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Aktion T4

Aktion T4 ist eine nach 1945 gebräuchlich gewordene Bezeichnung für die systematische Ermordung von mehr als 70.000 Menschen mit körperlichen, geistigen und seelischen Behinderungen in Deutschland von 1940 bis 1941 unter Leitung der Zentraldienststelle T4. Diese Ermordungen waren Teil der Krankenmorde in der Zeit des Nationalsozialismus, denen bis 1945 über 200.000 Menschen zum Opfer fielen.

Gedenktafel an der Tiergartenstraße 4 in Berlin, 2009
Neuer Gedenk- und Informationsort Tiergartenstraße, 2014

Neben rassenhygienischen Vorstellungen der Eugenik sind kriegswirtschaftliche Erwägungen während des Zweiten Weltkrieges zur Begründung der „Vernichtung lebensunwerten Lebens“ herangezogen worden. Gleichzeitig mit ersten kirchlichen Protesten wurden die Tötungen nach „Leerung“ ganzer Anstaltsteile von „Heil- und Pflegeanstalten“ (vor 1934 gewöhnliche Bezeichnung: „Irrenanstalt“) seit 1942 dezentral fortgesetzt.

„T4“ ist die Abkürzung für die Adresse der damaligen Zentraldienststelle T4 in Berlin: Tiergartenstraße 4. Zu Beginn der Aktion befand sich die Dienststelle im Columbushaus.

Inhaltsverzeichnis

Zur Zeit des Nationalsozialismus wurden die Massenermordungen unter euphemistischen Bezeichnungen wie Aktion Gnadentod vollzogen. Diese Aktion wurde auch als Vernichtung lebensunwerten Lebens und NS-Krankenmorde bekannt. Namensgebend für das in der Nachkriegszeit mittlerweile gebräuchliche Kürzel Aktion T4 war die in einer damaligen Villa in der Tiergartenstraße 4 in Berlin-Mitte untergebrachte Bürozentrale für die Leitung der Ermordung behinderter Menschen im gesamten Deutschen Reich. In den erhaltenen zeitgenössischen Quellen findet sich die Bezeichnung Aktion T4 nicht. Dort wurde der Begriff Aktion – oder auch mit einem vorangestellten Kürzel für Euthanasie (Eu-Aktion bzw. nur E-Aktion) – verwendet. Im antiken Griechenland stand das altgriechische Wortεὐθανασία euthanasía (vonεὖ eu „gut, richtig, leicht, schön“ undθάνατος thanatos „Tod“) für den „guten Tod“ ohne vorhergehende lange Krankheit.

Die im Nationalsozialismus praktizierte sogenannte Euthanasie geht auf schon um die Jahrhundertwende entwickelte eugenische Ideen, wie sie neben anderen durch den Psychologen Adolf Jost popularisiert wurden, zurück. Diese Vorstellungen wurden durch die 1920 publizierte Schrift Freigabe zur Vernichtung lebensunwerten Lebens von Binding und Hoche konkretisiert und fanden damit Eingang in die akademische Diskussion. Im Sinne einer „Rassenhygiene“ und einer Höherzüchtung der „arischen Rasse“ korrespondierten diese eugenischen Ideen nicht nur mit den Zielen der nationalsozialistischen Ideologie, sondern das festgelegte Endziel einer „Vernichtung lebensunwerten Lebens“ wurde stark materialistisch begründet. Es handelte sich hierbei um einen Euphemismus für die geplante und systematische Ermordung von „Erb- und Geisteskranken, Behinderten und sozial oder rassisch Unerwünschten“; die Entscheidungen wurden hierbei nach Aktenlage von als Gutachter eingesetzten Ärzten gefällt.

Die „Aktion T4“ war Teil einer stufenweisen Verwirklichung von Kernzielen der nationalsozialistischen Ideologie, der „Aufartung“ oder „Aufnordung“ des deutschen Volkes. Hierzu gehörten verschiedene Maßnahmen – von harmlosen wie Ehestandsdarlehen, Kinderbeihilfen, Steuererleichterungen bis hin zur Zuweisung von Siedlerstellen und Erbhöfen zur Förderung von rassisch erwünschtem zahlreichem Nachwuchs. Jede „Beeinträchtigung des deutschen Volkskörpers“ sollte durch die gesetzlich geregelte „Verhinderung“ der Fortpflanzung von Menschen mit einer echten oder angeblichen Erbkrankheit sowie von sozial und rassisch unerwünschten Menschen verhindert werden. Mittel war dazu schließlich das „Ausmerzen“ in Form der Vernichtung von „lebensunwertem Leben“. „Heilen oder Vernichten“ waren somit die komplementären Teile der nationalsozialistischen Ideologie. Federführend bei der Gesetzgebung zu diesem Ziel war der Reichsminister des Innern Wilhelm Frick.

  • Am 27. September 1939 kam es in Wejherowo (Neustadt bei Gdingen) in Westpreußen zum ersten Massaker an Psychiatriepatienten im deutsch besetzten Polen, dem weitere Krankenmorde in vielen polnischen Anstalten folgten. Noch im Herbst wurden aus Pommern deutsche Kranke durch die dortigen Anstaltsleiter selektiert und zur Erschießung ins deutsch besetzte Westpreußen gebracht.
  • In einer der Kasematten des Forts VII in der besetzten polnischen Stadt Poznań (Posen) wurden in der zweiten Oktoberhälfte oder evt. noch vor dem 9. Oktober des Jahres 1939 in einer „Probevergasung“ mehrere Psychiatriepatienten durch Kohlenstoffmonoxid ermordet. Der NS-Führer Himmler (SS) ließ sich dort die Wirkungsweise dieser Vergasungsmethode am 12. oder 13. Dezember 1939 vorführen. Wenig später verwendeten die unten genannten Tötungsanstalten der Aktion T4 dieses Gas ebenfalls.
  • Mit der Kinder-Euthanasie im Jahre 1939 wurde die Tötung von mindestens 5.000 erbkranken und kognitiv oder körperlich beeinträchtigten Säuglingen und Kindern eingeleitet.
  • Kurz darauf folgte die Erwachsenen-Euthanasie, in der etwa 70.000 Bewohner von Heil- und Pflegeanstalten sowie Heimen für Menschen mit Behinderung umgebracht wurden. Dazu gehörten auch zahlreiche ehemalige Heeressoldaten des Ersten Weltkrieges, die aufgrund der dabei erlittenen schweren psychosozialen Störungen in Heilanstalten lebten und bei deren Auflösung zur Ermordung in T4-Anstalten deportiert worden sind.

Nach Einstellung der „Aktion T4“ im August 1941 durch die Berliner Zentrale, die von Anfang an von der Protektion Heinrich Himmlers und Reinhard Heydrichs abhängig war, wurde die Erwachsenen-„Euthanasie“ dezentral relativ unauffällig weitergeführt:

  • Die Tötung „kranker“ und „nicht mehr arbeitsfähiger“ KZ-Häftlinge bis Ende des Krieges in drei der ehemaligen Tötungsanstalten der „Aktion T4“ (Bernburg, Sonnenstein, Hartheim) wurde nach dem hierfür verwandten Aktenzeichen als „Aktion 14f13“ bezeichnet. Im Rahmen dieser Aktion, die auch „Sonderbehandlung 14f13“ genannt wurde, wurden etwa 20.000 Häftlinge ermordet.
  • Mit der „Aktion Brandt“ (nach Karl Brandt, Begleitarzt Hitlers, ab 28. Juli 1942 Bevollmächtigter für das Sanitäts- und Gesundheitswesen sowie ab 5. September 1943 Leiter des gesamten medizinischen Vorrats- und Versorgungswesens des „dritten Reichs“) wurden ab 1943 Heil- und Pflegeanstalten für den infolge des zunehmenden Luftkriegs steigenden Bedarf von Ausweichkrankenhäusern in Beschlag genommen. Die Patienten wurden in besonderen Anstalten konzentriert, die in der Mitte des Reichs oder im Osten lagen. Durch gezielte Tötungen mit überdosierten Medikamenten oder Verhungernlassen durch Unterernährung wurde deren Zahl immer weiter drastisch reduziert. Diese Phase nach dem „offiziellen“ Ende der „Euthanasie“ im August 1941 wurde in den ersten Jahrzehnten nach Kriegsende als „wilde Euthanasie“ bezeichnet und bedeutete die Ermordung von weiteren etwa 30.000 Menschen.

Die Freigabe der Vernichtung lebensunwerten Lebens, geschrieben von Alfred Hoche und Karl Binding, und Grundriss der menschlichen Erblichkeitslehre und Rassenhygiene, in späteren Auflagen Menschliche Erblichkeitslehre und Rassenhygiene, verfasst von Eugen Fischer, Erwin Baur und Fritz Lenz, diente den Nationalsozialisten als Begründung für das T4-Programm.

Bereits im Juli 1939 fand eine Beratung Hitlers mit dem Reichsgesundheitsführer Leonardo Conti, dem Chef der Reichskanzlei Hans Heinrich Lammers und Martin Bormann als Leiter des Stabes des Stellvertreters des Führers statt. Gegenstand war die Fortführung der bereits laufenden Beratungen zur „Vernichtung von lebensunwertem Leben“ durch Einbeziehung psychisch Kranker in die Tötungsmaßnahmen im Anschluss an die Kinder-„Euthanasie“.

Formloses Schreiben Hitlers, rückdatiert auf den 1. September 1939

Mit der Durchführung beauftragte Hitler jedoch nicht Conti, sondern den Leiter der Kanzlei des Führers (KdF) Philipp Bouhler, nachdem dieser bereits die Federführung in der „Kindereuthanasie“ innehatte. Dieser terminierte am 10. August 1939 ein Gespräch mit Karl Brandt, Leonardo Conti, den Ministerialdirigenten Herbert Linden vom Reichsministerium des Innern und seinen eigenen Mitarbeitern, Oberdienstleiter Viktor Brack (Leiter des Hauptamtes II) und Hans Hefelmann (Leiter des Amtes IIb) aus der KdF sowie einer Auswahl von Ärzten, die als die erforderlichen Mitarbeiter für die Durchführung der Erwachsenen-„Euthanasie“ beziehungsweise später der „Aktion T4“ gewonnen werden sollten. Im Fortgang dieser Besprechungen unter dem als medizinischen Leiter berufenen Würzburger Universitätsprofessor für Psychiatrie und Neurologie Werner Heyde wurde der Kreis der Mitarbeiter weiter auf die erforderlich scheinende Größe ausgedehnt.

Im Oktober 1939 ermächtigte schließlich Hitler mit einem auf den 1. September 1939, den Tag des Kriegsbeginns, zurückdatierten Schreiben den Leiter der KdF Bouhler und Hitlers Begleitarzt Karl Brandt als medizinischen Ansprechpartner mit der organisatorischen Durchführung der als „Euthanasie“ bezeichneten Tötung von „lebensunwertem Leben“. Das Schreiben auf Hitlers privatem Briefpapier hat folgenden Wortlaut:

„Reichsleiter Bouhler und Dr. med. Brandt sind unter Verantwortung beauftragt, die Befugnisse namentlich zu bestimmender Ärzte so zu erweitern, dass nach menschlichem Ermessen unheilbar Kranken bei kritischster Beurteilung ihres Krankheitszustandes der Gnadentod gewährt werden kann.“

Dieses Ermächtigungsschreiben hatte keine Rechtsgültigkeit, ein solcher Erlass hätte von Hitler und Herbert Linden gegengezeichnet, auf offiziellem Papier gedruckt und im Reichsgesetzblatt publiziert werden müssen. Es gab jedoch auch Rechtsprofessoren, die einen Führererlass (wobei der Erlass, um als solcher zu gelten, über die Reichskanzlei hätte ausgegeben werden müssen) als unmittelbar geltendes Recht sahen, darunter Theodor Maunz. Ein auf das Originaldokument gesetzter Randvermerk des Reichsjustizministers Franz Gürtner belegt, dass der Befehl 1940 von Bouhler dem Reichsjustizministerium übergeben worden ist.

Da die Kanzlei des Führers im Zusammenhang mit den beschlossenen Maßnahmen nicht öffentlich in Erscheinung treten sollte, wurde eine halbstaatliche Sonderverwaltung gebildet, die formal dem Hauptamt II der KdF, geleitet von Viktor Brack, unterstellt wurde und seit April 1940 in einer Villa in der Berliner Tiergartenstraße 4 untergebracht war und durch den Reichsschatzmeister der NSDAP finanziert wurde. Diese Zentraldienststelle T4 mit ihrem Geschäftsführer Dietrich Allers war in folgende nach außen hin selbständige Institutionen untergliedert:

Garage der „grauen Busse“ in Hadamar, mit denen Menschen in die Tötungsanstalten gebracht wurden. Heute Teil der Gedenkstätte, 2008

Für die Auswahl der Opfer waren 40 „Gutachter“ berufen worden, die anhand einer Patientenbeschreibung auf Meldebögen über deren Schicksal entscheiden sollten. Diese Beurteilungen wurden nur anhand der Aktenlage gefällt.

In einer Besprechung am 9. Oktober 1939 wurde die Zahl der infrage kommenden Patienten mit etwa 70.000 bestimmt. Dabei wurde das Ziel verfolgt, unheilbare Erbkrankheiten auszurotten und gleichzeitig die Kosten für die Anstaltspflege zu senken. Der Chef des Reichskriminalamtes im Reichssicherheitshauptamt, Arthur Nebe, war mit der Prüfung eines geeigneten Tötungsmittels beauftragt worden. Sein Mitarbeiter und Leiter der chemisch-physikalischen Abteilung im Kriminaltechnischen Institut, Albert Widmann, schlug hierfür die Verwendung von Kohlenstoffmonoxid (CO) vor.

Mit Runderlass vom 9. Oktober 1939 der von Leonardo Conti geleiteten Abteilung IV des Reichsministeriums des Innern wurden die in Frage kommenden Heil- und Pflegeanstalten zur Benennung bestimmter Patienten mittels Meldebögen aufgefordert, auf denen detaillierte Angaben zu Krankheit und Arbeitsfähigkeit zu machen waren. In einem beiliegenden Merkblatt waren folgende Kriterien angegeben:

Die betroffenen Anstalten wurden darüber im Unklaren gelassen, dass die Meldebögen für die Aufstellung der Opfer der Aktion T4 dienten und lediglich auf die Notwendigkeit einer planwirtschaftlichen Erfassung verwiesen.

Die an den zuständigen Referenten Herbert Linden im Reichsministerium des Innern zurückgegebenen Meldebögen wurden an die T4-Zentrale weitergeleitet. Dort wurde nach Anlegen einer Karteikarte von jedem Meldebogen Kopien gefertigt und an drei Gutachter gesandt. Die Gutachter trugen ihre Entscheidung in einem schwarz umrandeten Kasten auf die Meldebogenkopie mit einem roten „+“ für „Töten“ und einem blauen „–“ für „Weiterleben“ ein. Konnte sich ein Gutachter nicht entscheiden, versah er den Meldebogen mit einem „?“ und gegebenenfalls einer Bemerkung. Eine wichtige Rolle bei der Beurteilung spielte die Frage, ob der Patient als arbeitsfähig und heilbar bewertet wurde.

In der T4-Zentrale wurden die Eintragungen auf den so begutachteten Meldebögenkopien auf die Originale übertragen und diese an einen der beiden Obergutachter zur abschließenden Entscheidung vorgelegt. Obergutachter waren Werner Heyde und Ministerialdirigent Herbert Linden vom Reichsinnenministerium, der nach einem halben Jahr abgelöst wurde durch Hermann Paul Nitsche, ab Dezember 1941 auch Nachfolger von Heyde als medizinischer Leiter von T4. Die Obergutachter verwendeten die gleichen Zeichen wie die Vorgutachter mit Ausnahme des „?“. Die vier Gutachter fällten die Entscheidungen, ohne den Patienten gesehen zu haben.

Zurück in der T4-Zentrale, wurden die mit einem roten „+“ gekennzeichneten Meldebögen zusammen mit Kopien an den Leiter der Gekrat, Reinhold Vorberg, übergeben. Dort wurden die Verlegungslisten zusammengestellt, die über das Reichsministerium des Innern an die betroffenen Anstalten und den bei der zuständigen Tötungsanstalt stationierten Transportstaffeln der Gekrat verschickt.

Im folgenden Abschnitt fehlen noch folgende wichtige Informationen:
Die Tötungsanstalten in besetzen Gebieten ()
Hilf der Wikipedia, indem du sie recherchierst undeinfügst.

Im Keller dieses Gebäudes im Schloss Sonnenstein in Pirna wurden in den Jahren 1940/41 13.720 Menschen mit geistiger Behinderung und psychischer Erkrankung sowie mindestens 1.031 Häftlinge aus Konzentrationslagern mit Gas getötet.

Mit den Meldebögen an die einzelnen Anstalten zur Erfassung der in Betracht kommenden Menschen wurde auch ein zweiter Meldebogen mit Fragen zu den Anstalten selbst, wie Baujahr, Größe, besondere Einrichtungen, Bahnanschluss und ähnlichem, versandt. Auf diese Weise sollten Erkenntnisse über geeignete Anstalten für die Tötung der ausgewählten Opfer gewonnen werden.

Anfang Oktober 1939 besuchte Herbert Linden vom Reichsinnenministerium den Leiter des Württembergischen Gesundheitsdienstes im dortigen Innenministerium, Eugen Stähle, und eröffnete ihm die Planungen der Reichsregierung zur Reduzierung erb- und geisteskranker Anstaltsinsassen, verbunden mit der Forderung, eine geeignete Anstalt in Württemberg zu benennen, in der die „Euthanasie“ des genannten Patientenkreises durchgeführt werden könnte. Stähle schlug hierfür die Samariteranstalt Grafeneck in der Nähe von Marbach, einem Ortsteil von Gomadingen, vor. Diese wurde am 12. Oktober 1939 beschlagnahmt, von allen Patienten geräumt und kurz darauf für den vorgesehenen Zweck umgebaut. Neben Büro- und Personalräumen wurde in einer 300 Meter vom Schloss entfernt stehenden Holzbaracke ein als „Duschraum“ bezeichneter gasdichter Tötungsraum eingerichtet. Neben der Baracke wurden drei fahrbare Krematoriumsöfen installiert und die Anlage mit einem Bretterzaun abgeschirmt. Von der näheren Umgebung wurde die Einrichtung durch SS-Posten abgesichert. Im Januar 1940 nahm die Tötungsanstalt Grafeneck ihren „Betrieb“ auf.

Im Gebiet des Deutschen Reiches wurden zwischen 1939 und 1941 sechs Euthanasie-Tötungsanstalten errichtet. Zum Teil wurden zahlreiche Tötungen auch nach dem am 24. August 1941 von Hitler verfügten „Euthanasie-Stopp“ vorgenommen. Dabei wurden Medikamente überdosiert und Mangelernährung gezielt eingesetzt; zudem wurden arbeitsuntaugliche Häftlinge im Rahmen der Aktion 14f13 getötet.

T4-Tötungsanstalt Ort Heutiges Bundesland Zeitraum
Grafeneck Gomadingen Baden-Württemberg 20. Januar – Dezember 1940
Brandenburg Brandenburg an der Havel Brandenburg 1. Februar – Oktober 1940
Hartheim Alkoven bei Linz Oberösterreich 6. Mai 1940 – Dezember 1944
Sonnenstein Pirna Sachsen 28. Juni 1940 – September 1942
Bernburg Bernburg (Saale) Sachsen-Anhalt 21. November 1940 bis 30. Juli 1943
Hadamar Hadamar bei Limburg Hessen Januar 1941 bis 31. Juli 1942

Die „Euthanasie“-Anstalt Bernburg löste im Herbst 1940 Brandenburg ab, Hadamar die Tötungsanstalt Grafeneck.

Die T4-Organisatoren Viktor Brack und Werner Heyde ordneten an, dass die Tötung der Kranken ausschließlich durch das ärztliche Personal erfolgen durfte, da sich das Ermächtigungsschreiben Hitlers vom 1. September 1939 nur auf Ärzte bezog. In den einzelnen NS-Tötungsanstalten waren folgende Ärzte tätig:

T4-Tötungsanstalt Tötungsärzte Funktion Zeitraum
Grafeneck Horst Schumann
Ernst Baumhard
Günther Hennecke
Leiter
Stellvertreter, ab Mai 1940 Leiter
Stellvertreter
Januar – Mai 1940
Januar – April 1940
25. April – Dezember 1940
Brandenburg Irmfried Eberl
Aquilin Ullrich
Heinrich Bunke
Leiter
Stellvertreter
Stellvertreter
1. Februar – November 1940
15. März – November 1940
August – November 1940
Hartheim Rudolf Lonauer
Georg Renno
Leiter
Stellvertreter
1. April 1940 – April 1945
Mai 1940 – August 1941
Sonnenstein Horst Schumann
Curt Schmalenbach
Klaus Endruweit
Kurt Borm
Ewald Wortmann
Leiter
Stellvertreter
Stellvertreter
Stellvertreter
Juni 1940 – August 1941
Herbst – Dezember 1940
Dezember 1940 – April 1941
Dezember 1940 – August 1941
Mai 1940 – Oktober 1940
Bernburg Irmfried Eberl
Heinrich Bunke
Leiter
Stellvertreter
November 1940 – August 1941
November 1940 – August 1941
Hadamar Ernst Baumhard
Friedrich Berner
Curt Schmalenbach
Adolf Wahlmann
Günther Hennecke
Bodo Gorgaß
Leiter
Leiter
Leiter
Leiter
Stellvertreter
Stellvertreter
Januar – Juni 1941
Juni – August 1941
Dezember 1941 – Juli 1942
5. August 1942 – April 1945
13. Januar – Juni 1941
18. Juni – August 1941

Die Euthanasie umfasste die Erfassung und Begutachtung der Opfer, ihren Abtransport, ihre Tötung und Verbrennung sowie die Fälschung der Sterbeurkunden und die Ablieferung des Zahngoldes.

Die in den ursprünglichen Anstalten und Heimen erfassten und von den Gutachtern für die Euthanasie vorgesehenen Personen wurden in Zwischenanstalten transportiert. Im Regelfall wurden die Bustransporte zentral organisiert, nur in Ausnahmefällen wurde auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgegriffen. Zu ihrer Bereicherung erhielten die Ursprungsanstalten genaue Vorgaben, was den Patienten als Vorbereitung mitzugeben sei. Als Zwischenstation in der Euthanasiekette dienten jeweils zwei bis vier Anstalten im weiteren Umfeld der Tötungsanstalten, zumeist staatliche Psychiatrien.

Diese Zwischenanstalten dienten einerseits dem Zweck der Verschleierung des Endpunktes: Begleitpersonen durften den Patienten nur bis dort folgen. Andererseits dienten sie als Zwischenstation, damit die Tötungsanstalten nicht überfüllt wurden. In der Aufnahmebaracke der Tötungsanstalt wurden die eingelieferten Menschen entkleidet, gemessen, gewogen, fotografiert und dann den Ärzten vorgeführt. Dabei wurden die Personendaten überprüft und auffallende Kennzeichen wie Operationsnarben vermerkt, die für die Erstellung einer angeblichen Todesursache von Bedeutung sein konnten.

Zur Täuschung der Opfer waren die Gaskammern mit Brauseköpfen ausgestattet. Meist wurden 30 und mehr Menschen zugleich vergast. Die Tötung erfolgte durch Kohlenmonoxidgas, das der Anstaltsarzt in der Regel etwa 20 Minuten lang einströmen ließ. Die Gaszufuhr wurde eingestellt, wenn sich im Vergasungsraum keine Bewegung mehr feststellen ließ. Die Leichen wurden im Regelfall in den anstaltseigenen Krematorien verbrannt; Goldkronen wurden vorher herausgebrochen. Das so gewonnene Rohmaterial wurde über die Zentraldienststelle T4 an die Degussa geliefert und zu Feingold verarbeitet.

Die an die Anstalten angeschlossenen Standesämter stellten Todesurkunden mit erfundenen Krankengeschichten für natürliche Todesursachen aus, wobei z. B. Hartheim den Briefkopf von Brandenburg verwendete und umgekehrt und die Post sogar dort eingeliefert wurde, es gab ein Kurierdienstauto eigens für die Aktenverschiebungen zwischen den Anstalten. Angehörige glaubten daher an ein Versterben in der sehr weit entfernten Anstalt. Persönliche Besuche und Nachforschungen vor Ort wurden in die Irre geleitet und weitere Reklamationsversuche von Angehörigen mit weiten Reisen erschwert. Möglicher Widerstand oder auch nur Aufwand mit Nachfragen wurde so minimiert. Den Kostenträgern wurden Rechnungen für Quartier, Kost und Pflege über Wochen und Monate ausgestellt, obwohl die Personen sofort bei ihrer Ankunft getötet wurden. Die Angehörigen wurden weiter durch Zusendung von Urnen mit Verbrennungsasche aus der in den Unterlagen genannten weit entfernten Anstalt irregeführt. Auch dies diente der Bereicherung der Anstalten durch die Verrechnung der angeblich damit verbundenen Kosten.

Eine erhalten gebliebene interne T4-Statistik, die so genannte Hartheimer Statistik, überliefert die in den Tötungsanstalten zwischen 1940 und 1. September 1941 vergasten Menschen.

Anstalt 1940 1941 Summe
A (Grafeneck) 9.839 9.839
B (Brandenburg) 9.772 9.772
Be (Bernburg) 8.601 8.601
C (Hartheim) 9.670 8.599 18.269
D (Sonnenstein) 5.943 7.777 13.720
E (Hadamar) 10.072 10.072
gesamt 35.224 35.049 70.273

Nach Angaben der Gedenkstätte Grafeneck wurden jedoch zwischen Januar und Dezember 1940 in Grafeneck zwischen 10.500 und 11.000 Menschen ermordet. Die Zahl 10.654 wurde 1949 vom Schwurgericht Tübingen in einem Prozess genannt, der gegen eine kleine Zahl der Täter geführt wurde.

Die Gedenkstätte Hadamar nennt für den Zeitraum zwischen dem 13. Januar und 24. August 1941 eine Zahl von insgesamt 10.122 Opfern in der Hadamarer Gaskammer. Im Rahmen der „zweiten Mordphase“ übernahm die ehemalige Landesheilanstalt Hadamar erneut die Funktion einer Tötungsanstalt: Dort starben von August 1942 bis zum 26. März 1945 weitere 4.411 Opfer.

Gegen die Aktion T4 protestierten Eltern der Betroffenen, prominente Kirchenvertreter, wie von katholischer Seite der quasi amtsenthobene Bischof der Diözese Rottenburg Joannes Baptista Sproll, der Bischof von Münster, Clemens August Graf von Galen, der Bischof von Berlin, Konrad Graf von Preysing, der Dompropst von Berlin, Bernhard Lichtenberg, der Kapitularvikar von Paderborn, Weihbischof Augustinus Philipp Baumann und der Bischof von Limburg, Antonius Hilfrich, sowie von evangelischer Seite Paul Gerhard Braune, Theophil Wurm und Friedrich von Bodelschwingh, Bielefeld, aber auch einige Heimleiter und Mitarbeiter der Heime, in denen die Opfer lebten.

Als einziger deutscher Richter prangerte Lothar Kreyssig aus Brandenburg an der Havel die Euthanasiemorde an. Als Vormundschaftsrichter hatte er bemerkt, dass sich nach einer Verlegung Nachrichten über den Tod seiner behinderten Mündel häuften. Im Juli 1940 meldete er seinen Verdacht, dass die Kranken massenhaft ermordet würden, dem Reichsjustizminister Franz Gürtner. Nachdem ihm mitgeteilt worden war, dass die Mord-Aktion in Verantwortung der Kanzlei des Führers ausgeführt werde, erstattete Kreyssig gegen Reichsleiter Philipp Bouhler Anzeige wegen Mordes. Den Anstalten, in denen Mündel von ihm untergebracht waren, untersagte er strikt, diese ohne seine Zustimmung zu verlegen. Kreyssig, der damit gerechnet hatte, sofort festgenommen zu werden, wurde lediglich in den Ruhestand versetzt.

Den Alliierten war die Aktion seit 1940 bekannt. Die Royal Air Force warf im September 1941 Flugblätter über dem Deutschen Reich ab („200 000 Unbrauchbare“), in denen über Steinhof und Erwin Jekelius berichtet wurde.

Grabung und Bergung von vermutlich 220 Todesopfern von 1942 bis 1945 in Hall in Tirol (2011)

Unter dem Datum 31. Januar 1941 notierte Joseph Goebbels in seinem Tagebuch: „Mit Bouhler Frage der stillschweigenden Liquidierung von Geisteskranken besprochen. 40000 sind weg, 60000 müssen noch weg. Das ist eine harte, aber auch notwendige Arbeit. Und sie muß jetzt getan werden. Bouhler ist der rechte Mann dazu.“ Das hier genannte Planungsziel von 100.000 Opfern wurde nach der oben genannten Hartheimer Statistik nicht verwirklicht und der Tagebucheintrag wird als Beweis dafür angeführt, dass die Aktion T4 vorzeitig abgebrochen wurde.

Am 24. August 1941 gab Hitler seinem Begleitarzt Brandt und Reichsleiter Bouhler die mündliche Weisung, die „Aktion T4“ zu beenden und die „Erwachseneneuthanasie“ in den sechs Tötungsanstalten einzustellen. Die sogenannte „Kinder-Euthanasie“ wurde jedoch fortgesetzt, ebenso die dezentrale Tötung behinderter Erwachsener in einzelnen „Heil- und Pflegeanstalten“ durch Nahrungsentzug sowie Verabreichung von Luminal oder Morphium-Scopolamin, die trotz Kenntnis der „Aktion T4“ von der Bevölkerung hingenommen und teils sogar befördert wurde. Die Anstalten wurden genutzt, um Probleme im alltäglichen Zusammenleben mit erkrankten oder auch nur störenden Familienmitgliedern zu „lösen“. Außerdem wurde in den drei Tötungsanstalten Bernburg, Sonnenstein und Hartheim die als „Aktion 14f13“ bezeichnete Tötung von kranken beziehungsweise nicht mehr arbeitsfähigen KZ-Häftlingen weiter durchgeführt.

Nach Ansicht des Historikers Götz Aly war der öffentliche Protest von Clemens August Graf von Galen der entscheidende Anstoß für Hitler, die Aktion vorläufig einzustellen, jedoch nicht der alleinige Grund. Die deutliche Stellungnahme hoher kirchlicher Würdenträger gegen die Patiententötung hätte insbesondere unter den katholischen Gläubigen gewirkt. Der Bruch der Geheimhaltung und die Beunruhigung der Bevölkerung wurden mit Besorgnis registriert, zumal die Ausweitung des Krieges unmittelbar bevorstand.

Bei den systematischen Selektionen in den Konzentrationslagern wie auch bei der Ermordung von Juden in Vernichtungslagern kamen Büropersonal und Mannschaften zum Einsatz, die bis dahin bei der Aktion T4 mitgewirkt hatten. Uwe Dietrich Adam warf daher die Frage auf, ob man die Aktion abbrach, weil man diese Tötungsspezialisten andernorts dringender brauchte.

Das freiwerdende Personal der anderen Tötungsanstalten wurde zur personellen Basis für die zeitgleich anlaufende Durchführung der sogenannten „Endlösung der Judenfrage“ (Shoa). Diese Aktion fand ihren Höhepunkt mit der „Aktion Reinhardt“ in den Jahren 1942/43 und führte zur Tötung von etwa 1,7 bis 1,9 Millionen Juden in den drei Vernichtungslagern Belzec, Sobibor und Treblinka. Einen politischen Höhepunkt dieser Entwicklung stellt der so genannte Gaskammerbrief des Juristen Erhard Wetzel dar, der im Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete des NS-Rassenideologen Alfred Rosenberg als „Judenreferent“ gearbeitet hat. Der Brief gilt als das früheste Dokument der Verbindung zwischen der Aktion T4 und der systematischen Ermordung der Juden in Europa. Insgesamt über 100 der in der „Euthanasie“ ausgebildeten und tätigen Beschäftigten stellten das „Fachpersonal“ für die Fortsetzung der Krankenmorde und die Durchführung der „Endlösungs“-Maßnahmen. Beispielhaft werden nachstehend einige der bekanntesten Namen aufgeführt:

Strafrechtliche Aufarbeitung

Frühe Nachkriegsprozesse gegen Verantwortliche der Anstalten stellten diejenigen, die „Euthanasie-Morde“ befohlen oder veranlasst hatten, strafrechtlich den unmittelbaren Tätern gleich, die danach todbringende Spritzen verabreichten. Der Verteidigungsstrategie, man habe die Rechtswidrigkeit seinerzeit nicht erkannt, wurde vom Gericht entgegengehalten, dass die Tötung offenkundig naturrechtswidrig sei. Auch die – behauptete oder nachgewiesene – Rettung einzelner Opfer führte nicht zum Freispruch. Gerichte werteten die Taten als Mord und verhängten harte Strafen, auch Todesurteile.

Ab 1948/49 ist in Urteilen eine geänderte Rechtsauffassung festzustellen. Tätern wurde ein „möglicherweise unvermeidbarer Verbotsirrtum“ zugebilligt. Als „Gehilfen ohne eigenen Willensentschluss“ erhielten Angeklagte mildere Strafen. Mit der Tötungsentscheidung der T4-Zentrale sei bereits eine Entscheidung gefallen, und wenn danach einzelne Personen vom Arzt zurückgestellt wurden, konnte dies zum Freispruch führen. „Euthanasie-Prozesse“ der 1950er Jahre endeten häufig mit geringen Strafen oder Freisprüchen.

1965 leitete Fritz Bauer ein Ermittlungsverfahren gegen sechzehn hochrangige Juristen ein, die am 23./24. April 1941 an einer Besprechung in Berlin teilgenommen hatten. Dort hatten sie offiziell von der Tötung Geisteskranker erfahren und danach widerspruchslos die Anordnung befolgt, Strafanzeigen unbearbeitet ans Reichsjustizministerium abzugeben. Die Voruntersuchungen wurden 1970 eingestellt.

Viele Prozesse folgten erst spät in den 1970er/1980er Jahren. Etliche wurden wegen Verhandlungsunfähigkeit wieder eingestellt (z. B. gegen Schumann, Bunke, Renno, Endruweit) oder die Täter erhielten nur geringe Haftstrafen (z. B. Ullrich), wurden freigesprochen (z. B. Borm) oder sind nach kurzer Haft begnadigt worden (z. B. Gorgaß). Andere wie Eberl oder Lonauer entzogen sich durch Suizid einer Strafverfolgung. Von 438 „Euthanasie“-Strafverfahren, die bis 1999 eingeleitet wurden, endeten nur 6,8 % mit rechtskräftigen Urteilen, darunter zahlreichen Freisprüchen.

Der von Klara Nowak gegründete Bund der „Euthanasie“-Geschädigten und Zwangssterilisierten setzte sich ab 1987 für die Rehabilitierung und Entschädigung der Opfer und ihrer Angehörigen ein.

Zentraler Gedenk- und Informationsort an der Tiergartenstraße 4 in Berlin

Richard Serra: Berlin Curves/Berlin Junction, Stahl, 1986

Am historischen Ort der Tiergartenstraße 4 in Berlin-Mitte entstand ein nationaler Gedenk- und Informationsort für die Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Morde. Von dem Gebäude an dieser Adresse aus hatte eine Bürozentrale unter dem Decknamen „T4“ die systematische Ermordung von Patienten aus Heil- und Pflegeanstalten im Deutschen Reich organisiert. Die Eröffnung des Gedenkortes erfolgte am 2. September 2014. Seit den 1980er Jahren waren an diesem Ort bereits mehrere Gedenkformen und -aktionen entstanden. So wurde eine Stahlskulptur von Richard Serra 1988 zu einem Monument für die Opfer umgewidmet, daneben wurde eine Gedenkplatte in den Boden eingelassen. Nach jahrelanger Kritik an der fehlenden Sichtbarkeit des Gedenkortes beschloss der Deutsche Bundestag 2011 die Aufwertung des bereits bestehenden Denkmals für die Opfer der Morde sowie ihre angemessene Würdigung am historischen Standort der Planung und Organisation der „Aktion T 4“, der NS-Krankenmorde, in der Tiergartenstraße 4 in Berlin.

In Salzburg (Mahnmal von 1991); 2014 wurden 325 Opfernamen ergänzt

Weitere Mahnmale nach 1990

Nach 1990 wurden Mahnmale errichtet, die sich insbesondere an Mediziner und Forscher wenden: Mahnmal im Zusammenhang mit den nationalsozialistischen Euthanasieverbrechen in München, Berlin und Salzburg.

2019 wurde das Mahnmal „Lebenszeichen“ von der Grafikerin und Kunsttherapeutin Pauline Ullrich konzipiert und im Rahmen eines inklusiven Workshops umgesetzt. Es steht in der Grabenallee in Schwäbisch Gmünd.

Graue Busse

Dauerhaft platzierter Nachguss des mobilen Busses vor dem Landeshaus des LVR in Köln-Deutz.

Seit Anfang 2007 gibt es einen Runden Tisch unter der Federführung der Stiftung Topographie des Terrors und der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, an dem Betroffene, engagierte Bürger, Vertreter verschiedener Einrichtungen und zuständiger Behörden teilnehmen. Die Gruppe hat es sich zur Aufgabe gemacht, auf den aktuellen Missstand aufmerksam zu machen und die Diskussion um eine angemessene, würdige Neugestaltung des Gedenkortes im Rahmen der städtebaulichen Umgestaltung des Kulturforums voranzutreiben. Ein erstes Ergebnis der Arbeit war die zeitweilige Aufstellung des „Denkmals der Grauen Busse“ am 18. Januar 2008 vor der Philharmonie. Dieses Denkmal wurde am 17. Januar 2009 wieder abgebaut und wird in verschiedene Städte versetzt, sodass die Erinnerung an die Ermordung kranker und behinderter Menschen im Dritten Reich ebenfalls in Bewegung bleibt.

Gedenkorte in den ehemaligen Tötungsanstalten und psychiatrischen Kliniken

In den ehemaligen Tötungsanstalten, aber auch in vielen psychiatrischen Kliniken, aus denen die Patienten zur Tötung verschickt wurden, gibt es Gedenkstätten und partiell Ausstellungen oder Lernstätten mit pädagogisch-dikatischer Aufarbeitung, so unter anderem an den historischen Orten der sechs „Euthanasie“-Tötungsanstalten Hadamar in Hessen, Brandenburg an der Havel in Brandenburg, Bernburg in Sachsen-Anhalt, Grafeneck in Baden-Württemberg, Pirna in Sachsen und Hartheim in Österreich sowie im Kloster Irsee in Bayern. Auch in der ehemaligen Königlich-Sächsische Heil- und Pflegeanstalt Großschweidnitz (seit 1902) kam es ab 1939/40 zu tausendfachen Morden an dazu dorthin deportierten Personen (NS-Patientenmorde, Aktion Brandt; zunächst als Zwischenanstalt für Pirna).

Die Treise-Kapelle auf dem Gelände der Klinik Warstein wurde 1985 zur Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie und 2012 mit den Namen der dortigen Opfer erweitert

Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie

Am 26. November 2010 fand auf dem DGPPN-Kongress eine Veranstaltung unter dem Titel „Psychiatrie im Nationalsozialismus – Erinnerung und Verantwortung“ statt. Frank Schneider äußerte sich als Präsident der Gesellschaft zur Verantwortung der Vorläufergesellschaften der DGPPN in der NS-Zeit:

„Im Namen der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde bitte ich Sie, die Opfer und deren Angehörige, um Verzeihung für das Leid und Unrecht, das ihnen in der Zeit des Nationalsozialismus im Namen der deutschen Psychiatrie und von deutschen Psychiaterinnen und Psychiatern angetan wurde, und für das viel zu lange Schweigen, Verharmlosen und Verdrängen der deutschen Psychiatrie in der Zeit danach.“

Mahnmal auf dem Friedhof der Gedenkstätte Hadamar

1948 veröffentlichte Alice Ricciardi (geb. von Platen-Hallermund) ihren Bericht über Teilergebnisse des Nürnberger Prozesses: Die Tötung Geisteskranker in Deutschland.

In den 1970er Jahren erforschte Ernst Klee weitgehend als Privatperson die Aktion T4, seine Arbeiten machten die Verbreitung dieser Massenmorde öffentlich bekannt und führten in einer zweiten Forschungsphase in den 1980er und 1990er Jahren zu einer Vielzahl lokaler Initiativen. Nach 1990 wurden rund 30.000 Krankenakten der T4-Dienststelle bei den Aktenbeständen des ehemaligen MfS der DDR entdeckt. Dadurch kam es zu neuen Impulsen einer systematischen Auswertung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, weil erstmals in breitem Umfang Angaben zu den Opfern vorlagen.

Die Ausstellung Erfasst, verfolgt, vernichtet: Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus wurde 2014 im Deutschen Bundestag unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Joachim Gauck als Wanderausstellung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) in Kooperation mit der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und der Stiftung Topographie des Terrors eröffnet, die seither national wie international an vielen Standorten zu sehen war.

Standardwerke

Weiterführende Literatur

  • Götz Aly, Angelika Ebbinghaus, Matthias Hamann: Aussonderung und Tod. Die klinische Hinrichtung der Unbrauchbaren (= Beiträge zur nationalsozialistischen Gesundheits- und Sozialpolitik. Heft 1). Berlin 1985, ISBN 3-88022-950-3.
  • Gerhard Baader, Jürgen Peter (Hrsg.): Public Health, Eugenik und Rassenhygiene in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus: Gesundheit und Krankheit als Vision der Volksgemeinschaft. Frankfurt am Main 2018. ISBN 978-3-86321-407-4.
  • Thomas Beddies, Kristina Hübener (Hrsg.): Kinder in der NS-Psychiatrie (= Schriftenreihe zur Medizin-Geschichte des Landes Brandenburg. Band 10). be.bra Berlin-Brandenburg Wissenschaft Verlag, 2004, ISBN 3-937233-14-8.
  • Mathias Beer: Die Entwicklung der Gaswagen beim Mord an den Juden, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, Heft 3, Jg. 35, 1987, S. 403–417 (PDF; 8 MB).
  • Udo Benzenhöfer: „Kinderfachabteilung“ und „NS-Kindereuthanasie“. Studien zur Geschichte der Medizin im Nationalsozialismus. Band 1. GWAB, Wetzlar 2000.
  • Bettina Brand-Claussen, Thomas Röske, M. Rotzoll (Hrsg.): „Todesursache: Euthanasie“. Verdeckte Morde in der NS-Zeit. Das Wunderhorn, Sammlung Prinzhorn, Heidelberg 2002, ISBN 3-88423-204-5.
  • Klaus-Peter Drechsel: Beurteilt, Vermessen, Ermordet. Die Praxis der Euthanasie bis zum Ende des deutschen Faschismus. Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung, Duisburg 1993, ISBN 3-927388-37-8.
  • Heinz Faulstich: Hungersterben in der Psychiatrie 1914–1949. Lambertus, Freiburg im Breisgau 1998, ISBN 3-7841-0987-X.
  • Petra Fuchs, Maike Rotzoll u. a. (Hrsg.) „Das Vergessen der Vernichtung ist Teil der Vernichtung selbst“. Lebensgeschichten von Opfern der nationalsozialistischen „Euthanasie“. Wallstein, Göttingen 2007, ISBN 978-3-8353-0146-7.
  • Margret Hamm (Hrsg.): „Lebensunwert“: zerstörte Leben. Zwangssterilisation und „Euthanasie“. Verlag für akademische Schriften, Frankfurt 2005, ISBN 3-88864-391-0.
  • Annette Hinz-Wessels: Tiergartenstraße 4. Schaltzentrale der nationalsozialistischen Euthanasie-Morde. Links-Verlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-86153-848-6.
  • Annette Hinz-Wessels u. a.: Zur bürokratischen Abwicklung eines Massenmords. Die „Euthanasie“-Aktion im Spiegel neuer Dokumente. In: VfZ (PDF; 6,9 MB), S. 79–107.
  • Friedrich Karl Kaul: Nazimordaktion T4. Ein Bericht über die erste industriemäßig durchgeführte Mordaktion des Naziregimes. VEB Verlag Volk und Gesundheit, Berlin 1973.
  • Helmut Kramer: „Gerichtstag halten über uns selbst“. Das Verfahren Fritz Bauers zur Beteiligung der Justiz am Anstaltsmord, in: Hanno Loewy, Bettina Winter (Hrsg.): NS-„Euthanasie“ vor Gericht. Fritz Bauer und die Grenzen juristischer Bewältigung. Campus, Frankfurt 1996, S. 81–131. ISBN 3-593-35442-X.
  • Hanno Loewy, Bettina Winter (Hrsg.): NS-„Euthanasie“ vor Gericht. Fritz Bauer und die Grenzen juristischer Bewältigung. Campus, Frankfurt 1996, ISBN 3-593-35442-X.
  • Thomas Matzek: Das Mordschloss. Auf der Spur von NS-Verbrechen in Schloss Hartheim. Kremayr & Scheriau, Wien 2002, ISBN 3-218-00710-0.
  • Christian Merkel: „Tod den Idioten!“ Eugenik und Euthanasie in juristischer Rezeption vom Kaiserreich zur Hitlerzeit. Logos, Berlin 2007, ISBN 3-8325-1284-5.
  • Christoph Mundt (Hrsg.): Psychiatrische Forschung und NS-„Euthanasie“. Das Wunderhorn, Heidelberg 2001, ISBN 3-88423-165-0.
  • Uwe Henrik Peters: Nazipsychiatrie, Aufstieg und Fall. ANA Publishers, Köln 2011, ISBN 978-3-931906-16-0.
  • Raimond Reiter: Psychiatrie im Dritten Reich in Niedersachsen. Tectum, Hannover 2007, ISBN 978-3-8288-9312-2.
  • Winfried Süß:
    • Der „Volkskörper“ im Krieg. Gesundheitspolitik, Gesundheitsverhältnisse und Krankenmord im nationalsozialistischen Deutschland 1939–1945. Reihe: Studien zur Zeitgeschichte, 65. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 2003, ISBN 3-486-56719-5.
    • Bischof von Galen, der kathoplische Protest und der Stopp der „Aktion T4“. In: Martin Sabrow (Hrsg.): Formen öffentlicher Empörung im NS-Staat und in der DDR. 1. Auflage. Wallstein Verlag, 2004, ISBN 978-3-89244-791-7.
  • Franz Schwarzbauer, Andreas Schmauder, Paul-Otto Schmidt-Michel (Hrsg.): Erinnern und Gedenken. Das Mahnmal Weißenau und die Erinnerungskultur in Ravensburg. Reihe: Historische Stadt Ravensburg, 5. UVK, Konstanz 2007, ISBN 978-3-89669-625-0.
  • E. F. Torrey, R. H. Yolken: . In: Schizophrenia Bulletin 36, 2010, S. 26–32. (, ZI Mannheim)
  • Klaus Vellguth: Die Geschichte der Menschenwürde und ihrer brutalen Missachtung. Ideengeschichtliche Anmerkungen zur Menschenwürde und Erfahrungen mit der Missachtung der Menschenwürde in Deutschland, in: Klaus Krämer/Klaus Vellguth (Hrsg.): Menschenwürde. Diskurse zur Universalität und Unveräußerlichkeit (ThEW 8), Verlag Herder, Freiburg im Breisgau, 2016, ISBN 978-3-451-33615-7. S. 129–153.

Regionale und lokale Studien

  • Arbeitskreis zur Erforschung der nationalsozialistischen „Euthanasie“ und Zwangssterilisation (Hrsg.): Der sächsische Sonderweg bei der NS-„Euthanasie“ (= Berichte des Arbeitskreises. Band 1). Klemm & Oelschläger, Münster/Ulm 2001, ISBN 3-932577-50-7.
  • Arbeitskreis zur Erforschung der nationalsozialistischen „Euthanasie“ und Zwangssterilisation (Hrsg.): Psychiatrie im Dritten Reich – Schwerpunkt Hessen (= Berichte des Arbeitskreises. Band 2). Klemm & Oelschläger, Münster/Ulm 2006, ISBN 978-3-932577-51-2.
  • Arbeitskreis zur Erforschung der nationalsozialistischen „Euthanasie“ und Zwangssterilisation (Hrsg.): Beiträge zur NS-„Euthanasie“-Forschung 2002 (= Berichte des Arbeitskreises. Band 3). Klemm & Oelschläger, Münster/Ulm 2003, ISBN 3-932577-52-3.
  • Gerhard Baader, Johannes Cramer, Bettina Winter: „Verlegt nach Hadamar“. Die Geschichte einer NS-„Euthanasie“-Anstalt. In: Historische Schriftenreihe des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen. Landeswohlfahrtsverband Hessen, Kassel 1991, ISBN 3-89203-011-1.
  • Udo Benzenhöfer, Thomas Oelschläger, Dietmar Schulze, Michal Šimůnek: „Kindereuthanasie“ und „Jugendlicheneuthanasie“ im Reichsgau Sudetenland und im Protektorat Böhmen und Mähren (= Studien zur Geschichte der Medizin im Nationalsozialismus. Band 5). GWAB, Wetzlar 2006, ISBN 3-9808830-8-6.
  • Werner Blesch, Konrad Kaiser u. a.: Uns wollen sie auf die Seite schaffen. Deportation und Ermordung von 262 behinderten Menschen der Johannesanstalten Mosbach und Schwarzach in den Jahren 1940 und 1944. In: Mosbach im Dritten Reich, Heft 2. Stadt Mosbach, Mosbach 1993.
  • Jutta M. Bott: Da kommen wir her, da haben wir mitgemacht. Lebenswirklichkeiten und Sterben in der Lippeschen Heil- und Pflegeanstalt Lindenhaus während der Zeit des Nationalsozialismus (= Lippische Studien. Band 16). Institut für Lippische Landeskunde, Lemgo 2001, ISBN 3-9807758-9-5.
  • Christoph Braß: Zwangssterilisation und „Euthanasie“ im Saarland 1935–1945. Ferdinand Schöningh, Paderborn 2004, ISBN 3-506-71727-8.
  • Karl Cervik: Kindermord in der Ostmark: Kindereuthanasie im Nationalsozialismus 1938–1945. LIT Verlag, Münster 2001, ISBN 3-8258-5551-1.
  • Peter Chroust u. a. (Hrsg.): „Soll nach Hadamar überführt werden“. Den Opfern der Euthanasiemorde 1933 bis 1945. Ausstellungskatalog. Mabuse, Frankfurt am Main 1989; ISBN 3-925499-39-3
  • Michael von Cranach: Psychiatrie im Nationalsozialismus – Die Bayerischen Heil- und Pflegeanstalten zwischen 1933 und 1945. Oldenbourg, München 1999; ISBN 3-486-56371-8.
  • Die Bremer Nervenklinik 1933–1945. Donat Verlag, Bremen 1997, ISBN 978-3-931737-18-4.
  • Bernhard Frings: Zu melden sind sämtliche Patienten … NS-„Euthanasie“ und Heil- und Pflegeanstalten im Bistum Münster. Aschendorff, Münster 1994, ISBN 3-402-03269-4.
  • Eberhard Gabriel, Wolfgang Neugebauer (Hrsg.): Vorreiter der Vernichtung? Von der Zwangssterilisierung zur Ermordung. Zur Geschichte der NS-Euthanasie in Wien, Teil II; Wien: Böhlau, 2002, ISBN 3-205-77122-2.
  • Uta George, Stefan Göthling (Hrsg.): Was geschah in Hadamar in der Nazizeit? Ein Katalog in leichter Sprache (= Geschichte Verstehen. Band 1). Gedenkstätte Hadamar, 2005.
  • Alfred Hagemann (Hrsg.): Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, Stuttgart 2000.
  • Frank Hirschinger: Zur Ausmerzung freigegeben. Halle und die Landesheilanstalt Altscherbitz 1933–1945. Böhlau, Köln 2001, ISBN 3-412-06901-9.
  • Ute Hoffmann: Todesursache „Angina“. Zwangssterilisationen und „Euthanasie“ in der Landes-Heil- und Pflegeanstalt Bernburg. Ministerium des Innern des Landes Sachsen-Anhalt, Magdeburg 1996
  • Michael Hubenstorf: Tote und/oder lebendige Wissenschaft: Die intellektuellen Netzwerke der NS-Patientenmordaktion in Österreich. In: Eberhard Gabriel, Wolfgang Neugebauer: Von der Zwangssterilisierung zur Ermordung. Böhlau, Wien 2002.
  • Kristina Hübener (Hrsg.): Brandenburgische Heil- und Pflegeanstalten in der NS-Zeit. Schriftenreihe zur Medizin-Geschichte des Landes Brandenburg, 3. be.bra verlag, Berlin 2002, ISBN 3-89809-301-8.
  • Uwe Kaminsky: Zwangssterilisation und „Euthanasie“ am Beispiel von Einrichtungen der Erziehungsfürsorge und Heil- und Pflegeanstalten der Inneren Mission im Rheinland 1933 bis 1945. Rheinland, Köln 1995.
  • Jörg Kinzig, Thomas Stöckle (Hrsg.): 60 Jahre Tübinger Grafeneck-Prozess: Betrachtungen aus historischer, juristischer, medizinethischer und publizistischer Perspektive. Verlag Psychiatrie und Geschichte, Zwiefalten 2011, ISBN 978-3-931200-17-6.
  • Thomas Oelschläger: Zur Praxis der NS-Kinder-„Euthanasie“ am Beispiel Österreichs. In: Monatsschrift Kinderheilkunde. Band 151, Heft 10, Springer Verlag, Oktober 2003.
  • Lars Polten: Zwangssterilisation und „Euthanasie“ im Erinnern und Erzählen. Biografische Interviews mit Betroffenen und Angehörigen (= Studien zur Volkskunde in Thüringen. Band 10). Waxmann, Münster / New York 2020 ISBN 978-3-8309-4277-1.
  • Christine Ruth-Müller, Hans-Ludwig Siemen: Warum sie sterben mußten. Leidensweg und Vernichtung von Behinderten aus den Neuendettelsauer Pflegeanstalten im „Dritten Reich“ (= Einzelarbeiten aus der Kirchengeschichte Bayerns. Band 66). Neustadt a.d. Aisch 1991, ISBN 3-7686-9112-8.
  • Peter Sandner: Verwaltung des Krankenmordes. Der Bezirksverband Nassau im Nationalsozialismus. Psychosozial-Verlag, Gießen 2003, ISBN 3-89806-320-8. (; )
  • Hans-Werner Scheuing: „ … als Menschenleben gegen Sachwerte gewogen wurden.“ Die Anstalt Mosbach im Dritten Reich und die Euthanasie-Diskussion heute. Universitätsverlag Winter, Heidelberg 2004, ISBN 3-8253-1607-6 (zu den Johannes-Anstalten Mosbach).
  • Gerhardt Schmidt: Selektion in der Heilanstalt 1939–1945. Neuausgabe mit ergänzenden Texten, herausgegeben von Frank Schneider. Springer, Berlin 2012, ISBN 978-3-642-25469-7.
  • Harry Seipolt: Zwangssterilisation und NS-„Euthanasie“ in der Region Aachen. Alano Herodot, Aachen 1995; ISBN 978-3-89399-217-1.
  • Frank Sparing, Marie-Luise Heuser (Hrsg.): Erbbiologische Selektion und „Euthanasie“: Psychiatrie in Düsseldorf während des Nationalsozialismus, Klartext, Essen 2001, ISBN 978-3-89861-041-4.
  • Ingo Harms: „Wat mööt wi hier smachten …“ Hungertod und „Euthanasie“ in der Heil- und Pflegeanstalt Wehnen im „Dritten Reich“. Dr.- und Verlag-Cooperative, Oldenburg 1996, ISBN 3-925713-25-5.
  • Gabriele Rünger: Die Opfer der Rassenhygiene – Zwangssterilisation, Euthanasie und Rassenwahn. In: Geschichtsverein des Kreises Euskirchen e. V. (Hrsg.): Nationalsozialismus im Kreis Euskirchen – Die braune Vergangenheit einer Region. Euskirchen 2006, ISBN 3-935221-72-X.
  • Bernhard Richarz: Heilen, Pflegen, Töten. Zur Alltagsgeschichte einer Heil- und Pflegeanstalt bis zum Ende des Nationalsozialismus. Verlag für Medizinische Psychologie im Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1987, ISBN 3-525-45690-5. Die Heil- und Pflegeanstalt ist Eglfing-Haar bei München.
  • Stiftung Neue Synagoge Berlin, Centrum Judaicum. W. E. Platz und Volkmar Schneider (Hrsg.): Todesurteil per Meldebogen. Teil 1. Ärztlicher Krankenmord im NS-Staat: Beiträge zur Aktion T4. Hentrich und Hentrich, Teetz 2006, ISBN 3-938485-26-4 (= Gegen Verdrängen und Vergessen. Band 1).
  • Stiftung Neue Synagoge Berlin, Centrum Judaicum. W. E. Platz und Volkmar Schneider (Hrsg.): Dokumente einer Tötungsanstalt. Teil 2. In den Anstalten gestorben. Mit einem Beitrag: Die NS-„Euthanasie“ in psycho-sozialer Sicht von Miriam Rieck, Hentrich und Hentrich, Teetz 2008, ISBN 978-3-938485-59-0 (= Gegen Verdrängen und Vergessen. Band 4).

Einzelschicksale

  • Ernst Klee: Sichten und Vernichten – Psychiatrie im Dritten Reich., 44 Min., Dokumentarfilm, 1995.
  • Ernst Klee, Gunnar Petrich: „Alles Kranke ist Last …“ – Die Kirchen und die „Vernichtung lebensunwerten Lebens“, 44 Min., Dokumentation, 1988.
  • Spiegel Geschichte: Hitlers vergessene Opfer – Euthanasie im Dritten Reich, 45 Min., Dokumentation, 2016.
  • auf YouTube
  • Kai Wesel: Nebel im August, 126 Min, Spielfilm, 2016.
Commons: Aktion T4 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • . Quellen zur „Euthanasie“ im Staatsarchiv Ludwigsburg
  • , Zukunft braucht Erinnerung
  • . Der Spiegel, Nr. 19/1961, 3. Mai 1961.
  • . Quellen zur Geschichte der „Euthanasie“-Verbrechen 1939–1945 in deutschen und österreichischen Archiven. Ein Inventar. Mit Einführung von Harald Jenner.
  • , zu denen im Bundesarchiv-Bestand R 179 Patientenakten vorliegen (Stand August 2018), abgerufen am 20. März 2021
  • Frank Schneider: . Rede auf der Jahrestagung der DGPPN, 23. November 2010.
  • Akten des so genannten Grafeneck-Prozesses zur „Euthanasie“ vor dem Landgericht Tübingen 1949 als im Online-Angebot des Staatsarchivs Sigmaringen
  1. Fallbeispiel mit Einzelnachweisen belegt: Landesirrenanstalt DomjüchZeit des Nationalsozialismus (1933–1945)
  2. Nasierowski Tadeusz: Zagłada osób z zaburzeniami psychicznymi w okupowanej Polsce: Początek ludobójstwa” (Die Vernichtung von Geistesgestörten im besetzten Polen). Eneteia Wydawnictwo Psychologii i Kultury, Warszawa 2012, ISBN 9788361538431.
  3. Andreas Baumgartner: Die vergessenen Frauen von Mauthausen. 1. Aufl., Verlag Österreich, Wien 1997, ISBN 3-7046-1088-7. (S. 18, Fußnote 25)
  4. Ute Gerlant: , S. 4 (PDF), abgerufen am 10. Oktober 2015.
  5. Klaus Dörner nennt den 15. Oktober 1939 (in: Die ZEIT, Nr. 36 vom 1. September 1989 ) – Zdzislaw Jaroszewski (Hrsg.): Die Ermordung der Geisteskranken in Polen 1939–1945. Warschau 1993, ISBN 978-3-926200-94-5 datiert S. 83 auf „Anfang der zweiten Hälfte Oktober“ – Volker Rieß: Die Anfänge der Vernichtung 'lebensunwerten Lebens'…, S. 304, schreibt „möglicherweise noch vor dem 9. Oktober“.
  6. Datumsangabe „Vormittag des 13. Oktobers“ bei Volker Rieß: Die Anfänge der Vernichtung 'lebensunwerten Lebens'…, S. 306. – Datum „12. Dezember“ bei Peter Longerich: Heinrich Himmler. Biographie. München 2008, ISBN 978-3-88680-859-5, S. 446.
  7. „gefunden 15“ Udo Wohlfeld: Der Dank des Vaterlandes ist dir gewiss! Das Chaos in Soldatenseelen, Apolda 2014, ISBN 3-935275-33-1.
  8. Hans-Walter Schmuhl: Sterilisation, „Euthanasie“, „Endlösung“. Erbgesundheitspolitik unter den Bedingungen charismatischer Herrschaft. In: Norbert Frei (Hrsg.): Medizin und Gesundheitspolitik in der NS-Zeit. R. Oldenbourg Verlag, München 1991 (= Schriften der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte. Sondernummer), ISBN 3-486-64534-X, S. 295–308, hier: S. 304 f.
  9. Henry Friedlander: 1997.
  10. Roth und Aly geben in ihrem Abschnitt Das „Gesetz über die Sterbehilfe bei unheilbar Kranken“ – Protokolle der Diskussion über die Legalisierung der nationalsozialistischen Anstaltsmorde in den Jahren 1938–1941 in Karl Heinz Roth (Hrsg.): Erfassung zur Vernichtung. Von der Sozialhygiene zum „Gesetz über Sterbehilfe“. Berlin 1984, S. 111 Max de Crinis als Verfasser an.
  11. Das Schreiben Hitlers im (Memento vom 26. Mai 2012 im Webarchiv archive.today) (Nürnberger Dokument PS-630)
  12. Ernst Klee: „Euthanasie“ im dritten Reich – Die „Vernichtung lebensunwerten Lebens“. 2. Auflage Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main, 2010. S. 115 Z: 4–8.
  13. , abgerufen am 1. September 2012.
  14. bei der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (M11)
  15. bei der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (M16)
  16. bei der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (M17)
  17. zu Grafeneck siehe
  18. Norbert Frei: Einleitung. In: Norbert Frei (Hrsg.): Medizin und Gesundheitspolitik in der NS-Zeit. R. Oldenbourg Verlag, München 1991 (= Schriften der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte. Sondernummer), ISBN 3-486-64534-X, S. 7–32, hier: S. 28.
  19. Ernst Klee: ‚Euthanasie‘ im Dritten Reich, vollst. überarb. Neuausgabe Frankfurt/M. 2010, ISBN 978-3-596-18674-7, S. 145.
  20. (Memento vom 21. Dezember 2013 im Internet Archive)
  21. Einzelheiten zu den Gaskammern und dem Tötungsvorgang in Grafeneck, Pirna-Sonnenstein, Hartheim, Bernburg und Hadamar siehe Günther Morsch, Bertrand Perz: Neue Studien zu nationalsozialistischen Massentötungen durch Giftgas. Berlin 2011, ISBN 978-3-940938-99-2, S. 100–152.
  22. Henry Friedlander: Der Weg zum Genozid. Von der Euthanasie zur Endlösung. Berlin 1997, ISBN 3-8270-0265-6, S. 170.
  23. bei der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg
  24. (Memento vom 6. Oktober 2013 im Internet Archive), Faksimile des Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (pdf,160kB) / Diese Zahlen auch bei Henry Friedlander: Der Weg zum NS-Genozid. Von der Euthanasie zur Endlösung. Berlin 1997, ISBN 3-8270-0265-6, S. 190 sowie Ernst Klee (Hrsg.): Dokumente zur „Euthanasie“. Fischer Taschenbuch Verlag Nr. 4327, Frankfurt am Main 1985, ISBN 3-596-24327-0, S. 232.
  25. (Abruf am 22. November 2010).
  26. (Abruf am 22. November 2010).
  27. Thorsten Noack: NS-Euthanasie und internationale Öffentlichkeit. Campus Verlag, 2017, ISBN 978-3-593-50803-0, S. 112 ( in der Google-Buchsuche).
  28. Das Zitat findet sich mit anderen Zahlenangaben bei Ralph Georg Reuth: Joseph Goebbels – Tagebücher. Band 4. München 1992, ISBN 3-492-21414-2, S. 1525. In der neuen Edition, 1998 von Elke Fröhlich herausgegeben, sind die Zahlen als Lesefehler korrigiert und wie hier angegeben. Siehe dazu: Heinz Faulstich: Goebbels’ Tagebücher und der Abbruch der „Aktion T4“. In: Christian Gerlach (Hrsg.): „Durchschnittstäter“ – Handeln und Motivation (= Beiträge zur Geschichte des Nationalsozialismus. Band 16). Berlin 2000, ISBN 3-922611-84-2, S. 211.
  29. Heinz Faulstich: Goebbels’ Tagebücher und der Abbruch der „Aktion T4“., S. 211.
  30. Götz Aly (Hrsg.): Aktion T4 1939–1945. Die „Euthanasie“-Zentrale in der Tiergartenstraße 4; Berlin 1989², S. 89.
  31. Stefanie Coché, Der Krankenmord, in Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 2. August 2021
  32. Götz Aly (Hrsg.): Aktion T4 1939–1945…. S. 90.
  33. Brigitte Kepplinger: ‚Vernichtung lebensunwerten Lebens‘ im Nationalsozialismus: Die ‚Aktion T4‘. In: Günther Morsch, Bertrand Perz: Neue Studien zu nationalsozialistischen Massentötungen durch Giftgas. Berlin 2011, ISBN 978-3-940938-99-2, S. 86.
  34. Sara Berger: Die NS-Vernichtungslager in Polen. Täter und Organisation von Belzec, Sobibor und Treblinka. (Diss.) Hamburger Edition HIS, Hamburg 2013.
  35. Uwe Dietrich Adam: Diskussionsbeitrag. In: Eberhard Jäckel und Jens Rohwer: Der Mord an den Juden im Zweiten Weltkrieg. Frankfurt/M. 1987, ISBN 3-596-24380-7, S. 87.
  36. Susanne Benzler, Joachim Perels: Justiz und Staatsverbrechen – Über den juristischen Umgang mit der NS-'Euthanasie'. In: Hanno Loewy, Bettina Winter (Hrsg.): NS-„Euthanasie“ vor Gericht. Frankfurt 1996, ISBN 3-593-35442-X, S. 20.
  37. Susanne Benzler, Joachim Perels: Justiz und Staatsverbrechen – Über den juristischen Umgang mit der NS-'Euthanasie'. In: Hanno Loewy, Bettina Winter (Hrsg.): NS-'Euthanasie' vor Gericht. Frankfurt 1996, ISBN 3-593-35442-X, S. 27.
  38. Willy Dreßen: NS-„Euthanasie“-Prozesse in der Bundesrepublik Deutschland im Wandel der Zeit. In: Hanno Loewy, Bettina Winter (Hrsg.): NS-„Euthanasie“ vor Gericht. Frankfurt 1996, ISBN 3-593-35442-X, S. 56.
  39. Hanno Loewy, Bettina Winter (Hrsg.): NS-„Euthanasie“ vor Gericht. Frankfurt 1996, ISBN 3-593-35442-X, S. 145–181.
  40. Jürgen Schreiber: Schuld ohne Sühne. Die juristische Aufarbeitung der nationalsozialistischen „Euthanasie“ in der Bundesrepublik Deutschland. In: Aktion Sühnezeichen (Hrsg.) 01/2010, S. 17 / Dirk W. de Mildt (Hrsg.): Tatkomplex NS-Euthanasie. Die ost- und westdeutschen Strafurteile seit 1945, Amsterdam 2001, ISBN 978-90-8964-072-7.
  41. , abgerufen am 3. April 2018.
  42. auf stiftung-denkmal.de, abgerufen am 14. Oktober 2017.
  43. Antrag der Fraktionen CDU/CSU, SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen vom 13. April 2011, pdf, abgerufen am 14. Oktober 2017.
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  46. (Nicht mehr online verfügbar.) In: www.dgppn.de. Archiviert vomOriginal am22. Dezember 2016; abgerufen am 19. Dezember 2016.
  47. Einleitungssatz in: Psychiatrie im Nationalsozialismus, Erklärung vom 23. November 2010.
  48. Ulrike Winkelmann: In: taz, 27. August 2005. Zur Publikationsgeschichte ihres Buches und dem von Alexander Mitscherlich und Fred Mielke (1947: Das Diktat der Menschenverachtung. Der Nürnberger Ärzteprozeß und seine Quellen).
  49. Horst von Buttlar: In: Spiegel Online – Wissenschaft, 1. Oktober 2003.
  50. DFG: W. Eckart, M. Rotzoll, G. Hohendorf an der Universität Heidelberg, September 2006, Tagung
  51. G. Hohendorf, M .Rotzoll, P. Richter u. a.: Die Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie-Aktion T4“ – Erste Ergebnisse eines Projektes zur Erschließung von Krankenakten getöteter Patienten im Bundesarchiv Berlin. In: Der Nervenarzt 2002:73:1065–1074.
  52. (Memento vom 14. Juni 2016 im Internet Archive) Website der DGPPN, abgerufen am 14. Juni 2016.
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Aktion T4
aktion, bezeichnung, für, systematische, ermordung, behinderten, dritten, reich, sprache, beobachten, bearbeiten, weitergeleitet, aktion, eine, nach, 1945, gebräuchlich, gewordene, bezeichnung, für, systematische, ermordung, mehr, menschen, körperlichen, geist. Aktion T4 Bezeichnung fur die systematische Ermordung von Behinderten im Dritten Reich Sprache Beobachten Bearbeiten Weitergeleitet von Aktion T 4 Aktion T4 ist eine nach 1945 gebrauchlich gewordene Bezeichnung fur die systematische Ermordung von mehr als 70 000 Menschen mit korperlichen geistigen und seelischen Behinderungen in Deutschland von 1940 bis 1941 unter Leitung der Zentraldienststelle T4 Diese Ermordungen waren Teil der Krankenmorde in der Zeit des Nationalsozialismus denen bis 1945 uber 200 000 Menschen zum Opfer fielen Gedenktafel an der Tiergartenstrasse 4 in Berlin 2009 Neuer Gedenk und Informationsort Tiergartenstrasse 2014 Neben rassenhygienischen Vorstellungen der Eugenik sind kriegswirtschaftliche Erwagungen wahrend des Zweiten Weltkrieges zur Begrundung der Vernichtung lebensunwerten Lebens herangezogen worden Gleichzeitig mit ersten kirchlichen Protesten wurden die Totungen nach Leerung ganzer Anstaltsteile von Heil und Pflegeanstalten vor 1934 gewohnliche Bezeichnung Irrenanstalt seit 1942 dezentral fortgesetzt 1 T4 ist die Abkurzung fur die Adresse der damaligen Zentraldienststelle T4 in Berlin Tiergartenstrasse 4 Zu Beginn der Aktion befand sich die Dienststelle im Columbushaus 2 Inhaltsverzeichnis 1 Verschleiernde Begrifflichkeit 2 Hintergrunde und historische Einordnung 3 Beginn und Organisation der Aktion T4 4 Aufbau der Totungsanstalten 5 Ablauf der Totungen 6 Angaben der Hartheimer Statistik zu Opferzahlen 1940 1941 7 Widerstand gegen die Aktion 8 Abbruch der Aktion 9 Personelle Kontinuitaten 10 Aufarbeitung und Gedenken nach 1945 10 1 Strafrechtliche Aufarbeitung 10 2 Zentraler Gedenk und Informationsort an der Tiergartenstrasse 4 in Berlin 10 3 Weitere Mahnmale nach 1990 10 4 Graue Busse 10 5 Gedenkorte in den ehemaligen Totungsanstalten und psychiatrischen Kliniken 10 6 Deutsche Gesellschaft fur Psychiatrie 11 Weitere Forschung 12 Ausstellungen 13 Siehe auch 14 Literatur 14 1 Standardwerke 14 2 Weiterfuhrende Literatur 14 3 Regionale und lokale Studien 14 4 Einzelschicksale 15 Filme 16 Weblinks 17 EinzelnachweiseVerschleiernde Begrifflichkeit BearbeitenZur Zeit des Nationalsozialismus wurden die Massenermordungen unter euphemistischen Bezeichnungen wie Aktion Gnadentod vollzogen Diese Aktion wurde auch als Vernichtung lebensunwerten Lebens und NS Krankenmorde bekannt Namensgebend fur das in der Nachkriegszeit mittlerweile gebrauchliche Kurzel Aktion T4 war die in einer damaligen Villa in der Tiergartenstrasse 4 in Berlin Mitte untergebrachte Burozentrale fur die Leitung der Ermordung behinderter Menschen im gesamten Deutschen Reich 3 In den erhaltenen zeitgenossischen Quellen findet sich die Bezeichnung Aktion T4 nicht Dort wurde der Begriff Aktion oder auch mit einem vorangestellten Kurzel fur Euthanasie Eu Aktion bzw nur E Aktion verwendet Im antiken Griechenland stand das altgriechische Wort eὐ8anasia euthanasia von eὖ eu gut richtig leicht schon und 8anatos thanatos Tod fur den guten Tod ohne vorhergehende lange Krankheit Hintergrunde und historische Einordnung BearbeitenDie im Nationalsozialismus praktizierte sogenannte Euthanasie geht auf schon um die Jahrhundertwende entwickelte eugenische Ideen wie sie neben anderen durch den Psychologen Adolf Jost popularisiert wurden zuruck Diese Vorstellungen wurden durch die 1920 publizierte Schrift Freigabe zur Vernichtung lebensunwerten Lebens von Binding und Hoche konkretisiert und fanden damit Eingang in die akademische Diskussion Im Sinne einer Rassenhygiene und einer Hoherzuchtung der arischen Rasse korrespondierten diese eugenischen Ideen nicht nur mit den Zielen der nationalsozialistischen Ideologie sondern das festgelegte Endziel einer Vernichtung lebensunwerten Lebens wurde stark materialistisch begrundet Es handelte sich hierbei um einen Euphemismus fur die geplante und systematische Ermordung von Erb und Geisteskranken Behinderten und sozial oder rassisch Unerwunschten die Entscheidungen wurden hierbei nach Aktenlage von als Gutachter eingesetzten Arzten gefallt Die Aktion T4 war Teil einer stufenweisen Verwirklichung von Kernzielen der nationalsozialistischen Ideologie der Aufartung oder Aufnordung des deutschen Volkes Hierzu gehorten verschiedene Massnahmen von harmlosen wie Ehestandsdarlehen Kinderbeihilfen Steuererleichterungen bis hin zur Zuweisung von Siedlerstellen und Erbhofen zur Forderung von rassisch erwunschtem zahlreichem Nachwuchs Jede Beeintrachtigung des deutschen Volkskorpers sollte durch die gesetzlich geregelte Verhinderung der Fortpflanzung von Menschen mit einer echten oder angeblichen Erbkrankheit sowie von sozial und rassisch unerwunschten Menschen verhindert werden Mittel war dazu schliesslich das Ausmerzen in Form der Vernichtung von lebensunwertem Leben Heilen oder Vernichten waren somit die komplementaren Teile der nationalsozialistischen Ideologie Federfuhrend bei der Gesetzgebung zu diesem Ziel war der Reichsminister des Innern Wilhelm Frick Eingeleitet wurde die Entwicklung mit dem Gesetz zur Verhutung erbkranken Nachwuchses vom 14 Juli 1933 RGBl 1933 I 529 das eine erzwungene Sterilisation von Menschen mit vermeintlich erblichen Krankheiten vorsah Insgesamt bis zu 400 000 Manner und Frauen wurden zwangssterilisiert wobei uber 6 000 Menschen zu Tode kamen 4 Durch das Gesetz zur Anderung des Gesetzes zur Verhutung erbkranken Nachwuchses vom 26 Juni 1935 RGBl 1935 I 773 wurde der Schwangerschaftsabbruch bei diagnostizierter Erbkrankheit legalisiert Hinzu kamen neben der schon bestehenden medizinischen Indikation 1938 die rassische Indikation und 1943 die ethische Indikation Heirat und ausserehelicher Verkehr mit fremdrassigen Menschen wurde durch das Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre vom 15 September 1935 RGBl 1935 I 1146 dies lief ferner unter dem Wort Rassenschande verboten In einem weiteren Schritt wurde mit dem Gesetz zum Schutze der Erbgesundheit des deutschen Volkes Ehegesundheitsgesetz vom 18 Oktober 1935 RGBl 1935 I 1246 die Eheschliessung von Menschen mit einer Erbkrankheit oder geistigen Behinderung mit gesunden und nichtbehinderten Menschen verboten Am 27 September 1939 kam es in Wejherowo Neustadt bei Gdingen in Westpreussen zum ersten Massaker an Psychiatriepatienten im deutsch besetzten Polen dem weitere Krankenmorde in vielen polnischen Anstalten folgten Noch im Herbst wurden aus Pommern deutsche Kranke durch die dortigen Anstaltsleiter selektiert und zur Erschiessung ins deutsch besetzte Westpreussen gebracht 5 In einer der Kasematten des Forts VII in der besetzten polnischen Stadt Poznan Posen wurden in der zweiten Oktoberhalfte oder evt noch vor dem 9 Oktober des Jahres 1939 6 in einer Probevergasung mehrere Psychiatriepatienten durch Kohlenstoffmonoxid ermordet Der NS Fuhrer Himmler SS liess sich dort die Wirkungsweise dieser Vergasungsmethode am 12 oder 13 Dezember 1939 vorfuhren 7 Wenig spater verwendeten die unten genannten Totungsanstalten der Aktion T4 dieses Gas ebenfalls Mit der Kinder Euthanasie im Jahre 1939 wurde die Totung von mindestens 5 000 erbkranken und kognitiv oder korperlich beeintrachtigten Sauglingen und Kindern eingeleitet Kurz darauf folgte die Erwachsenen Euthanasie in der etwa 70 000 Bewohner von Heil und Pflegeanstalten sowie Heimen fur Menschen mit Behinderung umgebracht wurden Dazu gehorten auch zahlreiche ehemalige Heeressoldaten des Ersten Weltkrieges die aufgrund der dabei erlittenen schweren psychosozialen Storungen in Heilanstalten lebten und bei deren Auflosung zur Ermordung in T4 Anstalten deportiert worden sind 8 Nach Einstellung der Aktion T4 im August 1941 durch die Berliner Zentrale die von Anfang an von der Protektion Heinrich Himmlers und Reinhard Heydrichs abhangig war 9 wurde die Erwachsenen Euthanasie dezentral relativ unauffallig weitergefuhrt Die Totung kranker und nicht mehr arbeitsfahiger KZ Haftlinge bis Ende des Krieges in drei der ehemaligen Totungsanstalten der Aktion T4 Bernburg Sonnenstein Hartheim wurde nach dem hierfur verwandten Aktenzeichen als Aktion 14f13 bezeichnet Im Rahmen dieser Aktion die auch Sonderbehandlung 14f13 genannt wurde wurden etwa 20 000 Haftlinge ermordet Mit der Aktion Brandt nach Karl Brandt Begleitarzt Hitlers ab 28 Juli 1942 Bevollmachtigter fur das Sanitats und Gesundheitswesen sowie ab 5 September 1943 Leiter des gesamten medizinischen Vorrats und Versorgungswesens des dritten Reichs wurden ab 1943 Heil und Pflegeanstalten fur den infolge des zunehmenden Luftkriegs steigenden Bedarf von Ausweichkrankenhausern in Beschlag genommen Die Patienten wurden in besonderen Anstalten konzentriert die in der Mitte des Reichs oder im Osten lagen Durch gezielte Totungen mit uberdosierten Medikamenten oder Verhungernlassen durch Unterernahrung wurde deren Zahl immer weiter drastisch reduziert Diese Phase nach dem offiziellen Ende der Euthanasie im August 1941 wurde in den ersten Jahrzehnten nach Kriegsende als wilde Euthanasie bezeichnet und bedeutete die Ermordung von weiteren etwa 30 000 Menschen Die Freigabe der Vernichtung lebensunwerten Lebens geschrieben von Alfred Hoche und Karl Binding und Grundriss der menschlichen Erblichkeitslehre und Rassenhygiene in spateren Auflagen Menschliche Erblichkeitslehre und Rassenhygiene verfasst von Eugen Fischer Erwin Baur und Fritz Lenz diente den Nationalsozialisten als Begrundung fur das T4 Programm 10 Beginn und Organisation der Aktion T4 BearbeitenBereits im Juli 1939 fand eine Beratung Hitlers mit dem Reichsgesundheitsfuhrer Leonardo Conti dem Chef der Reichskanzlei Hans Heinrich Lammers und Martin Bormann als Leiter des Stabes des Stellvertreters des Fuhrers statt Gegenstand war die Fortfuhrung der bereits laufenden Beratungen zur Vernichtung von lebensunwertem Leben durch Einbeziehung psychisch Kranker in die Totungsmassnahmen im Anschluss an die Kinder Euthanasie Formloses Schreiben Hitlers ruckdatiert auf den 1 September 1939 Mit der Durchfuhrung beauftragte Hitler jedoch nicht Conti sondern den Leiter der Kanzlei des Fuhrers KdF Philipp Bouhler nachdem dieser bereits die Federfuhrung in der Kindereuthanasie innehatte Dieser terminierte am 10 August 1939 ein Gesprach mit Karl Brandt Leonardo Conti den Ministerialdirigenten Herbert Linden vom Reichsministerium des Innern und seinen eigenen Mitarbeitern Oberdienstleiter Viktor Brack Leiter des Hauptamtes II und Hans Hefelmann Leiter des Amtes IIb aus der KdF sowie einer Auswahl von Arzten die als die erforderlichen Mitarbeiter fur die Durchfuhrung der Erwachsenen Euthanasie beziehungsweise spater der Aktion T4 gewonnen werden sollten Im Fortgang dieser Besprechungen unter dem als medizinischen Leiter berufenen Wurzburger Universitatsprofessor fur Psychiatrie und Neurologie Werner Heyde wurde der Kreis der Mitarbeiter weiter auf die erforderlich scheinende Grosse ausgedehnt Im Oktober 1939 ermachtigte schliesslich Hitler mit einem auf den 1 September 1939 den Tag des Kriegsbeginns zuruckdatierten Schreiben 11 den Leiter der KdF Bouhler und Hitlers Begleitarzt Karl Brandt als medizinischen Ansprechpartner mit der organisatorischen Durchfuhrung der als Euthanasie bezeichneten Totung von lebensunwertem Leben Das Schreiben auf Hitlers privatem Briefpapier hat folgenden Wortlaut 12 Reichsleiter Bouhler und Dr med Brandt sind unter Verantwortung beauftragt die Befugnisse namentlich zu bestimmender Arzte so zu erweitern dass nach menschlichem Ermessen unheilbar Kranken bei kritischster Beurteilung ihres Krankheitszustandes der Gnadentod gewahrt werden kann Dieses Ermachtigungsschreiben hatte keine Rechtsgultigkeit ein solcher Erlass hatte von Hitler und Herbert Linden gegengezeichnet auf offiziellem Papier gedruckt und im Reichsgesetzblatt publiziert werden mussen Es gab jedoch auch Rechtsprofessoren die einen Fuhrererlass wobei der Erlass um als solcher zu gelten uber die Reichskanzlei hatte ausgegeben werden mussen 13 als unmittelbar geltendes Recht sahen darunter Theodor Maunz 14 Ein auf das Originaldokument gesetzter Randvermerk des Reichsjustizministers Franz Gurtner belegt dass der Befehl 1940 von Bouhler dem Reichsjustizministerium ubergeben worden ist Da die Kanzlei des Fuhrers im Zusammenhang mit den beschlossenen Massnahmen nicht offentlich in Erscheinung treten sollte wurde eine halbstaatliche Sonderverwaltung gebildet die formal dem Hauptamt II der KdF geleitet von Viktor Brack unterstellt wurde und seit April 1940 in einer Villa in der Berliner Tiergartenstrasse 4 untergebracht war und durch den Reichsschatzmeister der NSDAP finanziert wurde Diese Zentraldienststelle T4 mit ihrem Geschaftsfuhrer Dietrich Allers war in folgende nach aussen hin selbstandige Institutionen untergliedert 15 Garage der grauen Busse in Hadamar mit denen Menschen in die Totungsanstalten gebracht wurden Heute Teil der Gedenkstatte 2008 Reichsarbeitsgemeinschaft Heil und Pflegeanstalten RAG zustandig fur die Erfassung der Opfer mit der medizinischen Abteilung unter Werner Heyde und der Verwaltungsabteilung ursprunglich geleitet von Gerhard Bohne ab Fruhjahr 1940 von Friedrich Tillmann Gemeinnutzige Krankentransport GmbH Gekrat mit der Aufgabe der Verlegung der Opfer in die Zwischen beziehungsweise Totungsanstalten unter der Leitung von Reinhold Vorberg Gemeinnutzige Stiftung fur Anstaltspflege offiziell der Arbeitgeber der etwa 400 T4 Mitarbeiter unter Willy Schneider bis Marz 1941 Fritz Schmiedel ab Februar 1942 Friedrich Lorent Zentralverrechnungsstelle Heil und Pflegeanstalten ZVSt Abwicklung der Kosten mit den Anstaltstragern unter Leitung von Dietrich Allers und als Vertreter Hans Joachim Becker Fur die Auswahl der Opfer waren 40 Gutachter berufen worden die anhand einer Patientenbeschreibung auf Meldebogen 16 uber deren Schicksal entscheiden sollten Diese Beurteilungen wurden nur anhand der Aktenlage gefallt In einer Besprechung am 9 Oktober 1939 wurde die Zahl der infrage kommenden Patienten mit etwa 70 000 bestimmt Dabei wurde das Ziel verfolgt unheilbare Erbkrankheiten auszurotten und gleichzeitig die Kosten fur die Anstaltspflege zu senken Der Chef des Reichskriminalamtes im Reichssicherheitshauptamt Arthur Nebe war mit der Prufung eines geeigneten Totungsmittels beauftragt worden Sein Mitarbeiter und Leiter der chemisch physikalischen Abteilung im Kriminaltechnischen Institut Albert Widmann schlug hierfur die Verwendung von Kohlenstoffmonoxid CO vor Mit Runderlass vom 9 Oktober 1939 der von Leonardo Conti geleiteten Abteilung IV des Reichsministeriums des Innern wurden die in Frage kommenden Heil und Pflegeanstalten zur Benennung bestimmter Patienten mittels Meldebogen aufgefordert auf denen detaillierte Angaben zu Krankheit und Arbeitsfahigkeit zu machen waren In einem beiliegenden Merkblatt 17 waren folgende Kriterien angegeben Schizophrenie Epilepsie Encephalitis Schwachsinn Paralyse Chorea Huntington Menschen mit seniler Demenz oder anderen neurologischen Endzustanden wenn sie nicht oder nur noch mit mechanischen Arbeiten beschaftigt werden konnten Menschen die schon langer als funf Jahre in der Anstalt waren Kriminelle Geisteskranke Menschen die nicht die deutsche Staatsangehorigkeit besassen oder nicht deutschen oder artverwandten Blutes waren Die betroffenen Anstalten wurden daruber im Unklaren gelassen dass die Meldebogen fur die Aufstellung der Opfer der Aktion T4 dienten und lediglich auf die Notwendigkeit einer planwirtschaftlichen Erfassung verwiesen Die an den zustandigen Referenten Herbert Linden im Reichsministerium des Innern zuruckgegebenen Meldebogen wurden an die T4 Zentrale weitergeleitet Dort wurde nach Anlegen einer Karteikarte von jedem Meldebogen Kopien gefertigt und an drei Gutachter gesandt Die Gutachter trugen ihre Entscheidung in einem schwarz umrandeten Kasten auf die Meldebogenkopie mit einem roten fur Toten und einem blauen fur Weiterleben ein Konnte sich ein Gutachter nicht entscheiden versah er den Meldebogen mit einem und gegebenenfalls einer Bemerkung Eine wichtige Rolle bei der Beurteilung spielte die Frage ob der Patient als arbeitsfahig und heilbar bewertet wurde In der T4 Zentrale wurden die Eintragungen auf den so begutachteten Meldebogenkopien auf die Originale ubertragen und diese an einen der beiden Obergutachter zur abschliessenden Entscheidung vorgelegt Obergutachter waren Werner Heyde und Ministerialdirigent Herbert Linden vom Reichsinnenministerium der nach einem halben Jahr abgelost wurde durch Hermann Paul Nitsche ab Dezember 1941 auch Nachfolger von Heyde als medizinischer Leiter von T4 Die Obergutachter verwendeten die gleichen Zeichen wie die Vorgutachter mit Ausnahme des Die vier Gutachter fallten die Entscheidungen ohne den Patienten gesehen zu haben Zuruck in der T4 Zentrale wurden die mit einem roten gekennzeichneten Meldebogen zusammen mit Kopien an den Leiter der Gekrat Reinhold Vorberg ubergeben Dort wurden die Verlegungslisten zusammengestellt die uber das Reichsministerium des Innern an die betroffenen Anstalten und den bei der zustandigen Totungsanstalt stationierten Transportstaffeln der Gekrat verschickt Aufbau der Totungsanstalten BearbeitenIm folgenden Abschnitt fehlen noch folgende wichtige Informationen Die Totungsanstalten in besetzen Gebieten link Hilf der Wikipedia indem du sie recherchierst und einfugst Im Keller dieses Gebaudes im Schloss Sonnenstein in Pirna wurden in den Jahren 1940 41 13 720 Menschen mit geistiger Behinderung und psychischer Erkrankung sowie mindestens 1 031 Haftlinge aus Konzentrationslagern mit Gas getotet Mit den Meldebogen an die einzelnen Anstalten zur Erfassung der in Betracht kommenden Menschen wurde auch ein zweiter Meldebogen mit Fragen zu den Anstalten selbst wie Baujahr Grosse besondere Einrichtungen Bahnanschluss und ahnlichem versandt Auf diese Weise sollten Erkenntnisse uber geeignete Anstalten fur die Totung der ausgewahlten Opfer gewonnen werden Anfang Oktober 1939 besuchte Herbert Linden vom Reichsinnenministerium den Leiter des Wurttembergischen Gesundheitsdienstes im dortigen Innenministerium Eugen Stahle und eroffnete ihm die Planungen der Reichsregierung zur Reduzierung erb und geisteskranker Anstaltsinsassen verbunden mit der Forderung eine geeignete Anstalt in Wurttemberg zu benennen in der die Euthanasie des genannten Patientenkreises durchgefuhrt werden konnte Stahle schlug hierfur die Samariteranstalt Grafeneck in der Nahe von Marbach einem Ortsteil von Gomadingen vor Diese wurde am 12 Oktober 1939 beschlagnahmt von allen Patienten geraumt und kurz darauf fur den vorgesehenen Zweck umgebaut Neben Buro und Personalraumen wurde in einer 300 Meter vom Schloss entfernt stehenden Holzbaracke ein als Duschraum bezeichneter gasdichter Totungsraum eingerichtet Neben der Baracke wurden drei fahrbare Krematoriumsofen installiert und die Anlage mit einem Bretterzaun abgeschirmt Von der naheren Umgebung wurde die Einrichtung durch SS Posten abgesichert 18 Im Januar 1940 nahm die Totungsanstalt Grafeneck ihren Betrieb auf Im Gebiet des Deutschen Reiches wurden zwischen 1939 und 1941 sechs Euthanasie Totungsanstalten errichtet 19 Zum Teil wurden zahlreiche Totungen auch nach dem am 24 August 1941 von Hitler 20 verfugten Euthanasie Stopp vorgenommen Dabei wurden Medikamente uberdosiert und Mangelernahrung gezielt eingesetzt zudem wurden arbeitsuntaugliche Haftlinge im Rahmen der Aktion 14f13 getotet T4 Totungsanstalt Ort Heutiges Bundesland ZeitraumGrafeneck Gomadingen Baden Wurttemberg 20 Januar Dezember 1940Brandenburg Brandenburg an der Havel Brandenburg 1 Februar Oktober 1940Hartheim Alkoven bei Linz Oberosterreich 6 Mai 1940 Dezember 1944Sonnenstein Pirna Sachsen 28 Juni 1940 September 1942Bernburg Bernburg Saale Sachsen Anhalt 21 November 1940 bis 30 Juli 1943Hadamar Hadamar bei Limburg Hessen Januar 1941 bis 31 Juli 1942 Die Euthanasie Anstalt Bernburg loste im Herbst 1940 Brandenburg ab Hadamar die Totungsanstalt Grafeneck Die T4 Organisatoren Viktor Brack und Werner Heyde ordneten an dass die Totung der Kranken ausschliesslich durch das arztliche Personal erfolgen durfte 21 da sich das Ermachtigungsschreiben Hitlers vom 1 September 1939 nur auf Arzte bezog In den einzelnen NS Totungsanstalten waren folgende Arzte tatig T4 Totungsanstalt Totungsarzte Funktion ZeitraumGrafeneck Horst Schumann Ernst Baumhard Gunther Hennecke Leiter Stellvertreter ab Mai 1940 Leiter Stellvertreter Januar Mai 1940 Januar April 1940 25 April Dezember 1940Brandenburg Irmfried Eberl Aquilin Ullrich Heinrich Bunke Leiter Stellvertreter Stellvertreter 1 Februar November 1940 15 Marz November 1940 August November 1940Hartheim Rudolf Lonauer Georg Renno Leiter Stellvertreter 1 April 1940 April 1945 Mai 1940 August 1941Sonnenstein Horst Schumann Curt Schmalenbach Klaus Endruweit Kurt Borm Ewald Wortmann Leiter Stellvertreter Stellvertreter Stellvertreter Juni 1940 August 1941 Herbst Dezember 1940 Dezember 1940 April 1941 Dezember 1940 August 1941 Mai 1940 Oktober 1940Bernburg Irmfried Eberl Heinrich Bunke Leiter Stellvertreter November 1940 August 1941 November 1940 August 1941Hadamar Ernst Baumhard Friedrich Berner Curt Schmalenbach Adolf Wahlmann Gunther Hennecke Bodo Gorgass Leiter Leiter Leiter Leiter Stellvertreter Stellvertreter Januar Juni 1941 Juni August 1941 Dezember 1941 Juli 1942 5 August 1942 April 1945 13 Januar Juni 1941 18 Juni August 1941Ablauf der Totungen BearbeitenDie Euthanasie umfasste die Erfassung und Begutachtung der Opfer ihren Abtransport ihre Totung und Verbrennung sowie die Falschung der Sterbeurkunden und die Ablieferung des Zahngoldes Die in den ursprunglichen Anstalten und Heimen erfassten und von den Gutachtern fur die Euthanasie vorgesehenen Personen wurden in Zwischenanstalten transportiert Im Regelfall wurden die Bustransporte 22 zentral organisiert nur in Ausnahmefallen wurde auf offentliche Verkehrsmittel zuruckgegriffen Zu ihrer Bereicherung erhielten die Ursprungsanstalten genaue Vorgaben was den Patienten als Vorbereitung mitzugeben sei Als Zwischenstation in der Euthanasiekette dienten jeweils zwei bis vier Anstalten im weiteren Umfeld der Totungsanstalten zumeist staatliche Psychiatrien Diese Zwischenanstalten dienten einerseits dem Zweck der Verschleierung des Endpunktes Begleitpersonen durften den Patienten nur bis dort folgen Andererseits dienten sie als Zwischenstation damit die Totungsanstalten nicht uberfullt wurden In der Aufnahmebaracke der Totungsanstalt wurden die eingelieferten Menschen entkleidet gemessen gewogen fotografiert und dann den Arzten vorgefuhrt Dabei wurden die Personendaten uberpruft und auffallende Kennzeichen wie Operationsnarben vermerkt die fur die Erstellung einer angeblichen Todesursache von Bedeutung sein konnten Zur Tauschung der Opfer waren die Gaskammern mit Brausekopfen ausgestattet Meist wurden 30 und mehr Menschen zugleich vergast 23 Die Totung erfolgte durch Kohlenmonoxidgas das der Anstaltsarzt in der Regel etwa 20 Minuten lang einstromen liess Die Gaszufuhr wurde eingestellt wenn sich im Vergasungsraum keine Bewegung mehr feststellen liess Die Leichen wurden im Regelfall in den anstaltseigenen Krematorien verbrannt Goldkronen wurden vorher herausgebrochen Das so gewonnene Rohmaterial wurde uber die Zentraldienststelle T4 24 an die Degussa geliefert und zu Feingold verarbeitet 25 Die an die Anstalten angeschlossenen Standesamter stellten Todesurkunden mit erfundenen Krankengeschichten fur naturliche Todesursachen aus wobei z B Hartheim den Briefkopf von Brandenburg verwendete und umgekehrt und die Post sogar dort eingeliefert wurde es gab ein Kurierdienstauto eigens fur die Aktenverschiebungen zwischen den Anstalten Angehorige glaubten daher an ein Versterben in der sehr weit entfernten Anstalt Personliche Besuche und Nachforschungen vor Ort wurden in die Irre geleitet und weitere Reklamationsversuche von Angehorigen mit weiten Reisen erschwert Moglicher Widerstand oder auch nur Aufwand mit Nachfragen wurde so minimiert Den Kostentragern wurden Rechnungen fur Quartier Kost und Pflege uber Wochen und Monate ausgestellt obwohl die Personen sofort bei ihrer Ankunft getotet wurden Die Angehorigen wurden weiter durch Zusendung von Urnen mit Verbrennungsasche aus der in den Unterlagen genannten weit entfernten Anstalt irregefuhrt Auch dies diente der Bereicherung der Anstalten durch die Verrechnung der angeblich damit verbundenen Kosten Angaben der Hartheimer Statistik zu Opferzahlen 1940 1941 BearbeitenEine erhalten gebliebene interne T4 Statistik die so genannte Hartheimer Statistik uberliefert die in den Totungsanstalten zwischen 1940 und 1 September 1941 vergasten Menschen 26 Anstalt 1940 1941 SummeA Grafeneck 9 839 9 839B Brandenburg 9 772 9 772Be Bernburg 8 601 8 601C Hartheim 9 670 8 599 18 269D Sonnenstein 5 943 7 777 13 720E Hadamar 10 072 10 072gesamt 35 224 35 049 70 273 Nach Angaben der Gedenkstatte Grafeneck wurden jedoch zwischen Januar und Dezember 1940 in Grafeneck zwischen 10 500 und 11 000 Menschen ermordet Die Zahl 10 654 wurde 1949 vom Schwurgericht Tubingen in einem Prozess genannt der gegen eine kleine Zahl der Tater gefuhrt wurde 27 Die Gedenkstatte Hadamar nennt fur den Zeitraum zwischen dem 13 Januar und 24 August 1941 eine Zahl von insgesamt 10 122 Opfern in der Hadamarer Gaskammer Im Rahmen der zweiten Mordphase ubernahm die ehemalige Landesheilanstalt Hadamar erneut die Funktion einer Totungsanstalt Dort starben von August 1942 bis zum 26 Marz 1945 weitere 4 411 Opfer 28 Widerstand gegen die Aktion BearbeitenGegen die Aktion T4 protestierten Eltern der Betroffenen prominente Kirchenvertreter wie von katholischer Seite der quasi amtsenthobene Bischof der Diozese Rottenburg Joannes Baptista Sproll der Bischof von Munster Clemens August Graf von Galen der Bischof von Berlin Konrad Graf von Preysing der Dompropst von Berlin Bernhard Lichtenberg der Kapitularvikar von Paderborn Weihbischof Augustinus Philipp Baumann und der Bischof von Limburg Antonius Hilfrich sowie von evangelischer Seite Paul Gerhard Braune Theophil Wurm und Friedrich von Bodelschwingh Bielefeld aber auch einige Heimleiter und Mitarbeiter der Heime in denen die Opfer lebten Als einziger deutscher Richter prangerte Lothar Kreyssig aus Brandenburg an der Havel die Euthanasiemorde an Als Vormundschaftsrichter hatte er bemerkt dass sich nach einer Verlegung Nachrichten uber den Tod seiner behinderten Mundel hauften Im Juli 1940 meldete er seinen Verdacht dass die Kranken massenhaft ermordet wurden dem Reichsjustizminister Franz Gurtner Nachdem ihm mitgeteilt worden war dass die Mord Aktion in Verantwortung der Kanzlei des Fuhrers ausgefuhrt werde erstattete Kreyssig gegen Reichsleiter Philipp Bouhler Anzeige wegen Mordes Den Anstalten in denen Mundel von ihm untergebracht waren untersagte er strikt diese ohne seine Zustimmung zu verlegen Kreyssig der damit gerechnet hatte sofort festgenommen zu werden wurde lediglich in den Ruhestand versetzt Den Alliierten war die Aktion seit 1940 bekannt 29 Die Royal Air Force warf im September 1941 Flugblatter uber dem Deutschen Reich ab 200 000 Unbrauchbare in denen uber Steinhof und Erwin Jekelius berichtet wurde 30 Abbruch der Aktion Bearbeiten Grabung und Bergung von vermutlich 220 Todesopfern von 1942 bis 1945 in Hall in Tirol 2011 Unter dem Datum 31 Januar 1941 notierte Joseph Goebbels in seinem Tagebuch Mit Bouhler Frage der stillschweigenden Liquidierung von Geisteskranken besprochen 40000 sind weg 60000 mussen noch weg Das ist eine harte aber auch notwendige Arbeit Und sie muss jetzt getan werden Bouhler ist der rechte Mann dazu 31 Das hier genannte Planungsziel von 100 000 Opfern wurde nach der oben genannten Hartheimer Statistik nicht verwirklicht und der Tagebucheintrag wird als Beweis dafur angefuhrt dass die Aktion T4 vorzeitig abgebrochen wurde 32 Am 24 August 1941 gab Hitler seinem Begleitarzt Brandt und Reichsleiter Bouhler die mundliche Weisung die Aktion T4 zu beenden und die Erwachseneneuthanasie in den sechs Totungsanstalten einzustellen 33 Die sogenannte Kinder Euthanasie wurde jedoch fortgesetzt ebenso die dezentrale Totung behinderter Erwachsener in einzelnen Heil und Pflegeanstalten durch Nahrungsentzug sowie Verabreichung von Luminal oder Morphium Scopolamin die trotz Kenntnis der Aktion T4 von der Bevolkerung hingenommen und teils sogar befordert wurde Die Anstalten wurden genutzt um Probleme im alltaglichen Zusammenleben mit erkrankten oder auch nur storenden Familienmitgliedern zu losen 34 Ausserdem wurde in den drei Totungsanstalten Bernburg Sonnenstein und Hartheim die als Aktion 14f13 bezeichnete Totung von kranken beziehungsweise nicht mehr arbeitsfahigen KZ Haftlingen weiter durchgefuhrt Nach Ansicht des Historikers Gotz Aly war der offentliche Protest von Clemens August Graf von Galen der entscheidende Anstoss fur Hitler die Aktion vorlaufig einzustellen jedoch nicht der alleinige Grund 35 Die deutliche Stellungnahme hoher kirchlicher Wurdentrager gegen die Patiententotung hatte insbesondere unter den katholischen Glaubigen gewirkt Der Bruch der Geheimhaltung und die Beunruhigung der Bevolkerung wurden mit Besorgnis registriert zumal die Ausweitung des Krieges unmittelbar bevorstand 36 Bei den systematischen Selektionen in den Konzentrationslagern wie auch bei der Ermordung von Juden in Vernichtungslagern kamen Buropersonal und Mannschaften zum Einsatz die bis dahin bei der Aktion T4 mitgewirkt hatten 37 Uwe Dietrich Adam warf daher die Frage auf ob man die Aktion abbrach weil man diese Totungsspezialisten andernorts dringender brauchte 38 Personelle Kontinuitaten BearbeitenDas freiwerdende Personal der anderen Totungsanstalten wurde zur personellen Basis fur die zeitgleich anlaufende Durchfuhrung der sogenannten Endlosung der Judenfrage Shoa Diese Aktion fand ihren Hohepunkt mit der Aktion Reinhardt in den Jahren 1942 43 und fuhrte zur Totung von etwa 1 7 bis 1 9 Millionen Juden in den drei Vernichtungslagern Belzec Sobibor und Treblinka Einen politischen Hohepunkt dieser Entwicklung stellt der so genannte Gaskammerbrief des Juristen Erhard Wetzel dar der im Reichsministerium fur die besetzten Ostgebiete des NS Rassenideologen Alfred Rosenberg als Judenreferent gearbeitet hat Der Brief gilt als das fruheste Dokument der Verbindung zwischen der Aktion T4 und der systematischen Ermordung der Juden in Europa Insgesamt uber 100 der in der Euthanasie ausgebildeten und tatigen Beschaftigten stellten das Fachpersonal fur die Fortsetzung der Krankenmorde und die Durchfuhrung der Endlosungs Massnahmen Beispielhaft werden nachstehend einige der bekanntesten Namen aufgefuhrt Irmfried Eberl Leiter der Totungsanstalten Brandenburg und Bernburg wird erster Kommandant des Vernichtungslagers Treblinka Franz Stangl stellvertretender Buroleiter in den Totungsanstalten Hartheim und Bernburg wird Lagerkommandant des Vernichtungslagers Sobibor und des Vernichtungslagers Treblinka Kurt Hubert Franz Kuchenchef in Grafeneck Brandenburg Hartheim und Sonnenstein wird stellvertretender und dann letzter Kommandant des Vernichtungslagers Treblinka Horst Schumann Leiter der Totungsanstalten Grafeneck und Sonnenstein fuhrte im KZ Auschwitz Experimente fur Massensterilisierungen mittels Rontgenstrahlung an Haftlingen durch Christian Wirth Kriminalkommissar und SS Obersturmbannfuhrer Buroleiter in Grafeneck Hadamar und Hartheim wird erster Kommandant des Vernichtungslagers Belzec und spater Inspekteur der SS Sonderkommandos Aktion Reinhardt Josef Oberhauser Arbeiter im Krematorium von Grafeneck spater Adjutant von Christian Wirth bei der Aktion Reinhardt Erwin Lambert Maurermeister der den Umbau der T4 Totungsanstalten und den Einbau der Gaskammern vornahm errichtete auch die Gaskammern in Sobibor und Treblinka Franz Reichleitner Vertreter Stangls in Hartheim wird dessen Nachfolger als Kommandant des Vernichtungslagers Sobibor Josef Vallaster Arbeiter Brenner in Hartheim spater Aufseher im Lager III mit Vergasung und Verbrennung in Sobibor Lorenz Hackenholt Fahrer und Leichenbrenner in allen Totungsanstalten der Aktion T4 Bei der Aktion Reinhardt Planer der Gaskammer und Verantwortlicher fur deren Betrieb im Vernichtungslager Belzec Spater ist er auch tatig in Sobibor und Treblinka sowie bei der Sonderabteilung Einsatz R in Triest Pauline Kneissler Krankenschwester in Grafeneck und Hadamar war nach der Ruckkehr von einem Osteinsatz ab 1942 in Weilmunster Bernburg Eichberg Eberswalde Kaufbeuren und Irsee tatig Aufarbeitung und Gedenken nach 1945 BearbeitenStrafrechtliche Aufarbeitung Bearbeiten Fruhe Nachkriegsprozesse gegen Verantwortliche der Anstalten stellten diejenigen die Euthanasie Morde befohlen oder veranlasst hatten strafrechtlich den unmittelbaren Tatern gleich die danach todbringende Spritzen verabreichten Der Verteidigungsstrategie man habe die Rechtswidrigkeit seinerzeit nicht erkannt wurde vom Gericht entgegengehalten dass die Totung offenkundig naturrechtswidrig sei Auch die behauptete oder nachgewiesene Rettung einzelner Opfer fuhrte nicht zum Freispruch 39 Gerichte werteten die Taten als Mord und verhangten harte Strafen auch Todesurteile Ab 1948 49 ist in Urteilen eine geanderte Rechtsauffassung festzustellen Tatern wurde ein moglicherweise unvermeidbarer Verbotsirrtum zugebilligt Als Gehilfen ohne eigenen Willensentschluss erhielten Angeklagte mildere Strafen Mit der Totungsentscheidung der T4 Zentrale sei bereits eine Entscheidung gefallen und wenn danach einzelne Personen vom Arzt zuruckgestellt wurden konnte dies zum Freispruch fuhren 40 Euthanasie Prozesse der 1950er Jahre endeten haufig mit geringen Strafen oder Freispruchen 41 1965 leitete Fritz Bauer ein Ermittlungsverfahren gegen sechzehn hochrangige Juristen ein die am 23 24 April 1941 an einer Besprechung in Berlin teilgenommen hatten Dort hatten sie offiziell von der Totung Geisteskranker erfahren und danach widerspruchslos die Anordnung befolgt Strafanzeigen unbearbeitet ans Reichsjustizministerium abzugeben Die Voruntersuchungen wurden 1970 eingestellt 42 Viele Prozesse folgten erst spat in den 1970er 1980er Jahren Etliche wurden wegen Verhandlungsunfahigkeit wieder eingestellt z B gegen Schumann Bunke Renno Endruweit oder die Tater erhielten nur geringe Haftstrafen z B Ullrich wurden freigesprochen z B Borm oder sind nach kurzer Haft begnadigt worden z B Gorgass Andere wie Eberl oder Lonauer entzogen sich durch Suizid einer Strafverfolgung Von 438 Euthanasie Strafverfahren die bis 1999 eingeleitet wurden endeten nur 6 8 mit rechtskraftigen Urteilen darunter zahlreichen Freispruchen 43 Der von Klara Nowak gegrundete Bund der Euthanasie Geschadigten und Zwangssterilisierten setzte sich ab 1987 fur die Rehabilitierung und Entschadigung der Opfer und ihrer Angehorigen ein 44 Zentraler Gedenk und Informationsort an der Tiergartenstrasse 4 in Berlin Bearbeiten Richard Serra Berlin Curves Berlin Junction Stahl 1986 Am historischen Ort der Tiergartenstrasse 4 in Berlin Mitte entstand ein nationaler Gedenk und Informationsort fur die Opfer der nationalsozialistischen Euthanasie Morde Von dem Gebaude an dieser Adresse aus hatte eine Burozentrale unter dem Decknamen T4 die systematische Ermordung von Patienten aus Heil und Pflegeanstalten im Deutschen Reich organisiert Die Eroffnung des Gedenkortes erfolgte am 2 September 2014 45 Seit den 1980er Jahren waren an diesem Ort bereits mehrere Gedenkformen und aktionen entstanden So wurde eine Stahlskulptur von Richard Serra 1988 zu einem Monument fur die Opfer umgewidmet daneben wurde eine Gedenkplatte in den Boden eingelassen Nach jahrelanger Kritik an der fehlenden Sichtbarkeit des Gedenkortes beschloss der Deutsche Bundestag 2011 die Aufwertung des bereits bestehenden Denkmals fur die Opfer der Morde sowie ihre angemessene Wurdigung am historischen Standort der Planung und Organisation der Aktion T 4 der NS Krankenmorde in der Tiergartenstrasse 4 in Berlin 46 In Salzburg Mahnmal von 1991 2014 wurden 325 Opfernamen erganzt Weitere Mahnmale nach 1990 Bearbeiten Nach 1990 wurden Mahnmale errichtet die sich insbesondere an Mediziner und Forscher wenden Mahnmal im Zusammenhang mit den nationalsozialistischen Euthanasieverbrechen in Munchen Berlin und Salzburg 2019 wurde das Mahnmal Lebenszeichen von der Grafikerin und Kunsttherapeutin Pauline Ullrich konzipiert und im Rahmen eines inklusiven Workshops umgesetzt Es steht in der Grabenallee in Schwabisch Gmund Graue Busse Bearbeiten Dauerhaft platzierter Nachguss des mobilen Busses vor dem Landeshaus des LVR in Koln Deutz Seit Anfang 2007 gibt es einen Runden Tisch unter der Federfuhrung der Stiftung Topographie des Terrors und der Stiftung Denkmal fur die ermordeten Juden Europas an dem Betroffene engagierte Burger Vertreter verschiedener Einrichtungen und zustandiger Behorden teilnehmen Die Gruppe hat es sich zur Aufgabe gemacht auf den aktuellen Missstand aufmerksam zu machen und die Diskussion um eine angemessene wurdige Neugestaltung des Gedenkortes im Rahmen der stadtebaulichen Umgestaltung des Kulturforums voranzutreiben Ein erstes Ergebnis der Arbeit war die zeitweilige Aufstellung des Denkmals der Grauen Busse am 18 Januar 2008 vor der Philharmonie Dieses Denkmal wurde am 17 Januar 2009 wieder abgebaut und wird in verschiedene Stadte versetzt sodass die Erinnerung an die Ermordung kranker und behinderter Menschen im Dritten Reich ebenfalls in Bewegung bleibt 47 Gedenkorte in den ehemaligen Totungsanstalten und psychiatrischen Kliniken Bearbeiten In den ehemaligen Totungsanstalten aber auch in vielen psychiatrischen Kliniken aus denen die Patienten zur Totung verschickt wurden gibt es Gedenkstatten und partiell Ausstellungen oder Lernstatten mit padagogisch dikatischer Aufarbeitung so unter anderem an den historischen Orten der sechs Euthanasie Totungsanstalten Hadamar in Hessen Brandenburg an der Havel in Brandenburg Bernburg in Sachsen Anhalt Grafeneck in Baden Wurttemberg Pirna in Sachsen und Hartheim in Osterreich sowie im Kloster Irsee in Bayern Auch in der ehemaligen Koniglich Sachsische Heil und Pflegeanstalt Grossschweidnitz seit 1902 kam es ab 1939 40 zu tausendfachen Morden an dazu dorthin deportierten Personen NS Patientenmorde Aktion Brandt zunachst als Zwischenanstalt fur Pirna 48 Die Treise Kapelle auf dem Gelande der Klinik Warstein wurde 1985 zur Gedenkstatte fur die Opfer der Euthanasie und 2012 mit den Namen der dortigen Opfer erweitert Deutsche Gesellschaft fur Psychiatrie Bearbeiten Am 26 November 2010 fand auf dem DGPPN Kongress eine Veranstaltung unter dem Titel Psychiatrie im Nationalsozialismus Erinnerung und Verantwortung statt Frank Schneider ausserte sich als Prasident der Gesellschaft zur Verantwortung der Vorlaufergesellschaften der DGPPN in der NS Zeit 49 Im Namen der Deutschen Gesellschaft fur Psychiatrie Psychotherapie und Nervenheilkunde bitte ich Sie die Opfer und deren Angehorige um Verzeihung fur das Leid und Unrecht das ihnen in der Zeit des Nationalsozialismus im Namen der deutschen Psychiatrie und von deutschen Psychiaterinnen und Psychiatern angetan wurde und fur das viel zu lange Schweigen Verharmlosen und Verdrangen der deutschen Psychiatrie in der Zeit danach 50 Weitere Forschung Bearbeiten Mahnmal auf dem Friedhof der Gedenkstatte Hadamar 1948 veroffentlichte Alice Ricciardi geb von Platen Hallermund ihren Bericht uber Teilergebnisse des Nurnberger Prozesses Die Totung Geisteskranker in Deutschland 51 In den 1970er Jahren erforschte Ernst Klee weitgehend als Privatperson die Aktion T4 seine Arbeiten machten die Verbreitung dieser Massenmorde offentlich bekannt und fuhrten in einer zweiten Forschungsphase in den 1980er und 1990er Jahren zu einer Vielzahl lokaler Initiativen Nach 1990 wurden rund 30 000 Krankenakten der T4 Dienststelle bei den Aktenbestanden des ehemaligen MfS der DDR entdeckt 52 Dadurch kam es zu neuen Impulsen einer systematischen Auswertung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft 53 weil erstmals in breitem Umfang Angaben zu den Opfern vorlagen 54 Ausstellungen BearbeitenDie Ausstellung Erfasst verfolgt vernichtet Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus wurde 2014 im Deutschen Bundestag unter der Schirmherrschaft von Bundesprasident Joachim Gauck als Wanderausstellung der Deutschen Gesellschaft fur Psychiatrie und Psychotherapie Psychosomatik und Nervenheilkunde DGPPN in Kooperation mit der Stiftung Denkmal fur die ermordeten Juden Europas und der Stiftung Topographie des Terrors eroffnet die seither national wie international an vielen Standorten zu sehen war 55 Siehe auch BearbeitenBehindertenfeindlichkeit Ich klage an Propagandafilm fur Totungen Dasein ohne Leben Propagandafilm fur Totungen heute verschollen nur einem ausgewahlten Personenkreis gezeigt Medizin im Nationalsozialismus Krankenpflege im Nationalsozialismus Liste von NS Arzten und Beteiligten an NS Medizinverbrechen Liste der Konzentrationslager des Deutschen Reichs Die Liste beinhaltet auch die Aktion T4 und verdeutlicht den zeitlichen Zusammenhang der Euthanasie Morde und der anschliessenden Haftlings Euthanasie Rotenburger Werke Mehr als 500 Bewohnerinnen und Bewohner der Rotenburger Anstalten der Inneren Mission wurden in staatliche Einrichtungen deportiert und dort getotet Literatur BearbeitenStandardwerke Bearbeiten Gotz Aly Hrsg Aktion T4 1939 1945 Die Euthanasie Zentrale in der Tiergartenstrasse 4 2 erweiterte Auflage Edition Hentrich Berlin 1989 ISBN 3 926175 66 4 Michael Burleigh Hrsg Tod und Erlosung Euthanasie in Deutschland 1900 1945 Pendo Verlag Zurich 2002 ISBN 978 3 85842 485 3 Henry Friedlander Der Weg zum NS Genozid Von der Euthanasie zur Endlosung Berlin Verlag Berlin 2002 ISBN 3 8270 0265 6 Ernst Klee Euthanasie im NS Staat Die Vernichtung lebensunwerten Lebens S Fischer Frankfurt 1983 ISBN 3 10 039303 1 2 uberarb Auflage Frankfurt 2010 ISBN 978 3 596 18674 7 Ernst Klee Hrsg Dokumente zur Euthanasie Fischer Frankfurt am Main 1985 ISBN 3 596 24327 0 Ernst Klee Was sie taten Was sie wurden Frankfurt 1986 ISBN 3 596 24364 5 Walter Reschreiter Johannes Hofinger und Christina Nobauer Lebens un wert NS Euthanasie in im Land Salzburg Wiedergefundene Lebensgeschichten von Opfern der Rassenhygiene Ausstellung im Land Salzburg 2007 Begleitbuch zur Ausstellung im Keltenmuseum Hallein 22 Okt 21 Nov 2006 und im Schloss Goldegg 22 Feb 1 April 2007 Edition Tandem 2007 ISBN 978 3 9501570 8 6 Alice von Platen Hallermund Die Totung Geisteskranker in Deutschland 1 Auflage 1948 Neuauflagen 1993 und 2005 Mabuse Frankfurt ISBN 3 935964 86 2 Stefanie Westermann Richard Kuhl Tim Ohnhauser Hrsg NS Euthanasie und Erinnerung Vergangenheitsaufarbeitung Gedenkformen Betroffenenperspektiven Medizin und Nationalsozialismus Band 3 LIT Verlag Munster 2011 ISBN 978 3 643 10608 7 Weiterfuhrende Literatur Bearbeiten Gotz Aly Angelika Ebbinghaus Matthias Hamann Aussonderung und Tod Die klinische Hinrichtung der Unbrauchbaren Beitrage zur nationalsozialistischen Gesundheits und Sozialpolitik Heft 1 Berlin 1985 ISBN 3 88022 950 3 Gerhard Baader Jurgen Peter Hrsg Public Health Eugenik und Rassenhygiene in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus Gesundheit und Krankheit als Vision der Volksgemeinschaft Frankfurt am Main 2018 ISBN 978 3 86321 407 4 Thomas Beddies Kristina Hubener Hrsg Kinder in der NS Psychiatrie Schriftenreihe zur Medizin Geschichte des Landes Brandenburg Band 10 be bra Berlin Brandenburg Wissenschaft Verlag 2004 ISBN 3 937233 14 8 Mathias Beer Die Entwicklung der Gaswagen beim Mord an den Juden in Vierteljahrshefte fur Zeitgeschichte Heft 3 Jg 35 1987 S 403 417 Website Seitensicht 87 ff PDF 8 MB Udo Benzenhofer Kinderfachabteilung und NS Kindereuthanasie Studien zur Geschichte der Medizin im Nationalsozialismus Band 1 GWAB Wetzlar 2000 Bettina Brand Claussen Thomas Roske M Rotzoll Hrsg Todesursache Euthanasie Verdeckte Morde in der NS Zeit Das Wunderhorn Sammlung Prinzhorn Heidelberg 2002 ISBN 3 88423 204 5 Klaus Peter Drechsel Beurteilt Vermessen Ermordet Die Praxis der Euthanasie bis zum Ende des deutschen Faschismus Duisburger Institut fur Sprach und Sozialforschung Duisburg 1993 ISBN 3 927388 37 8 Heinz Faulstich Hungersterben in der Psychiatrie 1914 1949 Lambertus Freiburg im Breisgau 1998 ISBN 3 7841 0987 X Petra Fuchs Maike Rotzoll u a Hrsg Das Vergessen der Vernichtung ist Teil der Vernichtung selbst Lebensgeschichten von Opfern der nationalsozialistischen Euthanasie Wallstein Gottingen 2007 ISBN 978 3 8353 0146 7 Margret Hamm Hrsg Lebensunwert zerstorte Leben Zwangssterilisation und Euthanasie Verlag fur akademische Schriften Frankfurt 2005 ISBN 3 88864 391 0 Annette Hinz Wessels Tiergartenstrasse 4 Schaltzentrale der nationalsozialistischen Euthanasie Morde Links Verlag Berlin 2015 ISBN 978 3 86153 848 6 Annette Hinz Wessels u a Zur burokratischen Abwicklung eines Massenmords Die Euthanasie Aktion im Spiegel neuer Dokumente In VfZ 53 2005 PDF 6 9 MB S 79 107 Friedrich Karl Kaul Nazimordaktion T4 Ein Bericht uber die erste industriemassig durchgefuhrte Mordaktion des Naziregimes VEB Verlag Volk und Gesundheit Berlin 1973 Helmut Kramer Gerichtstag halten uber uns selbst Das Verfahren Fritz Bauers zur Beteiligung der Justiz am Anstaltsmord in Hanno Loewy Bettina Winter Hrsg NS Euthanasie vor Gericht Fritz Bauer und die Grenzen juristischer Bewaltigung Campus Frankfurt 1996 S 81 131 ISBN 3 593 35442 X Hanno Loewy Bettina Winter Hrsg NS Euthanasie vor Gericht Fritz Bauer und die Grenzen juristischer Bewaltigung Campus Frankfurt 1996 ISBN 3 593 35442 X Thomas Matzek Das Mordschloss Auf der Spur von NS Verbrechen in Schloss Hartheim Kremayr amp Scheriau Wien 2002 ISBN 3 218 00710 0 Christian Merkel Tod den Idioten Eugenik und Euthanasie in juristischer Rezeption vom Kaiserreich zur Hitlerzeit Logos Berlin 2007 ISBN 3 8325 1284 5 Christoph Mundt Hrsg Psychiatrische Forschung und NS Euthanasie Das Wunderhorn Heidelberg 2001 ISBN 3 88423 165 0 Uwe Henrik Peters Nazipsychiatrie Aufstieg und Fall ANA Publishers Koln 2011 ISBN 978 3 931906 16 0 Raimond Reiter Psychiatrie im Dritten Reich in Niedersachsen Tectum Hannover 2007 ISBN 978 3 8288 9312 2 Winfried Suss Der Volkskorper im Krieg Gesundheitspolitik Gesundheitsverhaltnisse und Krankenmord im nationalsozialistischen Deutschland 1939 1945 Reihe Studien zur Zeitgeschichte 65 Oldenbourg Wissenschaftsverlag Munchen 2003 ISBN 3 486 56719 5 56 Bischof von Galen der kathoplische Protest und der Stopp der Aktion T4 In Martin Sabrow Hrsg Formen offentlicher Emporung im NS Staat und in der DDR 1 Auflage Wallstein Verlag 2004 ISBN 978 3 89244 791 7 57 Franz Schwarzbauer Andreas Schmauder Paul Otto Schmidt Michel Hrsg Erinnern und Gedenken Das Mahnmal Weissenau und die Erinnerungskultur in Ravensburg Reihe Historische Stadt Ravensburg 5 UVK Konstanz 2007 ISBN 978 3 89669 625 0 E F Torrey R H Yolken Psychiatric genocide Nazi attempts to eradicate schizophrenia In Schizophrenia Bulletin 36 2010 S 26 32 Rezension von Heinz Hafner ZI Mannheim Klaus Vellguth Die Geschichte der Menschenwurde und ihrer brutalen Missachtung Ideengeschichtliche Anmerkungen zur Menschenwurde und Erfahrungen mit der Missachtung der Menschenwurde in Deutschland in Klaus Kramer Klaus Vellguth Hrsg Menschenwurde Diskurse zur Universalitat und Unverausserlichkeit ThEW 8 Verlag Herder Freiburg im Breisgau 2016 ISBN 978 3 451 33615 7 S 129 153 Regionale und lokale Studien Bearbeiten Arbeitskreis zur Erforschung der nationalsozialistischen Euthanasie und Zwangssterilisation Hrsg Der sachsische Sonderweg bei der NS Euthanasie Berichte des Arbeitskreises Band 1 Klemm amp Oelschlager Munster Ulm 2001 ISBN 3 932577 50 7 Arbeitskreis zur Erforschung der nationalsozialistischen Euthanasie und Zwangssterilisation Hrsg Psychiatrie im Dritten Reich Schwerpunkt Hessen Berichte des Arbeitskreises Band 2 Klemm amp Oelschlager Munster Ulm 2006 ISBN 978 3 932577 51 2 Arbeitskreis zur Erforschung der nationalsozialistischen Euthanasie und Zwangssterilisation Hrsg Beitrage zur NS Euthanasie Forschung 2002 Berichte des 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402 03269 4 Eberhard Gabriel Wolfgang Neugebauer Hrsg Vorreiter der Vernichtung Von der Zwangssterilisierung zur Ermordung Zur Geschichte der NS Euthanasie in Wien Teil II Wien Bohlau 2002 ISBN 3 205 77122 2 Uta George Stefan Gothling Hrsg Was geschah in Hadamar in der Nazizeit Ein Katalog in leichter Sprache Geschichte Verstehen Band 1 Gedenkstatte Hadamar 2005 Alfred Hagemann Hrsg Euthanasie im NS Staat Grafeneck im Jahr 1940 Landeszentrale fur politische Bildung Baden Wurttemberg Stuttgart 2000 Frank Hirschinger Zur Ausmerzung freigegeben Halle und die Landesheilanstalt Altscherbitz 1933 1945 Bohlau Koln 2001 ISBN 3 412 06901 9 Ute Hoffmann Todesursache Angina Zwangssterilisationen und Euthanasie in der Landes Heil und Pflegeanstalt Bernburg Ministerium des Innern des Landes Sachsen Anhalt Magdeburg 1996 Michael Hubenstorf Tote und oder lebendige Wissenschaft Die intellektuellen Netzwerke der NS Patientenmordaktion in Osterreich In Eberhard Gabriel Wolfgang Neugebauer Von der Zwangssterilisierung zur Ermordung Bohlau Wien 2002 Kristina Hubener Hrsg Brandenburgische Heil und Pflegeanstalten in der NS Zeit Schriftenreihe zur Medizin Geschichte des Landes Brandenburg 3 be bra verlag Berlin 2002 ISBN 3 89809 301 8 Uwe Kaminsky Zwangssterilisation und Euthanasie am Beispiel von Einrichtungen der Erziehungsfursorge und Heil und Pflegeanstalten der Inneren Mission im Rheinland 1933 bis 1945 Rheinland Koln 1995 Jorg Kinzig Thomas Stockle Hrsg 60 Jahre Tubinger Grafeneck Prozess Betrachtungen aus historischer juristischer medizinethischer und publizistischer Perspektive Verlag Psychiatrie und Geschichte Zwiefalten 2011 ISBN 978 3 931200 17 6 Thomas Oelschlager Zur Praxis der NS Kinder Euthanasie am Beispiel Osterreichs In Monatsschrift Kinderheilkunde Band 151 Heft 10 Springer Verlag Oktober 2003 Lars Polten Zwangssterilisation und Euthanasie im Erinnern und Erzahlen Biografische Interviews mit Betroffenen und Angehorigen Studien zur Volkskunde in Thuringen Band 10 Waxmann Munster New York 2020 ISBN 978 3 8309 4277 1 Christine Ruth Muller Hans Ludwig Siemen Warum sie sterben mussten Leidensweg und Vernichtung von Behinderten aus den Neuendettelsauer Pflegeanstalten im Dritten Reich Einzelarbeiten aus der Kirchengeschichte Bayerns Band 66 Neustadt a d Aisch 1991 ISBN 3 7686 9112 8 Peter Sandner Verwaltung des Krankenmordes Der Bezirksverband Nassau im Nationalsozialismus Psychosozial Verlag Giessen 2003 ISBN 3 89806 320 8 Rezension online als PDF Dateien via Hochschulschriften Hans Werner Scheuing als Menschenleben gegen Sachwerte gewogen wurden Die Anstalt Mosbach im Dritten Reich und die Euthanasie Diskussion heute Universitatsverlag Winter Heidelberg 2004 ISBN 3 8253 1607 6 zu den Johannes Anstalten Mosbach Gerhardt Schmidt Selektion in der Heilanstalt 1939 1945 Neuausgabe mit erganzenden Texten herausgegeben von Frank Schneider Springer Berlin 2012 ISBN 978 3 642 25469 7 Harry Seipolt Zwangssterilisation und NS Euthanasie in der Region Aachen Alano Herodot Aachen 1995 ISBN 978 3 89399 217 1 Frank Sparing Marie Luise Heuser Hrsg Erbbiologische Selektion und Euthanasie Psychiatrie in Dusseldorf wahrend des Nationalsozialismus Klartext Essen 2001 ISBN 978 3 89861 041 4 Ingo Harms Wat moot wi hier smachten Hungertod und Euthanasie in der Heil und Pflegeanstalt Wehnen im Dritten Reich Dr und Verlag Cooperative Oldenburg 1996 ISBN 3 925713 25 5 Gabriele Runger Die Opfer der Rassenhygiene Zwangssterilisation Euthanasie und Rassenwahn In Geschichtsverein des Kreises Euskirchen e V Hrsg Nationalsozialismus im Kreis Euskirchen Die braune Vergangenheit einer Region Euskirchen 2006 ISBN 3 935221 72 X Bernhard Richarz Heilen Pflegen Toten Zur Alltagsgeschichte einer Heil und Pflegeanstalt bis zum Ende des Nationalsozialismus Verlag fur Medizinische Psychologie im Verlag Vandenhoeck amp Ruprecht Gottingen 1987 ISBN 3 525 45690 5 Die Heil und Pflegeanstalt ist Eglfing Haar bei Munchen Stiftung Neue Synagoge Berlin Centrum Judaicum W E Platz und Volkmar Schneider Hrsg Todesurteil per Meldebogen Teil 1 Arztlicher Krankenmord im NS Staat Beitrage zur Aktion T4 Hentrich und Hentrich Teetz 2006 ISBN 3 938485 26 4 Gegen Verdrangen und Vergessen Band 1 Stiftung Neue Synagoge Berlin Centrum Judaicum W E Platz und Volkmar Schneider Hrsg Dokumente einer Totungsanstalt Teil 2 In den Anstalten gestorben Mit einem Beitrag Die NS Euthanasie in psycho sozialer Sicht von Miriam Rieck Hentrich und Hentrich Teetz 2008 ISBN 978 3 938485 59 0 Gegen Verdrangen und Vergessen Band 4 Einzelschicksale Bearbeiten Robert Domes Nebel im August Die Lebensgeschichte des Ernst Lossa cbt Verlag Munchen 2008 ISBN 978 3 570 30475 4 Ernst Lossa Sigrid Falkenstein Frank Schneider Annas Spuren Ein Opfer der NS Euthanasie F A Herbig Munchen 2012 ISBN 978 3 7766 2693 3 Anna Lehnkering Franz Josef Hucker Vergast und eingeaschert Approbierte Morder im Arztgewand 70 273 Euthanasieopfer klagen an In Sozial Extra 5 2014 38 Jg VS Verlag Springer Fachmedien DE Wiesbaden S 6 11 Josef August Senge Klaus Vellguth Aktion T4 Mord mit System Das NS Euthanasieprogramm und die Geschichte eines Opfers Lahn Verlag Kevelaer 2014 ISBN 978 3 8367 0870 8 Filme BearbeitenErnst Klee Sichten und Vernichten Psychiatrie im Dritten Reich 44 Min Dokumentarfilm 1995 Ernst Klee Gunnar Petrich Alles Kranke ist Last Die Kirchen und die Vernichtung lebensunwerten Lebens 44 Min Dokumentation 1988 Spiegel Geschichte Hitlers vergessene Opfer Euthanasie im Dritten Reich 45 Min Dokumentation 2016 SWR Euthanasie bei den Nazis Behinderten Transporte Schloss Grafeneck Stetten Rommelshausen u a auf YouTube Kai Wesel Nebel im August 126 Min Spielfilm 2016 Weblinks Bearbeiten Commons Aktion T4 Sammlung von Bildern Videos und Audiodateien iaapa org il Namensliste mit Opfern der Aktion T4 zeitschatten info Ausgeloscht Opfer der NS Euthanasie aus Tirol Vorarlberg und Sudtirol stolpersteine bremen de Liste von Zwischenanstalten landesarchiv bw de Totung in einer Minute Quellen zur Euthanasie im Staatsarchiv Ludwigsburg zukunft braucht erinnerung de Euthanasie und Eugenik im Dritten Reich Zukunft braucht Erinnerung gedenkort t4 eu EU Projekt Gedenkort T4 zur NS Euthanasie Gedenk und Informationsort fur die Opfer der nationalsozialistischen Euthanasie Morde stiftung denkmal de Gedenk und Informationsort fur die Opfer der nationalsozialistischen Euthanasie Morde spiegel de Die Kreuzelschreiber Der Spiegel Nr 19 1961 3 Mai 1961 dasdenkmaldergrauenbusse de gedenkstaettesteinhof at Gedenkstatte Steinhof Osterreich bundesarchiv de Euthanasie Verbrechen 1939 1945 Quellen zur Geschichte der Euthanasie Verbrechen 1939 1945 in deutschen und osterreichischen Archiven Ein Inventar Mit Einfuhrung von Harald Jenner Namen von Opfern der NS Euthanasie zu denen im Bundesarchiv Bestand R 179 Patientenakten vorliegen Stand August 2018 abgerufen am 20 Marz 2021 Frank Schneider dgppn de Psychiatrie im Nationalsozialismus Erinnerung und Verantwortung Rede auf der Jahrestagung der DGPPN 23 November 2010 Akten des so genannten Grafeneck Prozesses zur Euthanasie vor dem Landgericht Tubingen 1949 als digitale Reproduktion im Online Angebot des Staatsarchivs SigmaringenEinzelnachweise Bearbeiten Fallbeispiel mit Einzelnachweisen belegt Landesirrenanstalt Domjuch Zeit des Nationalsozialismus 1933 1945 Nasierowski Tadeusz Zaglada osob z zaburzeniami psychicznymi w okupowanej Polsce Poczatek ludobojstwa Die Vernichtung von Geistesgestorten im besetzten Polen Eneteia Wydawnictwo Psychologii i Kultury Warszawa 2012 ISBN 9788361538431 Andreas Baumgartner Die vergessenen Frauen von Mauthausen 1 Aufl Verlag Osterreich Wien 1997 ISBN 3 7046 1088 7 S 18 Fussnote 25 akens org Ute Gerlant Auf dieser schiefen Ebene gibt es kein Halten mehr S 4 PDF abgerufen am 10 Oktober 2015 Klaus Dorner nennt den 15 Oktober 1939 in Die ZEIT Nr 36 vom 1 September 1989 Seite 65 Zdzislaw Jaroszewski Hrsg Die Ermordung der Geisteskranken in Polen 1939 1945 Warschau 1993 ISBN 978 3 926200 94 5 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Frohlich herausgegeben sind die Zahlen als Lesefehler korrigiert und wie hier angegeben Siehe dazu Heinz Faulstich Goebbels Tagebucher und der Abbruch der Aktion T4 In Christian Gerlach Hrsg Durchschnittstater Handeln und Motivation Beitrage zur Geschichte des Nationalsozialismus Band 16 Berlin 2000 ISBN 3 922611 84 2 S 211 Heinz Faulstich Goebbels Tagebucher und der Abbruch der Aktion T4 S 211 Gotz Aly Hrsg Aktion T4 1939 1945 Die Euthanasie Zentrale in der Tiergartenstrasse 4 Berlin 1989 S 89 Stefanie Coche Der Krankenmord in Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 2 August 2021 Gotz Aly Hrsg Aktion T4 1939 1945 S 90 Brigitte Kepplinger Vernichtung lebensunwerten Lebens im Nationalsozialismus Die Aktion T4 In Gunther Morsch Bertrand Perz Neue Studien zu nationalsozialistischen Massentotungen durch Giftgas Berlin 2011 ISBN 978 3 940938 99 2 S 86 Sara Berger Die NS Vernichtungslager in Polen Tater und Organisation von Belzec Sobibor und Treblinka Diss Hamburger Edition HIS Hamburg 2013 Uwe Dietrich Adam Diskussionsbeitrag In Eberhard Jackel und Jens Rohwer Der Mord an den Juden im Zweiten Weltkrieg Frankfurt M 1987 ISBN 3 596 24380 7 S 87 Susanne Benzler Joachim Perels Justiz und Staatsverbrechen Uber den juristischen Umgang mit der NS Euthanasie In Hanno Loewy Bettina Winter Hrsg NS Euthanasie vor Gericht Frankfurt 1996 ISBN 3 593 35442 X S 20 Susanne Benzler Joachim Perels Justiz und Staatsverbrechen Uber den juristischen Umgang mit der NS Euthanasie In Hanno Loewy Bettina Winter Hrsg NS Euthanasie vor Gericht Frankfurt 1996 ISBN 3 593 35442 X S 27 Willy Dressen NS Euthanasie Prozesse in der Bundesrepublik Deutschland im Wandel der Zeit In Hanno Loewy Bettina Winter Hrsg NS Euthanasie vor Gericht Frankfurt 1996 ISBN 3 593 35442 X S 56 Hanno Loewy Bettina Winter Hrsg NS Euthanasie vor Gericht Frankfurt 1996 ISBN 3 593 35442 X S 145 181 Jurgen Schreiber Schuld ohne Suhne Die juristische Aufarbeitung der nationalsozialistischen Euthanasie in der Bundesrepublik Deutschland 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