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Alphabet

Hauptartikel: Deutsches Alphabet

Das deutsche Alphabet ist eine Variante des lateinischen Alphabets. Von diesem stammen 26 Buchstaben:

Großbuchstaben A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Kleinbuchstaben a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z

Im deutschen Alphabet kommen dazu noch die drei Umlaute (Ä/ä, Ö/ö, Ü/ü) sowie das Eszett (ẞ/ß).

Übersicht der weltweit verwendeten Alphabete
Schnittmengen verschiedener Alphabete

Natürliche Schriftsprachen

Bezeichnung/Name Zeit Zeichen
Althebräische Schrift 1000 v. Chr. 22
Altnubische Schrift 800 n. Chr. 30
Altsüdarabische Schrift 800 v. Chr. 29
Alttürkische Schrift (Orchon-Runen) 700 n. Chr.
Altungarische Schrift unbekannt 35
Arabisches Alphabet 800 n. Chr. 28
Aramäische Schrift 900 v. Chr.
Armenisches Alphabet 400 n. Chr. 36–39
Deutsches Alphabet 1500 n. Chr. 30
Georgisches Alphabet 400 n. Chr. 33
Germanische Schrift (Runen) 100 n. Chr.
Glagolitische Schrift 860 n. Chr. 41
Gotisches Alphabet 350 n. Chr. 25
Griechisches Alphabet 900 v. Chr. 24
Koptisches Alphabet 200 n. Chr. 32
Koreanisches Alphabet 1446 n. Chr. 24
Kufische Schrift 600 n. Chr. 28
Kyrillisches Alphabet 1000 n. Chr. 33
Lateinisches Alphabet 700 v. Chr. 26
Libysche Schrift 300 v. Chr.
Phönizisches Alphabet 1000 v. Chr. 22
Tifinagh-Schrift unbekannt 21–27
Ugaritische Schrift 1400 v. Chr. 30

Plan-, Sonder- und Geheimsprachen

Bezeichnung/Name Zeit Anmerkungen
Henochische Sprache 1583 n. Chr.
Klingonische Schrift 1984 n. Chr.
Schrift des Codex Seraphinianus 1978 n. Chr. von Luigi Serafini entwickelt
Tengwar-Alphabet 1919 n. Chr. von J. R. R. Tolkien entwickelt, wird für die fiktiven Sprachen Sindarin und Quenya verwendet
Thebanisches Alphabet 1500 n. Chr.
Voynich-Alphabet unbekannt

Die Buchstaben eines Alphabetes sind schriftliche Symbole für die kleinsten bedeutungsunterscheidenden lautlichen Einheiten der Sprache, die Phoneme; zum Beispiel unterscheiden ⟨t⟩ und ⟨s⟩ in ⟨Haut⟩ und ⟨Haus⟩ die Bedeutung der Wörter (siehe auch Minimalpaar und Allophon).

In einem idealen Alphabet entspricht jeder Buchstabe einem Phonem und umgekehrt. In der Praxis finden sich aber immer Abweichungen:

  • Es kann dasselbe Zeichen für verschiedene Laute gelten (z. B. ⟨v⟩ für [f] inVogel und [v] inVase oder die drei ⟨e⟩ inweggeben [ˈvɛkˌgeːbən]).
  • Es kann derselbe Laut mit verschiedenen Zeichen notiert werden (z. B. [f] in ⟨Vogel⟩ und ⟨Fisch⟩).
  • Es können mehrere Zeichen für ein einziges Phonem stehen (⟨sch⟩).
  • Es können mehrere Laute durch ein einziges Zeichen wiedergegeben werden (z. B. ⟨x⟩ für /ks/).
  • Es kann ein Laut unbezeichnet bleiben (z. B. der Knacklaut in ⟨beachten⟩ /bəˈʔaxtən/).

Darüber hinaus geht die einmal festgelegte Korrespondenz von Phonem und Graphem auch durch den Sprachwandel verloren (vergleiche englisch ⟨sign⟩ /saɪn/ und ⟨signal⟩ /ˈsɪgnəl/ gegenüber lateinisch ⟨signum⟩).

Fehlen in einem Schriftsystem Zeichen für Phoneme, können sprachliche (inhaltliche) Unterschiede eventuell nicht schriftlich wiedergegeben werden. So bestanden einige Alphabete ursprünglich nur aus Konsonanten (Konsonantenschrift). Später wurden sie mit Zeichen für Vokale ergänzt, die als kleine Zusätze (z. B. Punkte, Striche) zu den Konsonanten gesetzt werden konnten (z. B. arabisches und hebräisches Alphabet).

Sind hingegen in einem Schriftsystem Zeichen für Phoneme im Übermaß vorhanden, können semantische (inhaltliche) Unterschiede selbst bei gleicher Lautung schriftlich ausgedrückt werden. Zum Beispiel im Deutschen ⟨Lerche⟩ und ⟨Lärche⟩.

Die Schriftsysteme für die meisten europäischen Sprachen nutzen Varianten des lateinischen Alphabets. Dabei wurden den Zeichen für lateinische Laute ähnliche Laute der jeweiligen Sprache zugeordnet. Dieselben Zeichen standen in den verschiedenen Sprachen für teilweise unterschiedliche Laute. Zudem ist es im Zuge der Sprachentwicklung zu weiteren Veränderungen der Aussprache gekommen (vgl. ⟨j⟩ im Deutschen und Englischen).

Da die Zahl und Art der Phoneme in den verschiedenen Sprachen unterschiedlich ist, genügte der Zeichenvorrat des lateinischen Alphabetes oft nicht. Deshalb wurden zur Darstellung der betreffenden Phoneme Buchstabenkombinationen (z. B. ⟨ou⟩, ⟨ch⟩, ⟨sz⟩) und diakritische Zeichen eingeführt (z. B. auf ⟨ö⟩, ⟨š⟩).

Daneben wurden Varianten der ursprünglichen lateinischen Zeichen (⟨i⟩ > ⟨j⟩, ⟨v⟩ > ⟨u⟩) und Ligaturen (⟨ae⟩ > ⟨æ⟩, ⟨uu⟩/⟨vv⟩ > ⟨w⟩, ⟨ſz⟩/⟨ſs⟩ > ⟨ß⟩) zu eigenständigen Zeichen weiterentwickelt und gelegentlich auch Buchstaben aus anderen Alphabeten übernommen (⟨þ⟩).

Hauptartikel: Lautschrift

Ein absolut phonetisches Alphabet wäre in der Praxis unbrauchbar, weil es aufgrund der mannigfaltigen Nuancen einer Sprache sehr viele Zeichen hätte. Ein in Bezug auf die phonetische Wiedergabe optimiertes Alphabet ist das IPA, welches möglichst vielen Lautnuancen ein grafisches Zeichen zuordnet.

Eine phonemische Schreibweise behandelt unterschiedliche Aussprachen desselben Phonems gleich. So wird beispielsweise in der deutschen Orthografie die regional unterschiedliche (phonetische) Aussprache des Phonems /g/ in ⟨Tag⟩ als norddeutsch [taχ] und hochdeutsch [taːk] nicht berücksichtigt. Daneben sorgen morphemische Schreibungen für ein konstanteres Schriftbild bei der Flexion, z. B. schreibt man wegen des PluralsTage nicht *⟨Tak⟩, sondern ⟨Tag⟩, und bei der Derivation, z. B. ⟨täglich⟩ statt ⟨teglich⟩.

Wenn Menschen einander mündlich die korrekte Schreibweise eines Wortes mitteilen, indem sie nacheinander alle Buchstaben jenes Wortes nennen, so bezeichnet man diesen Vorgang als Buchstabieren (Verb: buchstabieren). Dabei werden Konsonantenbuchstaben meist mit Hilfe von zusätzlichen Vokalen ausgesprochen, im Deutschen zum Beispiel [beː] für B oder [kaː] für K (siehe Benennung der Buchstaben). Um Missverständnisse auszuschließen, können auch festgelegte Namen oder Wörter ausgesprochen werden, die mit dem betreffenden Buchstaben beginnen, zum Beispiel „Anton“ für A oder „Berta“ für B (siehe Buchstabiertafel).

Hauptartikel: Geschichte des Alphabets

Aus den in Vorderasien gebräuchlichen Keilschriften entwickelten Händler in Ugarit um 1400 v. Chr. die erste alphabetische Schrift, die sogenannte ugaritische Schrift. Aus dieser Schrift hat sich um 1000 v. Chr. unter anderem das phönizische Alphabet entwickelt, das wiederum Ausgangspunkt für die heute gebräuchlichen Alphabete war. Die Phönizier verwendeten dabei Elemente vorhandener Bilderschriften. Sie lösten die Zeichen vollständig von ihrer bildlichen Bedeutung und wiesen ihnen Lautwerte zu. Die phönizische Schrift verlief von rechts nach links. Trotz der großen Unterschiede in der Gestalt der Zeichen lassen sich die Buchstaben der Phönizier mit den Keilschrift-Zeichen der ugaritischen Schrift in Verbindung bringen.

Die phönizische Schrift war eine reine Konsonantenschrift. Dies entsprach der Struktur der semitischen Sprachen. Die hebräische und die arabische Schrift, die daraus entstanden, verzichten bis heute (weitgehend) auf Vokale. Als die Griechen etwa im 10. oder 9. Jahrhundert v. Chr. die phönizische Schrift übernahmen, benutzten sie Zeichen für bestimmte semitische Konsonanten, die in ihrer Sprache nicht vorkamen, zur Bezeichnung von Vokalen, z. B. wurde aus dem Zeichen H für einen rauen Hauchlaut im griechischen Alphabet ein Zeichen für einen Vokal (siehe Buchstabe Eta). Einige Zeichen für Konsonanten, die die phönizische Sprache nicht kannte, wurden neu geschaffen, z. B. das Psi. Im Jahre 403 v. Chr. wurde in Athen das Alphabet normiert. Es wurde so zum Schriftsystem für ganz Griechenland.

Anfang des 4. Jahrhunderts v. Chr. brachten griechische Siedler das Alphabet nach Italien, wo die Etrusker (in der heutigen Toskana) es im Laufe des 4. Jahrhunderts übernahmen. Im 3. Jahrhundert v. Chr. orientierten sich die Römer an der griechisch-etruskischen Schrift und überlieferten sie im 1. Jahrhundert v. Chr. nach Mitteleuropa.

Durch das Alphabet entstand ein System mit vergleichsweise wenigen Zeichen. Um die Aufzeichnungen der alten Ägypter verstehen zu können, musste man Hunderte, später sogar Tausende Hieroglyphen lernen. Nun genügten zwei Dutzend Zeichen, um sämtliche Gedanken, die überhaupt formulierbar sind, zu notieren. Die Einfachheit dieses Systems begünstigte dessen Verbreitung über die halbe Welt.

„Die menschlichen Sprechwerkzeuge können zwar eine riesige Zahl von Lauten erzeugen, doch beruhen fast alle Sprachen auf dem formalen Wiedererkennen von nur ungefähr vierzig dieser Laute durch die Mitglieder einer Gesellschaft.“ (Jack Goody).

Die Reihenfolge des griechischen und lateinischen Alphabets folgt global (mit wenigen Ausnahmen) der Reihenfolge des phönizischen Alphabets, da die Zeichen auch mit einem Zahlwert gekoppelt waren.

Deutsches Fingeralphabet

Die Buchstaben (Schriftzeichen eines Alphabets) bestehen meist aus Linien und können beispielsweise auf Papier geschrieben werden. Das bestimmende Merkmal eines Buchstabens ist jedoch nicht die Form, sondern seine Funktion, einen Sprachlaut oder eine Lautverbindung zu repräsentieren. Deshalb spricht man im weiteren Sinn auch bei den folgenden Zeichensystemen von Alphabeten:

Diese Zeichensysteme kodieren eigentlich Buchstaben – und nur indirekt Laute. Zudem enthalten sie auch Zeichen für Ziffern und teilweise weitere Zeichen (Satzzeichen, Steuerzeichen, Zeichen für Wörter).

In der Informatik werden die Begriffe Alphabet und Buchstabe in einem verallgemeinerten Sinn verwendet. Ein „Buchstabe“ kann hier auch eine Ziffer oder ein sonstiges Symbol sein – „Alphabete“ und „Wörter“ können solche beliebigen Symbole enthalten. Siehe hierzu Alphabet (Informatik) und formale Sprache.

  • Hans Peter Willberg: Wegweiser Schrift. Verlag Hermann Schmidt, Mainz 2001, ISBN 3-87439-569-3.
  • Lewis F. Day: Alte und neue Alphabete. Reprint der Ausgabe von 1906, mit einem Nachwort von Hans A. Halbey. Harenberg Edition, Dortmund 1991, ISBN 3-88379-603-4.
  • George L. Campbell: Handbook of scripts and alphabets. Routledge, London 1997, ISBN 0-415-13715-2.
  • Ludwig D. Morenz: Sinai und Alphabetschrift. Die frühesten alphabetischen Inschriften und ihr kanaanäisch-ägyptischer Entstehungshorizont im Zweiten Jahrtausend v. Chr., mit Beiträgen von David Sabel, EB-Verlag Dr. Brandt, Berlin 2019, ISBN 978-3-86893-252-2.
Wiktionary: Alphabet – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  1. Robert R. Anderson (Hrsg. bis Band 1), Ulrich Goebel, Oskar Reichmann (Hrsg.): Frühneuhochdeutsches Wörterbuch. 2 Bände, bearbeitet von Oskar Reichmann, De Gruyter, Berlin/ New York (1986–)1989 ff., Band 1 (1989), Sp. 837.
  2. Vgl. Duden online: . Der Sprachgebrauch zeigt jedoch, dass mit Alphabet meistens nicht die Anordnung gemeint ist, sondern die Buchstaben als geordnete Gesamtheit. Dafür stehen Formulierungen wie „die Buchstaben des deutschen Alphabets“, ebenso die im Duden-Artikel genannten Verwendungsbeispiele „das kleine Alphabet“, „das große Alphabet“ und die ebenfalls dort genannten Synonyme Buchstabenfolge, Buchstabenreihe.
  3. Bei der im DWDS unter verwendeten Formulierung „festgelegte Abfolge der Buchstaben“ ist unklar, ob die Reihenfolge der Buchstaben gemeint ist oder die Buchstaben selbst – oder beides zugleich.
  4. Vgl. Duden online: , abgerufen am 8. September 2016.
  5. Duden online:
Normdaten (Sachbegriff): GND:(, ) | LCCN:

Alphabet
alphabet, menge, schriftzeichen, einer, sprache, sprache, beobachten, bearbeiten, titel, dieses, artikels, mehrdeutig, weitere, bedeutungen, sind, unter, begriffsklärung, aufgeführt, frühneuhochdeutsch, kirchenlateinisch, alphabetum, altgriechisch, ἀλφάβητος, . Alphabet Menge der Schriftzeichen einer Sprache Sprache Beobachten Bearbeiten Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig Weitere Bedeutungen sind unter Alphabet Begriffsklarung aufgefuhrt Ein Alphabet fruhneuhochdeutsch 1 von kirchenlateinisch alphabetum von altgriechisch ἀlfabhtos alphabetos 2 ist die Gesamtheit der kleinsten Schriftzeichen bzw Buchstaben einer Sprache oder mehrerer Sprachen in einer festgelegten Reihenfolge Die Buchstaben konnen uber orthographische Regeln zu Wortern verknupft werden und damit die Sprache schriftlich darstellen Die im Alphabet festgelegte Reihenfolge der Buchstaben erlaubt die alphabetische Sortierung von Wortern und Namen beispielsweise in Worterbuchern Nach einigen Definitionen ist mit Alphabet nicht der Buchstabenbestand in seiner festgelegten Reihenfolge gemeint sondern die Reihenfolge selbst 3 4 Schriftmusterblatt der Schriftgiesserei von William Caslon Die Bezeichnung Alphabet geht auf die ersten beiden Buchstaben des griechischen Alphabets zuruck Alpha a Beta b Ausgehend von den ersten drei Buchstaben des deutschen Alphabets bzw des lateinischen Alphabets sagt man auch Abc Alphabetschriften gehoren wie Silbenschriften zu den phonographischen Schriften und stehen damit im Gegensatz zu piktografischen oder logografischen Systemen bei denen die Zeichen fur Begriffe stehen z B Rind Sonnenaufgang Freundschaft Im Unterschied zu Silbenschriften bezeichnen alphabetische Buchstaben in der Regel jeweils nur einen Laut Phonem Damit wird die furs Sprechenlernen schon erbrachte und unerlassliche Abstraktionsleistung hochgradig ins Schreiben hinubergerettet und das Erlernen vollig neuer Symbole fur die Objekte des Alltags eingespart Eine Zwischenform aus Alphabetschrift und Silbenschrift stellen die sogenannten Abugidas dar zu denen die indischen Schriften gehoren Siehe auch Schrifttypen Das Alphabet dient auch dem Erlernen des Lesens und des Schreibens eine Merkhilfe dazu waren die Buchstabentafeln Jemand der lesen kann wird fachsprachlich ebenfalls als Alphabet bezeichnet 5 das Gegenteil ist der Analphabet Ein wichtiges Ziel von Kulturpolitik ist die Alphabetisierung der jeweiligen Bevolkerung also die Beherrschung des Lesens und des Schreibens durch alle Inhaltsverzeichnis 1 Deutsches Alphabet 2 Weitere Alphabete Auswahl 2 1 Naturliche Schriftsprachen 2 2 Plan Sonder und Geheimsprachen 3 Funktionsweise 4 Lautschrift 5 Buchstabieren 6 Entstehung und Entwicklung 7 Historische Bedeutung 8 Alphabete im weiteren Sinn 9 Siehe auch 10 Literatur 11 Weblinks 12 EinzelnachweiseDeutsches Alphabet Bearbeiten Hauptartikel Deutsches Alphabet Das deutsche Alphabet ist eine Variante des lateinischen Alphabets Von diesem stammen 26 Buchstaben Grossbuchstaben A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y ZKleinbuchstaben a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z Im deutschen Alphabet kommen dazu noch die drei Umlaute A a O o U u sowie das Eszett ẞ ss Weitere Alphabete Auswahl Bearbeiten Ubersicht der weltweit verwendeten Alphabete Schnittmengen verschiedener Alphabete Siehe auch Liste lateinischer Alphabete und Liste arabisch basierter Alphabete Naturliche Schriftsprachen Bearbeiten Bezeichnung Name Zeit ZeichenAlthebraische Schrift 1000 v Chr 22Altnubische Schrift 800 n Chr 30Altsudarabische Schrift 800 v Chr 29Altturkische Schrift Orchon Runen 700 n Chr Altungarische Schrift unbekannt 35Arabisches Alphabet 800 n Chr 28Aramaische Schrift 900 v Chr Armenisches Alphabet 400 n Chr 36 39Deutsches Alphabet 1500 n Chr 30Georgisches Alphabet 400 n Chr 33Germanische Schrift Runen 100 n Chr Glagolitische Schrift 860 n Chr 41Gotisches Alphabet 350 n Chr 25Griechisches Alphabet 900 v Chr 24Koptisches Alphabet 200 n Chr 32Koreanisches Alphabet 1446 n Chr 24Kufische Schrift 600 n Chr 28Kyrillisches Alphabet 1000 n Chr 33Lateinisches Alphabet 700 v Chr 26Libysche Schrift 300 v Chr Phonizisches Alphabet 1000 v Chr 22Tifinagh Schrift unbekannt 21 27Ugaritische Schrift 1400 v Chr 30Plan Sonder und Geheimsprachen Bearbeiten Bezeichnung Name Zeit AnmerkungenHenochische Sprache 1583 n Chr Klingonische Schrift 1984 n Chr Schrift des Codex Seraphinianus 1978 n Chr von Luigi Serafini entwickeltTengwar Alphabet 1919 n Chr von J R R Tolkien entwickelt wird fur die fiktiven Sprachen Sindarin und Quenya verwendetThebanisches Alphabet 1500 n Chr Voynich Alphabet unbekannt Funktionsweise BearbeitenDie Buchstaben eines Alphabetes sind schriftliche Symbole fur die kleinsten bedeutungsunterscheidenden lautlichen Einheiten der Sprache die Phoneme zum Beispiel unterscheiden t und s in Haut und Haus die Bedeutung der Worter siehe auch Minimalpaar und Allophon In einem idealen Alphabet entspricht jeder Buchstabe einem Phonem und umgekehrt In der Praxis finden sich aber immer Abweichungen Es kann dasselbe Zeichen fur verschiedene Laute gelten z B v fur f in Vogel und v in Vase oder die drei e in weggeben ˈvɛkˌgeːben Es kann derselbe Laut mit verschiedenen Zeichen notiert werden z B f in Vogel und Fisch Es konnen mehrere Zeichen fur ein einziges Phonem stehen sch Es konnen mehrere Laute durch ein einziges Zeichen wiedergegeben werden z B x fur ks Es kann ein Laut unbezeichnet bleiben z B der Knacklaut in beachten beˈʔaxten Daruber hinaus geht die einmal festgelegte Korrespondenz von Phonem und Graphem auch durch den Sprachwandel verloren vergleiche englisch sign saɪn und signal ˈsɪgnel gegenuber lateinisch signum Fehlen in einem Schriftsystem Zeichen fur Phoneme konnen sprachliche inhaltliche Unterschiede eventuell nicht schriftlich wiedergegeben werden So bestanden einige Alphabete ursprunglich nur aus Konsonanten Konsonantenschrift Spater wurden sie mit Zeichen fur Vokale erganzt die als kleine Zusatze z B Punkte Striche zu den Konsonanten gesetzt werden konnten z B arabisches und hebraisches Alphabet Sind hingegen in einem Schriftsystem Zeichen fur Phoneme im Ubermass vorhanden konnen semantische inhaltliche Unterschiede selbst bei gleicher Lautung schriftlich ausgedruckt werden Zum Beispiel im Deutschen Lerche und Larche Die Schriftsysteme fur die meisten europaischen Sprachen nutzen Varianten des lateinischen Alphabets Dabei wurden den Zeichen fur lateinische Laute ahnliche Laute der jeweiligen Sprache zugeordnet Dieselben Zeichen standen in den verschiedenen Sprachen fur teilweise unterschiedliche Laute Zudem ist es im Zuge der Sprachentwicklung zu weiteren Veranderungen der Aussprache gekommen vgl j im Deutschen und Englischen Da die Zahl und Art der Phoneme in den verschiedenen Sprachen unterschiedlich ist genugte der Zeichenvorrat des lateinischen Alphabetes oft nicht Deshalb wurden zur Darstellung der betreffenden Phoneme Buchstabenkombinationen z B ou ch sz und diakritische Zeichen eingefuhrt z B auf o s Daneben wurden Varianten der ursprunglichen lateinischen Zeichen i gt j v gt u und Ligaturen ae gt ae uu vv gt w ſz ſs gt ss zu eigenstandigen Zeichen weiterentwickelt und gelegentlich auch Buchstaben aus anderen Alphabeten ubernommen th Lautschrift Bearbeiten Hauptartikel Lautschrift Ein absolut phonetisches Alphabet ware in der Praxis unbrauchbar weil es aufgrund der mannigfaltigen Nuancen einer Sprache sehr viele Zeichen hatte Ein in Bezug auf die phonetische Wiedergabe optimiertes Alphabet ist das IPA welches moglichst vielen Lautnuancen ein grafisches Zeichen zuordnet Eine phonemische Schreibweise behandelt unterschiedliche Aussprachen desselben Phonems gleich So wird beispielsweise in der deutschen Orthografie die regional unterschiedliche phonetische Aussprache des Phonems g in Tag als norddeutsch tax und hochdeutsch taːk nicht berucksichtigt Daneben sorgen morphemische Schreibungen fur ein konstanteres Schriftbild bei der Flexion z B schreibt man wegen des Plurals Tage nicht Tak sondern Tag und bei der Derivation z B taglich statt teglich Buchstabieren BearbeitenWenn Menschen einander mundlich die korrekte Schreibweise eines Wortes mitteilen indem sie nacheinander alle Buchstaben jenes Wortes nennen so bezeichnet man diesen Vorgang als Buchstabieren Verb buchstabieren Dabei werden Konsonantenbuchstaben meist mit Hilfe von zusatzlichen Vokalen ausgesprochen im Deutschen zum Beispiel beː fur B oder kaː fur K siehe Benennung der Buchstaben Um Missverstandnisse auszuschliessen konnen auch festgelegte Namen oder Worter ausgesprochen werden die mit dem betreffenden Buchstaben beginnen zum Beispiel Anton fur A oder Berta fur B siehe Buchstabiertafel Entstehung und Entwicklung Bearbeiten Hauptartikel Geschichte des Alphabets Aus den in Vorderasien gebrauchlichen Keilschriften entwickelten Handler in Ugarit um 1400 v Chr die erste alphabetische Schrift die sogenannte ugaritische Schrift Aus dieser Schrift hat sich um 1000 v Chr unter anderem das phonizische Alphabet entwickelt das wiederum Ausgangspunkt fur die heute gebrauchlichen Alphabete war Die Phonizier verwendeten dabei Elemente vorhandener Bilderschriften Sie losten die Zeichen vollstandig von ihrer bildlichen Bedeutung und wiesen ihnen Lautwerte zu Die phonizische Schrift verlief von rechts nach links Trotz der grossen Unterschiede in der Gestalt der Zeichen lassen sich die Buchstaben der Phonizier mit den Keilschrift Zeichen der ugaritischen Schrift in Verbindung bringen Die phonizische Schrift war eine reine Konsonantenschrift Dies entsprach der Struktur der semitischen Sprachen Die hebraische und die arabische Schrift die daraus entstanden verzichten bis heute weitgehend auf Vokale Als die Griechen etwa im 10 oder 9 Jahrhundert v Chr die phonizische Schrift ubernahmen benutzten sie Zeichen fur bestimmte semitische Konsonanten die in ihrer Sprache nicht vorkamen zur Bezeichnung von Vokalen z B wurde aus dem Zeichen H fur einen rauen Hauchlaut im griechischen Alphabet ein Zeichen fur einen Vokal siehe Buchstabe Eta Einige Zeichen fur Konsonanten die die phonizische Sprache nicht kannte wurden neu geschaffen z B das Psi Im Jahre 403 v Chr wurde in Athen das Alphabet normiert Es wurde so zum Schriftsystem fur ganz Griechenland Anfang des 4 Jahrhunderts v Chr brachten griechische Siedler das Alphabet nach Italien wo die Etrusker in der heutigen Toskana es im Laufe des 4 Jahrhunderts ubernahmen Im 3 Jahrhundert v Chr orientierten sich die Romer an der griechisch etruskischen Schrift und uberlieferten sie im 1 Jahrhundert v Chr nach Mitteleuropa Historische Bedeutung BearbeitenDurch das Alphabet entstand ein System mit vergleichsweise wenigen Zeichen Um die Aufzeichnungen der alten Agypter verstehen zu konnen musste man Hunderte spater sogar Tausende Hieroglyphen lernen Nun genugten zwei Dutzend Zeichen um samtliche Gedanken die uberhaupt formulierbar sind zu notieren Die Einfachheit dieses Systems begunstigte dessen Verbreitung uber die halbe Welt Die menschlichen Sprechwerkzeuge konnen zwar eine riesige Zahl von Lauten erzeugen doch beruhen fast alle Sprachen auf dem formalen Wiedererkennen von nur ungefahr vierzig dieser Laute durch die Mitglieder einer Gesellschaft Jack Goody Die Reihenfolge des griechischen und lateinischen Alphabets folgt global mit wenigen Ausnahmen der Reihenfolge des phonizischen Alphabets da die Zeichen auch mit einem Zahlwert gekoppelt waren Alphabete im weiteren Sinn Bearbeiten Deutsches Fingeralphabet Claude Chappes Alphabet fur die optische Telegrafie Die Buchstaben Schriftzeichen eines Alphabets bestehen meist aus Linien und konnen beispielsweise auf Papier geschrieben werden Das bestimmende Merkmal eines Buchstabens ist jedoch nicht die Form sondern seine Funktion einen Sprachlaut oder eine Lautverbindung zu reprasentieren 6 Deshalb spricht man im weiteren Sinn auch bei den folgenden Zeichensystemen von Alphabeten Brailleschrift die haufigste Form einer Blindenschrift Fingeralphabet fur Gehorlose und Schwerhorige Morsezeichen Flaggenalphabet Winkeralphabet optische Telegrafie Diese Zeichensysteme kodieren eigentlich Buchstaben und nur indirekt Laute Zudem enthalten sie auch Zeichen fur Ziffern und teilweise weitere Zeichen Satzzeichen Steuerzeichen Zeichen fur Worter In der Informatik werden die Begriffe Alphabet und Buchstabe in einem verallgemeinerten Sinn verwendet Ein Buchstabe kann hier auch eine Ziffer oder ein sonstiges Symbol sein Alphabete und Worter konnen solche beliebigen Symbole enthalten Siehe hierzu Alphabet Informatik und formale Sprache Siehe auch BearbeitenGenealogie der von der protosinaitischen Schrift abgeleiteten Alphabete Pangramm UniversalalphabetLiteratur BearbeitenHans Peter Willberg Wegweiser Schrift Verlag Hermann Schmidt Mainz 2001 ISBN 3 87439 569 3 Lewis F Day Alte und neue Alphabete Reprint der Ausgabe von 1906 mit einem Nachwort von Hans A Halbey Harenberg Edition Dortmund 1991 ISBN 3 88379 603 4 George L Campbell Handbook of scripts and alphabets Routledge London 1997 ISBN 0 415 13715 2 Ludwig D Morenz Sinai und Alphabetschrift Die fruhesten alphabetischen Inschriften und ihr kanaanaisch agyptischer Entstehungshorizont im Zweiten Jahrtausend v Chr mit Beitragen von David Sabel EB Verlag Dr Brandt Berlin 2019 ISBN 978 3 86893 252 2 Weblinks Bearbeiten Wikiquote Alphabet Zitate Wiktionary Alphabet Bedeutungserklarungen Wortherkunft Synonyme Ubersetzungen Vollstandige Listen europaischer Alphabete Sammlung von Alphabeten der Welt Interaktives ABC zum Erlernen des Alphabetes mehrsprachig Artikelserie zum Erlernen des Alphabetes fur KinderEinzelnachweise Bearbeiten Robert R Anderson Hrsg bis Band 1 Ulrich Goebel Oskar Reichmann Hrsg Fruhneuhochdeutsches Worterbuch 2 Bande bearbeitet von Oskar Reichmann De Gruyter Berlin New York 1986 1989 ff Band 1 1989 Sp 837 DWDS Alphabet Vgl Duden online Alphabet Der Sprachgebrauch zeigt jedoch dass mit Alphabet meistens nicht die Anordnung gemeint ist sondern die Buchstaben als geordnete Gesamtheit Dafur stehen Formulierungen wie die Buchstaben des deutschen Alphabets ebenso die im Duden Artikel genannten Verwendungsbeispiele das kleine Alphabet das grosse Alphabet und die ebenfalls dort genannten Synonyme Buchstabenfolge Buchstabenreihe Bei der im DWDS unter Alphabet verwendeten Formulierung festgelegte Abfolge der Buchstaben ist unklar ob die Reihenfolge der Buchstaben gemeint ist oder die Buchstaben selbst oder beides zugleich Vgl Duden online Alphabet der abgerufen am 8 September 2016 Duden online BuchstabeLateinisches Grundalphabet Aa Bb Cc Dd Ee Ff Gg Hh Ii Jj Kk Ll Mm Nn Oo Pp Qq Rr Ss Tt Uu Vv Ww Xx Yy Zz Siehe auch Lateinisches Schriftsystem und Liste lateinischer Alphabete Normdaten Sachbegriff GND 4001336 4 OGND AKS LCCN sh85003819Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Alphabet amp oldid 214298453, wikipedia, wiki, deutsches

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