und 8 Prozent islamischen Gemeinden 54 Daneben existieren kleinere christlich orthodoxe judische buddhistische und hinduistische Minderheiten Der Anteil nicht konfessionell gebundener Menschen betragt etwa 16 Prozent Traditionell war Belgien ein katholisches Land Die Zugehorigkeit zum katholischen Glauben war ein wesentlicher Grund fur die Belgische Revolution und die Abspaltung 1830 vom uberwiegend protestantischen Norden der vom Wiener Kongress 1815 gebildeten Vereinigten Niederlande Die katholische Mehrheit erstreckt sich auf alle drei Sprachgebiete flamisch franzosisch deutsch Mit der Katholieke Universiteit Leuven ist eine der bedeutendsten Universitaten des Landes konfessionell gebunden Vor allem das landliche Flandern war bis in die Mitte des 20 Jahrhunderts stark katholisch gepragt im fruhzeitig industrialisierten Wallonien bedingten der Liberalismus und die sozialistische Arbeiterbewegung eine starkere Sakularisierung die in den 1960er Jahren auch den flamischen Landesteil erfasst hat Die Vereinigte Protestantische Kirche hat 45 000 Gemeindeglieder in 110 Gemeinden davon 70 wallonische 35 flamische drei deutsch und zwei englischsprachige mit 85 Pfarrern Sie ist eine unierte Kirche und enthalt somit lutherische und reformierte calvinistische Elemente 60 Daneben bestehen protestantische Freikirchen darunter die Baptisten in Belgien Grosse Moschee von Brussel Im Jahr 2011 lebten eine Million Einwohner mit muslimischem Hintergrund in Belgien 54 Muslime bilden 22 Prozent 61 der Bevolkerung in der Region Brussel Hauptstadt 4 Prozent in Wallonien und 3 9 Prozent in Flandern Die Mehrheit der belgischen Muslime lebt in grossen Stadten beispielsweise in Antwerpen Luttich Charleroi und vor allem in Brussel Die grosste Einwanderergruppe sind die rund 400 000 aus Marokko stammenden Einwohner Belgiens 54 Die rund 220 000 Turken sind die drittgrosste Einwanderergruppe und die zweitgrosste muslimische Bevolkerungsgruppe 54 56 Die foderale belgische Regierung erkennt sechs Religionen und eine nicht konfessionelle Weltanschauung an und fordert sie die romisch katholische Kirche die Vereinigte Protestantische Kirche von Belgien die orthodoxe Kirche die anglikanische Kirche den Islam das Judentum und die freigeistige Weltanschauungsgemeinschaft Homosexualitat Hauptartikel Homosexualitat in Belgien In Belgien ist Homosexualitat gesellschaftlich akzeptiert Die gesellschaftliche Toleranz gegenuber Homosexuellen ist verhaltnismassig hoch Belgien gilt als sehr liberales Land bezuglich der Rechte Homosexueller und deren Gleichstellung Homosexuelle Handlungen wurden bereits im Jahr 1974 entkriminalisiert seit 2003 existieren zudem Antidiskriminierungsgesetze Als zweiter Staat der Welt offnete Belgien nach den Niederlanden im Jahr 2003 die Ehe fur homosexuelle Partner Die Vereinigte Protestantische Kirche erlaubt seit 2007 die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare 62 Antisemitismus Unia das Zentrum fur Chancengleichheit und Kampf gegen Rassismus in Belgien registrierte 101 Meldungen antisemitischer Straftaten im Jahr 2018 Dies bedeutet nahezu eine Verdopplung im Vergleich zum Jahr 2017 in dem 56 antisemitische Straftaten erfasst wurden Seit mehreren Jahren steht der Karnevalsumzug der Stadt Aalst in der Kritik da er ofters auf antijudische Stereotype zuruckgreift 63 Ein am Umzug teilnehmender Verein der bereits im Jahr zuvor fur antisemitischen Puppen verantwortlich gewesen war verwendete auch 2020 antisemitische Karikaturen der Burgermeister von Aalst Christoph D Haese von der Partei Nieuw Vlaamse Alliantie wollte die Puppen und Karikaturen nicht verurteilen 64 In diesem Zusammenhang hat im Dezember 2019 die UNESCO den Aalster Strassenkarneval von der Liste des Immateriellen Kulturerbes gestrichen 65 und inzwischen wurde die EU Kommission aufgefordert ein Strafverfahren nach Artikel 7 der EU Vertrage gegen Belgien einzuleiten 66 Die Zahl der Meldungen von judenfeindlichen Inhalten im Internet hat sich in Belgien innerhalb eines Jahres vervierfacht Juden schmieden eine Verschworung gegen die Welt oder Hitler hat seine Arbeit nicht beendet sind Spruche die regelmassig auftauchen Zudem soll nach Einschatzung der Medien die rechtsradikale flamische Studentenbewegung Schild amp Vrienden den Antisemitismus geschurt haben Beispiele fur judenfeindliche Akte sind auch der Anschlag auf das Judische Museum in Brussel bei dem am 24 Mai 2014 vier Menschen durch Schusse getotet wurden und die Terroranschlage in der Brusseler Innenstadt und am Flughafen Brussel Zaventem im Marz 2016 67 Bildung Hauptartikel Bildungssystem in Belgien Das Bildungssystem ist in Belgien aufgrund der weitreichenden Befugnisse der einzelnen Gemeinschaften unterschiedlich das Hochschulwesen wurde aber im Zuge des Bologna Prozesses weitgehend auf zwischengemeinschaftlicher und europaischer Ebene vereinheitlicht Die foderale Instanz von Belgien ist zustandig fur die Pensionen der Lehrer das Festlegen des Minimalwissens zur Erlangung eines Diploms und fur das Schulwesen vom 6 bis zum 18 Lebensjahr Schulen der Flamischen Gemeinschaft Ab einem Alter von zweieinhalb oder vier Jahren besuchen die Kinder in Flandern oft eine Art Kindergarten mit Vorschule nld Kleuteronderwijs Ab einem Alter von sechs Jahren gehen sie sechs Jahre zur Grundschule nld Basisonderwijs Die Schulen sind offentlich Flamische Gemeinschaft frei subventioniert meist katholisch oder privat nicht subventioniert Viele katholische Schulen geniessen ein hoheres Ansehen als die staatlichen Als erste Fremdsprache wird vom funften Schuljahr an Franzosisch unterrichtet Ab dem siebten Schuljahr erfolgt der Unterricht auf einer Sekundarschule Die Sekundarschulen nld Secundair onderwijs sind wie folgt unterteilt a erste Schulstufe in der Regel vom 12 bis 14 Lebensjahr b zweite und dritte Schulstufe vom 14 bis 18 Lebensjahr Wahl zwischen ASO allgemeiner Sekundarunterricht KSO kunstbildender Sekundarunterricht TSO technischer Sekundarunterricht BSO beruflicher Sekundarunterricht c vierte Schulstufe ab dem 18 Lebensjahr d h nach Ablauf der Schulpflicht hauptsachlich Krankenpflegeschulen Auf KSO Schulen die es meist nur in den grosseren Stadten gibt konnen die Schuler auch moderne Facher wie z B Comiczeichnen Computergrafik etc wahlen Englisch Franzosisch und Mathematik bilden Schwerpunkte des Lehrplans Abgeschlossen wird mit dem Diploma Secundair Onderwijs Abitur der den Zugang zum Hochschulstudium ermoglicht Nur im BSO Sektor konnen Jugendliche die Schule bereits vor dem 18 Lebensjahr Ende der Schulpflicht verlassen wenn sie eine Lehre Berufsausbildung anschliessen Schulen der Franzosischen Gemeinschaft Die Kinder in der Franzosischen Gemeinschaft Belgiens konnen ab einem Alter von zweieinhalb Jahren in eine Art Kindergarten ecole gardienne aufgenommen werden Vom sechsten bis zum zwolften Lebensjahr besuchen sie die Primarstufe enseignement primaire Die Klassenstufen werden hier von der premiere primaire bis zur sixieme primaire durchgezahlt Ab der deuxieme primaire konnen die franzosischsprachigen Schuler Niederlandisch lernen Die Sekundarstufe enseignement secondaire umfasst wie die Primarstufe sechs Jahre sie bietet zwei unterschiedliche Ausbildungsrichtungen einen klassisch humanistischen Zweig mit drei Jahren ecole moyenne inferieure und drei Jahren ecole moyenne superieure mit dem Abschluss diplome d humanites der dem deutschen Abitur entspricht einen technisch wirtschaftswissenschaftlichen Zweig enseignement technique ou professionel mit sechs Jahren Unterricht und dem Abschluss diplome technique oder diplome professionnel Schulen der Deutschsprachigen Gemeinschaft Die Schulbildung hat die gleiche Alterseinteilung wie in den anderen Teilen Belgiens Ab dem dritten Lebensjahr kann der Kindergarten besucht werden Ab dem funften oder sechsten Lebensjahr besucht man dann eine sechsjahrige Primarschule Weitere sechs Jahre werden auf einer Sekundarschule absolviert Einige Schulen umfassen alle drei Altersstufen konnen also vom Kindergarten bis zum Abitur besucht werden Andere Schulen konnen nur vom Kindergarten bis zum sechsten Schuljahr besucht werden anschliessend muss auf eine andere Schule gewechselt werden Manche Schulen sind reine Sekundarschulen siebtes bis zwolftes Schuljahr Bereits ab dem ersten Schuljahr wird Franzosisch unterrichtet Ab dem achten Schuljahr kommt als dritte Sprache Englisch hinzu Ab dem neunten Schuljahr kann ein Schuler in einigen Schulen zwischen Sozial Naturwissenschaften Sprachen Kunst Sekretariat Wirtschaftswissenschaften oder Elektronik wahlen Bei der Sprachenabteilung neusprachlicher Zweig erlernt ein Schuler neben Englisch und Franzosisch noch Italienisch Spanisch und Niederlandisch Unterrichtspflicht besteht bis zum 18 Lebensjahr wobei ein Schuler dieser Pflicht auch mit einer Lehre entsprechen kann Dort muss man lediglich zweimal die Woche zur Berufsschule Hochschulen Zoologisches Institut in Luttich Belgien hat elf Universitaten Niederlandischsprachig Katholische Universitat Lowen Katholieke Universiteit Leuven KUL Universitat Gent Universitat Antwerpen UA transnationale Universitat Limburg Universitat Hasselt UHasselt amp Universitat Maastricht UM Niederlande Freie Universitat Brussel Vrije Universiteit Brussel VUB Katholische Universitat Brussel Katholieke Universiteit Brussel KUB Franzosischsprachig Universite libre de Bruxelles Facultes Universitaires Saint Louis a Bruxelles Universite de Liege Ecole Polytechnique de Mons Facultes universitaires Notre Dame de la Paix Namur Universite catholique de Louvain in Louvain la Neuve Im deutschen Sprachgebiet gibt es nur eine Hochschule die Autonome Hochschule in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Den Universitaten gleichgestellte Einzelfakultaten sind die Evangelisch Theologische Fakultat Lowen Evangelische Theologische Faculteit die Fakultat fur Protestantische Theologie Brussel Faculteit voor Protestantse Godgeleerdheid und die Konigliche Militarakademie Koninklijke Militaire School Ecole royale militaire In Brugge ist das renommierte Europakolleg angesiedelt Neben den Universitaten existieren in den drei Gemeinschaften zahlreiche weitere Hautes Ecoles Hogescholen und mehrere Kunsthochschulen Ecoles Superieures des Arts WirtschaftIm Vergleich mit dem Bruttoinlandsprodukt BIP der Europaischen Union ausgedruckt in Kaufkraftstandards erreichte Belgien 2014 einen uberdurchschnittlichen Index von 118 EU 28 100 68 Das Bruttoinlandsprodukt Belgiens betrug im Jahr 2015 ca 409 4 Milliarden Euro Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf betrug im selben Jahr 36 500 Euro 69 Belgien stand trotz seiner kleinen Bevolkerung im Jahr 2016 auf Platz 20 der grossten Guterexporteure 70 Dank seiner Lage im Herzen Europas ist es sehr eng in das Handelsnetz der Europaischen Union integriert Die wichtigsten Handelspartner Belgiens sind die Nachbarlander Frankreich Deutschland und die Niederlande Im Global Competitiveness Index der die Wettbewerbsfahigkeit eines Landes misst belegt Belgien Platz 20 von 137 Landern Stand 2017 2018 71 Im Index fur wirtschaftliche Freiheit belegt das Land 2019 Platz 48 von 180 Landern 72 Die Arbeitslosenquote lag im Juni 2019 bei 5 4 Prozent 73 und damit leicht unter dem EU Durchschnitt Im Jahr 2017 betrug die Jugendarbeitslosigkeit 19 Prozent Die Gesamtzahl der Beschaftigten wurde 2019 auf rund funf Millionen geschatzt 74 Verteilung der erwerbstatigen Bevolkerung nach Sektoren Stand 201 und in Klammern Anteil an der gesamten Wertschopfung 2016 75 76 Landwirtschaft 1 1 Prozent 0 7 Prozent Industrie 21 5 Prozent 22 3 Prozent Dienstleistungssektor 78 4 Prozent 77 0 Prozent Tourismus Langerei in Brugge Der Tourismus spielt in Belgien eine grosse Rolle Im Travel and Tourism Competitiveness Report 2017 des World Economic Forum belegt Belgien Platz 21 von 136 Landern 77 Belgien wurde 2016 von 7 5 Millionen auslandischen Touristen besucht die dem Land Einnahmen in Hohe von 11 8 Milliarden US Dollar brachten Vor allem Deutsche Briten Luxemburger Franzosen und Niederlander besuchen Belgien Bei den Briten ist ausserdem eine Art Erster Weltkrieg Tourismus entstanden In Westflandern stehen noch viele alte Kriegsdenkmaler und friedhofe Daneben sind alle Ferienbadeorte an der belgischen Nordseekuste Knokke Heist Brugge Blankenberge De Haan Bredene Ostende Middelkerke Nieuwpoort Koksijde und De Panne sehr beliebt Ausserdem sind die Ardennen eine vielbesuchte Urlaubsregion Von der belgischen Nordseekuste aus kann man viele Tagestouren unternehmen etwa in die Nachbarlander Frankreich und Niederlande oder Grossbritannien Als besonders nachgefragt haben sich auch Stadtetouren nach Brussel Hasselt Gent Antwerpen und andere erwiesen Die Stadt Brugge ist wahrscheinlich die Stadt mit dem grossten Tourismus Sie wird gelegentlich Venedig des Nordens genannt Es existiert ein eigenstandiger Tourismusverband fur Flandern sowie ein weiterer fur das ubrige Belgien Energiepolitik Der Kohlenstoffdioxidausstoss pro Kopf des Landes gehort zu den weltweit hochsten Belgien verfugt mit Stand von 2019 uber zwei aktive Kernkraftwerke 1999 wurde ein Atomausstieg vom Parlament beschlossen siehe auch Kernenergie in Belgien und 2003 ein Zeitplan bis 2025 festgelegt Bei der Umsetzung kam es jedoch zu Verzogerungen 78 Medien Die foderale Struktur Belgiens spiegelt sich auch in der Medienszene des Landes wider Es bestehen drei voneinander unabhangige Medienwelten in Niederlandisch Franzosisch und Deutsch Der flamische Zeitungsmarkt ist der grosste und wird von drei Verlagskonzernen dominiert Corelio Media u a Herausgeber von De Standaard Het Nieuwsblad De Persgroep u a Herausgeber von Het Laatste Nieuws De Morgen De Tijd und Concentra u a Herausgeber von Het Belang van Limburg Metro Die bedeutendsten Verlagsunternehmen in der Wallonie sind Rossel u a Herausgeber von Le Soir wie auch Mitherausgeber von L Echo und Grenzecho sowie IPM Medi bel Im Rundfunkbereich existieren fur die drei Sprachgemeinschaften jeweils separate offentlich rechtliche Sender VRT Vlaamse Radio en Televisieomroep fur Flandern RTBF Radio Television Belge Francophone fur die Wallonie und der BRF Belgischer Rundfunk fur die Deutschsprachige Gemeinschaft Von den deutschsprachigen Ostbelgiern werden neben den BRF Programmen viele Radio und Fernsehprogramme aus dem nahen Deutschland genutzt Bedeutendste deutschsprachige Zeitung ist das in Eupen taglich erscheinende Grenz Echo Zu den Zeitschriften zahlen unter anderem die deutschsprachige Ausgabe des Belgischen Staatsblattes Amtsblatt der belgischen Regierung in Brussel die landwirtschaftliche Publikation Der Bauer aus St Vith das stadtische Mitteilungsblatt Eupen aktuell das Verbandsorgan Der Offentliche Nahverkehr in der Welt Public Transport International aus Brussel oder das Quartalsmagazin Geschwenn Zaitschreft vum Arelerland fur die Deutschsprachigen in Sudostbelgien um die Stadt Arlon Siehe auch Deutschsprachige Auslandsmedien Vermogen Belgien stand laut einer Studie der Bank Credit Suisse aus dem Jahre 2017 auf Rang 17 weltweit beim nationalen Gesamtvermogen Der Gesamtbesitz an Immobilien Aktien und Bargeld belief sich auf insgesamt 2 453 Milliarden US Dollar Das Vermogen pro erwachsene Person betragt 278 139 Dollar im Durchschnitt und 161 589 Dollar im Median in Deutschland 203 946 bzw 47 091 Dollar Beim Vermogen je Einwohner gehort Belgien damit zu den zehn reichsten Landern weltweit Insgesamt war 54 Prozent des gesamten Vermogens der Belgier finanzielles Vermogen und 46 Prozent nicht finanzielles Vermogen Der Gini Koeffizient bei der Vermogensverteilung lag 2017 bei 63 was auf eine relativ moderate Vermogensungleichheit hindeutet Die obersten 10 Prozent der belgischen Bevolkerung besassen 47 6 Prozent des Vermogens und die obersten ein Prozent besassen 17 5 Prozent des Vermogens was eine niedrigere Vermogenskonzentration ist als in den meisten anderen europaischen Landern Der Anteil der Belgier mit einem Vermogen von uber einer Million Dollar wird auf 3 9 Prozent der Bevolkerung geschatzt 79 Regionale Disparitaten Bereits seit dem 19 Jahrhundert bestehen in Belgien Streitigkeiten zwischen den frankophonen Wallonen und den niederlandisch sprechenden Flamen siehe auch flamisch wallonischer Konflikt Ein aktueller Streitpunkt hat seine Ursache in wirtschaftlichen Unterschieden zwischen den Landesteilen Da sich die ehemals von Kohle und Stahlindustrie gepragten wallonischen Regionen in einer Rezessionsphase befinden ist die Arbeitslosigkeit dort im Vergleich zu den flamischen Regionen deutlich erhoht Gleichzeitig wird das belgische Bruttonationaleinkommen zu zwei Dritteln in Flandern erwirtschaftet Die flamische Region zahlt einen Solidarbeitrag der in der Wallonie vor allem zur Finanzierung von Sozialleistungen verwendet wird Diese Zahlungen sind jedoch in der flamischen Region politisch umstritten Der wachsende Unmut uber die wirtschaftliche Schwache der wallonischen Region manifestiert sich insbesondere in der flamischen Separatistenbewegung deren Hauptorganisationstrager die Partei Vlaams Belang ist Bruttoinlandsprodukt in den belgischen Provinzen im Vergleich zum Konigreich Belgien zu den belgischen Regionen und zur Europaischen Union 80 Rang Provinz BIP 2017 in Mio Euro BIP pro Kopf 2017 KKS EU 28 100 BIP pro Kopf 2017 in Euro Region Brussel Hauptstadt Brussel 77 694 196 65 0001 Provinz Antwerpen Provinz Antwerpen 85 753 140 46 6002 Wallonisch Brabant Provinz Wallonisch Brabant 17 477 131 43 7003 Provinz Flamisch Brabant Provinz Flamisch Brabant 47 104 125 41 500 Flandern Flandern 259 786 120 39 800 Belgien Belgien 439 052 116 38 7004 Provinz Westflandern Provinz Westflandern 45 263 115 38 1005 Provinz Ostflandern Provinz Ostflandern 53 855 108 35 900 Europa EU 28 15 383 066 100 30 0006 Provinz Limburg Provinz Limburg 27 810 96 32 000 Wallonische Region Wallonische Region 101 378 84 28 0007 Provinz Luttich Provinz Luttich 30 812 84 27 9008 Provinz Namur Provinz Namur 13 008 80 26 4009 Hennegau Provinz Hennegau 33 202 75 24 80010 Provinz Luxemburg Provinz Luxemburg 6 880 73 24 300Kennzahlen Belgien ist Teil des Europaischen Binnenmarkts Zusammen mit 18 anderen EU Mitgliedstaaten blau bildet es eine Wahrungsunion die Eurozone Die wichtigen Wirtschaftskennzahlen Bruttoinlandsprodukt Inflation Haushaltssaldo und Aussenhandel entwickelten sich in den letzten Jahren folgendermassen Veranderung des belgischen Bruttoinlandsprodukts BIP real in gegenuber dem Vorjahr 81 Jahr 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017Veranderung in gg Vj 1 4 0 8 3 2 1 7 2 7 2 9 1 0 2 8 2 4 1 8 0 2 0 1 1 6 1 4 1 4 1 7Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts zu Marktpreisen in Belgien 82 absolut in Mrd EuroJahr 2012 2013 2014 2015 2016 2017BIP in Mrd Euro 387 5 391 7 400 8 410 2 421 1 437 2je Einwohner in EuroJahr 2013 2013 2014 2015 2016 2017BIP je Einwohner in Tausend Euro 35 100 35 300 35 900 36 600 37 300 38 500Entwicklung der Inflationsrate in Belgien 83 Entwicklung der Inflationsrate in Prozent gegenuber dem VorjahrJahr 2006 2007 2008 2009 2011 2012Inflationsrate 2 3 1 8 4 5 0 0 3 5 2 6Jahr 2012 2012 2013 2014 2015 2016Entwicklung des Haushaltssaldos in Prozent des BIP minus bedeutet Defizit im Staatshaushalt Haushaltssaldo 4 1 4 2 3 1 3 1 2 5 2 6Entwicklung des belgischen Aussenhandels 84 Mrd Euro 2014 gg Vj 2014 Mrd Euro 2015 gg Vj 2015 Mrd Euro 2016 gg Vj 2016 Einfuhr 342 2 0 6 338 1 1 2 331 5 2 0Ausfuhr 355 5 0 7 357 7 0 2 357 5 0 1Saldo 13 3 16 9 26 0Haupthandelspartner Belgiens 2016 84 Export in Prozent nach Import in Prozent vonDeutschland Deutschland 16 7 Niederlande Niederlande 14 1Frankreich Frankreich 15 5 Deutschland Deutschland 13 5Niederlande Niederlande 11 3 Frankreich Frankreich 9 4Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Konigreich 8 9 Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 8 2Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 5 9 Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Konigreich 4 8Italien Italien 5 2 Irland Irland 4 5Spanien Spanien 2 7 China Volksrepublik Volksrepublik China 4 4sonstige Staaten 33 8 sonstige Staaten 39 2VerkehrDank seiner zentralen Lage als europaisches Handelszentrum hat Belgien hat eines der weltweit dichtesten Infrastrukturnetze Im Logistics Performance Index der von der Weltbank erstellt wird belegte Belgien 2016 den sechsten Platz unter 160 Landern Besonders gut schnitten die Parameter fur internationale Schifffahrt und den logistischen Zeitaufwand ab 85 Eisenbahn Kusttram entlang der Kuste Belgien war das erste Land in Kontinentaleuropa mit Eisenbahnverbindungen Die staatliche Eisenbahngesellschaft heisst Nationale Gesellschaft der Belgischen Eisenbahnen NMBS SNCB und betreibt eines der am dichtesten ausgebauten Bahnnetze der Welt Fur Brussel und das Umland ist am 13 Dezember 2015 eine S Bahn in Betrieb gegangen seit 2018 verkehren ebenfalls in Antwerpen Charleroi Gent und Luttich S Bahnen Die traditionsreiche Schlafwagengesellschaft Compagnie Internationale des Wagons Lits die unter anderem die Luxuszuge Orient Express Nord und Sud Express oder Ostende Wien Express betrieb wurde von dem aus Luttich stammenden Georges Nagelmackers gegrundet Alle Orte entlang der gesamten Nordseekuste Belgiens sind mit der langsten Uberland Strassenbahnlinie der Welt verbunden der Kusttram Schifffahrt Belgien ist ein wichtiges Transitland zwischen Mittel und Westeuropa Der bedeutendste Hafen ist Antwerpen an der Schelde einer der grossten und wichtigsten Seehafen der Welt Auch der Seehafen von Brugge Zeebrugge gilt als einer der modernsten und bedeutendsten in Europa Traditionelle Bedeutung als Fahrhafen besass bis zur Eroffnung des Eurotunnels der Hafen von Ostende Siehe auch Belgische Hafen Flugverkehr Der wichtigste Flughafen des Landes ist Brussel Zaventem Weitere Flughafen sind Brussel Charleroi Luttich Antwerpen und Ostende Brugge Die staatliche belgische Fluggesellschaft war bis zu ihrem Bankrott am 6 November 2001 die traditionsreiche Sabena Sie ging in der SN Brussels Airlines auf die sich wiederum mit Virgin Express zur Brussels Airlines vereinigte Strassenverkehr Das gesamte Strassennetz umfasste 2013 etwa 154 012 Kilometer wovon 120 514 Kilometer asphaltiert sind 70 Belgien besitzt ein sehr gut ausgebautes Autobahnnetz mit einer Lange von 1 756 Kilometern im Jahr 2010 das wie auch alle anderen Strassen in Belgien fast komplett mit Strassenlaternen ausgestattet und nachts beleuchtet ist Jedoch soll diese Beleuchtung aus Grunden der Stromersparnis und damit des Klimaschutzes kunftig eingeschrankt werden und folglich zwischen 0 30 Uhr und 4 30 Uhr abgeschaltet bleiben Aufgrund des hohen auslandischen Verkehrsaufkommens war fur 2008 eine Autobahnmaut in Hohe von 60 Euro geplant die fur heftige Diskussionen gesorgt hatte und bis heute nicht eingefuhrt wurde KulturGastronomie Hauptartikel Belgische Kuche Flamische Kuche und Kuche in Brussel und der Wallonie Ein belgisches Biergeschaft Eine typische gesamtbelgische Kuche gibt es nicht da zahlreiche Spezialitaten eher der flamischen Kuche oder der Kuche Walloniens zuzuordnen sind oder von den Kochkunsten der Nachbarlander insbesondere Frankreichs genauer Lothringens inspiriert sind Es wurde aber eine weltbekannte Erfindung in Belgien gemacht die haufig falsch eingeordnet wird Pommes frites Belgische Waffeln stellen ebenfalls eine Spezialitat dar Die bekanntesten Waffelvarianten sind die Brusseler und die Lutticher Waffeln Des Weiteren ist Belgien fur seine Pralinen bekannt welche zur Weltspitze gehoren Eine weitere Besonderheit ist die Sortenvielfalt der belgischen Biere darunter zahlreiche Abteibiere Abdijbier Biere d Abbaye mit hoherem Alkoholgehalt auf besondere Weise vergorene Biere z B Lambic Geuze oder mit Fruchtaromen versetzte Biere Die am meisten verbreiteten Biersorten sind Jupiler und Stella Artois die beide zum belgischen Brauereikonzern AB InBev gehoren Sport Die belgische Fussballnationalmannschaft 2018 Ein beliebter Sport in Belgien ist Fussball Die 1 belgische Liga ist eine der altesten der Welt In den 1970er und 1980er Jahren gehorte das belgische Nationalteam Rote Teufel genannt zur internationalen Spitze Nach der Teilnahme an der Fussball Weltmeisterschaft 2002 hatte sich Belgien allerdings zwolf Jahre lang nicht mehr fur ein internationales Turnier qualifizieren konnen In den letzten Jahren zahlte die belgische Nationalmannschaft jedoch wieder zur Weltspitze wie sie mit dem Gewinn der Bronzemedaille bei der Fussball Weltmeisterschaft 2018 bewies Siehe auch Fussball in Belgien Der Nationalsport in Belgien ist jedoch der Radsport Deswegen hat Belgien auch einige Beruhmtheiten im Radsport hervorgebracht So gehorten und gehoren Eddy Merckx Roger De Vlaeminck Johan Museeuw Peter Van Petegem sowie Tom Boonen zu den besten Radsportlern der Welt Wichtige Eintagesklassiker finden in Belgien statt beispielsweise Luttich Bastogne Luttich und die Flandern Rundfahrt Speziell zu erwahnen ist auch der Cyclocross eine Spezialdisziplin des Radsports welche im Winter ausgetragen wird Die heimischen Rennen werden von zehntausenden Zuschauern besucht In der Regel werden drei bis vier der ca acht Weltcup Wettbewerbe in Belgien ausgetragen ebenso wie die meisten am hochsten eingestuften sonstigen Wettbewerbe Belgien dominiert den Sport wie kein anderes Land und stellte mit Abstand die meisten Weltmeister und Weltcup Gesamtsieger wobei besonders Sven Nys hervorzuheben ist Auch der Tennissport ist im Aufwind Die flamische Kim Clijsters und die wallonische Justine Henin gehorten lange Zeit zu den besten Spielerinnen der Welt In der Leichtathletik ist Kim Gevaert 100 und 200 m Europameisterin und Tia Hellebaut Hochsprung Olympiasiegerin Rugby Union wird ebenfalls in Belgien gespielt Der belgischen Nationalmannschaft gelang jedoch noch nicht die Qualifikation fur eine Rugby Union Weltmeisterschaft Belgien ist einer der Teilnehmer bei der Rugby Union Europameisterschaft und trifft dort auf andere aufstrebende Nationalmannschaften Der ehemalige Prasident des Internationalen Olympischen Komitees Jacques Rogge war fur die belgische Nationalmannschaft aktiv Nicht vergessen werden sollte Karambolage und Billard Artistique in denen die Sportler Rene Vingerhoedt und Raymond Ceulemans uber Jahre die Szene dominierten Auch fur viele Amateur und Kneipenspieler hat Billard einen hohen Stellenwert Der Rundkurs von Spa Francorchamps wird zu den anspruchsvollsten Strecken im Motorsport gezahlt Hier gastieren in regelmassigen Abstanden internationale Rennserien darunter seit 1950 die Formel 1 Zu den Hohepunkten gehort auch das jahrlich stattfindende 24 Stunden Rennen Mit dem Circuit Zolder verfugt Belgien uber eine zweite Rennstrecke von uberregionaler Bedeutung Von 1973 bis 1984 trug hier ebenfalls die Formel 1 Rennen aus Nivelles Baulers der dritte Kurs auf dem Formel 1 Rennen stattfanden existiert nicht mehr Auf der Speedwaybahn von Heusden Zolder wurden bereits mehrmals internationale Pradikatsrennen ausgefahren Auf der Grasbahn in Alken in der Provinz Limburg wurde bereits das Finale zur Grasbahn Europameisterschaft ausgetragen Comics Siehe auch Frankobelgischer Comic Comics sind in Belgien generell sehr popular ein grosser bekennender Fan war zum Beispiel Konig Baudouin Den Bandes Dessinees kurz BD franzosisch oder Strips niederlandisch begegnen Menschen haufig im Stadtbild Qualitative Buchhandlungen in Belgien verfugen uber spezielle BD Abteilungen Zudem werden in grossen Supermarkten Comics angeboten Comics sind ein Hauptexportartikel belgischer Verlage denn viele international bekannte und beruhmte Comiczeichner und Autoren stammen aus Belgien das damit im Vergleich zu seiner Grosse die meisten in Europa hervorgebracht hat Die beruhmtesten sind Willy Vandersteen Suske und Wiske Jean Graton Michel Vaillant Morris Lucky Luke Herge Tim und Struppi Peyo Die Schlumpfe und weiteres Andre Franquin Spirou und Fantasio Gaston und Marsupilami und Philippe Geluck Le Chat Belgische Kinospielfilmproduktion 86 Jahr Anzahl1975 141985 71995 82005 28 In Belgien ist es moglich Comic als Studienrichtung an Kunsthochschulen wie der Koniglichen Akademie fur bildende Kunst und dem Institut Saint Luc in Brussel zu studieren Daher werden die Bandes Dessinees in Belgien auch als neunte Kunst tituliert In Brussel gibt es ein Comic Museum Centre Belge de la Bande Dessinee in dem dieser Kunstrichtung auf drei Etagen gehuldigt wird Musik Im 15 und 16 Jahrhundert der Zeit der Renaissance waren zahlreiche Komponisten aus dem Gebiet des heutigen Belgien vor allem aus dem Hennegau fuhrend und stilpragend in Europa die sogenannten Niederlander Bedeutende Namen sind Guillaume Dufay Johannes Ockeghem Josquin Desprez Heinrich Isaac Jacob Obrecht Adrian Willaert Orlando di Lasso Der franzosische Komponist Cesar Franck wurde in Luttich geboren verbrachte seine ersten dreizehn Lebensjahre in Belgien und war dort bereits musikalisch aktiv bevor die Familie 1835 nach Paris umsiedelte Im Jazz sind der Mundharmonikaspieler Toots Thielemans der Tenorsaxophonist und Flotist Bobby Jaspar und der Gitarrist Philip Catherine international hervorgetreten Zu den bekanntesten Bands im 21 Jahrhundert zahlen dEUS Gotye Hooverphonic und Triggerfinger Siehe auch Liste belgischer Sanger Sehenswurdigkeiten Konigliche Residenz in Laken Brussel Hafen von Brugge Seebrugge Antwerpen Namur Eupen Luttich Brugge Couvin Ostende Charleroi Gent Mechelen Lowen Aalst Arlon Tournai Waterloo YpernPersonlichkeiten Die Heilige Gudula von Brussel und Eibingen ist Patronin der Stadt Brussel und eine belgische Nationalheilige Bekannte Maler sind Pieter Bruegel der Altere Peter Paul Rubens Leonard Defrance James Ensor und der Surrealist Rene Magritte wie auch der Freund von Vincent van Gogh Eugene Boch und dessen Schwester Anna Boch Bekannte Architekten sind der Bauhaus Architekt Henry van de Velde und der Jugendstil Architekt Victor Horta Weltweit bekannte Schriftsteller sind Charles De Coster Emile Verhaeren Maurice Maeterlinck Georges Simenon und Amelie Nothomb Fur die Musikwelt des 19 Jahrhunderts und daruber hinaus war Adolphe Sax eine bedeutende Figur Bekannte Musiker des 20 Jahrhunderts sind die Jazz Musiker Toots Thielemans und Philip Catherine der Sanger und Chansonnier Jacques Brel der Crossover und Popsanger Helmut Lotti und der flamische Singer Songwriter Frederic Sioen Ferner ist der Rockmusiker Gotye in Belgien geboren der mit seinem Hit Somebody That I Used to Know beruhmt und erfolgreich wurde Seit den spaten 1990er Jahren ist Belgien eine Hochburg der Trance Musik fruher v a Hard Trance International erfolgreich sind die Gruppen Ian Van Dahl Lasgo und Sylver In der etwas progressiveren Szene sind z B Push oder Yves Deruyter sehr bekannt Bekannte Schauspieler sind der Actionfilm Held Jean Claude Van Damme die Schauspieler Benoit Poelvoorde und Johnny Galecki die Schauspielerinnen Emilie Dequenne Cecile de France und Jasmin Schwiers Erfolgreiche Regisseure sind die Bruder Jean Pierre und Luc Dardenne Bekannte Sportler sind die Tennisspielerinnen Kim Clijsters und Justine Henin die Fussballer Jean Marie Pfaff Marc Wilmots Emile Mpenza Daniel Van Buyten und Vincent Kompany der Rennfahrer Jacky Ickx und die Radrennfahrer Eddy Merckx Tom Boonen Johan Museeuw Peter Van Petegem und der Motocrossrennfahrer Stefan Everts Die Comic Autoren bzw Zeichner Herge Tim und Struppi Morris Lucky Luke Franquin Marsupilami und Peyo Die Schlumpfe Besonderheiten In Belgien ist die aktive Sterbehilfe erlaubt auch bei Minderjahrigen und durch ein Gesetz geregelt das dafur Arzte mit besonderer Weiterbildung vorsieht 87 Im Jahr 2017 haben insgesamt 2309 Menschen die aktive Sterbehilfe in Anspruch genommen darunter drei Minderjahrige 88 Im Jahr 2009 existierten 822 Falle davon knapp 80 Prozent in Flandern 89 Siehe auch Portal Belgien Ubersicht zu Wikipedia Inhalten zum Thema Belgien Liste der Herrscher von Belgien Liste der Stadte in Belgien Brussel Rundschau deutschsprachige belgische Zeitung Belgische Feldpost Frauenwahlrecht in Belgien Frauenrechte in BelgienLiteraturChristoph Driessen Geschichte Belgiens Die gespaltene Nation Verlag Friedrich Pustet Regensburg 2018 ISBN 978 3 7917 2975 6 Insa Meinen Die Shoah in Belgien Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 2009 ISBN 978 3 534 22158 5 Johannes Koll Hrsg Belgien Geschichte Politik Kultur Wirtschaft Aschendorff Verlag Munster 2007 ISBN 978 3 402 00408 1 Frank Berge Alexander Grasse Belgien Zerfall oder foderales Zukunftsmodell Der flamisch wallonische Konflikt und die Deutschsprachige Gemeinschaft Leske und Budrich Opladen 2003 Regionalisierung in Europa Band 3 ISBN 3 8100 3486 X Claus Hecking Das politische System Belgiens Leske und Budrich Opladen 2003 ISBN 3 8100 3724 9 Weblinks Wikimedia Atlas Belgien geographische und historische Karten Weitere 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Bulgarien Danemark Deutschland Estland Finnland Frankreich Griechenland Irland Italien Kroatien Lettland Litauen Luxemburg Malta Niederlande Osterreich Polen Portugal Rumanien Schweden Slowakei Slowenien Spanien Tschechien Ungarn ZypernMitgliedstaaten der Organisation fur wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Australien Belgien Chile Costa Rica Danemark Deutschland Estland Finnland Frankreich Griechenland Irland Island Israel Italien Japan Kanada Kolumbien Lettland Litauen Luxemburg Mexiko Neuseeland Niederlande Norwegen Osterreich Polen Portugal Schweden Schweiz Sudkorea Slowakei Slowenien Spanien Tschechien Turkei Ungarn Vereinigte Staaten Vereinigtes KonigreichTeilnehmerstaaten der Organisation fur Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa Teilnehmerstaaten Albanien Andorra Armenien Aserbaidschan Belgien Bosnien und Herzegowina Bulgarien Danemark Deutschland Estland Finnland Frankreich Georgien Griechenland Irland Island Italien Kanada Kasachstan Kirgisistan Kroatien Lettland Liechtenstein Litauen Luxemburg Malta Moldau Monaco Mongolei Montenegro Niederlande Nordmazedonien Norwegen Osterreich Polen Portugal Rumanien Russland San Marino Schweden Schweiz Serbien Slowakei Slowenien Spanien Tadschikistan Tschechien Turkei Turkmenistan Ukraine Ungarn Usbekistan Vatikanstadt Vereinigtes Konigreich Vereinigte Staaten Weissrussland Zypern Partnerstaaten Afghanistan Australien Agypten Algerien Israel Japan Jordanien Marokko Tunesien Sudkorea Thailand 50 533333333333 4 7666666666667 Koordinaten 51 N 5 O Normdaten Geografikum GND 4005406 8 OGND AKS LCCN n80126041 NDL 00560624 VIAF 244515625Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Belgien amp oldid 215108631, wikipedia, wiki, deutsches

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