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γ-Glutamyltransferasen

γ-Glutamyltransferasen (γ-GT sprich: ‚Gamma-GT‘, GGT, auch γ-Glutamyltranspeptidasen, γ-GTP) sind eine Gruppe von Enzymen in vielen Körperzellen von Säugetieren, Pilzen und Bakterien. Sie sind Teil der Abwehr gegen reaktive Sauerstoffspezies.

γ-Glutamyltransferase
Sekundär- bis Quartärstruktur Heterodimer, Membranprotein
Enzymklassifikation
EC, Kategorie 2.3.2.2, Transferase
Substrat 5-L-Glutamyl-Peptid + Aminosäure
Produkte Peptid + 5-L-Glutamyl-Aminosäure

Inhaltsverzeichnis

GGT überträgt den Glutamylrest von Glutathion auf Peptide oder Wasser. Dadurch wird gleichzeitig der Abbau von Glutathion (GSH) eingeleitet. Dieser Abbau ist die einzige Möglichkeit, das in GSH enthaltene Cystein effektiv und ohne Verlust in die Zelle zu schleusen, da es keinen GSH-Membrantransporter gibt. Innerhalb der Zelle wird GSH wieder aufgebaut.

Der zweite Reaktionsweg, von dem die von GGT katalysierte Reaktion ein Teil ist, ist die Ausschleusung von Fremdstoffen, die in der Zelle von GSH (an der Thiolgruppe) gebunden wurden. Hier erhöht die Entfernung des Glutamats vom GSH-Teil die Transportierbarkeit des Addukts, so dass es ausgeschleust werden kann.

GGT dient als Biomarker, der im Zusammenhang mit anderen Werten auf eine Lebererkrankung hinweist. Erhöhte GGT-Werte treten bei Gallengangatresie und Bakteriämie auf.

Erhöhte GGT-Werte korrelieren mit einem erhöhten Risiko für späteren Typ-2-Diabetes und für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sowie mit erhöhter Homocystein-Konzentration.

Mutationen an GGT können die (seltene) Glutathionurie verursachen.

Im Menschen sind mindestens dreizehn Gene bekannt, die für eine GGT codieren, von denen mindestens sechs aktiv sind, mit jeweils mehreren Isoformen. Mehrere Isoformen der GGT sind im Menschen inaktiv. Eine Isoform von GGT7 bindet an FAM57A. GGT5 wandelt Leukotrien C4 nach Leukotrien D4 um und zeigt geänderte Substrataffinität. GGT3 wird in manchen Epilepsiepatienten gefunden.

Gen-Name UniProt Größe
UE1+UE2=gesamt
Isoformen OMIM Anmerkungen
GGT1 P19440 380 + 189 = 569 3 612346 In Nieren, Leber, Pankreas, Magen, Darm, Plazenta, Lunge. Isoform 3 inaktiv. Bei Mutation Glutathionurie.
GGT2 P36268 380 + 189 = 569 2 137181 In fetaler/adulter Niere und Leber.
GGT3P A6NGU5 380 + 188 = 568 1 - Möglicherweise inaktiv.
GGT5 P36269 387 + 998 = 586 2 137168 Reagiert möglicherweise nicht mit GSH, sondern mit GSH-Konjugat. Katalysiert Leukotrien C4 = D4.
GGT6 Q6P531 ? +? = 493 2 612341 Substrat ist GSH-Konjugat.
GGT7 Q9UJ14 472 + 190 = 662 4 612342 Ubiquitär in geringer Menge, außer in Epithelzellen der Atemwege. Substrat ist GSH-Konjugat.

Leberdiagnostik

In der Labordiagnostik wird die Aktivität der GGT aus dem Plasma oder dem Serum bestimmt, um abzuklären, ob eine Leber- oder Gallenwegserkrankung vorliegt. Der Referenzbereich für Messungen bei 37 °C (GGT37) nach IFCC liegt bei unter 42 U/l für Frauen und unter 60 U/l für Männer.

Der Laborwert GGT, welcher im Blut gemessen wird, entspricht der enzymatischen GGT-Gesamtaktivität, wobei man annimmt, dass messbare Erhöhungen ausschließlich durch Zerstörung von Leberzellen entstehen, da es sich um ein Enzym handelt, das normalerweise fest an die Zellmembran gebunden ist.

Erhöhte GGT-Werte können allerdings viele Ursachen haben und müssen im Zusammenhang mit anderen Laborwerten wie Alkalische Phosphatase, ALT/GPT, AST/GOT oder Bilirubin interpretiert werden. Leichte Erhöhungen können durch die Einnahme von gewissen Medikamenten oder durch chronischen Alkoholkonsum auftreten. Stärkere Erhöhungen findet man bei chronischer Hepatitis, Leberzirrhose, Lebermetastasen oder Schädigungen der Leber durch Gifte, Medikamente, Alkoholkonsum oder Erbkrankheiten wie Myotone Dystrophie Typ 2 (DM2, PROMM). Die höchsten GGT-Werte beobachtet man bei Erkrankungen der Gallenkanäle (Cholestase, Cholangitis), bei akuter Hepatitis sowie bei toxischen Leberschädigungen.

Nierendiagnostik

In der menschlichen Niere kommt die GGT in höchster Konzentration im proximalen Tubulus vor. Sie ist dort auf der Membranoberfläche der Mikrovilli (Bürstensaum) der Epithelien, also lumenwärts gerichtet, lokalisiert. Die GGT kommt hier im Verbund eines sog. Multienzymkomplexes vor, dem u. a. auch eine Alanin-Aminopeptidase und Alkalische Phosphatase angehören. Der Multienzymkomplex besteht aus ca. 5 bis 10 nm großen gestielten „Kugeln“ (engl. knobs), die schon bei frühen Schädlichkeiten der Niere (Ischaemie, Nephrotoxine, Entzündungen oder Nierentransplantatabstoßung) von der Membran desintegrieren (shedding) und in erhöhter Konzentration im Harn der Kranken erscheinen (Gewebsproteinurie, Histurie). Die nierentypische GGT, ein Glycoprotein mit einer Lektin-Affinität gegenüber ConA und wheat-germ-Agglutinin, lässt sich aus dem Harn von Patienten mit Nierenerkrankungen z. B. durch immunspezifische Affinitätschromatographie isolieren. Die GGT ist ein wichtiger Differenzierungsmarker tubulärer Nierenzellen, wobei die GGT-Biosynthese je nach Nierenfunktion angepasst wird: so exprimieren hypertrophierte (und hypermetabolische) Nephrone bei chronischer Niereninsuffizienz vermehrt membrangebundene GGT.

Nierenadeno-Karzinom: die membrangebundene GGT ist – ungeachtet der Tumordifferenzierung – ein konstanter Membranmarker klarzelliger Nierenadeno-Karzinome. Ein monoklonaler Antikörper gegen eine Tumor-assoziierte GGT, inzwischen auch rekombinant verfügbar, wurde für immunszintigrafische Zwecke und immunhistologische Diagnostik von Metastasen eingesetzt.

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γ-Glutamyltransferasen
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ubertragt den Glutamylrest von Glutathion auf Peptide oder Wasser Dadurch wird gleichzeitig der Abbau von Glutathion GSH eingeleitet Dieser Abbau ist die einzige Moglichkeit das in GSH enthaltene Cystein effektiv und ohne Verlust in die Zelle zu schleusen da es keinen GSH Membrantransporter gibt Innerhalb der Zelle wird GSH wieder aufgebaut Der zweite Reaktionsweg von dem die von GGT katalysierte Reaktion ein Teil ist ist die Ausschleusung von Fremdstoffen die in der Zelle von GSH an der Thiolgruppe gebunden wurden Hier erhoht die Entfernung des Glutamats vom GSH Teil die Transportierbarkeit des Addukts so dass es ausgeschleust werden kann Bedeutung in der Medizin BearbeitenGGT dient als Biomarker der im Zusammenhang mit anderen Werten auf eine Lebererkrankung hinweist Erhohte GGT Werte treten bei Gallengangatresie 1 und Bakteriamie 2 auf Erhohte GGT Werte korrelieren mit einem erhohten Risiko fur spateren Typ 2 Diabetes 3 und fur Herz Kreislauf Erkrankungen 4 sowie mit erhohter Homocystein Konzentration Mutationen an GGT konnen die seltene Glutathionurie verursachen 5 6 Vorkommen im Menschen BearbeitenIm Menschen sind mindestens dreizehn Gene bekannt die fur eine GGT codieren von denen mindestens sechs aktiv sind mit jeweils mehreren Isoformen Mehrere Isoformen der GGT sind im Menschen inaktiv Eine Isoform von GGT7 bindet an FAM57A GGT5 wandelt Leukotrien C4 nach Leukotrien D4 um und zeigt geanderte Substrataffinitat GGT3 wird in manchen Epilepsiepatienten gefunden 7 8 9 Gen Name UniProt Grosse UE1 UE2 gesamt Isoformen OMIM AnmerkungenGGT1 P19440 380 189 569 3 612346 In Nieren Leber Pankreas Magen Darm Plazenta Lunge Isoform 3 inaktiv Bei Mutation Glutathionurie GGT2 P36268 380 189 569 2 137181 In fetaler adulter Niere und Leber GGT3P A6NGU5 380 188 568 1 Moglicherweise inaktiv GGT5 P36269 387 998 586 2 137168 Reagiert moglicherweise nicht mit GSH sondern mit GSH Konjugat Katalysiert Leukotrien C4 D4 GGT6 Q6P531 493 2 612341 Substrat ist GSH Konjugat GGT7 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durch chronischen Alkoholkonsum auftreten Starkere Erhohungen findet man bei chronischer Hepatitis Leberzirrhose Lebermetastasen oder Schadigungen der Leber durch Gifte Medikamente Alkoholkonsum oder Erbkrankheiten wie Myotone Dystrophie Typ 2 DM2 PROMM Die hochsten GGT Werte beobachtet man bei Erkrankungen der Gallenkanale Cholestase Cholangitis bei akuter Hepatitis sowie bei toxischen Leberschadigungen Nierendiagnostik Bearbeiten In der menschlichen Niere kommt die GGT in hochster Konzentration im proximalen Tubulus vor Sie ist dort auf der Membranoberflache der Mikrovilli Burstensaum der Epithelien also lumenwarts gerichtet lokalisiert 12 Die GGT kommt hier im Verbund eines sog Multienzymkomplexes vor dem u a auch eine Alanin Aminopeptidase und Alkalische Phosphatase angehoren Der Multienzymkomplex besteht aus ca 5 bis 10 nm grossen gestielten Kugeln engl knobs die schon bei fruhen Schadlichkeiten der Niere Ischaemie Nephrotoxine Entzundungen oder Nierentransplantatabstossung von der Membran desintegrieren shedding und in erhohter Konzentration im Harn der Kranken erscheinen Gewebsproteinurie Histurie 13 Die nierentypische GGT ein Glycoprotein mit einer Lektin Affinitat gegenuber ConA und wheat germ Agglutinin lasst sich aus dem Harn von Patienten mit Nierenerkrankungen z B durch immunspezifische Affinitatschromatographie isolieren 14 Die GGT ist ein wichtiger Differenzierungsmarker tubularer Nierenzellen wobei die GGT Biosynthese je nach Nierenfunktion angepasst wird so exprimieren hypertrophierte und hypermetabolische Nephrone bei chronischer Niereninsuffizienz vermehrt membrangebundene GGT 15 Nierenadeno Karzinom die membrangebundene GGT ist ungeachtet der Tumordifferenzierung ein konstanter Membranmarker klarzelliger Nierenadeno Karzinome 16 Ein monoklonaler Antikorper gegen eine Tumor assoziierte GGT inzwischen auch rekombinant verfugbar wurde fur immunszintigrafische Zwecke und immunhistologische Diagnostik von Metastasen eingesetzt 17 18 19 20 21 Literatur BearbeitenB Neumeister I Besenthal H Liebrich Klinikleitfaden Labordiagnostik Urban amp Fischer Munchen Jena 2003 ISBN 3 437 22231 7 Lothar Thomas Labor und Diagnose TH Books Frankfurt am Main 2005 ISBN 3 9805215 5 9 Weblinks Bearbeiten Wikibooks Biochemie und Pathobiochemie Arachidonsaure Stoffwechsel Lern und Lehrmaterialien Wikibooks Biochemie und Pathobiochemie Glutathion Stoffwechsel Lern und Lehrmaterialien Gamma GT auf med4you at Gamma GT Messmethode Memento vom 16 September 2004 im Internet Archive PDF 71 kB publiziert in CCLM Stabilitat in Blutproben PDF 292 kB publiziert durch die WHO Gamma GT In Laborlexikon Fachzeitschrift fur Labormedizin G Glutamyltransferasen In Orphanet Datenbank fur seltene Krankheiten Glutathionuria In Online Mendelian Inheritance in Man englisch Einzelnachweise Bearbeiten Kuo Shu Tang Li Tung Huang Ying Hsien Huang Chi Yin Lai Chi Hung Wu Sheng Ming Wang Kao Pin Hwang Fu Chen Huang Mao Meng Tiao Gamma glutamyl transferase in the diagnosis of biliary atresia In Acta Paediatrica Taiwanica Taiwan Er Ke Yi Xue Hui Za Zhi Band 48 4 Juli August 2007 ISSN 1608 8115 S 196 200 PMID 18265540 Shinichiro Kanai Takayuki Honda Takeshi Uehara Takehisa Matsumoto Liver function tests in patients with bacteremia In Journal of Clinical Laboratory Analysis Band 22 Nr 1 2008 ISSN 0887 8013 S 66 69 doi 10 1002 jcla 20205 PMID 18200569 D H Lee M W Steffes D R Jacobs Can persistent organic pollutants explain the association between serum gamma glutamyltransferase and type 2 diabetes In Diabetologia Band 51 Nummer 3 Marz 2008 S 402 407 doi 10 1007 s00125 007 0896 5 PMID 18071669 E Ruttmann L J Brant u a Gamma glutamyltransferase as a risk factor for cardiovascular disease mortality an epidemiological investigation in a cohort of 163 944 Austrian adults In Circulation Band 112 Nummer 14 Oktober 2005 S 2130 2137 doi 10 1161 CIRCULATIONAHA 105 552547 PMID 16186419 UniProt P19440 G Lippi G L Salvagno u a Plasma gamma glutamyl transferase activity 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