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Altgriechische Sprache

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Altgriechisch (Eigenbezeichnung:ἡ ἑλληνικὴ (γλῶσσα [attisch:γλῶττα]),hē hellēnikḗ (glṓssa [attisch:glṓtta]), „die griechische Sprache“) ist die antike Sprachstufe der griechischen Sprache, einer indogermanischen Sprache im östlichen Mittelmeerraum, die einen eigenen Zweig dieser Sprachfamilie darstellt, möglicherweise über eine balkanindogermanische Zwischenstufe.

Altgriechisch
Zeitraum etwa 800 bis 300 v. Chr. (literarisch bis 600 n. Chr.)

Ehemals gesprochen in

zunächst südliche Balkanhalbinsel, dann östlicher Mittelmeerraum und griechische Kolonien
Linguistische
Klassifikation

indogermanische Sprachen, vielleicht Balkanindogermanisch (mit Armenisch und Albanisch)

  • Altgriechisch
Sprachcodes
ISO 639-1

ISO 639-2

grc (historische griechische Sprache bis 1453)

ISO 639-3

grc (historische griechische Sprache bis 1453)

Unter dem Begriff Altgriechisch werden Sprachformen und Dialekte zusammengefasst, die zwischen der Einführung der griechischen Schrift (etwa 800 v. Chr.) und dem Beginn der hellenistischen Ära (etwa 300 v. Chr.) und zumindest in der Literatur noch sehr viel länger, nämlich bis zum Ende der Antike (um 600 n. Chr.), verwendet wurden. Als Norm für das klassische Altgriechisch gilt der literarische attische Dialekt des 5. und 4. Jahrhunderts vor Christus, die Sprache von Sophokles, Platon und Demosthenes. Die Sprachstufe zwischen etwa 600 und 1453 (Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen) wird gemeinhin als Mittelgriechisch oder byzantinisches Griechisch bezeichnet; das darauf folgende Neugriechische, die Staatssprache des modernen Griechenland, hat sich nachvollziehbar kontinuierlich aus dem Alt- bzw. Mittelgriechischen entwickelt.

Die altgriechische Sprache hat einerseits durch die Vermittlung durch das Lateinische, die wesentlichste Bildungssprache im westlichen Europa bis ins 19. Jahrhundert, andererseits durch die exemplarische erhaltene Literatur vor allem in den Bereichen Philosophie, Naturwissenschaft, Geschichtsschreibung, Dichtung, Musik und Theater eine herausragende Bedeutung für das gesamte Abendland. Hinzu kommt ihre Bedeutung als Sprache des Neuen Testaments für Religion und Theologie des Christentums. Auch hat sie durch diesen Einfluss die anderen europäischen Sprachen geprägt: Eine Vielzahl von Lehnübersetzungen, Lehn- und Fremdwörtern hat in europäische Sprachen Eingang gefunden und wird in diversen Fachsprachen verwendet.

Der Sprachcode nach ISO 639 für Alt- und Mittelgriechisch (bis 1453) ist grc.

Inhaltsverzeichnis

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(1) Originaltext: πεπεισμένος δὲ πειρῶμαι καὶ τοὺς ἄλλους πείθειν ὅτι τούτου τοῦ κτήματος
(2) Transkription: pepeisménos peirōmai kaì toùs állous peíthein hóti toútou toū ktḗmatos
(3) IPA: pepeːzménos peːrɔ̂ːmai̯ kaì̯ tùːs álːuːs péːtʰeːn hóti túːtuː tûː ktɛː́matos
(4) Interlinear: überzeugt also versuche-ich auch die anderen zu-überzeugen dass dieses des Besitzes
(1) τῇ ἀνθρωπείᾳ φύσει συνεργὸν ἀμείνω Ἔρωτος οὐκ ἄν τις ῥᾳδίως λάβοι.
(2) anthrōpeia physei synergon ameinō Erōtos ouk an tis rhadiōs laboi.
(3) tɛ̂ː(i̯) antʰrɔːpéːaː(i̯) pʰýseː synergòn améːnɔː érɔːtos uːk án tis rʰaː(i̯)díɔːs láboi̯
(4) für-die menschliche Natur Helfer besseren (als-die)-Liebe nicht wer mühelos bekommen-kann

Übersetzung: „Selbst überzeugt, versuche ich, auch die anderen zu überzeugen, dass man zur Erlangung dieses Guts einen besseren Helfer für die menschliche Natur als die Liebe schwerlich finden kann.“

(Platon: Symposion)

Das Altgriechische lässt sich als indogermanische Sprache klassifizieren, leitet sich also vom Ur-Indogermanischen ab, das sich wahrscheinlich im 3. Jahrtausend v. Chr. in die heute bekannten Sprachzweige aufspaltete. Lautbestand und Vokabular des Altgriechischen weichen jedoch von allen anderen Sprachen der Familie so erheblich ab, dass es als eigener Zweig des Indogermanischen im engeren Sinne gewertet wird und man von einer starken Substratwirkung der „vorgriechischen“ Sprachstufen auf die griechischen Idiome ausgeht.

Den Ursprung vieler nicht indogermanischer Wörter des Griechischen (etwaθάλασσαthalassa „Meer“ undνῆσος nēsos „Insel“) vermuten Forscher in der Sprache oder den Sprachen der Bewohner Griechenlands vor Ankunft der indogermanischen Völker um 2000 v. Chr., die auch als Ägäische Sprachen bezeichnet werden. Die vorgriechische Bevölkerung hieß im Altgriechischen u. a.Πελασγοί PelasgoiPelasger“. Sicher haben auch das Minoische und Eteokretische, vorgriechische Sprachen auf Kreta, das Vokabular des frühen Griechisch beeinflusst.

Hauptartikel: Griechische Sprache

Die ältesten Schriftzeugnisse des Griechischen sind in Linear B abgefasst und stammen aus dem 14. Jahrhundert bis frühen 12. Jahrhundert v. Chr. Die damit in der mykenischen Kultur (1600–1050 v. Chr.) geschriebene Sprache wird als mykenisches Griechisch bezeichnet und als frühgriechischer Dialekt, nicht jedoch als direkter „Vorgänger“ des klassischen Griechisch gesehen. Aus der Zeit zwischen ca. 1200 und 800 v. Chr. gibt es keine schriftlichen Quellen des Griechischen; mit den Epen Homers, die vermutlich zwischen 850 und 700 v. Chr. entstanden, begegnet uns erstmals ein literarisches Werk in altgriechischer Sprache. Die Sprache Homers ist eine künstlich gebildete Literatursprache, die vorwiegend aus ionischen und äolischen Elementen besteht. Zu dieser Zeit muss das Altgriechische in verschiedenen Dialekten im südlichen Balkan und um die Ägäis weit verbreitet gewesen sein.

Die griechischen Dialekte im Kern des griechischen Siedlungsgebiets
Dialekte der Magna Graecia, dem sogenannten Großgriechenland

Nach und nach wurde mit der steigenden kulturellen und wirtschaftlichen Bedeutung der Poleis und ihrer Kolonien im gesamten Mittelmeerraum das Griechische zu einer Weltsprache der Antike. Man schätzt die Zahl der Griechisch-Sprecher zu Beginn des 4. Jahrhunderts v. Chr. auf sieben Millionen Menschen, zur Zeit Alexanders des Großen auf neun Millionen. Als Staatssprache des Reichs Alexanders und seiner Nachfolger verbreitete es sich bis Ägypten und Mittelasien, als Amtssprache des Römischen Reiches bis Großbritannien, Spanien und Nordafrika.

Altgriechisch wird in vier Dialektgruppen gegliedert, das Ionisch-Attische, das Arkadisch-Kyprische, das Äolische, sowie Westgriechisch, das aus dorischen und nordwestgriechischen Dialekten bestand. Neben diesen epichorischen also „einheimischen“, d. h. regional verteilten gesprochenen Dialekten entwickelten sich auch sogenannte literarische Dialekte: Verschiedene Gattungen der Versdichtung bedienten sich hauptsächlich vierer Varianten der epichoreischen Dialekte (Ionisch, Äolisch, Dorisch und Attisch). Die literarische Prosa war zu Beginn von ionisch schreibenden Autoren bestimmt (die Naturphilosophen Thales, Anaximander und Anaximenes; Herodot), doch setzte sich im 5. Jahrhundert v. Chr. das Attische als vorherrschender literarischer Dialekt durch und wurde durch Autoren wie Platon zum klassischen literarischen Vorbild für die gesamte griechische Literatur. Diese Sprachform wurde fortan von den meisten Autoren der Antike als Literatursprache verwendet und gilt bis in die Gegenwart als Norm für das Altgriechische.

Schon zur Zeit des Hellenismus begann ein zunehmender Wandel in Hinsicht auf Aussprache, Betonung und Grammatik, der bis zum Ende der Spätantike weitgehend abgeschlossen war. In Abgrenzung zum Neugriechischen werden aber auch die hellenistischen (Koine, etwa 300 v. Chr. bis 300 n. Chr.) und spätantiken (etwa 300 bis 600 n. Chr.) Sprachformen zum Altgriechischen gezählt. In der Literatur bildete das „klassische“ attische Griechisch in dieser Zeit den Standard, dem sich noch spätantike Autoren wie Libanios (4. Jahrhundert) oder Agathias (um 580) verpflichtet fühlten: Seit dem 1. Jahrhundert v. Chr. hatte sich in der Oberschicht die Ansicht durchgesetzt, die Koine sei als vulgär abzulehnen. Da sich die Sprache der gebildeten Stände, die sich am attischen Dialekt der Jahrzehnte um 400 v. Chr. orientierte (Attizismus), immer mehr von der der restlichen Bevölkerung zu unterscheiden begann, spricht man ab dieser Zeit von einer ausgeprägten Diglossie im Griechischen. Am Ende der Antike ging aber die Elite, die die attizistische Sprachform pflegte, unter. Das mittelalterliche Griechisch (etwa 600–1453) des Byzantinischen Reiches wird dann meist als Mittelgriechisch bezeichnet.

Hauptartikel: Griechisches Alphabet
Anfangverse der Odyssee, eines der ältesten literarischen Zeugnisse des Altgriechischen. Volltext auf Wikisource.

Das heute für die alt- und neugriechische Sprache verwendete Alphabet wurde vermutlich in der Zeit vom späten 9. bis zum mittleren 8. Jahrhundert v. Chr. vom Phönizischen Alphabet abgeleitet. Anfangs gab es mehrere Varianten des Alphabets in Griechenland, aber das ionische (auch „milesische“, nach der Stadt Milet) setzte sich allmählich fast im gesamten griechischsprachigen Raum durch. Dabei wurden ungebräuchliche Buchstaben wie Digamma, Sampi, Qoppa und San aufgegeben. Als Fixpunkt für die Übernahme des ionischen Alphabets wird das Jahr 403 v. Chr. angesehen, als die Stadt Athen es offiziell einführte, da Athen sich zu dieser Zeit zum Zentrum der literarischen Kultur Griechenlands entwickelte. Die griechischen Alphabete wurden bis in klassische Zeit mit den 24 Majuskeln ohne Wortzwischenräume und Satzzeichen geschrieben (scriptio continua), zunächst von rechts nach links, dann furchenwendig, mit der Einführung des milesischen Alphabets in Athen schließlich rechtsläufig, also von links nach rechts. Seit diesem Datum hat sich das griechische Alphabet bis heute nicht verändert, wenn man von der Einführung der Diakritika und Minuskeln absieht.

Das lateinische Alphabet leitete sich nicht vom milesischen, sondern von einem westgriechischen Alphabet ab, in dem beispielsweiseχ für [ks] stand, und nicht wie im milesischen für [], was auch die anderen Unterschiede zwischen beiden Schriften erklärt.

Mit den phonologischen Veränderungen in der Zeit des Hellenismus wurden verschiedene diakritische Zeichen eingeführt, um den schwindenden Lautbestand des Griechischen und den tonalen Akzent, die für das Verständnis der klassischen Dichtung entscheidend sind, zu konservieren. Es handelt sich um die drei Akzente Akut (ἡ ὀξεῖα hē oxeia „die Schärfe“), Gravis (ἡ βαρεῖα hē bareia „die Schwere“) und Zirkumflex (ἡ περισπωμένη hē perispōmenē „die Umgebogene“), die den tonalen Akzent des Altgriechischen wiedergeben, sowie die beiden Spiritūs – Spiritus asper (ἡ δασεῖα hē daseia „die Raue“) und Spiritus lenis (ἡ ψιλή hē psilē „die Leichte“) – die bei mit Vokal oder /r/ beginnenden Wörtern die Behauchung bzw. das Fehlen einer solchen anzeigen. Näheres zu den Diakritika siehe unter Polytonische Orthographie.

In byzantinischer Zeit kam das Iota subscriptum („untergeschriebenes Iota“) hinzu, das ursprünglich der zweite Buchstabe der Langdiphthongeηι,ωι undᾱι war, aber schon im 8. Jahrhundert v. Chr. verstummt war. Da aber die Kennzeichnung dieser Langvokale zur Distinktion grammatischer Kategorien nötig ist, wurde das Iota unter den übrigen Vokal gesetzt. Bei Majuskeln wird es als Iota adscriptum neben den Vokal gesetzt (adscriptum: „daneben geschrieben“, Beispiel:῾Άιδης Hadēs).

Die griechischen Minuskeln wurden vermutlich in Syrien im 9. Jahrhundert n. Chr. entwickelt. Die heute für das Altgriechische gebrauchten Satzzeichen wurden zur selben Zeit eingeführt: Komma, Punkt und Kolon (:) werden wie im Deutschen gebraucht. Das Semikolon (;) schließt anders als in der lateinischen Schrift einen Fragesatz ab, die Funktion des Semikolons erfüllt der Hochpunkt (·).

Die Gräzistik der Neuzeit verwendet zur Kennzeichnung der langen und kurzen Phoneme vonα, ι undυ auch die diakritischen Zeichen Breve und Makron (ᾰ/ᾱ – ῐ/ῑ – ῠ/ῡ). Außerhalb der Fachliteratur werden sie jedoch kaum verwendet.

Hauptartikel: Altgriechische Phonologie

Unterschiede zur indogermanischen Ursprache

Das Altgriechische unterscheidet sich im Lautbestand von der indogermanischen Ursprache und anderen Sprachen der Familie erheblich. So kann ein Wort im Altgriechischen beispielsweise nur mit einem Vokal oder den Konsonanten /n/, /r/, und /s/ enden; dies betrifft sowohl griechische Suffixe als auch beispielsweise suffixlose Nominativformen, vergleicheἔφερον epheron („sie trugen“) gegenüber lateinisch ferebant oder den Nominativγάλα gala mit dem Genitivγάλακτος galaktos („Milch“). Weitere Lautentwicklungen aus dem Indogermanischen sind insbesondere:

  • Indogermanisch /j/ im Anlaut entspricht griechisch /h/ oder /z(d)/: lateinisch iugum, deutsch Joch, griechischζυγόν z(d)ygon. Im Wortinnern fällt /j/ ganz weg.
  • Indogermanisch /s/ im Anlaut entspricht griechisch /h/: lateinisch sex, deutsch sechs, griechischἕξ hex.
  • Wegfall des indogermanischen und frühaltgriechischen Lautes /w/ (und des entsprechenden Graphems Digamma): alte Formϝεργον wergon wurde zu attischἔργον ergon, vergleiche deutsch Werk.
  • Die indogermanischen Labiovelare, noch im mykenischen Griechisch erhalten, gehen verloren; so wird das Phonem /kʷ/, das im Lateinischen /qu/ und im Althochdeutschen /(h)w/ entspricht, im Griechischen der klassischen Zeit zu /p/ oder /t/: lateinisch quo, deutsch wo, griechischπού pou.
  • Den indogermanischen behauchten stimmhaften Plosiven /bh/, /dh/ und /gh/, die sich in den modernen indoarischen Sprachen erhalten haben, entsprechen die griechischen Laute [pʰ] (φ), [tʰ] (θ) und [kʰ] (χ).

Vokale

Das Altgriechische kennt sieben Vokale, deren Länge bedeutungsunterscheidend ist. Zwei Vokale kommen jedoch nur in Langform vor, so dass insgesamt zwölf Phoneme bestehen. Bei [a], [i] und [y] wird die Länge nicht bezeichnet, lässt sich aber in betonten Silben (ab etwa 300 v. Chr.) durch die Akzente erschließen. Die neuzeitliche Gräzistik kennzeichnet in Wörterbüchern und Grammatiken den Unterschied durch Breve (˘) für kurze und Makron (¯) für lange Vokale.

Phonem [a] [] [o] [] [ɔː] [e] [] [ɛː] [i] [] [y] []
Graphem α / α / ο ου ω ε ει η ι / ι / υ / υ /

Aus den Vokalen bilden sich zahlreiche Diphthonge, die stets in [] oder [] enden, wobei letzteres aus einer früheren Sprachform durch dasυ wiedergegeben wird: [ai̯] (αι), [oi̯] (οι), [yi̯] (υι), [au̯] (αυ), [eu̯] (ευ), [ɛːu̯] (ηυ). Bei den drei i̯-Diphthongen mit langem Anlaut ([aːi̯], [ɛːi̯], [ɔːi̯]) schwand ungefähr zu klassischer Zeit der []-Laut, die Herkunft dieser Vokale aus Diphthongen wird seit byzantinischer Zeit jedoch durch das sogenannte Iota subscriptum angezeigt: (ᾳ, ῃ, ῳ).

Konsonanten

Die Plosive erscheinen, wie noch heute im Armenischen, in Dreierreihen (stimmhaft, stimmlos, stimmlos-behaucht). Hinzu kommen drei Affrikaten aus den stimmlosen Plosiva und /s/, die auch in der Flexion (etwaπ >ψ) eine Rolle spielen. Die Aussprache desζ (Zeta) in klassischer Zeit ist nicht vollständig geklärt, sie war jedenfalls nicht [ts]. Dionysios Thrax beschreibt es als eine Verbindung vonσ undδ, was die Aussprache sd (beides stimmhaft, also [zd]) nahelegt; die beiden Laute könnten aber auch umgekehrt (also ds, [dz]) angeordnet gewesen sein.

Traditioneller Name Phonetische Beschreibung Bilabial Alveolar Velar
Ψιλά Psilá, Tenues stimmlos [p] π [t] τ [k] κ
Μέσα Mésa, Mediae stimmhaft [b] β [d] δ [ɡ] γ
Δασέα Daséa, Aspirata aspiriert und stimmlos [] φ [] θ [] χ
Διπλά Diplá, Affrikata stimmlos + /s/ [ps] ψ ([dz] ζ) [ks] ξ

Erst in nachklassischer Zeit wandelte sich die Aussprache der Aspirata<φ> <θ>, <χ> hin zu stimmlosen Frikativen ([f], [θ], [x]). So transkribierte man in den griechischen Lehnwörtern des Lateinischen das Phi zunächst mit <ph>. Erst seit dem ersten Jahrhundert findet sich auch die Transkribierung mit <f>, wodurch „Philippus“ zu „Filippus“ werden konnte. Gewissermaßen in Fortschreibung dieser Entwicklung haben griechische Fremdwörter im Italienischen, die auf Wörter mit<φ> zurückgehen, durchgehend <f>, etwa inla fisica „Physik“ odersfera „Sphäre“; gleiches gilt für das Spanische. Im Französischen, Englischen und Deutschen blieb man demgegenüber – bis auf individuelle Ausnahmen – bei der konservativen Schreibweise (z. B. Philosophie), folgte aber zugleich der vermutlichen spätantiken Aussprache [f]. Im Englischen gilt etwas Paralleles auch für das Verhältnis zwischen Schreibweise und Aussprache des Theta in griechischen Fremdwörtern (gesprochen [θ] gemäß der mittelgriechischen Aussprache). Erst Ende des 20. Jahrhunderts fand eine Anpassung der deutschen Orthographie in Richtung auf den italienischen (oder skandinavischen oder auch slawischen) Usus statt (z. B. Fotografie, Grafik).

Neben diesen Plosiven gibt es die Nasale [m] (μ) und [n] (ν), letzteren mit der Variante [ŋ] vor velaren Konsonanten (geschriebenγ), den lateralen Approximanten [l] (λ) und den Vibranten [r] (ρ), letzteren mit der Variante [] oder [], die später geschrieben wurde und in deutschen Fremdwörtern noch als rh erscheint, sowie den Frikativ [s] (σ). Im Anlaut gab es außerdem [h], das etwa ab dem 3. Jahrhundert v. Chr., durch den Spiritus asper () über dem betreffenden Vokal wiedergegeben wurde. Der Spiritus lenis () wurde als graphisches Äquivalent für „kein [h]“ neu erfunden und stand ebenfalls über dem Anlaut (sofern dieser vokalisch war). Teilweise wird die Theorie vertreten, dass es für den Glottisschlag [ʔ] stand, jedoch nur von einer Minderheit; es ist also davon auszugehen, dass ein vokalischer Anlaut gebunden wurde.

Tonalität und Akzent

Der altgriechische Akzent war weniger (wie im heutigen Deutsch) durch größere Schallfülle (Lautstärke) gekennzeichnet als vielmehr durch die Tonhöhe, er war also dezentralisierend. Ein Akzent konnte im Altgriechischen auf eine der drei letzten Silben eines Wortes fallen (dies auch abhängig von der Länge der Vokale dieser Endsilben), hob diese aber nicht lautstärkemäßig vor den übrigen Silben hervor, sondern wurde mit einem höheren Ton als die umgebenden Silben gesprochen. Als der dezentralisierende Akzent einem zentralisierenden wich (etwa im 3. Jahrhundert v. Chr.), begann man, durch diakritische Zeichen die Tonalität des Altgriechischen durch Akzente zu konservieren (Aristophanes von Byzanz): Der Akut, welcher auf den letzten drei Silben eines Wortes stehen kann, bezeichnete den Hochton, der Zirkumflex, welcher auf den letzten zwei Silben eines Wortes stehen kann, bezeichnete bei langen Silben den hoch beginnenden, dann fallenden Ton, der Gravis (der sich nur in betonten Endsilben im Kontext findet) war vermutlich ein fallender Ton, wofür es allerdings keine Belege gibt. Aus einer Zusammenstellung der wichtigsten antiken und byzantinischen Grammatikerbelege von Axel Schönberger (2016) scheint hervorzugehen, dass der Gravis gar kein Akzent war, sondern lediglich angab, dass eine Silbe, die bei isoliertem Vorkommen des Wortes oder am Ende eines phonetischen Wortes betont würde, innerhalb eines phonetischen Wortes ihren ursprünglichen Akzent proklitisch verlor und somit unbetont gesprochen wurde.

Die gesamte altgriechische (Vers-)Dichtung und Metrik beruht nicht wie im Deutschen auf dem Kontrast zwischen betonten und unbetonten Silben, sondern ausschließlich auf der Länge oder Kürze der jeweiligen Silben.

Hinweis: Die Schulaussprache des Altgriechischen der verschiedenen Lehrtraditionen weicht in allen Fällen von der mittlerweile erforschten Phonologie der Sprache erheblich ab.

Das Altgriechische ist eine stark flektierende Sprache; bedeutungstragende Wortstämme sind vielseitigen Wandlungen unterworfen. Sowohl der Vokal-Ablaut als auch insbesondere der Konsonantenwandel im Auslaut von Wortstämmen sind bei Deklination und Konjugation häufig, ebenso wie in der Wortableitung und -bildung. Sie stellen für den Griechischlernenden ein großes Pensum an Lernstoff dar.

Beispiele:

  • Die griechische Wurzel bal gibt den Begriff des Werfens wieder. Sie bildet das Verbβάλλειν ballein („werfen“), das in der Konjugation Formen wieἔβαλον ebalon („ich warf“),βέβληκα beblēka („ich habe geworfen [und es liegt dort]“, Perfektform) bildet; von der Wurzel leiten sich Wörter ab wieβέλος belos („Wurfgeschoss“) undβολή bolē („Wurf“).
  • Von der Wurzel lab „nehmen“ werden gebildet:λαμβάνω lambanō („ich nehme“),ἔλαβον elabon („ich nahm“),λήψομαι lēpsomai, („ich werde mir nehmen“),ληφθήσομαι lēphthēsomai („ich werde genommen werden“) undεἴλημμαι eilēmmai („ich bin genommen“).
  • Die Wurzel pod mit der Bedeutung „Fuß“, im Genitivποδός podos zu erkennen, verschmilzt in der Nominativform zuπούς pous (aus *pods), bildet eine Dativ-Pluralformποσί posi (aus *podsi); davon abgeleitet sindπηδόν pēdon („Schiffsfuß, Steuerruder“) undτράπεζα trapeza (traped-sa, „Tisch“).
  • Die Wurzel prāg „handeln, tun“ erscheint in der Konjugation des Perfekts Medium/Passiv in vier unterschiedlichen Formen:πέπραγμαι pepragmai (1. Person Sg.),πέπραξαι pepraxai (2. Person Sg.),πέπρακται pepraktai (3. Person Sg.) undπέπραχθε peprachthe (2. Person Pl.).

Zu dem Stamm treten verschiedene Präfixe und Endungen, die im Sinne eines fusionalen Sprachbaus die unterschiedlichen grammatischen Parameter wiedergeben. Besondere Erscheinungen im Griechischen sind:

  • das Augment (lateinisch augmentum „Zuwachs“), ein die Vergangenheit andeutendes Morphem (meistε-), das dem Stamm vorangestellt wird.
  • die Reduplikation: Der Anlaut des Stammes wird verdoppelt, Beispielθνῄσκω thnēskō („ich liege im Sterben“),τέθνηκα tethnēka („ich bin tot“, Perfektform)
  • die Stammerweiterung durch /s/ für den Aorist und das Futur:βλέπω blepō („ich sehe“),ἔβλεψα eblepsa („ich sah (plötzlich)“),βλέψομαι blepsomai („ich werde gesehen werden“).

Des Weiteren verfügt das Altgriechische über eine Fülle von Morphemen, die die grammatischen Kategorien als Infixe und Affixe wiedergeben. Das Altgriechische kommt bei Verben weitestgehend ohne zusammengesetzte Formen aus, das heißt, alle grammatischen Parameter lassen sich durch Anfügungen an die Wurzel bilden und vereinen sich in einem einzigen Wort. So lässt sich ein so komplexer Ausdruck wie „ich werde mir [etwas] schreiben lassen“, der im Deutschen durch fünf einzelne Wörter ausgedrückt werden muss, im Altgriechischen durch eine einzige Verbform ausdrücken:γραφήσομαι graphēsomai.

Auch die Wortbildung verfügt über zahlreiche Morpheme, die Ableitungen und Bedeutungsdifferenzierungen ermöglichen, im Griechischen sind ähnliche „Bandwurmwörter“ möglich wie im Deutschen. Berühmtes Beispiel ist das karikierende Endloswortλοπαδο­τεμαχο­σελαχο­γαλεο­κρανιο­λειψανο­δριμ­υποτριμματο­σιλφιο­καραβο­μελιτο­κατακεχυμενο­κιχλεπι­κοσσυφο­φαττο­περιστερ­αλεκτρυον­οπτο­κεφαλλιο­κιγκλο­πελειο­λαγῳο­σιραιο­βαφη­τραγανο­πτερύγων lopado­temacho­selacho­galeo­kranio­leipsano­drim­hypotrimmato­silphio­karabo­melito­katakechymeno­kichlepi­kossypho­phatto­perister­alektryon­opto­kephallio­kinklo­peleio­lagoo­siraio­baphe­tragano­pterygon („austernschneckenlachsmuränen-essighonigrahmgekröse-butterdrosselnhasenbraten-hahnenkammfasanenkälber-hirnfeldtaubensiruphering-lerchentrüffelngefüllte Schüssel“) aus den Ekklesiazusai des Aristophanes (Vers 1169).

Die ersten Grammatiklehrbücher des Abendlandes wurden zu hellenistischer Zeit in der philologischen Schule von Alexandria abgefasst. Aristarch von Samothrake schrieb eine technē grammatikē des Griechischen. Die vermutlich erste autonome grammatische Schrift ist die technē grammatikē des Dionysios Thrax (2. Jahrhundert v. Chr.), welche die Phonologie und Morphologie einschließlich der Wortarten umfasst. Die Syntax ist Gegenstand eines sehr systematischen Werks des zweiten bedeutenden griechischen Grammatikers, des Apollonios Dyskolos (2. Jahrhundert n. Chr.). Angeblich im Jahre 169/68 „importierten“ die Römer die griechische Grammatiklehre und adaptierten sie.

Die Grammatik des Altgriechischen ist auf den ersten Blick recht ähnlich zum Lateinischen, was Partizipialkonstruktionen und sonstige satzwertige Konstruktionen (AcI etc.) anbelangt, so dass Lateinkenntnisse beim Erlernen des Altgriechischen sehr hilfreich sind – und umgekehrt. Gutes Verständnis der deutschen Grammatik hilft allerdings auch; in vielen Fällen ist das Altgriechische dem Deutschen strukturell ähnlicher als dem Lateinischen, beispielsweise sind bestimmte Artikel im Griechischen vorhanden, während sie im Lateinischen fehlen. Es gibt auch Fälle, in denen die Ähnlichkeit mit dem Lateinischen eher oberflächlicher Art ist und mehr Verwirrung stiftet als hilft – beispielsweise werden die Zeitformen der Verben im Griechischen oft anders verwendet als im Lateinischen.

Im Westen und auch in diesem Artikel werden oft lateinisch-basierte Begriffe (wie Substantiv, Dativ, Aktiv, Person …) zur Bezeichnung von altgriechischen grammatischen und semantischen Kategorien verwendet, die (oft) direkte Übersetzungen der griechischen Definitionen darstellen. In Griechenland werden dagegen bis heute griechisch-basierte Begriffe aus der technē grammatikē des Dionysios Thrax verwendet.

Deklination

Im Altgriechischen werden Substantive, Adjektive, Pronomina, der (definite) Artikel und einige Zahlwörter dekliniert. Besonders Zahl und Formenreichtum der Verbaladjektive ist hoch.

Grammatikalische Kategorien der Nomina

Die altgriechischen Nomina (deklinierbaren Wörter) werden in den folgenden grammatischen Kategorien dekliniert:

Auch Partizipien, Verbaladjektive und Infinitive werden dekliniert, sie gelten als Zwischenformen (sogenannte Nominalformen des Verbs). Substantive können mit einem Artikel (ὁ, ἡ, τό ho, hē, to „der, die, das“) bestimmt werden; einen unbestimmten Artikel gibt es nicht.

Kasus

Von den acht Kasus des Indogermanischen haben sich im Altgriechischen fünf erhalten: Nominativ, Akkusativ, Genitiv, Dativ und Vokativ (Anredeform). Nach ihrer Verwendungsweise werden zahlreiche verschiedene Kasusfunktionen unterschieden. Das altgriechische Kasussystem ähnelt in seinen Grundzügen dem deutschen.

  • Der Nominativ ist der Subjektskasus (ὁ ὄρνις ᾄδει ho ornis ādeider Vogel singt“) und der Kasus des Prädikatsnomens (ὁ φιλόσοφος σοφός ἐστιν ho philosophos sophos estin „der Philosoph ist klug“).
  • Der Genitiv drückt in seiner ursprünglichen Bedeutung eine Zugehörigkeit oder einen Bereich aus. Es lassen sich hierbei zahlreiche Kasusfunktionen unterscheiden, u. a. der Genitivus possessoris, der einen Besitz ausdrückt (ὁ τοῦ γεωργοῦ ἀγρός ho tou geōrgou agros „das Feld des Bauern“), der Genitivus partitivus, der eine Teilmenge angibt (πολλοὶ τῶν ἀνθρώπων polloi tōn anthrōpōn „viele von den Menschen“), der Genitivus subjectivus, der den Handlungsträger angibt (ἡ τῆς μητρὸς ἀγάπη tēs mētros agapē „die Liebe der Mutter“) und der Genitivus objectivus, der das Handlungsziel angibt (ἡ τῆς μητρὸς ἀγάπη tēs mētros agapē „die Liebe zur Mutter“). Ferner hat der Genitiv vom indogermanischen Ablativ die Bedeutung einer Herkunft übernommen. Dies drückt sich u. a. als Genitivus separativus, der eine Trennung bezeichnet (ἐλεύθερος φόβου eleutheros phobou „frei von Furcht“), aus. Im klassischen Griechisch sind diese beiden Gebrauchsweisen in vielen Fällen miteinander verschmolzen. Viele altgriechische Verben regieren den Genitiv (etwaτυγχάνειν τινός tynchanein tinosetwas erlangen“).
  • Der Dativ ist der Kasus des indirekten Objekts (ἔδωκε αὐτῷ χρυσόν edōke autō chryson „er gab ihm Gold“). Weiterhin hat er vom indogermanischen Instrumental die Funktion der Angabe eines Mittels übernommen (Dativus instrumentalis, wieτοῖς ὀφθαλμοῖς ὁρᾶν tois ophthalmois horānmit den Augen sehen“), vom indogermanischen Lokativ die Funktion der Angabe eines Ortes oder einer Zeit (Dativus loci bzw. temporis, etwaταύτῃ τῇ ἡμέρᾳ tautē tē hēmerāan diesem Tag“). Weitere Kasusfunktionen des Dativs sind u. a. der Dativus modi, der die Art und Weise angibt (τούτῳ τῷ τρόπῳ toutō tō tropōauf diese Weise, so“) und der Dativus causae, der den Grund angibt (ἥδομαι τῇ νίκῃ hēdomai tē nikē „ich freue mich über den Sieg“).
  • Der Akkusativ ist der Kasus des direkten Objekts (ὁρῶ αὐτόν horō auton „ich sehe ihn“). Weiterhin kann er eine räumliche oder zeitliche Ausdehnung (wieδέκα ἡμέρας ἔμεινε deka hēmeras emeine „er blieb zehn Tage“) ausdrücken. Der Accusativus limitationis oder respectus drückt eine Beziehung oder Hinsicht aus (etwaτὴν ψυχὴν νοσεῖν tēn psychēn noseinin Bezug auf die Seele krank sein, seelisch krank sein“).
  • Der Vokativ ist die Anredeform (κύριε ἐλέησον kyrie eleēsonHerr, erbarme dich“). Er ist im Plural und bei vielen Substantiven (besonders bei Nomina der 3. Deklination und Feminina) auch im Singular mit dem Nominativ identisch. Dem Vokativ geht oft die Interjektion ō voran (etwaὦ ἄνδρες Ἀθηναῖοι ō andres Athenaioi „Ihr Männer von Athen!“). Ein Fehlen derselben ist ein Zeichen von sachlicher Kühle oder gar von Geringschätzung:«Ἀκούεις, Αἰσχίνη;» „Akoueis, Aischinē?“ „Hörst du, Aischines?“ fragt etwa Demosthenes seinen verhassten Gegner.

Numerus

Neben dem Singular (Einzahl) und Plural (Mehrzahl) hat das Altgriechische noch in Resten den Dual (Zweizahl) behalten. Die Artikel des Duals lauten oft in allen Generaτὼ im Nominativ und Akkusativ undτοῖν toin im Genitiv und Dativ. Seltenere Formen des femininen Duals sind entsprechendτὰ ta undταῖν tain. In der o-Deklination (s. u.) hat er die Endungen im Nominativ und Akkusativ und-οιν -oin im Genitiv und Dativ. In der a-Deklination lauten die Endungen entsprechend-ᾱ und-αιν -ain, in der 3. Deklination -e und-οιν -oin. Der Dual war schon zu vorklassischer Zeit (vor dem 5. Jahrhundert v. Chr.) im Schwinden begriffen, und die ursprüngliche Verwendungsweise (nur für wirklich in der Zweizahl Zusammengehöriges, wie Zwillinge, die beiden Hände, Augen und so weiter) ging verloren. In der klassischen Literatur wurden vorsichtige Wiederbelebungsversuche unternommen, die den Dual jedoch nicht wieder etablierten und außerdem seiner ursprünglichen, spezifischen Verwendungsweise entfremdeten. Aufgrund seiner Seltenheit ist der Dual in den untenstehenden Deklinationsbeispielen nicht aufgenommen.

Beispiele:

  • τὼ χώρα tō chōrā „die zwei Länder“,τοῖν χώραιν toin chōrain „den zwei Ländern, der zwei Länder“
  • τὼ θεώ tō theō „die zwei Götter“,τοῖν θεοῖν toin theoin „den zwei Göttern, der zwei Götter“
  • τὼ παῖδε tō paide „die zwei Söhne/Kinder“,τοῖν παίδοιν toin paidoin „den zwei Söhnen/Kindern, der zwei Söhne/Kinder“
  • τὼ πόλει tō polei „die zwei Städte“,τοῖν πολέοιν toin poleoin „den zwei Städten, der zwei Städte“

Genus

Wie die meisten indogermanischen Sprachen kennt das Altgriechische drei Genera: Maskulinum (männlich), Femininum (weiblich) und Neutrum (sächlich). Männliche Personen sind oft maskulin, weibliche oft feminin. Winde, Flüsse und Monate sind oft maskulin, Länder, Inseln und Städte oft feminin. Eine Besonderheit des Neutrums ist, dass bei einem neutralen Subjekt das Prädikat stets im Singular steht. Dies lässt sich damit erklären, dass das Neutrum Plural sprachhistorisch auf ein Kollektivum zurückgeht.

Das Genus commune ist bei einigen Vokabeln ebenfalls erhalten, etwa beiὁ/ἡ βοῦς ho/hē bous, das sowohl „Rind“ als auch „Ochse“ oder „Kuh“ heißen kann. Einige Wörter sind Epicöna wieἡ ἀλώπηξ hē alōpēx der Fuchs, was sowohl männliche als auch weibliche Füchse einschließt.

Deklination der Substantive

Das Altgriechische kennt drei grundlegende Deklinationsklassen: die o-Deklination, die a-Deklination und eine dritte, konsonantische Deklination.

Zur a-Deklination (oder ersten Deklination) gehören Feminina auf kurzes-ᾰ (wieδόξᾰ doxă „Ruhm, Ansicht“), langes-ᾱ (etwaχώρᾱ chōrā „Land“) und (etwaνίκη nikē „Sieg“) sowie Maskulina auf-ᾱς -ās (etwaνεανίᾱς neaniās „Jüngling“) und-ης -ēs (etwaποιητής poiētēs „Dichter“). Endet der Wortstamm auf einε e,ι i oderρ r, haben die Endungen in allen Formen einα a (Alpha purum), andernfalls wird ein langes ā zu einemη ē (Alpha impurum). Die Maskulina haben im Genitiv die Endung-ου -ou, im Vokativ enden sie auf-ᾰ , ansonsten werden sie genauso dekliniert wie die Feminina.

Beispielwort:δόξᾰ doxă „Ruhm, Ansicht“
(Femininum, mit kurzem Alpha impurum)
Singular Plural
Nominativ ἡ δόξα hē doxa αἱ δόξαι hai doxai
Genitiv τῆς δόξης tēs doxēs τῶν δοξῶν tōn doxōn
Dativ τῇ δόξῃ tē doxē ταῖς δόξαις tais doxais
Akkusativ τὴν δόξαν tēn doxan τὰς δόξας tas doxas
Vokativ ὦ δόξα ō doxa ὦ δόξαι ō doxai

Zur o-Deklination (oder zweiten Deklination) gehören Maskulina auf-ος -os (wieφίλος philos „Freund“) und Neutra auf-ον -on (wieτέκνον teknon „Kind“). Die Deklinationsendungen sind dieselben, außer dass Wörter auf-ον -on wie alle Neutra im Nominativ und Akkusativ Plural auf -a enden und im Vokativ dieselbe Form wie im Nominativ haben. Ganz vereinzelt kommen auch Feminina auf-ος -os vor (etwaνῆσος nēsos „Insel“), die ebenso dekliniert werden wie die Maskulina. Dazu kommen als Sonderfälle Kontrakta (etwaνοῦς nous „Sinn“), bei denen der vokalische Stamm mit der Deklinationsendung verschmolzen ist, und die sogenannte attische Deklination (wieνεώς neōs „Tempel“).

Beispielwort:φίλος philos „Freund“ (maskulinum)
Singular Plural
Nominativ ὁ φίλος ho philos οἱ φίλοι hoi philoi
Genitiv τοῦ φίλου tou philou τῶν φίλων tōn philōn
Dativ τῷ φίλῳ tō philō τοῖς φίλοις tois philois
Akkusativ τὸν φίλον ton philon τοὺς φίλους tous philous
Vokativ ὦ φίλε ō phile ὦ φίλοι ō philoi

Die 3. Deklination umfasst eine Vielzahl von konsonantischen Stämmen. Je nach Stammauslaut lassen sie sich in Muta-Stämme (etwaγύψ gyps m. „Geier“ [Stammγύπ- gyp-],αἴξ aix f. „Ziege“ [Stammαἴγ- aig-],ὄρνις ornis m. „Vogel“ [Stammὄρνιθ- ornith-]), Liquida- und Nasalstämme (etwaῥήτωρ rhētōr m. „Redner“,μήτηρ mētēr f. „Mutter“,λιμήν limēn m. Hafen), Sigma-Stämme (wieγένος genos n. „Geschlecht, Art“) und Vokalstämme (etwaπόλις polis f. „Stadt“,βασιλεύς basileus m. „König“) unterteilen. Aus sprachhistorischen Gründen unterliegt die Deklination der einzelnen Untergruppen Unregelmäßigkeiten, auf die hier nicht eingegangen werden kann. Zur 3. Deklination gehören Maskulina, Feminina und Neutra. Der Nominativ ist bei den Maskulina und Feminina entweder durch die Endung -s oder die Dehnstufe des Stammes (etwaῥήτωρ rhētōr zum Stammῥητορ- rhētor-) gekennzeichnet, bei den Neutra besteht er aus der Grundstufe des Stammes. Manche Liquidastämme unterliegen dem quantitativen Ablaut (so hatμήτηρ mētēr im Nominativ die Dehnstufe, im Akkusativμητέρα mētera die Grundstufe und im Genitivμητρός mētros die Schwundstufe).

Beispielwort Maskulinum:ῥήτωρ rhētōr „Redner“
(maskulinum, Liquida-Stamm ohne Ablaut)
Singular Plural
Nominativ ὁ ῥήτωρ ho rhētōr οἱ ῥήτορες hoi rhētores
Genitiv τοῦ ῥήτορος tou rhētoros τῶν ῥητόρων tōn rhētorōn
Dativ τῷ ῥήτορι tō rhētori τοῖς ῥήτορσι(ν) tois rhētorsi(n)
Akkusativ τὸν ῥήτορα ton rhētora τοὺς ῥήτορας tous rhētoras
Vokativ ὦ ῥῆτορ ō rhētor ὦ ῥήτορες ō rhētores

Das eingeklammerte Ny im Dativ Plural wird bewegliches Ny genannt (ν ἐφελκυστικόν n ephelkystikon bzw.νῦ ἐφελκυστικόν ny ephelkystikon) und kann unter anderem angefügt werden, wenn das nachfolgende Wort mit einem Vokal beginnt.

Adjektive

Adjektive werden entweder nach der o/a-Deklination oder nach der 3. Deklination dekliniert. Erstere enden im Maskulinum auf-ος -os, im Femininum auf -a oder und im Neutrum auf-ον -on (etwaνέος, νέα, νέον neos, nea, neon „neu“). Manche (vor allem zusammengesetzte) Adjektive sind auch zweiendig, d. h., sie enden sowohl im Maskulinum als auch im Femininum auf-ος -os (etwaεὔκολος, εὔκολον eukolos, eukolon „leicht“). Adjektive der 3. Deklination werden teils im Femininum nach der a-Deklination dekliniert (wieπᾶς, πᾶσα, πᾶν pas, pasa, pan „ganz“), teils sind sie auch zweiendig (etwaσαφής, σαφές saphēs, saphes „klar, deutlich“).

Adjektive können gesteigert werden (Positivσοφός sophos „klug“, Komparativσοφώτερος sophōteros „klüger“, Superlativσοφώτατος sophōtatos „am klügsten“). Der Superlativ kann als absoluter Superlativ (Elativ) auch nur eine absolute Herausgehobenheit („sehr klug“) bezeichnen. Die Endungen des Komparativs und des Superlativs sind meist-τερος -teros und-τατος -tatos, bei einigen Adjektiven auch-ίων -iōn und-ιστος -istos (etwaκακός, κακίων, κάκιστος kakos, kakiōn, kakistos „schlecht, schlechter, am schlechtesten“).

Adverbien werden von den Adjektiven mit der Endung-ως -ōs abgeleitet (vergleicheσοφός ἐστιν sophos estin „er ist klug“ [Prädikatsnomen, Adjektiv] undσοφῶς λέγει sophōs legei „er spricht klug“).

Pronomina

Personalpronomina gibt es in der 1., 2. und 3. Person. Die Nominativformen der Personalpronomina (attisch:ἐγώ egō „ich“,σύ sy „du“,ἡμεῖς hēmeis „wir“,ὑμεῖς hymeis „ihr“) sind stets betont, weil die Person im Normalfall schon durch das Verb angegeben ist. In den übrigen Kasus wird zwischen den enklitischen unbetonten Formen (etwaμε me) und nicht-enklitischen Formen (ἐμέ eme „mich“), die in betonter Stellung und nach Präpositionen stehen, unterschieden. Als Ersatz für die Personalpronomina der 3. Person werden im Nominativ auch die Formen des Demonstrativpronomensοὗτος houtos („dieser“), in den übrigen Kasus die Formen des Wortesαὐτός autos („selbst“) verwendet. In allen drei Personen gibt es reflexive und nichtreflexive Formen des Personalpronomens, je nachdem, ob sie sich auf das Subjekt des Satzes beziehen (etwaἐμέ eme „mich“ –ἐμαυτόν emauton „mich [selbst]“). In der 3. Person wird zudem zwischen direkt und indirekt reflexiven Pronomina unterschieden, wobei sich die indirekt reflexiven Pronomina auf das Subjekt des übergeordneten Satzes beziehen. Das Possessivpronomen lautetἐμός, σός emos, sos. Es existiert im klassischen Griechisch nur in der 1. und der 2. Person.

An Demonstrativpronomina kommenὅδε, ἥδε, τόδε hode, hēde, tode („dieser“, wie lateinisch hic, haec, hoc),οὗτος, αὕτη, τοῦτο houtos, hautē, touto („dieser“, wie lateinisch is, ea, id) undἐκεῖνος, ἐκεῖνη, ἐκεῖνο ekeinos, ekeinē, ekeino („jener“, wie lateinisch ille, illa, illud) vor. Das Relativpronomenὅς, ἥ, ὅ hos, hē, ho wird durch Anhängung des Indefinitpronomens zum verallgemeinernden Relativpronomenὅστις, ἥτις, ὅτι hostis, hētis, hoti. Das verallgemeinernde Relativpronomen ähnelt dem indirekten Fragepronomen. Das direkte Fragepronomenτίς, τί tis, ti („wer, was“) trägt stets den Akut. Das Indefinitpronomenτις, τι tis, ti („irgendjemand, irgendetwas“) entspricht dem direkten Fragepronomen, ist aber enklitisch.

Konjugation

Grammatische Kategorien des Verbsystems

Tempus- und Aspektsystem

Das altgriechische Tempussystem unterscheidet sich grundlegend von dem deutschen oder lateinischen. Die in der Grammatik übliche Einteilung in sechs Tempora (sieben bei Berücksichtigung des seltenen Perfektfuturs) ist genau genommen irreführend, da nicht die zeitliche Bedeutung, sondern der Aspekt im Vordergrund steht. Im Altgriechischen gibt es drei Tempusstämme, die einen bestimmten Aspekt ausdrücken. Zu jedem Tempusstamm gehört im Indikativ ein Haupttempus mit Gegenwarts- und ein Nebentempus mit Vergangenheitsbedeutung. (Der Aoriststamm ist der älteste Tempusstamm und hat ein Haupttempus im Indikativ nie ausgebildet.) Zum Beispiel drückt der Indikativ Präsens eine durative Handlung der Gegenwart, der Indikativ Imperfekt eine durative Handlung der Vergangenheit aus. Dazu kommt der sprachhistorisch jüngere Futurstamm, der kein Nebentempus kennt und tatsächlich eine rein zeitliche Bedeutung hat.

Mit der Handhabung dieser drei Aspekte stellt der Griechischsprechende durch Flexionsaffixe die zeitlichen Bezüge her, die von den Aspekten selbst nicht ausgedrückt werden. Die Aspekte gelten generell, während es eine direkt zeitliche Bedeutung nur im Indikativ gibt (bis auf das Futur: siehe unten).

Die Vergangenheit wird im Indikativ mit Hilfe der Nebentempora gebildet. Das sind im Präsensstamm das Imperfekt, im Perfektstamm das Plusquamperfekt und im Aoriststamm der Aorist.

Die Tempora (χρόνοι chronoi) des Altgriechischen lassen sich nach folgendem Schema darstellen:

Tempusstamm Haupttempus Nebentempus Aspekt Aktionsart
Präsensstamm Präsens
(ἐνεστὼς χρόνος, ἐνεστώς
enestōs chronos, enestōs)
Imperfekt
(παρατατικὸς χρόνος
paratatikos chronos)
imperfektiv durativ, frequentativ, iterativ,
habituativ, konativ
Aoriststamm Aorist
(ἀόριστος aoristos)
perfektiv/
aoristisch
punktuell, egressiv, effektiv,
inchoativ, ingressiv, gnomisch
Perfektstamm Perfekt
(παρακείμενος parakeimenos)
Plusquamperfekt
perfektisch resultativ
Futurstamm Futur
(μέλλων mellōn)

Die übrigen Modi werden jeweils dem Haupttempus des Tempusstammes (wenn vorhanden, sonst dem Nebentempus) zugeordnet. Sie haben aber keinerlei zeitliche Bedeutung. Dadurch erklärt sich auch die auf den ersten Blick paradox wirkende Tatsache, dass mit dem Imperativ Aorist eine Befehlsform zu einem Vergangenheitstempus existiert.

Das altgriechische Verb bildet also vier Tempusstämme:

Der Präsensstamm – auch linearer oder paratatischer Stamm genannt – ist besser als Imperfektivstamm zu behandeln. Er übernimmt die Funktionen der durativen, iterativen, habituativen und konativen Aktionsart. Das bedeutet, es wird mit diesem Aspekt u. a. der Verlauf oder das Andauern einer Handlung ausgedrückt.

Beispiele:

  • νοσεῖν nosein „krank sein“ („krank darniederliegen“„“)
  • (ἀπο)θνῄσκειν (apo)thnēskein „sterben“ („im Sterben liegen“)

Der Aoriststamm bezeichnet Punktuelles. Das bedeutet, es wird der bloße Vollzug einer Handlung vermeldet. (Die Bezeichnung punktuell wird benutzt, um den Gegensatz zum linearen sogenannten Präsensstamm auszudrücken. Der Aoriststamm ist die Normalform und benennt eine Handlung oder ein Ereignis, ohne ausdrücken zu wollen, ob diese Handlung in Wirklichkeit punktuell oder linear war/ist.) Bei diesem Aspekt wird in der Sprachpraxis gern ein bestimmter Punkt des Verbalbegriffs ins Auge gefasst, nämlich der Abschluss (resultativ) oder der Beginn (ingressiv, inchoativ) einer Handlung.

Beispiele:

  • ingressiv:νοσῆσαι nosēsai „krank werden“ oder „erkranken“
  • effektiv:(ἀπο)θανεῖν (apo)thanein „(ver)sterben“ (als Moment des Dahinscheidens)

Die Formen des Perfektstamms haben vorzeitig-ergebnisbezogene Bedeutung. Das heißt: Da, wo andere Sprachen Verben resultativer Aktionsart setzen, steht im Altgriechischen eine Perfektform. Das bedeutet, es wird mit diesem Aspekt ein (erreichter) Zustand oder einfach ohne jede nähere Bestimmung die Qualität einer Sache ausgedrückt.

Beispiele:

  • τεθνηκέναι (τεθνάναι) tethnēkenai (tethnanai) „(gestorben und nun) tot sein“
  • πεποιθέναι pepoithenai „vertrauen“
  • vergleiche auch das klassische Zitat des Läufers von Marathon: ΝενικήκαμενNenikēkamen („Wir haben gesiegt“).

Der vierte Tempusstamm des Altgriechischen, der Futurstamm, ist eine jüngere Entwicklung und hat in der Tat in allen Modi zeitliche Bedeutung.

Modussystem

Es gibt im Altgriechischen (nach Ansicht moderner Linguisten) vier Modi: Indikativ, Optativ, Konjunktiv, Imperativ. Die Funktionen, die diese Formen syntaktisch und semantisch erfüllen, sind sehr vielfältig. Hier kann nur eine grundsätzliche Bestimmung ihrer Bedeutung vorgenommen werden.

Der Modus bringt die geistige Einstellung des Sprechenden gegenüber dem Verbalinhalt zum Ausdruck:

  • Mit dem Indikativ drückt der Sprecher aus, dass ihm ein Vorgang oder Zustand als wirklich (real), gegeben erscheint. Allerdings wird auch der Indikativ verwendet, wenn etwas fast Geschehenes bezeichnet wird.
  • In den anderen Modi drückt der Sprecher aus, dass ihm der Vorgang oder Zustand nur als vorgestellt, modal eingeschränkt, gilt:
    • Der Imperativ drückt einen Befehl, eine Aufforderung, aus, etwaΦέρε μοὶ τόδε. Phere moi tode.Bring mir das her!“
    • Der Konjunktiv drückt einen Willen (Voluntativ) oder eine Erwartung (Prospektiv) aus (er hat also leicht futurische Bedeutung, was umgekehrt für das Futur in Bezug auf den Konjunktiv auch gilt), ähnelt aber auch dem Konjunktiv des Lateinischen, etwaἼωμεν. Iōmen. „Lasst uns gehen!“ (Vergleiche lateinisch (coniunctivus hortativus): eamus!.)
    • Der Optativ drückt einen Wunsch (Kupitiv) oder eine Möglichkeit (Potentialis) aus, etwaΕἴθε τις λύοι. Eithe tis lyoiMöge [das] jemand lösen“.

Diathese, Genus verbi

Von den drei Diathesen sind zwei (Aktiv und Medium) aus dem Indogermanischen geerbt. Das Passiv ist eine jüngere Entwicklung.

Das Aktiv ist die unmarkierte Struktur.

Das Medium drückt aus, dass das Subjekt an der Handlung beteiligt oder an ihr interessiert ist, dass also eine nähere Beziehung zwischen Subjekt und Handlung besteht (transitives Medium). Ferner kann es ausdrücken, dass das Subjekt von seiner eigenen Handlung betroffen ist (intransitives Medium). Der Begriff Medium (lateinisch medius „der Mittlere“) soll ausdrücken, dass diese Form zwischen Aktiv und Passiv stehe. Das ist jedoch weder sprachgeschichtlich noch morphologisch richtig. Das Passiv ist im Griechischen der Grenzfall des Mediums, denn:

Das Passiv drückt die Wirkung einer Handlung auf das Subjekt aus, die nicht von ihm ausgeht. Insofern die Handlung nur noch auf das Subjekt wirkt, ohne von ihm auszugehen, bildet es den Grenzfall des Mediums. (Außerhalb des Futur- und Aoriststamms hat das Passiv keine eigenständige Form. Formal übernimmt dort das Medium neben der eigenen Funktion auch die des Passivs, was nur aus dem syntaktischen Zusammenhang oder bei genauer Kenntnis der Beschaffenheit des entsprechenden Verbums zu unterscheiden ist.)

Beispiele:

  • Aktiv:παιδεύσει paideusei „er wird [jemanden] erziehen“
  • transitives Medium:παιδεύσεται paideusetai „er wird sich [jemanden] erziehen“
  • intransitives Medium:παιδεύσεται paideusetai „er wird sich erziehen, er wird sich erziehen lassen“
  • Passiv:παιδευθήσεται paideuthēsetai „er wird [von jemandem] erzogen werden“

Numerus- und Personsystem

Aufgrund der Personalflexion des altgriechischen Verbs werden die Personalpronomina des Nominativs wie in vielen anderen indogermanischen Sprachen (so auch im Lateinischen) meist ausgelassen, wenn sie nicht besonders betont – etwa in Adversativsätzen – werden sollen. Es muss also nicht zwangsläufig ein das Subjekt ausdrücklich nennendes Bezugswort (Pronomen oder Substantiv) beim Verb stehen – die Endung reicht aus, um die Person und damit das Subjekt zu identifizieren. Das Altgriechische ist also eine Pro-Drop-Sprache.

Das Altgriechische kennt beim Verb einen Singular, einen Plural und einen Dual (als Schwundform). Der Dual mit eigenen Endungen wird nur für die 2. und 3. Person gebildet, während die 1. Person des Duals mit der ersten Person Plural zusammenfällt. In den folgenden Beispielen wird nur das Aktiv behandelt.

  • Präsens Indikativ
    • Singular 2. Person:παιδεύεις paideueis „du erziehst“
    • Dual 2. Person:παιδεύετον paideueton „ihr zwei erzieht“
    • Plural 2. Person:παιδεύετε paideuete „ihr erzieht“
  • Aorist Indikativ
    • Singular 3. Person:ἐπαίδευσε(ν) epaideuse(n) „er erzog“
    • Dual 3. Person:ἐπαιδευσάτην epaideusatēn „sie zwei erzogen“
    • Plural 3. Person:ἐπαίδευσαν epaideusan „sie erzogen“

Konjugationstabellen

Konjugationstabelle für das regelmäßige Verbλύω lyō (Infinitivλύειν lyein „lösen“) im Aktiv.
Der Dual wurde aufgrund seiner Seltenheit nicht berücksichtigt.

Haupttempora des Indikativs Nebentempora des Indikativs Konjunktiv Optativ Imperativ
Präsens/
Imperfekt
λύω, λύεις, λύει,
λύομεν, λύετε, λύουσι(ν)

lyō, lyeis, lyei,
lyomen, lyete, lyousi(n)
ἔλυον, ἔλυες, ἔλυε(ν),
ἐλύομεν, ἐλύετε, ἔλυον

elyon, elyes, elye(n),
elyomen, elyete, elyon
λύω, λύῃς, λύῃ,
λύωμεν, λύητε, λύωσι(ν)

lyō, lyējs, lyēj,
lyōmen, lyēte, lyōsi(n)
λύοιμι, λύοις, λύοι,
λύοιμεν, λύοιτε, λύοιεν

lyoimi, lyois, lyoi,
lyoimen, lyoite, lyoien
—, λῦε, λυέτω,
—, λύετε, λυόντων

—, lye, lyetō,
—, lyete, lyontōn
Futur λύσω, λύσεις, λύσει,
λύσομεν, λύσετε, λύσουσι(ν)

lysō, lyseis, lysei,
lysomen, lysete, lysousi(n)
λύσοιμι, λύσοις, λύσοι,
λύσοιμεν, λύσοιτε, λύσοιεν

lysoimi, lysois, lysoi,
lysoimen, lyseite, lysoien
Aorist ἔλυσα, ἔλυσας, ἔλυσε(ν),
ἐλύσαμεν, ἐλύσατε, ἔλυσαν

elysa, elysas, elyse(n),
elysamen, elysate, elysan
λύσω, λύσῃς, λύσῃ,
λύσωμεν, λύσητε, λύσωσι(ν)

lysō, lysējs, lysēj,
lysōmen, lysēte, lysōsi(n)
λύσαιμι, λύσαις, λύσαι,
λύσαιμεν, λύσαιτε, λύσαιεν

lysaimi, lysais, lysai,
lysaimen, lysaite, lysaien
—, λῦσον, λυσάτω,
—, λύσατε, λυσάντων

—, lyson, lysatō,
—, lysate, lysantōn
Perfekt/
Plusquam-
perfekt
λέλυκα, λέλυκας, λέλυκε(ν),
λελύκαμεν, λελύκατε, λελύκασι(ν)

lelyka, lelykas, leluke(n),
lelykamen, lelykate, lelykasi(n)
ἐλελύκειν, ἐλελύκεις, ἐλελύκει,
ἐλελύκεμεν, ἐλελύκετε, ἐλελύκεσαν

elelykein, elelykeis, elelykei,
elelykemen, elelykete, elelykesan
λελύκω, λελύκῃς, λελύκῃ,
λελύκωμεν, λελύκητε, λελύκωσι(ν)

lelykō, lelykējs, lelykēj,
lelykōmen, lelykēte, lelykōsi(n)
λελύκοιμι, λελύκοις, λελύκοι,
λελύκοιμεν, λελύκοιτε, λελύκοιεν

lelykoimi, lelykois, lelykoi,
lelykoimen, lelykoite, lelykoien
Zusammengesetzt:
—, λελυκὼς ἴσθι, λελυκὼς ἔστω,
—, λελυκότες ἔστε, λελυκότες ἔστων

—, lelykōs isthi, lelykōs, estō,
—, lelykotes este, lelykotes estōn

Entsprechende Tabelle für das wichtige unregelmäßige Hilfsverbεἰμί eimi (Infinitivεἶναι einai „sein“).

Haupttempora des Indikativs Nebentempora des Indikativs Konjunktiv Optativ Imperativ
Präsens/
Imperfekt
εἰμί, εἶ, ἐστί(ν),
ἐσμέν, ἐστε, εἰσί(ν)

eimi, ei, esti(n),
esmen, este, eisi(n)
ἦ, ἦσθα, ἦν,
ἦμεν, ἦτε, ἦσαν

ē, ēstha, ēn,
ēmen, ēte, ēsan
ὦ, ᾖς, ᾖ,
ὦμεν, ἦτε, ὦσι(ν)

ō, ēs, ē,
ōmen, ēte, ōsi(n)
εἴην, εἴης, εἴη,
εἴημεν, εἴητε, εἴησαν

eiēn, eiēs, eiē,
eiēmen, eiēte, eiēsan
—, ἴσθι, ἔστω,
—, ἔστε, ἔστων

—, isthi, estō,
—, este, estōn
Futur ἔσομαι, ἔσῃ, ἔσται,
ἐσόμεθα, ἔσεσθε, ἔσονται

esomai, esē, estai,
esometha, esesthe, esontai
ἐσοίμην, ἔσοιο, ἔσοιτο,
ἐσοίμεθα, ἔσοισθε, ἔσοιντο

esoimēn, esoio, esoito,
esoimetha, esoisthe, esointo

Die restlichen Tempora sind für die Benutzung als Hilfsverb irrelevant. Sie werden eigentlich aus dem Stamm des Verbsγίγνομαι gignomai („werden“; gleichbedeutend mit englisch to become) abgeleitet.

Im deutschsprachigen Raum ist das Griechische neben Latein seit dem ausgehenden Mittelalter bis heute eine wichtige Bildungssprache.

In Deutschland wird vorwiegend an humanistischen Gymnasien (meist ab Klasse 7, 8 oder 9) Griechischunterricht erteilt, zudem wird dort Gräzistik im Rahmen der Klassischen Philologie an zahlreichen Universitäten als Lehrfach angeboten. Auch in Österreich und der Schweiz wird Altgriechisch nur an Gymnasien sowie an der Universität gelehrt. Altgriechisch ist neben Latein Pflichtfach im Liceo Classico (vergleichbar einem Humanistischen Gymnasium) in Italien.

Für Studiengänge wie Latinistik, Theologie, Klassische Archäologie, Alte Geschichte und Philosophie ist das Griechisch-Examen, das sogenannte Graecum, bis heute oft Voraussetzung. Grundlage für das in Schulen gelehrte Altgriechisch bildet das Attische des 5. und 4. Jahrhunderts v. Chr., aber auch Autoren anderer Dialekte werden behandelt.

Griechisch-Gymnasiasten können ihre Fähigkeiten im internationalen Exploring-the-Ancient-Greek-Language-and-Culture-Wettbewerb messen.

Zahlreiche deutsche Ausdrücke (geflügeltes Wort, Schwanengesang) und Sprichwörter („Im Wein liegt Wahrheit“, „Eine Hand wäscht die andere“) stammen ursprünglich aus altgriechischen Quellen und sind Lehnübersetzungen. Viele exemplarische Redewendungen altgriechischer Autoren sind bis heute berühmt und werden vielfach zitiert.

Aus dem Altgriechischen entlehnte Wörter finden sich in zahlreichen wissenschaftlichen Fachsprachen, besonders in Gebieten, die bereits durch altgriechische Autoren bearbeitet wurden. Insbesondere im Bereich der Geometrie, Naturwissenschaften, Medizin, Philosophie und Theologie sowie Rhetorik und Theaterwissenschaft haben griechische Wortstämme das Fachvokabular geprägt.

Anders als etwa ältere Formen des Deutschen in der deutschen Sprache, spielt das Altgriechische auch im aktiven Wortschatz der neugriechischen Sprache eine Rolle: So werden antike Zitate und Redewendungen stets unübersetzt benutzt, Wortneubildungen und zusammengesetzte Wörter sind direkt aus dem Altgriechischen abgeleitet.

Geschichte

  • Francisco R. Adrados: Geschichte der griechischen Sprache von den Anfängen bis heute. Tübingen 2002, ISBN 3-7720-2981-7.
  • Egbert Bakker (Hrsg.): A Companion to the Ancient Greek Language. Malden 2010.
  • A.-F. Christidis (Hrsg.): A History of Ancient Greek: From the Beginnings to Late Antiquity. Cambridge u. a. 2007 (orig. Thessaloniki 2001).
  • Hans Eideneier: Von Rhapsodie zu Rap. Aspekte der griechischen Sprachgeschichte von Homer bis heute. Tübingen 1999, ISBN 3-8233-5202-4.
  • Lothar Willms: Klassische Philologie und Sprachwissenschaft. Göttingen 2013, ISBN 978-3-8252-3857-5.

Geschichte und Gliederung der Dialekte

Etymologische Wörterbücher

Wörterbücher

Grammatiken

Historische Grammatik

Aussprache

  • W. Sidney Allen: Vox Graeca. A Guide to the Pronunciation of Classical Greek. Cambridge 1968 (Taschenbuchausgabe 1987), ISBN 978-0-521-33555-3.
  • Axel Schönberger: Zur Behandlung der Akzentuierung des Altgriechischen in ausgewählten deutschen Darstellungen unter kritischer Betrachtung griechischer Quellen des ersten Jahrtausends nach Christus. Frankfurt am Main 2016, ISBN 978-3-936132-39-7.

Lehrbücher

  • Christophe Rico et al.: Polis – Altgriechisch lernen wie eine lebende Sprache. Übersetzung aus dem Französischen von Helmut Schareika, Helmut Buske Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-87548-571-4.
  • Günther Zuntz: Griechischer Lehrgang. 3 Bände, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1983. Als freie PDFs verfügbar.
Wiktionary: Altgriechisch – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wiktionary: Portal:Altgriechisch – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Wörterbücher

Sprachlehrgänge

Bibliographien

Sonstiges

Textsammlungen

  1. Library of Congress: ISO 639-2
  2. SIL: grc
  3. Ethnologue: grc
  4. Heinz F. Wendt: Das Fischer Lexikon – Sprachen. Frankfurt am Main 1987, ISBN 3-596-24561-3.
  5. Christos Karvounis: Griechisch. In: Miloš Okuka (Hrsg.): Lexikon der Sprachen des europäischen Ostens. Klagenfurt 2002 (PDF; 977 KB)
  6. Fritz Schachermeyer: Die vorgriechischen Sprachreste. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft. Band XXII, 1494 ff.; F. Lochner-Hüttenbach: Die Pelasger. Arbeiten aus dem Institut für vergleichende Sprachwissenschaft in Graz, Wien 1960.
  7. Jan Driessen: Chronology of the Linear B-Texts. In: Yves Duhoux; Anna Morpurgo Davies (Hrsg.): A Companion to Linear B. Vol. 1, Dudley, Louvain-la-Neuve 2008, S. 69–79, bes. S. 75f.
  8. Herbert Weir Smyth, Gordon M. Messing: Greek Grammar. Cambridge, Harvard University Press, 1956, S. 45 f.
  9. William W. Goodwin, A Greek Grammar. Revised and enlarged, Boston, 1900, S. 35. “159 The gender must often be learned by observation. But
    (1) Names of males are generally masculine, and names of females feminine.
    (2) Most names of rivers, winds, and months are masculine; and most names of countries, towns, trees, and islands are feminine.
    […]
    (4) Diminutive nouns are neuter […].
  10. Herbert Weir Smyth & Gordon M. Messing: Greek Grammar. Cambridge, Harvard University Press, 1956, S. 46. Zitat: “198. Common Gender. – Many nouns denoting persons are either masculine or feminine. […]
  11. William W. Goodwin, A Greek Grammar. Revised and enlarged, Boston, 1900, S. 35. Zitat: “158. Nouns which may be either masculine or feminine are said to be of the common gender as(ὁ, ἡ) θεός, God or Goddess. Names of animals which include both sexes, but have only one grammatical gender, are called epicene (ἐπίκοινος); as [..]ἡ ἀλώπηξ, the fox; [..] including males and females.
  12. Herbert Weir Smyth & Gordon M. Messing: Greek Grammar. Cambridge, Harvard University Press, 1956, S. 84. Zitat: “134. Moveable N may be added at the end of a word when the next word begins with a vowel. […] 135 Moveable ν is usually written at the end of clauses, and at the end of a verse in poetry. To make a syllable long by position (144) the poets add ν before words beginning with a consonant. Prose inscriptions frequently use ν before a consonant.
  13. Herbert Weir Smyth & Gordon M. Messing: Greek Grammar. Cambridge, Harvard University Press, 1956, S. 90.
  14. William W. Goodwin, A Greek Grammar. Revised and enlarged, Boston, 1900, S. 82.
  15. Herbert Weir Smyth: A Greek Grammar For Colleges. 1920, §.357: „The infinitive […] is sometimes classed as a mood.“
  16. Günther Zuntz: Griechischer Lehrgang. Band 3: Appendix grammatica, Summa grammatica, Sachregister. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1983, ISBN 3-525-25320-6,S.114f. (digitale-sammlungen.de [abgerufen am 15. April 2019]).
  17. Martin Holtermann: "Medio tutissimus ibis. Zur Didaktik der Diathesen im Griechischunterricht". Forum Classicum. 2019,S.180–192 (uni-heidelberg.de [abgerufen am 16. Dezember 2019]).
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Altgriechische Sprache
altgriechische, sprache, antike, indogermanische, sprache, sprache, beobachten, bearbeiten, diesem, artikel, oder, abschnitt, fehlen, noch, folgende, wichtige, informationen, wortschatz, indogermanischer, erbwortschatz, pelasgisch, vorgriechisch, lehnwörter, h. Altgriechische Sprache antike indogermanische Sprache Sprache Beobachten Bearbeiten In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen noch folgende wichtige Informationen Wortschatz indogermanischer Erbwortschatz Pelasgisch Vorgriechisch Lehnworter etc Hilf der Wikipedia indem du sie recherchierst und einfugst Altgriechisch Eigenbezeichnung ἡ ἑllhnikὴ glῶssa attisch glῶtta he hellenikḗ glṓssa attisch glṓtta die griechische Sprache ist die antike Sprachstufe der griechischen Sprache einer indogermanischen Sprache im ostlichen Mittelmeerraum die einen eigenen Zweig dieser Sprachfamilie darstellt moglicherweise uber eine balkanindogermanische Zwischenstufe AltgriechischZeitraum etwa 800 bis 300 v Chr literarisch bis 600 n Chr Ehemals gesprochen in zunachst sudliche Balkanhalbinsel dann ostlicher Mittelmeerraum und griechische KolonienLinguistische Klassifikation indogermanische Sprachen vielleicht Balkanindogermanisch mit Armenisch und Albanisch Altgriechisch dd dd SprachcodesISO 639 1 ISO 639 2 grc historische griechische Sprache bis 1453 ISO 639 3 grc historische griechische Sprache bis 1453 Unter dem Begriff Altgriechisch werden Sprachformen und Dialekte zusammengefasst die zwischen der Einfuhrung der griechischen Schrift etwa 800 v Chr und dem Beginn der hellenistischen Ara etwa 300 v Chr und zumindest in der Literatur noch sehr viel langer namlich bis zum Ende der Antike um 600 n Chr verwendet wurden Als Norm fur das klassische Altgriechisch gilt der literarische attische Dialekt des 5 und 4 Jahrhunderts vor Christus die Sprache von Sophokles Platon und Demosthenes Die Sprachstufe zwischen etwa 600 und 1453 Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen wird gemeinhin als Mittelgriechisch oder byzantinisches Griechisch bezeichnet das darauf folgende Neugriechische die Staatssprache des modernen Griechenland hat sich nachvollziehbar kontinuierlich aus dem Alt bzw Mittelgriechischen entwickelt Die altgriechische Sprache hat einerseits durch die Vermittlung durch das Lateinische die wesentlichste Bildungssprache im westlichen Europa bis ins 19 Jahrhundert andererseits durch die exemplarische erhaltene Literatur vor allem in den Bereichen Philosophie Naturwissenschaft Geschichtsschreibung Dichtung Musik und Theater eine herausragende Bedeutung fur das gesamte Abendland Hinzu kommt ihre Bedeutung als Sprache des Neuen Testaments fur Religion und Theologie des Christentums Auch hat sie durch diesen Einfluss die anderen europaischen Sprachen gepragt Eine Vielzahl von Lehnubersetzungen Lehn und Fremdwortern hat in europaische Sprachen Eingang gefunden und wird in diversen Fachsprachen verwendet Der Sprachcode nach ISO 639 fur Alt und Mittelgriechisch bis 1453 ist grc 1 2 3 Inhaltsverzeichnis 1 Textprobe 2 Klassifikation 3 Geschichte 4 Schrift 5 Phonologie 5 1 Unterschiede zur indogermanischen Ursprache 5 2 Vokale 5 3 Konsonanten 5 4 Tonalitat und Akzent 6 Morphologie 7 Grammatik 7 1 Deklination 7 1 1 Grammatikalische Kategorien der Nomina 7 1 2 Deklination der Substantive 7 1 3 Adjektive 7 1 4 Pronomina 7 2 Konjugation 7 2 1 Grammatische Kategorien des Verbsystems 7 2 2 Konjugationstabellen 8 Heutige Bedeutung 9 Siehe auch 10 Literatur 10 1 Geschichte 10 2 Geschichte und Gliederung der Dialekte 10 3 Etymologische Worterbucher 10 4 Worterbucher 10 5 Grammatiken 10 6 Historische Grammatik 10 7 Aussprache 10 8 Lehrbucher 11 Weblinks 11 1 Worterbucher 11 2 Sprachlehrgange 11 3 Bibliographien 11 4 Sonstiges 11 5 Textsammlungen 12 EinzelnachweiseTextprobe Gesprochen i 1 Originaltext pepeismenos dὲ peirῶmai kaὶ toὺs ἄlloys pei8ein ὅti toytoy toῦ kthmatos 2 Transkription pepeismenos de peirōmai kai tous allous peithein hoti toutou tou ktḗmatos 3 IPA pepeːzmenos de peːrɔ ːmai kai tuːs alːuːs peːtʰeːn hoti tuːtuː tuː ktɛː matos 4 Interlinear uberzeugt also versuche ich auch die anderen zu uberzeugen dass dieses des Besitzes 1 tῇ ἀn8rwpeiᾳ fysei synergὸn ἀmeinw Ἔrwtos oὐk ἄn tis ῥᾳdiws laboi 2 te anthrōpeia physei synergon ameinō Erōtos ouk an tis rhadiōs laboi 3 tɛ ː i antʰrɔːpeːaː i pʰyseː synergon ameːnɔː erɔːtos uːk an tis rʰaː i diɔːs laboi 4 fur die menschliche Natur Helfer besseren als die Liebe nicht wer muhelos bekommen kann Ubersetzung Selbst uberzeugt versuche ich auch die anderen zu uberzeugen dass man zur Erlangung dieses Guts einen besseren Helfer fur die menschliche Natur als die Liebe schwerlich finden kann Platon Symposion 4 KlassifikationDas Altgriechische lasst sich als indogermanische Sprache klassifizieren leitet sich also vom Ur Indogermanischen ab das sich wahrscheinlich im 3 Jahrtausend v Chr in die heute bekannten Sprachzweige aufspaltete Lautbestand und Vokabular des Altgriechischen weichen jedoch von allen anderen Sprachen der Familie so erheblich ab dass es als eigener Zweig des Indogermanischen im engeren Sinne gewertet wird und man von einer starken Substratwirkung der vorgriechischen Sprachstufen auf die griechischen Idiome ausgeht 5 Den Ursprung vieler nicht indogermanischer Worter des Griechischen etwa 8alassa thalassa Meer und nῆsos nesos Insel vermuten Forscher in der Sprache oder den Sprachen der Bewohner Griechenlands vor Ankunft der indogermanischen Volker um 2000 v Chr die auch als Agaische Sprachen bezeichnet werden Die vorgriechische Bevolkerung hiess im Altgriechischen u a Pelasgoi Pelasgoi Pelasger 6 Sicher haben auch das Minoische und Eteokretische vorgriechische Sprachen auf Kreta das Vokabular des fruhen Griechisch beeinflusst 4 Geschichte Hauptartikel Griechische Sprache Die altesten Schriftzeugnisse des Griechischen sind in Linear B abgefasst und stammen aus dem 14 Jahrhundert bis fruhen 12 Jahrhundert v Chr 7 Die damit in der mykenischen Kultur 1600 1050 v Chr geschriebene Sprache wird als mykenisches Griechisch bezeichnet und als fruhgriechischer Dialekt nicht jedoch als direkter Vorganger des klassischen Griechisch gesehen 5 Aus der Zeit zwischen ca 1200 und 800 v Chr gibt es keine schriftlichen Quellen des Griechischen mit den Epen Homers die vermutlich zwischen 850 und 700 v Chr entstanden begegnet uns erstmals ein literarisches Werk in altgriechischer Sprache Die Sprache Homers ist eine kunstlich gebildete Literatursprache die vorwiegend aus ionischen und aolischen Elementen besteht Zu dieser Zeit muss das Altgriechische in verschiedenen Dialekten im sudlichen Balkan und um die Agais weit verbreitet gewesen sein Die griechischen Dialekte im Kern des griechischen Siedlungsgebiets Dialekte der Magna Graecia dem sogenannten Grossgriechenland Nach und nach wurde mit der steigenden kulturellen und wirtschaftlichen Bedeutung der Poleis und ihrer Kolonien im gesamten Mittelmeerraum das Griechische zu einer Weltsprache der Antike Man schatzt die Zahl der Griechisch Sprecher zu Beginn des 4 Jahrhunderts v Chr auf sieben Millionen Menschen zur Zeit Alexanders des Grossen auf neun Millionen 5 Als Staatssprache des Reichs Alexanders und seiner Nachfolger verbreitete es sich bis Agypten und Mittelasien als Amtssprache des Romischen Reiches bis Grossbritannien Spanien und Nordafrika Altgriechisch wird in vier Dialektgruppen gegliedert das Ionisch Attische das Arkadisch Kyprische das Aolische sowie Westgriechisch das aus dorischen und nordwestgriechischen Dialekten bestand Neben diesen epichorischen also einheimischen d h regional verteilten gesprochenen Dialekten entwickelten sich auch sogenannte literarische Dialekte Verschiedene Gattungen der Versdichtung bedienten sich hauptsachlich vierer Varianten der epichoreischen Dialekte Ionisch Aolisch Dorisch und Attisch Die literarische Prosa war zu Beginn von ionisch schreibenden Autoren bestimmt die Naturphilosophen Thales Anaximander und Anaximenes Herodot doch setzte sich im 5 Jahrhundert v Chr das Attische als vorherrschender literarischer Dialekt durch und wurde durch Autoren wie Platon zum klassischen literarischen Vorbild fur die gesamte griechische Literatur Diese Sprachform wurde fortan von den meisten Autoren der Antike als Literatursprache verwendet und gilt bis in die Gegenwart als Norm fur das Altgriechische 5 Schon zur Zeit des Hellenismus begann ein zunehmender Wandel in Hinsicht auf Aussprache Betonung und Grammatik der bis zum Ende der Spatantike weitgehend abgeschlossen war In Abgrenzung zum Neugriechischen werden aber auch die hellenistischen Koine etwa 300 v Chr bis 300 n Chr und spatantiken etwa 300 bis 600 n Chr Sprachformen zum Altgriechischen gezahlt In der Literatur bildete das klassische attische Griechisch in dieser Zeit den Standard dem sich noch spatantike Autoren wie Libanios 4 Jahrhundert oder Agathias um 580 verpflichtet fuhlten Seit dem 1 Jahrhundert v Chr hatte sich in der Oberschicht die Ansicht durchgesetzt die Koine sei als vulgar abzulehnen Da sich die Sprache der gebildeten Stande die sich am attischen Dialekt der Jahrzehnte um 400 v Chr orientierte Attizismus immer mehr von der der restlichen Bevolkerung zu unterscheiden begann spricht man ab dieser Zeit von einer ausgepragten Diglossie im Griechischen Am Ende der Antike ging aber die Elite die die attizistische Sprachform pflegte unter Das mittelalterliche Griechisch etwa 600 1453 des Byzantinischen Reiches wird dann meist als Mittelgriechisch bezeichnet Schrift Hauptartikel Griechisches Alphabet Anfangverse der Odyssee eines der altesten literarischen Zeugnisse des Altgriechischen Volltext auf Wikisource Das heute fur die alt und neugriechische Sprache verwendete Alphabet wurde vermutlich in der Zeit vom spaten 9 bis zum mittleren 8 Jahrhundert v Chr vom Phonizischen Alphabet abgeleitet Anfangs gab es mehrere Varianten des Alphabets in Griechenland aber das ionische auch milesische nach der Stadt Milet setzte sich allmahlich fast im gesamten griechischsprachigen Raum durch Dabei wurden ungebrauchliche Buchstaben wie Digamma Sampi Qoppa und San aufgegeben Als Fixpunkt fur die Ubernahme des ionischen Alphabets wird das Jahr 403 v Chr angesehen als die Stadt Athen es offiziell einfuhrte da Athen sich zu dieser Zeit zum Zentrum der literarischen Kultur Griechenlands entwickelte Die griechischen Alphabete wurden bis in klassische Zeit mit den 24 Majuskeln ohne Wortzwischenraume und Satzzeichen geschrieben scriptio continua zunachst von rechts nach links dann furchenwendig mit der Einfuhrung des milesischen Alphabets in Athen schliesslich rechtslaufig also von links nach rechts Seit diesem Datum hat sich das griechische Alphabet bis heute nicht verandert wenn man von der Einfuhrung der Diakritika und Minuskeln absieht Das lateinische Alphabet leitete sich nicht vom milesischen sondern von einem westgriechischen Alphabet ab in dem beispielsweise x fur ks stand und nicht wie im milesischen fur kʰ was auch die anderen Unterschiede zwischen beiden Schriften erklart Mit den phonologischen Veranderungen in der Zeit des Hellenismus wurden verschiedene diakritische Zeichen eingefuhrt um den schwindenden Lautbestand des Griechischen und den tonalen Akzent die fur das Verstandnis der klassischen Dichtung entscheidend sind zu konservieren Es handelt sich um die drei Akzente Akut ἡ ὀ3eῖa he oxeia die Scharfe Gravis ἡ bareῖa he bareia die Schwere und Zirkumflex ἡ perispwmenh he perispōmene die Umgebogene die den tonalen Akzent des Altgriechischen wiedergeben sowie die beiden Spiritus Spiritus asper ἡ daseῖa he daseia die Raue und Spiritus lenis ἡ psilh he psile die Leichte die bei mit Vokal oder r beginnenden Wortern die Behauchung bzw das Fehlen einer solchen anzeigen Naheres zu den Diakritika siehe unter Polytonische Orthographie In byzantinischer Zeit kam das Iota subscriptum untergeschriebenes Iota hinzu das ursprunglich der zweite Buchstabe der Langdiphthonge hi wi und ᾱi war aber schon im 8 Jahrhundert v Chr verstummt war Da aber die Kennzeichnung dieser Langvokale zur Distinktion grammatischer Kategorien notig ist wurde das Iota unter den ubrigen Vokal gesetzt Bei Majuskeln wird es als Iota adscriptum neben den Vokal gesetzt adscriptum daneben geschrieben Beispiel Aidhs Hades Die griechischen Minuskeln wurden vermutlich in Syrien im 9 Jahrhundert n Chr entwickelt Die heute fur das Altgriechische gebrauchten Satzzeichen wurden zur selben Zeit eingefuhrt Komma Punkt und Kolon werden wie im Deutschen gebraucht Das Semikolon schliesst anders als in der lateinischen Schrift einen Fragesatz ab die Funktion des Semikolons erfullt der Hochpunkt Die Grazistik der Neuzeit verwendet zur Kennzeichnung der langen und kurzen Phoneme von a i und y auch die diakritischen Zeichen Breve und Makron ᾰ ᾱ ῐ ῑ ῠ ῡ Ausserhalb der Fachliteratur werden sie jedoch kaum verwendet Phonologie Hauptartikel Altgriechische Phonologie Unterschiede zur indogermanischen Ursprache Das Altgriechische unterscheidet sich im Lautbestand von der indogermanischen Ursprache und anderen Sprachen der Familie erheblich So kann ein Wort im Altgriechischen beispielsweise nur mit einem Vokal oder den Konsonanten n r und s enden dies betrifft sowohl griechische Suffixe als auch beispielsweise suffixlose Nominativformen vergleiche ἔferon epheron sie trugen gegenuber lateinisch ferebant oder den Nominativ gala gala mit dem Genitiv galaktos galaktos Milch Weitere Lautentwicklungen aus dem Indogermanischen sind insbesondere Indogermanisch j im Anlaut entspricht griechisch h oder z d lateinisch iugum deutsch Joch griechisch zygon z d ygon Im Wortinnern fallt j ganz weg Indogermanisch s im Anlaut entspricht griechisch h lateinisch sex deutsch sechs griechisch ἕ3 hex Wegfall des indogermanischen und fruhaltgriechischen Lautes w und des entsprechenden Graphems Digamma alte Form ϝergon wergon wurde zu attisch ἔrgon ergon vergleiche deutsch Werk Die indogermanischen Labiovelare noch im mykenischen Griechisch erhalten gehen verloren so wird das Phonem kʷ das im Lateinischen qu und im Althochdeutschen h w entspricht im Griechischen der klassischen Zeit zu p oder t lateinisch quo deutsch wo griechisch poy pou Den indogermanischen behauchten stimmhaften Plosiven bh dh und gh die sich in den modernen indoarischen Sprachen erhalten haben entsprechen die griechischen Laute pʰ f tʰ 8 und kʰ x 4 Vokale Das Altgriechische kennt sieben Vokale deren Lange bedeutungsunterscheidend ist Zwei Vokale kommen jedoch nur in Langform vor so dass insgesamt zwolf Phoneme bestehen Bei a i und y wird die Lange nicht bezeichnet lasst sich aber in betonten Silben ab etwa 300 v Chr durch die Akzente erschliessen Die neuzeitliche Grazistik kennzeichnet in Worterbuchern und Grammatiken den Unterschied durch Breve fur kurze und Makron fur lange Vokale Phonem a aː o oː ɔː e eː ɛː i iː y yː Graphem a ᾰ a ᾱ o oy w e ei h i ῐ i ῑ y ῠ y ῡ Aus den Vokalen bilden sich zahlreiche Diphthonge die stets in i oder u enden wobei letzteres aus einer fruheren Sprachform durch das y wiedergegeben wird ai ai oi oi yi yi au ay eu ey ɛːu hy Bei den drei i Diphthongen mit langem Anlaut aːi ɛːi ɔːi schwand ungefahr zu klassischer Zeit der i Laut die Herkunft dieser Vokale aus Diphthongen wird seit byzantinischer Zeit jedoch durch das sogenannte Iota subscriptum angezeigt ᾳ ῃ ῳ Konsonanten Die Plosive erscheinen wie noch heute im Armenischen in Dreierreihen stimmhaft stimmlos stimmlos behaucht Hinzu kommen drei Affrikaten aus den stimmlosen Plosiva und s die auch in der Flexion etwa p gt ps eine Rolle spielen Die Aussprache des z Zeta in klassischer Zeit ist nicht vollstandig geklart sie war jedenfalls nicht ts Dionysios Thrax beschreibt es als eine Verbindung von s und d was die Aussprache sd beides stimmhaft also zd nahelegt die beiden Laute konnten aber auch umgekehrt also ds dz angeordnet gewesen sein Traditioneller Name Phonetische Beschreibung Bilabial Alveolar VelarPSila Psila Tenues stimmlos p p t t k kMesa Mesa Mediae stimmhaft b b d d ɡ gDasea Dasea Aspirata aspiriert und stimmlos pʰ f tʰ 8 kʰ xDipla Dipla Affrikata stimmlos s ps ps dz z ks 3 Erst in nachklassischer Zeit wandelte sich die Aussprache der Aspirata lt f gt lt 8 gt lt x gt hin zu stimmlosen Frikativen f 8 x So transkribierte man in den griechischen Lehnwortern des Lateinischen das Phi zunachst mit lt ph gt Erst seit dem ersten Jahrhundert findet sich auch die Transkribierung mit lt f gt wodurch Philippus zu Filippus werden konnte Gewissermassen in Fortschreibung dieser Entwicklung haben griechische Fremdworter im Italienischen die auf Worter mit lt f gt zuruckgehen durchgehend lt f gt etwa in la fisica Physik oder sfera Sphare gleiches gilt fur das Spanische Im Franzosischen Englischen und Deutschen blieb man demgegenuber bis auf individuelle Ausnahmen bei der konservativen Schreibweise z B Philosophie folgte aber zugleich der vermutlichen spatantiken Aussprache f Im Englischen gilt etwas Paralleles auch fur das Verhaltnis zwischen Schreibweise und Aussprache des Theta in griechischen Fremdwortern gesprochen 8 gemass der mittelgriechischen Aussprache Erst Ende des 20 Jahrhunderts fand eine Anpassung der deutschen Orthographie in Richtung auf den italienischen oder skandinavischen oder auch slawischen Usus statt z B Fotografie Grafik Neben diesen Plosiven gibt es die Nasale m m und n n letzteren mit der Variante ŋ vor velaren Konsonanten geschrieben g den lateralen Approximanten l l und den Vibranten r r letzteren mit der Variante r oder rʰ die spater ῥ geschrieben wurde und in deutschen Fremdwortern noch als rh erscheint sowie den Frikativ s s Im Anlaut gab es ausserdem h das etwa ab dem 3 Jahrhundert v Chr durch den Spiritus asper uber dem betreffenden Vokal wiedergegeben wurde Der Spiritus lenis wurde als graphisches Aquivalent fur kein h neu erfunden und stand ebenfalls uber dem Anlaut sofern dieser vokalisch war Teilweise wird die Theorie vertreten dass es fur den Glottisschlag ʔ stand jedoch nur von einer Minderheit es ist also davon auszugehen dass ein vokalischer Anlaut gebunden wurde Tonalitat und Akzent Der altgriechische Akzent war weniger wie im heutigen Deutsch durch grossere Schallfulle Lautstarke gekennzeichnet als vielmehr durch die Tonhohe er war also dezentralisierend Ein Akzent konnte im Altgriechischen auf eine der drei letzten Silben eines Wortes fallen dies auch abhangig von der Lange der Vokale dieser Endsilben hob diese aber nicht lautstarkemassig vor den ubrigen Silben hervor sondern wurde mit einem hoheren Ton als die umgebenden Silben gesprochen Als der dezentralisierende Akzent einem zentralisierenden wich etwa im 3 Jahrhundert v Chr begann man durch diakritische Zeichen die Tonalitat des Altgriechischen durch Akzente zu konservieren Aristophanes von Byzanz Der Akut welcher auf den letzten drei Silben eines Wortes stehen kann bezeichnete den Hochton der Zirkumflex welcher auf den letzten zwei Silben eines Wortes stehen kann bezeichnete bei langen Silben den hoch beginnenden dann fallenden Ton der Gravis der sich nur in betonten Endsilben im Kontext findet war vermutlich ein fallender Ton wofur es allerdings keine Belege gibt Aus einer Zusammenstellung der wichtigsten antiken und byzantinischen Grammatikerbelege von Axel Schonberger 2016 scheint hervorzugehen dass der Gravis gar kein Akzent war sondern lediglich angab dass eine Silbe die bei isoliertem Vorkommen des Wortes oder am Ende eines phonetischen Wortes betont wurde innerhalb eines phonetischen Wortes ihren ursprunglichen Akzent proklitisch verlor und somit unbetont gesprochen wurde Die gesamte altgriechische Vers Dichtung und Metrik beruht nicht wie im Deutschen auf dem Kontrast zwischen betonten und unbetonten Silben sondern ausschliesslich auf der Lange oder Kurze der jeweiligen Silben Hinweis Die Schulaussprache des Altgriechischen der verschiedenen Lehrtraditionen weicht in allen Fallen von der mittlerweile erforschten Phonologie der Sprache erheblich ab MorphologieDas Altgriechische ist eine stark flektierende Sprache bedeutungstragende Wortstamme sind vielseitigen Wandlungen unterworfen Sowohl der Vokal Ablaut als auch insbesondere der Konsonantenwandel im Auslaut von Wortstammen sind bei Deklination und Konjugation haufig ebenso wie in der Wortableitung und bildung Sie stellen fur den Griechischlernenden ein grosses Pensum an Lernstoff dar Beispiele Die griechische Wurzel bal gibt den Begriff des Werfens wieder Sie bildet das Verb ballein ballein werfen das in der Konjugation Formen wie ἔbalon ebalon ich warf beblhka bebleka ich habe geworfen und es liegt dort Perfektform bildet von der Wurzel leiten sich Worter ab wie belos belos Wurfgeschoss und bolh bole Wurf Von der Wurzel lab nehmen werden gebildet lambanw lambanō ich nehme ἔlabon elabon ich nahm lhpsomai lepsomai ich werde mir nehmen lhf8hsomai lephthesomai ich werde genommen werden und eἴlhmmai eilemmai ich bin genommen Die Wurzel pod mit der Bedeutung Fuss im Genitiv podos podos zu erkennen verschmilzt in der Nominativform zu poys pous aus pods bildet eine Dativ Pluralform posi posi aus podsi davon abgeleitet sind phdon pedon Schiffsfuss Steuerruder und trapeza trapeza traped sa Tisch Die Wurzel prag handeln tun erscheint in der Konjugation des Perfekts Medium Passiv in vier unterschiedlichen Formen pepragmai pepragmai 1 Person Sg pepra3ai pepraxai 2 Person Sg pepraktai pepraktai 3 Person Sg und peprax8e peprachthe 2 Person Pl Zu dem Stamm treten verschiedene Prafixe und Endungen die im Sinne eines fusionalen Sprachbaus die unterschiedlichen grammatischen Parameter wiedergeben Besondere Erscheinungen im Griechischen sind das Augment lateinisch augmentum Zuwachs ein die Vergangenheit andeutendes Morphem meist e das dem Stamm vorangestellt wird die Reduplikation Der Anlaut des Stammes wird verdoppelt Beispiel 8nῄskw thneskō ich liege im Sterben te8nhka tethneka ich bin tot Perfektform die Stammerweiterung durch s fur den Aorist und das Futur blepw blepō ich sehe ἔblepsa eblepsa ich sah plotzlich blepsomai blepsomai ich werde gesehen werden Des Weiteren verfugt das Altgriechische uber eine Fulle von Morphemen die die grammatischen Kategorien als Infixe und Affixe wiedergeben Das Altgriechische kommt bei Verben weitestgehend ohne zusammengesetzte Formen aus das heisst alle grammatischen Parameter lassen sich durch Anfugungen an die Wurzel bilden und vereinen sich in einem einzigen Wort So lasst sich ein so komplexer Ausdruck wie ich werde mir etwas schreiben lassen der im Deutschen durch funf einzelne Worter ausgedruckt werden muss im Altgriechischen durch eine einzige Verbform ausdrucken grafhsomai graphesomai Auch die Wortbildung verfugt uber zahlreiche Morpheme die Ableitungen und Bedeutungsdifferenzierungen ermoglichen im Griechischen sind ahnliche Bandwurmworter moglich wie im Deutschen Beruhmtes Beispiel ist das karikierende Endloswort lopado temaxo selaxo galeo kranio leipsano drim ypotrimmato silfio karabo melito katakexymeno kixlepi kossyfo fatto perister alektryon opto kefallio kigklo peleio lagῳo siraio bafh tragano pterygwn lopado temacho selacho galeo kranio leipsano drim hypotrimmato silphio karabo melito katakechymeno kichlepi kossypho phatto perister alektryon opto kephallio kinklo peleio lagoo siraio baphe tragano pterygon austernschneckenlachsmuranen essighonigrahmgekrose butterdrosselnhasenbraten hahnenkammfasanenkalber hirnfeldtaubensiruphering lerchentruffelngefullte Schussel aus den Ekklesiazusai des Aristophanes Vers 1169 GrammatikSiehe auch Altgriechische Flexion Die ersten Grammatiklehrbucher des Abendlandes wurden zu hellenistischer Zeit in der philologischen Schule von Alexandria abgefasst Aristarch von Samothrake schrieb eine techne grammatike des Griechischen Die vermutlich erste autonome grammatische Schrift ist die techne grammatike des Dionysios Thrax 2 Jahrhundert v Chr welche die Phonologie und Morphologie einschliesslich der Wortarten umfasst Die Syntax ist Gegenstand eines sehr systematischen Werks des zweiten bedeutenden griechischen Grammatikers des Apollonios Dyskolos 2 Jahrhundert n Chr Angeblich im Jahre 169 68 importierten die Romer die griechische Grammatiklehre und adaptierten sie Die Grammatik des Altgriechischen ist auf den ersten Blick recht ahnlich zum Lateinischen was Partizipialkonstruktionen und sonstige satzwertige Konstruktionen AcI etc anbelangt so dass Lateinkenntnisse beim Erlernen des Altgriechischen sehr hilfreich sind und umgekehrt Gutes Verstandnis der deutschen Grammatik hilft allerdings auch in vielen Fallen ist das Altgriechische dem Deutschen strukturell ahnlicher als dem Lateinischen beispielsweise sind bestimmte Artikel im Griechischen vorhanden wahrend sie im Lateinischen fehlen Es gibt auch Falle in denen die Ahnlichkeit mit dem Lateinischen eher oberflachlicher Art ist und mehr Verwirrung stiftet als hilft beispielsweise werden die Zeitformen der Verben im Griechischen oft anders verwendet als im Lateinischen Im Westen und auch in diesem Artikel werden oft lateinisch basierte Begriffe wie Substantiv Dativ Aktiv Person zur Bezeichnung von altgriechischen grammatischen und semantischen Kategorien verwendet die oft direkte Ubersetzungen der griechischen Definitionen darstellen In Griechenland werden dagegen bis heute griechisch basierte Begriffe aus der techne grammatike des Dionysios Thrax verwendet Deklination Im Altgriechischen werden Substantive Adjektive Pronomina der definite Artikel und einige Zahlworter dekliniert Besonders Zahl und Formenreichtum der Verbaladjektive ist hoch Grammatikalische Kategorien der Nomina Die altgriechischen Nomina deklinierbaren Worter werden in den folgenden grammatischen Kategorien dekliniert in funf Kasus Fallen Nominativ Genitiv Dativ Akkusativ Vokativ Anredefall form in drei Numeri Zahlen Singular Einzahl Dual Zweizahl Plural Mehrzahl und in drei Genera Geschlechtern Maskulinum mannlich Femininum weiblich Neutrum sachlich Auch Partizipien Verbaladjektive und Infinitive werden dekliniert sie gelten als Zwischenformen sogenannte Nominalformen des Verbs Substantive konnen mit einem Artikel ὁ ἡ to ho he to der die das bestimmt werden einen unbestimmten Artikel gibt es nicht Kasus Von den acht Kasus des Indogermanischen haben sich im Altgriechischen funf erhalten Nominativ Akkusativ Genitiv Dativ und Vokativ Anredeform Nach ihrer Verwendungsweise werden zahlreiche verschiedene Kasusfunktionen unterschieden Das altgriechische Kasussystem ahnelt in seinen Grundzugen dem deutschen Der Nominativ ist der Subjektskasus ὁ ὄrnis ᾄdei ho ornis adei der Vogel singt und der Kasus des Pradikatsnomens ὁ filosofos sofos ἐstin ho philosophos sophos estin der Philosoph ist klug Der Genitiv druckt in seiner ursprunglichen Bedeutung eine Zugehorigkeit oder einen Bereich aus Es lassen sich hierbei zahlreiche Kasusfunktionen unterscheiden u a der Genitivus possessoris der einen Besitz ausdruckt ὁ toῦ gewrgoῦ ἀgros ho tou geōrgou agros das Feld des Bauern der Genitivus partitivus der eine Teilmenge angibt polloὶ tῶn ἀn8rwpwn polloi tōn anthrōpōn viele von den Menschen der Genitivus subjectivus der den Handlungstrager angibt ἡ tῆs mhtrὸs ἀgaph he tes metros agape die Liebe der Mutter und der Genitivus objectivus der das Handlungsziel angibt ἡ tῆs mhtrὸs ἀgaph he tes metros agape die Liebe zur Mutter Ferner hat der Genitiv vom indogermanischen Ablativ die Bedeutung einer Herkunft ubernommen Dies druckt sich u a als Genitivus separativus der eine Trennung bezeichnet ἐley8eros foboy eleutheros phobou frei von Furcht aus Im klassischen Griechisch sind diese beiden Gebrauchsweisen in vielen Fallen miteinander verschmolzen Viele altgriechische Verben regieren den Genitiv etwa tygxanein tinos tynchanein tinos etwas erlangen Der Dativ ist der Kasus des indirekten Objekts ἔdwke aὐtῷ xryson edōke autō chryson er gab ihm Gold Weiterhin hat er vom indogermanischen Instrumental die Funktion der Angabe eines Mittels ubernommen Dativus instrumentalis wie toῖs ὀf8almoῖs ὁrᾶn tois ophthalmois horan mit den Augen sehen vom indogermanischen Lokativ die Funktion der Angabe eines Ortes oder einer Zeit Dativus loci bzw temporis etwa taytῃ tῇ ἡmerᾳ taute te hemera an diesem Tag Weitere Kasusfunktionen des Dativs sind u a der Dativus modi der die Art und Weise angibt toytῳ tῷ tropῳ toutō tō tropō auf diese Weise so und der Dativus causae der den Grund angibt ἥdomai tῇ nikῃ hedomai te nike ich freue mich uber den Sieg Der Akkusativ ist der Kasus des direkten Objekts ὁrῶ aὐton horō auton ich sehe ihn Weiterhin kann er eine raumliche oder zeitliche Ausdehnung wie deka ἡmeras ἔmeine deka hemeras emeine er blieb zehn Tage ausdrucken Der Accusativus limitationis oder respectus druckt eine Beziehung oder Hinsicht aus etwa tὴn psyxὴn noseῖn ten psychen nosein in Bezug auf die Seele krank sein seelisch krank sein Der Vokativ ist die Anredeform kyrie ἐlehson kyrie eleeson Herr erbarme dich Er ist im Plural und bei vielen Substantiven besonders bei Nomina der 3 Deklination und Feminina auch im Singular mit dem Nominativ identisch Dem Vokativ geht oft die Interjektion ὦ ō voran etwa ὦ ἄndres Ἀ8hnaῖoi ō andres Athenaioi Ihr Manner von Athen Ein Fehlen derselben ist ein Zeichen von sachlicher Kuhle oder gar von Geringschatzung Ἀkoyeis Aἰsxinh Akoueis Aischine Horst du Aischines fragt etwa Demosthenes seinen verhassten Gegner Numerus Neben dem Singular Einzahl und Plural Mehrzahl hat das Altgriechische noch in Resten den Dual Zweizahl behalten Die Artikel des Duals lauten oft in allen Genera tὼ tō im Nominativ und Akkusativ und toῖn toin im Genitiv und Dativ Seltenere Formen des femininen Duals sind entsprechend tὰ ta und taῖn tain In der o Deklination s u hat er die Endungen w ō im Nominativ und Akkusativ und oin oin im Genitiv und Dativ In der a Deklination lauten die Endungen entsprechend ᾱ a und ain ain in der 3 Deklination e e und oin oin Der Dual war schon zu vorklassischer Zeit vor dem 5 Jahrhundert v Chr im Schwinden begriffen und die ursprungliche Verwendungsweise nur fur wirklich in der Zweizahl Zusammengehoriges wie Zwillinge die beiden Hande Augen und so weiter ging verloren In der klassischen Literatur wurden vorsichtige Wiederbelebungsversuche unternommen die den Dual jedoch nicht wieder etablierten und ausserdem seiner ursprunglichen spezifischen Verwendungsweise entfremdeten Aufgrund seiner Seltenheit ist der Dual in den untenstehenden Deklinationsbeispielen nicht aufgenommen Beispiele tὼ xwra tō chōra die zwei Lander toῖn xwrain toin chōrain den zwei Landern der zwei Lander tὼ 8ew tō theō die zwei Gotter toῖn 8eoῖn toin theoin den zwei Gottern der zwei Gotter tὼ paῖde tō paide die zwei Sohne Kinder toῖn paidoin toin paidoin den zwei Sohnen Kindern der zwei Sohne Kinder tὼ polei tō polei die zwei Stadte toῖn poleoin toin poleoin den zwei Stadten der zwei Stadte Genus Wie die meisten indogermanischen Sprachen kennt das Altgriechische drei Genera Maskulinum mannlich Femininum weiblich und Neutrum sachlich Mannliche Personen sind oft maskulin weibliche oft feminin 8 9 Winde Flusse und Monate sind oft maskulin Lander Inseln und Stadte oft feminin 9 Eine Besonderheit des Neutrums ist dass bei einem neutralen Subjekt das Pradikat stets im Singular steht Dies lasst sich damit erklaren dass das Neutrum Plural sprachhistorisch auf ein Kollektivum zuruckgeht Das Genus commune ist bei einigen Vokabeln ebenfalls erhalten etwa bei ὁ ἡ boῦs ho he bous das sowohl Rind als auch Ochse oder Kuh heissen kann Einige Worter sind Epicona wie ἡ ἀlwph3 he alōpex der Fuchs was sowohl mannliche als auch weibliche Fuchse einschliesst 10 11 Deklination der Substantive Das Altgriechische kennt drei grundlegende Deklinationsklassen die o Deklination die a Deklination und eine dritte konsonantische Deklination Zur a Deklination oder ersten Deklination gehoren Feminina auf kurzes ᾰ ă wie do3ᾰ doxă Ruhm Ansicht langes ᾱ a etwa xwrᾱ chōra Land und h e etwa nikh nike Sieg sowie Maskulina auf ᾱs as etwa neaniᾱs neanias Jungling und hs es etwa poihths poietes Dichter Endet der Wortstamm auf ein e e i i oder r r haben die Endungen in allen Formen ein a a Alpha purum andernfalls wird ein langes ᾱ a zu einem h e Alpha impurum Die Maskulina haben im Genitiv die Endung oy ou im Vokativ enden sie auf ᾰ ă ansonsten werden sie genauso dekliniert wie die Feminina Beispielwort do3ᾰ doxă Ruhm Ansicht Femininum mit kurzem Alpha impurum Singular PluralNominativ ἡ do3a he doxa aἱ do3ai hai doxaiGenitiv tῆs do3hs tes doxes tῶn do3ῶn tōn doxōnDativ tῇ do3ῃ te doxe taῖs do3ais tais doxaisAkkusativ tὴn do3an ten doxan tὰs do3as tas doxasVokativ ὦ do3a ō doxa ὦ do3ai ō doxai Zur o Deklination oder zweiten Deklination gehoren Maskulina auf os os wie filos philos Freund und Neutra auf on on wie teknon teknon Kind Die Deklinationsendungen sind dieselben ausser dass Worter auf on on wie alle Neutra im Nominativ und Akkusativ Plural auf a a enden und im Vokativ dieselbe Form wie im Nominativ haben Ganz vereinzelt kommen auch Feminina auf os os vor etwa nῆsos nesos Insel die ebenso dekliniert werden wie die Maskulina Dazu kommen als Sonderfalle Kontrakta etwa noῦs nous Sinn bei denen der vokalische Stamm mit der Deklinationsendung verschmolzen ist und die sogenannte attische Deklination wie news neōs Tempel Beispielwort filos philos Freund maskulinum Singular PluralNominativ ὁ filos ho philos oἱ filoi hoi philoiGenitiv toῦ filoy tou philou tῶn filwn tōn philōnDativ tῷ filῳ tō philō toῖs filois tois philoisAkkusativ tὸn filon ton philon toὺs filoys tous philousVokativ ὦ file ō phile ὦ filoi ō philoi Die 3 Deklination umfasst eine Vielzahl von konsonantischen Stammen Je nach Stammauslaut lassen sie sich in Muta Stamme etwa gyps gyps m Geier Stamm gyp gyp aἴ3 aix f Ziege Stamm aἴg aig ὄrnis ornis m Vogel Stamm ὄrni8 ornith Liquida und Nasalstamme etwa ῥhtwr rhetōr m Redner mhthr meter f Mutter limhn limen m Hafen Sigma Stamme wie genos genos n Geschlecht Art und Vokalstamme etwa polis polis f Stadt basileys basileus m Konig unterteilen Aus sprachhistorischen Grunden unterliegt die Deklination der einzelnen Untergruppen Unregelmassigkeiten auf die hier nicht eingegangen werden kann Zur 3 Deklination gehoren Maskulina Feminina und Neutra Der Nominativ ist bei den Maskulina und Feminina entweder durch die Endung s s oder die Dehnstufe des Stammes etwa ῥhtwr rhetōr zum Stamm ῥhtor rhetor gekennzeichnet bei den Neutra besteht er aus der Grundstufe des Stammes Manche Liquidastamme unterliegen dem quantitativen Ablaut so hat mhthr meter im Nominativ die Dehnstufe im Akkusativ mhtera metera die Grundstufe und im Genitiv mhtros metros die Schwundstufe Beispielwort Maskulinum ῥhtwr rhetōr Redner maskulinum Liquida Stamm ohne Ablaut Singular PluralNominativ ὁ ῥhtwr ho rhetōr oἱ ῥhtores hoi rhetoresGenitiv toῦ ῥhtoros tou rhetoros tῶn ῥhtorwn tōn rhetorōnDativ tῷ ῥhtori tō rhetori toῖs ῥhtorsi n tois rhetorsi n Akkusativ tὸn ῥhtora ton rhetora toὺs ῥhtoras tous rhetorasVokativ ὦ ῥῆtor ō rhetor ὦ ῥhtores ō rhetores Das eingeklammerte Ny im Dativ Plural wird bewegliches Ny genannt n ἐfelkystikon n ephelkystikon bzw nῦ ἐfelkystikon ny ephelkystikon und kann unter anderem angefugt werden wenn das nachfolgende Wort mit einem Vokal beginnt 12 Adjektive Adjektive werden entweder nach der o a Deklination oder nach der 3 Deklination dekliniert Erstere enden im Maskulinum auf os os im Femininum auf a a oder h e und im Neutrum auf on on etwa neos nea neon neos nea neon neu Manche vor allem zusammengesetzte Adjektive sind auch zweiendig d h sie enden sowohl im Maskulinum als auch im Femininum auf os os etwa eὔkolos eὔkolon eukolos eukolon leicht Adjektive der 3 Deklination werden teils im Femininum nach der a Deklination dekliniert wie pᾶs pᾶsa pᾶn pas pasa pan ganz teils sind sie auch zweiendig etwa safhs safes saphes saphes klar deutlich Adjektive konnen gesteigert werden Positiv sofos sophos klug Komparativ sofwteros sophōteros kluger Superlativ sofwtatos sophōtatos am klugsten Der Superlativ kann als absoluter Superlativ Elativ auch nur eine absolute Herausgehobenheit sehr klug bezeichnen Die Endungen des Komparativs und des Superlativs sind meist teros teros und tatos tatos bei einigen Adjektiven auch iwn iōn und istos istos etwa kakos kakiwn kakistos kakos kakiōn kakistos schlecht schlechter am schlechtesten Adverbien werden von den Adjektiven mit der Endung ws ōs abgeleitet vergleiche sofos ἐstin sophos estin er ist klug Pradikatsnomen Adjektiv und sofῶs legei sophōs legei er spricht klug Pronomina Personalpronomina gibt es in der 1 2 und 3 Person 13 14 Die Nominativformen der Personalpronomina attisch ἐgw egō ich sy sy du ἡmeῖs hemeis wir ὑmeῖs hymeis ihr sind stets betont weil die Person im Normalfall schon durch das Verb angegeben ist In den ubrigen Kasus wird zwischen den enklitischen unbetonten Formen etwa me me und nicht enklitischen Formen ἐme eme mich die in betonter Stellung und nach Prapositionen stehen unterschieden Als Ersatz fur die Personalpronomina der 3 Person werden im Nominativ auch die Formen des Demonstrativpronomens oὗtos houtos dieser in den ubrigen Kasus die Formen des Wortes aὐtos autos selbst verwendet In allen drei Personen gibt es reflexive und nichtreflexive Formen des Personalpronomens je nachdem ob sie sich auf das Subjekt des Satzes beziehen etwa ἐme eme mich ἐmayton emauton mich selbst In der 3 Person wird zudem zwischen direkt und indirekt reflexiven Pronomina unterschieden wobei sich die indirekt reflexiven Pronomina auf das Subjekt des ubergeordneten Satzes beziehen Das Possessivpronomen lautet ἐmos sos emos sos Es existiert im klassischen Griechisch nur in der 1 und der 2 Person An Demonstrativpronomina kommen ὅde ἥde tode hode hede tode dieser wie lateinisch hic haec hoc oὗtos aὕth toῦto houtos haute touto dieser wie lateinisch is ea id und ἐkeῖnos ἐkeῖnh ἐkeῖno ekeinos ekeine ekeino jener wie lateinisch ille illa illud vor Das Relativpronomen ὅs ἥ ὅ hos he ho wird durch Anhangung des Indefinitpronomens zum verallgemeinernden Relativpronomen ὅstis ἥtis ὅti hostis hetis hoti Das verallgemeinernde Relativpronomen ahnelt dem indirekten Fragepronomen Das direkte Fragepronomen tis ti tis ti wer was tragt stets den Akut Das Indefinitpronomen tis ti tis ti irgendjemand irgendetwas entspricht dem direkten Fragepronomen ist aber enklitisch Konjugation Grammatische Kategorien des Verbsystems Tempus und Aspektsystem Das altgriechische Tempussystem unterscheidet sich grundlegend von dem deutschen oder lateinischen Die in der Grammatik ubliche Einteilung in sechs Tempora sieben bei Berucksichtigung des seltenen Perfektfuturs ist genau genommen irrefuhrend da nicht die zeitliche Bedeutung sondern der Aspekt im Vordergrund steht Im Altgriechischen gibt es drei Tempusstamme die einen bestimmten Aspekt ausdrucken Zu jedem Tempusstamm gehort im Indikativ ein Haupttempus mit Gegenwarts und ein Nebentempus mit Vergangenheitsbedeutung Der Aoriststamm ist der alteste Tempusstamm und hat ein Haupttempus im Indikativ nie ausgebildet Zum Beispiel druckt der Indikativ Prasens eine durative Handlung der Gegenwart der Indikativ Imperfekt eine durative Handlung der Vergangenheit aus Dazu kommt der sprachhistorisch jungere Futurstamm der kein Nebentempus kennt und tatsachlich eine rein zeitliche Bedeutung hat Mit der Handhabung dieser drei Aspekte stellt der Griechischsprechende durch Flexionsaffixe die zeitlichen Bezuge her die von den Aspekten selbst nicht ausgedruckt werden Die Aspekte gelten generell wahrend es eine direkt zeitliche Bedeutung nur im Indikativ gibt bis auf das Futur siehe unten Die Vergangenheit wird im Indikativ mit Hilfe der Nebentempora gebildet Das sind im Prasensstamm das Imperfekt im Perfektstamm das Plusquamperfekt und im Aoriststamm der Aorist Die Tempora xronoi chronoi des Altgriechischen lassen sich nach folgendem Schema darstellen Tempusstamm Haupttempus Nebentempus Aspekt AktionsartPrasensstamm Prasens ἐnestὼs xronos ἐnestws enestōs chronos enestōs Imperfekt paratatikὸs xronos paratatikos chronos imperfektiv durativ frequentativ iterativ habituativ konativAoriststamm Aorist ἀoristos aoristos perfektiv aoristisch punktuell egressiv effektiv inchoativ ingressiv gnomischPerfektstamm Perfekt parakeimenos parakeimenos Plusquamperfekt perfektisch resultativFuturstamm Futur mellwn mellōn Die ubrigen Modi werden jeweils dem Haupttempus des Tempusstammes wenn vorhanden sonst dem Nebentempus zugeordnet Sie haben aber keinerlei zeitliche Bedeutung Dadurch erklart sich auch die auf den ersten Blick paradox wirkende Tatsache dass mit dem Imperativ Aorist eine Befehlsform zu einem Vergangenheitstempus existiert Das altgriechische Verb bildet also vier Tempusstamme Der Prasensstamm auch linearer oder paratatischer Stamm genannt ist besser als Imperfektivstamm zu behandeln Er ubernimmt die Funktionen der durativen iterativen habituativen und konativen Aktionsart Das bedeutet es wird mit diesem Aspekt u a der Verlauf oder das Andauern einer Handlung ausgedruckt Beispiele noseῖn nosein krank sein krank darniederliegen ἀpo 8nῄskein apo thneskein sterben im Sterben liegen Der Aoriststamm bezeichnet Punktuelles Das bedeutet es wird der blosse Vollzug einer Handlung vermeldet Die Bezeichnung punktuell wird benutzt um den Gegensatz zum linearen sogenannten Prasensstamm auszudrucken Der Aoriststamm ist die Normalform und benennt eine Handlung oder ein Ereignis ohne ausdrucken zu wollen ob diese Handlung in Wirklichkeit punktuell oder linear war ist Bei diesem Aspekt wird in der Sprachpraxis gern ein bestimmter Punkt des Verbalbegriffs ins Auge gefasst namlich der Abschluss resultativ oder der Beginn ingressiv inchoativ einer Handlung Beispiele ingressiv nosῆsai nosesai krank werden oder erkranken effektiv ἀpo 8aneῖn apo thanein ver sterben als Moment des Dahinscheidens Die Formen des Perfektstamms haben vorzeitig ergebnisbezogene Bedeutung Das heisst Da wo andere Sprachen Verben resultativer Aktionsart setzen steht im Altgriechischen eine Perfektform Das bedeutet es wird mit diesem Aspekt ein erreichter Zustand oder einfach ohne jede nahere Bestimmung die Qualitat einer Sache ausgedruckt Beispiele te8nhkenai te8nanai tethnekenai tethnanai gestorben und nun tot sein pepoi8enai pepoithenai vertrauen vergleiche auch das klassische Zitat des Laufers von Marathon Nenikhkamen Nenikekamen Wir haben gesiegt Der vierte Tempusstamm des Altgriechischen der Futurstamm ist eine jungere Entwicklung und hat in der Tat in allen Modi zeitliche Bedeutung Modussystem Es gibt im Altgriechischen nach Ansicht moderner Linguisten 15 vier Modi Indikativ Optativ Konjunktiv Imperativ Die Funktionen die diese Formen syntaktisch und semantisch erfullen sind sehr vielfaltig Hier kann nur eine grundsatzliche Bestimmung ihrer Bedeutung vorgenommen werden Der Modus bringt die geistige Einstellung des Sprechenden gegenuber dem Verbalinhalt zum Ausdruck Mit dem Indikativ druckt der Sprecher aus dass ihm ein Vorgang oder Zustand als wirklich real gegeben erscheint Allerdings wird auch der Indikativ verwendet wenn etwas fast Geschehenes bezeichnet wird In den anderen Modi druckt der Sprecher aus dass ihm der Vorgang oder Zustand nur als vorgestellt modal eingeschrankt gilt Der Imperativ druckt einen Befehl eine Aufforderung aus etwa Fere moὶ tode Phere moi tode Bring mir das her Der Konjunktiv druckt einen Willen Voluntativ oder eine Erwartung Prospektiv aus er hat also leicht futurische Bedeutung was umgekehrt fur das Futur in Bezug auf den Konjunktiv auch gilt ahnelt aber auch dem Konjunktiv des Lateinischen etwa Ἴwmen Iōmen Lasst uns gehen Vergleiche lateinisch coniunctivus hortativus eamus Der Optativ druckt einen Wunsch Kupitiv oder eine Moglichkeit Potentialis aus etwa Eἴ8e tis lyoi Eithe tis lyoi Moge das jemand losen Diathese Genus verbi Von den drei Diathesen sind zwei Aktiv und Medium aus dem Indogermanischen geerbt Das Passiv ist eine jungere Entwicklung Das Aktiv ist die unmarkierte Struktur Das Medium druckt aus dass das Subjekt an der Handlung beteiligt oder an ihr interessiert ist dass also eine nahere Beziehung zwischen Subjekt und Handlung besteht transitives Medium Ferner kann es ausdrucken dass das Subjekt von seiner eigenen Handlung betroffen ist intransitives Medium 16 Der Begriff Medium lateinisch medius der Mittlere soll ausdrucken dass diese Form zwischen Aktiv und Passiv stehe Das ist jedoch weder sprachgeschichtlich noch morphologisch richtig 17 Das Passiv ist im Griechischen der Grenzfall des Mediums denn Das Passiv druckt die Wirkung einer Handlung auf das Subjekt aus die nicht von ihm ausgeht Insofern die Handlung nur noch auf das Subjekt wirkt ohne von ihm auszugehen bildet es den Grenzfall des Mediums Ausserhalb des Futur und Aoriststamms hat das Passiv keine eigenstandige Form Formal ubernimmt dort das Medium neben der eigenen Funktion auch die des Passivs was nur aus dem syntaktischen Zusammenhang oder bei genauer Kenntnis der Beschaffenheit des entsprechenden Verbums zu unterscheiden ist Beispiele Aktiv paideysei paideusei er wird jemanden erziehen transitives Medium paideysetai paideusetai er wird sich jemanden erziehen intransitives Medium paideysetai paideusetai er wird sich erziehen er wird sich erziehen lassen Passiv paidey8hsetai paideuthesetai er wird von jemandem erzogen werden Numerus und Personsystem Aufgrund der Personalflexion des altgriechischen Verbs werden die Personalpronomina des Nominativs wie in vielen anderen indogermanischen Sprachen so auch im Lateinischen meist ausgelassen wenn sie nicht besonders betont etwa in Adversativsatzen werden sollen Es muss also nicht zwangslaufig ein das Subjekt ausdrucklich nennendes Bezugswort Pronomen oder Substantiv beim Verb stehen die Endung reicht aus um die Person und damit das Subjekt zu identifizieren Das Altgriechische ist also eine Pro Drop Sprache Das Altgriechische kennt beim Verb einen Singular einen Plural und einen Dual als Schwundform Der Dual mit eigenen Endungen wird nur fur die 2 und 3 Person gebildet wahrend die 1 Person des Duals mit der ersten Person Plural zusammenfallt In den folgenden Beispielen wird nur das Aktiv behandelt Prasens Indikativ Singular 2 Person paideyeis paideueis du erziehst Dual 2 Person paideyeton paideueton ihr zwei erzieht Plural 2 Person paideyete paideuete ihr erzieht Aorist Indikativ Singular 3 Person ἐpaideyse n epaideuse n er erzog Dual 3 Person ἐpaideysathn epaideusaten sie zwei erzogen Plural 3 Person ἐpaideysan epaideusan sie erzogen Konjugationstabellen Konjugationstabelle fur das regelmassige Verb lyw lyō Infinitiv lyein lyein losen im Aktiv Der Dual wurde aufgrund seiner Seltenheit nicht berucksichtigt Haupttempora des Indikativs Nebentempora des Indikativs Konjunktiv Optativ ImperativPrasens Imperfekt lyw lyeis lyei lyomen lyete lyoysi n lyō lyeis lyei lyomen lyete lyousi n ἔlyon ἔlyes ἔlye n ἐlyomen ἐlyete ἔlyon elyon elyes elye n elyomen elyete elyon lyw lyῃs lyῃ lywmen lyhte lywsi n lyō lyejs lyej lyōmen lyete lyōsi n lyoimi lyois lyoi lyoimen lyoite lyoien lyoimi lyois lyoi lyoimen lyoite lyoien lῦe lyetw lyete lyontwn lye lyetō lyete lyontōnFutur lysw lyseis lysei lysomen lysete lysoysi n lysō lyseis lysei lysomen lysete lysousi n lysoimi lysois lysoi lysoimen lysoite lysoien lysoimi lysois lysoi lysoimen lyseite lysoien Aorist ἔlysa ἔlysas ἔlyse n ἐlysamen ἐlysate ἔlysan elysa elysas elyse n elysamen elysate elysan lysw lysῃs lysῃ lyswmen lyshte lyswsi n lysō lysejs lysej lysōmen lysete lysōsi n lysaimi lysais lysai lysaimen lysaite lysaien lysaimi lysais lysai lysaimen lysaite lysaien lῦson lysatw lysate lysantwn lyson lysatō lysate lysantōnPerfekt Plusquam perfekt lelyka lelykas lelyke n lelykamen lelykate lelykasi n lelyka lelykas leluke n lelykamen lelykate lelykasi n ἐlelykein ἐlelykeis ἐlelykei ἐlelykemen ἐlelykete ἐlelykesan elelykein elelykeis elelykei elelykemen elelykete elelykesan lelykw lelykῃs lelykῃ lelykwmen lelykhte lelykwsi n lelykō lelykejs lelykej lelykōmen lelykete lelykōsi n lelykoimi lelykois lelykoi lelykoimen lelykoite lelykoien lelykoimi lelykois lelykoi lelykoimen lelykoite lelykoien Zusammengesetzt lelykὼs ἴs8i lelykὼs ἔstw lelykotes ἔste lelykotes ἔstwn lelykōs isthi lelykōs estō lelykotes este lelykotes estōn Entsprechende Tabelle fur das wichtige unregelmassige Hilfsverb eἰmi eimi Infinitiv eἶnai einai sein Haupttempora des Indikativs Nebentempora des Indikativs Konjunktiv Optativ ImperativPrasens Imperfekt eἰmi eἶ ἐsti n ἐsmen ἐste eἰsi n eimi ei esti n esmen este eisi n ἦ ἦs8a ἦn ἦmen ἦte ἦsan e estha en emen ete esan ὦ ᾖs ᾖ ὦmen ἦte ὦsi n ō es e ōmen ete ōsi n eἴhn eἴhs eἴh eἴhmen eἴhte eἴhsan eien eies eie eiemen eiete eiesan ἴs8i ἔstw ἔste ἔstwn isthi estō este estōnFutur ἔsomai ἔsῃ ἔstai ἐsome8a ἔses8e ἔsontai esomai ese estai esometha esesthe esontai ἐsoimhn ἔsoio ἔsoito ἐsoime8a ἔsois8e ἔsointo esoimen esoio esoito esoimetha esoisthe esointo Die restlichen Tempora sind fur die Benutzung als Hilfsverb irrelevant Sie werden eigentlich aus dem Stamm des Verbs gignomai gignomai werden gleichbedeutend mit englisch to become abgeleitet Heutige BedeutungIm deutschsprachigen Raum ist das Griechische neben Latein seit dem ausgehenden Mittelalter bis heute eine wichtige Bildungssprache In Deutschland wird vorwiegend an humanistischen Gymnasien meist ab Klasse 7 8 oder 9 Griechischunterricht erteilt zudem wird dort Grazistik im Rahmen der Klassischen Philologie an zahlreichen Universitaten als Lehrfach angeboten Auch in Osterreich und der Schweiz wird Altgriechisch nur an Gymnasien sowie an der Universitat gelehrt Altgriechisch ist neben Latein Pflichtfach im Liceo Classico vergleichbar einem Humanistischen Gymnasium in Italien Fur Studiengange wie Latinistik Theologie Klassische Archaologie Alte Geschichte und Philosophie ist das Griechisch Examen das sogenannte Graecum bis heute oft Voraussetzung Grundlage fur das in Schulen gelehrte Altgriechisch bildet das Attische des 5 und 4 Jahrhunderts v Chr aber auch Autoren anderer Dialekte werden behandelt Griechisch Gymnasiasten konnen ihre Fahigkeiten im internationalen Exploring the Ancient Greek Language and Culture Wettbewerb messen Zahlreiche deutsche Ausdrucke geflugeltes Wort Schwanengesang und Sprichworter Im Wein liegt Wahrheit Eine Hand wascht die andere stammen ursprunglich aus altgriechischen Quellen und sind Lehnubersetzungen Viele exemplarische Redewendungen altgriechischer Autoren sind bis heute beruhmt und werden vielfach zitiert Aus dem Altgriechischen entlehnte Worter finden sich in zahlreichen wissenschaftlichen Fachsprachen besonders in Gebieten die bereits durch altgriechische Autoren bearbeitet wurden Insbesondere im Bereich der Geometrie Naturwissenschaften Medizin Philosophie und Theologie sowie Rhetorik und Theaterwissenschaft haben griechische Wortstamme das Fachvokabular gepragt Anders als etwa altere Formen des Deutschen in der deutschen Sprache spielt das Altgriechische auch im aktiven Wortschatz der neugriechischen Sprache eine Rolle So werden antike Zitate und Redewendungen stets unubersetzt benutzt Wortneubildungen und zusammengesetzte Worter sind direkt aus dem Altgriechischen abgeleitet Siehe auchAltgriechische Grammatik Phonologie der Koine Polytonische Orthographie Liste griechischer Prafixe Liste griechischer SuffixeLiteraturGeschichte Francisco R Adrados Geschichte der griechischen Sprache von den Anfangen bis heute Tubingen 2002 ISBN 3 7720 2981 7 Egbert Bakker Hrsg A Companion to the Ancient Greek Language Malden 2010 A F Christidis Hrsg A History of Ancient Greek From the Beginnings to Late Antiquity Cambridge u a 2007 orig Thessaloniki 2001 Hans Eideneier Von Rhapsodie zu Rap Aspekte der griechischen Sprachgeschichte von Homer bis heute Tubingen 1999 ISBN 3 8233 5202 4 Lothar Willms Klassische Philologie und Sprachwissenschaft Gottingen 2013 ISBN 978 3 8252 3857 5 Geschichte und Gliederung der Dialekte Albert Thumb u a Handbuch der griechischen Dialekte Heidelberg Bd 1 1932 Bd 2 1959 Rudiger Schmitt Einfuhrung in die griechischen Dialekte Darmstadt 1991 ISBN 3 534 05672 8 Wolfgang Blumel Die aiolischen Dialekte Phonologie und Morphologie der inschriftlichen Texte aus generativer Sicht Gottingen 1982 ISBN 3 525 26218 3 Carl Darling Buck The Greek Dialects Bristol 1999 ISBN 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Bernhard Gerth Ausfuhrliche Grammatik der griechischen Sprache Darmstadt 2015 ISBN 978 3 534 26732 3 Erstausgabe Hannover 1890 1892 Historische Grammatik Eduard Schwyzer Griechische Grammatik Munchen 1990 ff 3 Bande Helmut Rix Historische Grammatik des Griechischen Laut und Formlehre Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1992 ISBN 3 534 03840 1 Andrew L Sihler New Comparative Grammar of Greek and Latin New York 1995 ISBN 0 19 508345 8 Aussprache W Sidney Allen Vox Graeca A Guide to the Pronunciation of Classical Greek Cambridge 1968 Taschenbuchausgabe 1987 ISBN 978 0 521 33555 3 Axel Schonberger Zur Behandlung der Akzentuierung des Altgriechischen in ausgewahlten deutschen Darstellungen unter kritischer Betrachtung griechischer Quellen des ersten Jahrtausends nach Christus Frankfurt am Main 2016 ISBN 978 3 936132 39 7 Lehrbucher Christophe Rico et al Polis Altgriechisch lernen wie eine lebende Sprache Ubersetzung aus dem Franzosischen von Helmut Schareika Helmut Buske Verlag Hamburg 2011 ISBN 978 3 87548 571 4 Gunther Zuntz Griechischer Lehrgang 3 Bande Vandenhoeck amp Ruprecht Gottingen 1983 Als freie PDFs verfugbar Weblinks Test Wikipedia auf Altgriechisch Wiktionary Altgriechisch Bedeutungserklarungen Wortherkunft Synonyme Ubersetzungen Wiktionary Portal Altgriechisch Bedeutungserklarungen Wortherkunft Synonyme Ubersetzungen Worterbucher Wikisource Altgriechische Worterbucher Quellen und Volltexte Daniel Ackermann Christiane Schwind NIKH Ein Uberlebenswortschatz fur das Graecum PDF 1 7 MB Wilhelm Gemoll Griechisch deutsches Schul und Handworterbuch 1 Auflage 1908 Egon Gottwein Altgriechisches Online Worterbuch griechisch deutsch griechisch Wilhelm Pape Handworterbuch der griechischen Sprache 1914 S C Woodhouse Worterbuch Englisch Altgriechisch 1910 Henry George Liddell Robert Scott The Online Liddell Scott Jones Greek English Lexicon hg Maria Pantelia Thesaurus Linguae Graecae 2011 Perseus Word Study Tool perseus tufts edu Liddell Scott Jones Middle Liddell Slater AuthenriethSprachlehrgange F J Mehr Online Kurs Altgriechisch ziemlich umfangreicher Einstiegskurs kein Unicode erfordert Installation von Windowsfont Egon Gottwein Sprachkurs fur Altgriechisch altgriechischer Online Sprachkurs in 100 Lektionen Gunther Zuntz Griechischer Lehrgang Lehrgang in 86 Lektionen als Download beziehbar Bibliographien Liste von Buchern zum Erlernen des Neutestamentlichen Griechisch Memento vom 18 Mai 2016 im Internet Archive Worterbucher Sprachliche Schlussel Grammatiken Bibliographie GriechischSonstiges Betacode Converter zum Schreiben griechischer Texte glottotheque Ancient Indo European Grammars online englisch eine Onlinesammlung von Videos zu altindogermanischen Sprachen produziert von der Georg August Universitat GottingenTextsammlungen Wikisource Altgriechische Texte bei Wikisource Quellen und Volltexte Wikiquote Griechische Sprichworter Zitate griechische Texte in der Bibliotheca Augustana Griechische und lateinische Sprichworter private Seite Materialien zum Altgriechischen Autoren private Seite Einzelnachweise Library of Congress ISO 639 2 SIL grc Ethnologue grc a b c Heinz F Wendt Das Fischer Lexikon Sprachen Frankfurt am Main 1987 ISBN 3 596 24561 3 a b c d Christos Karvounis Griechisch In Milos Okuka Hrsg Lexikon der Sprachen des europaischen Ostens Klagenfurt 2002 PDF 977 KB Fritz Schachermeyer Die vorgriechischen Sprachreste In Paulys Realencyclopadie der classischen Altertumswissenschaft Band XXII 1494 ff F Lochner Huttenbach Die Pelasger Arbeiten aus dem Institut fur vergleichende Sprachwissenschaft in Graz Wien 1960 Jan Driessen Chronology of the Linear B Texts In Yves Duhoux Anna Morpurgo Davies Hrsg A Companion to Linear B Vol 1 Dudley Louvain la Neuve 2008 S 69 79 bes S 75f Herbert Weir Smyth Gordon M Messing Greek Grammar Cambridge Harvard University Press 1956 S 45 f a b William W Goodwin A Greek Grammar Revised and enlarged Boston 1900 S 35 159 The gender must often be learned by observation But 1 Names of males are generally masculine and names of females feminine 2 Most names of rivers winds and months are masculine and most names of countries towns trees and islands are feminine 4 Diminutive nouns are neuter Herbert Weir Smyth amp Gordon M Messing Greek Grammar Cambridge Harvard University Press 1956 S 46 Zitat 198 Common Gender Many nouns denoting persons are either masculine or feminine William W Goodwin A Greek Grammar Revised and enlarged Boston 1900 S 35 Zitat 158 Nouns which may be either masculine or feminine are said to be of the common gender as ὁ ἡ 8eos God or Goddess Names of animals which include both sexes but have only one grammatical gender are called epicene ἐpikoinos as ἡ ἀlwph3 the fox including males and females Herbert Weir Smyth amp Gordon M Messing Greek Grammar Cambridge Harvard University Press 1956 S 84 Zitat 134 Moveable N may be added at the end of a word when the next word begins with a vowel 135 Moveable n is usually written at the end of clauses and at the end of a verse in poetry To make a syllable long by position 144 the poets add n before words beginning with a consonant Prose inscriptions frequently use n before a consonant Herbert Weir Smyth amp Gordon M Messing Greek Grammar Cambridge Harvard University Press 1956 S 90 William W Goodwin A Greek Grammar Revised and enlarged Boston 1900 S 82 Herbert Weir Smyth A Greek Grammar For Colleges 1920 357 The infinitive is sometimes classed as a mood Gunther Zuntz Griechischer Lehrgang Band 3 Appendix grammatica Summa grammatica Sachregister Vandenhoeck amp Ruprecht Gottingen 1983 ISBN 3 525 25320 6 S 114 f digitale sammlungen de abgerufen am 15 April 2019 Martin Holtermann Medio tutissimus ibis Zur Didaktik der Diathesen im Griechischunterricht Forum Classicum 2019 S 180 192 uni heidelberg de abgerufen am 16 Dezember 2019 Dieser Artikel wurde am 12 Oktober 2007 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen Normdaten Sachbegriff GND 4113791 7 OGND AKS Anmerkung 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