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Allergie

Schon aus dem alten Ägypten und aus dem alten Rom sind Krankheitsbeschreibungen bekannt, die man heute als Allergie bezeichnen würde.

Seine Beobachtung, dass manche Menschen Schnupfen und Atemwegsverengungen zeigen, wenn sie sich in der Nähe blühender Rosen aufhalten, bezeichnete der italienische Chirurg Leonardo Botallo 1565 als „Rosenerkältung“. Eine von der Jahreszeit abhängige Nasenerkrankung beschrieb 1819 der Londoner Arzt John Bostock. Dass Gräserpollen die auslösende Ursache für diesen „Heuschnupfen“ sind, erkannten 1870 Charles Blackley in England und unabhängig von diesem Morrill Wyman an der Harvard University. 1903 hat der Deutsche Wilhelm P. Dunbar bei Versuchspersonen Heuschnupfensymptome durch mit Pollen versetzte Salzlösungen ausgelöst.

Der Begriff Allergie wurde 1906 von Clemens von Pirquet, einem Wiener Kinderarzt, der Erscheinungen nach Erst- und Reinjektion von Diphterieseren untersuchte, in Analogie zu Energie geprägt in der Hinsicht, dass „der en-érgeia, einer körpereigenen (inneren) Kraft, eine all-érgeia als Ausdruck von Reaktionen auf körperfremde Stoffe gegenübertrete“. Pirquet definierte Allergie weit gefasst als „veränderte Fähigkeit des Körpers, auf eine fremde Substanz zu reagieren“. In dieser Definition sind sowohl verstärkte (Hyperergie), verminderte (Hypoergie) wie auch fehlende (Anergie) Reaktivitäten einbezogen. Pirquet erkannte als erster, dass Antikörper nicht nur schützende Immunantworten vermitteln, sondern auch Überempfindlichkeitsreaktionen auslösen können. Er gilt als Begründer der klinischen Allergielehre.

Bereits 1902 hatten Charles Richet und Paul Portier (1866–1962) bei Hunden eine veränderte Reaktion auf eine niedrigdosierte Toxingabe beobachtet, nachdem die Versuchstiere eine Vergiftung mit diesen intravenös und hochdosiert verabreichten Toxinen überstanden hatten. Diese nach zwei bis drei Wochen aufgetretene Überempfindlichkeit, welche trotz ungefährlicher Toxindosis zum Tod der Tiere führte, nannte Richet Anaphylaxie. Der französische Physiologe Maurice Arthus konnte 1903 beobachten, dass auch nichttoxische Stoffe, nämlich „artfremde Eiweiße“, nach Vorbehandlung damit eine Überempfindlichkeit nach erneutem Einspritzen (Reinjektion) verursachen können.

Allergien sind häufige Erkrankungen. Hierbei nehmen die Inhalationsallergien wie Heuschnupfen eine besonders prominente Stellung ein.

In Deutschland, zu Beginn der 1990er Jahre, gaben 9,6 % der Befragten beim Nationalen Untersuchungssurvey an, dass sie schon einmal Heuschnupfen hatten. Es gab in den alten Bundesländern einen deutlich höheren Anteil Betroffener (10,6 %) als in den neuen Bundesländern (5,8 %). Zwischen Männern und Frauen war jeweils kaum ein Unterschied zu verzeichnen.

Ende der 1990er Jahre beim Bundes-Gesundheitssurvey (BGS98) waren 14,5 % der Bevölkerung (15,4 % der Frauen und 13,5 % der Männer) betroffen. Die Verbreitung war sowohl in den alten als auch in den neuen Bundesländern deutlich gewachsen. Bei den Frauen fiel diese Zunahme jeweils größer aus, sodass sich bis 1998 ein geschlechtsspezifischer Unterschied herausgebildet hatte.

Weitere 10 Jahre später, beim Untersuchungs- und Befragungssurvey DEGS1, der von 2008 bis 2011 durchgeführt wurde, hatten sich die Zahlen auf diesem hohen Niveau stabilisiert (14,8 % gesamt, 16,5 % der Frauen und 13,0 % der Männer).

Dass sich zwischen Anfang und Ende der 1990er Jahre nicht lediglich das Antwortverhalten der Befragten verändert hat, sondern es sich um einen tatsächlichen Anstieg der Heuschnupfenhäufigkeit handelte, konnte durch vergleichende Analysen und durch Laboruntersuchungen herausgefunden werden. Auf der Basis von allergenspezifischen IgE-Tests wurde stichprobenartig bei den Gesundheitssurveys die Sensibilisierung auf Inhalationsallergene überprüft.

Im Nationalen Untersuchungssurvey 1990–1992 lag die Rate der Sensibilisierungen auf Inhalationsallergene – genau wie die Heuschnupfenprävalenz – in den alten Bundesländern (27,4 %) höher als in den neuen Bundesländern (24,1 %). Die Gesamtrate betrug 26,7 %. Bis zum Ende der 1990er Jahre kam es gemäß Bundes-Gesundheitssurvey (BGS98) zu einem deutschlandweiten Anstieg der Sensibilisierungsrate auf 31,2 %. Diese Zunahme war etwas weniger ausgeprägt als die beim selbst berichteten Heuschnupfen. Der Anstieg in West (auf 31,9 %) und Ost (auf 28,5 %) verlief ähnlich.

Thesen über die Ursachen der Zunahme allergischer Erkrankungen

Eine befriedigende Erklärung für die Zunahme allergischer Erkrankungen in den letzten Jahrzehnten gibt es – wie auch für die Zunahme der Autoimmunerkrankungen – bisher nicht, wohl aber einige Thesen:

Hygienehypothese

Einige Forscher führen den beobachteten Anstieg allergischer Erkrankungen in westlichen Industrieländern auf die sogenannte „Dreck- und Urwaldhypothese“ zurück. Diese geht von einer mangelnden Aktivierung („Unterforderung“) des Immunsystems – vor allem in der Kindheit und frühen Jugend – durch übertriebene Hygienemaßnahmen aus. Es wird vermutet, dass der Kontakt mit bestimmten Bakterien insbesondere in den ersten Lebensmonaten wichtig ist, um das Immunsystem, das während der Schwangerschaft eher Typ2-T-Helferzellen-lastig ist, wieder in Richtung einer Typ1-T-Helferzellen-Antwort zu lenken, die weniger mit allergischen Reaktionen assoziiert ist. Eine prominente Studie zum Thema ist die ALEX-Studie.

Rückgang parasitärer Erkrankungen

Die physiologische Funktion von IgE-Antikörpern, die bei Allergien eine wesentliche Rolle spielen, ist die Abwehr von Wurm- und anderem Parasitenbefall. Der Rückgang parasitärer Erkrankungen könnte zu einer Umlenkung des Immunsystems auf andere, harmlose Strukturen führen. Hierfür spricht das geringere Aufkommen von Allergien in Ländern mit geringeren Hygienestandards. Da in den westlichen Industrienationen Parasitenbefall so gut wie nicht mehr vorkommt, bei allergischen Reaktionen aber eine verstärkte IgE-Antikörper-Bildung vorliegt, wird geprüft, ob hier ein Zusammenhang bestehen könnte. Eine Studie an 1600 Kindern in Vietnam zeigte, dass Kinder mit intestinalem Wurmbefall im Vergleich zu Kindern ohne Wurmbefall eine um sechzig Prozent verringerte Chance einer Allergie gegen Hausstaubmilben hatten. Jedoch gibt es derzeit widersprüchliche Forschungsergebnisse, so dass diese Hypothese noch nicht abschließend beurteilt werden kann.

Umweltverschmutzung

Allergene wie das Hauptallergen der Birke, Bet v 1, können sich an Dieselrußpartikel (auch Feinstaub) anheften und so beim Einatmen unter Umständen in tiefere Lungenabschnitte gelangen. Es ist möglich, dass die Dieselrußpartikel als „Träger“ der Allergene auch eine adjuvante (unterstützende) Wirkung haben und somit eine Sensibilisierung fördern.

Die Umweltverschmutzung sorgt auch bei Haselsträuchern für Stress und verändert die Eiweißbildung derart, dass die betroffenen Menschen immer heftiger darauf reagieren.

Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums in München haben herausgefunden, dass sich die allergischen Reaktionen des Beifußblättrigen Traubenkrauts (Ambrosia artemisiifolia) verstärken, wenn sie mit Stickstoffdioxid in Verbindung treten. Dadurch erhöht sich die Anzahl der Allergene und macht sie aggressiver. Die Pollen der Ambrosia zählen zu den stärksten Allergieauslösern.

Impfungen und andere medizinische Maßnahmen

Ein Zusammenhang zwischen Allergien und Impfungen konnte nicht nachgewiesen werden. In der DDR war die Durchimpfungsrate deutlich höher (nahe 100 %), die Allergieraten hingegen niedriger als in der BRD (bis 1989). Neu in der Diskussion sind Studien zur frühen Vitamin-D-Prophylaxe, zu Paracetamol und zur Antibiotikatherapie.

Erhöhte Allergenexposition

Diese Überlegung bezieht sich darauf, dass aufgrund einer erhöhten Allergenexposition vermehrt Sensibilisierungen stattfinden könnten. Ursachen für eine erhöhte Exposition könnten sein: die Zunahme des Pollenflugs infolge einer Stressreaktion von Bäumen auf die Erderwärmung oder Schadstoffbelastung, die Zunahme der Milbenexposition durch verbesserte Isolierung der Häuser, der vermehrte Konsum exotischer Lebensmittel wie Kiwi.

Veränderungen in der kommensalen Flora

Veränderungen in der kommensalen Flora könnten ebenfalls das Immunsystem beeinflussen und im Zusammenhang mit dem vermehrten Auftreten von Allergien stehen. Veränderungen in der Darmflora können durch den Einsatz von Antibiotika und durch moderne Ernährungsgewohnheiten ausgelöst werden. Die Bakterienflora der Haut könnte durch die Einführung von Windeln verändert worden sein.

Es wird diskutiert, ob Probiotika einen günstigen Effekt auf die Entwicklung von Allergien haben könnten.

Veränderte Lebensgewohnheiten

Es gibt etliche weitere Faktoren, von denen ebenfalls vermutet wird, dass sie die Entstehung allergischer Erkrankungen begünstigen können. Dies sind Rauchen, Autoabgase, Stress, kleinere Familien, veränderte Ernährung, aber auch ein veränderter individueller Lebensstil, der sich auf die Entwicklung von Atopie und Allergien auswirken könnte, wie die kürzere Stillzeit junger Mütter und ein dadurch bedingtes höheres Allergierisiko des Kindes. Kinder von Frauen, die während der Schwangerschaft Kontakt zu Tieren, Getreide oder Heu hatten, bekommen im späteren Leben seltener allergische Atemwegs- und Hauterkrankungen. Für einen optimalen Schutz ist aber ein anhaltender Kontakt zu Nutztieren oder Getreide nötig.

Die Ursachen von Allergien kann man in genetische und nicht genetische Faktoren unterteilen.

Genetische Faktoren

Zu den genetischen Faktoren gehören: Disposition zur überschießenden Bildung von Gesamt-IgE und allergenspezifischen IgE-Antikörpern, sowie deren Fixierung besonders an Mastzellen und basophilen Granulozyten von Haut und Schleimhäuten (Atopie). Zu den genetischen Faktoren gehört auch eine verminderte Aktivität von Regulatorischen T-Zellen, deren Aufgabe es ist, die Aktivierung des Immunsystems zu begrenzen und dadurch die Selbsttoleranz des Immunsystems zu regulieren. Die allergische Reaktionsbereitschaft ist mit den HLA-Genen assoziiert.

Eindeutig belegt ist ein erhöhtes Allergierisiko für Kinder, bei denen entweder ein oder beide Elternteile Allergiker sind. Offensichtlich spielen aber mehrere genetische Faktoren zusammen, es gibt also nicht das eine „Allergie-Gen“. Es gibt eine Vielzahl von Kandidatengenen, die möglicherweise oder wahrscheinlich an der Entstehung allergischer Erkrankungen beteiligt sind. Auch scheinen unterschiedliche allergische Veranlagungen (z. B. Allergisches Asthma, Atopische Dermatitis) unterschiedlich genetisch determiniert zu sein.

Nicht genetische Faktoren

Gestörte Barrierefunktion der Haut

Ursache einer Allergie kann auch eine gestörte Barrierefunktion und eine damit verbundene erhöhte Durchlässigkeit von Haut und Schleimhaut sein, z. B. durch bakterielle oder virale Infekte oder durch chemische Irritation.

Intensive Allergenexposition

Auch eine verstärkte Allergenexposition kann bei entsprechender Veranlagung zu Allergien führen. Diese Form der Allergie spielt besonders bei berufsbedingten Allergien eine Rolle.

Stress

Körperlicher oder psycho-sozialer Stress ist nicht Ursache einer Allergie. Stress beeinflusst aber das Immunsystem. Körperlicher und/oder psycho-sozialer Stress kann deshalb eine bestehende Allergie verstärken oder aber bei einer bestehenden Sensibilisierung Auslöser für die allergische Erkrankung sein.

Allergene

Hauptartikel: Allergen

Auslöser von Allergien sind Allergene. Allergene sind Antigene, also Substanzen, die vom Körper als fremd erkannt werden und eine spezifische Immunantwort auslösen. Diese normale körperliche Reaktion ist bei der Allergie fehlgeleitet, sodass eigentlich harmlose Antigene zu allergieauslösenden Allergenen werden. Es gibt eine Vielzahl von Allergenen. Meistens sind Allergene Polypeptide oder Proteine.

Allergene können nach unterschiedlichen Gesichtspunkten eingeteilt werden:

  • nach der Allergenquelle (z. B. Tierallergene, siehe insbesondere Allergie gegen Katzenepithelien, Pollenallergene, Hausstaubmilbenallergene)
  • nach der Art des Kontakts mit den Allergenen (z. B. Inhalationsallergene, Nahrungsmittelallergene)
  • nach dem Pathomechanismus, durch den die Allergene eine allergische Reaktion auslösen (z. B. IgE-reaktive Allergene, Kontaktallergene)
  • nach ihrer allergenen Potenz in Haupt- und Nebenallergene
  • nach ihrer Aminosäuresequenz in bestimmte Allergengruppen (z. B. Gruppe-5-Graspollenallergene) oder in bestimmte Proteinfamilien (z. B. Lipocaline, Profiline).

Allergene können vom Körper durch Inhalation, durch Ingestion, durch Hautkontakt oder durch Injektion (darunter fallen auch Insektenstiche), aufgenommen werden.

Nicht immunogene Substanzen

Allergien gegen Wasser und Zucker sind per Definition nicht möglich, da einer Allergie eine unangemessene Immunantwort auf ein Allergen zu Grunde liegt. Wasser und Zucker sind aber nicht immunogen und daher auch nicht „allergisierend“. Eine Erkrankung, die gelegentlich als Wasserallergie bezeichnet wird, ist die extrem seltene aquagene Urtikaria (Wassernesselsucht). Als Wasserallergie wird hin und wieder auch eine Immunantwort auf im Leitungswasser gelöste Stoffe bezeichnet.

Siehe auch: Zuckerintoleranz

Eine Allergie setzt eine Sensibilisierung voraus. Unter Sensibilisierung versteht man den 1. Kontakt mit dem Allergen und der für dieses Allergen spezifischen Immunantwort des Körpers. Diese Sensibilisierung verursacht keine Krankheitssymptome, kann aber im Blut nachgewiesen werden. Erst bei einem erneuten Kontakt mit dem Allergen nach Abschluss der Sensibilisierungsphase (5 Tage bis mehrere Jahre) treten bei Allergikern die allergischen Krankheitssymptome auf.

Prophylaxe einer Sensibilisierung

Die beste Prophylaxe gegen eine Allergie ist die Vermeidung der Sensibilisierung. Das vollständige Vermeiden von sämtlichen Allergenen ist unmöglich. Jedoch ist in bestimmten Fällen die Vermeidung bzw. Verringerung der Belastung mit potentiellen Allergenen möglich und sinnvoll:

Vermeidung von Latex

Kinder, die mit offenem Rücken (Spina bifida) geboren werden, haben ein sehr hohes Risiko einer Sensibilisierung gegen Latex. Es ist daher heute klinischer Standard, diese Kinder von Geburt an vor jedem Kontakt mit Latex (beispielsweise bei Latex-OP-Handschuhen) zu schützen.

Stillen

Die optimale Ernährung für Neugeborene ist das ausschließliche Stillen während mindestens der ersten 4 Lebensmonate. Es gibt retrospektive Studien, die beobachtet haben, dass gestillte Kinder seltener an Allergien leiden als nicht gestillte.

Hunde und Katzen

Es gibt auch Studien dazu, dass Haushunde und auch Hauskatzen vor Allergien schützen können. Diese sammeln im Freien Allergene ein, die dann später zu Hause an das Kind abgegeben werden. Dessen Immunsystem wird dann dazu trainiert, die Fremdkörper zwar zu erkennen, diese aber als harmlos einzustufen. Zumindest in einer tierexperimentellen Studie an Mäusen hat dies funktioniert.

Arbeitsschutz

Die exogen-allergische Alveolitis ist meist eine Berufskrankheit, die durch die Inhalation von bestimmten Stäuben (z. B. Mehl bei der Bäcker-Lunge) verursacht wird. Durch entsprechende Arbeitsschutz-Maßnahmen, wie das Tragen von Feinstaubmasken oder auch die Verwendung von Abzugshauben, kann der Allergenkontakt vermindert und die Mitarbeiter somit vor einer Sensibilisierung geschützt werden.

Das Risiko an einer Allergie zu erkranken, wird durch genetisch fixierte Prädisposition, durch die aktuelle Abwehrlage der Körpergrenzflächen, durch Häufigkeit und Intensität der Allergenexposition und durch die allergene Potenz der betreffenden Substanz bestimmt. Die Symptome einer Allergie können mild bis schwerwiegend und in einigen Fällen sogar akut lebensbedrohlich sein. Expositionsbedingt kann es sein, dass die Symptome nur saisonal auftreten, etwa zur Zeit des entsprechenden Pollenflugs, oder dass die Symptome ganzjährig auftreten, wie bei einer Allergie gegen Hausstaubmilbenkot.

Je nachdem, mit welchem Organ Allergene durch den Körper aufgenommen werden, entstehen bei der Allergie unterschiedliche Krankheitssymptome. Allergiker können an einer Krankheitsform leiden, aber auch an Mischformen. Organmanifestationen können Respirationstrakt, Verdauungstrakt, Herz und Kreislauf, blutbildende Organe, Haut, Nieren, Gelenke und das Nervensystem betreffen.

Symptome durch Inhalationsallergene

Inhalationsallergien gehören zu den Typ-1-Allergien vom Soforttyp. Inhalationsallergene werden über die Atmungsorgane aufgenommen und/oder gelangen über die Schleimhäute von Nase und Augen in den Körper. Zu den Inhalationsallergenen gehören z. B. Allergene aus Pollen, Pilzsporen, tierischen Epithelien, Federstaub, Speichel, Schweiß, Urin und Kot, Milbenkot, Insektenschüppchen, Holz- und Mehlstaub, Formaldehyd und Harzen.

Inhalationsallerge lösen primär Atemwegssymptome aus, können sekundär aber auch Haut- und Darmsymptome sowie Kreislauf- und Nervenreaktionen auslösen. Typische allergische Erkrankungen durch Inhalationsallergene sind Allergische Rhinitis (Heuschnupfen), Konjunktivitis (Bindehautentzündung), Hustenreiz, bronchiale Hyperreaktivität, Asthma bronchiale.

Symptome durch Ingestionsallergene

Ingestionsallergene werden durch den Mund bzw. den Verdauungstrakt aufgenommen. Manche Ingestionsallergene werden erst im Laufe des Verdauungsprozesses freigesetzt und vom Körper aufgenommen. Die Symptome einer Allergie gegen Nahrungsmittel oder gegen oral aufgenommene Medikamente kann deshalb innerhalb weniger Minuten oder auch erst mehrere Stunden nach der Nahrungsaufnahme/ Medikamenteneinnahme auftreten, obwohl es sich bei der Nahrungsmittelallergie um eine Typ-I-Soforttyp-Allergie handelt. Die Arzneimittelallergie kann in Form eines Arzneimittelexanthems auch als Typ-IV-Spätreaktion auftreten.

Ingestionsallergene können bei entsprechend veranlagten und sensibilisierten Menschen primär Verstopfung, Brechdurchfall oder abdominale Koliken verursachen, über die Aufnahme der Allergene durch das Blut auch Haut- und/oder Atemwegssymptome.

Symptome durch Kontaktallergene

Allergischer Hautausschlag

Kontaktallergene werden über die Haut aufgenommen. Sie überwinden die Barrierefunktion der Haut. Kontaktallergene können sowohl eine Sofortreaktion der Haut auslösen z. B. Kontakturtikaria oder auch eine Spätreaktion (Typ-IV-Spättyp-Allergie), die erst nach 12 bis 72 Stunden eintritt, z. B. das allergische Kontaktekzem.

Symptome durch Injektionsallergene

Injektionsallergene werden durch Injektion oder Infusion in den Körper eingebracht. Die Barrierefunktion von Haut und Schleimhaut wird dadurch umgangen. Zu den Injektionsallergenen gehören tierische Gifte (z. B. von Bienen, Wespen, Feuerameisen, Quallen, Seeanemonen, Feuerkorallen) und Medikamente (z. B. Penicillin).

Zu den typischen allergischen Reaktionen durch Injektionsallergene gehören eine gesteigerte örtliche Reaktion und/oder anaphylaktische Reaktionen.

Systemische Reaktionen

Unabhängig davon, mit welchem Organ Allergene vom Körper aufgenommen werden, kann eine Allergie auch systemische Reaktionen verursachen, die den gesamten Körper betreffen, z. B. Urtikaria und anaphylaktische Reaktionen.

Hauptartikel: Kreuzallergie

Unter einer Kreuzallergie versteht man eine Sensibilisierung gegenüber biologisch oder chemisch verwandten Substanzen. Die Struktur dieser Substanzen ist teilweise identisch, so dass vom Immunsystem mehrere unterschiedliche Substanzen als Allergen erkannt werden können, obwohl eine Sensibilisierung nur gegen eine der Substanzen vorliegt. Beispielsweise können Allergiker gegen Birkenpollen auch auf Äpfel allergisch reagieren. Die allergische Reaktion kann bei der Kreuzallergie bereits beim Erstkontakt erfolgen, wenn es vorher eine Sensibilisierung mit einer ähnlichen Substanz gab.

Coombs und Gell haben 1963 als erste Menschen Allergien nach ihrem pathophysiologischen Mechanismen in vier Typen eingeteilt, die sich überlappen können:

Frühtypen

Die Frühtypen (Typ-I- bis Typ-III-Allergien), genannt auch allergische Sofortreaktionen, werden durch Antikörper vermittelt (humorale Allergie).

Typ-I-Allergie (Soforttyp, anaphylaktischer Typ)

Typ1-Reaktion

Die Typ-I-Allergie ist die häufigste Allergieform.

Bei der Typ-I-Allergie liegt eine Fehlfunktion der Regelung der IgE-Antikörper vor. IgE-Antikörper bewirken durch mehrere Mediatoren schon in geringen Mengen eine Erweiterung der Blutgefäße und steigern deren Durchlässigkeit für weiße Blutkörperchen. T-Zellen, die normalerweise die IgE-Aktivität auf ein vernünftiges Maß einschränken, fehlen bei der Typ-I-Allergie oder sind zu wenig aktiv. Bei der Typ-I-Allergie werden durch die Vermittlung von IgE-Antikörpern Entzündungsmediatoren, z. B. Histamin, Leukotriene, Prostaglandine, Kallikrein, aus Basophilen Granulozyten und Mastzellen freigesetzt. Dadurch wird eine Entzündung von Haut, Schleimhaut oder eine systemische Entzündung hervorgerufen.

Die allergische Reaktion bei der Typ-I-Allergie erfolgt innerhalb von Sekunden bis Minuten. Eventuell ist eine zweite Reaktion nach 4 bis 6 Stunden möglich (verzögerte Sofortreaktion). Diese zweite Reaktion darf nicht mit der Spättypreaktion der Typ-IV-Allergie verwechselt werden.

Typische Krankheiten der Typ-I-Allergie:

Typ-II-Allergie (zytotoxischer Typ)

Bei der Typ-II-Allergie kommt es zur Bildung von Immunkomplexen aus membranständigen Antigenen (z. B. Medikamenten, Blutgruppenantigenen) mit zirkulierenden IgG- oder IgM-Antikörpern. Dadurch werden das Komplementsystem oder zytotoxische Killerzellen aktiviert und es kommt zur Zytolyse (Zerstörung) körpereigener Zellen.

Die allergische Reaktion bei der Typ-II-Allergie erfolgt nach 6 bis 12 Stunden.

Typische Krankheiten für die Typ-II-Allergie:

Typ-III-Allergie (Immunkomplextyp, Arthus-Typ)

Bei der Typ-III-Allergie werden Immunkomplexe aus präzipitierenden IgG- und IgM-Antikörpern und Allergenen gebildet. Dadurch werden Komplementfaktoren aktiviert, insbesondere C3a und C5a. Diese speziellen Teile des Komplementsystems führen zur Phagozytose (aktiven Aufnahme) der Immunkomplexe durch Granulozyten unter Freisetzung gewebeschädigender Enzyme, z. B. Elastase, Kollagenase, Myeloperoxidase.

Die allergische Reaktion bei der Typ-III-Allergie erfolgt nach 6 bis 12 Stunden.

Typische Krankheiten für die Typ-III-Allergie:

Spättyp

Der Spättyp (die Typ-IV-Allergie), genannt auch verzögerte allergische Reaktion, wird durch spezifisch sensibilisierte T-Zellen vermittelt (zellvermittelte Allergie).

Typ-IV-Allergie (verzögerter Typ)

Die Typ-IV-Allergie ist nach der Typ-I-Allergie die häufigste Allergieform.

Bei der Typ-IV-Allergie werden Lymphokine aus spezifisch sensibilisierten T-Lymphozyten freigesetzt. Diese Lymphokine bewirken die Aktivierung bzw. Vermehrung von Makrophagen und mononukleären Zellen sowie deren Wanderung an den Ort der Allergenbelastung. Dadurch erfolgt eine lokale Infiltration und Entzündung.

Die allergische Reaktion bei der Typ-IV-Allergie erfolgt nach 12 bis 72 Stunden.

Typische Krankheiten der Typ-IV-Allergie:

Hauptartikel: Allergietest

Auch ein positiver Allergietest ist allein kein Nachweis für eine Allergie. Die Diagnose Allergie kann nur im Zusammenhang mit dem Allergietest und den klinischen Beschwerden gestellt werden. Durch den Hauttest und den Bluttest wird lediglich die Sensibilisierung gegen eine bestimmte Substanz nachgewiesen. Diese Testungen sagen wenig darüber aus, ob überhaupt Beschwerden bestehen oder über die Art oder Schwere der Beschwerden. Mit den Provokationstests werden eine Unverträglichkeit und das Beschwerdebild dieser Unverträglichkeit nachgewiesen, aber nicht, ob es sich bei dieser Unverträglichkeit tatsächlich um eine Allergie handelt.

Hauttests

Pricktest

Hauttests werden als Standarduntersuchungen vorgenommen, wenn der Verdacht besteht, dass ein Patient allergisch auf eine Substanz reagiert. Beim Hauttest werden Allergenextrakte bzw. allergenhaltiges Material auf verschiedene Weisen mit der Haut in Kontakt gebracht. Sensibilisierte Betroffene zeigen nach definierten Zeiten lokale Reaktionen vom Sofort-Typ oder Spät-Typ. An ihnen kann abgelesen werden, gegen welche Allergene oder Allergenquellen der Patient sensibilisiert ist. Dieser Test kann unter Umständen auch Hinweise auf den Schweregrad der allergischen Reaktion geben.

  • Pricktest: Die am häufigsten angewendete Methode ist der Pricktest (auch skin prick test (SPT)), bei dem einzelne Tropfen von glyzerinisierten Allergenextrakten sowie Histamin und isotonische Kochsalzlösung (als Referenzen) auf den Unterarm oder den Rücken aufgebracht werden. Durch die Tropfen hindurch wird mit einer Spezialnadel (Lanzette) etwa 1 mm in die Haut gestochen. Nach ca. 15 Minuten kann die Sofortreaktion abgelesen werden.
  • Prick-to-prick-Test: Beim Prick-to-prick-Test wird erst mit der Lanzette in die vermutete Allergenquelle gestochen (Früchte) und dann in die Haut des Patienten.
  • Intrakutantest: Beim Intrakutantest werden ca. 20 Mikroliter von wässrigen Allergenextrakten mit einer Tuberkulinspritze oberflächlich in die Haut injiziert.
  • Reibetest: Der Reibetest wird bei besonders empfindlichen Menschen angewandt. Der Arzt reibt den vermuteten Allergieauslöser an der Innenseite des Unterarms. Bei positiver Reaktion zeigen sich großflächige Rötungen oder Quaddeln.
  • Scratchtest: Beim Scratchtest werden Allergenextrakte auf die Beugeseite des Unterarms gegeben und die Haut mit einer Lanzette 5 mm lang oberflächlich angeritzt. Dieser Test wird aber wegen seiner Ungenauigkeit selten angewendet.
  • Epikutantest: Unter anderem bei der Kontaktdermatitis wird ein Pflastertest angewendet, der Epikutantest oder Atopie-Patch-Test. Dabei werden die vermuteten Allergene in Vaseline eingearbeitet eingesetzt. Die Allergen-Vaseline-Mischungen werden auf zirka 1,5 Zentimeter im Durchmesser große und zirka zwei Millimeter tiefe Aluminiumscheiben gebracht. Mit einem Pflaster werden diese Aluminiumkammern dann so auf die Haut am Rücken oder an den Oberarmen des Patienten geklebt, dass die Allergen-Vaseline-Mischungen auf der Haut fixiert werden. Weil Kontaktdermatitiden Spät-Typ-Reaktionen sind, muss das Pflaster zwei bis drei Tage auf der Haut bleiben, bevor ein Ergebnis abgelesen werden kann. Problematisch bei diesem Test sind die geringe Sensitivität und die schlechte Reproduzierbarkeit. Der Atopie-Patch-Test wird daher derzeit bei Nahrungsmitteln nicht mehr empfohlen.

Provokationstests

Bei Provokationstests wird das vermutete Allergen dem Patienten nicht über die Haut, sondern in anderer Form zugeführt. Der wesentliche Vorteil der Provokationstests liegt darin, dass eine Beschwerde-Auslösung nachgewiesen werden kann und nicht nur wie beim Bluttest mittels Nachweis von IgE-Antikörpern eine Sensibilisierung. Da bei Provokationstests unerwartet heftige Krankheitszeichen bis zum lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock auftreten können, sollten sie nur von einem allergologisch erfahrenen Arzt durchgeführt werden, der erforderlichenfalls auch die entsprechenden Notfallmaßnahmen durchführen kann.

Rhinomanometrie

Bei allergischer Rhinoconjunctivitis (Heuschnupfen) kann zur Provokation ein Allergenextrakt in die Nase gesprüht werden und anschließend die allergische Reaktion gemessen werden, indem die Schwellung der Nasenschleimhaut mittels einer sogenannten Rhinomanometrie oder der Tryptase-Spiegel im Blut gemessen wird.

Lungenfunktionsprüfung

Bei allergischem Asthma erfolgt die Provokation durch die Inhalation eines Allergenextrakts mit anschließender Erfassung der allergischen Reaktion mit einer Lungenfunktionsprüfung. Da Asthma meist mit einer bronchialen Hyperregibilität einhergeht, kann auch unspezifisch mit ansteigenden Konzentrationen einer Methacholin-Lösung provoziert werden (Methacholintest).

Doppelblinde plazebokontrollierte orale Nahrungsmittelprovokation

Bei schweren Nahrungsmittelallergien kann die double blind placebo controlled food challenge (Doppelblinde plazebokontrollierte orale Nahrungsmittelprovokation (DBPCFC)) angewendet werden. Dabei werden einer hypoallergenen Grundnahrung nach und nach verschiedene Nahrungsmittel so zugefügt, dass weder der Patient noch der Arzt das Nahrungsmittel erkennen kann. Dabei wird die Verträglichkeit beobachtet. So kann festgestellt werden, welche Nahrungsmittel allergische Reaktionen auslösen, und es können andersherum auch Nahrungsmittel identifiziert werden, die gefahrlos konsumiert werden können. Dieses Verfahren ist allerdings sehr zeitaufwändig und kann i. d. R. nur stationär durchgeführt werden.

Blutuntersuchungen

IgE Antikörper

In Blutproben können IgE-Antikörper gemessen werden. Zum einen kann der Gesamt-IgE-Spiegel gemessen werden, der alle freien IgE-Antikörper erfasst. Dieser Wert ermöglicht eine Aussage darüber, ob generell vermehrt IgE-Antikörper gebildet werden. Erhöhte Gesamt-IgE-Werte kommen aber nicht nur bei allergischen Erkrankungen vor, sondern auch bei Parasitenbefall und bestimmten hämatologischen Erkrankungen.

Zum anderen können auch allergenspezifische IgE-Antikörper nachgewiesen werden. Hierbei werden also die IgE-Spiegel ermittelt, die sich konkret gegen eine Allergenquelle richten.

Die quantitative Messung von IgE-Antikörpern im Blut korreliert jedoch nur schlecht mit dem klinischen Bild. Das heißt, die Messung von IgE-Antikörpern im Blut erlaubt eine Aussage über die Sensibilisierungen eines Allergikers, aber nur bedingt eine Einschätzung der Schwere der Symptome und gar keine Aussage über die Art der Symptome. Es kann auch sein, dass allergenspezifische IgE-Antikörper trotz Sensibilisierung nicht nachgewiesen werden können.

ECP

Ein weiterer Parameter, der in Blutproben gemessen werden kann, ist das eosinophile kationische Protein (ECP). ECP wird von aktivierten Eosinophilen ausgeschüttet. ECP ist ein Entzündungsparameter und wird zur Verlaufskontrolle bei allergischem Asthma oder bei atopischer Dermatitis bestimmt.

Tryptase

Tryptase kann ebenfalls in Blutproben nachgewiesen werden. Tryptase wird von aktivierten Mastzellen ausgeschüttet und ist ein für aktivierte Mastzellen hochspezifischer Parameter. Der Tryptase-Spiegel wird auch bestimmt zur Diagnostik beim anaphylaktischen Schock, zur postmortalen Diagnose beim Asthmatod, zur Diagnostik der Mastozytose und bei der Provokationstestung bei allergischer Rhinitis.

LTT

Durch einen Lymphozytentransformationstest (LTT) kann die Bestimmung sensibilisierter Lymphozyten nachgewiesen und quantifiziert werden. Dies kann bei bestimmten Typ-IV-(Spät-)Allergien sinnvoll sein.

Allergenkarenz

Die Allergenkarenz, d. h. die Allergenvermeidung, ist bei sensibilisierten Personen die optimale Therapie, um eine Allergie zu vermeiden, da eine Allergie nur bei einem Kontakt mit dem entsprechenden Allergen auftreten kann. Eine fortgesetzte Allergenbelastung steigert die Immunantwort auf das Allergen, während eine dauerhafte Allergenkarenz die Sensibilisierung zwar nicht aufhebt, die spezifische Immunantwort aber abschwächt. Wenn die strikte Vermeidung eines Allergens nicht möglich ist, sollte eine möglichst weitgehende Verringerung der Allergenbelastung erfolgen, da eine Allergie auch von der Intensität der Allergenbelastung abhängt.

Bestimmte Produkte, wie milbendichte Matratzenbezüge bei der Hausstaubmilbenallergie oder Pollenfilter in Klimaanlagen bei der Pollenallergie, helfen, den Allergenkontakt zu reduzieren. Auch wenn bei der Tierhaarallergie ein Verzicht auf Haustiere den Allergenkontakt stark reduziert, so sind Tierhaarallergene sehr stabil, werden verschleppt und können auch an Orten wie Schulen nachgewiesen werden, an denen normalerweise keine Tiere gehalten werden. Nahrungsmittelallergene hingegen können meistens sehr gut vermieden werden.

Medikamentöse Therapie

Die meisten Allergien werden mit Medikamenten behandelt, die das Auftreten von allergischen Symptomen mildern oder verhindern, aber keine Heilung von der allergischen Erkrankung bewirken können. Diese Antiallergika werden je nach Krankheitsform und Schwere der Erkrankung in unterschiedlichen Darreichungsformen (Tabletten, Nasensprays, Asthmasprays, Augentropfen, Cremes, Salben und Injektionen) und in unterschiedlichen Intervallen (bei akutem Bedarf, prophylaktisch, dauerhaft) angewendet.

Eingesetzte Wirkstoffe zur Allergiebehandlung sind

Hauptartikel: Asthma
  • Schwere akute Fälle mit anaphylaktischem Schock sind lebensbedrohlich und erfordern ärztliche Notfallmaßnahmen.
  • Hauptartikel: Anaphylaxie
    • Patienten, bei denen bekannt ist, dass sie Gefahr laufen, einen anaphylaktischen Schock zu erleiden (z. B. bei Insektengiftallergien), wird ein Notfallset mit Antihistaminikum, Glukokortikoid, eventuell einem Inhalationspräparat und einem Autoinjektor mit Adrenalin verschrieben (Adrenalin-Pen), welches sie stets bei sich tragen sollten.

      Ausblicke

      Verschiedene Wirkstoffe vor allem zur Dämpfung der Immunreaktion werden derzeit auf ihre Eignung als Medikament getestet.

      Wirkstoff (Markenname) Wirkprinzip Status Quellen
      CYT003-QbG10 Immunmodulator (T-Zellen Th2 -> Th1 Shift) Phase-II-Studien erfolgreich (Memento vom 13. Mai 2012 im Internet Archive) (Memento vom 13. Mai 2012 im Internet Archive)
      TOLAMBA Immunmodulator (T-Zellen Th2 -> Th1 Shift) Phase-II/III-Studie erfolgreich
      AIC Immunmodulator (Histamin-Reduktion) Phase-III-Studie läuft

      Hyposensibilisierung

      Hauptartikel: Hyposensibilisierung

      Die Hyposensibilisierung, auch Spezifische Immuntherapie (SIT), ist bislang die einzige verfügbare kausale Therapie bei Typ-I-Allergien. Bei der Hyposensibilisierung wird die allergenspezifische IgE-vermittelte Reaktionsbereitschaft des Immunsystems (Allergie vom Soforttyp, Typ-I-Allergie) herabgesetzt durch regelmäßige Zufuhr des Allergens über einen längeren Zeitraum in unterschwelligen, langsam ansteigenden Konzentrationen. Das Allergen oder das modifizierte Allergen (Allergoid) werden entweder unter die Haut gespritzt (subkutane Immuntherapie (SCIT)) oder als Tropfen oder Tabletten sublingual (sublinguale Immuntherapie (SLIT)) aufgenommen.

      Voraussetzung für eine erfolgreiche Hyposensibilisierung ist die Bereitschaft und Fähigkeit des Allergikers, die Therapie über einen Zeitraum von drei Jahren, sowie die anschließende Erhaltungstherapie, regelmäßig durchzuführen. Die Indikation für eine Hyposensibilisierung besteht für Menschen ab 5 Jahre, wenn das verursachende Allergen nicht gemieden werden kann, die Wirkung der Hyposensibilisierung für die behandelnde Erkrankung belegt ist und ein geeigneter Allergenextrakt verfügbar ist. Die Wirksamkeit der Hyposensibilisierung ist durch mehrere Studien für Rhinokonjunktivitis bei Pollenallergie, für das allergische Asthma bronchiale, für die Hausstaubmilbenallergie, für die Schimmelpilzallergie, für die Tierhaarallergie und für die Insektengiftallergie belegt.

      Auch konnte durch entsprechende Studien für einige Produkte nachgewiesen werden, dass durch die Hyposensibilisierung das Asthmarisiko verringert und die Neusensibilisierung auf weitere Allergene reduziert wird. Aus diesem Grund sollte die Hyposensibilisierung bei Kindern und Jugendlichen frühzeitig erfolgen und solche Produkte gewählt werden, für die dieser Effekt nachgewiesen wurde.

    Nahrungsmittelallergien bei Kindern

    Das Immunsystem von Kindern ist noch nicht voll ausgereift. Kinder haben deshalb eine erhöhte Allergieneigung. Auch und gerade bei Kindern kann deshalb im Verlauf der Erkrankung eine Allergieform durch eine andere ersetzt werden oder zu einer Allergie eine weitere hinzutreten. Bei konsequenter Meidung des auslösenden Allergens verschwindet eine Nahrungsmittelallergie mit Reifung des Immunsystems meistens bis zum 5. Lebensjahr, vor allem die Kuhmilch- und die Hühnereiallergie. Andere Nahrungsmittelallergien, z. B. die Erdnussallergie, haben allerdings nur eine geringe Besserungstendenz.

    Veränderte Reaktionsbereitschaft von Zellen

    Besonders bei chronischem Verlauf der Typ-I-Allergie erhöht sich die Reaktionsbereitschaft von Mastzellen, Monozyten, sowie von basophilen und eosinophilen Granulozyten. Dadurch können die Symptome einer bestehenden Allergie verstärkt werden und/oder neue Allergien hinzutreten.

    Etagenwechsel

    Hauptartikel: Etagenwechsel

    Unter einem Etagenwechsel versteht man bei der Inhalationsallergie das Übergreifen IgE-vermittelter Allergiesymptome (Typ-1-Sofort-Allergie) von den Konjunktiven (Bindehaut des Auges) auf die Nasen- und Bronchialschleimhaut oder von den oberen Atemwegen auf die unteren Atemwege, ein Heuschnupfen wird zum allergischen Asthma. Auch das Hinzutreten weiterer Inhalationsallergien und/oder das Auftreten von Kreuzallergien wird als Etagenwechsel bezeichnet.

    Unbehandelt führen 30–40 % aller Allergien gegen Inhalationsallergene zu einem Etagenwechsel.

    Allergie und Pseudoallergie

    Es gibt Krankheiten, deren Symptome einer Allergie gleichen, die jedoch nicht immunologisch bedingt sind. Diese Krankheiten werden als Pseudoallergie oder Intoleranz bezeichnet.

    Bei der Pseudoallergie werden die allergieähnlichen Symptome ausgelöst, indem Mastzellen unspezifisch aktiviert werden. Wenn Mastzellen aktiviert werden und degranulieren, dann setzen sie eine Reihe von Entzündungsmediatoren (z. B. Histamin) frei. Es entsteht eine Entzündungsreaktion, die sich in allergieähnlichen Symptomen äußert.

    Während bei Allergien die Aktivierung der Mastzellen spezifisch erfolgt, nämlich dadurch, dass bestimmte Allergene an oberflächlich gebundene Antikörper binden können, so erfolgt die Mastzell-Aktivierung bei Pseudoallergien unspezifisch, also ohne Beteiligung der oberflächlich gebundenen Antikörper.

    Abzugrenzen von der Pseudoallergie und der Allergie ist die Intoleranz, die ebenfalls allergieähnliche Symptome verursachen kann. Bei der Intoleranz handelt es sich um eine Stoffwechselstörung. Der Körper kann bestimmte Substanzen nicht oder nicht ausreichend verstoffwechseln, meistens aufgrund eines Enzymdefektes.

    Die Ausbildung zum Allergologen ist eine Zusatzausbildung für Fachärzte. Dieser Facharzt ist also nur für Allergien in seinem Fachbereich zuständig. Für die Hauttestungen ist der Dermatologe mit der Zusatzausbildung Allergologie zuständig. Für die mit ähnlichen Symptomen auftretenden Pseudoallergien und Intoleranzen gibt es keine speziellen Fachärzte.

    Da sich beim Allergiker aber die Symptome nur in den seltensten Fällen auf ein Organ beschränken, der Kranke selbst gar nicht erkennen kann, ob seine Symptome von einer Allergie, einer Pseudoallergie oder einer Intoleranz herrühren und welche spezielle Diagnostik er benötigt, ist die Diagnose von Unverträglichkeiten oft langwierig und schwierig, da man für die Diagnose oft mehrere Ärzte aufsuchen muss.

    Wiktionary: Allergie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
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    Allergie
    allergie, krankheit, immunreaktion, umweltstoffe, sprache, beobachten, bearbeiten, dieser, artikel, beschäftigt, sich, abwehrreaktion, immunsystems, deutsche, rockband, findet, sich, unter, klassifikation, nach, 10t78, nicht, näher, bezeichneticd, online, vers. Allergie Krankheit Immunreaktion auf Umweltstoffe Sprache Beobachten Bearbeiten Dieser Artikel beschaftigt sich mit der Abwehrreaktion des Immunsystems Die deutsche Rockband findet sich unter Die Allergie Klassifikation nach ICD 10T78 4 Allergie nicht naher bezeichnetICD 10 online WHO Version 2019 Als Allergie von altgriechisch ἀllergia Fremdreaktion aus ἄllos allos anders fremd eigenartig und ἔrgon ergon Werk Tatigkeit Arbeit Reaktion wird eine uberschiessende krankhafte Abwehrreaktion des Immunsystems auf bestimmte normalerweise harmlose Umweltstoffe Allergene Antigene bezeichnet 1 Die allergische Reaktion richtet sich gegen von aussen uber die Atmung den Magendarmtrakt die Haut Schleimhaut oder Blutgefasse kommende Stoffe Autoimmunreaktionen also krankhafte Reaktionen des Immunsystems gegen Bestandteile des eigenen Korpers werden nur dann zu den Allergien gezahlt wenn sie durch von aussen in den Korper gelangende Stoffe und Partikel ausgelost werden 2 Neben den durch Antikorper oder T Zellen vermittelten allergischen Reaktionen gibt es weitere Unvertraglichkeitsreaktionen z B die Pseudoallergie oder die Intoleranz die mit einem ahnlichen Krankheitsbild wie eine Allergie einhergehen konnen Da eine Allergie eine Pseudoallergie oder eine Intoleranz ahnliche Symptome verursachen konnen werden diese Begriffe im allgemeinen Sprachgebrauch undifferenziert und falschlicherweise oft synonym verwendet Inhaltsverzeichnis 1 Geschichte und Begriffsentstehung 2 Verbreitung 2 1 Thesen uber die Ursachen der Zunahme allergischer Erkrankungen 2 1 1 Hygienehypothese 2 1 2 Ruckgang parasitarer Erkrankungen 2 1 3 Umweltverschmutzung 2 1 4 Impfungen und andere medizinische Massnahmen 2 1 5 Erhohte Allergenexposition 2 1 6 Veranderungen in der kommensalen Flora 2 1 7 Veranderte Lebensgewohnheiten 3 Ursachen allergischer Erkrankungen 3 1 Genetische Faktoren 3 2 Nicht genetische Faktoren 3 2 1 Gestorte Barrierefunktion der Haut 3 2 2 Intensive Allergenexposition 3 2 3 Stress 4 Ausloser 4 1 Allergene 4 2 Nicht immunogene Substanzen 5 Sensibilisierung 5 1 Prophylaxe einer Sensibilisierung 5 1 1 Vermeidung von Latex 5 1 2 Stillen 5 1 3 Hunde und Katzen 5 1 4 Arbeitsschutz 6 Symptome 6 1 Symptome durch Inhalationsallergene 6 2 Symptome durch Ingestionsallergene 6 3 Symptome durch Kontaktallergene 6 4 Symptome durch Injektionsallergene 6 5 Systemische Reaktionen 7 Kreuzallergie 8 Systematik von Allergien nach Pathomechanismus 8 1 Fruhtypen 8 1 1 Typ I Allergie Soforttyp anaphylaktischer Typ 8 1 2 Typ II Allergie zytotoxischer Typ 8 1 3 Typ III Allergie Immunkomplextyp Arthus Typ 8 2 Spattyp 8 2 1 Typ IV Allergie verzogerter Typ 9 Allergietests 9 1 Hauttests 9 2 Provokationstests 9 2 1 Rhinomanometrie 9 2 2 Lungenfunktionsprufung 9 2 3 Doppelblinde plazebokontrollierte orale Nahrungsmittelprovokation 9 3 Blutuntersuchungen 9 3 1 IgE Antikorper 9 3 2 ECP 9 3 3 Tryptase 9 3 4 LTT 10 Therapie 10 1 Allergenkarenz 10 2 Medikamentose Therapie 10 2 1 Ausblicke 10 3 Hyposensibilisierung 11 Prognose 11 1 Nahrungsmittelallergien bei Kindern 11 2 Veranderte Reaktionsbereitschaft von Zellen 11 3 Etagenwechsel 12 Pseudoallergien und Intoleranzen 13 Arzt fur Allergologie 14 Siehe auch 15 Literatur 16 Weblinks 17 EinzelnachweiseGeschichte und Begriffsentstehung BearbeitenSchon aus dem alten Agypten und aus dem alten Rom sind Krankheitsbeschreibungen bekannt die man heute als Allergie bezeichnen wurde 2 Seine Beobachtung dass manche Menschen Schnupfen und Atemwegsverengungen zeigen wenn sie sich in der Nahe bluhender Rosen aufhalten bezeichnete der italienische Chirurg Leonardo Botallo 1565 als Rosenerkaltung Eine von der Jahreszeit abhangige Nasenerkrankung beschrieb 1819 der Londoner Arzt John Bostock Dass Graserpollen die auslosende Ursache fur diesen Heuschnupfen sind erkannten 1870 Charles Blackley in England und unabhangig von diesem Morrill Wyman an der Harvard University 1903 hat der Deutsche Wilhelm P Dunbar bei Versuchspersonen Heuschnupfensymptome durch mit Pollen versetzte Salzlosungen ausgelost 3 Der Begriff Allergie wurde 1906 von Clemens von Pirquet einem Wiener Kinderarzt der Erscheinungen nach Erst und Reinjektion von Diphterieseren 4 untersuchte in Analogie zu Energie gepragt in der Hinsicht dass der en ergeia einer korpereigenen inneren Kraft eine all ergeia als Ausdruck von Reaktionen auf korperfremde Stoffe gegenubertrete 5 Pirquet definierte Allergie weit gefasst als veranderte Fahigkeit des Korpers auf eine fremde Substanz zu reagieren In dieser Definition sind sowohl verstarkte Hyperergie verminderte Hypoergie wie auch fehlende Anergie Reaktivitaten einbezogen Pirquet erkannte als erster dass Antikorper nicht nur schutzende Immunantworten vermitteln sondern auch Uberempfindlichkeitsreaktionen auslosen konnen Er gilt als Begrunder der klinischen Allergielehre Bereits 1902 hatten Charles Richet und Paul Portier 1866 1962 bei Hunden eine veranderte Reaktion auf eine niedrigdosierte Toxingabe beobachtet nachdem die Versuchstiere eine Vergiftung mit diesen intravenos und hochdosiert verabreichten Toxinen uberstanden hatten Diese nach zwei bis drei Wochen aufgetretene Uberempfindlichkeit welche trotz ungefahrlicher Toxindosis zum Tod der Tiere fuhrte nannte Richet Anaphylaxie Der franzosische Physiologe Maurice Arthus konnte 1903 beobachten dass auch nichttoxische Stoffe namlich artfremde Eiweisse nach Vorbehandlung damit eine Uberempfindlichkeit nach erneutem Einspritzen Reinjektion verursachen konnen 6 Verbreitung BearbeitenAllergien sind haufige Erkrankungen Hierbei nehmen die Inhalationsallergien wie Heuschnupfen eine besonders prominente Stellung ein In Deutschland zu Beginn der 1990er Jahre gaben 9 6 der Befragten beim Nationalen Untersuchungssurvey an dass sie schon einmal Heuschnupfen hatten Es gab in den alten Bundeslandern einen deutlich hoheren Anteil Betroffener 10 6 als in den neuen Bundeslandern 5 8 Zwischen Mannern und Frauen war jeweils kaum ein Unterschied zu verzeichnen 7 Ende der 1990er Jahre beim Bundes Gesundheitssurvey BGS98 waren 14 5 der Bevolkerung 15 4 der Frauen und 13 5 der Manner betroffen Die Verbreitung war sowohl in den alten als auch in den neuen Bundeslandern deutlich gewachsen Bei den Frauen fiel diese Zunahme jeweils grosser aus sodass sich bis 1998 ein geschlechtsspezifischer Unterschied herausgebildet hatte 8 Weitere 10 Jahre spater beim Untersuchungs und Befragungssurvey DEGS1 der von 2008 bis 2011 durchgefuhrt wurde hatten sich die Zahlen auf diesem hohen Niveau stabilisiert 14 8 gesamt 16 5 der Frauen und 13 0 der Manner 8 Dass sich zwischen Anfang und Ende der 1990er Jahre nicht lediglich das Antwortverhalten der Befragten verandert hat sondern es sich um einen tatsachlichen Anstieg der Heuschnupfenhaufigkeit handelte konnte durch vergleichende Analysen und durch Laboruntersuchungen herausgefunden werden Auf der Basis von allergenspezifischen IgE Tests wurde stichprobenartig bei den Gesundheitssurveys die Sensibilisierung auf Inhalationsallergene uberpruft 9 Im Nationalen Untersuchungssurvey 1990 1992 lag die Rate der Sensibilisierungen auf Inhalationsallergene genau wie die Heuschnupfenpravalenz in den alten Bundeslandern 27 4 hoher als in den neuen Bundeslandern 24 1 Die Gesamtrate betrug 26 7 Bis zum Ende der 1990er Jahre kam es gemass Bundes Gesundheitssurvey BGS98 zu einem deutschlandweiten Anstieg der Sensibilisierungsrate auf 31 2 Diese Zunahme war etwas weniger ausgepragt als die beim selbst berichteten Heuschnupfen Der Anstieg in West auf 31 9 und Ost auf 28 5 verlief ahnlich 7 Thesen uber die Ursachen der Zunahme allergischer Erkrankungen Bearbeiten Eine befriedigende Erklarung fur die Zunahme allergischer Erkrankungen in den letzten Jahrzehnten gibt es wie auch fur die Zunahme der Autoimmunerkrankungen bisher nicht wohl aber einige Thesen Hygienehypothese Bearbeiten Einige Forscher fuhren den beobachteten Anstieg allergischer Erkrankungen in westlichen Industrielandern auf die sogenannte Dreck und Urwaldhypothese zuruck Diese geht von einer mangelnden Aktivierung Unterforderung des Immunsystems vor allem in der Kindheit und fruhen Jugend durch ubertriebene Hygienemassnahmen aus Es wird vermutet dass der Kontakt mit bestimmten Bakterien insbesondere in den ersten Lebensmonaten wichtig ist um das Immunsystem das wahrend der Schwangerschaft eher Typ2 T Helferzellen lastig ist wieder in Richtung einer Typ1 T Helferzellen Antwort zu lenken die weniger mit allergischen Reaktionen assoziiert ist Eine prominente Studie zum Thema ist die ALEX Studie 10 Ruckgang parasitarer Erkrankungen Bearbeiten Die physiologische Funktion von IgE Antikorpern die bei Allergien eine wesentliche Rolle spielen ist die Abwehr von Wurm und anderem Parasitenbefall Der Ruckgang parasitarer Erkrankungen konnte zu einer Umlenkung des Immunsystems auf andere harmlose Strukturen fuhren 11 Hierfur spricht das geringere Aufkommen von Allergien in Landern mit geringeren Hygienestandards Da in den westlichen Industrienationen Parasitenbefall so gut wie nicht mehr vorkommt bei allergischen Reaktionen aber eine verstarkte IgE Antikorper Bildung vorliegt wird gepruft ob hier ein Zusammenhang bestehen konnte Eine Studie an 1600 Kindern in Vietnam zeigte dass Kinder mit intestinalem Wurmbefall im Vergleich zu Kindern ohne Wurmbefall eine um sechzig Prozent verringerte Chance einer Allergie gegen Hausstaubmilben hatten 12 Jedoch gibt es derzeit widerspruchliche Forschungsergebnisse 13 so dass diese Hypothese noch nicht abschliessend beurteilt werden kann 14 Umweltverschmutzung Bearbeiten Allergene wie das Hauptallergen der Birke Bet v 1 konnen sich an Dieselrusspartikel auch Feinstaub anheften und so beim Einatmen unter Umstanden in tiefere Lungenabschnitte gelangen Es ist moglich dass die Dieselrusspartikel als Trager der Allergene auch eine adjuvante unterstutzende Wirkung haben und somit eine Sensibilisierung fordern Die Umweltverschmutzung sorgt auch bei Haselstrauchern fur Stress und verandert die Eiweissbildung derart dass die betroffenen Menschen immer heftiger darauf reagieren 15 Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums in Munchen haben herausgefunden dass sich die allergischen Reaktionen des Beifussblattrigen Traubenkrauts Ambrosia artemisiifolia verstarken wenn sie mit Stickstoffdioxid in Verbindung treten Dadurch erhoht sich die Anzahl der Allergene und macht sie aggressiver Die Pollen der Ambrosia zahlen zu den starksten Allergieauslosern 16 Impfungen und andere medizinische Massnahmen Bearbeiten Ein Zusammenhang zwischen Allergien und Impfungen konnte nicht nachgewiesen werden In der DDR war die Durchimpfungsrate deutlich hoher nahe 100 die Allergieraten hingegen niedriger als in der BRD bis 1989 Neu in der Diskussion sind Studien zur fruhen Vitamin D Prophylaxe 17 zu Paracetamol 18 und zur Antibiotikatherapie 19 Erhohte Allergenexposition Bearbeiten Diese Uberlegung bezieht sich darauf dass aufgrund einer erhohten Allergenexposition vermehrt Sensibilisierungen stattfinden konnten Ursachen fur eine erhohte Exposition konnten sein die Zunahme des Pollenflugs infolge einer Stressreaktion von Baumen auf die Erderwarmung oder Schadstoffbelastung die Zunahme der Milbenexposition durch verbesserte Isolierung der Hauser der vermehrte Konsum exotischer Lebensmittel wie Kiwi Veranderungen in der kommensalen Flora Bearbeiten Veranderungen in der kommensalen Flora konnten ebenfalls das Immunsystem beeinflussen und im Zusammenhang mit dem vermehrten Auftreten von Allergien stehen Veranderungen in der Darmflora konnen durch den Einsatz von Antibiotika und durch moderne Ernahrungsgewohnheiten ausgelost werden Die Bakterienflora der Haut konnte durch die Einfuhrung von Windeln verandert worden sein Es wird diskutiert ob Probiotika einen gunstigen Effekt auf die Entwicklung von Allergien haben konnten Veranderte Lebensgewohnheiten Bearbeiten Es gibt etliche weitere Faktoren von denen ebenfalls vermutet wird dass sie die Entstehung allergischer Erkrankungen begunstigen konnen Dies sind Rauchen Autoabgase Stress kleinere Familien veranderte Ernahrung aber auch ein veranderter individueller Lebensstil 20 der sich auf die Entwicklung von Atopie und Allergien auswirken konnte wie die kurzere Stillzeit junger Mutter und ein dadurch bedingtes hoheres Allergierisiko des Kindes Kinder von Frauen die wahrend der Schwangerschaft Kontakt zu Tieren Getreide oder Heu hatten bekommen im spateren Leben seltener allergische Atemwegs und Hauterkrankungen Fur einen optimalen Schutz ist aber ein anhaltender Kontakt zu Nutztieren oder Getreide notig 21 Ursachen allergischer Erkrankungen BearbeitenDie Ursachen von Allergien kann man in genetische und nicht genetische Faktoren unterteilen 22 Genetische Faktoren Bearbeiten Zu den genetischen Faktoren gehoren Disposition zur uberschiessenden Bildung von Gesamt IgE und allergenspezifischen IgE Antikorpern sowie deren Fixierung besonders an Mastzellen und basophilen Granulozyten von Haut und Schleimhauten Atopie Zu den genetischen Faktoren gehort auch eine verminderte Aktivitat von Regulatorischen T Zellen deren Aufgabe es ist die Aktivierung des Immunsystems zu begrenzen und dadurch die Selbsttoleranz des Immunsystems zu regulieren Die allergische Reaktionsbereitschaft ist mit den HLA Genen assoziiert 22 Eindeutig belegt ist ein erhohtes Allergierisiko fur Kinder bei denen entweder ein oder beide Elternteile Allergiker sind Offensichtlich spielen aber mehrere genetische Faktoren zusammen es gibt also nicht das eine Allergie Gen Es gibt eine Vielzahl von Kandidatengenen die moglicherweise oder wahrscheinlich an der Entstehung allergischer Erkrankungen beteiligt sind Auch scheinen unterschiedliche allergische Veranlagungen z B Allergisches Asthma Atopische Dermatitis unterschiedlich genetisch determiniert zu sein Nicht genetische Faktoren Bearbeiten Gestorte Barrierefunktion der Haut Bearbeiten Ursache einer Allergie kann auch eine gestorte Barrierefunktion und eine damit verbundene erhohte Durchlassigkeit von Haut und Schleimhaut sein z B durch bakterielle oder virale Infekte oder durch chemische Irritation 22 Intensive Allergenexposition Bearbeiten Auch eine verstarkte Allergenexposition kann bei entsprechender Veranlagung zu Allergien fuhren 22 Diese Form der Allergie spielt besonders bei berufsbedingten Allergien eine Rolle Stress Bearbeiten Korperlicher oder psycho sozialer Stress ist nicht Ursache einer Allergie Stress beeinflusst aber das Immunsystem Korperlicher und oder psycho sozialer Stress kann deshalb eine bestehende Allergie verstarken oder aber bei einer bestehenden Sensibilisierung Ausloser fur die allergische Erkrankung sein 2 Ausloser BearbeitenAllergene Bearbeiten Hauptartikel Allergen Ausloser von Allergien sind Allergene Allergene sind Antigene also Substanzen die vom Korper als fremd erkannt werden und eine spezifische Immunantwort auslosen Diese normale korperliche Reaktion ist bei der Allergie fehlgeleitet sodass eigentlich harmlose Antigene zu allergieauslosenden Allergenen werden Es gibt eine Vielzahl von Allergenen Meistens sind Allergene Polypeptide oder Proteine 22 Allergene konnen nach unterschiedlichen Gesichtspunkten eingeteilt werden nach der Allergenquelle z B Tierallergene siehe insbesondere Allergie gegen Katzenepithelien Pollenallergene Hausstaubmilbenallergene nach der Art des Kontakts mit den Allergenen z B Inhalationsallergene Nahrungsmittelallergene nach dem Pathomechanismus durch den die Allergene eine allergische Reaktion auslosen z B IgE reaktive Allergene Kontaktallergene nach ihrer allergenen Potenz in Haupt und Nebenallergene nach ihrer Aminosauresequenz in bestimmte Allergengruppen z B Gruppe 5 Graspollenallergene oder in bestimmte Proteinfamilien z B Lipocaline Profiline Allergene konnen vom Korper durch Inhalation durch Ingestion durch Hautkontakt oder durch Injektion darunter fallen auch Insektenstiche aufgenommen werden 22 Nicht immunogene Substanzen Bearbeiten Allergien gegen Wasser und Zucker sind per Definition nicht moglich da einer Allergie eine unangemessene Immunantwort auf ein Allergen zu Grunde liegt Wasser und Zucker sind aber nicht immunogen und daher auch nicht allergisierend Eine Erkrankung die gelegentlich als Wasserallergie bezeichnet wird ist die extrem seltene aquagene Urtikaria Wassernesselsucht Als Wasserallergie wird hin und wieder auch eine Immunantwort auf im Leitungswasser geloste Stoffe bezeichnet Siehe auch ZuckerintoleranzSensibilisierung Bearbeiten Hauptartikel Sensibilisierung Medizin Eine Allergie setzt eine Sensibilisierung voraus Unter Sensibilisierung versteht man den 1 Kontakt mit dem Allergen und der fur dieses Allergen spezifischen Immunantwort des Korpers Diese Sensibilisierung verursacht keine Krankheitssymptome kann aber im Blut nachgewiesen werden Erst bei einem erneuten Kontakt mit dem Allergen nach Abschluss der Sensibilisierungsphase 5 Tage bis mehrere Jahre treten bei Allergikern die allergischen Krankheitssymptome auf 22 Prophylaxe einer Sensibilisierung Bearbeiten Die beste Prophylaxe gegen eine Allergie ist die Vermeidung der Sensibilisierung Das vollstandige Vermeiden von samtlichen Allergenen ist unmoglich Jedoch ist in bestimmten Fallen die Vermeidung bzw Verringerung der Belastung mit potentiellen Allergenen moglich und sinnvoll Vermeidung von Latex Bearbeiten Kinder die mit offenem Rucken Spina bifida geboren werden haben ein sehr hohes Risiko einer Sensibilisierung gegen Latex Es ist daher heute klinischer Standard diese Kinder von Geburt an vor jedem Kontakt mit Latex beispielsweise bei Latex OP Handschuhen zu schutzen Stillen Bearbeiten Die optimale Ernahrung fur Neugeborene ist das ausschliessliche Stillen wahrend mindestens der ersten 4 Lebensmonate Es gibt retrospektive Studien die beobachtet haben dass gestillte Kinder seltener an Allergien leiden als nicht gestillte 23 24 Hunde und Katzen Bearbeiten Es gibt auch Studien dazu dass Haushunde und auch Hauskatzen vor Allergien schutzen konnen 25 26 27 28 Diese sammeln im Freien Allergene ein die dann spater zu Hause an das Kind abgegeben werden Dessen Immunsystem wird dann dazu trainiert die Fremdkorper zwar zu erkennen diese aber als harmlos einzustufen Zumindest in einer tierexperimentellen Studie an Mausen hat dies funktioniert 29 Arbeitsschutz Bearbeiten Die exogen allergische Alveolitis ist meist eine Berufskrankheit die durch die Inhalation von bestimmten Stauben z B Mehl bei der Backer Lunge verursacht wird Durch entsprechende Arbeitsschutz Massnahmen wie das Tragen von Feinstaubmasken oder auch die Verwendung von Abzugshauben kann der Allergenkontakt vermindert und die Mitarbeiter somit vor einer Sensibilisierung geschutzt werden Symptome BearbeitenDas Risiko an einer Allergie zu erkranken wird durch genetisch fixierte Pradisposition durch die aktuelle Abwehrlage der Korpergrenzflachen durch Haufigkeit und Intensitat der Allergenexposition und durch die allergene Potenz der betreffenden Substanz bestimmt 22 Die Symptome einer Allergie konnen mild bis schwerwiegend und in einigen Fallen sogar akut lebensbedrohlich sein Expositionsbedingt kann es sein dass die Symptome nur saisonal auftreten etwa zur Zeit des entsprechenden Pollenflugs oder dass die Symptome ganzjahrig auftreten wie bei einer Allergie gegen Hausstaubmilbenkot Je nachdem mit welchem Organ Allergene durch den Korper aufgenommen werden entstehen bei der Allergie unterschiedliche Krankheitssymptome 22 Allergiker konnen an einer Krankheitsform leiden aber auch an Mischformen Organmanifestationen konnen Respirationstrakt Verdauungstrakt Herz und Kreislauf blutbildende Organe Haut Nieren Gelenke und das Nervensystem betreffen Symptome durch Inhalationsallergene Bearbeiten Inhalationsallergien gehoren zu den Typ 1 Allergien vom Soforttyp 30 Inhalationsallergene werden uber die Atmungsorgane aufgenommen und oder gelangen uber die Schleimhaute von Nase und Augen in den Korper 31 Zu den Inhalationsallergenen gehoren z B Allergene aus Pollen Pilzsporen tierischen Epithelien Federstaub Speichel Schweiss Urin und Kot Milbenkot Insektenschuppchen Holz und Mehlstaub Formaldehyd und Harzen 22 Inhalationsallerge losen primar Atemwegssymptome aus konnen sekundar aber auch Haut und Darmsymptome sowie Kreislauf und Nervenreaktionen 32 auslosen 22 Typische allergische Erkrankungen durch Inhalationsallergene sind Allergische Rhinitis Heuschnupfen Konjunktivitis Bindehautentzundung Hustenreiz bronchiale Hyperreaktivitat Asthma bronchiale 31 Symptome durch Ingestionsallergene Bearbeiten Ingestionsallergene werden durch den Mund bzw den Verdauungstrakt aufgenommen Manche Ingestionsallergene werden erst im Laufe des Verdauungsprozesses freigesetzt und vom Korper aufgenommen Die Symptome einer Allergie gegen Nahrungsmittel oder gegen oral aufgenommene Medikamente kann deshalb innerhalb weniger Minuten oder auch erst mehrere Stunden nach der Nahrungsaufnahme Medikamenteneinnahme auftreten obwohl es sich bei der Nahrungsmittelallergie um eine Typ I Soforttyp Allergie handelt Die Arzneimittelallergie kann in Form eines Arzneimittelexanthems auch als Typ IV Spatreaktion auftreten 22 Ingestionsallergene konnen bei entsprechend veranlagten und sensibilisierten Menschen primar Verstopfung Brechdurchfall oder abdominale Koliken verursachen uber die Aufnahme der Allergene durch das Blut auch Haut und oder Atemwegssymptome 22 Symptome durch Kontaktallergene Bearbeiten Allergischer Hautausschlag Kontaktallergene werden uber die Haut aufgenommen Sie uberwinden die Barrierefunktion der Haut Kontaktallergene konnen sowohl eine Sofortreaktion der Haut auslosen z B Kontakturtikaria oder auch eine Spatreaktion Typ IV Spattyp Allergie die erst nach 12 bis 72 Stunden eintritt z B das allergische Kontaktekzem 22 Symptome durch Injektionsallergene Bearbeiten Injektionsallergene werden durch Injektion oder Infusion in den Korper eingebracht Die Barrierefunktion von Haut und Schleimhaut wird dadurch umgangen Zu den Injektionsallergenen gehoren tierische Gifte z B von Bienen Wespen Feuerameisen Quallen Seeanemonen Feuerkorallen und Medikamente z B Penicillin 22 Zu den typischen allergischen Reaktionen durch Injektionsallergene gehoren eine gesteigerte ortliche Reaktion und oder anaphylaktische Reaktionen 33 Systemische Reaktionen Bearbeiten Unabhangig davon mit welchem Organ Allergene vom Korper aufgenommen werden kann eine Allergie auch systemische Reaktionen verursachen die den gesamten Korper betreffen z B Urtikaria und anaphylaktische Reaktionen 22 Kreuzallergie Bearbeiten Hauptartikel Kreuzallergie Unter einer Kreuzallergie versteht man eine Sensibilisierung gegenuber biologisch oder chemisch verwandten Substanzen Die Struktur dieser Substanzen ist teilweise identisch so dass vom Immunsystem mehrere unterschiedliche Substanzen als Allergen erkannt werden konnen obwohl eine Sensibilisierung nur gegen eine der Substanzen vorliegt Beispielsweise konnen Allergiker gegen Birkenpollen auch auf Apfel allergisch reagieren Die allergische Reaktion kann bei der Kreuzallergie bereits beim Erstkontakt erfolgen wenn es vorher eine Sensibilisierung mit einer ahnlichen Substanz gab 22 34 Systematik von Allergien nach Pathomechanismus BearbeitenCoombs und Gell haben 1963 als erste Menschen Allergien nach ihrem pathophysiologischen Mechanismen in vier Typen eingeteilt die sich uberlappen konnen Fruhtypen Bearbeiten Die Fruhtypen Typ I bis Typ III Allergien genannt auch allergische Sofortreaktionen werden durch Antikorper vermittelt humorale Allergie 22 Typ I Allergie Soforttyp anaphylaktischer Typ Bearbeiten Typ1 Reaktion Die Typ I Allergie ist die haufigste Allergieform 35 Bei der Typ I Allergie liegt eine Fehlfunktion der Regelung der IgE Antikorper vor IgE Antikorper bewirken durch mehrere Mediatoren schon in geringen Mengen eine Erweiterung der Blutgefasse und steigern deren Durchlassigkeit fur weisse Blutkorperchen T Zellen die normalerweise die IgE Aktivitat auf ein vernunftiges Mass einschranken fehlen bei der Typ I Allergie oder sind zu wenig aktiv Bei der Typ I Allergie werden durch die Vermittlung von IgE Antikorpern Entzundungsmediatoren z B Histamin Leukotriene Prostaglandine Kallikrein aus Basophilen Granulozyten und Mastzellen freigesetzt Dadurch wird eine Entzundung von Haut Schleimhaut oder eine systemische Entzundung hervorgerufen 2 22 35 Die allergische Reaktion bei der Typ I Allergie erfolgt innerhalb von Sekunden bis Minuten Eventuell ist eine zweite Reaktion nach 4 bis 6 Stunden moglich verzogerte Sofortreaktion Diese zweite Reaktion darf nicht mit der Spattypreaktion der Typ IV Allergie verwechselt werden 22 Typische Krankheiten der Typ I Allergie 2 22 Allergisches Asthma allergische Bindehautentzundung Heuschnupfen Nesselsucht Angioodem Anaphylaxie anaphylaktischer Schock Arzneimittelallergien Jones Mote Reaktion NahrungsmittelallergienTyp II Allergie zytotoxischer Typ Bearbeiten Bei der Typ II Allergie kommt es zur Bildung von Immunkomplexen aus membranstandigen Antigenen z B Medikamenten Blutgruppenantigenen mit zirkulierenden IgG oder IgM Antikorpern Dadurch werden das Komplementsystem oder zytotoxische Killerzellen aktiviert und es kommt zur Zytolyse Zerstorung korpereigener Zellen 22 Die allergische Reaktion bei der Typ II Allergie erfolgt nach 6 bis 12 Stunden 22 Typische Krankheiten fur die Typ II Allergie 22 allergisch bedingte Hamolytische Anamie Thrombopenie Agranulozytose Transfusionszwischenfalle Goodpasture Syndrom 36 Typ III Allergie Immunkomplextyp Arthus Typ Bearbeiten Bei der Typ III Allergie werden Immunkomplexe aus prazipitierenden IgG und IgM Antikorpern und Allergenen gebildet Dadurch werden Komplementfaktoren aktiviert insbesondere C3a und C5a Diese speziellen Teile des Komplementsystems fuhren zur Phagozytose aktiven Aufnahme der Immunkomplexe durch Granulozyten unter Freisetzung gewebeschadigender Enzyme z B Elastase Kollagenase Myeloperoxidase 22 Die allergische Reaktion bei der Typ III Allergie erfolgt nach 6 bis 12 Stunden 22 Typische Krankheiten fur die Typ III Allergie 22 Serumkrankheit allergische Vaskulitis exogen allergische Alveolitis Allergische bronchopulmonale AspergilloseSpattyp Bearbeiten Der Spattyp die Typ IV Allergie genannt auch verzogerte allergische Reaktion wird durch spezifisch sensibilisierte T Zellen vermittelt zellvermittelte Allergie 22 Typ IV Allergie verzogerter Typ Bearbeiten Die Typ IV Allergie ist nach der Typ I Allergie die haufigste Allergieform 2 Bei der Typ IV Allergie werden Lymphokine aus spezifisch sensibilisierten T Lymphozyten freigesetzt Diese Lymphokine bewirken die Aktivierung bzw Vermehrung von Makrophagen und mononuklearen Zellen sowie deren Wanderung an den Ort der Allergenbelastung Dadurch erfolgt eine lokale Infiltration und Entzundung 22 Die allergische Reaktion bei der Typ IV Allergie erfolgt nach 12 bis 72 Stunden 22 Typische Krankheiten der Typ IV Allergie 22 Allergisches Kontaktekzem Kontaktallergie bei langerem Kontakt der Haut mit einem Antigen Tuberkulinreaktion und andere Infektionsallergien bei Gegenwart von Bakterien oder Viren 37 Arzneimittelexanthem Transplantatabstossung persistierende granulomatose ReaktionAllergietests Bearbeiten Hauptartikel Allergietest Auch ein positiver Allergietest ist allein kein Nachweis fur eine Allergie Die Diagnose Allergie kann nur im Zusammenhang mit dem Allergietest und den klinischen Beschwerden gestellt werden Durch den Hauttest und den Bluttest wird lediglich die Sensibilisierung gegen eine bestimmte Substanz nachgewiesen Diese Testungen sagen wenig daruber aus ob uberhaupt Beschwerden bestehen oder uber die Art oder Schwere der Beschwerden Mit den Provokationstests werden eine Unvertraglichkeit und das Beschwerdebild dieser Unvertraglichkeit nachgewiesen aber nicht ob es sich bei dieser Unvertraglichkeit tatsachlich um eine Allergie handelt 38 Hauttests Bearbeiten Pricktest Hauttests werden als Standarduntersuchungen vorgenommen wenn der Verdacht besteht dass ein Patient allergisch auf eine Substanz reagiert Beim Hauttest werden Allergenextrakte bzw allergenhaltiges Material auf verschiedene Weisen mit der Haut in Kontakt gebracht Sensibilisierte Betroffene zeigen nach definierten Zeiten lokale Reaktionen vom Sofort Typ oder Spat Typ An ihnen kann abgelesen werden gegen welche Allergene oder Allergenquellen der Patient sensibilisiert ist Dieser Test kann unter Umstanden auch Hinweise auf den Schweregrad der allergischen Reaktion geben Pricktest Die am haufigsten angewendete Methode ist der Pricktest auch skin prick test SPT bei dem einzelne Tropfen von glyzerinisierten Allergenextrakten sowie Histamin und isotonische Kochsalzlosung als Referenzen auf den Unterarm oder den Rucken aufgebracht werden Durch die Tropfen hindurch wird mit einer Spezialnadel Lanzette etwa 1 mm in die Haut gestochen Nach ca 15 Minuten kann die Sofortreaktion abgelesen werden Prick to prick Test Beim Prick to prick Test wird erst mit der Lanzette in die vermutete Allergenquelle gestochen Fruchte und dann in die Haut des Patienten Intrakutantest Beim Intrakutantest werden ca 20 Mikroliter von wassrigen Allergenextrakten mit einer Tuberkulinspritze oberflachlich in die Haut injiziert Reibetest Der Reibetest wird bei besonders empfindlichen Menschen angewandt Der Arzt reibt den vermuteten Allergieausloser an der Innenseite des Unterarms Bei positiver Reaktion zeigen sich grossflachige Rotungen oder Quaddeln Scratchtest Beim Scratchtest werden Allergenextrakte auf die Beugeseite des Unterarms gegeben und die Haut mit einer Lanzette 5 mm lang oberflachlich angeritzt Dieser Test wird aber wegen seiner Ungenauigkeit selten angewendet Epikutantest Unter anderem bei der Kontaktdermatitis wird ein Pflastertest angewendet der Epikutantest oder Atopie Patch Test Dabei werden die vermuteten Allergene in Vaseline eingearbeitet eingesetzt Die Allergen Vaseline Mischungen werden auf zirka 1 5 Zentimeter im Durchmesser grosse und zirka zwei Millimeter tiefe Aluminiumscheiben gebracht Mit einem Pflaster werden diese Aluminiumkammern dann so auf die Haut am Rucken oder an den Oberarmen des Patienten geklebt dass die Allergen Vaseline Mischungen auf der Haut fixiert werden Weil Kontaktdermatitiden Spat Typ Reaktionen sind muss das Pflaster zwei bis drei Tage auf der Haut bleiben bevor ein Ergebnis abgelesen werden kann Problematisch bei diesem Test sind die geringe Sensitivitat und die schlechte Reproduzierbarkeit Der Atopie Patch Test wird daher derzeit bei Nahrungsmitteln nicht mehr empfohlen Provokationstests Bearbeiten Bei Provokationstests wird das vermutete Allergen dem Patienten nicht uber die Haut sondern in anderer Form zugefuhrt Der wesentliche Vorteil der Provokationstests liegt darin dass eine Beschwerde Auslosung nachgewiesen werden kann und nicht nur wie beim Bluttest mittels Nachweis von IgE Antikorpern eine Sensibilisierung Da bei Provokationstests unerwartet heftige Krankheitszeichen bis zum lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock auftreten konnen sollten sie nur von einem allergologisch erfahrenen Arzt durchgefuhrt werden der erforderlichenfalls auch die entsprechenden Notfallmassnahmen durchfuhren kann Rhinomanometrie Bearbeiten Bei allergischer Rhinoconjunctivitis Heuschnupfen kann zur Provokation ein Allergenextrakt in die Nase gespruht werden und anschliessend die allergische Reaktion gemessen werden indem die Schwellung der Nasenschleimhaut mittels einer sogenannten Rhinomanometrie oder der Tryptase Spiegel im Blut gemessen wird Lungenfunktionsprufung Bearbeiten Bei allergischem Asthma erfolgt die Provokation durch die Inhalation eines Allergenextrakts mit anschliessender Erfassung der allergischen Reaktion mit einer Lungenfunktionsprufung Da Asthma meist mit einer bronchialen Hyperregibilitat einhergeht kann auch unspezifisch mit ansteigenden Konzentrationen einer Methacholin Losung provoziert werden Methacholintest Doppelblinde plazebokontrollierte orale Nahrungsmittelprovokation Bearbeiten Bei schweren Nahrungsmittelallergien kann die double blind placebo controlled food challenge Doppelblinde plazebokontrollierte orale Nahrungsmittelprovokation DBPCFC angewendet werden Dabei werden einer hypoallergenen Grundnahrung nach und nach verschiedene Nahrungsmittel so zugefugt dass weder der Patient noch der Arzt das Nahrungsmittel erkennen kann Dabei wird die Vertraglichkeit beobachtet So kann festgestellt werden welche Nahrungsmittel allergische Reaktionen auslosen und es konnen andersherum auch Nahrungsmittel identifiziert werden die gefahrlos konsumiert werden konnen Dieses Verfahren ist allerdings sehr zeitaufwandig und kann i d R nur stationar durchgefuhrt werden 39 Blutuntersuchungen Bearbeiten IgE Antikorper Bearbeiten In Blutproben konnen IgE Antikorper gemessen werden Zum einen kann der Gesamt IgE Spiegel gemessen werden der alle freien IgE Antikorper erfasst Dieser Wert ermoglicht eine Aussage daruber ob generell vermehrt IgE Antikorper gebildet werden Erhohte Gesamt IgE Werte kommen aber nicht nur bei allergischen Erkrankungen vor sondern auch bei Parasitenbefall und bestimmten hamatologischen Erkrankungen Zum anderen konnen auch allergenspezifische IgE Antikorper nachgewiesen werden Hierbei werden also die IgE Spiegel ermittelt die sich konkret gegen eine Allergenquelle richten Die quantitative Messung von IgE Antikorpern im Blut korreliert jedoch nur schlecht mit dem klinischen Bild Das heisst die Messung von IgE Antikorpern im Blut erlaubt eine Aussage uber die Sensibilisierungen eines Allergikers aber nur bedingt eine Einschatzung der Schwere der Symptome und gar keine Aussage uber die Art der Symptome Es kann auch sein dass allergenspezifische IgE Antikorper trotz Sensibilisierung nicht nachgewiesen werden konnen ECP Bearbeiten Ein weiterer Parameter der in Blutproben gemessen werden kann ist das eosinophile kationische Protein ECP ECP wird von aktivierten Eosinophilen ausgeschuttet ECP ist ein Entzundungsparameter und wird zur Verlaufskontrolle bei allergischem Asthma oder bei atopischer Dermatitis bestimmt Tryptase Bearbeiten Tryptase kann ebenfalls in Blutproben nachgewiesen werden Tryptase wird von aktivierten Mastzellen ausgeschuttet und ist ein fur aktivierte Mastzellen hochspezifischer Parameter Der Tryptase Spiegel wird auch bestimmt zur Diagnostik beim anaphylaktischen Schock zur postmortalen Diagnose beim Asthmatod zur Diagnostik der Mastozytose und bei der Provokationstestung bei allergischer Rhinitis LTT Bearbeiten Durch einen Lymphozytentransformationstest LTT kann die Bestimmung sensibilisierter Lymphozyten nachgewiesen und quantifiziert werden Dies kann bei bestimmten Typ IV Spat Allergien sinnvoll sein Therapie BearbeitenAllergenkarenz Bearbeiten Die Allergenkarenz d h die Allergenvermeidung ist bei sensibilisierten Personen die optimale Therapie um eine Allergie zu vermeiden da eine Allergie nur bei einem Kontakt mit dem entsprechenden Allergen auftreten kann Eine fortgesetzte Allergenbelastung steigert die Immunantwort auf das Allergen wahrend eine dauerhafte Allergenkarenz die Sensibilisierung zwar nicht aufhebt die spezifische Immunantwort aber abschwacht Wenn die strikte Vermeidung eines Allergens nicht moglich ist sollte eine moglichst weitgehende Verringerung der Allergenbelastung erfolgen da eine Allergie auch von der Intensitat der Allergenbelastung abhangt 22 40 Bestimmte Produkte wie milbendichte Matratzenbezuge bei der Hausstaubmilbenallergie oder Pollenfilter in Klimaanlagen bei der Pollenallergie helfen den Allergenkontakt zu reduzieren Auch wenn bei der Tierhaarallergie ein Verzicht auf Haustiere den Allergenkontakt stark reduziert so sind Tierhaarallergene sehr stabil werden verschleppt und konnen auch an Orten wie Schulen nachgewiesen werden an denen normalerweise keine Tiere gehalten werden Nahrungsmittelallergene hingegen konnen meistens sehr gut vermieden werden Medikamentose Therapie Bearbeiten Die meisten Allergien werden mit Medikamenten behandelt die das Auftreten von allergischen Symptomen mildern oder verhindern aber keine Heilung von der allergischen Erkrankung bewirken konnen Diese Antiallergika werden je nach Krankheitsform und Schwere der Erkrankung in unterschiedlichen Darreichungsformen Tabletten Nasensprays Asthmasprays Augentropfen Cremes Salben und Injektionen und in unterschiedlichen Intervallen bei akutem Bedarf prophylaktisch dauerhaft angewendet Eingesetzte Wirkstoffe zur Allergiebehandlung sind Antihistaminika zum Beispiel Loratadin Adrenalin bei schweren Reaktionen Glukokortikoide zum Beispiel Prednison Mastzellstabilisatoren zum Beispiel Cromoglicinsaure pflanzliche Wirkstoffe z B Extrakte aus der Wurzel der Tragant 41 Bei Asthma Hauptartikel Asthma b2 Sympathomimetika zum Beispiel Salbutamol Leukotrienrezeptor Antagonisten zum Beispiel Montelukast Theophyllin der humanisierte monoklonale Antikorper Omalizumab Xolair bei schwerem allergischen Asthma Schwere akute Falle mit anaphylaktischem Schock sind lebensbedrohlich und erfordern arztliche Notfallmassnahmen Hauptartikel Anaphylaxie Antihistaminika intravenos Adrenalin intramuskular und intravenos Glukokortikoide Infusionen zum Volumenersatz 42 Patienten bei denen bekannt ist dass sie Gefahr laufen einen anaphylaktischen Schock zu erleiden z B bei Insektengiftallergien wird ein Notfallset mit Antihistaminikum Glukokortikoid eventuell einem Inhalationspraparat und einem Autoinjektor mit Adrenalin verschrieben Adrenalin Pen welches sie stets bei sich tragen sollten 42 Ausblicke Bearbeiten Verschiedene Wirkstoffe vor allem zur Dampfung der Immunreaktion werden derzeit auf ihre Eignung als Medikament getestet Wirkstoff Markenname Wirkprinzip Status QuellenCYT003 QbG10 Immunmodulator T Zellen Th2 gt Th1 Shift Phase II Studien erfolgreich Q1 Memento vom 13 Mai 2012 im Internet Archive Q2Q3 Memento vom 13 Mai 2012 im Internet Archive TOLAMBA Immunmodulator T Zellen Th2 gt Th1 Shift Phase II III Studie erfolgreich Q4AIC Immunmodulator Histamin Reduktion Phase III Studie lauft Q5Hyposensibilisierung Bearbeiten Hauptartikel Hyposensibilisierung Die Hyposensibilisierung auch Spezifische Immuntherapie SIT ist bislang die einzige verfugbare kausale Therapie bei Typ I Allergien Bei der Hyposensibilisierung wird die allergenspezifische IgE vermittelte Reaktionsbereitschaft des Immunsystems Allergie vom Soforttyp Typ I Allergie herabgesetzt durch regelmassige Zufuhr des Allergens uber einen langeren Zeitraum in unterschwelligen langsam ansteigenden Konzentrationen Das Allergen oder das modifizierte Allergen Allergoid werden entweder unter die Haut gespritzt subkutane Immuntherapie SCIT oder als Tropfen oder Tabletten sublingual sublinguale Immuntherapie SLIT aufgenommen 22 43 Voraussetzung fur eine erfolgreiche Hyposensibilisierung ist die Bereitschaft und Fahigkeit des Allergikers die Therapie uber einen Zeitraum von drei Jahren sowie die anschliessende Erhaltungstherapie regelmassig durchzufuhren Die Indikation fur eine Hyposensibilisierung besteht fur Menschen ab 5 Jahre wenn das verursachende Allergen nicht gemieden werden kann die Wirkung der Hyposensibilisierung fur die behandelnde Erkrankung belegt ist und ein geeigneter Allergenextrakt verfugbar ist Die Wirksamkeit der Hyposensibilisierung ist durch mehrere Studien fur Rhinokonjunktivitis bei Pollenallergie fur das allergische Asthma bronchiale fur die Hausstaubmilbenallergie fur die Schimmelpilzallergie fur die Tierhaarallergie und fur die Insektengiftallergie belegt 43 Auch konnte durch entsprechende Studien fur einige Produkte nachgewiesen werden dass durch die Hyposensibilisierung das Asthmarisiko verringert und die Neusensibilisierung auf weitere Allergene reduziert wird Aus diesem Grund sollte die Hyposensibilisierung bei Kindern und Jugendlichen fruhzeitig erfolgen und solche Produkte gewahlt werden fur die dieser Effekt nachgewiesen wurde 43 44 Prognose BearbeitenNahrungsmittelallergien bei Kindern Bearbeiten Das Immunsystem von Kindern ist noch nicht voll ausgereift Kinder haben deshalb eine erhohte Allergieneigung Auch und gerade bei Kindern kann deshalb im Verlauf der Erkrankung eine Allergieform durch eine andere ersetzt werden oder zu einer Allergie eine weitere hinzutreten Bei konsequenter Meidung des auslosenden Allergens verschwindet eine Nahrungsmittelallergie mit Reifung des Immunsystems meistens bis zum 5 Lebensjahr vor allem die Kuhmilch und die Huhnereiallergie Andere Nahrungsmittelallergien z B die Erdnussallergie haben allerdings nur eine geringe Besserungstendenz 45 Veranderte Reaktionsbereitschaft von Zellen Bearbeiten Besonders bei chronischem Verlauf der Typ I Allergie erhoht sich die Reaktionsbereitschaft von Mastzellen Monozyten sowie von basophilen und eosinophilen Granulozyten Dadurch konnen die Symptome einer bestehenden Allergie verstarkt werden und oder neue Allergien hinzutreten 22 Etagenwechsel Bearbeiten Hauptartikel Etagenwechsel Unter einem Etagenwechsel versteht man bei der Inhalationsallergie das Ubergreifen IgE vermittelter Allergiesymptome Typ 1 Sofort Allergie von den Konjunktiven Bindehaut des Auges auf die Nasen und Bronchialschleimhaut oder von den oberen Atemwegen auf die unteren Atemwege ein Heuschnupfen wird zum allergischen Asthma Auch das Hinzutreten weiterer Inhalationsallergien und oder das Auftreten von Kreuzallergien wird als Etagenwechsel bezeichnet 22 46 Unbehandelt fuhren 30 40 aller Allergien gegen Inhalationsallergene zu einem Etagenwechsel 22 Pseudoallergien und Intoleranzen Bearbeiten Allergie und Pseudoallergie Es gibt Krankheiten deren Symptome einer Allergie gleichen die jedoch nicht immunologisch bedingt sind Diese Krankheiten werden als Pseudoallergie oder Intoleranz bezeichnet Bei der Pseudoallergie werden die allergieahnlichen Symptome ausgelost indem Mastzellen unspezifisch aktiviert werden Wenn Mastzellen aktiviert werden und degranulieren dann setzen sie eine Reihe von Entzundungsmediatoren z B Histamin frei Es entsteht eine Entzundungsreaktion die sich in allergieahnlichen Symptomen aussert Wahrend bei Allergien die Aktivierung der Mastzellen spezifisch erfolgt namlich dadurch dass bestimmte Allergene an oberflachlich gebundene Antikorper binden konnen so erfolgt die Mastzell Aktivierung bei Pseudoallergien unspezifisch also ohne Beteiligung der oberflachlich gebundenen Antikorper Abzugrenzen von der Pseudoallergie und der Allergie ist die Intoleranz die ebenfalls allergieahnliche Symptome verursachen kann Bei der Intoleranz handelt es sich um eine Stoffwechselstorung Der Korper kann bestimmte Substanzen nicht oder nicht ausreichend verstoffwechseln meistens aufgrund eines Enzymdefektes 47 Arzt fur Allergologie BearbeitenDie Ausbildung zum Allergologen ist eine Zusatzausbildung fur Facharzte Dieser Facharzt ist also nur fur Allergien in seinem Fachbereich zustandig Fur die Hauttestungen ist der Dermatologe mit der Zusatzausbildung Allergologie zustandig Fur die mit ahnlichen Symptomen auftretenden Pseudoallergien und Intoleranzen gibt es keine speziellen Facharzte Da sich beim Allergiker aber die Symptome nur in den seltensten Fallen auf ein Organ beschranken der Kranke selbst gar nicht erkennen kann ob seine Symptome von einer Allergie einer Pseudoallergie oder einer Intoleranz herruhren und welche spezielle Diagnostik er benotigt ist die Diagnose von Unvertraglichkeiten oft langwierig und schwierig da man fur die Diagnose oft mehrere Arzte aufsuchen muss Siehe auch BearbeitenAllergiekarriere Pathergie Wiktionary Allergie Bedeutungserklarungen Wortherkunft Synonyme UbersetzungenLiteratur BearbeitenClemens von Pirquet Allergie In Munchener Medizinische Wochenschrift Band 30 1906 S 1457 1458 erste Erwahnung des Begriffs Allergie Bjorn M Hausen Ines K Vieluf Allergiepflanzen Handbuch und Atlas Kontaktallergene Allergische Fruhreaktionen 2 erweiterte Auflage Nikol Verlagsgesellschaft Hamburg 1997 ISBN 3 933203 48 1 Claus Bachert Bernd Kardorff Allergische Erkrankungen in der Praxis 2 Auflage Uni Med Verlag Bremen 2001 ISBN 3 89599 505 3 Lothar Jager Allergien Ursachen Therapien Vorbeugung Beck Munchen 2000 ISBN 3 406 44740 6 Jorg Rinne Jens Becker Das 1x1 der Allergie Synergia Verlag Darmstadt 2007 ISBN 978 3 9810894 8 6 Cathleen Muche Borowski et al Klinische Leitlinie Allergiepravention In Dtsch Arztebl Int Nr 106 39 2009 S 625 631 Artikel Reto Coutalides Innenraumklima Keine Schadstoffe in Wohn und Arbeitsraumen Werd Verlag Zurich 2002 ISBN 3 85932 419 5 Michael Wullinger Agnes Fatrai Hrsg Allergiebehandlung mit chinesischer Medizin Munchen Elsevier 2007 ISBN 978 3 437 57440 5 Barbel Hacker Allergie In Werner E Gerabek Bernhard D Haage Gundolf Keil Wolfgang Wegner Hrsg Enzyklopadie Medizingeschichte De Gruyter Berlin New York 2005 ISBN 3 11 015714 4 S 40 f Weblinks BearbeitenGesundheit A Z Allergien In rki de Robert Koch Institut abgerufen am 19 April 2020 Allergieinformationsdienst In 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Abgerufen am 14 Februar 2019 Lungenarzte im Netz Allergien Krankheitsbilder Abgerufen am 9 Marz 2016 Bundesministerium fur Bildung und Forschung Intoleranzen gegen Nahrungsbestandteile Memento vom 12 Juni 2016 im Internet Archive Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt nicht eine Diagnose durch einen Arzt Bitte hierzu den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten Normdaten Sachbegriff GND 4001257 8 OGND AKS LCCN sh85003662Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Allergie amp oldid 213038257, wikipedia, wiki, deutsches

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