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Āmina bint Wahb

Āmina bint Wahb (arabisch آمنة بنت وهب, DMG Āmina bint Wahb; gest. um 577) war die Mutter von Mohammed, dem Propheten des Islam. Auf Arabisch wird sie meistens als Umm an-Nabīy („Prophetenmutter“) bezeichnet.

Āmina war die Tochter von Wahb ibn ʿAbd Manāf. Sie heiratete ʿAbdallāh ibn ʿAbd al-Muttalib; aus ihrer Ehe ging Mohammed hervor. Sie starb gegen 577, als Mohammed sechs Jahre alt war. Yāqūt ar-Rūmī gibt in seinem Geographischen Wörterbuch drei Orte an, an denen man das Grab von Āmina vermutete. Gemäß Muhammad ibn Saʿd war ihr Grab in al-Abwā' auf der Strecke zwischen Mekka und Medina.

In den ältesten Hadith-Sammlungen, wie bei ʿAbd ar-Razzāq as-Sanʿānī, wird mehrfach über den Besuch Mohammeds am Grab seiner Mutter berichtet. Dieser soll auf der Rückkehr von seiner Abschiedswallfahrt stattgefunden haben. Im Beisein einiger seiner Gefährten soll er, so die Überlieferungen, Gott um Vergebung für Āmina gebeten haben. Seine Fürbitte sei aber nicht erhört worden. Mohammeds Fürbitte war gemäß der Koranexegese der Offenbarungsanlass für den folgenden Koranvers:

„Der Prophet und diejenigen, die glauben, dürfen (Gott) nicht für die Heiden um Vergebung bitten – auch (nicht) wenn es Verwandte (von ihnen) sein sollten –, nachdem ihnen (endgültig) klar geworden ist, daß sie (wegen ihres hartnäckigen Unglaubens) Insassen des Höllenbrandes sein werden.“

Sure 9, Vers 113: Übersetzung: Rudi Paret

Aus der Überlieferung zu diesem Vers wurde abgeleitet, dass die Mutter des Propheten Heidin blieb und deswegen der Hölle verfallen sei. Allerdings wurde diese Frage sehr heftig in der Debatte über das Propheteneltern-Problem diskutiert.

Es ist anzumerken, dass in einigen alten Überlieferungen, wie bei Muhammad ibn Saʿd, die Entstehung der obigen Koranverse mit dem Tod von Abū Tālib ibn ʿAbd al-Muttalib in Zusammenhang gebracht wird. In einigen Überlieferungsvarianten findet sich die Fortsetzung:

„Und wenn (seinerzeit) Abraham für seinen (heidnischen) Vater um Vergebung gebeten hat, so (hat er das) nur (getan) auf Grund eines Versprechens, das er ihm (vorher) gegeben hatte.“

Sure 9, Vers 114: Übersetzung: Rudi Paret

Ibn Ishāq berichtet nach nicht näher genannten Quellen – „wie die Leute darüber erzählen, aber Gott weiß es am besten…“, dass eine Stimme der schwangeren Āmina die Geburt des „Herrn dieser Gemeinschaft“ vorausgesagt habe, dem sie den Namen Muhammad geben soll. Einer weiteren Legende zufolge, die Muhammad ibn Saʿd nach seinem Lehrer al-Wāqidī referiert, soll eine Stimme Āmina befohlen haben, ihren Sohn Ahmad zu nennen.

Einer weiteren Legende zufolge, die Ibn Ishāq anführt, sah Āmina in der Schwangerschaft, wie ein Licht von ihr ausging, in dem sie die „Schlösser von Bosra“ erblickte. Nach Auffassung von Elizabeth Sirriyeh, die die islamischen Traumtraditionen analysiert hat, repliziert diese Legende ältere Mythen über die Ankündigung der Geburt eines Gottes oder großen Mannes. Sirriyeh stellt die Legende in Beziehung zu den bildlichen Darstellungen von der Himmelsgöttin Nut, die den Sonnengott Re gebiert, sowie zu der Erzählung bei Sueton über den Traum von Gaius Octavius, dem Vater des Kaisers Augustus, während der Schwangerschaft seiner Frau Atia. Nach Sueton sah Octavius im Traum, wie aus Atias Schoß das strahlende Licht der Sonne hervorkam.

Die schiitische Literatur lässt Āmina vor allem über Wunder in Verbindung mit der Niederkunft Mohammeds berichten.

Die ägyptische Autorin und muslimische Wissenschaftlerin ʿĀʾischa ʿAbd ar-Rahmān (1913–1998), bekannt unter ihrem Pseudonym Bint asch-Schāti' (das Mädchen (von) der Küste) hat das Leben der Prophetenmutter in einem volkstümlichen Roman „Umm an-Nabīy ʿalaihi as-salām“, Die Mutter des Propheten, Friede sei mit ihm in der Reihe von Schriften über die Frauen des Propheten Mohammed, beschrieben.

  • Alfred Guillaume: The Life of Muhammad. A Translation of [Ibn] Isḥāq’s Sīrat Rasūl Allāh. Oxford University Press, 1970, S. 68–69
  • The Encyclopaedia of Islam. New Edition. Brill, Leiden. Bd. 1, S. 438. EI (3). Band 3 (2007) 114–115
  • W. Montgomery Watt: Muhammed at Mecca. Oxford University Press, 1953, S. 32–33.
  • Uri Rubin: „Pre-Existence and Light – Aspects of the Concept of Nūr Muḥammad“. In: Israel Oriental Studies 5 (1975), S. 62–119
  1. Ferdinand Wüstenfeld (Hrsg.): K. Muʿǧam al-buldān (Geographisches Wörterbuch). Leipzig 1866–1870. s. n. ar-Rāʾiʿa (ein Viertel in Mekka).
  2. Vgl. Ibn Saad: Biographien... (Hrsg. Eugen Mittwoch). Bd. I. Theil 1. S. 74; S. XI (Inhaltsangabe). Zusammenfassung in deutscher Sprache.
  3. al-Musannaf (Beirut 1971), Bd. 3, S. 572–573
  4. Siehe auch: Ibn Saad: Biographien … (Hrsg. Eugen Mittwoch). Bd. I. Theil 1. S. 74; S. XI (Inhaltsangabe). Zusammenfassung in deutscher Sprache. ʿUmar ibn Šabba al-Baṣrī: Taʾrīḫ al-Madīna. Band I. S. 117–121. Hrsg. Fahīm Muḥammad Šaltūt. Mekka 1979
  5. Siehe auch: Ibn Saad: Biographien … (Hrsg. Eugen Mittwoch). Bd. I. Theil 1. S. 78–79; S. XI (Inhaltsangabe). Zusammenfassung in deutscher Sprache.
  6. Alfred Guillaume: The Life of Muhammad. A translation of Ibn Ishaq’s Sirat Rasul Allah. Oxford 1955, S. 69.
  7. Ibn Saad: Biographien … (Hrsg. Eugen Mittwoch). Brill, Bd. I. Theil 1. S. 60–61; S. X (Inhaltsangabe in deutscher Sprache). Nach einem weiteren Bericht bei Ibn Saʿd wird man das neugeborene Kind al-Māḥī „der Tilger“, „der Beseitiger“ nennen, da Gott die (zukünftigen) Anhänger Mohammeds von ihren früheren Sünden durch ihn reinigen wird. Vgl. A. J. Wensinck: Muhammad und die Propheten. In: Acta Orientalia (AO) 2 (1924), S. 21. Siehe die engl. Übersetzung: Muḥammad and the Prophets. In: Uri Rubin (Hrsg.): The Life of Muḥammad. Ashgate Variorum, 1998, S. 339.
  8. Vgl. Ibn Ishāq: Das Leben des Propheten. Dt. Übers. von Gernot Rotter. Stuttgart: Goldmann 1982. S. 28.
  9. Vgl. Elizabeth Sirriyeh: Dreams and Visions in the World of Islam. A History of Muslim Dreaming and Foreknowing. I.B. Tauris, London, 2015. S. 37f.
  10. Adrien Leites: Sīra and the question of tradition. In: Harald Motzki (Hrsg.): The Biography of Muḥammad. The Issue of the Sources. Brill, Leiden 2000. S. 58–59 nach dem Kāmil von Ibn Bābawaih. Maher Jarrar: Sīrat ahl al-kisāʾ. Early Shīʿī Sources on the Biography of the Prophet. In: Harald Motzki (2000), S. 121.
  11. Erschienen in Kairo 1967, dort mehrfach nachgedruckt
Personendaten
NAME Āmina bint Wahb
KURZBESCHREIBUNG Mutter des Propheten Mohammed
GEBURTSDATUM 6. Jahrhundert
STERBEDATUM um 577

Āmina bint Wahb
Āmina, bint, wahb, mutter, propheten, mohammed, sprache, beobachten, bearbeiten, arabisch, آمنة, بنت, وهب, gest, mutter, mohammed, propheten, islam, arabisch, wird, meistens, nabīy, prophetenmutter, bezeichnet, angebliche, grab, inhaltsverzeichnis, leben, moha. Amina bint Wahb Mutter des Propheten Mohammed Sprache Beobachten Bearbeiten Amina bint Wahb arabisch آمنة بنت وهب DMG Amina bint Wahb gest um 577 war die Mutter von Mohammed dem Propheten des Islam Auf Arabisch wird sie meistens als Umm an Nabiy Prophetenmutter bezeichnet Das angebliche Grab von Amina bint Wahb Inhaltsverzeichnis 1 Leben 2 Mohammeds Besuch am Grab seiner Mutter 3 Legenden uber Aminas Schwangerschaft und Niederkunft 4 Bint Asch Schati s Amina Roman 5 Literatur 6 Einzelnachweise und AnmerkungenLeben BearbeitenAmina war die Tochter von Wahb ibn ʿAbd Manaf Sie heiratete ʿAbdallah ibn ʿAbd al Muttalib aus ihrer Ehe ging Mohammed hervor Sie starb gegen 577 als Mohammed sechs Jahre alt war Yaqut ar Rumi gibt in seinem Geographischen Worterbuch drei Orte an an denen man das Grab von Amina vermutete 1 Gemass Muhammad ibn Saʿd war ihr Grab in al Abwa auf der Strecke zwischen Mekka und Medina 2 Mohammeds Besuch am Grab seiner Mutter BearbeitenIn den altesten Hadith Sammlungen wie bei ʿAbd ar Razzaq as Sanʿani 3 wird mehrfach uber den Besuch Mohammeds am Grab seiner Mutter berichtet Dieser soll auf der Ruckkehr von seiner Abschiedswallfahrt stattgefunden haben Im Beisein einiger seiner Gefahrten soll er so die Uberlieferungen Gott um Vergebung fur Amina gebeten haben Seine Furbitte sei aber nicht erhort worden 4 Mohammeds Furbitte war gemass der Koranexegese der Offenbarungsanlass fur den folgenden Koranvers Der Prophet und diejenigen die glauben durfen Gott nicht fur die Heiden um Vergebung bitten auch nicht wenn es Verwandte von ihnen sein sollten nachdem ihnen endgultig klar geworden ist dass sie wegen ihres hartnackigen Unglaubens Insassen des Hollenbrandes sein werden Sure 9 Vers 113 Ubersetzung Rudi Paret Aus der Uberlieferung zu diesem Vers wurde abgeleitet dass die Mutter des Propheten Heidin blieb und deswegen der Holle verfallen sei Allerdings wurde diese Frage sehr heftig in der Debatte uber das Propheteneltern Problem diskutiert Es ist anzumerken dass in einigen alten Uberlieferungen wie bei Muhammad ibn Saʿd die Entstehung der obigen Koranverse mit dem Tod von Abu Talib ibn ʿAbd al Muttalib in Zusammenhang gebracht wird 5 In einigen Uberlieferungsvarianten findet sich die Fortsetzung Und wenn seinerzeit Abraham fur seinen heidnischen Vater um Vergebung gebeten hat so hat er das nur getan auf Grund eines Versprechens das er ihm vorher gegeben hatte Sure 9 Vers 114 Ubersetzung Rudi ParetLegenden uber Aminas Schwangerschaft und Niederkunft BearbeitenIbn Ishaq berichtet nach nicht naher genannten Quellen wie die Leute daruber erzahlen aber Gott weiss es am besten dass eine Stimme der schwangeren Amina die Geburt des Herrn dieser Gemeinschaft vorausgesagt habe dem sie den Namen Muhammad geben soll 6 Einer weiteren Legende zufolge die Muhammad ibn Saʿd nach seinem Lehrer al Waqidi referiert soll eine Stimme Amina befohlen haben ihren Sohn Ahmad zu nennen 7 Einer weiteren Legende zufolge die Ibn Ishaq anfuhrt sah Amina in der Schwangerschaft wie ein Licht von ihr ausging in dem sie die Schlosser von Bosra erblickte 8 Nach Auffassung von Elizabeth Sirriyeh die die islamischen Traumtraditionen analysiert hat repliziert diese Legende altere Mythen uber die Ankundigung der Geburt eines Gottes oder grossen Mannes Sirriyeh stellt die Legende in Beziehung zu den bildlichen Darstellungen von der Himmelsgottin Nut die den Sonnengott Re gebiert sowie zu der Erzahlung bei Sueton uber den Traum von Gaius Octavius dem Vater des Kaisers Augustus wahrend der Schwangerschaft seiner Frau Atia Nach Sueton sah Octavius im Traum wie aus Atias Schoss das strahlende Licht der Sonne hervorkam 9 Die schiitische Literatur lasst Amina vor allem uber Wunder in Verbindung mit der Niederkunft Mohammeds berichten 10 Bint Asch Schati s Amina Roman BearbeitenDie agyptische Autorin und muslimische Wissenschaftlerin ʿAʾischa ʿAbd ar Rahman 1913 1998 bekannt unter ihrem Pseudonym Bint asch Schati das Madchen von der Kuste hat das Leben der Prophetenmutter in einem volkstumlichen Roman Umm an Nabiy ʿalaihi as salam Die Mutter des Propheten Friede sei mit ihm 11 in der Reihe von Schriften uber die Frauen des Propheten Mohammed beschrieben Literatur BearbeitenAlfred Guillaume The Life of Muhammad A Translation of Ibn Isḥaq s Sirat Rasul Allah Oxford University Press 1970 S 68 69 The Encyclopaedia of Islam New Edition Brill Leiden Bd 1 S 438 EI 3 Band 3 2007 114 115 W Montgomery Watt Muhammed at Mecca Oxford University Press 1953 S 32 33 Uri Rubin Pre Existence and Light Aspects of the Concept of Nur Muḥammad In Israel Oriental Studies 5 1975 S 62 119Einzelnachweise und Anmerkungen Bearbeiten Ferdinand Wustenfeld Hrsg K Muʿǧam al buldan Geographisches Worterbuch Leipzig 1866 1870 s n ar Raʾiʿa ein Viertel in Mekka Vgl Ibn Saad Biographien Hrsg Eugen Mittwoch Bd I Theil 1 S 74 S XI Inhaltsangabe Zusammenfassung in deutscher Sprache al Musannaf Beirut 1971 Bd 3 S 572 573 Siehe auch Ibn Saad Biographien Hrsg Eugen Mittwoch Bd I Theil 1 S 74 S XI Inhaltsangabe Zusammenfassung in deutscher Sprache ʿUmar ibn Sabba al Baṣri Taʾriḫ al Madina Band I S 117 121 Hrsg Fahim Muḥammad Saltut Mekka 1979 Siehe auch Ibn Saad Biographien Hrsg Eugen Mittwoch Bd I Theil 1 S 78 79 S XI Inhaltsangabe Zusammenfassung in deutscher Sprache Alfred Guillaume The Life of Muhammad A translation of Ibn Ishaq s Sirat Rasul Allah Oxford 1955 S 69 Ibn Saad Biographien Hrsg Eugen Mittwoch Brill Bd I Theil 1 S 60 61 S X Inhaltsangabe in deutscher Sprache Nach einem weiteren Bericht bei Ibn Saʿd wird man das neugeborene Kind al Maḥi der Tilger der Beseitiger nennen da Gott die zukunftigen Anhanger Mohammeds von ihren fruheren Sunden durch ihn reinigen wird Vgl A J Wensinck Muhammad und die Propheten In Acta Orientalia AO 2 1924 S 21 Siehe die engl Ubersetzung Muḥammad and the Prophets In Uri Rubin Hrsg The Life of Muḥammad Ashgate Variorum 1998 S 339 Vgl Ibn Ishaq Das Leben des Propheten Dt Ubers von Gernot Rotter Stuttgart Goldmann 1982 S 28 Vgl Elizabeth Sirriyeh Dreams and Visions in the World of Islam A History of Muslim Dreaming and Foreknowing I B Tauris London 2015 S 37f Adrien Leites Sira and the question of tradition In Harald Motzki Hrsg The Biography of Muḥammad The Issue of the Sources Brill Leiden 2000 S 58 59 nach dem Kamil von Ibn Babawaih Maher Jarrar Sirat ahl al kisaʾ Early Shiʿi Sources on the Biography of the Prophet In Harald Motzki 2000 S 121 Erschienen in Kairo 1967 dort mehrfach nachgedrucktNormdaten Person GND 1176697447 OGND AKS LCCN n85360324 VIAF 286935725 Wikipedia Personensuche PersonendatenNAME Amina bint WahbKURZBESCHREIBUNG Mutter des Propheten MohammedGEBURTSDATUM 6 JahrhundertSTERBEDATUM um 577Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Amina bint Wahb amp oldid 200861634, wikipedia, wiki, deutsches

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