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Angriff auf Pearl Harbor

Seit 1937 führte Japan in China den Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg. Die Vereinigten Staaten waren anfangs neutral, jedoch änderte sich ihre Haltung in den folgenden Jahren wegen des Panay-Vorfalls sowie sich häufender Berichte über japanische Gräueltaten, wie zum Beispiel das Massaker von Nanking, zugunsten Chinas. So stellten sich die USA zunehmend auf die Seite Chinas. Es ging den USA darum, den eigenen Einfluss und ihre ökonomischen Interessen in Asien zu schützen. Sie lieferten große Mengen Kriegsmaterials an China. Ferner warnten die USA Anfang 1940 Japan davor, in Französisch-Indochina einzumarschieren, und verlegten demonstrativ ihre Pazifikflotte aus ihrer Heimatbasis San Diego an der Westküste nach Pearl Harbor auf den Hawaii-Inseln. Als Japan im Juli 1940 trotz amerikanischer Warnung Truppen in Indochina stationierte, schränkte die amerikanische Regierung unter Präsident Franklin D. Roosevelt im September 1940 den amerikanischen Export von Erdöl und Stahl nach Japan ein (damals bezog Japan 80 % seines Erdöls aus den USA). Als dies nicht die gewünschte Wirkung hatte und Japan am 24. Juli 1941 nach einigem Druck auf das Vichy-Regime Französisch-Indochina mit 40.000 Soldaten besetzte, hatte sich die Situation verschärft. Jetzt konnte Japan den Nachschub für China abschneiden und hatte den Weg zu den Erdölquellen in Niederländisch-Indien frei. Daraufhin verhängten die USA am 25. Juli 1941 ein vollständiges Öl-Embargo gegen Japan und froren alle japanischen Guthaben ein. Da sich Großbritannien und Niederländisch-Indien diesem Schritt anschlossen, verlor Japan 75 % seines Außenhandels und 90 % seiner Öl-Importe.

Ohne die Öl-Importe reichten Japans Reserven für Industrie und Militär nur für wenige Monate, daher musste die japanische Führung unter Premierminister Hideki Tōjō innerhalb dieser Zeit die Ölzufuhr wiederherstellen, wenn sie den Zusammenbruch des Reiches verhindern wollte. Dazu sah sie nur zwei Möglichkeiten:

  • entweder erreichte Japan eine Aufhebung des Embargos durch Verhandlungen mit Washington als Gegenleistung für japanische Konzessionen,
  • oder Japan stellte seine Versorgung mit Öl und anderen knappen Ressourcen durch Inbesitznahme der rohstoffreichen südostasiatischen Kolonien Großbritanniens und der Niederlande gewaltsam sicher.

Die Mehrheit der japanischen Führung hielt eine Einigung mit den USA, zu akzeptablen Bedingungen für Japan, für unwahrscheinlich. Außerdem würde Japan auch bei einer Einigung weiterhin von ausländischen Rohstoffen abhängig sein. Die Konsequenzen dieser Abhängigkeit waren akut. Japan nahm dennoch Verhandlungen mit der amerikanischen Regierung auf, die schließlich am 26. November 1941 zur Hull-Note führten. Diese wurde von Premierminister Tōjō und dem japanischen Kabinett als Ultimatum aufgefasst.

Währenddessen bereitete das Militär den Angriff auf die britischen und holländischen Kolonien im Süden vor. Aus Sicht Japans war die Gelegenheit günstig, da die Niederlande über keine nennenswerten Streitkräfte verfügten und Großbritanniens Kräfte wegen des Krieges in Europa gebunden waren. Zudem war Japan durch den Automedon-Vorfall in den Besitz der streng geheimen strategischen Direktiven des britischen Generalstabs für Fernost gekommen. Diese enthielten nicht nur eine detaillierte Analyse der vorhandenen britischen Streitkräfte in Asien und der geplanten Strategien im Kriegsfall, sondern auch die besonders wertvollen Informationen, inwiefern Großbritannien gewillt war, Kräfte von anderen Fronten nach Asien zu verlegen. Dadurch war das japanische Oberkommando besser über die britische Verwundbarkeit informiert als die meisten britischen Befehlshaber.

Allerdings lagen zwischen Japan und den zu erobernden Rohstoffen immer noch die Philippinen, die zu diesem Zeitpunkt eine halbautonome Kolonie der USA waren. Von dort aus wären die USA in der Lage gewesen, im Falle eines Krieges mit Japan die Transportwege zwischen den Rohstoffen in Südostasien und der japanischen Industrie zu unterbrechen. Ein Kriegseintritt der USA als Folge des japanischen Angriffs in Südostasien war durch den in der amerikanischen Bevölkerung vorherrschenden Isolationismus und Pazifismus zwar äußerst unwahrscheinlich, jedoch hielten viele japanische Militärs aufgrund der amerikanischen Politik der vorangegangenen Jahre einen Konflikt letztendlich für unvermeidlich und forderten daher die Besetzung der Philippinen als Teil der Offensive. Sie verwiesen darauf, dass sowohl die Philippinen als auch andere im Westpazifik gelegene amerikanische Besitzungen wie Guam und Wake nur schwach verteidigt waren (so verfügte die Asienflotte der US Navy lediglich über drei Kreuzer und 13 veraltete Zerstörer), sich dieses jedoch schnell ändern könne. Ferner hatten die USA nach dem Ausbruch des Krieges in Europa mit einem massiven Ausbau ihrer Flotte begonnen, zu dem auch zehn Schlachtschiffe der South-Dakota- und Iowa-Klassen sowie neun große Flugzeugträger der Essex-Klasse gehörten. Allein diese im Bau befindlichen Einheiten bildeten eine Flotte, die stärker war als die gesamte in 30 Jahren aufgebaute japanische Flotte. Ferner konnte Japan 1941 darauf hoffen, dass der Krieg in Europa einen Teil der amerikanischen Ressourcen binden würde. Zu einem späteren Zeitpunkt würde es allein kämpfen müssen.

Demgegenüber stand eine kleinere Gruppe von Offizieren und Politikern, die vor einem Krieg mit den USA warnten. Sie verwiesen auf das enorme industrielle Leistungsvermögen der USA, die nicht nur diese riesige Flotte bauten, sondern gleichzeitig riesige Mengen an Rüstungsgütern für Großbritannien und die Sowjetunion produzierten (vgl. Leih- und Pachtgesetz), ohne dass dies zu Einschränkungen in der Produktion von zivilen Konsumgütern führte. So waren in den Vereinigten Staaten 1940 etwa 4,5 Mio. Lastwagen gebaut worden, in Japan lediglich 48.000. Einer der prominentesten Gegner eines Krieges mit den USA war ursprünglich Admiral Yamamoto Isoroku, Oberbefehlshaber der Kombinierten Flotte und ehemaliger japanischer Marineattaché in Washington. Über die Aussicht, einen solchen Krieg zu gewinnen, sagte er: „Bekomme ich den Befehl, ohne Rücksicht auf die Konsequenzen Krieg zu führen, so werde ich 6 Monate oder 1 Jahr lang wild um mich schlagen. Sollte der Krieg aber ein zweites oder drittes Jahr dauern, sehe ich äußerst schwarz!“. Dass der Krieg innerhalb eines Jahres gewonnen werden könne, glaubte niemand. Dennoch entschied sich die japanische Führung Ende November 1941 endgültig für den Krieg gegen die Vereinigten Staaten. Yamamoto war dennoch derjenige, der es gegen Widerstände durchsetzte, einen Vernichtungsschlag gegen die Pazifikflotte zu führen, um Zeit für die Eroberung von Territorien in Südostasien zu gewinnen.

In Washington wurden die diplomatischen Verhandlungen zum Schein noch bis zum Morgen des 7. Dezember weitergeführt. Am 6. Dezember begann Tokio, der japanischen Botschaft in Washington eine Note in 14 Teilen zu übermitteln, die dem US-amerikanischen Außenminister Punkt 13:00 Uhr Washingtoner Zeit (30 Minuten vor dem geplanten Angriffsbeginn) übergeben werden sollte. Mit dieser Note teilte Japan den USA offiziell mit, dass man aufgrund der Haltung der US-Regierung keinen Sinn in weiteren Verhandlungen sehe und diese daher abbreche. Die Note enthielt aber entgegen heute weitverbreiteter Meinung keine Kriegserklärung Japans. Der entscheidende 14. Teil, der den Abbruch der Verhandlungen enthielt, wurde erst in der Nacht zum 7. Dezember geschickt. Obwohl die Note schon von Tokio ins Englische übersetzt worden war und nur noch entschlüsselt werden musste, dauerte das Vorbereiten der Note zu lange. Dies lag zu einem guten Teil daran, dass der übernächtigte Botschaftsmitarbeiter, der den Text nach der Entschlüsselung noch einmal mit der Schreibmaschine abtippen musste, am Anfang so viele Tippfehler machte, dass er sich schließlich entschloss, die ersten Seiten wegzuwerfen und sie noch einmal neu zu schreiben. Aber auch das Entschlüsseln dauerte länger als von Tokio erwartet. Dadurch wurde die Note erst mehrere Stunden nach dem Angriff überreicht.

Pearl Harbor im Oktober 1941. In der Mitte Ford Island, links davon die Liegeplätze der Schlachtschiffe, die Battleship Row (Schlachtschiff-Allee)

In der Vorkriegszeit war die Pazifikflotte immer erheblich stärker gewesen als die Atlantikflotte. Nach dem Washingtoner Flottenvertrag von 1922 durften die USA 15 Schlachtschiffe und sechs Flugzeugträger besitzen, von diesen waren der Pazifikflotte zwölf Schlachtschiffe und vier Träger zugeordnet. Dabei handelte es sich auch um die schlagkräftigsten Schiffe, die drei Schlachtschiffe der Atlantikflotte (Arkansas, New York, Texas) waren die ältesten der Flotte. Der Grund für diese einseitige Verteilung war, dass im Pazifik mit Japan ein potenzieller Feind über die drittgrößte Flotte der Welt verfügte, während die größten Flotten im Atlantik Großbritannien und Frankreich gehörten, mit denen keine Konflikte zu erwarten waren.

Dies änderte sich, als mit der Niederlage Frankreichs 1940 die französische Flotte neutralisiert wurde und die Royal Navy alleine im Atlantik und im Mittelmeer gegen die deutsche und italienische Flotte kämpfen musste.

Um Großbritannien dabei so weit wie möglich zu entlasten, dehnten die USA ihre Neutralitätspatrouille immer weiter in den Atlantik aus. So überwachten amerikanische Kreuzer die Dänemarkstraße und amerikanische Zerstörer eskortierten Konvois im Westatlantik, bis sie von britischen Zerstörern für den gefährlichsten Teil des Weges übernommen wurden. Dazu wurde ein Viertel der Pazifikflotte in den Atlantik verlegt, darunter die Schlachtschiffe New Mexico, Mississippi, Idaho und der Flugzeugträger Yorktown. Ferner wurden fast alle neu gebauten Flugzeuge entweder im Atlantik eingesetzt oder direkt per Leih- und Pachtgesetz an Großbritannien geliefert; die amerikanischen Streitkräfte im Pazifik mussten mit dem auskommen, was sie hatten.

Dennoch war die Pazifikflotte nach den bis dahin gültigen Maßstäben, die noch von einer Schlachtentscheidung durch Schlachtschiffe ausgingen, recht stark. Sie hatte neun Schlachtschiffe mit insgesamt 24 Geschützen vom Kaliber 406 mm (16 Zoll) und 68 Geschützen vom Kaliber 356 mm (14 Zoll) gegen zehn japanische Schlachtschiffe mit insgesamt 16 Geschützen vom Kaliber 406 mm (16 Zoll) und 80 Geschützen vom Kaliber 356 mm (14 Zoll).

Den Kern der Schlachtflotte bildeten die big five, die fünf Schlachtschiffe der Tennessee- und Colorado-Klassen. Diese erst nach dem Ersten Weltkrieg gebauten Schlachtschiffe waren die kampfstärksten der Flotte zwischen den Weltkriegen. Hinsichtlich ihrer Artillerie und Panzerung waren sie auch noch 1941 den damals modernsten Schlachtschiffen der Welt, wie der britischen King-George-V-Klasse oder der deutschen Tirpitz, ebenbürtig. Nur bei der Geschwindigkeit waren sie inzwischen mit ihren relativ langsamen 22 Knoten den modernen Schlachtschiffen unterlegen. Da die japanische Flotte selbst jedoch ebenfalls aus Schlachtschiffen bestand, die während oder direkt nach dem Ersten Weltkrieg gebaut worden waren, kam dieser Nachteil im Pazifik nicht zum Tragen.

Bei den Flugzeugträgern bestand ein Verhältnis von drei amerikanischen zu zehn japanischen (davon vier kleinere Träger), allerdings sah man die Rolle der Träger eher in der Unterstützung der Schlachtschiffe durch Luftaufklärung.

Die Planungen der USA für einen Krieg gegen Japan basierten lange Zeit auf dem War Plan Orange, nach dem die US-Pazifikflotte im Kriegsfall von ihrer Heimatbasis San Diego aus zu den Philippinen laufen würde, um diese gegen einen japanischen Angriff zu verteidigen und dann als Basis für einen Vorstoß gegen Japan selbst zu nutzen. Im Verlauf dieser Operationen sollte es dann zu einer großen Entscheidungsschlacht zwischen den Schlachtschiffen kommen. Die Möglichkeit der Eröffnung des Krieges durch einen japanischen Überraschungsangriff ähnlich dem Angriff auf Port Arthur zu Beginn des Russisch-Japanischen Krieges 1904 wurde dabei durchaus für möglich gehalten. Man dachte dabei jedoch an einen Angriff auf Manila, die Basis der schwachen amerikanischen Asienflotte, oder die Insel Wake. Die US-Pazifikflotte befand sich in ihrem Heimatstützpunkt San Diego jedoch weit außerhalb der Operationsreichweite der japanischen Flotte.

Mit der Verlegung der Pazifikflotte nach Pearl Harbor im Jahre 1940 änderte sich dies – Pearl Harbor lag knapp innerhalb des Bereiches, in dem japanische Flottenverbände mit vertretbarem Aufwand operieren konnten. Hin- und Rückweg waren mit einmaligem Betanken auf See zu schaffen. Als Japan mit den Planungen für einen Angriff begann, stieß man jedoch schnell auf Schwierigkeiten. Die topographische Form des Hafens, praktisch ein Binnengewässer, das nur durch einen natürlichen Kanal mit dem Meer verbunden ist, machte einen Torpedoangriff mit Zerstörern, wie er 1904 in Port Arthur erfolgt war, unmöglich. Die Zerstörer hätten erst durch den Kanal in den Hafen laufen müssen, um freies Schussfeld für ihre Torpedos zu bekommen. Dabei mussten sie zwangsläufig entdeckt und zusammengeschossen werden.

Als Alternative wurde ein Luftangriff untersucht. Auch dies war keine vollkommen neue Idee: Während einer gemeinsamen Übung von amerikanischer Armee und Marine zur Verteidigung Hawaiis im Jahr 1932 hatte Admiral Harry E. Yarnell, Kommandeur der angreifenden Streitkräfte, die Staffeln der Flugzeugträger Saratoga und Lexington einen Angriff auf Hawaii fliegen lassen. Durch diesen am 7. Februar 1932 (wie der 7. Dezember 1941 ein Sonntag) aus nordwestlicher Richtung durchgeführten Angriff wurde den überraschten Verteidigern nach Ansicht der Schiedsrichter beträchtlicher Schaden zugefügt. Es ist durchaus möglich, dass dieses Manöver auch die japanischen Planungen beeinflusst hat, obgleich die amerikanische Marine die Ergebnisse damals als unrealistisch verwarf.

Die Vorlage für den Angriff lieferten jedoch die Briten im Mittelmeer, als sie in der Nacht vom 11. auf den 12. November 1940 beim Angriff auf Tarent den italienischen Marinehafen Tarent mit Torpedobombern des Flugzeugträgers Illustrious angriffen und dabei drei italienische Schlachtschiffe versenkten. Dieser Angriff wurde sowohl vom japanischen als auch vom amerikanischen Admiralstab intensiv untersucht, da die Verhältnisse in Tarent jenen in Pearl Harbor sehr ähnlich waren, insbesondere was den Einsatz von Torpedos betraf. Die Verwendung von Torpedos war nach Ansicht der Planer unbedingt erforderlich, da dies die einzige Waffe war, mit der Flugzeuge Schlachtschiffe mit Aussicht auf Erfolg angreifen konnten.

Torpedobomber vom Typ Fairey Swordfish

Die verfügbaren Bomben waren nach allgemeiner Ansicht hingegen nicht in der Lage, die massiven Deckpanzerungen der Schlachtschiffe zu durchdringen und größere Schäden anzurichten. Da von Flugzeugen abgeworfene Torpedos durch ihr Gewicht jedoch erst einmal auf eine größere Tiefe sanken, bevor die eingebaute Tiefensteuerung sie wieder nach oben lenkte, galten flache Häfen wie Tarent und Pearl Harbor als sicher. Um zu verhindern, dass die Torpedos im Hafen auf Grund stießen und dort festliefen, waren die Torpedos mit kleinen Flügeln modifiziert worden, damit sie nach dem Abwurf länger in horizontaler Lage blieben und nicht wie sonst in einem mit der Abwurfhöhe zunehmenden Winkel ins Wasser eintauchten. Zusätzlich waren die britischen Piloten extrem langsam und niedrig geflogen. Die Amerikaner erhielten diese Informationen von den Briten. Japanische Offiziere konnten sich in Tarent einen geborgenen britischen Torpedo ansehen.

Die US-Marine revidierte auf Grund des Angriffs ihre Richtlinien bezüglich des Torpedoschutzes von Schiffen im Hafen. Bis dahin wurde eine Wassertiefe von 76 Fuß (23 Meter) als Minimum für einen erfolgreichen Torpedoangriff aus der Luft erachtet. Im Juni 1941 wurde dies mit Hinweis auf den Angriff auf Tarent dahin korrigiert, das Torpedoangriffe auch bei geringeren Wassertiefen möglich seien. Angriffe bei einer Wassertiefe von unter 20 Metern wurden aber als unwahrscheinlich eingestuft, womit Pearl Harbor bei einer durchschnittlichen Wassertiefe von 15 Metern weiterhin als sicher galt. Die Amerikaner glaubten auch, dass ein vergleichbarer Angriff auf Pearl Harbor unwahrscheinlich wäre, da die Entfernung zwischen Tarent und der britischen Basis in Alexandria viel geringer war als die zwischen Pearl Harbor und den nächstgelegenen japanischen Basen. Die unbemerkte Annäherung eines Feindes war daher erheblich schwieriger. Zusätzlich konnten die japanischen Torpedobomber Nakajima B5N Kate nicht so langsam fliegen wie die alten Doppeldecker vom Typ Fairey Swordfish der Briten, was eine Anwendung der britischen Methode ihrer Meinung nach ausschloss. Die Amerikaner gingen von der Reichweite der ihnen zur Verfügung stehenden Flugzeuge aus (Aktionsradius 350 km) und unterschätzten die Reichweite der japanischen Flugzeuge (1000 km Aktionsradius) erheblich.

Die Japaner hingegen kamen zu dem Schluss, dass ein Torpedoangriff durchführbar wäre, wenn man die Torpedos entsprechend modifizierte. Dies führte zur Entwicklung des Torpedos Typ 95, der kleiner und leichter als die üblichen japanischen Torpedos war. Zusätzlich modifizierte man panzerbrechende Granaten der Kaliber 356 mm und 406 mm so, dass sie als Bomben abgeworfen werden konnten. Aus einer Höhe von mindestens 3000 Metern abgeworfen, sollten sie genügend Durchschlagskraft haben, um die Panzerung der Schlachtschiffe zu durchdringen. Es war eine dieser Panzersprengbomben, die die Munitionskammer der Arizona traf.

Weg des Kidō Butai zum Angriff auf Pearl Harbor

Der Plan laut Zitat Admiral Yamamotos:

„Zu Beginn des Krieges soll der Kampfverband, bestehend aus sechs Flugzeugträgern als Kern und kommandiert vom Oberbefehlshaber der 1. Luftflotte, seinen Weg zu den Hawaii-Inseln fortsetzen und die im Hafen vor Anker liegenden Hauptkräfte der US-Flotte aus der Luft angreifen. Der Kampfverband wird folglich ungefähr zwei Wochen vor dem Ausbruch der Feindseligkeiten vom Heimatland auslaufen, sich den Hawaii-Inseln von Norden nähern und ein oder zwei Stunden vor Tagesanbruch alle Flugzeuge an Bord der Träger, etwa 400, starten. Der Überraschungsangriff auf die ankernden feindlichen Flugzeugträger und Schiffe sowie auf Flugzeuge am Boden wird von einem Punkt gestartet werden, ungefähr 200 sm nördlich der Insel Oʻahu.

Der U-Bootverband, bestehend aus 27 U-Booten und kommandiert vom Oberbefehlshaber der 6. Flotte, wird fortwährend die Bewegung der feindlichen Flotte, die in Hawaii vor Anker liegt, erkunden und mit diesen Operationen einige Tage vor der Eröffnung der Feindseligkeiten beginnen. Falls die feindliche Flotte den Hafen verlässt, wird der U-Bootverband einen Überraschungsangriff ausführen oder versuchen, Fühlung mit ihr zu halten. Andererseits wird dem Spezial-Angriffsverband der U-Bootverband unterstellt, der unentdeckt in den Perlenhafen (Pearl Harbor) vorstoßen und gleichzeitig mit den Luftangriffen des Kampfverbandes einen überraschenden Angriff auf die feindliche Flotte starten wird.“

Dem japanischen Angriffsplan zufolge sollte sich der Flugzeugträgerverband auf einer etwa 6.000 Kilometer langen Route nördlich der üblichen Schifffahrtswege in einer Reise von elf Tagen unbemerkt Pearl Harbor nähern und aus einer Entfernung von 350 Kilometer nördlich des Stützpunktes überraschend angreifen. Da sonntags die meisten Dienststellen der US-Streitkräfte nur mit vermindertem Personal arbeiteten, wurde als Angriffstermin der erste Sonntag im Dezember, der 7. Dezember, gewählt. Der Angriff sollte vom Kidō Butai durchgeführt werden, bestehend aus den sechs Flugzeugträgern Akagi, Kaga, Hiryū, Sōryū, Zuikaku und Shōkaku. Der Geleitschutz der Träger bestand aus den schnellen Schlachtschiffen Hiei und Kirishima, den schweren Kreuzern Tone und Chikuma sowie 9 Zerstörern, die vom leichten Kreuzer Nagara angeführt wurden.

Die strategischen Hauptziele des Angriffs waren:

Japanischer Jäger vom Typ Mitsubishi A6M Zero
Japanischer Sturzkampfbomber Aichi D3A Val
Japanischer Torpedobomber Nakajima B5N Kate
  • Neutralisierung der Pazifikflotte: Durch das Ausschalten der Schlachtschiffe und Flugzeugträger sollte die amerikanische Flotte nicht in der Lage sein, die japanische Offensive in Südostasien zu behindern. Die angreifenden Piloten erhielten ausdrückliche Anweisung, nur Schlachtschiffe und Träger anzugreifen und ihre Torpedos und Bomben nicht an andere Schiffe zu „verschwenden“ (nicht alle hielten sich während des Angriffs an den Befehl).
  • Ausschaltung des Stützpunktes Pearl Harbor: Durch Zerstörung der Dockanlagen und Treibstofftanks sollte es den USA unmöglich gemacht werden, auf absehbare Zeit von Pearl Harbor aus zu operieren. Die Docks von Pearl Harbor waren die einzigen Anlagen westlich von Kalifornien, in denen Reparaturen und größere Wartungsarbeiten durchgeführt werden konnten. Wurden sie vernichtet, mussten amerikanische Schiffe selbst für kleinere Reparaturen über den halben Pazifik an die Westküste fahren. Im Idealfall würde durch die Versenkung eines großen Schiffs im Zufahrtskanal Pearl Harbor sogar als Ankerplatz ausfallen, womit die gesamte Flotte für jede Operation erst von der Westküste herankommen müsste.

Aus taktischen Gründen kam ein weiteres Ziel hinzu:

  • Vernichtung der Luftstreitkräfte: Die amerikanischen Flugplätze mussten angegriffen werden, damit die dort stationierten Jäger nicht die Angriffe auf den Hafen behinderten und die Bomber keine Gegenangriffe auf den Angriffsverband flogen (falls dieser lokalisiert werden konnte).

Da nicht genügend Flugzeuge zur Verfügung standen, um alle drei Aufgaben gleichzeitig zu erfüllen, wurde beschlossen, zuerst nur die Schiffe und die Flugplätze anzugreifen. Sobald die Maschinen zurückkamen, sollten sie neu betankt und munitioniert werden, um die Docks und Treibstofftanks anzugreifen.

Der erste Angriff sollte möglichst früh im Morgengrauen erfolgen. Da die Träger jener Zeit keine Katapulte verwendeten, wurde immer das halbe Deck als Startbahn benötigt. Damit konnte nur die Hälfte der Flugzeuge gleichzeitig zum Starten an Deck gebracht werden. Die zweite Hälfte konnte erst startklar gemacht werden, nachdem die erste Hälfte gestartet war. Da die Startvorbereitungen mindestens 30 Minuten dauerten, wurde entschieden, den ersten Angriff in zwei Wellen zu fliegen: die erste Hälfte flog voraus, die zweite folgte so schnell, wie man sie startklar machen konnte.

Die erste Welle sollte aus 45 Jägern A6M Zero, 54 Sturzkampfbombern D3A Val und 90 Torpedobombern B5N Kate bestehen. 40 der Kate sollten Torpedos tragen, der Rest Bomben. Die zweite Welle sollte aus 36 Zero, 81 Val und 54 Kate (alle mit Bomben) bestehen.

Da die Überraschung bei diesem Angriff elementar war, hatte der Befehlshaber des Angriffsverbands, Vizeadmiral Nagumo Chūichi, den Befehl, sofort umzukehren, falls er auf dem Anmarsch entdeckt würde. Würde er erst am Morgen des Angriffstages entdeckt, war es ihm überlassen, ob er den Angriff riskieren wollte. Auf keinen Fall sollte er seine Schiffe unnötigen Risiken aussetzen, da sie für Japan unersetzlich waren.

Der Angriffsverband verließ Japan am 26. November 1941 von den Gewässern in den Kurilen aus. Während der Fahrt schickte Admiral Yamamoto am 2. Dezember eine kodierte Nachricht an Nagumo: Niitaka yama Nobore (Erklimmt den Berg Niitaka), womit der endgültige Befehl zur Durchführung des Angriffs erteilt wurde.

Der japanische Spion Takeo Yoshikawa war im März 1941 nach Honolulu gekommen. Getarnt als Mitarbeiter des Generalkonsulats war er offiziell eingereist. Da mehr als ein Drittel der Bevölkerung in Hawaii japanischstämmig war, hatte Yoshikawa kein Problem, sich als Einheimischer auszugeben. Yoshikawa wusste genau, wann welche Großkampfschiffe im Hafen lagen und in welchem Rhythmus sie ausliefen. Er kannte Details der Dienstpläne der Militäreinrichtungen und wusste, dass der wichtigste Flughafen Hickham Air Field keine nennenswerte Luftverteidigung hatte. In den ersten Monaten seines Einsatzes schickte Yoshikawa einmal im Monat einen Bericht über den Status der US-Flotte in Hawaii, ab Mitte November zweimal wöchentlich und ab dem 2. Dezember 1941 täglich. Dabei erhielt Yoshikawa Hilfe vom japanischen Konsul in Honolulu, Nagao Kita.

Seine Berichte wurden mit dem Chiffriersystem des japanischen diplomatischen Dienstes verschlüsselt. Dieses konnte zwar prinzipiell von den Kryptoanalytikern des US-Kriegsministeriums geknackt werden, trotzdem hätte für jeden Tag und für jeden Ursprungsort einer Nachricht eine passende Entschlüsselung gefunden werden müssen. Die meisten Telegramme, die Kita versendete, wurden erst viel zu spät von der Gegenseite entschlüsselt.

Bernard Kühn, FBI-Foto 1941

Das deutsche Ehepaar Bernard und Friedel Kühn sammelte gemeinsam mit ihrer Tochter Ruth Informationen auf der Insel und schickten sie über das Konsulat nach Tokio. Sie wurden 1936 auf Vorschlag des NS-Staates japanische Agenten. Mit gefälschten Papieren kamen sie als Professorenfamilie getarnt nach Hawaii. Ruth pflegte dort den Umgang mit amerikanischen Offizieren und erlangte Geheiminformationen. Die Kühns bauten im Auftrag der Japaner ein Haus in Pearl Harbour mit Blick auf den US-Flottenstützpunkt.

Die amerikanische Fernmeldeaufklärung gliederte sich in drei Arbeitsbereiche:

  • Der Bereich Funkpeilung war für das Lokalisieren der Absender von aufgefangenen Funksprüchen zuständig. Dazu hatten die USA ein Netz von Abhörstationen aufgebaut, das Mid-Pacific Strategic Direction-Finder Net. Es erstreckte sich in einem riesigen Halbkreis von den Philippinen über Guam, Samoa, Midway und Hawaii bis hinauf nach Alaska.
  • Im Bereich Funkverkehranalyse wurden die Muster der aufgefangenen Funksprüche analysiert. Anhand der Rufzeichen wurde festgestellt, wer mit wem sprach. Aus der Häufigkeit der Kommunikation versuchte man, die Beziehung zwischen den Stationen herauszufinden. Wenn beispielsweise die Stationen NOTA 1 und OYO 5 häufig mit KUNA 2 sprachen, aber selten miteinander und gar nicht mit anderen, so war anzunehmen, dass KUNA 2 der Befehlshaber von NOTA 1 und OYO 5 war, etwa das Flaggschiff eines Geschwaders, dem die Schiffe NOTA 1 und OYO 5 zugeteilt waren. Mit Hilfe der Funkpeilung war die Zuordnung der Rufzeichen möglich, wenn man wusste, welche Einheiten/Schiffe zum Sendezeitpunkt an der Sendeposition waren.
  • Der Bereich Kryptoanalyse war für das Entziffern der aufgefangenen Nachrichten verantwortlich. Dies war der schwierigste und geheimste Teil der Funkaufklärung. Da es äußerst wichtig war, die Tatsache geheim zu halten, dass es gelungen war, den japanischen Code zu knacken, wurden die daraus gewonnenen Informationen lediglich einer kleinen Gruppe ranghoher Offiziere und Politiker zugänglich gemacht, während die Ergebnisse der Funkpeilung und Funkverkehranalyse einem weit größeren Kreis zugänglich waren. So erhielten zum Beispiel die Befehlshaber auf Hawaiʻi, Admiral Husband E. Kimmel und General Walter C. Short, die Ergebnisse aus Funkpeilung und Funkverkehranalyse, aber nicht die aus der Kryptoanalyse, während der Befehlshaber auf den Philippinen, General Douglas MacArthur, Zugang zu allen Informationen hatte.

Im Verlaufe des November 1941 stellte die Funkaufklärung anhand der japanischen Funkmuster die Vorbereitung einer großen Operation fest. Diese Muster entsprachen den drei Phasen, die man schon bei den Vorbereitungen zu den beiden Operationen zur Besetzung Indochinas beobachtet hatte.

  • Erste Phase: Es kam zu einem sprunghaften Anstieg des Funkverkehrs. Das Oberkommando gab Befehle und Anweisungen für die Operation an die Armee und Flottenbefehlshaber. Diese Instruktionen wurden über die gesamte Hierarchie an die Einheiten weitergeleitet, die sich auf die Operation vorzubereiten hatten. Auf diese Art konnte man oft schon die beteiligten Einheiten identifizieren, indem man prüfte, welche Rufzeichen an dem verstärkten Funkverkehr beteiligt waren. Da die japanische Flotte jedoch am 1. November ihren halbjährlichen Rufzeichenwechsel für ihre 20.000 Rufzeichen durchgeführt hatte, waren viele Rufzeichen noch nicht wieder identifiziert. Allerdings wurde festgestellt, dass das japanische Oberkommando hauptsächlich mit den südlichen Befehlshabern kommunizierte, aber nicht mit den Kommandeuren in China.
  • Zweite Phase: Der Funkverkehr sank wieder auf die normale Menge an Meldungen. Die beteiligten Einheiten hatten sich gemäß den Anweisungen vorbereitet und warteten auf den Befehl, die Operationen zu beginnen. In den Funkmustern konnten Änderungen festgestellt werden, die durch Umgruppierungen entstanden waren. Stationen kommunizierten plötzlich mit neuen Stationen, aber nicht mehr mit ihren vorherigen Kommunikationspartnern.
  • Dritte Phase: Die Anzahl der Funkmeldungen nahm rapide ab und wurden einseitig. Die Operation hatte begonnen, die Flottenverbände waren ausgelaufen und hielten Funkstille, um ein Einpeilen auf ihre Position zu verhindern. Sie erhielten allerdings weiterhin an sie adressierte Funksprüche von anderen Einheiten (die Funkstille betraf also nur das Senden, nicht das Empfangen der operativen Einheiten).

Am 1. Dezember wechselte die japanische Flotte erneut ihre Rufzeichen. Dieser außerplanmäßige Wechsel alarmierte die Nachrichtendienste zusätzlich.

Auf diese Art war allein schon auf Grund von Funkpeilung und Funkverkehranalyse bekannt, dass Japan eine große Operation in Richtung Süden durchführen wollte. Das Ziel war jedoch nicht eindeutig, es konnte sich dabei sowohl um einen Angriff auf die britischen und niederländischen Kolonien handeln (was vermutet wurde), als auch um einen Angriff auf die Philippinen oder weitere Truppenverlegungen nach Indochina (was als unwahrscheinlich galt). Am 24. und 27. November schickte deshalb der Chief of Naval Operations, Admiral Harold R. Stark, Kriegswarnungen an alle Kommandeure im Pazifik, in denen ihnen mitgeteilt wurde, dass aggressive Handlungen Japans in den nächsten Tagen zu erwarten seien. Als mögliche Ziele eines japanischen Angriffs wurden Malaysia, Thailand, die Philippinen, Borneo und Guam genannt. Alle Kommandeure im Pazifik wurden angewiesen, entsprechende Maßnahmen zur Vorbereitung ihrer Truppen auf den Kriegsfall zu treffen, aber selbst keine offensiven Aktionen durchzuführen, solange Japan keine offene Kriegshandlung gegen die USA unternähme.

Die Aufklärungsdienste Großbritanniens und der Niederlande, die mit den Amerikanern beim Abfangen und Analysieren der Nachrichten zusammenarbeiteten, hatten das gleiche Bild. Großbritannien begann daraufhin, seine Truppen im Bereich des Möglichen zu verstärken: Es verlegte das moderne Schlachtschiff Prince of Wales und den Schlachtkreuzer Repulse nach Singapur.

Einen Sonderfall bildeten dabei die japanischen Trägerverbände. Von ihnen wusste man gar nichts, da bei ihnen totale Funkstille herrschte. Dass die Trägerverbände nicht nur keine Nachrichten sendeten, sondern auch keine Nachrichten an sie gesendet wurden, führte zu der Vermutung, dass sich die Träger weiterhin in den japanischen Heimatgewässern aufhielten. Dort konnten sie über schwächere Nahbereichsender kommunizieren, deren Sendeleistung zu schwach war, um von den weit entfernten Abhörstationen empfangen zu werden. Dieser Blackout war schon bei den vorherigen Operationen beobachtet worden. Auch damals hatte man die Träger in Japan vermutet und später auf verschiedene Weise festgestellt, dass sie tatsächlich dort gewesen waren. Das vermutete Verbleiben der Träger in Japan erweckte keinen Argwohn, denn es passte bestens in das Gesamtbild. Nach Ansicht der Analysten wurden die Träger für eine Offensive allein gegen die britischen und niederländischen Kolonien nicht gebraucht, stattdessen bildeten sie zusammen mit mehreren Schlachtschiffen eine strategische Reserve für den Fall, dass die USA Großbritannien zu Hilfe kommen würden. Tatsächlich jedoch befand sich der Verband unter Funkstille auf dem Weg nach Pearl Harbor. Nachrichten an ihn wurden in allgemeinen, an große Flottenbereiche adressierten Funksprüchen versteckt.

Die japanische Schlüsselmaschine „PURPLE

Die für die Kryptoanalyse zuständige Abteilung bekam inzwischen große Probleme mit dem Umfang des abgefangenen Materials. Zusätzlich zur Entschlüsselung der Nachrichten musste dieses noch aus dem Japanischen ins Englische übersetzt werden. Die kleine Zahl der Übersetzer, die nicht nur für den militärischen, sondern auch für den diplomatischen Verkehr zuständig waren, konnte mit dem erheblich gesteigerten Volumen nicht mehr Schritt halten. Man versuchte, die Anzahl zu erhöhen, dies war jedoch schwierig. Die Übersetzer mussten nicht nur hervorragend Japanisch können, sondern auch absolut vertrauenswürdig sein. Solche Leute gab es nur wenige, und es waren größtenteils Amerikaner japanischer Abstammung, denen man ein generelles Misstrauen entgegenbrachte. So gelang der Marineabteilung für Kryptoanalyse 1941 trotz größter Bemühungen lediglich die Verdopplung der Übersetzer von drei auf sechs Personen. Dies hatte zur Folge, dass Übersetzungen nach Art der Verschlüsselung gereiht wurden. Zuerst kam der mit der Schlüsselmaschine „Purple“ verschlüsselte diplomatische Verkehr, dann der mit militärischen Hochsicherheitscodes verschlüsselte Verkehr, dann die mit einfacheren japanischen Codes verschlüsselten Texte. Auf diese Weise wurden mit Purple verschlüsselte Anweisungen an die japanischen Botschaften in Großbritannien und Niederländisch-Ostindien übermittelt, ihre „Purple“-Maschinen nach Japan zurückzuschicken und die Vernichtung ihrer restlichen Codes vorzubereiten. Dies bestätigte die Vermutung eines bevorstehenden Krieges mit diesen Ländern. Entsprechende Anweisungen an die Konsulate in den USA, die keine „Purple“-Maschinen hatten, wurden jedoch nicht übersetzt. Die einzigen „Purple“-Maschinen innerhalb der USA waren in der japanischen Botschaft in Washington, wo sie noch gebraucht wurden. Dass es zuerst keine Anweisung gab, diese Maschinen zurück nach Japan zu schicken, wurde dahingehend interpretiert, dass kein Angriff auf die USA geplant war. Erst am 3. Dezember erhielt die Botschaft in Washington den Befehl, eine ihrer beiden Schlüsselmaschinen und einen Großteil ihrer Codes zu vernichten, wodurch für die Analysten die Möglichkeit eines Krieges zwischen den USA und Japan erheblich wahrscheinlicher wurde.

Die entschlüsselten militärischen Nachrichten enthielten nichts Hilfreiches, um die Ziele näher zu identifizieren. Dies war auch nicht zu erwarten gewesen. Am 6. Dezember wurden die ersten 13 Teile der 14-teiligen japanischen Note, die am 7. Dezember übergeben werden sollte, empfangen und entschlüsselt. Obwohl der 14. Teil mit den wichtigsten Informationen noch fehlte (die ersten 13 Teile enthielten größtenteils einen geschichtlichen Abriss über die Beziehungen der USA und Japans, in dem die USA einer feindseligen Haltung Japan gegenüber beschuldigt wurden, aber nichts über die beabsichtigte japanische Politik), wurden die bereits empfangenen 13 Teile noch am Abend zu sämtlichen Personen gebracht, die befugt waren, diese geheimen Informationen zu sehen. Nach der Durchsicht des Inhalts sagte Präsident Roosevelt zu seinem Berater Harry Hopkins: „Das bedeutet Krieg“. Nachdem sie kurz die ihnen bekannten japanischen Flotten- und Truppenbewegungen in Südostasien diskutiert hatten, meinte Hopkins, es wäre ihm lieber, die USA würden den ersten Schlag führen und so etwaigen Überraschungen vorbeugen. Roosevelt entgegnete darauf, so etwas könne man als friedliebende Demokratie nicht tun. Roosevelt wollte noch mit Admiral Stark telefonieren, dieser war jedoch im Theater. Ihn dort herauszurufen war zwar möglich, hätte jedoch Aufsehen erregt, was der Präsident vermeiden wollte.

Alle anderen Personen, welche die ersten 13 Teile am Abend bekamen, wollten erst den 14. Teil abwarten, bevor sie Maßnahmen veranlassten. Marineminister Frank Knox arrangierte zu diesem Zweck eine Konferenz mit Kriegsminister Henry L. Stimson und Außenminister Cordell Hull für den nächsten Morgen. Auch Admiral Stark, der erst spät am Abend vom Chef des Marinenachrichtendienstes von der Existenz der japanischen Note erfuhr, ordnete lediglich an, ihm am nächsten Morgen die vollständige Note ins Büro zu bringen. Der Generalstabschef der Armee, General George C. Marshall, bekam die Note nicht zu sehen, da er bereits schlief und man ihn nicht wecken wollte. Am nächsten Morgen machte er nach dem Frühstück einen Ausritt und war deshalb längere Zeit nicht zu finden, als man ihm den 14. Teil bringen wollte.

Die Anweisung an die japanische Botschaft in Washington, ihre verbliebenen Codes und die zweite Schlüsselmaschine zu vernichten, kam mit dem Begleittext zum 14. Teil der japanischen Note vom 7. Dezember, der auch die Anweisung enthielt, die Note um Punkt 13:00 Uhr Washingtoner Ortszeit (07:30 Uhr in Pearl Harbor) zu überreichen. Die Übersetzung des Begleittextes erreichte den verantwortlichen Nachrichtenoffizier Lieutenant Commander Alwin D. Kramer um 10:20 Uhr Washingtoner Zeit, knapp drei Stunden vor dem Beginn des Angriffs auf Pearl Harbor. Er leitete die Nachricht sofort weiter, und um ca. 11:30 Uhr befahl General Marshall, sämtliche Kommandeure in Übersee vor möglichen japanischen Aktionen zu warnen, wobei die Philippinen höchste Priorität hätten. Diese Nachricht erreichte Pearl Harbor jedoch nicht rechtzeitig. Sie hatte auch auf den Philippinen und anderen Stützpunkten im Pazifik wie Wake und Guam keine große Wirkung, da die verbleibende Zeit bis zum Beginn des japanischen Angriffs zu kurz war.

Da in Hawaii nicht ernsthaft mit einem japanischen Angriff gerechnet wurde, waren die Liegeplätze der Schlachtschiffe um Ford Island nicht gesichert. Die Besatzungen hatten größtenteils Landgang. Die Feuer unter den Kesseln der Schiffe waren entweder ganz oder zur Hälfte gelöscht. Ohne Feuer unter den Kesseln konnten die Schiffe keinen Dampf für ihre Maschinen erzeugen und das Anfeuern eines Kessels dauerte mehrere Stunden, bis ausreichender Dampfdruck aufgebaut war.

Für die Verteidigung der Insel selbst war das US-Heer verantwortlich. Auch hier waren die Truppen in keinerlei Weise auf einen Angriff vorbereitet. Die Flakgeschütze waren nicht um die militärischen Anlagen herum verteilt, sondern standen in Depots, da es sich bei den umliegenden Grundstücken um Privatbesitz handelte, deren Besitzer man nicht unnötig verärgern wollte. So hatte man beispielsweise die Heeres-Flak bei der neu gebauten Kāneʻohe Naval Air Station wenige Tage vorher wieder in die Kasernen verlegt. Die Flak-Munition wurde in separaten Munitionsdepots gelagert, diese waren wie alle anderen Munitionsdepots abgeschlossen. Teilweise sollen sich während des Angriffs die Schlüsselinhaber geweigert haben, die Munitionskammern ohne schriftlichen Befehl zu öffnen. Auf Anweisung von General Short waren auf den Flugplätzen sämtliche Flugzeuge von den üblichen Positionen am Rande des Feldes und den Unterständen in die Mitte des Feldes gestellt worden, da man sie so besser gegen Sabotage schützen konnte. Die sechs neuen mobilen Radarstationen, die erst im Oktober 1941 im Hawaii-Territorium eingetroffen waren, arbeiteten nur zwischen 4:00 Uhr und 7:00 Uhr morgens. Die Entscheidung, das Radar nicht rund um die Uhr, sondern nur zu dem wahrscheinlichsten Angriffszeitpunkt einzusetzen, war unter anderem in der Skepsis begründet, die dieser neuen Technologie trotz ihres erfolgreichen Einsatzes in der Luftschlacht um England noch immer entgegengebracht wurde. Dass der Zeitraum zwischen 4:00 Uhr und 7:00 Uhr morgens als wahrscheinlichster Zeitpunkt eines Angriffs galt, zeigte aber auch, dass man sich der Möglichkeit eines Angriffs bewusst war und (durchaus zutreffend) davon ausging, dass ein solcher Angriff zum frühestmöglichen Zeitpunkt nach Sonnenaufgang stattfinden würde. Ein japanischer Angriff galt also nicht als unmöglich, aber auf Grund der aktuellen Lagebeurteilung als äußerst unwahrscheinlich.

Einrichtungen an Land:
  • Stadt
  • Armeebasis
  • Marinebasis

  • Wassertiefen:
  • <6,5 m
  • ~9 m
  • ~10 m
  • ~11 m
  • ~12 m
  • > 15 m

  • angegriffene Ziele:
    1: USS California
    2: USS Maryland
    3: USS Oklahoma
    4: USS Tennessee
    5: USS West Virginia
    6: USS Arizona
    7: USS Nevada
    8: USS Pennsylvania
    9: Ford Island NAS
    10: Hickam Field
    verschonte Ziele:
    A: Öltanks
    B: CINCPAC Hauptquartier
    C: Unterseebootbasis
    D: Marinewerft

    Marineeinheiten in Pearl Harbor:

    Nevada, Oklahoma, Pennsylvania, Arizona, Tennessee, California, Maryland, West Virginia
    Die Schlachtschiffe lagen bis auf die Pennsylvania, die sich im Trockendock befand, in einer Reihe vor Ford Island in der Hafenmitte vor Anker (Battleship Row). Das neunte Schlachtschiff der Pazifikflotte, die Colorado, befand sich in Bremerton, wo sie im Puget Sound Naval Shipyard aufgerüstet wurde.
    Keine.
    Der Flugzeugträger Enterprise sollte am 6. Dezember einlaufen, er hatte mit drei Kreuzern und neun Zerstörern eine Staffel Jagdflugzeuge nach Wake Island transportiert (eine damals nicht ungewöhnliche Aufgabe für einen Flugzeugträger). Der Verband musste jedoch auf dem Weg durch einen Sturm laufen, was zu einer Verspätung von 24 Stunden und einem Einlaufen erst am Nachmittag des 7. führte. Die Lexington transportierte mit drei Kreuzern und fünf Zerstörern eine weitere Jagdstaffel nach Midway. Da die Verlegung der beiden Staffeln jedoch nach Möglichkeit geheim gehalten werden sollte, befanden sich die Träger offiziell auf Übungsmissionen. Teilweise hat sich diese Tarngeschichte bis zum heutigen Tag gehalten; in nicht wenigen Artikeln und Büchern steht noch immer, dass die Träger kurz vor dem Angriff (die Lexington lief am 5. Dezember aus) den Hafen zum Üben verließen. Allerdings war vorher zumindest für die Enterprise tatsächlich die Teilnahme an einer Übung mit der ersten Schlachtschiffdivision (Arizona, Nevada und Oklahoma) in diesem Zeitraum geplant worden. Die Übung fand dann ohne sie statt, und die Schlachtschiffe liefen am 5. Dezember wieder in Pearl Harbor ein.
    Der letzte der drei Träger der Pazifikflotte, die Saratoga, war nach einem Werftaufenthalt in Bremerton auf dem Weg nach San Diego.
    Raleigh, Detroit, Phoenix, Honolulu, St. Louis, Helena, New Orleans, San Francisco
    Ward (außerhalb des Hafens), Helm, Phelps, MacDonough, Worden, Dewey, Hull, Monaghan, Farragut, Dale, Aylwin, Henley, Patterson, Ralph Talbot, Selfridge, Case, Tucker, Reid, Conyngham, Blue, Allen, Chew, Shaw, Downes, Cassin, Mugford, Jarvis, Schley, Cummings, Bagley
    Narwhal, Dolphin, Cachalot, Tautog
    Oglala, Gamble, Ramsay, Montgomery, Breese, Tracy, Preble, Sicard, Pruitt
    Zane, Wasmuth, Trever, Perry, Turkey, Bobolink, Rail, Tern, Grebe, Vireo, Cockatoo, Crossbill, Condor, Reedbird
    Sacramento
    PT-20, PT-21, PT-22, PT-23, PT-24, PT-25; auf dem Kai befanden sich PT-26 und PT-28; an Deck des Tankers Ramapo PT-27, PT-29, PT-30 und PT-42
    Dobbin, Whitney
    Curtiss, Tangier, Avocet, Swan (im Dock), Hulbert, Thornton
    Pyro
    Ramapo, Neosho
    Medusa, Vestal, Rigel
    Pelias
    • U-Boot-Rettungsschiff
    Widgeon
    Solace
    Vega (in Honolulu), Castor, Antares (beim Einlaufen nach Pearl Harbor)
    Ontario, Sunnadin, Keosanqua (vor Pearl Harbor), Navajo (18 km außerhalb Pearl Harbors)
    Utah, Argonne, Sumner

    Das japanische Oberkommando war über die Schiffe im Hafen informiert, da das japanische Konsulat in Hawaiʻi seine Beobachtungen des Hafens kontinuierlich nach Tokio meldete (derartige Beobachtungen gehörten zu den Standardaufgaben der Konsulate aller Länder). Von Tokio aus wurden die Meldungen an die Flotte (und damit Nagumo) weitergeleitet. Damit wurde (im Bereich des Möglichen) sichergestellt, dass die Pazifikflotte in Pearl Harbor war und Nagumo nicht einen leeren Hafen angriff. Allerdings wussten sowohl Nagumo als auch das japanische Oberkommando bereits 24 Stunden vor dem Angriff, dass keine Flugzeugträger vor Ort waren.

    Vorbereitungen

    Die beiden japanischen Angriffswellen am 7. Dezember 1941
    Die Besatzung der Shōkaku verabschiedet eine startende Maschine mit Banzai-Rufen
    Der Zerstörer USS Ward
    Die Battleship Row zu Beginn des Angriffs. Oklahoma und West Virginia zeigen bereits Schlagseite, die West Virginia erhält gerade einen Torpedotreffer.
    Die sinkende California
    Die brennende Arizona: der vordere Mast ist auf die Kommandobrücke gestürzt
    Ein zerstörter B-17-Bomber auf Hickam Field
    Die brennende Nevada auf dem Weg zum Hafenausgang

    Am Abend des 6. Dezember verringerte die anlaufende Kidō Butai ihre Geschwindigkeit auf etwa 25 Knoten. Vizeadmiral Nagumo richtete einen letzten Rundspruch von der Akagi an alle seine Einheiten. Mit den Worten: „Das Schicksal des Reiches hängt von dieser Operation ab. Jeder Mann muss sich seiner speziellen Aufgabe total hingeben.“ schwor er die Schiffsbesatzungen und speziell die Besatzungen der Flugzeugstaffeln, die den Angriff fliegen sollten, noch einmal ein.

    Gegen 21 Uhr hatte die Flotte den 158. Meridian erreicht und war noch etwa 910 Kilometer nördlich von Hawaii. Heftige Winde hatten während der zwölftägigen Fahrt die gehissten Flaggen zerrissen und mehr als zehn Seeleute waren über Bord gespült worden. Doch alles verlief nach Plan, da die Flotte bisher nicht von anderen Schiffen oder Aufklärungsflugzeugen gesichtet worden war.

    Anflug

    Die erste japanische Angriffswelle mit 183 Maschinen startete um 06:10 Uhr Ortszeit am Morgen des 7. Dezember 1941 etwa 230 Seemeilen (400 Kilometer) nördlich von Oʻahu. Sie brauchte allerdings 20 Minuten länger als geplant, um sich über den Trägern zu formieren. Sechs nicht rechtzeitig gestartete Maschinen blieben zurück und starteten eine Stunde später mit der zweiten Welle. Die Besatzungen der Träger verabschiedeten die startenden Maschinen mit Banzai-Rufen. Zur gleichen Zeit starteten vom amerikanischen Flugzeugträger Enterprise, der sich rund 370 Meilen westlich von Pearl Harbor befand, 18 SBD Dauntless, die nach Ford Island vorausfliegen sollten.

    Zum ersten Zusammenstoß zwischen den Streitkräften Japans und der Vereinigten Staaten kam es um 06:37 Uhr Ortszeit vor dem Hafeneingang. In der Nacht wollte man bereits von Bord des Minensuchers Condor ein Periskop in der Nähe der Hafeneinfahrt gesehen haben und hatte den vor der Hafeneinfahrt patrouillierenden Zerstörer Ward alarmiert. Dieser konnte jedoch kein U-Boot finden. Gegen 06:30 Uhr meldete dann auch das Versorgungsschiff Antares die Sichtung eines U-Boots, worauf die Marine ein PBY-Catalina-Flugboot startete, das die Ward unterstützen sollte. Gegen 06:45 Uhr fand und versenkte die Ward das U-Boot mit Geschützfeuer und Wasserbomben. Es handelte sich dabei um eines von fünf japanischen Kleinst-U-Booten des U-Boot-Spezialverbandes, die versuchen sollten, in den Hafen einzudringen. Wenige Minuten später meldete die Catalina die Versenkung eines weiteren U-Boots vor der Hafeneinfahrt. Der Kommandant der Ward, Lieutenant Outerbridge, der erst zwei Tage zuvor die Ward als sein erstes Kommando übernommen hatte, sendete eine verschlüsselte Nachricht an den Kommandeur des 14. Marinedistrikts, um diesen zu informieren, dass er in der Hafenverteidigungszone ein U-Boot bekämpfe. Verzögert durch den routinemäßigen Entschlüsselungsprozess (inklusive Textumformulierung, damit ein in falsche Hände gelangender Klartext nicht zum Einbruch in den verwendeten Code benutzt werden konnte) erreichte die Nachricht gegen 07:15 Uhr die diensthabenden Offiziere und wurde von dort bis zu Admiral Kimmel weitergeleitet. Angesichts zahlreicher falscher U-Boot-Meldungen in den vorherigen Wochen wollte Kimmel jedoch eine Bestätigung der Meldung abwarten, bevor er Maßnahmen traf.

    Um 07:02 Uhr entdeckten die beiden Radarbeobachter der Opanah Radar-Station eine Gruppe von 50 oder mehr Flugzeugen in 130 Meilen Entfernung, die sich aus Norden näherten. Die Opanah-Radar-Station war eine von sechs der neuen mobilen Radaranlagen der Armee, die seit weniger als einem Monat auf Oʻahu eingesetzt wurden. Es waren Geräte vom Typ SCR-270, eine Variante mit größerer Reichweite der Baureihe SCR-268. Nach einer kurzen Diskussion riefen sie die Informationszentrale in Fort Shafter an und meldeten die Ortung sich nähernder Flugzeuge, ohne allerdings die Anzahl der georteten Maschinen zu erwähnen. Der Bericht wurde von einem Leutnant entgegengenommen, der erst zum zweiten Mal Dienst in der Informationszentrale tat und nicht weiter nachfragte. Er wusste, dass eine Gruppe von Bombern des Typs B-17 Flying Fortress erwartet wurde, und glaubte, dass diese Maschinen geortet worden waren. Da er diese als vertraulich eingestufte Information aber nicht den Radarbeobachtern mitteilen durfte, sagte er ihnen lediglich, dass sie ihren Dienst beenden (das Radar war immer nur zwischen 4 und 7 Uhr in Betrieb) und sich um die Flugzeuge keine Sorge machen sollten („Don’t worry about it.“).

    Erster Angriff

    Die erste japanische Angriffswelle erreichte Pearl Harbor, ohne auf Widerstand zu stoßen. Auf dem Weg hatte sie mehrere amerikanische Flugzeuge abgeschossen. Wenigstens einer dieser Maschinen gelang es noch, einen Funkspruch zu senden, dessen Inhalt aber schwer verständlich war. Um 07:49 Uhr befahl der Kommandant der Angriffswelle, Kapitän zur See Fuchida Mitsuo, den Angriff in der Variante für vollständige Überraschung durchzuführen, mit den Torpedobombern zuerst. Sein Funker sendete darauf dreimal das entsprechende Signal, bestehend aus to für totsugeki (Angreifen) und ra für raigeki (Blitz)(Blitz-/Überraschungsangriff). Das Signal to ra, to ra, to ra wurde auch auf dem Trägerverband empfangen, der dadurch wusste, dass die Überraschung geglückt war. Amerikanische Funker hörten es ebenfalls, sie verstanden jedoch tora, das japanische Wort für Tiger. Dies führte dazu, dass der Funkspruch als Tora, tora, tora bekannt wurde.

    Der Angriff auf den Hafen begann um 07:55 Uhr mit der Bombardierung von Ford Island. Drei Minuten später schickte die dortige Funkstation an alle Stationen die Warnung „Luftangriff auf Pearl Harbor. Dies ist keine Übung“. Die Nachricht wurde auch in Washington empfangen und bereits wenige Minuten nach dem Beginn des Angriffs dem Marineminister Frank Knox mitgeteilt. Fixiert auf die Philippinen wie der Rest der Führungsetage, wollte dieser es zuerst nicht glauben: „Das kann nicht stimmen, die müssen die Philippinen meinen“ (My God! This can’t be true, this must mean the Philippines.).

    Die japanischen Streitkräfte hatten zunächst Schwierigkeiten, sich zu formieren. Eine Signalrakete sollte den Piloten signalisieren, dass sie immer noch unentdeckt waren. Viele sahen sie jedoch nicht und in dem Chaos griffen alle Bomber gleichzeitig an. 24 der insgesamt 40 japanischen Torpedobomber griffen die an der Ostseite von Ford Island liegenden amerikanischen Schlachtschiffe an. Der Nevada gelang es, zwei angreifende Maschinen abzuschießen, bevor sie von einem Torpedo und zwei Bomben getroffen wurde. Die California erhielt zwei Torpedo- und zwei Bombentreffer, einer der Bombentreffer brachte ein Magazin mit Flakmunition zur Explosion. Da nicht alle wasserdichten Schotten gesichert waren, kam es zu schweren Wassereinbrüchen, die man nicht unter Kontrolle bekam, weshalb das Schiff schließlich aufgegeben werden musste. Auf der Oklahoma erzielten die ersten angreifenden Maschinen drei Torpedotreffer, nach denen das Schiff zu kentern begann. Während des Kenterns schlugen noch mindestens zwei weitere Torpedos in Bordwand und Aufbauten des Schlachtschiffs ein. Über 400 Matrosen wurden unter Deck eingeschlossen, 32 von ihnen konnten in den folgenden Tagen aus dem Wrack befreit werden. Die West Virginia wurde von mindestens sechs Torpedos getroffen, doch durch schnelles Gegenfluten wurde ein Kentern des Schiffes verhindert, die West Virginia sank auf ebenem Kiel. Zusätzlich wurde sie von zwei Bomben getroffen, die einen Brand auf dem Achterdeck auslösten. Splitter eines Bombentreffers auf der benachbarten Tennessee verletzten den Kommandanten, Captain Mervyn Sharp Bennion, tödlich. Die Arizona wurde vermutlich von einem Torpedo getroffen, der unter dem neben ihr liegenden Werkstattschiff Vestal durchgelaufen war, bevor um 08:10 Uhr eine Panzersprengbombe zwischen den beiden vorderen Haupttürmen einschlug. Die Bombe löste eine Kettenreaktion aus, die zur Explosion der vorderen Hauptmagazine mit über 450 Tonnen Pulver führte. Durch die gewaltige Explosion wurde das Schlachtschiff fünf bis sechs Meter angehoben, wodurch es in zwei Teile zerbrach. Der vordere Teil des Schiffes wurde praktisch vollständig zerstört, zusätzlich entzündete die Explosion ausgelaufenes Öl auf der Wasseroberfläche. Dabei starben 1177 der 1400 Mann starken Besatzung, die Hälfte aller amerikanischen Toten des Angriffs, darunter auch der Kommandant Franklin Van Valkenburgh und Konteradmiral Isaac C. Kidd. Die Arizona brannte noch zwei Tage nach dem Angriff. Die auf der Innenseite der Battleship Row liegenden Schlachtschiffe Maryland und Tennessee wurden vergleichsweise leicht beschädigt; von Torpedos konnten sie nicht getroffen werden, da auf der einen Seite Ford Island und auf der anderen Seite die außen liegenden Schlachtschiffe Oklahoma und West Virginia im Weg waren. Beide Schiffe wurden von je zwei Bomben getroffen, auf der Tennessee fielen dadurch zwei der zwölf 356-mm-Geschütze aus. Die nach der Explosion der Arizona aufsteigenden dichten Rauchwolken erschwerten den japanischen Bombenschützen das Zielen auf die beiden Schiffe. Das Achterschiff der von den gesunkenen Schiffen eingeklemmten Tennessee erlitt starke Schäden durch Hitzeeinwirkung, da es zwei Tage lang im brennenden Öl der Arizona lag.

    Gleichzeitig griffen die restlichen 16 Torpedobomber die Nordwestseite von Ford Island an, wo sich auch die Liegeplätze der Flugzeugträger befanden. Dort lagen aber nur die Kreuzer Detroit und Raleigh, der Seeflugzeug-Tender Tangier (AV-8) sowie das zum Schulschiff für Flugabwehrkanoniere umgebaute alte Schlachtschiff USS Utah. Gemäß dem Befehl, nur Schlachtschiffe und Träger anzugreifen, drehten die meisten der Bomber ab, einige führten den Angriff trotzdem durch. Möglicherweise identifizierten sie die Schiffe falsch und hielten die Utah für eines der neueren Schlachtschiffe, die es auszuschalten galt. Die Utah wurde von zwei Torpedos getroffen und kenterte nach zehn Minuten. Die Raleigh erhielt einen Torpedotreffer, konnte aber mit einiger Mühe über Wasser gehalten werden. Die restlichen Torpedobomber überflogen Ford Island und setzten danach zu einem Angriff auf die Schlachtschiffe an, bis auf eine Maschine, die ihren Torpedo auf den Kreuzer Helena abwarf. Der Torpedo lief unter dem neben der Helena liegenden Minenleger Oglala hindurch und traf den Kreuzer mittschiffs, wodurch ein Maschinenraum überflutet wurde. Die Detonation fügte der Oglala so schwere Schäden zu, dass sie zwei Stunden später kenterte.

    Gleichzeitig mit dem Angriff der Torpedobomber griffen Sturzkampfbomber und Jäger die Flugplätze Ewa, Hickam Field, Wheeler Field, Ford Island und Kāneʻohe an. Besonders auf den Armee-Flugplätzen Hickam und Wheeler waren die nebeneinander aufgereihten amerikanischen Maschinen leichte Ziele, aber auch den anderen Flugplätzen erging es nicht viel besser. Neben Bellows Field, das nur von einem einzigen Jäger beschossen wurde, blieb nur der kleine Flugplatz Haleʻiwa verschont. Der Großteil der Flugzeuge wurde am Boden zerstört oder beschädigt. Es gelang nur, eine Handvoll amerikanischer Jäger der Typen P-36 Hawk und P-40 Warhawk zu starten. Am erfolgreichsten waren die Piloten Kenneth M. Taylor und George Welch, die während des Angriffs zweimal landeten, um neue Munition zu fassen, und insgesamt sechs japanische Maschinen abschossen. Während des Angriffs trafen auch die erwarteten B-17-Bomber ein, die aber keine Bordwaffen und nach dem langen Flug auch keine Treibstoffreserven mehr hatten. Es blieb ihnen nichts anderes übrig, als mitten im Angriff irgendwo die Landung zu versuchen, was allen elf Maschinen trotz der Angriffe japanischer Jäger gelang (einer der Bomber landete auf einem Golfplatz). Weniger Glück hatten die ebenfalls eintreffenden Maschinen vom Flugzeugträger Enterprise. Sie wurden nicht nur von japanischen Jägern, sondern auch von der amerikanischen Flak beschossen und verloren dabei sechs der 18 Bomber.

    Nachdem die letzten Maschinen der ersten Welle abgeflogen waren, kam es zu einer kurzen Ruhepause. Mehrere amerikanische Schiffe liefen aus dem Hafen aus, um den relativen Schutz der offenen See zu erreichen, die meisten von ihnen ohne vollständige Besatzung. So lief beispielsweise der Zerstörer Blue unter dem Kommando von vier Ensigns aus, kein Stammoffizier war an Bord. Auf dem Weg zur Hafenausfahrt sahen Besatzungsmitglieder des Kreuzers St. Louis plötzlich zwei Torpedos auf das Schiff zulaufen, die jedoch an einem Unterwasserhindernis explodierten. Wahrscheinlich wurden sie von einem der japanischen Kleinst-U-Boote abgeschossen. Der Zerstörer Helm sichtete ein weiteres Kleinst-U-Boot an der Hafenausfahrt, sein Angriff auf das Boot blieb erfolglos, aber das U-Boot strandete auf einem Riff. Eines der beiden Besatzungsmitglieder ertrank, das andere, Leutnant Sakamaki Kazuo, wurde der erste japanische Kriegsgefangene der Amerikaner. Auch der Zerstörer Monaghan (DD-354) sichtete beim Auslaufen ein U-Boot im Hafenbecken, das er mit Wasserbomben versenkte. Von den Schlachtschiffen war die USS Nevada das einzige, das es schaffte abzulegen, da die Maryland und Tennessee durch die gesunkenen Oklahoma und West Virginia blockiert waren.

    Zweiter Angriff

    Die Wracks der Zerstörer Cassin und Downes vor der Pennsylvania
    Das Wrack des Zerstörers USS Shaw im zerstörten Schwimmdock YFD-2

    Die Nevada hatte das Hafenbecken noch nicht verlassen, als um 8:50 Uhr die aus Sturz- und Horizontalbombern bestehende zweite japanische Angriffswelle eintraf. 23 Bomber griffen die Nevada in der Hoffnung an, das Schlachtschiff im engen Zufahrtskanal zu versenken und damit den Hafen zu blockieren. Sie erzielten mindestens fünf direkte Treffer, von denen zwei Löcher in den Rumpf schlugen. Als klar wurde, dass die Nevada nicht durch den Kanal gelangen würde, entschlossen sich die kommandierenden Offiziere abzudrehen und setzten das Schlachtschiff am Hospital Point auf Grund.

    Das Schlachtschiff Pennsylvania befand sich während des Angriffs im Trockendock, zusammen mit den Zerstörern Cassin und Downes, die nebeneinander vor dem Schlachtschiff lagen. Die erste japanische Angriffswelle übersah die Pennsylvania vollständig, erst die Maschinen der zweiten Welle entdeckten und bombardierten sie. Dabei erzielten sie jedoch nur einen einzigen Treffer, der einige Geschütze mittschiffs ausschaltete, aber ansonsten nur geringe Schäden verursachte. Die beiden Zerstörer wurden jedoch von mehreren für die Pennsylvania bestimmten Bomben getroffen, deren Fragmente ihre Rümpfe durchlöcherten und das aus ihren Treibstofftanks auslaufende Öl entzündeten. Die zahlreichen Brände sowie explodierende Munition richteten schwere Schäden an den Rümpfen der Zerstörer an, die Rümpfe wurden durch die entstehenden strukturellen Schäden praktisch zerstört. Auch am Bug der Pennsylvania entstand durch das Feuer ein allerdings eher oberflächlicher Schaden. Während des Angriffs wurde das Dock zur Hälfte geflutet, dadurch sollten im Falle der Zerstörung des Außentors des Docks Schäden durch hereinbrechendes Wasser verhindert werden. Die Cassin schwamm dabei teilweise auf und kippte gegen die Seite der Downes. Der in der Nähe in einem Schwimmdock liegende Zerstörer Shaw wurde dreimal im Vorschiff getroffen. Die resultierenden Brände bekam man nicht unter Kontrolle, sodass eine halbe Stunde später die vorderen Magazine des Zerstörers detonierten. Durch die Explosion wurde das Schwimmdock versenkt, außerdem verlor die Shaw ihren gesamten Bug, dessen Trümmer bis zu 800 Meter weit flogen.

    Andere Bomber der zweiten Welle griffen vereinzelt verschiedene Schiffe im Hafen an, so wurden die Raleigh und die Curtiss von je einer Bombe getroffen. Auch die Flugplätze wurden erneut bombardiert. Gegen 9:45 Uhr drehten die letzten japanischen Maschinen ab und kehrten zu ihren Flugzeugträgern zurück. Als eine der letzten Maschinen landete um 13:00 Uhr Fregattenkapitän Fuchida, der während des gesamten Angriffs über Pearl Harbor geblieben war, um die entstandenen Schäden zu beobachten. Nachdem Admiral Nagumo seine erste Beurteilung gehört hatte, befahl er um 13:30 Uhr den Rückzug ohne einen weiteren Angriff.

    Amerikanische Aufklärer, die nach dem Angriff starteten, suchten im Norden nach dem japanischen Verband, konnten ihn aber nicht finden, da er viel weiter nördlich als angenommen stand. Daraufhin wurde vermutet, dass der beobachtete An- und Abflug der Japaner aus Richtung Norden nur eine Finte war und die japanischen Träger westlich oder südlich von Hawaii standen.

    Verantwortlich für diese Fehleinschätzung waren die zu diesem Zeitpunkt noch unbekannten Reichweiten der japanischen Trägerflugzeuge, welche die ihrer amerikanischen Gegenstücke weit übertrafen. Während die japanischen Kate, Val und Zero Reichweiten von über 1500 km hatten, hatte der amerikanische Sturzkampfbomber SBD Dauntless eine Reichweite von 1200 km, der Torpedobomber TBD Devastator schaffte mit einem Torpedo ausgerüstet sogar nur 700 km (1150 km mit einer 453-kg-Bombe). Die reine Flugstrecke für Hin- und Rückflug nach Pearl Harbor vom 400 km entfernten Startpunkt betrug schon 800 km. Zusätzlich flogen die meisten Maschinen nach dem Start zuerst im Kreis, während sie sich über den Trägern formierten und auf die restlichen Maschinen warteten. Auch während der Landung wurde zusätzlicher Treibstoff verflogen, da immer nur ein Flugzeug zur gleichen Zeit landen konnte und die anderen entsprechend lange warten mussten. Bei der Schlacht um Midway starteten die amerikanischen Träger ihre Maschinen erst, nachdem sie sich auf 200 km an ihr Ziel angenähert hatten. Dass die Japaner aus der doppelten Entfernung starten konnten, konnte man sich nicht vorstellen, weshalb die amerikanischen Aufklärer zu früh abdrehten. Diese Fehleinschätzung der Reichweiten führte in den folgenden Monaten auf Seiten der Alliierten immer wieder zu der falschen Annahme, japanische Flugzeugträger müssten in der Nähe sein, wenn japanische Flugzeuge dieser Typen an Orten gesichtet wurden, die nach fester Überzeugung der alliierten Kommandeure außerhalb der Reichweite japanischer Flugplätze lagen.

    Die U-Boot-Basis mit den daneben liegenden Treibstofftanks

    Nach der ursprünglichen Planung hätte auf die ersten beiden Angriffswellen mindestens eine weitere folgen sollen, um die Werftanlagen und Treibstofftanks zu zerstören. Der Verlust dieser Anlagen und Vorräte hätte Operationen der US-Streitkräfte im Pazifik in den folgenden Monaten massiv eingeschränkt. Angesichts des Kriegsverlaufs sind viele Historiker der Auffassung, dass das Ausschalten von Pearl Harbor als Flottenstützpunkt für die USA ein weit schwererer Verlust gewesen wäre als die ausgeschalteten Schlachtschiffe. Dennoch entschloss sich Admiral Nagumo, die dritte Welle nicht zu starten, sondern sich zurückzuziehen, sobald die Angriffsverbände zurückgekehrt waren. Folgende Gründe führte er für seine Entscheidung an:

    • Die von der ersten und zweiten Angriffswelle eintreffenden Berichte ließen keinen Zweifel daran, dass die in Pearl Harbor liegenden Schlachtschiffe vernichtend getroffen worden waren. Ohne diese Schiffe war die US-Flotte selbst bei massiver Verstärkung durch Schiffe aus dem Atlantik nicht in der Lage, die gleichzeitig angelaufene japanische Großoffensive in Südostasien ernsthaft zu behindern. Das strategische Hauptziel des Angriffs war damit erreicht.
    • Das Vorbereiten einer dritten Welle hätte beträchtliche Zeit gedauert. Die Maschinen der ersten Welle wurden nach der Landung sofort unter Deck gebracht, da die Flugdecks für die Landung der zweiten Welle frei sein mussten. Die Neuausrüstung mit Bomben und Treibstoff hätte zusätzlich Zeit benötigt, dann mussten die Maschinen zum Starten wieder auf das Flugdeck gebracht werden, wobei man gleichzeitig die auf dem Flugdeck stehenden gelandeten Maschinen in das Hangardeck bringen musste. Dieser komplexe und zeitraubende Prozess hätte bedeutet, dass die dritte Welle nicht vor Einbruch der Dunkelheit zurückgekehrt wäre. Nachtlandungen auf Trägern waren 1941 nicht üblich, es gab noch keine sicheren Verfahren für das Landen bei Dunkelheit, und die Trägermaschinen waren zumeist nicht nachtflugtauglich. Eine Nachtlandung hätte höchstwahrscheinlich den Verlust vieler erfahrener Piloten bedeutet, die Japan nicht entbehren konnte. Darüber hinaus wären die Schiffe während der Neuausrüstung der Flugzeuge äußerst verwundbar gewesen. Sechs Monate später wurden die Flugzeugträger Akagi, Sōryū, Hiryū und Kaga in der Schlacht um Midway durch einen verhältnismäßig schwachen Angriff, der zufälligerweise während ihrer Startvorbereitungen erfolgte, vernichtet.
    • Die Verluste der zweiten Welle waren doppelt so hoch gewesen wie die der ersten, da sie ohne Überraschungsmoment angriff. Ein weiterer Angriff würde aufgrund der mehrstündigen Pause gegen einen voll abwehrbereiten Feind fliegen und noch höhere Verluste erleiden.
    • Solange die Maschinen unterwegs waren, musste Nagumo auf seiner Position bleiben, damit sie ihn zum Landen finden konnten. Dies würde jedoch amerikanischen Streitkräften die Möglichkeit zum Gegenschlag mit eventuell verbliebenen Bombern sowie ihren U-Booten geben. Obwohl die japanischen Geschwader zur Täuschung die Insel aus allen Richtungen angeflogen hatten, musste er damit rechnen, dass die Amerikaner bemerkt hatten, aus welcher Richtung die Maschinen an- und abflogen.
    • Die Flugzeugträger wurden für die Offensive in Südostasien benötigt. Viele der Ziele in Indonesien und Neuguinea lagen außerhalb der Reichweite landgestützter Flugzeuge. Er durfte seine Verbände (Träger und ihre Flugzeuge) keinem großen Risiko aussetzen, wenn es dafür keinen zwingenden Grund gab. Die Vernichtung des Stützpunktes Pearl Harbor war seiner Meinung nach nicht ausreichend dafür.
    • Die US-Flugzeugträger lagen nicht in Pearl Harbor, und daher bestand die Gefahr, dass sie plötzlich auf die japanische Flotte treffen würden. Befänden sich die japanischen Flugzeuge zu diesem Zeitpunkt über Pearl Harbor, wären die japanischen Träger den Angriffen der US-Trägerflugzeuge nahezu schutzlos ausgeliefert.

    Mehrere Stabsoffiziere sowie Geschwaderkommandanten der zurückgekehrten ersten Angriffswelle bedrängten ihn, den dritten Angriff dennoch durchzuführen, konnten ihn jedoch nicht umstimmen.

    Verluste

    Die Oklahoma wird aufgerichtet, März 1943
    West Virginia (vorn) und Tennessee schwer beschädigt auf Grund liegend

    Die unmittelbaren Ergebnisse des Angriffs sind widersprüchlich beurteilt worden. Dies liegt daran, dass kleinere Schiffe oft nicht mitgezählt wurden oder es Unstimmigkeiten bei der Zählung von beschädigten oder zerstörten Schiffen gab. Die Toten und Verwundeten wurden teilweise getrennt nach Zivilisten, Marine- und Armee-Zugehörigkeit erfasst, in manchen Bilanzen wurden die zivilen Opfer gar nicht erfasst.

    Die folgende Bilanz gibt also nur ungefähr wieder, welche Zerstörung und wie viele Opfer in Pearl Harbor zu verzeichnen waren.

    Verluste auf US-amerikanischer Seite

    • 2403 Gefallene
    • 1178 Verwundete
    • 18 Schiffe waren versenkt oder – zum Teil schwer – beschädigt worden.
    • 9 beschädigte Schiffe
    • 188 zerstörte Flugzeuge
    • 159 beschädigte Flugzeuge

    Letztendlich wurden bis auf drei Schiffe (die Arizona, die Oklahoma und die Utah) alle versenkten oder schwer beschädigten amerikanischen Einheiten wieder gehoben und noch im Zweiten Weltkrieg wieder eingesetzt. Zusammen mit der Mississippi schlugen fünf der in Pearl Harbor versenkten oder beschädigten Schlachtschiffe (Maryland, West Virginia, Tennessee, California und Pennsylvania) 1944 die Schlacht in der Surigao-Straße. In diesem letzten Gefecht zwischen Schlachtschiffflotten, ausgetragen von Schlachtschiffen aus dem Ersten Weltkrieg und nicht den moderneren Iowas und Yamatos, versenkten sie die japanischen Schlachtschiffe Yamashiro und Fusō. Die Nevada fuhr 1944 als Teil der alliierten Invasionsflotte in Richtung Normandie.

    Der schlimmste Verlust für die USA war der Tod der vielen unschuldigen Menschen. Von den 2403 Toten waren 2008 Marineangehörige, 109 des Marine Corps, 218 Angehörige der Armee. 78 Zivilisten waren unter den Toten. Hinzu kamen 1178 Verwundete. Die durch die Magazinexplosion fast völlig zerstörte Arizona ist heute eine Gedenkstätte; das Wrack des zum Flak-Ausbildungsschiff umgebauten alten Schlachtschiffs Utah wurde lediglich in eine Position gezogen, wo es nicht im Weg liegt. Als letztes Schiff wurde 1943 die gekenterte Oklahoma gehoben, die langwierige Reparatur ihrer massiven strukturellen Schäden lohnte sich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr.

    Verleihungen der Medal of Honor

    15 Soldaten wurden für ihr Verhalten während des Angriffes mit der Medal of Honor, der höchsten Tapferkeitsauszeichnung der US-Streitkräfte geehrt, davon 10 postum.

    Verluste auf japanischer Seite

    Wrack eines japanischen Kleinst-U-Bootes
    • etwa 65 Piloten und U-Boot-Besatzungsmitglieder gefallen,
    • etwa 29 zerstörte Flugzeuge,
    • etwa 5 versenkte Zwei-Mann-U-Boote,
    • 1 Gefangener (U-Boot-Kommandant Leutnant Sakamaki Kazuo).

    Die geringen japanischen Verluste von lediglich 29 Flugzeugen übertrafen selbst die optimistischsten Prognosen der Planer des Angriffs. Man hatte mit weit höheren Verlusten gerechnet. Dass diese nicht eintraten, lag sowohl an der erreichten vollständigen Überraschung sowie an der mangelnden Kampfbereitschaft, in der sich die amerikanischen Streitkräfte vor dem Angriff befanden.

    Strategische Auswirkungen

    Die japanischen Eroberungen von 1937 bis März 1942

    Gleichzeitig mit dem Angriff auf Pearl Harbor begann die japanische Offensive im Pazifik, japanische Truppen marschierten in Thailand ein und landeten auf den Philippinen. Am Morgen des 10. Dezembers malaiischer Ortszeit (knapp 48 Stunden nach dem Angriff) versenkten japanische Bomber mit der Prince of Wales und der Repulse zum ersten Mal in der Geschichte Schlachtschiffe auf hoher See und in voller Gefechtsbereitschaft. Die Versenkung dieser schnellen und modernen Schiffe allein durch Luftstreitkräfte beendete die bis dahin dominierende Rolle des Schlachtschiffes in der Seekriegsführung.

    Mit nur noch einem verfügbaren Schlachtschiff, der nicht in Pearl Harbor liegenden Colorado, stellte die amerikanische Pazifikflotte keine Bedrohung mehr dar, was Japan erlaubte, seine gesamte Flotte in Südostasien einzusetzen. Durch seine jetzt gewaltige Überlegenheit zur See und in der Luft hatte es die uneingeschränkte Initiative im Kampfraum, wodurch es den Japanern gelang, die nominell gleich starken alliierten ABDA-Streitkräfte (beide Seiten verfügten im Kampfgebiet über etwa elf Divisionen an Landstreitkräften) innerhalb von drei Monaten ohne größere Schwierigkeiten zu überrennen.

    Der amerikanischen Pazifikflotte blieb nach dem Angriff nur die Defensive übrig. An offensive Operationen war für lange Zeit nicht zu denken, da die japanische Flotte jetzt in jeder Hinsicht überlegen war. Zwar gelang es, die leichter beschädigten Schlachtschiffe Maryland, Tennessee und Pennsylvania binnen dreier Monate in Tag- und Nachtarbeit zu reparieren, womit zusammen mit der Colorado und den aus dem Atlantik zurückverlegten Idaho, Mississippi und New Mexico wieder sieben Schlachtschiffe zur Verfügung standen. Damit war man jedoch den inzwischen um die Yamato verstärkten elf japanischen Schlachtschiffen deutlich unterlegen.

    Bei den Flugzeugträgern war das Kräfteverhältnis noch ungünstiger. Obwohl man keinen Träger verloren hatte und Verstärkung durch die Yorktown und Hornet erhielt, standen den fünf amerikanischen Trägern elf japanische gegenüber. Erheblich schwerer als die numerische Unterlegenheit wog der qualitative Unterschied in dieser nun äußerst wichtigen Waffengattung. Die Japaner verfügten über große Erfahrung in Trägeroperationen, ihre Mannschaften waren perfekt eingespielt und ihre Piloten hatten in den letzten vier Jahren über China Kampferfahrung sammeln können. Auf amerikanischer Seite waren größere Trägeroperationen zwar nichts Neues, denn man hatte in Manövern der Vorkriegszeit Angriffe von Flugzeugträgern auf den Panamakanal geübt und ausgewertet. Da aber die US-Träger in der Zwischenzeit mit neuen Flugzeugmustern ausgerüstet worden waren, hatte man anfangs Probleme mit der Koordination der Aktivitäten auf dem Flugdeck. Als sechs Monate später in der Schlacht um Midway die Träger Enterprise und Hornet alle Maschinen zu einem gemeinsamen Angriff starten sollten, dauerte es nach dem Start der ersten Hälfte der Maschinen zu lange, die zweite Hälfte startklar zu machen. Man war gezwungen, den gemeinsamen Angriff aufzugeben und die bereits gestarteten Flugzeuge alleine loszuschicken, bevor sie beim Warten zu viel Treibstoff verflogen. Als Folge davon erlitten die jetzt ohne Jagdschutz angreifenden Verbände schwere Verluste. Schwerer jedoch wog die mangelnde technische Ausrüstung, speziell bei Jagdflugzeugen und der Torpedowaffe. Die Grumman F4F war der Mitsubishi A6M in Manövrierfähigkeit, Steigleistung und Geschwindigkeit stark unterlegen und es dauerte bis Mitte 1943, bis geeignete Flugzeugmuster (Grumman F6F und Vought F4U) zur Verfügung standen. Allerdings ermöglichte die inzwischen von John S. „Jimmy“ Thach entwickelte neue Luftkampftaktik den US-Piloten auch mit den älteren Maschinen echte Chancen auf Luftsiege gegen die japanischen Typen. Bei den Torpedoflugzeugen war die Douglas TBD hoffnungslos veraltet. Zwar wurde sie nach der Schlacht um Midway durch die Grumman TBF ersetzt, aber die Torpedos selbst waren langsam und funktionierten nur selten. Aus Ersparnisgründen hatte man nur wenige Tests vor dem Krieg durchgeführt, sodass bis 1943 keine wirkungsvollen Torpedos zur Verfügung standen. Die Leistung des japanischen Long-Lance-Torpedos wurde nie erreicht.

    Da der Überwasserflotte auf absehbare Zeit nichts weiter übrig blieb, als zu versuchen, die Stellung so gut es ging zu halten, bis von den Werften Verstärkung durch neue Schiffe kam, wurden die U-Boote zur einzigen Waffe, mit der offensiv gegen Japan agiert werden konnte. Als neuer Befehlshaber der Pazifikflotte wurde deshalb Chester W. Nimitz ernannt, einer der wenigen aus der U-Boot-Waffe hervorgegangenen Admiräle. In der Folgezeit führten die amerikanischen U-Boote gegen das auf seine Seeverbindungen angewiesene Japan einen Tonnagekrieg, der so erfolgreich war, dass er heute von allen Seiten als eine der Hauptursachen für den amerikanischen Sieg im Pazifik angesehen wird.

    Das japanische Oberkommando betrachtete die Schlacht seinerzeit als einen strategischen Erfolg, der seine kühnsten Erwartungen übertraf. Die japanische Flotte hatte an der Grenze ihrer Reichweite operiert, den Feind in einem kaum für möglich gehaltenen Ausmaß überrascht und seine gesamte Schlachtflotte auf einen Schlag ausgeschaltet. Angesichts der unerwartet niedrigen eigenen Verluste von nur 29 Maschinen erschienen das Fehlen der Flugzeugträger sowie die Verschonung der Docks und Öllager als kleine Schönheitsfehler in einem ansonsten unglaublich perfekten japanischen Sieg.

    Heute wird der Angriff hingegen in allen Punkten als vollständiger strategischer Fehlschlag angesehen. Dass man keinen Flugzeugträger versenkte, war noch entschuldbar, da das japanische Oberkommando ihre Abwesenheit weder voraussehen noch darauf reagieren konnte, als man über das Konsulat vom Auslaufen auch der Lexington am 5. Dezember erfuhr. Der Angriff konnte nur am 7. Dezember durchgeführt werden, der japanische Kampfverband hatte keine Treibstoffreserven, die ein Verschieben des Angriffs erlaubt hätten, geschweige denn, dass man die gesamte Offensive in Südostasien kurzfristig aufhalten konnte. Dass Nagumo es unterließ, den Stützpunkt mit dessen Einrichtungen anzugreifen und zu zerstören, war jedoch sehr nachteilig für die Japaner. Der Verlust der einzigen Docks im Zentralpazifik hätte die USA zweifellos am härtesten getroffen. Dass dies unterblieb, zeugt von einer falschen Setzung der Prioritäten sowohl bei Nagumo selbst als auch beim Oberkommando, das die Entscheidung, den Angriff abzubrechen, später als richtig ansah.

    Inwiefern der Abbruch des Angriffs ohne eine 3. Angriffswelle als Fehleinschätzung der Lage zu werten ist, wird teilweise kontrovers diskutiert. Richtig ist zwar die Annahme, dass eine Zerstörung der Docks und Treibstofftanks die USA erheblich in den strategischen Planungen behindert und wahrscheinlich zum Rückzug an die US-Westküste gezwungen hätte. Allerdings steht dieser Tatsache gegenüber, dass den japanischen Streitkräften der Angriffsflotte die taktischen Mittel für erfolgreiche Angriffe auf eine große Marinebasis gefehlt hatten. Aufgrund der Zusammensetzung der zur Verfügung stehenden trägergestützten Luftstreitkräfte wäre mit hoher Wahrscheinlichkeit nur ein Angriff mit Sturzkampfbombern in Frage gekommen, die bereits in den ersten beiden Angriffswellen mit die größten Verluste erlitten hatten (allein in der 2. Angriffswelle gingen 14 Sturzkampfbomber verloren, 41 wurden beschädigt). Der Erfolg einer 3. Angriffswelle muss daher, da sich die Luftabwehr in Pearl Harbor schnell erholt hatte, bezweifelt werden. Zudem wäre nur eine Bewaffnung der Angriffsflugzeuge mit 250-Kilogramm-Bomben möglich gewesen, was wirkungsvolle Schläge zusätzlich erschwerte. Welche Auswirkungen der Angriff von Trägerflugzeugen auf einen gesicherten und vorbereiteten Stützpunkt hat, zeigte sich wenige Monate später beim Angriff auf Midway.

    Auch der Angriff auf die Schlachtschiffe wird oft kritisiert: da sie im flachen Hafenwasser sanken, konnten sie doch relativ einfach wieder gehoben und repariert werden. Hätte Japan gemäß dem ursprünglichen Kriegsplan (gültig vor der Verlegung der Flotte von San Diego nach Pearl Harbor) das Auslaufen der Flotte zur Verstärkung der angegriffenen Philippinen abgewartet und die Schlachtschiffe dann auf hoher See versenkt, wären diese permanent verloren gewesen. Hinzu kommt noch, dass sich die versenkten Schlachtschiffe auf Grund ihrer geringen Geschwindigkeit für die neue Rolle des Schlachtschiffs als Flugzeugträger-Eskorte ungeeignet erwiesen und während des Krieges hauptsächlich amphibische Landungen mit ihrer Artillerie unterstützten. Zu dem Verlust des Materials wäre auf hoher See zudem eine weitaus höhere Zahl an menschlichen Verlusten gekommen, die man hätte ersetzen müssen. Anders dagegen die Situation nach Pearl Harbor: Viele Matrosen und Spezialisten standen auch nach dem Angriff noch zur Verfügung und waren praktisch gefechtsbereit. Zu diesen Überlegungen kommt letztendlich eine weitere Tatsache hinzu: Durch die Versenkung der älteren Schlachtschiffe blieb den USA letzten Endes nur die Konzentration auf den Bau von Flugzeugträgern, um der japanischen Marine die Stirn zu bieten. Auf diese Weise hat Pearl Harbor den marinestrategischen Paradigmenwechsel beschleunigt. Während des Krieges stellten die USA allein 18 große Flottenträger und 77 Geleitträger in Dienst.

    Abschließend muss in diesem Zusammenhang festgehalten werden, dass der Angriff auf Pearl Harbor – so schwerwiegend wie er auch gewesen sein mag – für das Kaiserreich Japan nicht nur ein strategischer Misserfolg war, sondern eigentlich bereits den Weg des Kriegsverlaufs vorzeichnete. Einer der größten Fehler war in den Augen einiger Autoren die Tatsache, dass sich Japan auf den Krieg mit den USA und deren Potenzial eingelassen hat, ohne eine genaue Strategie zu entwickeln, wie dieser Konflikt zum gewünschten Ergebnis führen sollte, und diese Nachlässigkeit auch in den folgenden Kriegsjahren nicht revidieren konnte.

    Politische Auswirkungen

    Franklin D. Roosevelt unterzeichnet als Reaktion am 8. Dezember die Kriegserklärung an Japan.
    Propagandaplakat: „Rächt Pearl Harbor“

    Die schwerwiegendste Folge war die Wirkung des Angriffs auf die öffentliche Meinung in den USA: Isolationismus und Pazifismus verloren auf einen Schlag ihren Einfluss. Am 8. Dezember erklärten die USA Japan offiziell den Krieg, die Kriegserklärung wurde im vorher zwischen Isolationisten und Interventionisten gespaltenen Kongress mit nur einer Gegenstimme verabschiedet. Vier Tage später erklärten Deutschland und Italien, die von dem Angriff ebenfalls überrascht worden waren, den USA den Krieg, womit die USA auch offiziell in den europäischen Teil des Krieges eintraten.

    Der Überraschungsangriff galt in den USA als hinterhältig und perfide, da er ohne vorherige Kriegserklärung (auch die am 7. Dezember verspätet überreichte Note enthielt lediglich den Abbruch der Verhandlungen) und für die Bevölkerung der USA vollkommen überraschend erfolgt war. In den USA gilt der Begriff Pearl Harbor seither als Metapher für einen verheerenden, unprovozierten und unvorhergesehenen Angriff. Der 7. Dezember 1941 wird oft als Day of Infamy (Tag der Ehrlosigkeit) bezeichnet, nach der Eröffnung der?/i, mit der er am nächsten Tag vom Kongress die Zustimmung zur Kriegserklärung einholte. Der Wunsch nach Rache und Sieg über Japan führte dazu, dass die Rekrutierungsstellen der Streitkräfte starken Andrang Freiwilliger hatten. Den Hass bekamen japanischstämmige Amerikaner als erste zu spüren, sie wurden Opfer zahlreicher Übergriffe und schließlich in Internierungslagern inhaftiert. 1988 entschuldigte sich Präsident Ronald Reagan im Namen der US-Regierung für dieses auf „Rassismus, Vorurteilen und Kriegshysterie“ basierende Verhalten.

    Zur Untersuchung des Angriffs setzte Präsident Roosevelt eine Untersuchungskommission unter dem Vorsitz des Verfassungsrichters Owen Roberts ein. Am 28. Januar 1942 erklärte die Kommission in ihrem Bericht Admiral Kimmel und General Short zu den Hauptverantwortlichen für die Niederlage. Man warf ihnen auf Grund der mangelnden Gefechtsbereitschaft ihrer Streitkräfte Pflichtvernachlässigung vor. Sie hätten Warnungen nicht ernst genug genommen und besonders Short habe durch seine Entscheidung, sämtliche Flugzeuge in der Mitte der Flugplätze zu parken, diese zu leichten Zielen gemacht. Beide Kommandeure waren bereits Mitte Dezember 1941 von ihren Posten abgelöst worden, wodurch sie automatisch von ihren bisherigen (aber nur temporär für ihr Kommando vergebenen) 4-Sterne-Rängen in 2-Sterne-Ränge zurückfielen. Ihre Karrieren waren damit praktisch beendet. Die von der Roberts-Kommission vertretene Auffassung war von Anfang an kontrovers; viele sahen in Kimmel und Short Sündenböcke, die bei einer Anklage von einem Militärgericht jederzeit freigesprochen worden wären. 1944 führten zwei Kommissionen, eine der Armee (Army Pearl Harbor Board) und eine der Marine (Navy Court of Inquiry), eine weitere Untersuchung des Angriffs durch (insgesamt wurden nach der Roberts-Kommission bis 1946 sieben Untersuchungen des Angriffs durchgeführt). Tatsächlich befand der Navy Court of Inquiry, dass Admiral Kimmel nichts vorzuwerfen sei, der Bereitschaftsgrad der Flotte sei der Admiral Kimmel bekannten Lage angemessen gewesen. Besonderes Gewicht wurde darauf gelegt, dass die Flakgeschütze der Schiffe einsatzbereit waren und bei Beginn des Angriffs sofort das Feuer eröffneten, während die Flakgeschütze der Armee teilweise stundenlang auf Munition warteten. General Short hingegen wurde massiv kritisiert, weil er die Möglichkeit eines Angriffs nicht vorhergesehen hatte und Pearl Harbor in seiner Kriegswarnung nicht als mögliches Angriffsziel erwähnt wurde. Das Army Pearl Harbor Board befand, dass sich General Short tatsächlich der Pflichtvernachlässigung schuldig gemacht habe, kritisierte aber ebenfalls die Armeeführung in Washington, insbesondere General Marshall. Auch die Armeeführung hatte die Möglichkeit eines Angriffs nicht erkannt und den ihr bekannten geringen Bereitschaftsgrad der Armee in Hawaii nicht korrigiert, obwohl sie mit einem bevorstehenden Krieg mit Japan rechnete. Beide Berichte wurden jedoch während des Krieges geheim gehalten, zum einen, weil mehrere der kritisierten Offiziere inzwischen hohe Positionen innehatten und dort als hervorragend bewertete Arbeit leisteten; ihre Ablösung wurde für die Kriegführung als nachteilig angesehen. Ein anderer Grund war die Rolle, die die entschlüsselten japanischen Funksprüche für die Beurteilung durch die Kommissionen hatten. Dass der japanische Code gelesen werden konnte, musste aber während des noch laufenden Krieges geheim bleiben.

    Am 25. Mai 1999 schließlich verabschiedete der Senat mit 52 zu 47 Stimmen eine Resolution, die Kimmel und Short von allen Vorwürfen freisprach und sie posthum in den 4-Sterne-Rang erhob, den alle anderen ranghöheren US-amerikanischen Offiziere des Zweiten Weltkrieges spätestens bei ihrem Ausscheiden aus den Streitkräften erhalten hatten.

    In Japan löste der Angriff gemischte Gefühle aus. Admiral Yamamoto war entsetzt darüber, dass die japanische diplomatische Note erst nach dem Angriff überreicht worden war. Dies verschlimmerte die seiner Meinung nach von Anfang an nicht aussichtsreiche Lage Japans, den Krieg zu gewinnen. Den Tag nach Pearl Harbor soll er in Depressionen versunken verbracht haben, während sein Stab feierte. Es gibt zwar keinen Beleg, dass er den berühmten Satz „Ich fürchte, alles, was wir erreicht haben, ist, einen schlafenden Riesen zu wecken und mit einem furchtbaren Vorsatz zu erfüllen.“ je gesagt hat, der ihm im Film Tora! Tora! Tora! zugeschrieben wird. Nach Aussage von Zeitzeugen gibt der Satz aber die Stimmung Yamamotos nach dem Angriff durchaus zutreffend wieder. Für die japanische Bevölkerung kam der Angriff genauso überraschend wie für die amerikanische, und obwohl die japanische Regierung seit einiger Zeit durch Propaganda anti-amerikanische Stimmung zu erzeugen versuchte, scheinen viele Japaner entsetzt darüber gewesen zu sein, dass sie sich jetzt im Krieg mit den Vereinigten Staaten befanden, einem Land, das von nicht wenigen Japanern bewundert wurde. Die Japaner scheinen jedoch die Rechtfertigung der Regierung, dass der Krieg unvermeidbar war, akzeptiert zu haben und unterstützten im Folgenden bis zur japanischen Kapitulation die Kriegspolitik.

    75 Jahre nach dem Angriff auf Pearl Harbor empfing 2016 der amerikanische Präsident Barack Obama in Pearl Harbor den japanischen Ministerpräsidenten Shinzō Abe. Ihr Treffen gilt nach dem Besuch Präsident Obamas 2015 in Hiroshima als weiterer Schritt der Versöhnung beider Staaten.

    Neben der Untersuchung und Diskussion darüber, wer die Verantwortung für die Verluste der USA in Pearl Harbor hatte, kam es kurze Zeit auch zur Mythenbildung und „regelrechten Verschwörungstheorien“. Zum Teil steckten dahinter Kreise, die die Schuldigen für die Versäumnisse der geheimdienstlichen Aufklärung über die Aktionen der Japaner, die Versäumnisse bei der Kommunikation der bestehenden Warnungen vor dem Überfall und für die Fehler bei der Verteidigung von Pearl Harbor entlasten wollten. Auch der US-Präsident rückte in die Mitte der Anschuldigungen, als Verdächtigungen die Runde machten, die US-Regierung habe den Angriff gezielt provoziert oder von dem kommenden Angriff gewusst und die Flotte in Pearl Harbor nicht gewarnt, um den USA mit dem japanischen Angriff einen Grund für den Eintritt in den „Krieg gegen die Achsenmächte“ zu liefern.

    Amerikanische und britische Geheimdienste hätten nach Darstellung des in der Literaturliste erwähnten Robert Stinnet schon Wochen zuvor nicht nur den streng geheimen diplomatischen Funkverkehr aus Tokio decodiert und mitgehört, die Funkaufklärung der Marine soll auch den entscheidenden japanischen Militärcode (5-Num-Code) vorzeitig entschlüsselt haben. Auch soll der japanische Flottenverband die befohlene Funkstille nicht eingehalten haben, so dass die amerikanische Funküberwachung dessen Bewegungen hätten mitverfolgen können. Diese Thesen einer Verschwörung werden von der Mehrzahl der akademischen Historiker zurückgewiesen. Es fehlen durchweg seriöse Belege, manchmal mangelt es an Logik. So stellt Krebs klar, dass die Amerikaner am 7. Dezember 1941 zwar den diplomatischen Code geknackt hatten, nicht aber den Code der Marine. Die Vorbereitung eines Angriffes auf Pearl Harbor war den japanischen Diplomaten nicht bekannt und wurde nur im Marine-Funkverkehr behandelt, den die Amerikaner noch nicht entschlüsselt hatten. Erst ab 1942 konnte davon die Rede sein, wobei die Amerikaner einige Codes erst nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges knacken konnten. Diese falschen Behauptungen Stinnets wurde nach Krebs schon 1999 bei der amerikanischen Erstausgabe des Stinnet-Buches von amerikanischen Fachwissenschaftlern moniert. In der deutschen Ausgabe wurden die Bedenken gegen dieses Buch nicht berücksichtigt. Als Beweis für das Nichteinhalten der Funkstille des Flottenverbandes führt Stinnet größtenteils Funksendungen von Landstationen an die japanische Flotte an. Nach Krebs konnte man mit solchen Funksendungen den Standort der Angriffsflotte nicht feststellen.

    Schon wenige Wochen nachdem das japanische Marineministerium die Entscheidung getroffen hatte, einen Angriff auf Hawaii in die Kriegsplanungen aufzunehmen, erhielten die USA eine Warnung. Am 27. Januar 1941 berichtete der amerikanische Botschafter in Japan, Joseph C. Grew, dass ein gut informierter peruanischer Gesandter ihm erzählt habe, dass das japanische Militär einen Überraschungsangriff auf Pearl Harbor plane, falls es zu »Streitigkeiten zwischen den USA und Japan käme«. Dabei würden die Japaner alle militärischen Mittel einsetzen, die sie besäßen. Diese Meldung wurde in Washington als unglaubwürdig eingestuft, zumal zu diesem Zeitpunkt das Verhältnis zu Japan noch gut war. Zur gleichen Zeit erreichten die USA aber auch gegenteilige Meldungen, so dass es schwer war, die Wichtigkeit dieser einen Meldung zu erkennen. Anhänger von Verschwörungstheorien argumentieren dagegen, die US-Führung sei somit über den Angriff auf Pearl Harbor im Kriegsfall von Beginn der Vorbereitungen an informiert gewesen.

    • Marcel Hartwig: Die traumatisierte Nation?: »Pearl Harbor« und »9/11« als kulturelle Erinnerungen. transcript, Bielefeld. 2011, ISBN 978-3-8376-1742-9.
    • Peter Herde: Pearl Harbor, 7. Dezember 1941. Der Ausbruch des Krieges zwischen Japan und den Vereinigten Staaten und die Ausweitung des europäischen Kriegs zum Zweiten Weltkrieg. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1980, ISBN 3-534-07555-2. (Weitere Auflagen)
    • David Kahn: The Codebreakers. The Story of Secret Writing. Scribner, New York 1996, ISBN 0-684-83130-9.
    • Takuma Melber: Pearl Harbor. Japans Angriff und der Kriegseintritt der USA. C.H. Beck, München 2016, ISBN 978-3-406-69818-7.
    • Gordon W. Prange u. a.: December 7, 1941. The Day the Japanese Attacked Pearl Harbor. McGraw Hill Books, New York 1991, ISBN 0-517-06658-0.
    • Gordon W. Prange: At Dawn We Slept. The untold story of Pearl Harbor. Penguin Books, London 2001, ISBN 0-14-100508-4.
    • Mark E. Stille: TORA! TORA! TORA! Pearl Harbor 1941 Osprey Publishing, Oxford 2011, ISBN 978-1-84908-509-0.
    Commons: Angriff auf Pearl Harbor – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
    1. Christopher Chant: The Encyclopedia of Codenames of World War II – Operation Ai. Verlag Routledge Kegan & Paul, 1987, ISBN 978-0-7102-0718-0 (englisch, codenames.info [abgerufen am 11. Januar 2021]).
    2. Takuma Melber: Pearl Harbor. Japans Angriff und der Kriegseintritt der USA.München 2016, S. 15.
    3. Ian Kershaw: Wendepunkte. Schlüsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg. Deutsche Verlags-Anstalt, München 2008, ISBN 978-3-421-05806-5, S. 418ff.
    4. Amerikanische Außenpolitik November 1939 bis November 1941 (englisch) (Memento vom 23. Oktober 2006 im Internet Archive)
    5. Zusammenstellung der japanischen Militärhistorischen Abteilung zur Politik zwischen 1937 und 1941.
    6. Aussage Tōjōs vor dem Internationalen Tribunal.
    7. Walter Lord: Midway: The Incredible Battle. Wordsworth Editions Ltd., 2000, ISBN 1-84022-236-0.
    8. Quelle: Dan van der Vat: Pearl Harbor. Der Tag der Schande.
    9. Die japanische Note vom 7. Dezember 1941.
    10. David Kahn: The Codebreakers.
    11. US-Streitkräfte im Atlantik 1941
    12. Vgl. Jeffrey Record: Japan’s Decision for War in 1941: Some Enduring Lessons. US Army Military Institute 2009, S. 26.
    13. Artikel über die Treffsicherheit der japanischen Marineflieger (Memento vom 27. September 2007 im Internet Archive)
    14. Notiz der US-Marine betreffend der Mindestwassertiefe für Torpedoangriffe.
    15. Befehle an die japanische Flotte inklusive detailliertem Angriffsplan.
    16. TheHistoryNet | World War II | Takeo Yoshikawa: World War II Japanese Pearl Harbor Spy. 27. September 2007, abgerufen am 16. Juni 2019.
    17. Pearl Harbor and the Japanese Spy Family Part 3. Abgerufen am 16. Juni 2019.
    18. Die Spione von Pearl Harbor. 7. August 2015, abgerufen am 16. Juni 2019.
    19. Bernard Julius Otto Kuehn. Abgerufen am 16. Juni 2019 (amerikanisches Englisch).
    20. Pearl Harbor Spy. Abgerufen am 16. Juni 2019 (amerikanisches Englisch).
    21. Kriegswarnung vom 27. November 1941.
    22. Memo: To The Secretary of War, Untersuchungsbericht der US-Army. propagandamatrix.com, archiviert vomOriginal am23. Oktober 2007; abgerufen am 3. März 2021.
    23. Liste der Schiffe in Pearl Harbor am 7. Dezember 1941.
    24. Artikel über die amerikanischen Träger bei Pearl Harbor.
    25. Chronology of the Dutch East Indies, December 1941 unter http://www.dutcheastindies.webs.com/december1.html
    26. Chronik des Angriffs bei National Geographic (englisch) (Memento vom 31. Dezember 2012 im Internet Archive)
    27. Knott, Shaeffer, Tuley: Radar cross section. Scitech Pub Inc, 2003, ISBN 978-1-891121-25-8, S. 24 (englisch).
    28. www.militaryhistoryonline.com/Pearl Harbor
    29. Walter F. Bell: Philippines in World War Two, 1941–1945. Greenwood Pub Group Inc, 1999, ISBN 978-0-313-30614-3,S.196.
    30. Takuma Melber: Pearl Harbor. Japans Angriff und der Kriegseintritt der USA. C.H. Beck, München 2016, ISBN 978-3-406-69818-7, S. 167f.
    31. Takuma Melber: Pearl Harbor. Japans Angriff und der Kriegseintritt der USA.München 2016, S. 168f.
    32. US-Uboote im Pazifik 1941–45.
    33. Die amerikanische Kriegserklärung
    34. Rede Präsident Roosevelts am 8. Dezember
    35. Übersicht über die Internierung Amerikaner japanischer Abstammung
    36. Bericht der Roberts-Kommission
    37. Bericht des Navy Court of Inquiry 1944.
    38. Bericht des Army Pearl Harbor Board 1944.
    39. Resolution des US-Senats 25. Mai 1999
    40. Robert Guillain: I saw Tokyo burning: An eyewitness narrative from Pearl Harbor to Hiroshima. J. Murray, 1981, ISBN 0-7195-3862-9.
    41. zeit.de 28. Dezember 2016: Geste der Versöhnung in Pearl Harbor
    42. Takuma Melber: Pearl Harbor. Japans Angriff und der Kriegseintritt der USA. C.H. Beck, München 2016, ISBN 978-3-406-69818-7, S. 191f.
    43. Rezension des Japanologen und Historikers Gerhard Krebs über Robert Stinnetts Buch: Pearl Harbor. Wie die amerikanische Regierung den Angriff provozierte und 2476 ihrer Bürger sterben ließ. Frankfurt 2003. In Nachrichten der Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens e. V. an der Uni Hamburg, NOAG, Heft 175–176, 2004.
    44. Takuma Melber: Pearl Harbor. Japans Angriff und der Kriegseintritt der USA. München 2016, S. 189f.
    45. Quelle: Peace and War – United States Foreign Policy 1931–1941. Departement of State: Washington, 1943 auf www.ibiblio.org
    46. Battleship Oklahoma BB-37.
    47. Wenn es kracht und zischt. In: FAZ vom 9. Dezember 2016, S. 6.
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    21.366666666667-157.95Koordinaten:21° 22′ 0″ N,157° 57′ 0″ W

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    Teil 1: Die amerikanisch-japanischen Beziehungen vor Pearl Harbor, Die US-Pazifikflotte, Vorbereitungen, Der Plan, Die amerikanische Funkaufklärung, Pearl Harbor am 7. Dezember
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    Teil 2: Der Angriff, Nagumos Entscheidung zum Rückzug, Bilanz, Verschwörungstheorien
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    Angriff auf Pearl Harbor
    angriff, pearl, harbor, schlacht, pazifikkriegs, sprache, beobachten, bearbeiten, dieser, artikel, behandelt, angriff, jahre, 1941, bombardierung, pearl, harbor, 1942, siehe, operation, auch, bekannt, überfall, pearl, harbor, beziehungsweise, operation, überra. Angriff auf Pearl Harbor Schlacht des Pazifikkriegs Sprache Beobachten Bearbeiten Dieser Artikel behandelt den Angriff im Jahre 1941 Zur Bombardierung von Pearl Harbor 1942 siehe Operation K Der Angriff auf Pearl Harbor auch bekannt als Uberfall auf Pearl Harbor beziehungsweise als Operation Ai 1 war ein Uberraschungsangriff der Kaiserlich Japanischen Marineluftstreitkrafte in Friedenszeiten auf die in Pearl Harbor im Hawaii Territorium vor Anker liegende Pazifikflotte der USA am 7 Dezember 1941 Am darauffolgenden Tag erklarten die USA dem Kaiserreich Japan den Krieg Angriff auf Pearl Harbor Teil von Zweiter Weltkrieg Pazifikkrieg Karte von Oʻahu mit den japanischen Anflugrouten Datum 7 Dezember 1941Ort Pearl Harbor Oʻahu HawaiʻiAusgang Japanischer SiegFolgen Eintritt der Vereinigten Staaten in den Zweiten WeltkriegKonfliktparteienVereinigte Staaten 48 Vereinigte Staaten Japanisches Kaiserreich JapanBefehlshaberHusband E Kimmel Marine Walter C Short Armee Yamamoto Isoroku Admiral Nagumo Chuichi Vizeadmiral Truppenstarke8 Schlachtschiffe 8 Kreuzer 29 Zerstorer 9 U Boote 391 Kampfflugzeuge 6 Flugzeugtrager 2 Schlachtschiffe 3 Kreuzer 9 Zerstorer 6 U Boote 441 KampfflugzeugeVerluste5 gesunkene Schlachtschiffe 3 Schlachtschiffe 3 Kreuzer und 3 Zerstorer beschadigt 188 zerstorte Kampfflugzeuge 155 beschadigte Kampfflugzeuge 2 403 Tote 1 178 Verwundete 29 zerstorte Kampfflugzeuge 5 gesunkene U Boote 1 Gefangener 65 Tote Uberblick Pazifikkrieg Japanische Offensiven 1941 1942 1941 Thailand Malaiische Halbinsel Pearl Harbor Hongkong Philippinen Guam Wake Force Z Borneo 1942 Burma Rabaul Singapur Sumatra Timor Australien Java Salamaua Lae Bougainville Buka Shortland Inseln Indischer Ozean Port Moresby Korallenmeer Midway Nordamerika Buna Gona Kokoda Track Angriff auf die im Hafen liegenden Schiffe In der Mitte eine Explosion nach einem Torpedotreffer auf die USS Oklahoma Zwei attackierende japanische Flugzeuge sind zu erkennen eins uber der USS Neosho und eins uber der Marinewerft Aufnahme aus einem angreifenden japanischen Flugzeug Mit dem Angriff weitete das Kaiserreich Japan den seit 1937 gefuhrten Pazifikkrieg aus Durch die Operation sollte die Pazifik Flotte der USA vorubergehend ausgeschaltet werden um ungehinderten Zugriff auf Rohstoffe in Sudost Asien zu erhalten Nach der Kriegserklarung der USA am 8 Dezember erklarten daraufhin das mit Japan verbundete nationalsozialistische Deutsche Reich sowie Italien am 11 Dezember 1941 den Krieg gegen die USA Kriegserklarung Deutschlands und Italiens an die Vereinigten Staaten Damit wurde der Angriff auf Pearl Harbor mit seinen Folgen zu einem entscheidenden Wendepunkt im Zweiten Weltkrieg denn die Kriegserklarung der USA an Japan und die Kriegserklarung der Achsenmachte gegen die USA bedeuteten den Eintritt der Vereinigten Staaten in den Zweiten Weltkrieg Zwar hatten die USA auch vor dem 11 Dezember betrachtliche materielle Unterstutzung Lend Lease an Grossbritannien und die Sowjetunion geleistet aber sie waren formal noch neutral geblieben Ein Grossteil der amerikanischen Pazifikflotte wurde durch den Angriff ausgeschaltet Das lag besonders daran dass die Befehlshaber in Pearl Harbor Uberraschungsangriffen unzureichend vorgebeugt hatten Zum Zeitpunkt des Angriffs waren die Flugzeugtrager der Pazifikflotte nicht in Pearl Harbor und wurden daher nicht getroffen Die Japaner hatten die Treibstoffdepots Werften und Docks nicht angegriffen was den Amerikanern von Nutzen war Einige Stunden vor dem Angriff hatte die japanische Offensive gegen die britischen und niederlandischen Kolonien in Sudostasien begonnen Japanische Invasion der Malaiischen Halbinsel Der Angriff auf Pearl Harbor wird als die Schlacht angesehen in deren Folge das Schlachtschiff als dominierendes Element des Seekrieges durch Flugzeugtrager und vor allem Flugzeuge abgelost wurde Obwohl der Angriff die USA militarisch erheblich schwachte waren die langfristigen Folgen fur Japan fatal Durch den in den USA als heimtuckisch aufgefassten Angriff gelang es der amerikanischen Regierung die bis dahin grosstenteils pazifistisch oder isolationistisch eingestellte US Bevolkerung fur den Kriegseintritt zu mobilisieren was auf Grund des enormen amerikanischen Industriepotenzials die Entscheidung zu Gunsten der Alliierten herbeifuhrte Der Name Pearl Harbor gilt bis heute in den USA als Synonym fur einen ohne jede Vorwarnung erfolgten vernichtenden Angriff Inhaltsverzeichnis 1 Die amerikanisch japanischen Beziehungen vor dem Angriff auf Pearl Harbor 2 Die US Pazifikflotte 3 Vorbereitungen 4 Der Plan 5 Japanische Spionage 6 Die amerikanische Funkaufklarung 7 Pearl Harbor am 7 Dezember 8 Der Angriff 8 1 Vorbereitungen 8 2 Anflug 8 3 Erster Angriff 8 4 Zweiter Angriff 9 Nagumos Entscheidung zum Ruckzug 10 Bilanz 10 1 Verluste 10 1 1 Verluste auf US amerikanischer Seite 10 1 2 Verleihungen der Medal of Honor 10 1 3 Verluste auf japanischer Seite 10 2 Strategische Auswirkungen 10 3 Politische Auswirkungen 11 Gedenken und Symbolwirkung 12 Verschworungstheorien 13 Siehe auch 14 Literatur 15 Filme 16 Weblinks 17 EinzelnachweiseDie amerikanisch japanischen Beziehungen vor dem Angriff auf Pearl Harbor BearbeitenSiehe auch Vorgeschichte des Zweiten Weltkrieges im Pazifikraum Seit 1937 fuhrte Japan in China den Zweiten Japanisch Chinesischen Krieg Die Vereinigten Staaten waren anfangs neutral jedoch anderte sich ihre Haltung in den folgenden Jahren wegen des Panay Vorfalls sowie sich haufender Berichte uber japanische Graueltaten wie zum Beispiel das Massaker von Nanking zugunsten Chinas So stellten sich die USA zunehmend auf die Seite Chinas Es ging den USA darum den eigenen Einfluss und ihre okonomischen Interessen in Asien zu schutzen Sie lieferten grosse Mengen Kriegsmaterials an China 2 Ferner warnten die USA Anfang 1940 Japan davor in Franzosisch Indochina einzumarschieren und verlegten demonstrativ ihre Pazifikflotte aus ihrer Heimatbasis San Diego an der Westkuste nach Pearl Harbor auf den Hawaii Inseln Als Japan im Juli 1940 trotz amerikanischer Warnung Truppen in Indochina stationierte schrankte die amerikanische Regierung unter Prasident Franklin D Roosevelt im September 1940 den amerikanischen Export von Erdol und Stahl nach Japan ein damals bezog Japan 80 seines Erdols aus den USA Als dies nicht die gewunschte Wirkung hatte und Japan am 24 Juli 1941 nach einigem Druck auf das Vichy Regime Franzosisch Indochina mit 40 000 Soldaten besetzte hatte sich die Situation verscharft Jetzt konnte Japan den Nachschub fur China abschneiden und hatte den Weg zu den Erdolquellen in Niederlandisch Indien frei 3 Daraufhin verhangten die USA am 25 Juli 1941 ein vollstandiges Ol Embargo gegen Japan und froren alle japanischen Guthaben ein Da sich Grossbritannien und Niederlandisch Indien diesem Schritt anschlossen verlor Japan 75 seines Aussenhandels und 90 seiner Ol Importe 4 Ohne die Ol Importe reichten Japans Reserven fur Industrie und Militar nur fur wenige Monate daher musste die japanische Fuhrung unter Premierminister Hideki Tōjō innerhalb dieser Zeit die Olzufuhr wiederherstellen wenn sie den Zusammenbruch des Reiches verhindern wollte Dazu sah sie nur zwei Moglichkeiten entweder erreichte Japan eine Aufhebung des Embargos durch Verhandlungen mit Washington als Gegenleistung fur japanische Konzessionen oder Japan stellte seine Versorgung mit Ol und anderen knappen Ressourcen durch Inbesitznahme der rohstoffreichen sudostasiatischen Kolonien Grossbritanniens und der Niederlande gewaltsam sicher 5 Die Mehrheit der japanischen Fuhrung hielt eine Einigung mit den USA zu akzeptablen Bedingungen fur Japan fur unwahrscheinlich Ausserdem wurde Japan auch bei einer Einigung weiterhin von auslandischen Rohstoffen abhangig sein Die Konsequenzen dieser Abhangigkeit waren akut Japan nahm dennoch Verhandlungen mit der amerikanischen Regierung auf die schliesslich am 26 November 1941 zur Hull Note fuhrten Diese wurde von Premierminister Tōjō und dem japanischen Kabinett als Ultimatum aufgefasst 6 Wahrenddessen bereitete das Militar den Angriff auf die britischen und hollandischen Kolonien im Suden vor Aus Sicht Japans war die Gelegenheit gunstig da die Niederlande uber keine nennenswerten Streitkrafte verfugten und Grossbritanniens Krafte wegen des Krieges in Europa gebunden waren Zudem war Japan durch den Automedon Vorfall in den Besitz der streng geheimen strategischen Direktiven des britischen Generalstabs fur Fernost gekommen Diese enthielten nicht nur eine detaillierte Analyse der vorhandenen britischen Streitkrafte in Asien und der geplanten Strategien im Kriegsfall sondern auch die besonders wertvollen Informationen inwiefern Grossbritannien gewillt war Krafte von anderen Fronten nach Asien zu verlegen Dadurch war das japanische Oberkommando besser uber die britische Verwundbarkeit informiert als die meisten britischen Befehlshaber Allerdings lagen zwischen Japan und den zu erobernden Rohstoffen immer noch die Philippinen die zu diesem Zeitpunkt eine halbautonome Kolonie der USA waren Von dort aus waren die USA in der Lage gewesen im Falle eines Krieges mit Japan die Transportwege zwischen den Rohstoffen in Sudostasien und der japanischen Industrie zu unterbrechen Ein Kriegseintritt der USA als Folge des japanischen Angriffs in Sudostasien war durch den in der amerikanischen Bevolkerung vorherrschenden Isolationismus und Pazifismus zwar ausserst unwahrscheinlich jedoch hielten viele japanische Militars aufgrund der amerikanischen Politik der vorangegangenen Jahre einen Konflikt letztendlich fur unvermeidlich und forderten daher die Besetzung der Philippinen als Teil der Offensive Sie verwiesen darauf dass sowohl die Philippinen als auch andere im Westpazifik gelegene amerikanische Besitzungen wie Guam und Wake nur schwach verteidigt waren so verfugte die Asienflotte der US Navy lediglich uber drei Kreuzer und 13 veraltete Zerstorer sich dieses jedoch schnell andern konne Ferner hatten die USA nach dem Ausbruch des Krieges in Europa mit einem massiven Ausbau ihrer Flotte begonnen zu dem auch zehn Schlachtschiffe der South Dakota und Iowa Klassen sowie neun grosse Flugzeugtrager der Essex Klasse gehorten Allein diese im Bau befindlichen Einheiten bildeten eine Flotte die starker war als die gesamte in 30 Jahren aufgebaute japanische Flotte Ferner konnte Japan 1941 darauf hoffen dass der Krieg in Europa einen Teil der amerikanischen Ressourcen binden wurde Zu einem spateren Zeitpunkt wurde es allein kampfen mussen Demgegenuber stand eine kleinere Gruppe von Offizieren und Politikern die vor einem Krieg mit den USA warnten Sie verwiesen auf das enorme industrielle Leistungsvermogen der USA die nicht nur diese riesige Flotte bauten sondern gleichzeitig riesige Mengen an Rustungsgutern fur Grossbritannien und die Sowjetunion produzierten vgl Leih und Pachtgesetz ohne dass dies zu Einschrankungen in der Produktion von zivilen Konsumgutern fuhrte So waren in den Vereinigten Staaten 1940 etwa 4 5 Mio Lastwagen gebaut worden in Japan lediglich 48 000 7 Einer der prominentesten Gegner eines Krieges mit den USA war ursprunglich Admiral Yamamoto Isoroku Oberbefehlshaber der Kombinierten Flotte und ehemaliger japanischer Marineattache in Washington Uber die Aussicht einen solchen Krieg zu gewinnen sagte er Bekomme ich den Befehl ohne Rucksicht auf die Konsequenzen Krieg zu fuhren so werde ich 6 Monate oder 1 Jahr lang wild um mich schlagen Sollte der Krieg aber ein zweites oder drittes Jahr dauern sehe ich ausserst schwarz 8 Dass der Krieg innerhalb eines Jahres gewonnen werden konne glaubte niemand Dennoch entschied sich die japanische Fuhrung Ende November 1941 endgultig fur den Krieg gegen die Vereinigten Staaten Yamamoto war dennoch derjenige der es gegen Widerstande durchsetzte einen Vernichtungsschlag gegen die Pazifikflotte zu fuhren um Zeit fur die Eroberung von Territorien in Sudostasien zu gewinnen In Washington wurden die diplomatischen Verhandlungen zum Schein noch bis zum Morgen des 7 Dezember weitergefuhrt Am 6 Dezember begann Tokio der japanischen Botschaft in Washington eine Note in 14 Teilen zu ubermitteln die dem US amerikanischen Aussenminister Punkt 13 00 Uhr Washingtoner Zeit 30 Minuten vor dem geplanten Angriffsbeginn ubergeben werden sollte Mit dieser Note teilte Japan den USA offiziell mit dass man aufgrund der Haltung der US Regierung keinen Sinn in weiteren Verhandlungen sehe und diese daher abbreche Die Note 9 enthielt aber entgegen heute weitverbreiteter Meinung keine Kriegserklarung Japans Der entscheidende 14 Teil der den Abbruch der Verhandlungen enthielt wurde erst in der Nacht zum 7 Dezember geschickt Obwohl die Note schon von Tokio ins Englische ubersetzt worden war und nur noch entschlusselt werden musste dauerte das Vorbereiten der Note zu lange Dies lag zu einem guten Teil daran dass der ubernachtigte Botschaftsmitarbeiter der den Text nach der Entschlusselung noch einmal mit der Schreibmaschine abtippen musste am Anfang so viele Tippfehler machte dass er sich schliesslich entschloss die ersten Seiten wegzuwerfen und sie noch einmal neu zu schreiben Aber auch das Entschlusseln dauerte langer als von Tokio erwartet Dadurch wurde die Note erst mehrere Stunden nach dem Angriff uberreicht 10 Die US Pazifikflotte Bearbeiten Pearl Harbor im Oktober 1941 In der Mitte Ford Island links davon die Liegeplatze der Schlachtschiffe die Battleship Row Schlachtschiff Allee In der Vorkriegszeit war die Pazifikflotte immer erheblich starker gewesen als die Atlantikflotte Nach dem Washingtoner Flottenvertrag von 1922 durften die USA 15 Schlachtschiffe und sechs Flugzeugtrager besitzen von diesen waren der Pazifikflotte zwolf Schlachtschiffe und vier Trager zugeordnet Dabei handelte es sich auch um die schlagkraftigsten Schiffe die drei Schlachtschiffe der Atlantikflotte Arkansas New York Texas waren die altesten der Flotte Der Grund fur diese einseitige Verteilung war dass im Pazifik mit Japan ein potenzieller Feind uber die drittgrosste Flotte der Welt verfugte wahrend die grossten Flotten im Atlantik Grossbritannien und Frankreich gehorten mit denen keine Konflikte zu erwarten waren Dies anderte sich als mit der Niederlage Frankreichs 1940 die franzosische Flotte neutralisiert wurde und die Royal Navy alleine im Atlantik und im Mittelmeer gegen die deutsche und italienische Flotte kampfen musste Um Grossbritannien dabei so weit wie moglich zu entlasten dehnten die USA ihre Neutralitatspatrouille immer weiter in den Atlantik aus So uberwachten amerikanische Kreuzer die Danemarkstrasse und amerikanische Zerstorer eskortierten Konvois im Westatlantik bis sie von britischen Zerstorern fur den gefahrlichsten Teil des Weges ubernommen wurden Dazu wurde ein Viertel der Pazifikflotte in den Atlantik verlegt darunter die Schlachtschiffe New Mexico Mississippi Idaho und der Flugzeugtrager Yorktown Ferner wurden fast alle neu gebauten Flugzeuge entweder im Atlantik eingesetzt oder direkt per Leih und Pachtgesetz an Grossbritannien geliefert die amerikanischen Streitkrafte im Pazifik mussten mit dem auskommen was sie hatten 11 Dennoch war die Pazifikflotte nach den bis dahin gultigen Massstaben die noch von einer Schlachtentscheidung durch Schlachtschiffe ausgingen recht stark Sie hatte neun Schlachtschiffe mit insgesamt 24 Geschutzen vom Kaliber 406 mm 16 Zoll und 68 Geschutzen vom Kaliber 356 mm 14 Zoll gegen zehn japanische Schlachtschiffe mit insgesamt 16 Geschutzen vom Kaliber 406 mm 16 Zoll und 80 Geschutzen vom Kaliber 356 mm 14 Zoll Den Kern der Schlachtflotte bildeten die big five die funf Schlachtschiffe der Tennessee und Colorado Klassen Diese erst nach dem Ersten Weltkrieg gebauten Schlachtschiffe waren die kampfstarksten der Flotte zwischen den Weltkriegen Hinsichtlich ihrer Artillerie und Panzerung waren sie auch noch 1941 den damals modernsten Schlachtschiffen der Welt wie der britischen King George V Klasse oder der deutschen Tirpitz ebenburtig Nur bei der Geschwindigkeit waren sie inzwischen mit ihren relativ langsamen 22 Knoten den modernen Schlachtschiffen unterlegen Da die japanische Flotte selbst jedoch ebenfalls aus Schlachtschiffen bestand die wahrend oder direkt nach dem Ersten Weltkrieg gebaut worden waren kam dieser Nachteil im Pazifik nicht zum Tragen Bei den Flugzeugtragern bestand ein Verhaltnis von drei amerikanischen zu zehn japanischen davon vier kleinere Trager 12 allerdings sah man die Rolle der Trager eher in der Unterstutzung der Schlachtschiffe durch Luftaufklarung Vorbereitungen BearbeitenDie Planungen der USA fur einen Krieg gegen Japan basierten lange Zeit auf dem War Plan Orange nach dem die US Pazifikflotte im Kriegsfall von ihrer Heimatbasis San Diego aus zu den Philippinen laufen wurde um diese gegen einen japanischen Angriff zu verteidigen und dann als Basis fur einen Vorstoss gegen Japan selbst zu nutzen Im Verlauf dieser Operationen sollte es dann zu einer grossen Entscheidungsschlacht zwischen den Schlachtschiffen kommen Die Moglichkeit der Eroffnung des Krieges durch einen japanischen Uberraschungsangriff ahnlich dem Angriff auf Port Arthur zu Beginn des Russisch Japanischen Krieges 1904 wurde dabei durchaus fur moglich gehalten Man dachte dabei jedoch an einen Angriff auf Manila die Basis der schwachen amerikanischen Asienflotte oder die Insel Wake Die US Pazifikflotte befand sich in ihrem Heimatstutzpunkt San Diego jedoch weit ausserhalb der Operationsreichweite der japanischen Flotte Mit der Verlegung der Pazifikflotte nach Pearl Harbor im Jahre 1940 anderte sich dies Pearl Harbor lag knapp innerhalb des Bereiches in dem japanische Flottenverbande mit vertretbarem Aufwand operieren konnten Hin und Ruckweg waren mit einmaligem Betanken auf See zu schaffen Als Japan mit den Planungen fur einen Angriff begann stiess man jedoch schnell auf Schwierigkeiten Die topographische Form des Hafens praktisch ein Binnengewasser das nur durch einen naturlichen Kanal mit dem Meer verbunden ist machte einen Torpedoangriff mit Zerstorern wie er 1904 in Port Arthur erfolgt war unmoglich Die Zerstorer hatten erst durch den Kanal in den Hafen laufen mussen um freies Schussfeld fur ihre Torpedos zu bekommen Dabei mussten sie zwangslaufig entdeckt und zusammengeschossen werden Als Alternative wurde ein Luftangriff untersucht Auch dies war keine vollkommen neue Idee Wahrend einer gemeinsamen Ubung von amerikanischer Armee und Marine zur Verteidigung Hawaiis im Jahr 1932 hatte Admiral Harry E Yarnell Kommandeur der angreifenden Streitkrafte die Staffeln der Flugzeugtrager Saratoga und Lexington einen Angriff auf Hawaii fliegen lassen Durch diesen am 7 Februar 1932 wie der 7 Dezember 1941 ein Sonntag aus nordwestlicher Richtung durchgefuhrten Angriff wurde den uberraschten Verteidigern nach Ansicht der Schiedsrichter betrachtlicher Schaden zugefugt Es ist durchaus moglich dass dieses Manover auch die japanischen Planungen beeinflusst hat obgleich die amerikanische Marine die Ergebnisse damals als unrealistisch verwarf Die Vorlage fur den Angriff lieferten jedoch die Briten im Mittelmeer als sie in der Nacht vom 11 auf den 12 November 1940 beim Angriff auf Tarent den italienischen Marinehafen Tarent mit Torpedobombern des Flugzeugtragers Illustrious angriffen und dabei drei italienische Schlachtschiffe versenkten Dieser Angriff wurde sowohl vom japanischen als auch vom amerikanischen Admiralstab intensiv untersucht da die Verhaltnisse in Tarent jenen in Pearl Harbor sehr ahnlich waren insbesondere was den Einsatz von Torpedos betraf Die Verwendung von Torpedos war nach Ansicht der Planer unbedingt erforderlich da dies die einzige Waffe war mit der Flugzeuge Schlachtschiffe mit Aussicht auf Erfolg angreifen konnten Torpedobomber vom Typ Fairey Swordfish Die verfugbaren Bomben waren nach allgemeiner Ansicht hingegen nicht in der Lage die massiven Deckpanzerungen der Schlachtschiffe zu durchdringen und grossere Schaden anzurichten Da von Flugzeugen abgeworfene Torpedos durch ihr Gewicht jedoch erst einmal auf eine grossere Tiefe sanken bevor die eingebaute Tiefensteuerung sie wieder nach oben lenkte galten flache Hafen wie Tarent und Pearl Harbor als sicher Um zu verhindern dass die Torpedos im Hafen auf Grund stiessen und dort festliefen waren die Torpedos mit kleinen Flugeln modifiziert worden damit sie nach dem Abwurf langer in horizontaler Lage blieben und nicht wie sonst in einem mit der Abwurfhohe zunehmenden Winkel ins Wasser eintauchten Zusatzlich waren die britischen Piloten extrem langsam und niedrig geflogen Die Amerikaner erhielten diese Informationen von den Briten Japanische Offiziere konnten sich in Tarent einen geborgenen britischen Torpedo ansehen 13 Die US Marine revidierte auf Grund des Angriffs ihre Richtlinien bezuglich des Torpedoschutzes von Schiffen im Hafen Bis dahin wurde eine Wassertiefe von 76 Fuss 23 Meter als Minimum fur einen erfolgreichen Torpedoangriff aus der Luft erachtet Im Juni 1941 wurde dies mit Hinweis auf den Angriff auf Tarent dahin korrigiert das Torpedoangriffe auch bei geringeren Wassertiefen moglich seien 14 Angriffe bei einer Wassertiefe von unter 20 Metern wurden aber als unwahrscheinlich eingestuft womit Pearl Harbor bei einer durchschnittlichen Wassertiefe von 15 Metern weiterhin als sicher galt Die Amerikaner glaubten auch dass ein vergleichbarer Angriff auf Pearl Harbor unwahrscheinlich ware da die Entfernung zwischen Tarent und der britischen Basis in Alexandria viel geringer war als die zwischen Pearl Harbor und den nachstgelegenen japanischen Basen Die unbemerkte Annaherung eines Feindes war daher erheblich schwieriger Zusatzlich konnten die japanischen Torpedobomber Nakajima B5N Kate nicht so langsam fliegen wie die alten Doppeldecker vom Typ Fairey Swordfish der Briten was eine Anwendung der britischen Methode ihrer Meinung nach ausschloss Die Amerikaner gingen von der Reichweite der ihnen zur Verfugung stehenden Flugzeuge aus Aktionsradius 350 km und unterschatzten die Reichweite der japanischen Flugzeuge 1000 km Aktionsradius erheblich Die Japaner hingegen kamen zu dem Schluss dass ein Torpedoangriff durchfuhrbar ware wenn man die Torpedos entsprechend modifizierte Dies fuhrte zur Entwicklung des Torpedos Typ 95 der kleiner und leichter als die ublichen japanischen Torpedos war Zusatzlich modifizierte man panzerbrechende Granaten der Kaliber 356 mm und 406 mm so dass sie als Bomben abgeworfen werden konnten Aus einer Hohe von mindestens 3000 Metern abgeworfen sollten sie genugend Durchschlagskraft haben um die Panzerung der Schlachtschiffe zu durchdringen Es war eine dieser Panzersprengbomben die die Munitionskammer der Arizona traf 13 Der Plan Bearbeiten Weg des Kidō Butai zum Angriff auf Pearl Harbor Der Plan laut Zitat Admiral Yamamotos Zu Beginn des Krieges soll der Kampfverband bestehend aus sechs Flugzeugtragern als Kern und kommandiert vom Oberbefehlshaber der 1 Luftflotte seinen Weg zu den Hawaii Inseln fortsetzen und die im Hafen vor Anker liegenden Hauptkrafte der US Flotte aus der Luft angreifen Der Kampfverband wird folglich ungefahr zwei Wochen vor dem Ausbruch der Feindseligkeiten vom Heimatland auslaufen sich den Hawaii Inseln von Norden nahern und ein oder zwei Stunden vor Tagesanbruch alle Flugzeuge an Bord der Trager etwa 400 starten Der Uberraschungsangriff auf die ankernden feindlichen Flugzeugtrager und Schiffe sowie auf Flugzeuge am Boden wird von einem Punkt gestartet werden ungefahr 200 sm nordlich der Insel Oʻahu Der U Bootverband bestehend aus 27 U Booten und kommandiert vom Oberbefehlshaber der 6 Flotte wird fortwahrend die Bewegung der feindlichen Flotte die in Hawaii vor Anker liegt erkunden und mit diesen Operationen einige Tage vor der Eroffnung der Feindseligkeiten beginnen Falls die feindliche Flotte den Hafen verlasst wird der U Bootverband einen Uberraschungsangriff ausfuhren oder versuchen Fuhlung mit ihr zu halten Andererseits wird dem Spezial Angriffsverband der U Bootverband unterstellt der unentdeckt in den Perlenhafen Pearl Harbor vorstossen und gleichzeitig mit den Luftangriffen des Kampfverbandes einen uberraschenden Angriff auf die feindliche Flotte starten wird Dem japanischen Angriffsplan zufolge sollte sich der Flugzeugtragerverband auf einer etwa 6 000 Kilometer langen Route nordlich der ublichen Schifffahrtswege in einer Reise von elf Tagen unbemerkt Pearl Harbor nahern und aus einer Entfernung von 350 Kilometer nordlich des Stutzpunktes uberraschend angreifen Da sonntags die meisten Dienststellen der US Streitkrafte nur mit vermindertem Personal arbeiteten wurde als Angriffstermin der erste Sonntag im Dezember der 7 Dezember gewahlt Der Angriff sollte vom Kidō Butai durchgefuhrt werden bestehend aus den sechs Flugzeugtragern Akagi Kaga Hiryu Sōryu Zuikaku und Shōkaku Der Geleitschutz der Trager bestand aus den schnellen Schlachtschiffen Hiei und Kirishima den schweren Kreuzern Tone und Chikuma sowie 9 Zerstorern die vom leichten Kreuzer Nagara angefuhrt wurden Die strategischen Hauptziele des Angriffs waren Japanischer Jager vom Typ Mitsubishi A6M Zero Japanischer Sturzkampfbomber Aichi D3A Val Japanischer Torpedobomber Nakajima B5N Kate Neutralisierung der Pazifikflotte Durch das Ausschalten der Schlachtschiffe und Flugzeugtrager sollte die amerikanische Flotte nicht in der Lage sein die japanische Offensive in Sudostasien zu behindern Die angreifenden Piloten erhielten ausdruckliche Anweisung nur Schlachtschiffe und Trager anzugreifen und ihre Torpedos und Bomben nicht an andere Schiffe zu verschwenden nicht alle hielten sich wahrend des Angriffs an den Befehl Ausschaltung des Stutzpunktes Pearl Harbor Durch Zerstorung der Dockanlagen und Treibstofftanks sollte es den USA unmoglich gemacht werden auf absehbare Zeit von Pearl Harbor aus zu operieren Die Docks von Pearl Harbor waren die einzigen Anlagen westlich von Kalifornien in denen Reparaturen und grossere Wartungsarbeiten durchgefuhrt werden konnten Wurden sie vernichtet mussten amerikanische Schiffe selbst fur kleinere Reparaturen uber den halben Pazifik an die Westkuste fahren Im Idealfall wurde durch die Versenkung eines grossen Schiffs im Zufahrtskanal Pearl Harbor sogar als Ankerplatz ausfallen womit die gesamte Flotte fur jede Operation erst von der Westkuste herankommen musste Aus taktischen Grunden kam ein weiteres Ziel hinzu Vernichtung der Luftstreitkrafte Die amerikanischen Flugplatze mussten angegriffen werden damit die dort stationierten Jager nicht die Angriffe auf den Hafen behinderten und die Bomber keine Gegenangriffe auf den Angriffsverband flogen falls dieser lokalisiert werden konnte Da nicht genugend Flugzeuge zur Verfugung standen um alle drei Aufgaben gleichzeitig zu erfullen wurde beschlossen zuerst nur die Schiffe und die Flugplatze anzugreifen Sobald die Maschinen zuruckkamen sollten sie neu betankt und munitioniert werden um die Docks und Treibstofftanks anzugreifen 15 Der erste Angriff sollte moglichst fruh im Morgengrauen erfolgen Da die Trager jener Zeit keine Katapulte verwendeten wurde immer das halbe Deck als Startbahn benotigt Damit konnte nur die Halfte der Flugzeuge gleichzeitig zum Starten an Deck gebracht werden Die zweite Halfte konnte erst startklar gemacht werden nachdem die erste Halfte gestartet war Da die Startvorbereitungen mindestens 30 Minuten dauerten wurde entschieden den ersten Angriff in zwei Wellen zu fliegen die erste Halfte flog voraus die zweite folgte so schnell wie man sie startklar machen konnte Die erste Welle sollte aus 45 Jagern A6M Zero 54 Sturzkampfbombern D3A Val und 90 Torpedobombern B5N Kate bestehen 40 der Kate sollten Torpedos tragen der Rest Bomben Die zweite Welle sollte aus 36 Zero 81 Val und 54 Kate alle mit Bomben bestehen Da die Uberraschung bei diesem Angriff elementar war hatte der Befehlshaber des Angriffsverbands Vizeadmiral Nagumo Chuichi den Befehl sofort umzukehren falls er auf dem Anmarsch entdeckt wurde Wurde er erst am Morgen des Angriffstages entdeckt war es ihm uberlassen ob er den Angriff riskieren wollte Auf keinen Fall sollte er seine Schiffe unnotigen Risiken aussetzen da sie fur Japan unersetzlich waren Der Angriffsverband verliess Japan am 26 November 1941 von den Gewassern in den Kurilen aus Wahrend der Fahrt schickte Admiral Yamamoto am 2 Dezember eine kodierte Nachricht an Nagumo Niitaka yama Nobore Erklimmt den Berg Niitaka womit der endgultige Befehl zur Durchfuhrung des Angriffs erteilt wurde Japanische Spionage BearbeitenDer japanische Spion Takeo Yoshikawa war im Marz 1941 nach Honolulu gekommen Getarnt als Mitarbeiter des Generalkonsulats war er offiziell eingereist Da mehr als ein Drittel der Bevolkerung in Hawaii japanischstammig war hatte Yoshikawa kein Problem sich als Einheimischer auszugeben Yoshikawa wusste genau wann welche Grosskampfschiffe im Hafen lagen und in welchem Rhythmus sie ausliefen Er kannte Details der Dienstplane der Militareinrichtungen und wusste dass der wichtigste Flughafen Hickham Air Field keine nennenswerte Luftverteidigung hatte In den ersten Monaten seines Einsatzes schickte Yoshikawa einmal im Monat einen Bericht uber den Status der US Flotte in Hawaii ab Mitte November zweimal wochentlich und ab dem 2 Dezember 1941 taglich Dabei erhielt Yoshikawa Hilfe vom japanischen Konsul in Honolulu Nagao Kita Seine Berichte wurden mit dem Chiffriersystem des japanischen diplomatischen Dienstes verschlusselt Dieses konnte zwar prinzipiell von den Kryptoanalytikern des US Kriegsministeriums geknackt werden trotzdem hatte fur jeden Tag und fur jeden Ursprungsort einer Nachricht eine passende Entschlusselung gefunden werden mussen Die meisten Telegramme die Kita versendete wurden erst viel zu spat von der Gegenseite entschlusselt 16 17 Bernard Kuhn FBI Foto 1941 Das deutsche Ehepaar Bernard und Friedel Kuhn sammelte gemeinsam mit ihrer Tochter Ruth Informationen auf der Insel und schickten sie uber das Konsulat nach Tokio Sie wurden 1936 auf Vorschlag des NS Staates japanische Agenten Mit gefalschten Papieren kamen sie als Professorenfamilie getarnt nach Hawaii Ruth pflegte dort den Umgang mit amerikanischen Offizieren und erlangte Geheiminformationen Die Kuhns bauten im Auftrag der Japaner ein Haus in Pearl Harbour mit Blick auf den US Flottenstutzpunkt 18 19 20 Die amerikanische Funkaufklarung BearbeitenDie amerikanische Fernmeldeaufklarung gliederte sich in drei Arbeitsbereiche 10 Der Bereich Funkpeilung war fur das Lokalisieren der Absender von aufgefangenen Funkspruchen zustandig Dazu hatten die USA ein Netz von Abhorstationen aufgebaut das Mid Pacific Strategic Direction Finder Net Es erstreckte sich in einem riesigen Halbkreis von den Philippinen uber Guam Samoa Midway und Hawaii bis hinauf nach Alaska Im Bereich Funkverkehranalyse wurden die Muster der aufgefangenen Funkspruche analysiert Anhand der Rufzeichen wurde festgestellt wer mit wem sprach Aus der Haufigkeit der Kommunikation versuchte man die Beziehung zwischen den Stationen herauszufinden Wenn beispielsweise die Stationen NOTA 1 und OYO 5 haufig mit KUNA 2 sprachen aber selten miteinander und gar nicht mit anderen so war anzunehmen dass KUNA 2 der Befehlshaber von NOTA 1 und OYO 5 war etwa das Flaggschiff eines Geschwaders dem die Schiffe NOTA 1 und OYO 5 zugeteilt waren Mit Hilfe der Funkpeilung war die Zuordnung der Rufzeichen moglich wenn man wusste welche Einheiten Schiffe zum Sendezeitpunkt an der Sendeposition waren Der Bereich Kryptoanalyse war fur das Entziffern der aufgefangenen Nachrichten verantwortlich Dies war der schwierigste und geheimste Teil der Funkaufklarung Da es ausserst wichtig war die Tatsache geheim zu halten dass es gelungen war den japanischen Code zu knacken wurden die daraus gewonnenen Informationen lediglich einer kleinen Gruppe ranghoher Offiziere und Politiker zuganglich gemacht wahrend die Ergebnisse der Funkpeilung und Funkverkehranalyse einem weit grosseren Kreis zuganglich waren So erhielten zum Beispiel die Befehlshaber auf Hawaiʻi Admiral Husband E Kimmel und General Walter C Short die Ergebnisse aus Funkpeilung und Funkverkehranalyse aber nicht die aus der Kryptoanalyse wahrend der Befehlshaber auf den Philippinen General Douglas MacArthur Zugang zu allen Informationen hatte Im Verlaufe des November 1941 stellte die Funkaufklarung anhand der japanischen Funkmuster die Vorbereitung einer grossen Operation fest Diese Muster entsprachen den drei Phasen die man schon bei den Vorbereitungen zu den beiden Operationen zur Besetzung Indochinas beobachtet hatte Erste Phase Es kam zu einem sprunghaften Anstieg des Funkverkehrs Das Oberkommando gab Befehle und Anweisungen fur die Operation an die Armee und Flottenbefehlshaber Diese Instruktionen wurden uber die gesamte Hierarchie an die Einheiten weitergeleitet die sich auf die Operation vorzubereiten hatten Auf diese Art konnte man oft schon die beteiligten Einheiten identifizieren indem man prufte welche Rufzeichen an dem verstarkten Funkverkehr beteiligt waren Da die japanische Flotte jedoch am 1 November ihren halbjahrlichen Rufzeichenwechsel fur ihre 20 000 Rufzeichen durchgefuhrt hatte waren viele Rufzeichen noch nicht wieder identifiziert Allerdings wurde festgestellt dass das japanische Oberkommando hauptsachlich mit den sudlichen Befehlshabern kommunizierte aber nicht mit den Kommandeuren in China Zweite Phase Der Funkverkehr sank wieder auf die normale Menge an Meldungen Die beteiligten Einheiten hatten sich gemass den Anweisungen vorbereitet und warteten auf den Befehl die Operationen zu beginnen In den Funkmustern konnten Anderungen festgestellt werden die durch Umgruppierungen entstanden waren Stationen kommunizierten plotzlich mit neuen Stationen aber nicht mehr mit ihren vorherigen Kommunikationspartnern Dritte Phase Die Anzahl der Funkmeldungen nahm rapide ab und wurden einseitig Die Operation hatte begonnen die Flottenverbande waren ausgelaufen und hielten Funkstille um ein Einpeilen auf ihre Position zu verhindern Sie erhielten allerdings weiterhin an sie adressierte Funkspruche von anderen Einheiten die Funkstille betraf also nur das Senden nicht das Empfangen der operativen Einheiten Am 1 Dezember wechselte die japanische Flotte erneut ihre Rufzeichen Dieser ausserplanmassige Wechsel alarmierte die Nachrichtendienste zusatzlich Auf diese Art war allein schon auf Grund von Funkpeilung und Funkverkehranalyse bekannt dass Japan eine grosse Operation in Richtung Suden durchfuhren wollte Das Ziel war jedoch nicht eindeutig es konnte sich dabei sowohl um einen Angriff auf die britischen und niederlandischen Kolonien handeln was vermutet wurde als auch um einen Angriff auf die Philippinen oder weitere Truppenverlegungen nach Indochina was als unwahrscheinlich galt Am 24 und 27 November schickte deshalb der Chief of Naval Operations Admiral Harold R Stark Kriegswarnungen an alle Kommandeure im Pazifik in denen ihnen mitgeteilt wurde dass aggressive Handlungen Japans in den nachsten Tagen zu erwarten seien Als mogliche Ziele eines japanischen Angriffs wurden Malaysia Thailand die Philippinen Borneo und Guam genannt Alle Kommandeure im Pazifik wurden angewiesen entsprechende Massnahmen zur Vorbereitung ihrer Truppen auf den Kriegsfall zu treffen aber selbst keine offensiven Aktionen durchzufuhren solange Japan keine offene Kriegshandlung gegen die USA unternahme 21 Die Aufklarungsdienste Grossbritanniens und der Niederlande die mit den Amerikanern beim Abfangen und Analysieren der Nachrichten zusammenarbeiteten hatten das gleiche Bild Grossbritannien begann daraufhin seine Truppen im Bereich des Moglichen zu verstarken Es verlegte das moderne Schlachtschiff Prince of Wales und den Schlachtkreuzer Repulse nach Singapur Einen Sonderfall bildeten dabei die japanischen Tragerverbande Von ihnen wusste man gar nichts da bei ihnen totale Funkstille herrschte Dass die Tragerverbande nicht nur keine Nachrichten sendeten sondern auch keine Nachrichten an sie gesendet wurden fuhrte zu der Vermutung dass sich die Trager weiterhin in den japanischen Heimatgewassern aufhielten Dort konnten sie uber schwachere Nahbereichsender kommunizieren deren Sendeleistung zu schwach war um von den weit entfernten Abhorstationen empfangen zu werden Dieser Blackout war schon bei den vorherigen Operationen beobachtet worden Auch damals hatte man die Trager in Japan vermutet und spater auf verschiedene Weise festgestellt dass sie tatsachlich dort gewesen waren Das vermutete Verbleiben der Trager in Japan erweckte keinen Argwohn denn es passte bestens in das Gesamtbild Nach Ansicht der Analysten wurden die Trager fur eine Offensive allein gegen die britischen und niederlandischen Kolonien nicht gebraucht stattdessen bildeten sie zusammen mit mehreren Schlachtschiffen eine strategische Reserve fur den Fall dass die USA Grossbritannien zu Hilfe kommen wurden Tatsachlich jedoch befand sich der Verband unter Funkstille auf dem Weg nach Pearl Harbor Nachrichten an ihn wurden in allgemeinen an grosse Flottenbereiche adressierten Funkspruchen versteckt Die japanische Schlusselmaschine PURPLE Die fur die Kryptoanalyse zustandige Abteilung bekam inzwischen grosse Probleme mit dem Umfang des abgefangenen Materials Zusatzlich zur Entschlusselung der Nachrichten musste dieses noch aus dem Japanischen ins Englische ubersetzt werden Die kleine Zahl der Ubersetzer die nicht nur fur den militarischen sondern auch fur den diplomatischen Verkehr zustandig waren konnte mit dem erheblich gesteigerten Volumen nicht mehr Schritt halten Man versuchte die Anzahl zu erhohen dies war jedoch schwierig Die Ubersetzer mussten nicht nur hervorragend Japanisch konnen sondern auch absolut vertrauenswurdig sein Solche Leute gab es nur wenige und es waren grosstenteils Amerikaner japanischer Abstammung denen man ein generelles Misstrauen entgegenbrachte So gelang der Marineabteilung fur Kryptoanalyse 1941 trotz grosster Bemuhungen lediglich die Verdopplung der Ubersetzer von drei auf sechs Personen Dies hatte zur Folge dass Ubersetzungen nach Art der Verschlusselung gereiht wurden Zuerst kam der mit der Schlusselmaschine Purple verschlusselte diplomatische Verkehr dann der mit militarischen Hochsicherheitscodes verschlusselte Verkehr dann die mit einfacheren japanischen Codes verschlusselten Texte Auf diese Weise wurden mit Purple verschlusselte Anweisungen an die japanischen Botschaften in Grossbritannien und Niederlandisch Ostindien ubermittelt ihre Purple Maschinen nach Japan zuruckzuschicken und die Vernichtung ihrer restlichen Codes vorzubereiten Dies bestatigte die Vermutung eines bevorstehenden Krieges mit diesen Landern Entsprechende Anweisungen an die Konsulate in den USA die keine Purple Maschinen hatten wurden jedoch nicht ubersetzt Die einzigen Purple Maschinen innerhalb der USA waren in der japanischen Botschaft in Washington wo sie noch gebraucht wurden Dass es zuerst keine Anweisung gab diese Maschinen zuruck nach Japan zu schicken wurde dahingehend interpretiert dass kein Angriff auf die USA geplant war Erst am 3 Dezember erhielt die Botschaft in Washington den Befehl eine ihrer beiden Schlusselmaschinen und einen Grossteil ihrer Codes zu vernichten wodurch fur die Analysten die Moglichkeit eines Krieges zwischen den USA und Japan erheblich wahrscheinlicher wurde Die entschlusselten militarischen Nachrichten enthielten nichts Hilfreiches um die Ziele naher zu identifizieren Dies war auch nicht zu erwarten gewesen Am 6 Dezember wurden die ersten 13 Teile der 14 teiligen japanischen Note die am 7 Dezember ubergeben werden sollte empfangen und entschlusselt Obwohl der 14 Teil mit den wichtigsten Informationen noch fehlte die ersten 13 Teile enthielten grosstenteils einen geschichtlichen Abriss uber die Beziehungen der USA und Japans in dem die USA einer feindseligen Haltung Japan gegenuber beschuldigt wurden aber nichts uber die beabsichtigte japanische Politik wurden die bereits empfangenen 13 Teile noch am Abend zu samtlichen Personen gebracht die befugt waren diese geheimen Informationen zu sehen Nach der Durchsicht des Inhalts sagte Prasident Roosevelt zu seinem Berater Harry Hopkins Das bedeutet Krieg Nachdem sie kurz die ihnen bekannten japanischen Flotten und Truppenbewegungen in Sudostasien diskutiert hatten meinte Hopkins es ware ihm lieber die USA wurden den ersten Schlag fuhren und so etwaigen Uberraschungen vorbeugen Roosevelt entgegnete darauf so etwas konne man als friedliebende Demokratie nicht tun Roosevelt wollte noch mit Admiral Stark telefonieren dieser war jedoch im Theater Ihn dort herauszurufen war zwar moglich hatte jedoch Aufsehen erregt was der Prasident vermeiden wollte 10 Alle anderen Personen welche die ersten 13 Teile am Abend bekamen wollten erst den 14 Teil abwarten bevor sie Massnahmen veranlassten Marineminister Frank Knox arrangierte zu diesem Zweck eine Konferenz mit Kriegsminister Henry L Stimson und Aussenminister Cordell Hull fur den nachsten Morgen Auch Admiral Stark der erst spat am Abend vom Chef des Marinenachrichtendienstes von der Existenz der japanischen Note erfuhr ordnete lediglich an ihm am nachsten Morgen die vollstandige Note ins Buro zu bringen Der Generalstabschef der Armee General George C Marshall bekam die Note nicht zu sehen da er bereits schlief und man ihn nicht wecken wollte Am nachsten Morgen machte er nach dem Fruhstuck einen Ausritt und war deshalb langere Zeit nicht zu finden als man ihm den 14 Teil bringen wollte 22 Die Anweisung an die japanische Botschaft in Washington ihre verbliebenen Codes und die zweite Schlusselmaschine zu vernichten kam mit dem Begleittext zum 14 Teil der japanischen Note vom 7 Dezember der auch die Anweisung enthielt die Note um Punkt 13 00 Uhr Washingtoner Ortszeit 07 30 Uhr in Pearl Harbor zu uberreichen Die Ubersetzung des Begleittextes erreichte den verantwortlichen Nachrichtenoffizier Lieutenant Commander Alwin D Kramer um 10 20 Uhr Washingtoner Zeit knapp drei Stunden vor dem Beginn des Angriffs auf Pearl Harbor Er leitete die Nachricht sofort weiter und um ca 11 30 Uhr befahl General Marshall samtliche Kommandeure in Ubersee vor moglichen japanischen Aktionen zu warnen wobei die Philippinen hochste Prioritat hatten Diese Nachricht erreichte Pearl Harbor jedoch nicht rechtzeitig Sie hatte auch auf den Philippinen und anderen Stutzpunkten im Pazifik wie Wake und Guam keine grosse Wirkung da die verbleibende Zeit bis zum Beginn des japanischen Angriffs zu kurz war 10 Pearl Harbor am 7 Dezember BearbeitenDa in Hawaii nicht ernsthaft mit einem japanischen Angriff gerechnet wurde waren die Liegeplatze der Schlachtschiffe um Ford Island nicht gesichert Die Besatzungen hatten grosstenteils Landgang Die Feuer unter den Kesseln der Schiffe waren entweder ganz oder zur Halfte geloscht Ohne Feuer unter den Kesseln konnten die Schiffe keinen Dampf fur ihre Maschinen erzeugen und das Anfeuern eines Kessels dauerte mehrere Stunden bis ausreichender Dampfdruck aufgebaut war Fur die Verteidigung der Insel selbst war das US Heer verantwortlich Auch hier waren die Truppen in keinerlei Weise auf einen Angriff vorbereitet Die Flakgeschutze waren nicht um die militarischen Anlagen herum verteilt sondern standen in Depots da es sich bei den umliegenden Grundstucken um Privatbesitz handelte deren Besitzer man nicht unnotig verargern wollte So hatte man beispielsweise die Heeres Flak bei der neu gebauten Kaneʻohe Naval Air Station wenige Tage vorher wieder in die Kasernen verlegt Die Flak Munition wurde in separaten Munitionsdepots gelagert diese waren wie alle anderen Munitionsdepots abgeschlossen Teilweise sollen sich wahrend des Angriffs die Schlusselinhaber geweigert haben die Munitionskammern ohne schriftlichen Befehl zu offnen Auf Anweisung von General Short waren auf den Flugplatzen samtliche Flugzeuge von den ublichen Positionen am Rande des Feldes und den Unterstanden in die Mitte des Feldes gestellt worden da man sie so besser gegen Sabotage schutzen konnte Die sechs neuen mobilen Radarstationen die erst im Oktober 1941 im Hawaii Territorium eingetroffen waren arbeiteten nur zwischen 4 00 Uhr und 7 00 Uhr morgens 8 Die Entscheidung das Radar nicht rund um die Uhr sondern nur zu dem wahrscheinlichsten Angriffszeitpunkt einzusetzen war unter anderem in der Skepsis begrundet die dieser neuen Technologie trotz ihres erfolgreichen Einsatzes in der Luftschlacht um England noch immer entgegengebracht wurde Dass der Zeitraum zwischen 4 00 Uhr und 7 00 Uhr morgens als wahrscheinlichster Zeitpunkt eines Angriffs galt zeigte aber auch dass man sich der Moglichkeit eines Angriffs bewusst war und durchaus zutreffend davon ausging dass ein solcher Angriff zum fruhestmoglichen Zeitpunkt nach Sonnenaufgang stattfinden wurde Ein japanischer Angriff galt also nicht als unmoglich aber auf Grund der aktuellen Lagebeurteilung als ausserst unwahrscheinlich Einrichtungen an Land Stadt Armeebasis Marinebasis Wassertiefen lt 6 5 m 9 m 10 m 11 m 12 m gt 15 m angegriffene Ziele 1 USS California 2 USS Maryland 3 USS Oklahoma 4 USS Tennessee 5 USS West Virginia 6 USS Arizona 7 USS Nevada 8 USS Pennsylvania 9 Ford Island NAS 10 Hickam Field verschonte Ziele A Oltanks B CINCPAC Hauptquartier C Unterseebootbasis D Marinewerft Marineeinheiten in Pearl Harbor 23 SchlachtschiffeNevada Oklahoma Pennsylvania Arizona Tennessee California Maryland West Virginia Die Schlachtschiffe lagen bis auf die Pennsylvania die sich im Trockendock befand in einer Reihe vor Ford Island in der Hafenmitte vor Anker Battleship Row Das neunte Schlachtschiff der Pazifikflotte die Colorado befand sich in Bremerton wo sie im Puget Sound Naval Shipyard aufgerustet wurde FlugzeugtragerKeine Der Flugzeugtrager Enterprise sollte am 6 Dezember einlaufen er hatte mit drei Kreuzern und neun Zerstorern eine Staffel Jagdflugzeuge nach Wake Island transportiert eine damals nicht ungewohnliche Aufgabe fur einen Flugzeugtrager Der Verband musste jedoch auf dem Weg durch einen Sturm laufen was zu einer Verspatung von 24 Stunden und einem Einlaufen erst am Nachmittag des 7 fuhrte Die Lexington transportierte mit drei Kreuzern und funf Zerstorern eine weitere Jagdstaffel nach Midway Da die Verlegung der beiden Staffeln jedoch nach Moglichkeit geheim gehalten werden sollte befanden sich die Trager offiziell auf Ubungsmissionen Teilweise hat sich diese Tarngeschichte bis zum heutigen Tag gehalten in nicht wenigen Artikeln und Buchern steht noch immer dass die Trager kurz vor dem Angriff die Lexington lief am 5 Dezember aus den Hafen zum Uben verliessen Allerdings war vorher zumindest fur die Enterprise tatsachlich die Teilnahme an einer Ubung mit der ersten Schlachtschiffdivision Arizona Nevada und Oklahoma in diesem Zeitraum geplant worden Die Ubung fand dann ohne sie statt und die Schlachtschiffe liefen am 5 Dezember wieder in Pearl Harbor ein 24 Der letzte der drei Trager der Pazifikflotte die Saratoga war nach einem Werftaufenthalt in Bremerton auf dem Weg nach San Diego KreuzerRaleigh Detroit Phoenix Honolulu St Louis Helena New Orleans San FranciscoZerstorerWard ausserhalb des Hafens Helm Phelps MacDonough Worden Dewey Hull Monaghan Farragut Dale Aylwin Henley Patterson Ralph Talbot Selfridge Case Tucker Reid Conyngham Blue Allen Chew Shaw Downes Cassin Mugford Jarvis Schley Cummings BagleyU BooteNarwhal Dolphin Cachalot TautogMinenlegerOglala Gamble Ramsay Montgomery Breese Tracy Preble Sicard PruittMinensucherZane Wasmuth Trever Perry Turkey Bobolink Rail Tern Grebe Vireo Cockatoo Crossbill Condor ReedbirdKanonenbooteSacramentoSchnellbootePT 20 PT 21 PT 22 PT 23 PT 24 PT 25 auf dem Kai befanden sich PT 26 und PT 28 an Deck des Tankers Ramapo PT 27 PT 29 PT 30 und PT 42Zerstorer TenderDobbin WhitneySeeflugzeug TenderCurtiss Tangier Avocet Swan im Dock Hulbert ThorntonMunitionsschiffePyroTankerRamapo NeoshoWerkstattschiffeMedusa Vestal RigelU Boot TenderPeliasU Boot RettungsschiffWidgeonHospitalschiffeSolaceFrachtschiffeVega in Honolulu Castor Antares beim Einlaufen nach Pearl Harbor SchlepperOntario Sunnadin Keosanqua vor Pearl Harbor Navajo 18 km ausserhalb Pearl Harbors HilfsschiffeUtah Argonne Sumner Das japanische Oberkommando war uber die Schiffe im Hafen informiert da das japanische Konsulat in Hawaiʻi seine Beobachtungen des Hafens kontinuierlich nach Tokio meldete derartige Beobachtungen gehorten zu den Standardaufgaben der Konsulate aller Lander Von Tokio aus wurden die Meldungen an die Flotte und damit Nagumo weitergeleitet Damit wurde im Bereich des Moglichen sichergestellt dass die Pazifikflotte in Pearl Harbor war und Nagumo nicht einen leeren Hafen angriff Allerdings wussten sowohl Nagumo als auch das japanische Oberkommando bereits 24 Stunden vor dem Angriff dass keine Flugzeugtrager vor Ort waren Der Angriff BearbeitenVorbereitungen Bearbeiten Die beiden japanischen Angriffswellen am 7 Dezember 1941 Die Besatzung der Shōkaku verabschiedet eine startende Maschine mit Banzai Rufen Der Zerstorer USS Ward Die Battleship Row zu Beginn des Angriffs Oklahoma und West Virginia zeigen bereits Schlagseite die West Virginia erhalt gerade einen Torpedotreffer Die sinkende California Die brennende Arizona der vordere Mast ist auf die Kommandobrucke gesturzt Ein zerstorter B 17 Bomber auf Hickam Field Die brennende Nevada auf dem Weg zum Hafenausgang Am Abend des 6 Dezember verringerte die anlaufende Kidō Butai ihre Geschwindigkeit auf etwa 25 Knoten Vizeadmiral Nagumo richtete einen letzten Rundspruch von der Akagi an alle seine Einheiten Mit den Worten Das Schicksal des Reiches hangt von dieser Operation ab Jeder Mann muss sich seiner speziellen Aufgabe total hingeben 25 schwor er die Schiffsbesatzungen und speziell die Besatzungen der Flugzeugstaffeln die den Angriff fliegen sollten noch einmal ein Gegen 21 Uhr hatte die Flotte den 158 Meridian erreicht und war noch etwa 910 Kilometer nordlich von Hawaii Heftige Winde hatten wahrend der zwolftagigen Fahrt die gehissten Flaggen zerrissen und mehr als zehn Seeleute waren uber Bord gespult worden Doch alles verlief nach Plan da die Flotte bisher nicht von anderen Schiffen oder Aufklarungsflugzeugen gesichtet worden war Anflug Bearbeiten Die erste japanische Angriffswelle mit 183 Maschinen startete um 06 10 Uhr Ortszeit am Morgen des 7 Dezember 1941 etwa 230 Seemeilen 400 Kilometer nordlich von Oʻahu Sie brauchte allerdings 20 Minuten langer als geplant um sich uber den Tragern zu formieren Sechs nicht rechtzeitig gestartete Maschinen blieben zuruck und starteten eine Stunde spater mit der zweiten Welle Die Besatzungen der Trager verabschiedeten die startenden Maschinen mit Banzai Rufen Zur gleichen Zeit starteten vom amerikanischen Flugzeugtrager Enterprise der sich rund 370 Meilen westlich von Pearl Harbor befand 18 SBD Dauntless die nach Ford Island vorausfliegen sollten Zum ersten Zusammenstoss zwischen den Streitkraften Japans und der Vereinigten Staaten kam es um 06 37 Uhr Ortszeit vor dem Hafeneingang In der Nacht wollte man bereits von Bord des Minensuchers Condor ein Periskop in der Nahe der Hafeneinfahrt gesehen haben und hatte den vor der Hafeneinfahrt patrouillierenden Zerstorer Ward alarmiert Dieser konnte jedoch kein U Boot finden Gegen 06 30 Uhr meldete dann auch das Versorgungsschiff Antares die Sichtung eines U Boots worauf die Marine ein PBY Catalina Flugboot startete das die Ward unterstutzen sollte Gegen 06 45 Uhr fand und versenkte die Ward das U Boot mit Geschutzfeuer und Wasserbomben Es handelte sich dabei um eines von funf japanischen Kleinst U Booten des U Boot Spezialverbandes die versuchen sollten in den Hafen einzudringen Wenige Minuten spater meldete die Catalina die Versenkung eines weiteren U Boots vor der Hafeneinfahrt 26 Der Kommandant der Ward Lieutenant Outerbridge der erst zwei Tage zuvor die Ward als sein erstes Kommando ubernommen hatte sendete eine verschlusselte Nachricht an den Kommandeur des 14 Marinedistrikts um diesen zu informieren dass er in der Hafenverteidigungszone ein U Boot bekampfe Verzogert durch den routinemassigen Entschlusselungsprozess inklusive Textumformulierung damit ein in falsche Hande gelangender Klartext nicht zum Einbruch in den verwendeten Code benutzt werden konnte erreichte die Nachricht gegen 07 15 Uhr die diensthabenden Offiziere und wurde von dort bis zu Admiral Kimmel weitergeleitet Angesichts zahlreicher falscher U Boot Meldungen in den vorherigen Wochen wollte Kimmel jedoch eine Bestatigung der Meldung abwarten bevor er Massnahmen traf 26 Um 07 02 Uhr entdeckten die beiden Radarbeobachter der Opanah Radar Station eine Gruppe von 50 oder mehr Flugzeugen in 130 Meilen Entfernung die sich aus Norden naherten Die Opanah Radar Station war eine von sechs der neuen mobilen Radaranlagen der Armee die seit weniger als einem Monat auf Oʻahu eingesetzt wurden Es waren Gerate vom Typ SCR 270 eine Variante mit grosserer Reichweite der Baureihe SCR 268 27 Nach einer kurzen Diskussion riefen sie die Informationszentrale in Fort Shafter an und meldeten die Ortung sich nahernder Flugzeuge ohne allerdings die Anzahl der georteten Maschinen zu erwahnen Der Bericht wurde von einem Leutnant entgegengenommen der erst zum zweiten Mal Dienst in der Informationszentrale tat und nicht weiter nachfragte Er wusste dass eine Gruppe von Bombern des Typs B 17 Flying Fortress erwartet wurde und glaubte dass diese Maschinen geortet worden waren Da er diese als vertraulich eingestufte Information aber nicht den Radarbeobachtern mitteilen durfte sagte er ihnen lediglich dass sie ihren Dienst beenden das Radar war immer nur zwischen 4 und 7 Uhr in Betrieb und sich um die Flugzeuge keine Sorge machen sollten Don t worry about it 8 26 Erster Angriff Bearbeiten Die erste japanische Angriffswelle erreichte Pearl Harbor ohne auf Widerstand zu stossen Auf dem Weg hatte sie mehrere amerikanische Flugzeuge abgeschossen Wenigstens einer dieser Maschinen gelang es noch einen Funkspruch zu senden dessen Inhalt aber schwer verstandlich war Um 07 49 Uhr befahl der Kommandant der Angriffswelle Kapitan zur See Fuchida Mitsuo den Angriff in der Variante fur vollstandige Uberraschung durchzufuhren mit den Torpedobombern zuerst Sein Funker sendete darauf dreimal das entsprechende Signal bestehend aus to fur totsugeki Angreifen und ra fur raigeki Blitz Blitz Uberraschungsangriff Das Signal to ra to ra to ra wurde auch auf dem Tragerverband empfangen der dadurch wusste dass die Uberraschung gegluckt war Amerikanische Funker horten es ebenfalls sie verstanden jedoch tora das japanische Wort fur Tiger Dies fuhrte dazu dass der Funkspruch als Tora tora tora bekannt wurde 26 28 Der Angriff auf den Hafen begann um 07 55 Uhr mit der Bombardierung von Ford Island Drei Minuten spater schickte die dortige Funkstation an alle Stationen die Warnung Luftangriff auf Pearl Harbor Dies ist keine Ubung 26 Die Nachricht wurde auch in Washington empfangen und bereits wenige Minuten nach dem Beginn des Angriffs dem Marineminister Frank Knox mitgeteilt Fixiert auf die Philippinen wie der Rest der Fuhrungsetage wollte dieser es zuerst nicht glauben Das kann nicht stimmen die mussen die Philippinen meinen My God This can t be true this must mean the Philippines 8 28 29 Die japanischen Streitkrafte hatten zunachst Schwierigkeiten sich zu formieren Eine Signalrakete sollte den Piloten signalisieren dass sie immer noch unentdeckt waren Viele sahen sie jedoch nicht und in dem Chaos griffen alle Bomber gleichzeitig an 24 der insgesamt 40 japanischen Torpedobomber griffen die an der Ostseite von Ford Island liegenden amerikanischen Schlachtschiffe an Der Nevada gelang es zwei angreifende Maschinen abzuschiessen bevor sie von einem Torpedo und zwei Bomben getroffen wurde Die California erhielt zwei Torpedo und zwei Bombentreffer einer der Bombentreffer brachte ein Magazin mit Flakmunition zur Explosion Da nicht alle wasserdichten Schotten gesichert waren kam es zu schweren Wassereinbruchen die man nicht unter Kontrolle bekam weshalb das Schiff schliesslich aufgegeben werden musste Auf der Oklahoma erzielten die ersten angreifenden Maschinen drei Torpedotreffer nach denen das Schiff zu kentern begann Wahrend des Kenterns schlugen noch mindestens zwei weitere Torpedos in Bordwand und Aufbauten des Schlachtschiffs ein Uber 400 Matrosen wurden unter Deck eingeschlossen 32 von ihnen konnten in den folgenden Tagen aus dem Wrack befreit werden Die West Virginia wurde von mindestens sechs Torpedos getroffen doch durch schnelles Gegenfluten wurde ein Kentern des Schiffes verhindert die West Virginia sank auf ebenem Kiel Zusatzlich wurde sie von zwei Bomben getroffen die einen Brand auf dem Achterdeck auslosten Splitter eines Bombentreffers auf der benachbarten Tennessee verletzten den Kommandanten Captain Mervyn Sharp Bennion todlich Die Arizona wurde vermutlich von einem Torpedo getroffen der unter dem neben ihr liegenden Werkstattschiff Vestal durchgelaufen war bevor um 08 10 Uhr eine Panzersprengbombe zwischen den beiden vorderen Hauptturmen einschlug Die Bombe loste eine Kettenreaktion aus die zur Explosion der vorderen Hauptmagazine mit uber 450 Tonnen Pulver fuhrte Durch die gewaltige Explosion wurde das Schlachtschiff funf bis sechs Meter angehoben wodurch es in zwei Teile zerbrach Der vordere Teil des Schiffes wurde praktisch vollstandig zerstort zusatzlich entzundete die Explosion ausgelaufenes Ol auf der Wasseroberflache Dabei starben 1177 der 1400 Mann starken Besatzung die Halfte aller amerikanischen Toten des Angriffs darunter auch der Kommandant Franklin Van Valkenburgh und Konteradmiral Isaac C Kidd Die Arizona brannte noch zwei Tage nach dem Angriff Die auf der Innenseite der Battleship Row liegenden Schlachtschiffe Maryland und Tennessee wurden vergleichsweise leicht beschadigt von Torpedos konnten sie nicht getroffen werden da auf der einen Seite Ford Island und auf der anderen Seite die aussen liegenden Schlachtschiffe Oklahoma und West Virginia im Weg waren Beide Schiffe wurden von je zwei Bomben getroffen auf der Tennessee fielen dadurch zwei der zwolf 356 mm Geschutze aus Die nach der Explosion der Arizona aufsteigenden dichten Rauchwolken erschwerten den japanischen Bombenschutzen das Zielen auf die beiden Schiffe Das Achterschiff der von den gesunkenen Schiffen eingeklemmten Tennessee erlitt starke Schaden durch Hitzeeinwirkung da es zwei Tage lang im brennenden Ol der Arizona lag Gleichzeitig griffen die restlichen 16 Torpedobomber die Nordwestseite von Ford Island an wo sich auch die Liegeplatze der Flugzeugtrager befanden Dort lagen aber nur die Kreuzer Detroit und Raleigh der Seeflugzeug Tender Tangier AV 8 sowie das zum Schulschiff fur Flugabwehrkanoniere umgebaute alte Schlachtschiff USS Utah Gemass dem Befehl nur Schlachtschiffe und Trager anzugreifen drehten die meisten der Bomber ab einige fuhrten den Angriff trotzdem durch Moglicherweise identifizierten sie die Schiffe falsch und hielten die Utah fur eines der neueren Schlachtschiffe die es auszuschalten galt Die Utah wurde von zwei Torpedos getroffen und kenterte nach zehn Minuten Die Raleigh erhielt einen Torpedotreffer konnte aber mit einiger Muhe uber Wasser gehalten werden Die restlichen Torpedobomber uberflogen Ford Island und setzten danach zu einem Angriff auf die Schlachtschiffe an bis auf eine Maschine die ihren Torpedo auf den Kreuzer Helena abwarf Der Torpedo lief unter dem neben der Helena liegenden Minenleger Oglala hindurch und traf den Kreuzer mittschiffs wodurch ein Maschinenraum uberflutet wurde Die Detonation fugte der Oglala so schwere Schaden zu dass sie zwei Stunden spater kenterte Gleichzeitig mit dem Angriff der Torpedobomber griffen Sturzkampfbomber und Jager die Flugplatze Ewa Hickam Field Wheeler Field Ford Island und Kaneʻohe an Besonders auf den Armee Flugplatzen Hickam und Wheeler waren die nebeneinander aufgereihten amerikanischen Maschinen leichte Ziele aber auch den anderen Flugplatzen erging es nicht viel besser Neben Bellows Field das nur von einem einzigen Jager beschossen wurde blieb nur der kleine Flugplatz Haleʻiwa verschont Der Grossteil der Flugzeuge wurde am Boden zerstort oder beschadigt Es gelang nur eine Handvoll amerikanischer Jager der Typen P 36 Hawk und P 40 Warhawk zu starten Am erfolgreichsten waren die Piloten Kenneth M Taylor und George Welch die wahrend des Angriffs zweimal landeten um neue Munition zu fassen und insgesamt sechs japanische Maschinen abschossen 28 Wahrend des Angriffs trafen auch die erwarteten B 17 Bomber ein die aber keine Bordwaffen und nach dem langen Flug auch keine Treibstoffreserven mehr hatten Es blieb ihnen nichts anderes ubrig als mitten im Angriff irgendwo die Landung zu versuchen was allen elf Maschinen trotz der Angriffe japanischer Jager gelang einer der Bomber landete auf einem Golfplatz 26 Weniger Gluck hatten die ebenfalls eintreffenden Maschinen vom Flugzeugtrager Enterprise Sie wurden nicht nur von japanischen Jagern sondern auch von der amerikanischen Flak beschossen und verloren dabei sechs der 18 Bomber Nachdem die letzten Maschinen der ersten Welle abgeflogen waren kam es zu einer kurzen Ruhepause Mehrere amerikanische Schiffe liefen aus dem Hafen aus um den relativen Schutz der offenen See zu erreichen die meisten von ihnen ohne vollstandige Besatzung So lief beispielsweise der Zerstorer Blue unter dem Kommando von vier Ensigns aus kein Stammoffizier war an Bord Auf dem Weg zur Hafenausfahrt sahen Besatzungsmitglieder des Kreuzers St Louis plotzlich zwei Torpedos auf das Schiff zulaufen die jedoch an einem Unterwasserhindernis explodierten Wahrscheinlich wurden sie von einem der japanischen Kleinst U Boote abgeschossen Der Zerstorer Helm sichtete ein weiteres Kleinst U Boot an der Hafenausfahrt sein Angriff auf das Boot blieb erfolglos aber das U Boot strandete auf einem Riff Eines der beiden Besatzungsmitglieder ertrank das andere Leutnant Sakamaki Kazuo wurde der erste japanische Kriegsgefangene der Amerikaner Auch der Zerstorer Monaghan DD 354 sichtete beim Auslaufen ein U Boot im Hafenbecken das er mit Wasserbomben versenkte Von den Schlachtschiffen war die USS Nevada das einzige das es schaffte abzulegen da die Maryland und Tennessee durch die gesunkenen Oklahoma und West Virginia blockiert waren Zweiter Angriff Bearbeiten Die Wracks der Zerstorer Cassin und Downes vor der Pennsylvania Das Wrack des Zerstorers USS Shaw im zerstorten Schwimmdock YFD 2 Die Nevada hatte das Hafenbecken noch nicht verlassen als um 8 50 Uhr die aus Sturz und Horizontalbombern bestehende zweite japanische Angriffswelle eintraf 23 Bomber griffen die Nevada in der Hoffnung an das Schlachtschiff im engen Zufahrtskanal zu versenken und damit den Hafen zu blockieren Sie erzielten mindestens funf direkte Treffer von denen zwei Locher in den Rumpf schlugen Als klar wurde dass die Nevada nicht durch den Kanal gelangen wurde entschlossen sich die kommandierenden Offiziere abzudrehen und setzten das Schlachtschiff am Hospital Point auf Grund Das Schlachtschiff Pennsylvania befand sich wahrend des Angriffs im Trockendock zusammen mit den Zerstorern Cassin und Downes die nebeneinander vor dem Schlachtschiff lagen Die erste japanische Angriffswelle ubersah die Pennsylvania vollstandig erst die Maschinen der zweiten Welle entdeckten und bombardierten sie Dabei erzielten sie jedoch nur einen einzigen Treffer der einige Geschutze mittschiffs ausschaltete aber ansonsten nur geringe Schaden verursachte Die beiden Zerstorer wurden jedoch von mehreren fur die Pennsylvania bestimmten Bomben getroffen deren Fragmente ihre Rumpfe durchlocherten und das aus ihren Treibstofftanks auslaufende Ol entzundeten Die zahlreichen Brande sowie explodierende Munition richteten schwere Schaden an den Rumpfen der Zerstorer an die Rumpfe wurden durch die entstehenden strukturellen Schaden praktisch zerstort Auch am Bug der Pennsylvania entstand durch das Feuer ein allerdings eher oberflachlicher Schaden Wahrend des Angriffs wurde das Dock zur Halfte geflutet dadurch sollten im Falle der Zerstorung des Aussentors des Docks Schaden durch hereinbrechendes Wasser verhindert werden Die Cassin schwamm dabei teilweise auf und kippte gegen die Seite der Downes Der in der Nahe in einem Schwimmdock liegende Zerstorer Shaw wurde dreimal im Vorschiff getroffen Die resultierenden Brande bekam man nicht unter Kontrolle sodass eine halbe Stunde spater die vorderen Magazine des Zerstorers detonierten Durch die Explosion wurde das Schwimmdock versenkt ausserdem verlor die Shaw ihren gesamten Bug dessen Trummer bis zu 800 Meter weit flogen Andere Bomber der zweiten Welle griffen vereinzelt verschiedene Schiffe im Hafen an so wurden die Raleigh und die Curtiss von je einer Bombe getroffen Auch die Flugplatze wurden erneut bombardiert Gegen 9 45 Uhr drehten die letzten japanischen Maschinen ab und kehrten zu ihren Flugzeugtragern zuruck Als eine der letzten Maschinen landete um 13 00 Uhr Fregattenkapitan Fuchida der wahrend des gesamten Angriffs uber Pearl Harbor geblieben war um die entstandenen Schaden zu beobachten Nachdem Admiral Nagumo seine erste Beurteilung gehort hatte befahl er um 13 30 Uhr den Ruckzug ohne einen weiteren Angriff 28 Amerikanische Aufklarer die nach dem Angriff starteten suchten im Norden nach dem japanischen Verband konnten ihn aber nicht finden da er viel weiter nordlich als angenommen stand Daraufhin wurde vermutet dass der beobachtete An und Abflug der Japaner aus Richtung Norden nur eine Finte war und die japanischen Trager westlich oder sudlich von Hawaii standen Verantwortlich fur diese Fehleinschatzung waren die zu diesem Zeitpunkt noch unbekannten Reichweiten der japanischen Tragerflugzeuge welche die ihrer amerikanischen Gegenstucke weit ubertrafen Wahrend die japanischen Kate Val und Zero Reichweiten von uber 1500 km hatten hatte der amerikanische Sturzkampfbomber SBD Dauntless eine Reichweite von 1200 km der Torpedobomber TBD Devastator schaffte mit einem Torpedo ausgerustet sogar nur 700 km 1150 km mit einer 453 kg Bombe Die reine Flugstrecke fur Hin und Ruckflug nach Pearl Harbor vom 400 km entfernten Startpunkt betrug schon 800 km Zusatzlich flogen die meisten Maschinen nach dem Start zuerst im Kreis wahrend sie sich uber den Tragern formierten und auf die restlichen Maschinen warteten Auch wahrend der Landung wurde zusatzlicher Treibstoff verflogen da immer nur ein Flugzeug zur gleichen Zeit landen konnte und die anderen entsprechend lange warten mussten Bei der Schlacht um Midway starteten die amerikanischen Trager ihre Maschinen erst nachdem sie sich auf 200 km an ihr Ziel angenahert hatten Dass die Japaner aus der doppelten Entfernung starten konnten konnte man sich nicht vorstellen weshalb die amerikanischen Aufklarer zu fruh abdrehten Diese Fehleinschatzung der Reichweiten fuhrte in den folgenden Monaten auf Seiten der Alliierten immer wieder zu der falschen Annahme japanische Flugzeugtrager mussten in der Nahe sein wenn japanische Flugzeuge dieser Typen an Orten gesichtet wurden die nach fester Uberzeugung der alliierten Kommandeure ausserhalb der Reichweite japanischer Flugplatze lagen Nagumos Entscheidung zum Ruckzug Bearbeiten Die U Boot Basis mit den daneben liegenden Treibstofftanks Nach der ursprunglichen Planung hatte auf die ersten beiden Angriffswellen mindestens eine weitere folgen sollen um die Werftanlagen und Treibstofftanks zu zerstoren Der Verlust dieser Anlagen und Vorrate hatte Operationen der US Streitkrafte im Pazifik in den folgenden Monaten massiv eingeschrankt Angesichts des Kriegsverlaufs sind viele Historiker der Auffassung dass das Ausschalten von Pearl Harbor als Flottenstutzpunkt fur die USA ein weit schwererer Verlust gewesen ware als die ausgeschalteten Schlachtschiffe Dennoch entschloss sich Admiral Nagumo die dritte Welle nicht zu starten sondern sich zuruckzuziehen sobald die Angriffsverbande zuruckgekehrt waren Folgende Grunde fuhrte er fur seine Entscheidung an Die von der ersten und zweiten Angriffswelle eintreffenden Berichte liessen keinen Zweifel daran dass die in Pearl Harbor liegenden Schlachtschiffe vernichtend getroffen worden waren Ohne diese Schiffe war die US Flotte selbst bei massiver Verstarkung durch Schiffe aus dem Atlantik nicht in der Lage die gleichzeitig angelaufene japanische Grossoffensive in Sudostasien ernsthaft zu behindern Das strategische Hauptziel des Angriffs war damit erreicht Das Vorbereiten einer dritten Welle hatte betrachtliche Zeit gedauert Die Maschinen der ersten Welle wurden nach der Landung sofort unter Deck gebracht da die Flugdecks fur die Landung der zweiten Welle frei sein mussten Die Neuausrustung mit Bomben und Treibstoff hatte zusatzlich Zeit benotigt dann mussten die Maschinen zum Starten wieder auf das Flugdeck gebracht werden wobei man gleichzeitig die auf dem Flugdeck stehenden gelandeten Maschinen in das Hangardeck bringen musste Dieser komplexe und zeitraubende Prozess hatte bedeutet dass die dritte Welle nicht vor Einbruch der Dunkelheit zuruckgekehrt ware Nachtlandungen auf Tragern waren 1941 nicht ublich es gab noch keine sicheren Verfahren fur das Landen bei Dunkelheit und die Tragermaschinen waren zumeist nicht nachtflugtauglich Eine Nachtlandung hatte hochstwahrscheinlich den Verlust vieler erfahrener Piloten bedeutet die Japan nicht entbehren konnte Daruber hinaus waren die Schiffe wahrend der Neuausrustung der Flugzeuge ausserst verwundbar gewesen Sechs Monate spater wurden die Flugzeugtrager Akagi Sōryu Hiryu und Kaga in der Schlacht um Midway durch einen verhaltnismassig schwachen Angriff der zufalligerweise wahrend ihrer Startvorbereitungen erfolgte vernichtet Die Verluste der zweiten Welle waren doppelt so hoch gewesen wie die der ersten da sie ohne Uberraschungsmoment angriff Ein weiterer Angriff wurde aufgrund der mehrstundigen Pause gegen einen voll abwehrbereiten Feind fliegen und noch hohere Verluste erleiden Solange die Maschinen unterwegs waren musste Nagumo auf seiner Position bleiben damit sie ihn zum Landen finden konnten Dies wurde jedoch amerikanischen Streitkraften die Moglichkeit zum Gegenschlag mit eventuell verbliebenen Bombern sowie ihren U Booten geben Obwohl die japanischen Geschwader zur Tauschung die Insel aus allen Richtungen angeflogen hatten musste er damit rechnen dass die Amerikaner bemerkt hatten aus welcher Richtung die Maschinen an und abflogen Die Flugzeugtrager wurden fur die Offensive in Sudostasien benotigt Viele der Ziele in Indonesien und Neuguinea lagen ausserhalb der Reichweite landgestutzter Flugzeuge Er durfte seine Verbande Trager und ihre Flugzeuge keinem grossen Risiko aussetzen wenn es dafur keinen zwingenden Grund gab Die Vernichtung des Stutzpunktes Pearl Harbor war seiner Meinung nach nicht ausreichend dafur Die US Flugzeugtrager lagen nicht in Pearl Harbor und daher bestand die Gefahr dass sie plotzlich auf die japanische Flotte treffen wurden Befanden sich die japanischen Flugzeuge zu diesem Zeitpunkt uber Pearl Harbor waren die japanischen Trager den Angriffen der US Tragerflugzeuge nahezu schutzlos ausgeliefert Mehrere Stabsoffiziere sowie Geschwaderkommandanten der zuruckgekehrten ersten Angriffswelle bedrangten ihn den dritten Angriff dennoch durchzufuhren konnten ihn jedoch nicht umstimmen 28 Bilanz BearbeitenVerluste Bearbeiten Die Oklahoma wird aufgerichtet Marz 1943 West Virginia vorn und Tennessee schwer beschadigt auf Grund liegend Die unmittelbaren Ergebnisse des Angriffs sind widerspruchlich beurteilt worden Dies liegt daran dass kleinere Schiffe oft nicht mitgezahlt wurden oder es Unstimmigkeiten bei der Zahlung von beschadigten oder zerstorten Schiffen gab Die Toten und Verwundeten wurden teilweise getrennt nach Zivilisten Marine und Armee Zugehorigkeit erfasst in manchen Bilanzen wurden die zivilen Opfer gar nicht erfasst Die folgende Bilanz gibt also nur ungefahr wieder welche Zerstorung und wie viele Opfer in Pearl Harbor zu verzeichnen waren Verluste auf US amerikanischer Seite Bearbeiten 2403 Gefallene 1178 Verwundete 18 Schiffe waren versenkt oder zum Teil schwer beschadigt worden 9 beschadigte Schiffe 188 zerstorte Flugzeuge 159 beschadigte Flugzeuge Letztendlich wurden bis auf drei Schiffe die Arizona die Oklahoma und die Utah alle versenkten oder schwer beschadigten amerikanischen Einheiten wieder gehoben und noch im Zweiten Weltkrieg wieder eingesetzt 30 Zusammen mit der Mississippi schlugen funf der in Pearl Harbor versenkten oder beschadigten Schlachtschiffe Maryland West Virginia Tennessee California und Pennsylvania 1944 die Schlacht in der Surigao Strasse In diesem letzten Gefecht zwischen Schlachtschiffflotten ausgetragen von Schlachtschiffen aus dem Ersten Weltkrieg und nicht den moderneren Iowas und Yamatos versenkten sie die japanischen Schlachtschiffe Yamashiro und Fusō Die Nevada fuhr 1944 als Teil der alliierten Invasionsflotte in Richtung Normandie Der schlimmste Verlust fur die USA war der Tod der vielen unschuldigen Menschen Von den 2403 Toten waren 2008 Marineangehorige 109 des Marine Corps 218 Angehorige der Armee 78 Zivilisten waren unter den Toten Hinzu kamen 1178 Verwundete 31 Die durch die Magazinexplosion fast vollig zerstorte Arizona ist heute eine Gedenkstatte das Wrack des zum Flak Ausbildungsschiff umgebauten alten Schlachtschiffs Utah wurde lediglich in eine Position gezogen wo es nicht im Weg liegt Als letztes Schiff wurde 1943 die gekenterte Oklahoma gehoben die langwierige Reparatur ihrer massiven strukturellen Schaden lohnte sich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr Verleihungen der Medal of Honor Bearbeiten 15 Soldaten wurden fur ihr Verhalten wahrend des Angriffes mit der Medal of Honor der hochsten Tapferkeitsauszeichnung der US Streitkrafte geehrt davon 10 postum Captain Mervyn Sharp Bennion Kommandant des Schlachtschiffes USS West Virginia BB 48 postum Lieutenant John William Finn Teil der Instandsetzungstruppe des Marinefliegerstutzpunktes Kaneʻohe Bay Ensign Francis Charles Flaherty Besatzungsmitglied des Schlachtschiffes USS Oklahoma BB 37 postum Rear Admiral Samuel Glenn Fuqua Besatzungsmitglied des Schlachtschiffes USS Arizona BB 39 Chief Boatswain Edwin Joseph Hill Besatzungsmitglied des Schlachtschiffes USS Nevada BB 36 postum Ensign Herbert Charpiot Jones Besatzungsmitglied des Schlachtschiffes USS California BB 44 postum Rear Admiral Isaac Campbell Kidd Befehlshaber der 1 Schlachtschiff Division postum Lieutenant Commander Jackson Charles Pharris Besatzungsmitglied des Schlachtschiffes USS California BB 44 Chief Radioman Thomas James Reeves Besatzungsmitglied des Schlachtschiffes USS California BB 44 postum Captain Donald Kirby Ross Besatzungsmitglied des Schlachtschiffes USS Nevada BB 36 Machinist s Mate First Class Robert Raymond Scott Besatzungsmitglied des Schlachtschiffes USS California BB 44 postum Chief Watertender Petar Herceg Tomich Besatzungsmitglied des Schlachtschiffes USS Utah BB 31 postum Captain Franklin Van Valkenburgh Kommandant des Schlachtschiffes USS Arizona BB 39 postum Seaman First Class James Richard Ward Besatzungsmitglied des Schlachtschiffes USS Oklahoma BB 37 postum Captain Cassin Young Kommandant des Werkstattschiffes USS Vestal AR 4 Verluste auf japanischer Seite Bearbeiten Wrack eines japanischen Kleinst U Bootes etwa 65 Piloten und U Boot Besatzungsmitglieder gefallen etwa 29 zerstorte Flugzeuge etwa 5 versenkte Zwei Mann U Boote 1 Gefangener U Boot Kommandant Leutnant Sakamaki Kazuo Die geringen japanischen Verluste von lediglich 29 Flugzeugen ubertrafen selbst die optimistischsten Prognosen der Planer des Angriffs Man hatte mit weit hoheren Verlusten gerechnet Dass diese nicht eintraten lag sowohl an der erreichten vollstandigen Uberraschung sowie an der mangelnden Kampfbereitschaft in der sich die amerikanischen Streitkrafte vor dem Angriff befanden Strategische Auswirkungen Bearbeiten Die japanischen Eroberungen von 1937 bis Marz 1942 Gleichzeitig mit dem Angriff auf Pearl Harbor begann die japanische Offensive im Pazifik japanische Truppen marschierten in Thailand ein und landeten auf den Philippinen Am Morgen des 10 Dezembers malaiischer Ortszeit knapp 48 Stunden nach dem Angriff versenkten japanische Bomber mit der Prince of Wales und der Repulse zum ersten Mal in der Geschichte Schlachtschiffe auf hoher See und in voller Gefechtsbereitschaft Die Versenkung dieser schnellen und modernen Schiffe allein durch Luftstreitkrafte beendete die bis dahin dominierende Rolle des Schlachtschiffes in der Seekriegsfuhrung Mit nur noch einem verfugbaren Schlachtschiff der nicht in Pearl Harbor liegenden Colorado stellte die amerikanische Pazifikflotte keine Bedrohung mehr dar was Japan erlaubte seine gesamte Flotte in Sudostasien einzusetzen Durch seine jetzt gewaltige Uberlegenheit zur See und in der Luft hatte es die uneingeschrankte Initiative im Kampfraum wodurch es den Japanern gelang die nominell gleich starken alliierten ABDA Streitkrafte beide Seiten verfugten im Kampfgebiet uber etwa elf Divisionen an Landstreitkraften innerhalb von drei Monaten ohne grossere Schwierigkeiten zu uberrennen Der amerikanischen Pazifikflotte blieb nach dem Angriff nur die Defensive ubrig An offensive Operationen war fur lange Zeit nicht zu denken da die japanische Flotte jetzt in jeder Hinsicht uberlegen war Zwar gelang es die leichter beschadigten Schlachtschiffe Maryland Tennessee und Pennsylvania binnen dreier Monate in Tag und Nachtarbeit zu reparieren womit zusammen mit der Colorado und den aus dem Atlantik zuruckverlegten Idaho Mississippi und New Mexico wieder sieben Schlachtschiffe zur Verfugung standen Damit war man jedoch den inzwischen um die Yamato verstarkten elf japanischen Schlachtschiffen deutlich unterlegen Bei den Flugzeugtragern war das Krafteverhaltnis noch ungunstiger Obwohl man keinen Trager verloren hatte und Verstarkung durch die Yorktown und Hornet erhielt standen den funf amerikanischen Tragern elf japanische gegenuber Erheblich schwerer als die numerische Unterlegenheit wog der qualitative Unterschied in dieser nun ausserst wichtigen Waffengattung Die Japaner verfugten uber grosse Erfahrung in Trageroperationen ihre Mannschaften waren perfekt eingespielt und ihre Piloten hatten in den letzten vier Jahren uber China Kampferfahrung sammeln konnen Auf amerikanischer Seite waren grossere Trageroperationen zwar nichts Neues denn man hatte in Manovern der Vorkriegszeit Angriffe von Flugzeugtragern auf den Panamakanal geubt und ausgewertet Da aber die US Trager in der Zwischenzeit mit neuen Flugzeugmustern ausgerustet worden waren hatte man anfangs Probleme mit der Koordination der Aktivitaten auf dem Flugdeck Als sechs Monate spater in der Schlacht um Midway die Trager Enterprise und Hornet alle Maschinen zu einem gemeinsamen Angriff starten sollten dauerte es nach dem Start der ersten Halfte der Maschinen zu lange die zweite Halfte startklar zu machen Man war gezwungen den gemeinsamen Angriff aufzugeben und die bereits gestarteten Flugzeuge alleine loszuschicken bevor sie beim Warten zu viel Treibstoff verflogen Als Folge davon erlitten die jetzt ohne Jagdschutz angreifenden Verbande schwere Verluste Schwerer jedoch wog die mangelnde technische Ausrustung speziell bei Jagdflugzeugen und der Torpedowaffe Die Grumman F4F war der Mitsubishi A6M in Manovrierfahigkeit Steigleistung und Geschwindigkeit stark unterlegen und es dauerte bis Mitte 1943 bis geeignete Flugzeugmuster Grumman F6F und Vought F4U zur Verfugung standen Allerdings ermoglichte die inzwischen von John S Jimmy Thach entwickelte neue Luftkampftaktik den US Piloten auch mit den alteren Maschinen echte Chancen auf Luftsiege gegen die japanischen Typen Bei den Torpedoflugzeugen war die Douglas TBD hoffnungslos veraltet Zwar wurde sie nach der Schlacht um Midway durch die Grumman TBF ersetzt aber die Torpedos selbst waren langsam und funktionierten nur selten Aus Ersparnisgrunden hatte man nur wenige Tests vor dem Krieg durchgefuhrt sodass bis 1943 keine wirkungsvollen Torpedos zur Verfugung standen Die Leistung des japanischen Long Lance Torpedos wurde nie erreicht Da der Uberwasserflotte auf absehbare Zeit nichts weiter ubrig blieb als zu versuchen die Stellung so gut es ging zu halten bis von den Werften Verstarkung durch neue Schiffe kam wurden die U Boote zur einzigen Waffe mit der offensiv gegen Japan agiert werden konnte Als neuer Befehlshaber der Pazifikflotte wurde deshalb Chester W Nimitz ernannt einer der wenigen aus der U Boot Waffe hervorgegangenen Admirale In der Folgezeit fuhrten die amerikanischen U Boote gegen das auf seine Seeverbindungen angewiesene Japan einen Tonnagekrieg der so erfolgreich war dass er heute von allen Seiten als eine der Hauptursachen fur den amerikanischen Sieg im Pazifik angesehen wird 32 Das japanische Oberkommando betrachtete die Schlacht seinerzeit als einen strategischen Erfolg der seine kuhnsten Erwartungen ubertraf Die japanische Flotte hatte an der Grenze ihrer Reichweite operiert den Feind in einem kaum fur moglich gehaltenen Ausmass uberrascht und seine gesamte Schlachtflotte auf einen Schlag ausgeschaltet Angesichts der unerwartet niedrigen eigenen Verluste von nur 29 Maschinen erschienen das Fehlen der Flugzeugtrager sowie die Verschonung der Docks und Ollager als kleine Schonheitsfehler in einem ansonsten unglaublich perfekten japanischen Sieg Heute wird der Angriff hingegen in allen Punkten als vollstandiger strategischer Fehlschlag angesehen Dass man keinen Flugzeugtrager versenkte war noch entschuldbar da das japanische Oberkommando ihre Abwesenheit weder voraussehen noch darauf reagieren konnte als man uber das Konsulat vom Auslaufen auch der Lexington am 5 Dezember erfuhr Der Angriff konnte nur am 7 Dezember durchgefuhrt werden der japanische Kampfverband hatte keine Treibstoffreserven die ein Verschieben des Angriffs erlaubt hatten geschweige denn dass man die gesamte Offensive in Sudostasien kurzfristig aufhalten konnte Dass Nagumo es unterliess den Stutzpunkt mit dessen Einrichtungen anzugreifen und zu zerstoren war jedoch sehr nachteilig fur die Japaner Der Verlust der einzigen Docks im Zentralpazifik hatte die USA zweifellos am hartesten getroffen Dass dies unterblieb zeugt von einer falschen Setzung der Prioritaten sowohl bei Nagumo selbst als auch beim Oberkommando das die Entscheidung den Angriff abzubrechen spater als richtig ansah Inwiefern der Abbruch des Angriffs ohne eine 3 Angriffswelle als Fehleinschatzung der Lage zu werten ist wird teilweise kontrovers diskutiert Richtig ist zwar die Annahme dass eine Zerstorung der Docks und Treibstofftanks die USA erheblich in den strategischen Planungen behindert und wahrscheinlich zum Ruckzug an die US Westkuste gezwungen hatte Allerdings steht dieser Tatsache gegenuber dass den japanischen Streitkraften der Angriffsflotte die taktischen Mittel fur erfolgreiche Angriffe auf eine grosse Marinebasis gefehlt hatten Aufgrund der Zusammensetzung der zur Verfugung stehenden tragergestutzten Luftstreitkrafte ware mit hoher Wahrscheinlichkeit nur ein Angriff mit Sturzkampfbombern in Frage gekommen die bereits in den ersten beiden Angriffswellen mit die grossten Verluste erlitten hatten allein in der 2 Angriffswelle gingen 14 Sturzkampfbomber verloren 41 wurden beschadigt Der Erfolg einer 3 Angriffswelle muss daher da sich die Luftabwehr in Pearl Harbor schnell erholt hatte bezweifelt werden Zudem ware nur eine Bewaffnung der Angriffsflugzeuge mit 250 Kilogramm Bomben moglich gewesen was wirkungsvolle Schlage zusatzlich erschwerte Welche Auswirkungen der Angriff von Tragerflugzeugen auf einen gesicherten und vorbereiteten Stutzpunkt hat zeigte sich wenige Monate spater beim Angriff auf Midway Auch der Angriff auf die Schlachtschiffe wird oft kritisiert da sie im flachen Hafenwasser sanken konnten sie doch relativ einfach wieder gehoben und repariert werden Hatte Japan gemass dem ursprunglichen Kriegsplan gultig vor der Verlegung der Flotte von San Diego nach Pearl Harbor das Auslaufen der Flotte zur Verstarkung der angegriffenen Philippinen abgewartet und die Schlachtschiffe dann auf hoher See versenkt waren diese permanent verloren gewesen Hinzu kommt noch dass sich die versenkten Schlachtschiffe auf Grund ihrer geringen Geschwindigkeit fur die neue Rolle des Schlachtschiffs als Flugzeugtrager Eskorte ungeeignet erwiesen und wahrend des Krieges hauptsachlich amphibische Landungen mit ihrer Artillerie unterstutzten Zu dem Verlust des Materials ware auf hoher See zudem eine weitaus hohere Zahl an menschlichen Verlusten gekommen die man hatte ersetzen mussen Anders dagegen die Situation nach Pearl Harbor Viele Matrosen und Spezialisten standen auch nach dem Angriff noch zur Verfugung und waren praktisch gefechtsbereit Zu diesen Uberlegungen kommt letztendlich eine weitere Tatsache hinzu Durch die Versenkung der alteren Schlachtschiffe blieb den USA letzten Endes nur die Konzentration auf den Bau von Flugzeugtragern um der japanischen Marine die Stirn zu bieten Auf diese Weise hat Pearl Harbor den marinestrategischen Paradigmenwechsel beschleunigt Wahrend des Krieges stellten die USA allein 18 grosse Flottentrager und 77 Geleittrager in Dienst Abschliessend muss in diesem Zusammenhang festgehalten werden dass der Angriff auf Pearl Harbor so schwerwiegend wie er auch gewesen sein mag fur das Kaiserreich Japan nicht nur ein strategischer Misserfolg war sondern eigentlich bereits den Weg des Kriegsverlaufs vorzeichnete Einer der grossten Fehler war in den Augen einiger Autoren die Tatsache dass sich Japan auf den Krieg mit den USA und deren Potenzial eingelassen hat ohne eine genaue Strategie zu entwickeln wie dieser Konflikt zum gewunschten Ergebnis fuhren sollte und diese Nachlassigkeit auch in den folgenden Kriegsjahren nicht revidieren konnte Politische Auswirkungen Bearbeiten Franklin D Roosevelt unterzeichnet als Reaktion am 8 Dezember die Kriegserklarung an Japan Propagandaplakat Racht Pearl Harbor Die schwerwiegendste Folge war die Wirkung des Angriffs auf die offentliche Meinung in den USA Isolationismus und Pazifismus verloren auf einen Schlag ihren Einfluss Am 8 Dezember erklarten die USA Japan offiziell den Krieg die Kriegserklarung wurde im vorher zwischen Isolationisten und Interventionisten gespaltenen Kongress mit nur einer Gegenstimme verabschiedet 33 Vier Tage spater erklarten Deutschland und Italien die von dem Angriff ebenfalls uberrascht worden waren den USA den Krieg womit die USA auch offiziell in den europaischen Teil des Krieges eintraten Der Uberraschungsangriff galt in den USA als hinterhaltig und perfide da er ohne vorherige Kriegserklarung auch die am 7 Dezember verspatet uberreichte Note enthielt lediglich den Abbruch der Verhandlungen und fur die Bevolkerung der USA vollkommen uberraschend erfolgt war In den USA gilt der Begriff Pearl Harbor seither als Metapher fur einen verheerenden unprovozierten und unvorhergesehenen Angriff Der 7 Dezember 1941 wird oft als Day of Infamy Tag der Ehrlosigkeit bezeichnet nach der Eroffnung der Rede Prasident Roosevelts i mit der er am nachsten Tag vom Kongress die Zustimmung zur Kriegserklarung einholte 34 Der Wunsch nach Rache und Sieg uber Japan fuhrte dazu dass die Rekrutierungsstellen der Streitkrafte starken Andrang Freiwilliger hatten Den Hass bekamen japanischstammige Amerikaner als erste zu spuren sie wurden Opfer zahlreicher Ubergriffe und schliesslich in Internierungslagern inhaftiert 1988 entschuldigte sich Prasident Ronald Reagan im Namen der US Regierung fur dieses auf Rassismus Vorurteilen und Kriegshysterie basierende Verhalten 35 Zur Untersuchung des Angriffs setzte Prasident Roosevelt eine Untersuchungskommission unter dem Vorsitz des Verfassungsrichters Owen Roberts ein Am 28 Januar 1942 erklarte die Kommission in ihrem Bericht Admiral Kimmel und General Short zu den Hauptverantwortlichen fur die Niederlage 36 Man warf ihnen auf Grund der mangelnden Gefechtsbereitschaft ihrer Streitkrafte Pflichtvernachlassigung vor Sie hatten Warnungen nicht ernst genug genommen und besonders Short habe durch seine Entscheidung samtliche Flugzeuge in der Mitte der Flugplatze zu parken diese zu leichten Zielen gemacht Beide Kommandeure waren bereits Mitte Dezember 1941 von ihren Posten abgelost worden wodurch sie automatisch von ihren bisherigen aber nur temporar fur ihr Kommando vergebenen 4 Sterne Rangen in 2 Sterne Range zuruckfielen Ihre Karrieren waren damit praktisch beendet Die von der Roberts Kommission vertretene Auffassung war von Anfang an kontrovers viele sahen in Kimmel und Short Sundenbocke die bei einer Anklage von einem Militargericht jederzeit freigesprochen worden waren 1944 fuhrten zwei Kommissionen eine der Armee Army Pearl Harbor Board und eine der Marine Navy Court of Inquiry eine weitere Untersuchung des Angriffs durch insgesamt wurden nach der Roberts Kommission bis 1946 sieben Untersuchungen des Angriffs durchgefuhrt Tatsachlich befand der Navy Court of Inquiry dass Admiral Kimmel nichts vorzuwerfen sei der Bereitschaftsgrad der Flotte sei der Admiral Kimmel bekannten Lage angemessen gewesen Besonderes Gewicht wurde darauf gelegt dass die Flakgeschutze der Schiffe einsatzbereit waren und bei Beginn des Angriffs sofort das Feuer eroffneten wahrend die Flakgeschutze der Armee teilweise stundenlang auf Munition warteten General Short hingegen wurde massiv kritisiert weil er die Moglichkeit eines Angriffs nicht vorhergesehen hatte und Pearl Harbor in seiner Kriegswarnung nicht als mogliches Angriffsziel erwahnt wurde 37 Das Army Pearl Harbor Board befand dass sich General Short tatsachlich der Pflichtvernachlassigung schuldig gemacht habe kritisierte aber ebenfalls die Armeefuhrung in Washington insbesondere General Marshall Auch die Armeefuhrung hatte die Moglichkeit eines Angriffs nicht erkannt und den ihr bekannten geringen Bereitschaftsgrad der Armee in Hawaii nicht korrigiert obwohl sie mit einem bevorstehenden Krieg mit Japan rechnete 38 Beide Berichte wurden jedoch wahrend des Krieges geheim gehalten zum einen weil mehrere der kritisierten Offiziere inzwischen hohe Positionen innehatten und dort als hervorragend bewertete Arbeit leisteten ihre Ablosung wurde fur die Kriegfuhrung als nachteilig angesehen Ein anderer Grund war die Rolle die die entschlusselten japanischen Funkspruche fur die Beurteilung durch die Kommissionen hatten Dass der japanische Code gelesen werden konnte musste aber wahrend des noch laufenden Krieges geheim bleiben Am 25 Mai 1999 schliesslich verabschiedete der Senat mit 52 zu 47 Stimmen eine Resolution die Kimmel und Short von allen Vorwurfen freisprach und sie posthum in den 4 Sterne Rang erhob den alle anderen ranghoheren US amerikanischen Offiziere des Zweiten Weltkrieges spatestens bei ihrem Ausscheiden aus den Streitkraften erhalten hatten 39 In Japan loste der Angriff gemischte Gefuhle aus Admiral Yamamoto war entsetzt daruber dass die japanische diplomatische Note erst nach dem Angriff uberreicht worden war Dies verschlimmerte die seiner Meinung nach von Anfang an nicht aussichtsreiche Lage Japans den Krieg zu gewinnen Den Tag nach Pearl Harbor soll er in Depressionen versunken verbracht haben wahrend sein Stab feierte Es gibt zwar keinen Beleg dass er den beruhmten Satz Ich furchte alles was wir erreicht haben ist einen schlafenden Riesen zu wecken und mit einem furchtbaren Vorsatz zu erfullen je gesagt hat der ihm im Film Tora Tora Tora zugeschrieben wird Nach Aussage von Zeitzeugen gibt der Satz aber die Stimmung Yamamotos nach dem Angriff durchaus zutreffend wieder Fur die japanische Bevolkerung kam der Angriff genauso uberraschend wie fur die amerikanische und obwohl die japanische Regierung seit einiger Zeit durch Propaganda anti amerikanische Stimmung zu erzeugen versuchte scheinen viele Japaner entsetzt daruber gewesen zu sein dass sie sich jetzt im Krieg mit den Vereinigten Staaten befanden einem Land das von nicht wenigen Japanern bewundert wurde Die Japaner scheinen jedoch die Rechtfertigung der Regierung dass der Krieg unvermeidbar war akzeptiert zu haben und unterstutzten im Folgenden bis zur japanischen Kapitulation die Kriegspolitik 40 Gedenken und Symbolwirkung Bearbeiten75 Jahre nach dem Angriff auf Pearl Harbor empfing 2016 der amerikanische Prasident Barack Obama in Pearl Harbor den japanischen Ministerprasidenten Shinzō Abe Ihr Treffen gilt nach dem Besuch Prasident Obamas 2015 in Hiroshima als weiterer Schritt der Versohnung beider Staaten 41 Verschworungstheorien Bearbeiten Hauptartikel Verschworungstheorien zum Angriff auf Pearl Harbor Neben der Untersuchung und Diskussion daruber wer die Verantwortung fur die Verluste der USA in Pearl Harbor hatte kam es kurze Zeit auch zur Mythenbildung und regelrechten Verschworungstheorien Zum Teil steckten dahinter Kreise die die Schuldigen fur die Versaumnisse der geheimdienstlichen Aufklarung uber die Aktionen der Japaner die Versaumnisse bei der Kommunikation der bestehenden Warnungen vor dem Uberfall und fur die Fehler bei der Verteidigung von Pearl Harbor entlasten wollten Auch der US Prasident ruckte in die Mitte der Anschuldigungen als Verdachtigungen die Runde machten die US Regierung habe den Angriff gezielt provoziert oder von dem kommenden Angriff gewusst und die Flotte in Pearl Harbor nicht gewarnt um den USA mit dem japanischen Angriff einen Grund fur den Eintritt in den Krieg gegen die Achsenmachte zu liefern 42 Amerikanische und britische Geheimdienste hatten nach Darstellung des in der Literaturliste erwahnten Robert Stinnet schon Wochen zuvor nicht nur den streng geheimen diplomatischen Funkverkehr aus Tokio decodiert und mitgehort die Funkaufklarung der Marine soll auch den entscheidenden japanischen Militarcode 5 Num Code vorzeitig entschlusselt haben Auch soll der japanische Flottenverband die befohlene Funkstille nicht eingehalten haben so dass die amerikanische Funkuberwachung dessen Bewegungen hatten mitverfolgen konnen Diese Thesen einer Verschworung werden von der Mehrzahl der akademischen Historiker zuruckgewiesen Es fehlen durchweg seriose Belege manchmal mangelt es an Logik 43 So stellt Krebs klar dass die Amerikaner am 7 Dezember 1941 zwar den diplomatischen Code geknackt hatten nicht aber den Code der Marine Die Vorbereitung eines Angriffes auf Pearl Harbor war den japanischen Diplomaten nicht bekannt und wurde nur im Marine Funkverkehr behandelt den die Amerikaner noch nicht entschlusselt hatten Erst ab 1942 konnte davon die Rede sein wobei die Amerikaner einige Codes erst nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges knacken konnten Diese falschen Behauptungen Stinnets wurde nach Krebs schon 1999 bei der amerikanischen Erstausgabe des Stinnet Buches von amerikanischen Fachwissenschaftlern moniert In der deutschen Ausgabe wurden die Bedenken gegen dieses Buch nicht berucksichtigt Als Beweis fur das Nichteinhalten der Funkstille des Flottenverbandes fuhrt Stinnet grosstenteils Funksendungen von Landstationen an die japanische Flotte an Nach Krebs konnte man mit solchen Funksendungen den Standort der Angriffsflotte nicht feststellen Schon wenige Wochen nachdem das japanische Marineministerium die Entscheidung getroffen hatte einen Angriff auf Hawaii in die Kriegsplanungen aufzunehmen erhielten die USA eine Warnung Am 27 Januar 1941 berichtete der amerikanische Botschafter in Japan Joseph C Grew dass ein gut informierter peruanischer Gesandter ihm erzahlt habe dass das japanische Militar einen Uberraschungsangriff auf Pearl Harbor plane falls es zu Streitigkeiten zwischen den USA und Japan kame Dabei wurden die Japaner alle militarischen Mittel einsetzen die sie besassen 44 45 Diese Meldung wurde in Washington als unglaubwurdig eingestuft zumal zu diesem Zeitpunkt das Verhaltnis zu Japan noch gut war 46 Zur gleichen Zeit erreichten die USA aber auch gegenteilige Meldungen so dass es schwer war die Wichtigkeit dieser einen Meldung zu erkennen Anhanger von Verschworungstheorien argumentieren dagegen die US Fuhrung sei somit uber den Angriff auf Pearl Harbor im Kriegsfall von Beginn der Vorbereitungen an informiert gewesen Siehe auch BearbeitenChronologischer Kriegsverlauf des Pazifikkrieges Doolittle Raid Operation VengeanceLiteratur BearbeitenMarcel Hartwig Die traumatisierte Nation Pearl Harbor und 9 11 als kulturelle Erinnerungen transcript Bielefeld 2011 ISBN 978 3 8376 1742 9 Peter Herde Pearl Harbor 7 Dezember 1941 Der Ausbruch des Krieges zwischen Japan und den Vereinigten Staaten und die Ausweitung des europaischen Kriegs zum Zweiten Weltkrieg Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1980 ISBN 3 534 07555 2 Weitere Auflagen David Kahn The Codebreakers The Story of Secret Writing Scribner New York 1996 ISBN 0 684 83130 9 Takuma Melber Pearl Harbor Japans Angriff und der Kriegseintritt der USA C H Beck Munchen 2016 ISBN 978 3 406 69818 7 47 Gordon W Prange u a December 7 1941 The Day the Japanese Attacked Pearl Harbor McGraw Hill Books New York 1991 ISBN 0 517 06658 0 Gordon W Prange At Dawn We Slept The untold story of Pearl Harbor Penguin Books London 2001 ISBN 0 14 100508 4 Mark E Stille TORA TORA TORA Pearl Harbor 1941 Osprey Publishing Oxford 2011 ISBN 978 1 84908 509 0 Filme BearbeitenDie Schlacht von Hawaii und in der Malaien See Hawai mare oki kaisen 1942 Verdammt in alle Ewigkeit 1953 Banzai Banzai die Piloten des Teufels Hawai Middowei daikaikusen Taiheiyo no arashi englischer Synchrontitel I Bombed Pearl Harbour 1960 Tora Tora Tora 1970 MacArthur Held des Pazifik 1977 Der letzte Countdown 1980 Der Feuersturm 1983 Pearl Harbor 2001 Angriff auf Pearl Harbor Dokumentation Deutschland 2006 JAG Im Auftrag der Ehre Das Geheimnis von Pearl Harbor 2000 Weblinks Bearbeiten Commons Angriff auf Pearl Harbor Sammlung von Bildern Videos und Audiodateien Roosevelts Pearl Harbor Rede vom 8 Dezember 1941 englisch Pearl Harbor Anhorungen englisch Pearl Harbor Mythen die sich um Pearl Harbor ranken englisch Pearl Harbor Dokumente englisch Pearl Harbor Ship 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Peace and War United States Foreign Policy 1931 1941 Departement of State Washington 1943 auf www ibiblio org Battleship Oklahoma BB 37 Wenn es kracht und zischt In FAZ vom 9 Dezember 2016 S 6 Dieser Artikel wurde am 22 September 2006 in dieser Version in die Liste der exzellenten Artikel aufgenommen 21 366666666667 157 95 Koordinaten 21 22 0 N 157 57 0 W Dieser Artikel ist als Audioversion verfugbar Teil 1 Die amerikanisch japanischen Beziehungen vor Pearl Harbor Die US Pazifikflotte Vorbereitungen Der Plan Die amerikanische Funkaufklarung Pearl Harbor am 7 Dezember source source Speichern Informationen 57 26 min 26 4 MB Text der gesprochenen Version 11 Juni 2015 Teil 2 Der Angriff Nagumos Entscheidung zum Ruckzug Bilanz Verschworungstheorien source source Speichern Informationen 56 56 min 26 1 MB Text der gesprochenen Version 11 Juni 2015 Mehr Informationen zur gesprochenen Wikipedia Normdaten Sachbegriff GND 4127711 9 OGND AKS LCCN sh85099030Abgerufen von https de wikipedia org w 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